Raffael Schuppisser von der Aargauer Zeitung war am 1. Juli 2016 im Gespräch mit dem Wirtschaftsinformatiker und Maschinenethiker Oliver Bendel. Thema war der Unfall des Tesla Model S in den USA bei aktiviertem Autopilot. Der Insasse war dabei ums Leben gekommen. Ein Sattelschlepper war über eine Kreuzung auf dem Highway, über welche die Richtung gewechselt werden kann, senkrecht zum PKW geraten, der die weiße Fläche für den Himmel oder ein Schild gehalten hat und unvermindert weitergefahren ist. „Eine Schwachstelle ist die Kamera. Diese lässt sich leicht täuschen.“ (Aargauer Zeitung, 2. Juli 2016) Die Verwechslung begünstigt hat ein ungünstiger Winkel. Der Wissenschaftler rät dazu, in den nächsten Jahren weitere Tests und Experimente zu machen, die Ergebnisse der optischen Sensoren gegenprüfen und hoch- und vollautomatisierte bzw. autonome Autos vorrangig auf Autobahnen ohne Wendemöglichkeiten verkehren zu lassen. Der Artikel vom 2. Juli kann über www.aargauerzeitung.ch/leben/forschung-technik/maschinen-ethiker-analysiert-toedlichen-unfall-die-technik-ist-noch-nicht-so-weit-130397988 aufgerufen werden; zudem ist er am 2. Juli in der gedruckten Ausgabe erschienen.
Der Beitrag „Private Drohnen aus ethischer Sicht“, der am 14. Februar 2015 in der Zeitschrift Informatik-Spektrum als „Online-First“-Version veröffentlicht wurde, ist im Juni 2016 in gedruckter Form erschienen. „Chancen und Risiken für Benutzer und Betroffene“ lautet der Untertitel, und eben diese untersucht Oliver Bendel. Im Abstract heißt es: „Es werden immer mehr private Flugdrohnen verkauft und genutzt. Sie fotografieren und filmen uns von oben, selbst wenn wir in unserem Garten liegen oder in unserem Haus sind, am Fenster vorbeigehend oder stehend. Aus der Sicht der Informationsethik, die im vorliegenden Beitrag eingenommen wird, gibt es viele Risiken beim Einsatz, aber auch einige Chancen, und zwar sowohl für die Besitzer als auch für die Betroffenen. Zu den herausgearbeiteten Risiken zählt die Gefährdung der informationellen und persönlichen Autonomie, zu den Chancen die Erweiterung menschlicher Möglichkeiten mit Hilfe der Informationstechnologie.“ Am Rande ist auch die Maschinenethik von Belang. Der Artikel kann über den Springer-Verlag bezogen werden bzw. ist in Heft 3 enthalten, das in Bibliotheken ausgeliehen werden kann.
Abb.: Eine Drohne macht ein Bild von einer Hochzeit
Im Juni 2016 ist in der Netzwoche der Artikel „Ein Selfie mit Roger“ von Oliver Bendel erschienen. Er beginnt mit folgenden Worten: „Interaktive Werbeflächen sind Plakate, Terminals und Säulen, die sich als digitale Werbeträger automatisch auf Passanten, Besucher, Kunden und Interessierte einstellen und mit diesen in eine Interaktion treten. Sie verbreiten sich in der Schweiz immer mehr. Es ergeben sich Chancen und Risiken.“ (Netzwoche, Juni 2016) Diese werden u.a. aus der Perspektive der Medizin, der Rechtswissenschaft und von Informations- und Wirtschaftsethik betrachtet. „Bei der Verwendung von interaktiven Werbeflächen werden rechtliche und ethische Fragen aufgeworfen. So ist etwa zu klären, wer die Haftung bei falschen Produktinformationen übernimmt, insbesondere dann, wenn diese nicht fest ins System gegossen werden, sondern in der Kommunikation mit dem Kunden oder auf der Basis von Profilen vermittelt werden. Aus Sicht von Informations- und Wirtschaftsethik ist der Schutz der Bürger und Konsumenten von Relevanz. Interaktive Werbeflächen können in die Privatsphäre eingreifen, sogar in öffentlichen Bereichen, und das Persönlichkeitsrecht sowie die informationelle Autonomie verletzen.“ (Netzwoche, Juni 2016) Der Beitrag kann hier als PDF heruntergeladen werden.
