Schlagworte: Sexroboter

Beitrag zu robotischer Sexualassistenz

“Pflege und Pflegeroboter zielen darauf ab, Menschen mit Pflegebedarf zu betreuen, Krankheiten zu verhüten und Gesundheit zu fördern. Das umfasst die ganzheitliche Sorge um das Wohlbefinden und schließt auch das sexuelle Wohlbefinden als wichtigen Gesundheitsfaktor und als Menschenrecht mit ein.” (Döring 2018) Der Beitrag “Sollten Pflegeroboter auch sexuelle Assistenzfunktionen bieten?” behandelt zunächst den Stellenwert des sexuellen Wohlbefindens und konkretisiert die sexuellen Anliegen von Menschen mit Pflegebedarf. “Die bisherigen Angebote der Sexualassistenz für Menschen mit Pflegebedarf werden beschrieben. Auf dieser Grundlage plädiert der Beitrag dafür, im Sinne einer besseren Förderung sexuellen Wohlbefindens von Menschen mit Pflegebedarf in Zukunft auch Konzepte der robotischen Sexualassistenz zu entwickeln und zu evaluieren.” (Döring 2018) Der Beitrag ist im Buch “Pflegeroboter” (herausgegeben von Oliver Bendel) enthalten, das im November 2018 bei Springer Gabler erschienen ist und über SpringerLink kostenlos heruntergeladen werden kann.

Abb.: Sollten Pflege- auch Sexroboter sein?

Die Maschine als Gespielin

Unter der Überschrift “Die Maschine als Gespielin” berichtete die SonntagsZeitung am 21. Oktober 2018 über den zunehmenden Gebrauch von Liebespuppen und die Weiterentwicklung von Sexrobotern. Ein ähnlicher Artikel war bereits am 29. September des Jahres in der Süddeutschen Zeitung erschienen. Oliver Bendel und Christian Weber hatten sich im Münchner Excelsior am Hauptbahnhof getroffen und waren von dort in Gedanken nach Dortmund gereist, wo sich das Bordoll befindet, und nach Barcelona und Moskau. Auch in der Schweiz, erzählte der Informations- und Maschinenethiker aus Zürich, legt sich das eine oder andere Etablissement eine Liebespuppe zu. Beispiele sind das Studio Elite in Luzern, die OltenGirls in Olten und der Lust-Tempel in Wohlen. Die Bereitstellung und Nutzung von Liebespuppen muss nach seiner Meinung erforscht werden, wie auch die Frage, ob man sie in Pflege und Therapie einsetzen kann. Der Beitrag in der SonntagsZeitung kann hier heruntergeladen werden.

Abb.: Eine Liebespuppe

AI love you

Unter der Überschrift “AI love you” berichtete die Süddeutsche Zeitung am 29. September 2018 über den zunehmenden Gebrauch von Liebespuppen und die Weiterentwicklung von Sexrobotern. Vorausgegangen war ein einstündiges Interview mit Oliver Bendel, der als Informations- und Maschinenethiker dieses Phänomen erforscht. Der Journalist und er trafen sich im Münchner Excelsior am Hauptbahnhof und reisten von dort in Gedanken nach Dortmund, wo sich das Bordoll befindet, und nach Barcelona und Moskau. Auch in der Schweiz, erzählte der Ethiker, legt sich das eine oder andere Etablissement eine Liebespuppe zu. So weit wie das Bordoll, wo es keine Menschen mehr gibt, die Besitzerin und die Kunden ausgenommen, treibt es aber noch niemand. Im Bordoll interessieren sich die meist jungen Männer auch für Fantasyfiguren, für Elfen und Manga- und Animemädchen. So etwas muss erforscht werden, wie auch die Frage, ob man Liebespuppen in Pflege und Therapie einsetzen kann. Dieser Frage widmet sich wiederum ein aktueller Beitrag von Oliver Bendel in der IT for Health. Der Beitrag in der Süddeutschen kann hier kostenpflichtig abgerufen werden.

