Beitrag zu Wearables

Wearables sind Computertechnologien, die man am Körper oder am Kopf trägt. Sie sind eine Konkretisierung des Ubiquitous Computing, der Allgegenwart der Datenverarbeitung, und ein Teil des Internets der Dinge. Man spricht auch von Wearable Technology und vom Wearable Computer. Sinn und Zweck ist meist die Unterstützung einer Tätigkeit in der realen Welt, etwa durch (Zusatz-)Informationen, Auswertungen und Anweisungen. Beispiele für Technologien sind intelligente Armbänder, spezielle Kleidungsstücke mit Zusatzfunktionen, Smartwatches und Datenbrillen. Ein Beitrag von Oliver Bendel, der sich Begriff und Bedeutung von Wearables widmet und nach den ethischen Implikationen fragt, findet sich seit 4. Mai 2015 im Wirtschaftslexikon von Gabler und Springer. Er kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/wearable.html aufgerufen werden. Auch Human Enhancement ist ein Thema: „Dieses dient der Erweiterung der menschlichen Möglichkeiten und der Verbesserung menschlicher Leistungsfähigkeit, letztlich also – aus Sicht der Betroffenen und Anhänger – der Optimierung des Menschen. Man unterscheidet die körperliche und die geistige Dimension.“

Abb.: Eine Smartwatch

Swiss ICT Symposium 2015: IT 2020

Das Swiss ICT Symposium ist laut eigenen Angaben seit „35 Jahren der Treff von IT-Entscheidern und Managern mit persönlichem Austausch im exklusiven Kreise“ (Website swissict.ch). Weiter heißt es: „Ein einzigartiger Mix von Referenten aus Wirtschaft, Forschung, Politik und Gesellschaft bietet Inspiration und Know-how.“ Bei der aktuellen Durchführung geht es um technische und wirtschaftliche Innovationen, u.a. um den digitalisierten Kunden, das Internet der Dinge, die Maschine-Maschine-Kommunikation, um Cloud Computing und Big Data. Keynote-Speaker sind Sascha Lobo und Sven Gabor Janszky. Eines der 12 Kurzreferate wird Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW) halten, zu sozialer Robotik und Maschinenethik. Die Veranstaltung findet am 11. und 12. November 2015 im Kultur- und Kongresszentrum Luzern statt. Die Anmeldung ist über www.swissict.ch möglich.

Abb.: Auch das war einmal eine Innovation

Neues zu Smart Metering

Smart Metering ist das computergestützte Messen, Ermitteln und Steuern von Energieverbrauch und -zufuhr. Dabei sind Unternehmen und Privathaushalte gleichermaßen relevant. Smart Meter sind intelligente, vernetzte Zähler für Ressourcen und Energien wie Wasser, Öl, Gas oder Strom. Als Stromzähler sind sie Teil des sogenannten Smart Grid, des intelligenten Stromnetzes. Smart-Metering-Systeme umfassen neben den Zählern zusätzliche Ein- und Ausgabegeräte und Onlineanwendungen. Auch Apps spielen eine wichtige Rolle. Die anfallenden Daten werden bei einem übergeordneten Ansatz einem Messdienstleister übermittelt. Da die Verbrauchsmessung mannigfache Rückschlüsse auf Lebensweise, Verhalten und Leistung (auch im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit) erlaubt, wird sie in Datenschutz, Informationsethik und Technikethik hinterfragt. Einsparmöglichkeiten und Ressourcenschonung – für die sich auch Wirtschafts- und Umweltethik interessieren – stehen Verlusten bei der informationellen und persönlichen Autonomie und Risiken im Bereich von Big Data gegenüber. Ein weiteres Problem sind Manipulationen durch Hacker. Diese können Messwerte verändern und Energiesysteme und -netze beeinflussen. Ein Beitrag von Oliver Bendel, der sich Begriff und Bedeutung von Smart Metering widmet und nach den ethischen Implikationen fragt, findet sich seit 3. Februar 2015 im Wirtschaftslexikon von Gabler und Springer. Er kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/smart-metering.html aufgerufen werden.