The LIEBOT project is based on preparatory works by Prof. Dr. Oliver Bendel who already initiated the GOODBOT, a chatbot which can be considered a simple moral machine. Since 2013 he has published several articles on this subject and presented automatic strategies with a view to lying. A business informatics student of the School of Business FHNW, Kevin Schwegler, was contracted early in 2016 to implement the LIEBOT (aka LÜGENBOT) as a prototype in the scope of his graduation thesis under consideration and continuance of the preparatory works. The objective of the LIEBOT project is to give practical evidence of the potential of lies and risks of natural language systems. Online media and websites create or aggregate more and more texts automatically (robo-content) and robo-journalism is growing. Natural language dialog systems are becoming very popular. The chatbot to be programmed – the LIEBOT – shall be able to produce untruths and to respond in a morally inadequate manner. This makes it a reversion of the premise applied to the development of the GOODBOT and a continuance of the corresponding work under new auspices. A simple immoral machine is born, a kind of a Munchausen machine. Further information as from autumn 2016 via luegenbot.ch and liebot.org (links no longer valid).
In these days, the Hasler Foundation presents the new research program „Cyber-Human Systems“, with a budget of 5 millions Swiss francs. Some information from the website: „Computing plays an ever increasing role in all aspects of our life. As a consequence, society and information technology continuously interact and influence each other in a complex process. In this context, cyber-human system research investigates the increasingly coupled relationship between humans and computing with the broad goal of advancing human capabilities. Novel models, methods, theories and technological innovations in information technology are developed to increase our understanding of this new class of computing systems and to exploit their large economical and societal potential.“ (Website Hasler) The text continues: „Research in cyber-human systems addresses specifically all aspects close to the interface between humans and information technology. It is concerned with novel computing platforms such as wearable, textile-integrated and mobile devices or even person-embedded sensors and computers. The research also explores systems that interact with users through multiple modalities such as new interaction techniques, computer displays and even brain-machine interfaces. Algorithmic aspects in cyber-human systems concentrate on local data processing in smart devices at the network edge rather than sending all data to the cloud for processing.“ According to a press release, research subjects include interfaces between digital and human world, computing like machine learning at the edge and analysis of economic and societal consequences. More information via www.haslerstiftung.ch.
Commercial drones can be used for the transport of components and the good delivering as well as for the monitoring of consumers. Unmanned aerial vehicles (UAV) often come in combination with cameras and other equipment and are spies in the form of high-tech products. Sometimes, they drop out of the sky and hurt people. In Zurich, private drones seem to be a big problem for safety and security, and the laws have been tightened and improved. Remote-controlled commercial drones shall have cameras, gripper arms or a transportation space. In a current project, three master students of the School of Business (University of Applied Sciences and Arts Northwestern Switzerland FHNW) try to answer the following questions: What kinds of drones are available for commercial purposes? In which ways these UAV can be used? What are the technical challenges and possibilities? What are the problems from the perspective of information ethics? What are the general challenges in Switzerland? The results are expected by the end of summer 2016. Prof. Dr. Oliver Bendel is the contact for all questions concerning the research project and possible follow-up activities.
Im Silicon Valley sind Überwachungsroboter von Knightscope im Einsatz. Oliver Bendel – der Autor des Artikels „Blechpolizisten mit Elektroschockern: Beobachtungen zu Überwachungsrobotern“ – begegnete einem von ihnen im Shopping Center bei der Stanford University, an der er kurz zuvor einen Vortrag über Roboterautos gehalten hatte. Fast wäre er mit ihm zusammengestoßen, als er von Tür zu Tür, von Gebäude zu Gebäude unterwegs war. Es war ein milder Frühlingstag im März 2016, und vom ewigen Regen des Vormonats war nichts mehr zu sehen. „Überwachungsroboter dieser Art markieren physische Präsenz. Sie mischen sich unter die Menschen und rollen neben den Tieren.“ (inside-it.ch, 19. Mai 2016) Wenn es leer werde auf den Straßen und Wegen, seien ihre Silhouetten und Schatten zu sehen, und in den Räumen und Gebäuden seien sie diejenigen, die das Licht ausmachen. Neben dem K5 und dem kleinen Bruder, dem K3, ist seit kurzem ein weiteres Modell auf dem Markt. In China schaut der AnBot nach dem Rechten, und wenn er einen Verdächtigen entdeckt, kann er den Elektroschocker auf ihn richten. Während er im normalen Betrieb ein autonomer Roboter ist, wird er in einem solchen Fall zum Teleroboter: Die Waffe wird von einem Menschen ferngesteuert und im Ernstfall betätigt. Der Beitrag von Oliver Bendel, in dem auch ethische Aspekte angesprochen werden, ist am 19. Mai 2016 in der Zeitschrift inside-it.ch erschienen und kann über www.inside-it.ch/post/blechpolizisten-mit-elektroschockern-20160519 aufgerufen werden.