Abb.: Eine Liebespuppe

Sexroboter im Gesundheitsbereich

Am 12. September 2018 ist in der Zeitschrift IT for Health der Artikel “Sexroboter im Gesundheitsbereich” von Oliver Bendel erschienen. Sexuelles Wohlbefinden dient der körperlichen und geistigen Gesundheit. Jeder Mensch erreicht es auf unterschiedliche Weise. Auch Alter und Geschlecht spielen mit hinein. Die einen streben einen täglichen Höhepunkt an, alleine, zu zweit oder zu dritt, andere begnügen sich mit einer monatlichen Umarmung, bei der sie den anderen Körper spüren. So oder so dient das sexuelle Wohlbefinden der Entspannung, der Ausgeglichenheit und der Zufriedenheit. Soweit die Theorie. In der Praxis können nicht alle Menschen sexuelles Wohlbefinden erreichen. Es fehlt ihnen vorübergehend oder dauerhaft ein Partner, weil sie scheu und zurückgezogen sind, sie niemanden ansprechen wollen oder können, sie nicht attraktiv genug, zu alt etc. sind. Sie sind aufgrund von Beeinträchtigungen nicht in der Lage, Sex bzw. einen Orgasmus zu haben. Oder ihre Praktiken sind nicht erwünscht bzw. nicht erlaubt. Welcher Grund es auch sein mag – Menschen, die sexuell aktiv sein wollen, aber nicht können, können leiden und erkranken. Sind für die Betroffenen vielleicht Sexroboter und Liebespuppen eine Lösung? Diese könnten sozusagen die sexuelle Grundversorgung sicherstellen, zudem in Pflege und Therapie eine Rolle spielen. Nach einführenden Bemerkungen und Überlegungen wird im Artikel dieser Frage nachgegangen.

Abb.: Eignen sich Liebespuppen und Sexroboter für den Gesundheitsbereich?

SRF 2 Kultur zu Erotik 4.0

“Erotik 4.0 – Gedankenspiel Sexroboter” lautet der Titel einer Sendung bei SRF 2 Kultur, die am 13. Juni 2018 ab 9 Uhr ausgestrahlt wird. “In Dortmund gibt es ein Sexpuppen-Bordell, in Barcelona sogar schon ein Sexroboter-Bordell. Der Roboterphilosoph Oliver Bendel findet diese Entwicklung gefährlich. Denn noch wissen wir nicht, welche Folgen Sexroboter für uns Menschen haben, die empirische Forschung fehlt noch.” (Website SRF) Er spricht sich nicht gegen die Entwicklung aus, sondern ist eben dafür, Forschung in diesem Bereich zu betreiben und die Anwendung genau im Auge zu behalten. In der “Kontext”-Sendung geht es zunächst um Harmony. “Wer ist sie und was kann sie?” Dann wird die Frage gestellt: “Wie soll der Sexroboter aussehen?” Oliver Bendel denkt laut über das Aussehen von Sexrobotern abseits der Stereotype nach. Schließlich findet ein “Gedankenspiel” statt, und KI-Experte und Schachmeister David Levy, Roboterethikerin Kathleen Richardson und Roboterphilosoph Oliver Bendel kommen zu Wort. Weitere Informationen über www.srf.ch/sendungen/kontext/erotik-4-0-gedankenspiel-sexroboter.

Abb.: Wer ist sie und was kann sie?

Der Niedergang der Sexualwissenschaft

Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) war vor einiger Zeit im Gespräch mit Oliver Bendel, für den Beitrag “Sexroboter – Hype oder Trend?”. Am Rande erwähnte der Informations- und Maschinenethiker aus Zürich, dass die Sexualwissenschaft in Deutschland kaum noch eine Bedeutung habe. Nach seiner Einschätzung tut man sich an den Hochschulen schwer mit dem Thema. Die dpa ging dem Hinweis nach und verfasste einen Beitrag, der in der ÄrzteZeitung veröffentlicht wurde. Im Teaser heißt es: “Deutschland hat nur zwei große sexualwissenschaftliche Zentren. Der Westen sei geradezu prüde bei dem Thema, bemängeln Forscher – dabei würden sexuelle Krankheiten medizinisch oft auf andere Probleme hindeuten.” (ÄrzteZeitung, 12. Februar 2018) “Die aktuelle Situation in Deutschland ist ein Armutszeugnis”, wird Heinz-Jürgen Voß von der Gesellschaft für Sexualwissenschaft zitiert. “Überall dort, wo Menschen mit Menschen zu tun haben, in Kitas, Schulen, Einrichtungen der Sozialen Arbeit sowie Bildungseinrichtungen für Erwachsene, spielten Fragen zu Körper, Geschlecht und Sexualität eine Rolle.” Das bedeutet, so Voß, “dass Fachkräfte ausgebildet sein sollten, professionell mit den entsprechenden Fragen umzugehen” (ÄrzteZeitung, 12. Februar 2018). Der Artikel “Sex auf dem Abstellgleis” ist über www.aerztezeitung.de/panorama/article/957332/50-jahre-nach-1968-sex-abstellgleis.html abrufbar.

