Die FAZ im freien Fall IV

Was für die einen das Kreuzworträtsel ist, ist für die anderen das Zählen von Rechtschreib- und Grammatikfehlern in Zeitungen. In der einst so sprachsicheren FAZ findet man kaum noch fehlerfreie Teaser und Überschriften. Und auch die Texte lassen immer mehr zu wünschen übrig. Über Deklinationsfehler und Fehler bei Zusammen- und Getrenntschreibung wurde schon berichtet, ebenso über andere Fehler bei der Wortbildung. Eine weitere besprochene Kategorie waren redundante Geschlechtsspezifizierungen. In der Ausgabe vom 9. April 2026 hieß es über Averil Cameron: „Die Pionierin inspirierte ganz besonders ihre weiblichen Kolleginnen.“ Ein weiteres Beispiel für Fehler bei Zusammen- und Getrenntschreibung findet sich in der FAZ vom 8. August 2026. Die Überschrift in der Vorschau der Rubrik „Schneller schlau“ lautet „Was kostet eine KI Umfrage?“. Wenn man auf den Artikel selbst geht, wird das Fragezeichen weggenommen, der Fehler aber belassen. Die Komposita sind im Folgenden richtig geschrieben, wie bei „KI-Modelle“ und „KI-Chatbots“ (wobei alle Chatbots auf KI basieren). Womöglich ist also nicht der Autor für den Kopplungsfehler verantwortlich, sondern der Praktikant, der die Überschrift ins System getippt hat. Ferner wird der Name der Firma OpenAI nicht richtig geschrieben, was sich in vielen Medien findet – man will den Schreibweisen der Hersteller nicht folgen, und so wird aus „OpenAI“ einfach „Open AI“, aus „ChatGPT“ wird „Chat GPT“. Aber warum sollte das richtiger sein? Zu den Rechtschreibfehlern kommen Rechenfehler. Für diese sind aber andere zuständig. 

Abb.: Die FAZ vom 8. August 2026