„Robotik für den Pflegebereich boomt. In dem Arbeitsfeld fehlt Personal und es fällt oft schwere körperliche Arbeit an, für die Hilfe willkommen wäre.“ (derStandard.at, 7. Mai 2016) Dies schreibt Gudrun Springer im österreichischen Standard. Ausgangspunkt des Artikels ist die öffentliche Sitzung der Bioethikkommission in Wien vom 2. Mai, bei der Prof. Dr. Oliver Bendel, Prof. Dr. Mark Coeckelbergh, Prof. Dr. Michael Decker, Prof. Dr. Jutta Weber und Markus Wohlmannstetter zum Thema Pflegeroboter vorgetragen haben. Die Verfasserin geht auf das Tandem-Prinzip ein, das Oliver Bendel in seinem Referat erwähnt hat und seit einiger Zeit propagiert. Auch Mark Coeckelbergh ist laut ihrer Aussage diesem Prinzip zugetan. Es sei besser, „Roboter als assistierende Technologien … im Tandem“ (derStandard.at, 7. Mai 2016) zu benutzen. Weiter schreibt sie: „Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft in Basel, der sich mit Auswirkungen des Roboters auf Menschen beschäftigt, meint, dass mancher Handgriff vom Menschen ausgeführt einem Pflegebedürftigen unangenehmer sein kann als vom technischen Helfer – etwa in der Intimpflege.“ (derStandard.at, 7. Mai 2016) Auch zu informationsethischen und rechtlichen Herausforderungen äußert er sich: „Andere wichtige Fragen, die für Bendel durch die Roboter aufkommen, betreffen den Datenschutz.“ (derStandard.at, 7. Mai 2016) Der Artikel mit dem Titel „Der Roboter im Pflegeheim“ ist über derstandard.at/2000036444112/Der-Roboter-im-Pflegeheim abrufbar.
Im März 2016 ist der Proceedingsband „The 2016 AAAI Spring Symposium Series: Technical Reports“ erschienen, in der AAAI Press (Palo Alto 2016). Die KI-Konferenz fand an der Stanford University statt. Zur Maschinenethik (Symposium „Ethical and Moral Considerations in Non-Human Agents“) referierten u.a. Ron Arkin (Georgia Institute of Technology), Luís Moniz Pereira (Universidade Nova de Lisboa), Peter Asaro (New School for Public Engagement, New York) und Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW). Auf den Seiten 195 bis 201 findet sich der Beitrag „Annotated Decision Trees for Simple Moral Machines“ von Oliver Bendel. Im Abstract heißt es: „Autonomization often follows after the automization on which it is based. More and more machines have to make decisions with moral implications. Machine ethics, which can be seen as an equivalent of human ethics, analyses the chances and limits of moral machines. So far, decision trees have not been commonly used for modelling moral machines. This article proposes an approach for creating annotated decision trees, and specifies their central components. The focus is on simple moral machines. The chances of such models are illustrated with the example of a self-driving car that is friendly to humans and animals. Finally the advantages and disadvantages are discussed and conclusions are drawn.“ Der Tagungsband kann über www.aaai.org bestellt werden.
Aus einem Chatbot wurde ein Badbot – Tay von Microsoft entwickelte sich zum Albtraum des Unternehmens und der Gesellschaft. Der SPIEGEL schrieb am 24. März 2016: „Zuerst war Tay noch freundlich, ein bisschen zu jugendsprachlich-obercool vielleicht, manchmal etwas dämlich wirkend, aber harmlos. Dann kam der Kontakt mit der harten Realität des Netzes.“ Und dann sagte Tay: „Hitler hatte recht. Ich hasse die Juden.“ (SPON, 24. März 2016) Die Süddeutsche Zeitung widmete sich dem Thema am 1. April in der gedruckten und am 3. April in der Onlineausgabe. Sie zitierte wiederholt den Wirtschaftsinformatiker und Maschinenethiker Oliver Bendel, der selbst Chatbots konzipiert. 2013/2014 entstand an der Hochschule für Wirtschaft FHNW der GOODBOT im Rahmen eines studentischen Praxisprojekts, seit Anfang 2016 wird der LÜGENBOT oder LIEBOT von Kevin Schwegler programmiert, als spezielle Form einer Münchhausen-Maschine. Die Ergebnisse werden auf KI- und Maschinenethik-Konferenzen in den USA und in Europa vorgestellt. Der Artikel in der Onlineausgabe der Süddeutschen trägt den Titel „Rassistischer Chat-Roboter: Mit falschen Werten bombardiert“ und stammt von Bernd Graff.