Abb.: Der Niedergang der Sexualwissenschaft

Frauenmagazin mit Weltinteresse

Inhaltlich ist Barbara, so der Spiegel, “kein offensives Fanzine, sondern ein lifestyliges Monatsheft, entwickelt für Frauen zwischen 30 und 55 Jahren” (SPON, 14. Oktober 2015). “Über Schöneberger und mit ihr, im Impressum steht sie als Editor at Large. Was heißt, dass Schöneberger in die Produktion jedes Heftes eingebunden ist.“ (SPON, 14. Oktober 2015) Man zeigt sich begeistert: “Das Magazin … verzichtet tatsachlich auf coachigen Optimierungssprech. Das angeblich ewig zu verbessernde Ich wird hier also nicht zu wichtig genommen. Stattdessen zieht sich durch das Magazin ein lebendiges, aber bodenständiges Weltinteresse.” (SPON, 14. Oktober 2015) Für die Online-Ausgabe war die Redaktion im Gespräch mit Oliver Bendel. Es ging um nichts anderes als Sexroboter und Robotersex. Auch darauf kann sich das lebendige, bodenständige Weltinteresse richten. Der Artikel vom 17. Januar 2017 kann hier gelesen werden.

Abb.: Frauenmagazin mit Weltinteresse

Love Story der Zukunft?

Die Redaktion “Jäger und Sammler” von funk traf sich Ende 2017 in Berlin mit Oliver Bendel. In seinem Hotelzimmer sprach man über Sexroboter und Robotersex. Auch Kathleen Richardson wurde interviewt, per Videokonferenz. Der Filmbeitrag wurde am 3. Januar 2018 veröffentlicht. Während der Informations- und Maschinenethiker, der in Zürich lebt, eine neutrale Position einnimmt und Chancen und Risiken herausarbeitet, hat sich die Anthropologin von der Universität Leicester dem Kampf gegen Sexroboter verschrieben. Der Sender stellt sich wie folgt vor: “Hey, wir sind funk … und sowas wie die kleine Schwester von ARD und ZDF. Uns gibt es aber nur im Internet, nicht im Fernsehen. Wir veröffentlichen auf über 60 verschiedenen Kanälen unterhaltende, informierende, kritische und hoffentlich fesselnde Videos. funk-Kanäle findet man auf Plattformen wie YouTube, Facebook, Instagram und Snapchat. Aber wir haben auch ein Zuhause: Hier bei funk.net gibt es alle funk-Videos auf einen Schlag und eine Auswahl internationaler Serien.” (Website funk) Der Beitrag “Sexroboter: Love Story der Zukunft?” ist u.a. über https://www.youtube.com/watch?v=GvOu9QFnl_A aufrufbar.

Abb.: Love Story der Zukunft?

