Die DDR-Mondbasis als KI-Kunst

Im Oktober 2023 startete die fiktive DDR-Mondbasis – zumindest im Kosmos der KI-Kunst. Oliver Bendel definiert diese in „300 Keywords Generative KI“ wie folgt. „KI-Kunst ist mithilfe von KI, u.a. generativer KI, erzeugte Kunst. An Kunstformen sind bei einem weiten Begriff bildende Kunst, Musik, Literatur und darstellende Kunst vertreten. Der Künstler wird zum Prompter oder Prompt Designer und zum Cyborg oder Human-AI Hybrid.“ Hinter dem Projekt steckt der Hannoveraner KI-Künstler Philipp Ladage, der mit KI-generierten Kurzvideos eine alternative Geschichtserzählung entwirft: Die DDR ist nicht untergegangen, sondern kurz vor dem Mauerfall mit ausgewählten Genossen auf den Mond ausgewandert. Die Clips sind klar als KI-Kunst einzuordnen. Sie entstehen ausschließlich über Prompts, ohne reales Foto- oder Filmmaterial. Visuell orientieren sie sich stark an DDR-Propagandafilmen der 1980er-Jahre. Sie enthalten statische Kamerafahrten, lächelnde Kollektive, volkseigene Betriebe wie das „VEB Mondkartoffel-Kombinat“, eine KI-Stimme im pathetischen Kommentarstil und vertraute Formate wie die „Aktuelle Kamera“. Auch bekannte Personen und Symbole – von Erich Honecker bis zum Trabant – tauchen in der Mondlandschaft wieder auf. Was laut NDR als Scherz begann, entwickelte sich rasch zum Netzphänomen auf TikTok, YouTube und Instagram, wie auch die MZ in einem aktuellen Artikel schreibt. Ziel des Künstlers ist nach eigener Aussage nicht Provokation, sondern Entertainment. Entstehen sollte eine Parallelwelt zwischen Ostalgie, Science-Fiction und Satire. Dies ist auf hohem Niveau gelungen.

Abb.: Eine Kosmonautin fährt im Trabi über den Mond – eine der Ideen der DDR-Mondbasis (Bild: GPT Image)

Die Vision der Mondstation

„Eine Mondstation ist eine Station auf dem Mond, auf der Menschen leben und arbeiten. Es gibt gegenwärtig keine Umsetzung davon. Abzugrenzen ist die Mondstation von einer Raumstation, die sich in der Umlaufbahn der Erde befindet. Wenn eine Raumstation in der Umlaufbahn des Monds errichtet wird, wird diese nicht als Mondstation bezeichnet. Wie eine Raumstation dient die Mondstation der Forschung, Entwicklung und Erprobung.“ Mit diesen Worten beginnt ein Beitrag von Prof. Dr. Oliver Bendel, der am 28. April 2025 im Gabler Wirtschaftslexikon veröffentlicht wurde. Im zweiten Abschnitt wird auf die Geschichte und auf Beispiele eingegangen: „Das Artemis-Base-Camp-Konzept der NASA von 2020 sieht eine moderne Mondkabine, einen Rover (einen Mondrover) und eine Art Wohnmobil vor. Eine Verwirklichung könnte in den 2030er-Jahren erfolgen, wobei sie von einer internationalen Zusammenarbeit und einem politischen und unternehmerischen Gestaltungswillen abhängig ist.“ Im dritten Abschnitt wird der Betrieb erläutert, im vierten die Perspektive der Ethik eingenommen. Der vollständige Beitrag ist über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/mondstation-173494 abrufbar.

Abb.: Die Skizze einer Mondstation (Bild: NASA)