In der Stuttgarter Zeitung vom 12. März 2016 ist ein ganzseitiges Interview – geführt hat es der Wissenschaftsjournalist Dr. Werner Ludwig – mit Prof. Dr. Oliver Bendel aus Zürich erschienen. Der Wirtschaftsinformatiker und Ethiker geht u.a. auf autonome Autos ein: „Ich bin nicht gegen das autonome Auto an sich. Ich bin ja selbst Maschinenethiker und konzipiere Maschinen, die bestimmte moralische Entscheidungen treffen. Ich bin nur der Meinung, dass das Auto eigentlich kein geeignetes System für die praktische Anwendung ist – zumindest, wenn es dabei um Menschenleben geht. Ich beschäftige mich stattdessen mit der Frage, wie man Kollisionen mit Tieren vermeiden kann. Auch das ist ja ein ethisches Problem. Ich frage mich zum Beispiel, ob man nicht Autos bauen könnte, die vor dem letzten Frosch seiner Art bremsen – natürlich nur, wenn dahinter keiner fährt. Ich halte es für schwierig und kaum akzeptabel, dass Maschinen über Menschenleben entscheiden.“ (Stuttgarter Zeitung, 12. März 2016) Das Interview mit der Überschrift „Menschenleben sind keine Rechengröße“ ist auf Seite 11 zu finden. Es kann, mit freundlicher Genehmigung des Autors und der Zeitung, hier heruntergeladen werden.
Noch bis zum 15. März 2016 kann eine Offerte zu einer Technology-Assessment-Studie „Sharing Economy – teilen statt besitzen“ eingereicht werden. Im Ausschreibungstext der TA-SWISS heißt es: „Teilen statt besitzen. Ausprobieren, sparen, tauschen, grüne Lösungen. Dies sind Schlagwörter der sogenannten Sharing Economy. Diese neue Art des Konsums ist real; man spricht darüber, nutzt sie und Studien halten sie für vielversprechend. Auch bekannt ist sie unter dem Ausdruck Collaborative Economy, da der Begriff ‚Teilen‘ nicht immer zutreffend ist. Ihren internationalen Aufschwung hat sie insbesondere den neuen Kommunikationstechnologien wie dem Internet und der Mobiltelefonie zu verdanken. Zahlreiche Start-up-Firmen und Plattformen wurden mit dem Ziel gegründet, den Tauschhandel zu vereinfachen. Jedoch sind die reellen Risiken und Potenziale der Sharing Economy noch weitgehend unbekannt. Dies erschwert heute diesbezügliche politische Entscheidungen und birgt Konfliktpotenzial.“ Der Begriff der Sharing Economy wird auch im Wirtschaftslexikon von Gabler definiert. Weitere Informationen über www.ta-swiss.ch.
Im Wirtschaftslexikon von Gabler ist am 1. März 2016 ein neuer Begriff aufgenommen worden, nämlich der des bedingungslosen Grundeinkommens. „Nach der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens erhalten erwachsene oder auch minderjährige Mitglieder einer politischen, funktionalen oder ideellen Gemeinschaft einen festgelegten finanziellen Betrag, ohne Pflicht zur Rückzahlung und ohne direkte Gegenleistung. Arbeitslosengeld, Sozialhilfe oder Kindergeld fallen i.d.R. weg. Eine alternative Idee ist das bedingungslose Grundeigentum, nach der jeder Mensch ein Grundstück oder ein Gebäude übereignet bekommt.“ Der Autor, Oliver Bendel, stellt einen Zusammenhang mit der Industrie 4.0 her. „Gerade in Zeiten zunehmender Automatisierung und Autonomisierung als Effekte der Digitalisierung, wie sie in der Industrie 4.0 entstehen, sind radikale bzw. innovative Ansätze gefragt.“ Am Ende diskutiert er Vorteile und Nachteile des Konzepts und sieht Wirtschafts- und Politikethik in der Pflicht. Auch die Informationsethik könnte zur Erhellung beitragen. Der Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/bedingungsloses-grundeinkommen.html abgerufen werden.