LSR wegen Terrorgefahr im Untergrund

Der “Third International Congress on Love and Sex with Robots” fand am 19. und 20. Dezember 2017 im Norden von London statt, in einer großen, kalten Halle mit einer mäßigen technischen Infrastruktur. Die University of London hatte sich der Veranstaltung offiziell schon im Vorjahr verweigert. Wegen einer mutigen Wissenschaftlerin hatte man dann doch am Goldsmiths tagen können, an der berühmten Kunsthochschule, die zur University of London gehört. Dieses Mal war auch das nicht möglich. Angeblich hatte man Angst vor islamistischem Terror. Tatsächlich hatte die Polizei eine Warnung herausgegeben. Es fand sich durch das persönliche Engagement der Veranstalter die erwähnte Halle. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mussten leuchtend rote Armbänder tragen, um jederzeit vom Sicherheitsdienst erkannt zu werden. Dass eine internationale Konferenz wegen Terrorgefahr (oder Angst vor Sex) sozusagen in den Untergrund muss, war Zeitungen und Sendern kaum eine Meldung und Hochschulen keine Solidaritätsbekundung wert. Am ersten Tag hielt Dr. Kathleen Richardson einen Vortrag, am zweiten Dr. David Levy. Das ganze Programm kann hier eingesehen werden.

Abb.: Die LSR in London musste im Untergrund stattfinden

Congress on Love and Sex with Robots

Am 19. und 20. Dezember 2017 findet der “Third International Congress on Love and Sex with Robots” in London statt. Die akzeptierten Papers sind auf loveandsexwithrobots.org/program/ aufgelistet. Den Anfang macht Prof. Dr. Oliver Bendel (School of Business FHNW, Schweiz) mit “SSML for Sex Robots”. Er hatte im vergangenen Jahr am Goldsmiths über Sexroboter aus Sicht der Maschinenethik vorgetragen. Dieses Mal widmet er sich synthetischen Stimmen. Prof. Dr. Sophie Wennerscheid (Ghent University, Belgien) ist mit ihrem Thema “Posthuman desire in robotics and science fiction” vertreten, Dr. Rebekah Rousi (University of Jyväskylä, Finnland) mit “Lying cheating robots – robots and infidelity”, Prof. Dr. Deborah Blizzard (Rochester Institute of Technology, UK) mit “The Next Evolution: The Constitutive Human-Doll Relationship as Companion Species”. Aus der Schweiz kommt ein weiterer Beitrag, nämlich “Dolores and Robot Sex: Fragments of Non-Anthropocentric Ethics” von Prof. Dr. Thomas Beschorner (University of St. Gallen, Schweiz) und Florian Krause (ebd.). Das Buch mit den Beiträgen der letzten Konferenz ist Ende April 2017 bei Springer erschienen. Weitere Informationen über loveandsexwithrobots.org.

Abb.: In London wird wieder über Liebesmaschinen nachgedacht

Fit for Love

Ein Magazin, das den Titel “Fit for Fun” trägt, muss sich natürlich auch dem Thema der Sexroboter widmen. “Hilfe, die Sexroboter kommen” – so lautet die anspielungsreiche Überschrift in der Rubrik “Fit for Love”. Zu Wort kommen der Sexualwissenschaftler Heinz-Jürgen Voß und der Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel. “Das Gefühl des Alleinseins können Sexroboter mindern”, erklärt der Sexualwissenschaftler. “Doch hier lauere auch die Gefahr, sich mit ihm zurückzuziehen.” (Fit for Fun, 10/2017) Auch der Ethiker beurteilt die Liebesmaschinen differenziert. Er lehnt ihren Gebrauch nicht grundsätzlich ab und hat als Maschinenethiker auf der Konferenz “Love and Sex with Robots” Ende 2016 einige Vorschläge zur Verbesserung unterbreitet. So sollte sich der Sexroboter den meisten Anliegen gegenüber offen zeigen, sich aber auch bei bestimmten Ansinnen verweigern können. Als Informationsethiker sieht er vor allem die Gefahr des Datenmissbrauchs, der Ausspähung und der Überwachung. Vernetzte Roboter können mit Menschen verbunden sein, die sich an den Anblicken ergötzen und die Bilder weiterleiten. Der Artikel ist in der aktuellen Ausgabe (Oktober 2017) erschienen.

