Die FAZ im freien Fall III

Was für die einen das Kreuzworträtsel ist, ist für die anderen das Zählen von Rechtschreib- und Grammatikfehlern in Zeitungen. In der einst so sprachsicheren FAZ findet man kaum noch fehlerfreie Teaser. Und auch die Texte lassen immer mehr zu wünschen übrig. Über Deklinationsfehler und Fehler bei Zusammen- und Getrenntschreibung wurde schon berichtet, ebenso über andere Fehler bei der Wortbildung. Eine weitere Kategorie sind redundante Geschlechtsspezifizierungen. In der Ausgabe vom 9. April 2026 heißt es über Averil Cameron: „Die Pionierin inspirierte ganz besonders ihre weiblichen Kolleginnen.“ („Die Erste ihrer alten Schule“). Hängt dieser Missgriff mit den Bemühungen um eine Gendersprache zusammen? In anderen Fällen gibt es darüber keinen Zweifel. Am 8. April begann ein Satz mit den Worten „Die Forschenden sind …“ – dabei hatte der Titel korrekt „Forscher entdecken unbekannte Insel in der Antarktis“ gelautet. Alle Menschen sind Forschende, aber nur wenige sind Forscher. Diese forschen von Berufs wegen. Und keinesfalls ständig. „Dahinter steckt immer ein kluger Kopf“ ist seit den 1960er-Jahren der Werbespruch der FAZ. Damit waren schon immer die Leser gemeint und nicht die Redakteure. Und schon gar nicht die Praktikanten, die für die Teaser zuständig sind.

Abb.: Die FAZ hat ihren Sitz in Frankfurt (Foto: Bücherradfahrer, Wikimedia, CC BY-SA 4.0)