Das Hotel auf dem Mond

Das US-amerikanische Unternehmen GRU Space beschreibt auf seiner Website ein Projekt namens GRU (Galactic Resource Utilization). Dieses verfolgt das Ziel, eine Reihe von dauerhaften Strukturen auf dem Mond zu errichten. Der geplante Höhepunkt des Vorhabens ist ein Hotel, das „First Lunar Hotel“. Das Projekt versteht sich nicht als klassischer Weltraumtourismus (sicherlich auch, um sich der diesbezüglichen Kritik zu entziehen), sondern als frühe Phase einer langfristigen Präsenz des Menschen jenseits der Erde. GRU richtet sich an eine kleine Gruppe von Teilnehmern, die sich frühzeitig am Aufbau beteiligen wollen. Zuerst erfolgt ein Bewerbungsverfahren, bei dem eine nicht erstattungsfähige Gebühr anfällt. Bei Erfolg, also Aufnahme in das Programm, ist eine hohe Anzahlung erforderlich, die später auf den Gesamtpreis angerechnet wird. Die endgültigen Kosten sind noch nicht festgelegt, dürften jedoch über 10 Millionen US-Dollar liegen. Zusätzlich sind medizinische, persönliche und finanzielle Prüfungen vorgesehen. Ab 2026 sollen Bewerbungen geprüft werden, 2029 ist eine erste Mondmission zur technischen Vorbereitung geplant. Ab 2031 sollen Habitate wie die Lunar Cave Base installiert werden und Trainings beginnen. In der Folge soll das erste Hotel auf dem Mond den Betrieb aufnehmen, laut Zeitstrahl auf der Website bereits 2032. In Illustrationen changiert dieses zwischen antiken Tempeln, Palladio-Villen und Schweizer Grandhotels in der Vorstellung amerikanischer Politiker. Ob es dazu kommt, ist fraglich, schon wegen der hohen Anzahlung, die man leisten muss, aber auch wegen der technischen Herausforderungen und der ökologischen Folgen. Weitere Informationen sind über www.gru.space/reserve verfügbar.

Abb.: So ähnlich stellt sich GRU Space eine Phase des Hotels vor (Bild: GPT Image)

Über den Weltraumtourismus

„Weltraumtourismus … ist eine Form des Tourismus, die mit Blick auf das Weltall und im Weltraum stattfindet. Man unternimmt einen Orbital- bzw. Suborbitalflug oder reist zu einer Raumstation, um dort eine bestimmte Zeit zu verbringen. Man verfolgt dabei andere Ziele als ein Astronaut oder ein Wissenschaftler. Es geht um Spannung, Unterhaltung und Anerkennung respektive Werbung. Geplant ist, Weltraumtourismus auf Trabanten wie den Mond und Planeten wie den Mars auszudehnen. Dabei sollen Mond- und Marsstationen sowie Weltraumroboter eine Rolle spielen.“ Mit diesen Worten beginnt ein Beitrag von Prof. Dr. Oliver Bendel, der am 22. April 2025 im Gabler Wirtschaftslexikon veröffentlicht wurde. Im zweiten Abschnitt wird auf die Geschichte und den Hintergrund eingegangen, im dritten die Perspektive der Ethik eingenommen: „Die Umweltethik betrachtet nicht nur die moralischen Implikationen der Umweltzerstörung auf der Erde, sondern auch die der Eingriffe auf Mond und Mars. Die Emissionen, der Schrott und der Abfall, die bei Flügen und Aufenthalten entstehen können, sind zudem Gegenstand von Umweltschutz und Technikethik.“ Der vollständige Beitrag ist über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/weltraumtourismus-173386 abrufbar.

Abb.: Die Reise kann losgehen (Bild: ChatGPT/4o Image)