Gruppenbild ohne die Löwen

Richard Brautigan widmete sich immer wieder Robotern und anderen Maschinen. Sein Gedicht „Robot, Part 2“ – Teil einer größeren Gedichtfolge mit dem Titel „Group Portrait Without the Lions“ („Gruppenbild ohne die Löwen“) – lautet: „Robot likes to sleep / through long lazy summer afternoons. / So do his friends / with the sun reflecting / off them like tin cans.“ Vermutlich stammt es aus den 1960er- oder 1970er-Jahren. In deutscher Übersetzung ist es in dem Band „Die Pille gegen das Grubenunglück von Spring Hill & 104 andere Gedichte“ (1987) zu finden, in dem mehrere Sammlungen aus den Jahren 1968 bis 1976 verwertet werden. Im Jahre 1967 veröffentlichte Richard Brautigan sein Gedicht „All Watched Over by Machines of Loving Grace“. Darin entwirft der amerikanische Schriftsteller die Vision einer Welt, in der Tiere, Menschen und Maschinen in Harmonie zusammenleben. Er beschreibt kybernetische Wiesen und Wälder, in denen sich Säugetiere und Computer begegnen und Hirsche friedlich an Maschinen vorbeiziehen: „I like to think (and / the sooner the better!) / of a cybernetic meadow / where mammals and computers / live together in mutually / programming harmony / like pure water / touching clear sky. // I like to think / (right now, please!) / of a cybernetic forest / filled with pines and electronics / where deer stroll peacefully / past computers / as if they were flowers / with spinning blossoms. // I like to think / (it has to be!) / of a cybernetic ecology / where we are free of our labors / and joined back to nature, / returned to our mammal / brothers and sisters, / and all watched over / by machines of loving grace.“ Auch Oliver Bendel hat Robotergedichte geschrieben. Manche sind in den Bänden „handyhaiku“ (mit QR-Codes als 2D-Codes) und „Die Astronautin“ (mit 3D-Codes) enthalten, andere liegen als mit Text-to-Speech-Engines produzierte Audiofiles vor.

Abb.: Gruppenbild ohne die Löwen (Bild: GPT Image 2)