Abb.: Hilfe, die Sexroboter kommen

Maschinen sind und bleiben Maschinen

“Sex mit Maschinen” – so der Titel eines Beitrags auf SWR2 vom 19. Juli 2017 zu Sexrobotern und Robotersex. “Revolutionieren Roboter das Liebesleben?” – dies fragt der Untertitel. Im Beitrag geben u.a. Petra Grimm von der Hochschule der Medien in Stuttgart und Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW die Antworten. Petra Grimm erwähnt Galatea als frühe Liebesmaschine: “Wenn Sie an den Pygmalion-Mythos denken, weil er Verdruss über die Frauen hatte, die es dort gab, sich selbst so eine Elfenbeinfigur schuf, und die wurde dann lebendig und gebar ihm einen Sohn. Aus allen verschiedenen Kulturen haben wir dieses Phänomen, aus Materie sich einen Partner, meistens eine Partnerin zu schaffen.” Und auch Oliver Bendel verweist auf eine lange Tradition: “… dass Menschen Emotionen zu Maschinen entwickeln, das ist klar, das passiert auch schon lange, wir haben auch ein enges emotionales Verhältnis zu unserem Auto”. Wir können unser Auto lieben, wir können auch Sexroboter lieben, auf noch eindrücklichere Weise, aber wir bekommen, was die Gefühle anbetrifft, nichts von ihnen zurück. Maschinen sind und bleiben Maschinen.

Abb.: Maschinen sind und bleiben Maschinen

Studie zu Sexrobotern und Robotersex

“Our sexual future with robots” ist der Titel einer neuen Studie zu Sexrobotern und Robotersex, erschienen im Sommer 2017. Zuletzt war im Frühjahr 2017 der Proceedingsband “Love and sex with robots” bei Springer erschienen, nach einer vielbeachteten Konferenz in London (LSR 2016) – nun widmen sich Noel Sharkey, Aimee van Wynsberghe, Scott Robbins und Eleanor Hancock dem Thema. Sie zitieren wissenschaftliche Artikel und Bücher und immer wieder auch die Medien, die in diesem Kontext eine sprudelnde, aber nicht immer verlässliche Quelle sind. Sieben Fragen stellen sich die Autorinnen und Autoren: “Q1. Would people have sex with a robot? Q2. What kind of relationship could we have with a sex robot? Q3. Will robot sex workers and bordellos be acceptable? Q4. Will sex robots change societal perceptions of gender? Q5. Could intimacy with robots lead to greater social isolation? Q6. Could robots help with sexual healing and therapy? Q7. Would sex robots help to reduce sex crimes?” (Studie 2017) Sie kommen zu differenzierten Antworten, sehen einige Chancen und etliche Risiken. Ein Aspekt geht in den meisten Beiträgen zum Thema unter: Das Denken und Bauen von Sexmaschinen, Sexrobotern und Liebespuppen ist ein Anwenden von Kunstformen und ein Besetzen von Spielwiesen. Nicht umsonst fand die erwähnte LSR-Konferenz am Goldsmiths in London statt, wo sie auch Ende 2017 ihren Platz finden wird.

Abb.: Sexroboter entstehen aus Phantasiegestalten und sind Kunstprodukte

Dritte Konferenz zu Sexrobotern

Der “Third International Congress on Love and Sex with Robots” findet am 19. und 20. Dezember 2017 in London statt. In einer Information vom 8. Juni 2017 heißt es: “Within the fields of Human-Computer Interaction and Human-Robot Interaction, the past few years have witnessed a strong upsurge of interest in the more personal aspects of human relationships with these artificial partners. This upsurge has not only been apparent amongst the general public, as evidenced by an increase in coverage in the print media, TV documentaries and feature films, but also within the academic community. The International Congress on Love and Sex with Robots provides an excellent opportunity for academics and industry professionals to present and discuss their innovative work and ideas in an academic symposium.” (Information LSR 2017, 8. Juni 2017) Papers sollen mindestens sieben Seiten umfassen und sich Themen wie “Entertainment Robots”, “Robot Personalities”, “Teledildonics” und “Intelligent Electronic Sex Hardware” widmen. Auch Informations- und Roboterethik sind mögliche Perspektiven. Das Buch mit den Beiträgen der letzten Konferenz ist Ende April 2017 bei Springer erschienen. Weitere Informationen über loveandsexwithrobots.org.

Abb.: Setzen sich Sexroboter durch?