Abb.: Im Smart Home

Beitrag zu autonomen Autos

„Selbstständig fahrende oder autonome Autos bewegen sich als Prototypen durch die Städte und Landschaften, in den USA genauso wie in Europa und Asien. Umgangssprachlich werden sie als Roboterautos bezeichnet. Sie nehmen dem Fahrer (bzw. dem Insassen) wesentliche oder sogar sämtliche Aktionen ab.“ Mit diesen Worten hebt ein neuer Beitrag von Oliver Bendel an. Im Wirtschaftslexikon von Gabler und Springer erklärt er, was selbstständig fahrende Autos sind und wie sie mit Fahrerassistenzsystemen zusammenhängen. Dabei erwähnt er auch Informationsethik und Maschinenethik: „Ein vollkommen automatisierter und autonomisierter Verkehr würde weitgehende Entscheidungen der Fahrzeuge, nicht zuletzt in moralisch relevanten Situationen, erforderlich machen. Diesbezüglich ist die Maschinenethik gefragt, die sich mit der Moral von Maschinen befasst. Der robotergeprägte Verkehr wird anhand klassischer Beispiele wie des Trolley- und des Fetter-Mann-Problems diskutiert. Gefragt ist zudem die Informationsethik, etwa in Bezug auf die informationelle Autonomie der Insassen, die Fahrzeug- und die Datensicherheit.“ Der Beitrag ist am 3. Februar 2015 erschienen und kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/selbststaendig-fahrende-autos.html aufgerufen werden.

Abb.: Ein Roboterauto auf der Notfallspur

Wir sind die Roboter

Das Theater Tuchlaube Aarau „setzt sich aus Anlass seines dreifachen Jubiläums in der Spielzeit 2014/2015 mit dem Thema Zukunft auseinander“ (Leiter Peter-Jakob Kelting im Editorial des Programms). „Herausgekommen ist ein faszinierendes Kaleidoskop an Analysen, Entwürfen und Prognosen.“ (ebd.) Hanspeter Thür, der oberste Datenschützer der Eidgenossenschaft, macht sich mit seinem Beitrag „Auch du bist verdächtig!“ für das Grundrecht auf Privatsphäre stark. Der Schweizer Schriftsteller und Drehbuchautor Charles Lewinsky skizziert in „Liebe Donjeta, ein Brief“ die (Schreckens-)Vision einer Schweiz ohne Ausländer. Und der Theaterleiter interviewt in „Moralische Maschinen“ den deutschen Philosophen und Wirtschaftsinformatiker Oliver Bendel zur Maschinenethik, zur sozialen Robotik und zur Zukunft der Arbeit. Das Programm, das im Oktober 2014 als Beilage der Aargauer Zeitung erschienen ist, kann über www.fhnw.ch kostenlos heruntergeladen werden.

Abb.: Keine Roboter, sondern Puppen

Assistenzsysteme helfen Tieren

Am 9. Oktober 2014 ist der Artikel „Advanced Driver Assistance Systems and Animals“ von Oliver Bendel in der Zeitschrift Künstliche Intelligenz erschienen. Im Abstract heißt es: „Advanced driver assistance systems are widely used. Some support and inform the driver. Others relieve him or her of certain tasks – and transform the human-guided system into a semi-autonomous one. For some years also fully autonomous systems have been on the roads, so-called self-driving cars, as prototypes of companies and within research projects. From the perspective of ethics – both of the special fields of ethics like animal ethics, information ethics and technology ethics and of machine ethics which can be understood as a counterpart to human ethics – advanced driver assistance systems raise various questions. The aim of this paper is to derive suggestions from animal ethics and other disciplines for the improvement and development of the systems. The basis are literature analysis and own classifications and considerations. The result is that there are many possibilities to expand existing systems and to develop new functions in the context with the aim to reduce the number of animal victims.“ Der Artikel kann über www.springer.de bezogen werden.

Abb.: Die Katze unter dem Auto

Die Datenbrille aus Sicht der Informationsethik

Der Artikel „Die Datenbrille aus Sicht der Informationsethik“ von Oliver Bendel geht auf die „Datenbrille in der Moral der Informationsgesellschaft“ ein. In der Zusammenfassung heißt es: „Die Datenbrille ist ein mit Peripheriegeräten ergänzter Kleinstrechner, der am Kopf getragen und mit Augen und Händen sowie der Stimme gesteuert bzw. bedient wird. Dinge, Pflanzen, Tiere und Menschen respektive Situationen und Prozesse werden registriert, analysiert und mit virtuellen Informationen angereichert. Mehrere Modelle mit ähnlichen Funktionen sind auf dem Markt. Aus ethischer Sicht stellen sich verschiedene Fragen. Insbesondere die Informationsethik ist gefordert, etwa zu Themen wie Informationsgerechtigkeit und informationelle Autonomie.“ Der Artikel ist am 13. September 2014 in der Zeitschrift Informatik-Spektrum erschienen („Online-First“).

