Programm der NTA5

Die fünfte Konferenz des Netzwerks Technikfolgenabschätzung (NTA5) mit dem Titel „Vordenken – mitdenken – nachdenken: Technikfolgenabschätzung im Dienst einer pluralistischen Politik“ findet vom 29. bis 31. Oktober 2012 im Zentrum Paul Klee in Bern statt. Das Programm der Konferenz steht seit kurzem fest und kann über www.ta-swiss.ch eingesehen werden. Am Montag sprechen u.a. René Longet und Klaus Töpfer, am Dienstag Michael Decker, Stefanie B. Seitz und Oliver Bendel. Im Programmheft wird ausgeführt: „Die NTA5 befasst sich anhand von Praxisbeispielen und Anwendungsmöglichkeiten mit den methodischen und konzeptionellen Ansätzen erfolgreicher vorausschauender Politikberatung. Sie geht der Frage nach, wie die TA im Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher Rationalität und politischer Realität dem Anspruch gerecht werden kann, Konflikte frühzeitig zu erkennen und zur Versachlichung von Debatten beizutragen, und welche Rolle die Geisteswissenschaften als Brücke zwischen Gesellschaft, Wissenschaft und Politik spielen können.“ Auch die Informationsethik wird ein wichtiges Thema sein.

Abb.: Das Zentrum Paul Klee

Eine Denkfabrik für Wirtschaftsethik

Der bekannte Wirtschaftsethiker Ulrich Thielemann hat zusammen mit Thomas Kuhn, Tanja von Egan-Krieger und Sebastian Thieme das MeM gegründet, die „Denkfabrik für Wirtschaftsethik“. Diese „bearbeitet ökonomische Fragen unserer Zeit aus einer paradigmatisch neuartigen, ethisch-integrierten Sicht auf das Wirtschaften“ (Zitat von der Website). Sie möchte praktische Orientierungen bieten und Perspektiven eröffnen für eine menschliche Marktwirtschaft. Mit dem Memorandum 2012 tritt eine Gruppe „besorgter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler“ für „eine Erneuerung der Ökonomie“ ein. In dem Memorandum heißt es:

Studierende fordern, dass ethische Reflexionen zu einem festen Bestandteil und zu einem „roten Faden“ des Wirtschaftsstudiums werden sollten, damit Wirtschaftswissenschaftler in der Lage sind, „verantwortlich handeln zu können“. Ebenso ruft eine Gruppe Schweizer und französischer Dozierender und Forscher unter dem Titel „Forschung und Lehre in Wirtschaftswissenschaften, Finance und Management sollen erneuert werden mit dem Ziel, dem Allgemeinwohl besser zu dienen“ dazu auf, auch die „ethischen Grundlagen“ der „herrschenden Lehre in den Wirtschaftswissenschaften“ zur Diskussion zu stellen.

Zu den Bereichsethiken, die in den Wirtschaftswissenschaften relevant sind, gehört auch die Informationsethik. Ihre Inhalte und Methoden werden z.B. in der Wirtschaftsinformatik gelehrt. So absolvieren Studierende der Hochschule für Wirtschaft an der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW einen Kurs zur Informationsethik, zur Zeit noch unter der Bezeichnung „Informatik, Ethik und Gesellschaft“. Weitere Informationen zum MeM sind über www.mem-wirtschaftsethik.de erhältlich.

Jugend ohne Namen

Heute ist die Anonymität der Benutzer im Netz weit verbreitet, ja sie wird von vielen als selbstverständlich oder sogar – insbesondere mit Blick auf die Schwächeren der Gesellschaft – als unabdingbar betrachtet. Aber ist sie wirklich in allen Zusammenhängen wünschenswert? Und welche Konsequenzen hat es für Kinder und Jugendliche, im Netz ohne ihren richtigen Namen aufzuwachsen? Auch Minderjährige sollten in bestimmten Online-Umgebungen ihren Namen nennen. Und wenn etwas dagegen spricht, spricht nichts dagegen, dass sie schweigen. Der Beitrag von Oliver Bendel plädiert für eine kritische Sicht auf die Anonymität im Netz und betont die Wichtigkeit der Identität im Rechtsstaat. Bibliografischer Nachweis: Bendel, Oliver. Jugend ohne Namen: Zur Anerziehung der Anonymität im Netz. In: Computer + Unterricht, 2 (2010). S. 54 – 55.

Abb.: Ausschnitt aus dem Inhaltsverzeichnis