Vom Schäfchenplakat zum Gewaltspiel

Das Schäfchenplakat der Schweizerischen Volkspartei (SVP) von 2007 wurde für die Ausschaffungsinitiative erstellt. Es zeigte drei weiße Schafe, die ein schwarzes Schaf von einer roten Fläche mit weißem Kreuz kicken. Wegen seiner Nähe zur Bildsprache der NS-Propaganda sowie seiner fremdenfeindlichen und rassistischen Ausrichtung wurde es international stark kritisiert. Fast 20 Jahre später erlebt man rund um die 10-Millionen-Initiative ein Déjà-vu. Das Egerkinger Komitee lancierte ein von Gewalt und Rassismus geprägtes Computerspiel. Eine Spielfigur an der Grenze muss dafür sorgen, dass bestimmte Ausländer nicht in die Schweiz einreisen. Man „schlägt mit dem Stoppschild auf die Personen ein, diese zerploppen“ (Blick, 21. Mai 2026). Neu ist, dass Schweizer Hochschullehrer und wissenschaftsnahe Experten die Initiative ganz offen unterstützen. Wie blicken sie auf ihre Kollegen an den Hochschulen? Soll man auch diese hinauskicken oder schlagen, bis sie zerploppen? Immerhin haben sich swissuniversities und der ETH-Rat klar gegen die Initiative positioniert. Nun wäre noch zu wünschen, dass sich die Hochschulleitungen direkt an ihre ausländischen Arbeitskräfte wenden und ihnen ihre Solidarität zusichern.

Abb.: In der Schweiz gab es wiederholt fremdenfeindliche und rassistische Kampagnen