Abb.: Ein neuer Blick auf die Welt

Der Begriff der cyber-physischen Systeme

Cyber-physische (oder cyberphysische) Systeme sind Systeme, bei denen informations- und softwaretechnische mit mechanischen bzw. elektronischen Komponenten verbunden sind, wobei Datentransfer und -austausch sowie Kontrolle bzw. Steuerung über eine Infrastruktur wie das Internet in Echtzeit erfolgen. Wesentliche Bestandteile sind mobile und bewegliche Einrichtungen, Geräte und Maschinen (darunter auch Roboter), eingebettete Systeme und vernetzte Gegenstände (Internet der Dinge). In der Industrie 4.0 haben cyber-physische Systeme eine zentrale Funktion. Der Beitrag von Oliver Bendel zum Thema ist am 2. September 2014 im Wirtschaftslexikon von Gabler erschienen. Er gibt eine allgemeine Übersicht, geht auf Anwendungsbereiche ein und betrachtet den Gegenstand schließlich, im Rahmen von Kritik und Ausblick, aus dem Blickwinkel der Ethik: „Die Informationsethik untersucht das mögliche Versagen der cyber-physischen Systeme, etwa ihre feindliche Übernahme und ihren selbstverschuldeten Ausfall, in moralischer Beziehung, die Maschinenethik versucht die Entscheidungen der (teil-)autonomen Systeme in moralischer Hinsicht zu verbessern.“

Abb.: Eine Fabrik

Robot Car

Der Robot Car findet seinen Weg. Er hupt und weicht aus. Er bleibt stehen, neugierig, verspielt. Vor einem Kind oder einer Kuh. Er verhandelt mit anderen Fahrzeugen, wenn es um die Vorfahrt geht oder einen Unfall gegeben hat, er schickt Nachrichten an die Polizei, die Werkstatt und den Hersteller. Der Artikel „Cloud am Steuer“, der vor einiger Zeit in der GDI Impuls erschienen ist, kann nun kostenlos als PDF heruntergeladen werden. Ein Dank geht an das Gottlieb Duttweiler Institute – und den Autor Christian Rauch. Wenn Roboter über die Straßen steuern, so fragt er, „welche ethischen und rechtlichen Konsequenzen hat das“? Beantwortet wird das von Patrick Lin, Roboter- und Maschinenethiker an der California Polytechnic State University, und Oliver Bendel, Wirtschaftsinformatiker, Informationsethiker und Maschinenethiker an der Hochschule für Wirtschaft FHNW.

Abb.: Auto und Kuh

Zur Industrie 4.0

Der Begriff der Industrie 4.0 ist ein Marketingbegriff, der auch in der Wissenschaft und in der Wissenschaftskommunikation verwendet wird, und steht für ein „Zukunftsprojekt“ der deutschen Bundesregierung. Die sogenannte vierte industrielle Revolution – darauf spielt die Nummer an – zeichnet sich durch Individualisierung bzw. Hybridisierung der Produkte und die Integration von Kunden und Geschäftspartnern in die Geschäftsprozesse aus. Wesentliche Bestandteile sind eingebettete Systeme sowie (teil-)autonome Maschinen, die sich ohne menschliche Steuerung in und durch Umgebungen bewegen und selbstständig Entscheidungen treffen, und Entwicklungen wie 3D-Drucker. Der Beitrag von Oliver Bendel zum Thema ist am 1. August 2014 im Wirtschaftslexikon von Gabler erschienen. Er gibt eine allgemeine Übersicht, geht auf Anwendungsfelder ein und betrachtet den Gegenstand schließlich, im Rahmen von Kritik und Ausblick, aus dem Blickwinkel der Ethik: „Automatisierte Entscheidungen in moralischer Hinsicht, mithin die damit zusammenhängenden Probleme, sind Thema der Maschinenethik. Die Informationsethik beschäftigt sich damit, dass die Systeme manipuliert und gehackt, dass sie falsche Daten benutzen und falsche Informationen liefern und in feindlicher Weise übernommen werden können.“

Abb.: 3D-Drucker in Aktion

Selfies und Zeitgeist

„People take selfies with smartphones and digital cameras (or even with flying robots), and share them on social media, blogs, microblogs and image platforms for social purposes, and though selfies may just be a trend, they say a lot about the narcissism of people and the zeitgeist of the media age.“ Mit diesen Worten beginnt ein Artikel von Oliver Bendel, der am 9. Juni 2014 auf Robohub unter dem Titel „Robot selfies, and the road to self-recognition“ erschienen ist. Es geht um Roboter, die Selfies machen, um die Frage, warum sie dies tun (und warum sie dies in Zukunft noch mehr tun werden). Bendel kommt zum Schluss: „Once an android pulls a duckface and takes a selfie, any roboticist will know the breakthrough has been made.“ Auch die Informationsethik ist in diesem Zusammenhang gefragt, etwa wenn der Roboter seine Umgebung einfängt und im Anschluss persönliche Daten weiterleitet.