Harper’s Magazine, 666 Broadway

Harper’s Magazine, ansässig in New York, 666 Broadway, hat Herman Melvilles “Moby Dick” ebenso besprochen wie die neuesten Entdeckungen von Thomas Edison. Auch den Frauenrechten hat man sich immer wieder gewidmet. Winston Churchill und Theodore Roosevelt schrieben Beiträge für die berühmte Zeitschrift. In einer Selbsteinschätzung auf der Website heißt es: “Harper’s Magazine, the oldest general-interest monthly in America, explores the issues that drive our national conversation, through long-form narrative journalism and essays, and such celebrated features as the iconic Harper’s Index. With its emphasis on fine writing and original thought Harper’s provides readers with a unique perspective on politics, society, the environment, and culture.” (Website Harper’s Magazine) In der neuen Ausgabe, erschienen Mitte Mai 2017, wird unter dem Titel “Machine Yearning” der Maschinenethik Platz eingeräumt. Zitiert werden Fragen von Oliver Bendel, die der Wirtschaftsinformatiker und Ethiker zu Sexrobotern gestellt hat und die im Buch “Love and Sex with Robots” (Springer, 2017) verschriftlicht sind. Der Beitrag kann online über harpers.org/archive/2017/06/machine-yearning/ abgerufen werden und ist auch als PDF verfügbar.

Abb.: Blick über Manhattan

Love and Sex with Robots

Die Konferenz im Dezember 2016 an der University of London (Goldsmiths) mit dem Titel “Love and Sex with Robots” hat ein enormes internationales Echo ausgelöst. Insbesondere in den englischen und amerikanischen Boulevardmedien wurden Aussagen der Referenten verdreht und verfälscht. Was sie wirklich gesagt und gemeint haben, lässt sich nun schwarz auf weiß nachlesen. Ende April 2017 ist das Buch “Love and Sex with Robots” bei Springer herausgekommen, in der Reihe “Lecture Notes in Artificial Intelligence”. Aus dem Klappentext: “This book constitutes the refereed proceedings of the Second International Conference on Love and Sex with Robots 2016 in December 2016, in London, UK. The 12 revised papers presented together with 1 keynote were carefully reviewed and selected from a total of 38 submissions. … The topics of the conferences were as follows: robot emotions, humanoid robots, clone robots, entertainment robots, robot personalities, teledildonics, intelligent electronic sex hardware, gender approaches, affective approaches, psychological approaches, sociological approaches, roboethics, and philosophical approaches.” (Klappentext) Beiträge stammen u.a. von David Levy, Emma Yann Zhang und Oliver Bendel. Das Buch kann hier bestellt werden.

Abb.: Cover des Springer-Buchs

Machinery and Jealousy

PlayGround is a Spanish online magazine, founded in 2008, with a focus on culture, future and food. Astrid Otal asked the ethicist Oliver Bendel about the conference in London (“Love and Sex with Robots”) and in general about sex robots and love dolls. One issue was: “In love, a person can suffer. But in this case, can robots make us suffer sentimentally?” The reply to it: “Of course, they can make us suffer. By means of their body, body parts and limbs, and by means of their language capabilities. They can hurt us, they can kill us. They can offend us by using certain words and by telling the truth or the untruth. In my contribution for the conference proceedings, I ask this question: It is possible to be unfaithful to the human love partner with a sex robot, and can a man or a woman be jealous because of the robot’s other love affairs? We can imagine how suffering can emerge in this context … But robots can also make us happy. Some years ago, we developed the GOODBOT, a chatbot which can detect problems of the user and escalate on several levels. On the highest level, it hands over an emergency number. It knows its limits.” Some statements of the interview have been incorporated in the article “Última parada: después del sexo con autómatas, casarse con un Robot” (February 11, 2017) which is available via www.playgroundmag.net/futuro/sexo-robots-matrimonio-legal-2050-realdolls_0_1918608121.html.

Fig.: Is the bitch a robot or not?