Abb.: Zehntausend davon könnten das Grundeinkommen in der Schweiz sein
In der größten Tageszeitung der Schweiz, 20 Minuten, schreibt Kaspar Wolfensberger: „Roboter werden die Arbeitswelt grundlegend verändern. Zehntausende Schweizer Jobs könnten verschwinden. Was kann man tun, um nicht verdrängt zu werden?“ Befragt wird u.a. Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW (Institut für Wirtschaftsinformatik). Er sagt: „Alles, was mit manueller Arbeit zu tun hat, kann nach und nach ersetzt werden. Wie eine neue Studie des Weltwirtschaftsforums gezeigt hat, sind aber auch Bürojobs durch Roboter bedroht.“ (20 Minuten, 1. Februar 2016) Moritz Hämmerle vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation nennt Zahlen zu Deutschland: „Es gibt verschiedene Studien zur Beschäftigungsentwicklung durch Digitalisierung/Industrie 4.0. Die pessimistischsten sehen ca. 45 Prozent der deutschen Arbeitsplätze als gefährdet an, die optimistischen sehen allein für Deutschland einen Beschäftigungsaufbau von etwa 350.000 Jobs.“ (20 Minuten, 1. Februar 2016) Hannes Lubich von der Hochschule für Technik (Institut für Mobile und Verteilte Systeme) beschwichtigt in Bezug auf pessimistische Schätzungen. Es sei zu bemerken, dass die Schätzungen und der Zeithorizont eine große Varianz aufweisen, „da einfache lineare Prognosen für solche Veränderungen nicht ausreichen und die Zahlen oft auch im Sinne eines Weckrufs oder zur Untermauerung politischer oder gesellschaftlicher Ansprüche verwendet werden“ (20 Minuten, 1. Februar 2016). Der Artikel mit dem Titel „So schützen Sie sich vor der Roboter-Konkurrenz“ ist am 11. Februar 2016 erschienen und kann als PDF oder – in erweiterter Form – über www.20min.ch/finance/news/story/11417961 abgerufen werden.
Bereits 2015 gab es ein Referat über autonome Autos, ausgehend von der Disziplin der Maschinenethik. Auch 2016 setzt der Schweizer IT-Fachverband Swiss ICT auf innovative Entwicklungen. Eingereicht werden können für das Swiss ICT Symposium Referatsideen zum Thema „Digitale Revolution – are you ready?“. Industrie 4.0, Internet der Dinge, Cloud Computing, Big Data, Robotik in ihren ganz unterschiedlichen Varianten, Künstliche Intelligenz und Roboterautos können behandelt werden. Es stellen sich Fragen dieser Art: „Welche Visionen sind in der Schweiz relevant? Welche Chancen gibt es? Welche Vorbilder? Welche Folgen hat die digitale Revolution technisch, sozial, ökonomisch, rechtlich und politisch? Welche neuen Technologien, sei es 3D Printing, Self-driving Cars, Smartwatches …, stehen im Zentrum für den ICT-Werkplatz Schweiz? Was müssen Unternehmen, Politik, Schulen und Gesellschaft heute antizipieren?“ (Website Swiss ICT) Das Swiss ICT Symposium findet am 14. und 15. November in Luzern statt. Weitere Informationen über www.swissict.ch/expertenwissen/fachanlaesse/swiss-ict-symposium/call-for-speaker/.
Der Artikel „Die Datenbrille aus Sicht der Informationsethik“ von Oliver Bendel geht auf die „Datenbrille in der Moral der Informationsgesellschaft“ ein. In der Zusammenfassung heißt es: „Die Datenbrille ist ein mit Peripheriegeräten ergänzter Kleinstrechner, der am Kopf getragen und mit Augen und Händen sowie der Stimme gesteuert bzw. bedient wird. Dinge, Pflanzen, Tiere und Menschen respektive Situationen und Prozesse werden registriert, analysiert und mit virtuellen Informationen angereichert. Mehrere Modelle mit ähnlichen Funktionen sind auf dem Markt. Aus ethischer Sicht stellen sich verschiedene Fragen. Insbesondere die Informationsethik ist gefordert, etwa zu Themen wie Informationsgerechtigkeit und informationelle Autonomie.“ Der Artikel ist im Februar 2016 in der Printversion der Zeitschrift Informatik-Spektrum 39 (1), S. 21 – 29, erschienen. Bereits seit 13. September 2014 ist er als „Online-First“-Artikel verfügbar.