Abb.: Überall macht man gerne Selfies

Cloud am Steuer

„Das automatische Auto ist keine Utopie mehr. In den nächsten Jahren werden die Fahrzeuge selbst immer mehr jener Aufgaben übernehmen, die bislang von den menschlichen Fahrern erledigt wurden.“ Dies schreibt Christian Rauch in seinem Artikel „Cloud am Steuer“ für die GDI Impuls 2/2014. Doch wenn Roboter über die Straßen steuern, so fragt er weiter, „welche ethischen und rechtlichen Konsequenzen hat das“? Beantwortet wird das u.a. von Patrick Lin, Roboter- und Maschinenethiker an der California Polytechnic State University, und Oliver Bendel, Wirtschaftsinformatiker und Maschinenethiker an der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Der Artikel kann über GENIOS bezogen werden, die ganze Zeitschrift auch über www.gdi.ch.

Abb.: Wolken über der Straße

Roboter-Selfies

Selfies sind ein Trend. Von dem viele bereits genug haben. Der aber viel über uns und unsere Zeit aussagt. Und der vielleicht produktiv genutzt werden kann. Normalerweise machen Menschen diese Bilder mit Hilfe von Smartphones und Digitalkameras und stellen sie in soziale Netzwerke, Blogs und Microblogs sowie auf Bilderplattformen. Was wäre, wenn Roboter von sich Selfies anfertigen würden? Wozu wäre das gut? Wohin könnte das führen? Und ist das überhaupt neu? Diesen Fragen geht Oliver Bendel in einem Artikel nach, der im April 2014 in der ICTkommunikation erschienen ist. Auch die Informationsethik ist in diesem Zusammenhang gefragt, etwa wenn der Roboter beim Anfertigen der Selfies seine Umgebung einfängt.

Abb.: Ein Selfie über Bande

Fahrerassistenzsysteme aus ethischer Sicht

In der Zeitschrift für Verkehrssicherheit (2/2014) ist der Artikel „Fahrerassistenzsysteme aus ethischer Sicht“ von Oliver Bendel erschienen. Es werden (so der Abstract) immer mehr Assistenzsysteme in Autos verbaut. „Manche unterstützen und informieren den Fahrer. Andere nehmen ihm bestimmte Aufgaben ab – und machen aus dem von Menschen gesteuerten System ein teilautonomes. Längst sind auch vollautonome Systeme auf den Straßen unterwegs, sogenannte selbstständig fahrende Autos, als Prototypen der Unternehmen und innerhalb von Forschungsprojekten. Aus der Sicht der Ethik – der Bereichsethiken ebenso wie der Maschinenethik – stellen sich zu Fahrerassistenzsystemen verschiedene Fragen.“ (Abstract) Ziel des Beitrags sei, daraus erste Vorschläge zur Verbesserung und Weiterentwicklung der Systeme abzuleiten. Weitere Informationen über www.zvs-online.de.

Abb.: Fuchs auf der Straße (Quelle: commons.wikimedia.org; Fotograf: Hannu)

Der Spion im eigenen Haus

Operations-, Therapie- und Pflegeroboter sind im Gesundheitswesen auf dem Vormarsch. Sie ersetzen und ergänzen in Kliniken, Zentren und Haushalten menschliche Arbeitskräfte. Manches können sie besser, manches genauso gut, manches schlechter. Sie sind i.d.R. sehr teuer und können doch zu Einsparungen führen. Und sie bergen eine nicht unerhebliche Gefahr. Im Beitrag „Der Spion im eigenen Haus“ (IT for Health, März 2014) von Oliver Bendel werden die Roboter aus der Perspektive der angewandten Ethik betrachtet. Es werden zunächst Informations- und Technikethik sowie Medizinethik kurz erklärt. Dann werden Fragen zum Einsatz der Maschinen gestellt. Es kristallisiert sich heraus, dass informationelle Autonomie und Datenschutz übergreifende Problembereiche sind. Der Beitrag ist als PDF verfügbar und kann kostenlos heruntergeladen werden.