About Sex Robots and Love Dolls

Inverse is an American online magazine, launched by Dave Nemetz, co-founder of Bleacher Report. It is based in San Francisco, California. According to the New York Observer, Inverse “aims to capture the millennial dude market with quirky takes on subjects like tech, games (video and board) and space” (Observer, October 20, 2015). Gabe Bergado asked the ethicist Oliver Bendel about sex robots and love dolls. One issue was: “Why are more companies and people becoming more interested in sex robots?” The reply to it: “Companies want to earn money. But I don’t think that this is a big market. Sex robots will remain a niche product. But, of course, sex toys are popular, und together with virtual and mixed reality, this could be the biggest thing next year. Some people and media are sensation-seeking. That’s why they are interested in sex robots and in men and women who fall in love with machines.” Another question was: “How should governments be reacting to the development of sex robots? Should there be regulations?” The answer is short and clear again: “Sex robots will remain a niche product, and I don’t think there will be many needs for regulation. Adults can do whatever they want to do, provided that they do not affect or disturb others in extreme ways. But I’m against child-like robots in brothels. Perhaps this should be banned.” The ethicist concluded with respect to sex robots: “It is interesting for a philosopher to research them and our relationship with them.” The final version of the interview was published in the article “Sex Robots Can’t Automate Emotional Intimacy” (January 28, 2017) which is available via www.inverse.com/article/27001-sex-robots-virtual-reality-engineering-oliver-mendel-interview.

Fig.: This could be a love doll

Sexroboter am Goldsmiths in London

Der internationale Kongress “Love and Sex with Robots” startete am 19. Dezember 2016 mit einem Vortrag von Oliver Bendel. In der Professor Stuart Hall von Goldsmiths, University of London, versammelten sich zahlreiche interessierte Wissenschaftler und Journalisten. Die erste Keynote hielt Kate Devlin (Department of Computing at Goldsmiths, University of London). Der erste Kongress der Reihe fand 2014 auf Madeira statt, der zweite war für Malaysia geplant, wurde aber von den dortigen Behörden verboten. Oliver Bendel führte am 19. Dezember Interviews mit SWR2, SWR3, Deutschlandradio Kultur, WDR und ARD. Das Interview mit dem WDR liegt in schriftlicher Form vor, unter dem Titel “Können wir eines Tages Roboter lieben?” Im Teaser heißt es: “Liebespuppen gab es schon in der Antike. Mit moderner Technik können wir sie heutzutage zum Leben erwecken. Doch wie gehen wir mit Sex-Robotern um? Und was, wenn diese Maschinen eines Tages ein Bewusstsein entwickeln?” (Website WDR) Am 20. Dezember wurde die Konferenz zu Ende geführt. Weitere Informationen über loveandsexwithrobots.org.

Abb.: Keynote von Kate Devlin

Robotersex in der NZZ am Sonntag

“Was hat Sex mit Technologie zu tun?” Das fragt Regula Freuler in einem zweiseitigen Artikel, der am 23. Oktober 2016 in der NZZ am Sonntag erschienen ist. “Am Anfang war der Sex, erst später kam die Liebe. So war das in der Geschichte der Menschheit. Die Geschichte der Technologie verläuft offenbar gleich: Seit Jahrzehnten wird an Maschinen und Computersystemen getüftelt, die unser Sexleben bereichern sollen, von Vibratoren bis zu Avataren. Dank künstlicher Intelligenz rückt die Sex-Tech-Industrie bald in eine neue Dimension vor: Sex-Roboter, die sich anfühlen wie ein Mensch und Dialoge führen können wie ein Mensch. Und was ist dann mit der Liebe? Werden wir Roboter lieben? Werden Roboter uns lieben?” (NZZ am Sonntag, 23. Oktober 2016) Zu Wort kommen Oliver Bendel (Professor für Wirtschaftsinformatik, Informationsethik und Maschinenethik an der Hochschule für Wirtschaft FHNW), Kate Darling (Research Specialist am MIT Media Lab), Kathleen Richardson (Senior Research Fellow in Roboterethik an der De Montfort University), David Levy (Schachmeister und Computerexperte), Sherry Turkle (Professorin für Science, Technology and Society am MIT) und Eva Illouz (Professorin für Soziologie an der Hebräischen Universität von Jerusalem). Der Beitrag wurde von der NZZ am Sonntag freundlicherweise zur Verfügung gestellt und kann hier heruntergeladen werden.

Abb.: Kann man sich in Dinge verlieben?