Das Buch „E-Learning im Unternehmen“ von Andrea Back, Oliver Bendel und Daniel Stoller-Schai erschien im Jahre 2001 bei Orell Füssli. Die drei Autoren waren zum damaligen Zeitpunkt an der Universität St. Gallen beschäftigt – Andrea Back war Lehrstuhlinhaberin – und arbeiteten ab April 2000 an dem Werk. Oliver Bendel verfasste mehrere Kapitel bzw. Abschnitte: In „1.2 Annäherung an den Begriff ‚E-Learning’“ erklärte und verortete er diesen auf mehreren Seiten – bereits 2000 war seine Definition im Netlexikon erschienen. In „4.2 Umsetzung von Lernräumen: Blended-Learning-Modell“ wurden Polaritäten wie „Virtuelles und nichtvirtuelles Lernen“, „Stationäre und mobile Technologien und Systeme“, „Lokale und verteilte Technologien und Systeme“ oder „Statische und dynamische Technologien und Systeme“ aufgezeigt. „4.3 Lern- und Wissensportale“ widmete sich Plattformen, die um die Jahrtausendwende auftauchten. „4.4 Trends“ behandelte „Standardisierung und Learning Objects“ (4.4.1), „Mobile Learning (M-Learning)“ (4.4.2) und „Pädagogische Agenten“ (4.4.3). In letzterem Abschnitt wurde nicht nur auf Chatbots und Virtual Assistants eingegangen, die als Teachers, Coaches, Mentors und Role Players fungierten, sondern auch auf Avatare, die sich stark verbreiteten. Das Buch war das erste, das sich vollständig auf den Begriff „E-Learning“ abstützte, der um 1999 in den USA aufgekommen war. Es galt damals als Bestseller und hat den E-Learning-Bereich über Jahre hinweg maßgeblich mitgeprägt.
Vor einem Vierteljahrhundert, im Jahre 2000, verfassten Andrea Back, Oliver Bendel und Daniel Stoller-Schai von der Universität St. Gallen das Buch „E-Learning im Unternehmen“. Oliver Bendel hatte im selben Jahr seine Definition zu E-Learning im Netlexikon veröffentlicht, eine der ersten Definitionen in diesem Bereich überhaupt. Für das Buch schrieb er mehrere Kapitel, u.a. zum Begriff, zu Blended Learning, zu Lern- und Wissensportalen und zu Trends im E-Learning. Zu diesen gehörten pädagogische Agenten, Mobile Learning und Standardisierung. Pädagogische Agenten (engl. „pedagogical agents“) waren Chatbots, Sprachassistenten und frühe soziale Roboter in Lernumgebungen. Bereits in den 1980er- und 1990er-Jahren hatte es Intelligent Tutoring Systems und Virtual Learning Companions gegeben. Eine Besonderheit der pädagogischen Agenten war, dass sie oft Avatare bzw. ein Embodiment hatten. Sie vermittelten Wissen oder standen als Coach oder Mentor zur Verfügung. Auch Role Players waren zu finden. Genutzt wurden die KI-Systeme der damaligen Zeit – man betrieb Wissensrepräsentation und baute Wissensbasen auf. Im Zusammenhang mit Large Language Models (LLMs) und insbesondere mit GPTs („custom versions of ChatGPT“) sind seit 2023 hunderttausende moderne pädagogische Agenten bzw. Virtual Learning Companions der zweiten Generation entstanden. Eines der ersten Papers, die darauf eingingen, wurde Ende 2023 von Stefanie Hauske und Oliver Bendel verfasst. Es wurde im März 2024 an der Stanford University im Rahmen der AAAI Spring Symposia vorgetragen und kurz darauf veröffentlicht. Gezeigt wird, dass die lange Geschichte der virtuellen Lehrer, Coaches und Mentoren eine Erfolgsgeschichte ist, dass es aber auch immer noch viele Herausforderungen zu bewältigen gilt. Die alte Welt ist keinesfalls versunken – damit LLM-basierte Chatbots solide sind, braucht es eine solide Wissensbasis, wie damals bei den pädagogischen Agenten. Das Buch wurde 2001 bei Orell Füssli veröffentlicht und nach damaligen Verhältnissen zum Bestseller.
Open Educational Resources (OER) sind Bildungsmaterialien jeglicher Art und in jedem Medium, die unter einer offenen Lizenz (etwa Creative Commons oder GNU General Public License) veröffentlicht werden. Diese ermöglicht den kostenlosen (mehrheitlich insgesamt bedingungslosen) Zugang sowie die kostenlose Nutzung, Bearbeitung und Verbreitung durch andere Personen und Gruppen ohne oder mit geringfügigen Einschränkungen. Dabei bestimmen die Urheber – gemeinnützige Organisationen, Hochschulen und Unternehmen sowie Privatpersonen – selbst, welche Nutzungsrechte sie einräumen und welche Rechte sie sich vorbehalten. OER können sowohl Lehr- als auch Lernmaterialien sein und damit unterschiedliche Funktionen im formalen und informellen Lernen erfüllen. Zu OER ist am 4. Juli 2017 im Wirtschaftslexikon von Springer Gabler ein Beitrag von Oliver Bendel erschienen. Auch die Perspektive der Informationsethik wird eingenommen: „Die Informationsethik findet auf diesem Gebiet zahlreiche Forschungsgegenstände, etwa die Sicherstellung der Qualität oder die Vertrauenswürdigkeit der Quelle der Information, die Gewährleistung der Informationsfreiheit sowie die Überwindung des digitalen Grabens.“ (Gabler Wirtschaftslexikon) Der Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/open-educational-resources.html aufgerufen werden.
Abb.: OER sind wichtig für E-Learning und Blended Learning
Der Beitrag „MOOCs in der Wirtschaftsinformatik“ von Oliver Bendel erklärt den Begriff der MOOCs, arbeitet deren Merkmale heraus und liefert einen Überblick über Angebote, Geschäftsmodelle und Leistungsnachweise. Untersucht wird, inwieweit die Wirtschaftsinformatik von der Bewegung betroffen ist und ob Interessierte und Studierende sich auf diese Weise auf Hochschulniveau aus- und weiterbilden können. Auch auf die Informationsethik wird am Rande eingegangen: „Die Informationsethik hat die Moral der Informationsgesellschaft zum Gegenstand … und untersucht u.a. die Informationsgerechtigkeit. MOOCs können diese befördern, da sie sich prinzipiell an alle Interessierten richten, können aber genauso neue Gräben aufreißen, da sich ihnen eher gut Ausgebildete zuwenden und auch in den 2010er-Jahren nicht alle Zugang zum Internet (und damit Informationsfreiheit in diesem Sinne) haben.“ Der Artikel findet sich in der HMD – Praxis der Wirtschaftsinformatik vom Februar 2015 (als „Online-First“-Version bereits Dezember 2014).
Abb.: Lokalisierung von MOOC-Studierenden (Quelle: commons.wikimedia.org; Autor: Ofol)