Abb.: Die Datenbrille reichert die Realität mit Virtualität an
Im Studiengang Energie- und Umwelttechnik der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW, von der Hochschule für Technik verantwortet und von der Hochschule für Wirtschaft mitgetragen, wurde im Januar 2016 das Projekt „Umweltfreundliche Roboterautos“ beendet. Der Student Robin Güdel, betreut von Prof. Dr. Oliver Bendel (in diesem Studiengang der Dozent für Umwelt- und Unternehmensethik), hat zunächst fünf Fahrerassistenzsysteme bzw. Kommunikationsverfahren untersucht. Es habe sich „herausgestellt, dass die Energieeffizienz beträchtlich erhöht werden kann“ (Abschlussbericht). „Auch Emissionen wie Lärm, CO2 und andere Schadstoffe können dank dieser Systeme gesenkt werden. Die effektiven Einsparungen sind jedoch schwer zu quantifizieren, da diese von vielen Einflussfaktoren abhängen.“ (Abschlussbericht) Im Anschluss wurden Roboterautos unter die Lupe genommen. Ein Ergebnis war, dass neue Konzepte für die Nutzung des Automobils entstehen könnten. Beim „Carsharing der Zukunft“ handle es sich um eine Dienstleistung, bei welcher man mit Hilfe autonomer Fahrzeuge am Standort A abgeholt und zum Standort B transportiert wird. „Falls eine solche Dienstleistung stark genutzt wird, könnten viele Konsumenten von dem Besitz eines eigenen Fahrzeugs absehen.“ (Abschlussbericht)
Im Herbst 2015 wurde in Deutschland der Startschuss für ein neues Institut gegeben. Auf der Website des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) heißt es: „Wie können wir in einer Zeit von Big Data unsere persönlichen Daten schützen? Und wie können Bürger die schier unbegrenzten Möglichkeiten des Internets nutzen, um die Demokratie mitzugestalten? Mit diesen Fragen zur Digitalisierung soll sich bald das Deutsche Internet-Institut beschäftigen.“ (Website BMBF) Und weiter: „Am Internet-Institut sollen Forscherinnen und Forscher verschiedener Fachrichtungen insbesondere aus den Gesellschaftswissenschaften – Sozial- und Geisteswissenschaften, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften – und der Informatik gemeinsam forschen.“ (Website BMBF) Auch die Ethik als philosophische, wissenschaftliche Disziplin spielt eine wichtige Rolle. Als Organisation, die das Institut bei sich beherbergen will, kann man dem BMBF bis zum 29. Februar 2016 eine Projektskizze in schriftlicher Form vorlegen. In der Folge wird diese vom genannten Ministerium und einer unabhängigen Jury geprüft. Die Richtlinie für das Deutsche Internet-Institut aus dem Bundesanzeiger vom 17. September 2015 findet sich über www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung.php?B=1078.
Abb.: Das Internet nutzen, das Internet erforschen
„Seit es Autos gibt, werden sie besungen.“ Mit diesen Worten beginnt ein Artikel von Oliver Bendel, der am 31. Januar 2016 in der Zeitschrift SenLine erschienen ist. „Mercedes Benz“ von Janis Joplin sei einer breiten Öffentlichkeit bekannt, „Wir fahren Manta, Manta“ von den Ärzten eingeweihten Kreisen. Aus den Werken von Chuck Berry ließe sich, so der Verfasser, ein Soundtrack für die Straße mischen. Die Berliner Band 2raumwohnung habe 2004 das Album „Es wird Morgen“ veröffentlicht, mit dem wenig beachteten Lied „Jemand fährt“. „Das war ein paar Jahre nach dem ersten iPod und ein paar vor dem ersten iPhone. Vom Google-Auto hat noch niemand gesprochen.“ In einer Strophe heißt es: „Alles, was klingt, ist Musik./Es singen die Maschinen/auf der stark befahrenen Autobahn/oder auf geraden Schienen.“ Der Artikel in SenLine kann hier kostenlos heruntergeladen werden. Für die Zeitschrift, die Prof. Dr. Helmut Bachmaier herausgibt, haben schon Prof. Dr. Ernst Peter Fischer und Prof. em. Dr. Helmut Weidhase geschrieben.