Abb.: Die Spionin im eigenen Haus

Von ELIZA zum GOODBOT

Der GOODBOT, der Anfang 2014 als Prototyp das Licht der Welt erblickt hat, wandert bereits durch die Medien. Die ICTkommunikation schrieb am 23. Februar im Artikel „Studierende der FHNW entwickeln virtuellen Gesprächspartner“: „Drei Studierende der Hochschule für Wirtschaft FHNW (Fachhochschule Nordwestschweiz) haben einen Prototyp für den ‚Goodbot‘ entwickelt, einen virtuellen Gesprächspartner, der moralisch angemessen reagieren soll.“ Die Netzwoche stellte am 26. Februar einen Bezug zur Urmutter aller Plappermaschinen her: Wer schon einmal mit Eliza gesprochen habe, der wisse, „dass sich eine solche Software nicht wirklich als Gesprächspartner eignet, wenn es einem schlecht geht“ (Netzwoche Online, 26. Februar 2014). „Zwar fragt Eliza zu Beginn höflich nach dem aktuellen Befinden. Doch den positiven Eindruck, den der Chatbot damit erweckt, zerstört er gleich wieder.“ Das GOODBOT-Projekt, das von Oliver Bendel geleitet wird, soll im Juni 2014 in die nächste Phase gehen.

Abb.: Der GOODBOT wird bekannt

Das Tier als Objekt der Moral der Maschine

Der Artikel „Das Tier als Objekt der Moral der Maschine“ von Oliver Bendel ist am 2. Januar 2014 in Telepolis erschienen. Die Beziehung zwischen Tier und Maschine – so heißt es im Teaser – kann in verschiedenen Bereichsethiken untersucht werden, etwa in Tier-, Technik- und Informationsethik. Die Maschinenethik – hier verstanden als Pendant zur Menschenethik – sei eine junge Disziplin und konzentriere sich bisher auf das Verhältnis zwischen Maschine und Mensch. Angesichts der Tatsache, dass die Zahl der (teil-)autonomen Systeme immer mehr zunimmt und von ihren selbstständig getroffenen Entscheidungen immer mehr Tiere betroffen sind, ist nach Oliver Bendel eine Beschäftigung mit den entstehenden Chancen und Risiken und eine Zusammenarbeit zwischen Tier- und Maschinenethik unumgänglich. Der Artikel kann direkt über www.heise.de/tp/artikel/40/40684/ aufgerufen werden.

Abb.: Mehrere Giraffen

Die Informationsethik in der Mitte der Bereichsethiken

Die Informationsethik hat die Moral (in) der Informationsgesellschaft zum Gegenstand. Sie untersucht, wie wir uns, Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und neue Medien anbietend und nutzend, in moralischer Hinsicht verhalten bzw. verhalten sollen. In den letzten Jahren ist sie in die Mitte der Bereichsethiken gerückt. Diese hängen mehr und mehr von der Informationsethik ab. Der Artikel „Die Medizinethik in der Informationsgesellschaft“ von Oliver Bendel untersucht das Verhältnis zwischen der Informationsethik und den anderen Bereichsethiken am Beispiel der Medizinethik. Er ist nun in der gedruckten Ausgabe der Zeitschrift Informatik-Spektrum erschienen (Jahrgang 36, Heft 6, S. 530 – 535; „Cover Date“ ist der 1. Dezember 2013). Bereits vor einem Jahr ist er als „Online-First“-Artikel über SpringerLink herausgekommen. Enthalten ist im Artikel das „Ethik-Ei“, das aus dem „Ethik-Dekagon“ hervorgegangen ist und die zentrale Stellung der Informationsethik visualisiert und skizziert.

Abb.: Oliver Bendel im Jahre 2013 (Foto: Stefanie Hauske)

Buridans Robot oder: Der moderne Esel

Buridans Esel ist in der ursprünglichen Version von Aristoteles ein Mann, der zwischen Speis und Trank verenden muss, weil er genauso hungrig wie durstig ist. Schon dieser Mann ist offensichtlich ein Esel, weil er sich nicht zwischen verschiedenen Dingen mit gleichen Reizen entscheiden kann. Buridan selbst, der zu Unrecht als Urheber des Gleichnisses gilt, spricht von einem Wanderer und einem Segler, in einem Kommentar zu einem Text des alten Griechen auch von einem Hund, der zwei Lebensmittel – um es frei zu übertragen – ratlos beäugt und beschnuppert. Das Grautier haben vermutlich die Gegner des Philosophen und Physikers aus dem 14. Jahrhundert erfunden, um die vermeintliche Eselei zu veranschaulichen. Es handelt sich aber keineswegs um eine solche, sondern um ein Gedankenexperiment, das bis heute von Interesse und Bedeutung ist. Dieses Experiment wird im Artikel „Buridans Robot“ von Oliver Bendel in der modernen Welt durchgeführt. Es geht um maschinelle Dilemmata und mögliche Lösungsstrategien. Der Artikel ist am 20. November 2013 bei Telepolis erschienen.