Die Industrieroboter verlassen – mit dieser Schilderung beginnt der Artikel „Mein Kollege, der Robot“ – die Schutzräume und Fertigungsstraßen. „Sie bewegen sich durch die Hallen, auf festgelegten Spuren oder nach ihrem eigenen Plan. Sie arbeiten in Kooperationszellen eng mit Menschen zusammen. Und sie schauen uns zu, wie wir etwas machen – und machen es nach.“ Oliver Bendel stellt dar, wie die Industrie 4.0 funktioniert, was in der intelligenten Fabrik passiert und wie sich darin der Roboter verändert. Auch die Perspektive der Ethik wird eingenommen. Die Gesellschaft müsse „entscheiden, ob Roboter uns nicht nur unterstützen, sondern auch ersetzen sollen“. „Reflexionen aus Technik- und Informationsethik mögen ihr dabei helfen.“ Schon davor wird die Maschinenethik gestreift: „Die Maschinenethik interessiert sich für moralische Maschinen, zum Beispiel für Apparaturen, die bestimmte moralische Regeln einhalten oder bestimmte Folgen mit moralischen Implikationen voraussehen können.“ Der Beitrag, der am 18. Januar 2016 in der UnternehmerZeitung erschienen ist, kann kostenlos als PDF heruntergeladen werden.
Abb.: Der Roboter wird zum Kollegen von Frauen und Männern
Sonja Striegl von SWR2 war am 20. Januar 2016 im Gespräch mit Oliver Bendel. Anlass war das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos. Dort wird die vierte industrielle Revolution verhandelt. Titel von Veranstaltungen waren beispielsweise „The Internet of Things Is Here“ und „Life in 2030: Humankind and the Machine“. Die Moderatorin fragte den gleichaltrigen Ethiker und Wirtschaftsinformatiker – beide sind Jahrgang 1968 und haben die Ausbreitung des Internets und die Fortschritte bei der Robotik bewusst miterlebt – nach Entwicklungen bei selbstständig fahrenden Autos und bei Pflegerobotern. Oliver Bendel erläuterte, wie diese teilautonomen und autonomen Systeme, wenn sie auf sich gestellt sind, entscheiden und handeln und wie man sie im Vorhinein „moralisieren“ kann. Der mehrminütige Beitrag mit dem Titel „Bis dass die Software Euch scheidet“ kann über die Website des Senders angehört werden.
Das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) hat im Rahmen des TAB-Projekts „Mensch-Maschine-Entgrenzungen“ eine neue Ausschreibung gestartet. Zum Hintergrund heißt es auf der Website: „Das TAB-Projekt Mensch-Maschine-Entgrenzung beschäftigt sich mit technologischen Trends, die zu einer zunehmenden Verschmelzung von Mensch und Maschine führen. Angetrieben wird die Entgrenzungsdynamik im Wesentlichen durch Entwicklungen in zwei Technologiefeldern: den Neurotechnologien auf der einen Seite, die zu einer fortschreitenden Technisierung des Menschen führen (durch die direkte Kopplung elektronischer Geräte an das Gehirn resp. Nervensystem), sowie der autonomen Robotik auf der anderen Seite, die Maschinen hervorbringt, die nicht nur immer eigenständiger handeln, sondern dem Menschen auch immer ähnlicher werden.“ (Website TAB) Mit Fokus auf Robotik in Pflege und Rehabilitation werden, wie Dr. Christoph Kehl mitgeteilt hat, Gutachten zu folgenden drei Themenfeldern vergeben: 1. Autonome Assistenzsysteme in der Pflege: Potenziale und Grenzen aus pflegewissenschaftlicher Sicht; 2. Pflege- und Rehabilitationsrobotik: Fallstudien zur Forschungs- und Entwicklungspraxis; 3. Rechtliche Herausforderungen und Lösungsansätze autonomer Pflegetechnologien: Haftung und Datenschutz. Abgabetermin für Angebote ist der 15. Februar 2016. Weitere Informationen zur Ausschreibung sowie zur Untersuchung über www.tab-beim-bundestag.de/de/gutachter/g20700.html.