Abb.: Diese Esel verhungern nicht

Roboterethik in Wien

Prof. Dr. Robert Trappl hält am 12. November 2013 im Austrian Research Institute for Artificial Intelligence (OFAI) einen Vortrag mit dem Titel „Ethik für Roboter – ein brisantes Forschungsgebiet“. In der Pressemitteilung heißt es: „Wenn Roboter Partner am Arbeitsplatz werden oder wenn sie für längere Zeit mit älteren Menschen oder Menschen mit speziellen Bedürfnissen zusammenleben werden, um ihnen ein selbstbestimmtes Leben in ihren eigenen Räumen zu ermöglichen, werden durch diese komplexen sozialen Situationen immer häufiger ethische Fragen und deren Beantwortung eine Rolle spielen.“ Im September 2013 waren auf Einladung des OFAI Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler „aus Frankreich, den Niederlanden, Österreich, Portugal, Ungarn und den USA in Wien zusammengekommen, um Voraussetzungen, Methoden, Implementierungen und Tests für ein Entwicklungshandbuch für ethische Systeme für Roboter zu diskutieren“ (Zitat aus der Pressemitteilung). In dem Vortrag wird eine Einführung in das Forschungsgebiet gegeben, und es werden erste Ergebnisse präsentiert. Er findet ab 18.30 Uhr am Institut (Freyung 6, Stiege 6, 1010 Wien, Österreich) statt.

Abb.: In Wien

Der Lügenbot

In seinem Artikel „Der Lügenbot und andere Münchhausen-Maschinen“ geht Oliver Bendel der Frage nach, ob Chatbots, Roboter und andere Maschinen lügen können. Dabei betont er die Sprachlichkeit des Lügens. Wer etwas sagen kann, so der Autor, der kann auch die Unwahrheit sagen. Den meisten Maschinen unterstellen wir, dass sie die Wahrheit sagen. Wir vertrauen den Aussagen einer Anna von Ikea, einer Siri von Apple und von Wolfram Alpha. Aber alle drei könnten ganz anders, wenn sie – oder ihre Entwickler – wollten. Man könnte Lügenmaschinen bauen, die mit falschen Versprechungen locken, das Blaue vom Himmel erzählen – und uns letztlich irritiert und verunsichert zurücklassen. Das müssen auch Unternehmen berücksichtigen, und sie müssen etwas dafür tun, damit unser Vertrauen in die Maschinen gerechtfertigt ist. Der Artikel ist am 11. September 2013 auf der Plattform CyberPress erschienen und direkt über www.mittelstandswiki.de/wissen/Gastbeitrag:Maschinenethik aufrufbar.

Abb.: Er ist bekannt für seine Lügen

Roboterethik im Gabler Wirtschaftslexikon

Im Gabler Wirtschaftslexikon wird seit 3. Juli 2013 die Roboterethik definiert. Diese kann man sowohl der Maschinen- als auch der Menschenethik zuordnen. In der Roboterethik werde danach gefragt, ob ein Roboter ein Subjekt der Moral sein und wie man diese implementieren kann. Auch der Roboter als Objekt der Moral sowie sein Einfluss auf Menschen sei von Belang. Oliver Bendel erklärt in seinem Beitrag den Begriff der Roboterethik, nimmt die Perspektive der Robotik ein, erwähnt die Robotergesetze von Asimov und gibt eine Einschätzung der Disziplin und einen Ausblick auf ihre weitere Entwicklung. Der Beitrag ist direkt über wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/roboterethik.html abrufbar. Er wurde dem Sachgebiet „Grundlagen der Wirtschaftsinformatik“ zugewiesen. Für das Gabler Wirtschaftslexikon schreiben nach eigenen Angaben über „150 Experten aus Wissenschaft und Praxis“. Mehr als „25.000 Stichwörter stehen kostenlos“ bereit.

Abb.: Trau Robotern nicht