Behütet von Maschinen voller liebevoller Gnade

Im Jahre 1967 veröffentlichte Richard Brautigan sein Gedicht „All Watched Over by Machines of Loving Grace“. Darin entwirft der amerikanische Schriftsteller die Vision einer Welt, in der Tiere, Menschen und Maschinen in Harmonie zusammenleben. Er beschreibt kybernetische Wiesen und Wälder, in denen sich Säugetiere und Computer begegnen und Hirsche friedlich an Maschinen vorbeiziehen: „I like to think (and / the sooner the better!) / of a cybernetic meadow / where mammals and computers / live together in mutually / programming harmony / like pure water / touching clear sky. // I like to think / (right now, please!) / of a cybernetic forest / filled with pines and electronics / where deer stroll peacefully / past computers / as if they were flowers / with spinning blossoms. // I like to think / (it has to be!) / of a cybernetic ecology / where we are free of our labors / and joined back to nature, / returned to our mammal / brothers and sisters, / and all watched over / by machines of loving grace.“ Mehr als fünfzig Jahre später beschäftigt sich der wissenschaftliche Artikel „Passive, Active, and Proactive Systems and Machines for the Protection and Preservation of Animals and Animal Species“ (2022) von Oliver Bendel aus Zürich mit einer ähnlichen Vision: Maschinen und autonome Roboter könnten künftig Tiere und ganze Tierarten schützen, Gefahren erkennen und selbständig eingreifen. Während Brautigan seine kybernetische Ökologie als poetische Utopie entwirft, vielleicht mit ironischer Absicht, untersucht der Artikel die technischen und ethischen Voraussetzungen einer solchen Welt. Dabei steht weniger die Befreiung des Menschen von der Arbeit im Vordergrund, wie bei dem amerikanischen Schriftsteller, sondern der Schutz der Tiere vor menschlichen Eingriffen. Was in den 1960er-Jahren noch wie eine fantastische Vorstellung erschien, ist heute als faszinierende Möglichkeit in die Nähe gerückt.

Foto: Ein Buch von Richard Brautigan (Foto: Make It Old/CC BY-NC-SA 2.0)

16-Jährige in Köln mithilfe eines Roboters sexuell belästigt

In Köln soll eine 16-Jährige mithilfe eines humanoiden Roboters sexuell belästigt worden sein. Wie die Polizei Köln am 12. Oktober 2026 in einer Pressemitteilung schrieb, näherte sich das etwa 1,20 Meter große, rot-goldene Gerät der Jugendlichen in der Nacht zum Sonntag vor einem Schnellrestaurant von hinten, berührte ihr Gesäß und führte Stoßbewegungen aus. Der 16-jährige Besitzer des Roboters aus Wegberg und sein 19-jähriger Begleiter sollen das Geschehen gefilmt, live in sozialen Medien gestreamt und kommentiert haben. Alarmierte Polizeibeamte trafen die Beteiligten wenig später an und entdeckten den inzwischen verstauten Roboter im Kofferraum eines VW. Sie beschlagnahmten das Gerät sowie zwei Mobiltelefone. Bei dem Roboter könnte es sich um einen Unitree R1 des chinesischen Herstellers Unitree Robotics handeln. Das rund 1,23 Meter große Modell kann ferngesteuert und für bestimmte Bewegungsabläufe programmiert werden. Eine Bestätigung der Modellidentität liegt bislang nicht vor. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen des Verdachts der Beleidigung auf sexueller Grundlage. Insbesondere soll geklärt werden, ob die Bewegungen des Roboters zum Tatzeitpunkt gezielt gesteuert wurden.

Abb.: Ein Polizist in NRW

Ein neuer Meister der Kalligrafie

Die 61. Internationale Kunstausstellung La Biennale di Venezia, die Biennale Arte 2026, findet vom 9. Mai bis 22. November 2026 in den Giardini, im Arsenale und an weiteren Orten in Venedig statt. Im chinesischen Pavillon im Arsenale findet sich eine der ungewöhnlichsten Attraktionen der diesjährigen Biennale. Sie steht in der Tradition zweier im 18. Jahrhundert von Henri-Louis Jaquet-Droz geschaffener Automaten, nämlich Zeichner und Schreiber. Mehrmals täglich nimmt der humanoide Roboter Astribot S1 einen traditionellen chinesischen Pinsel mit seinem Greifer auf und bringt auf Wunsch der Besucher entweder „Dream“ oder „Stream“ zu Papier, jeweils als chinesisches Schriftzeichen. Die Aktion ist Teil des von Yu Xuhong kuratierten Pavillons „Dream Stream“, dessen Konzept Tradition und Technologie miteinander verbindet. Bemerkenswert ist, dass der S1 dabei den charakteristischen Stil des chinesischen Kalligrafiemeisters Wang Dongling imitiert. Seine Bewegungen wurden so trainiert, dass er dessen expressive Kalligrafie möglichst detailgetreu nachahmt. Der Schwung der Pinselführung lässt den Roboter sogar leicht erzittern. Unmittelbar daneben hängt Wang Donglings monumentales, 16 Meter breites Werk „Free and Easy Wandering“. So begegnen sich im chinesischen Pavillon jahrhundertealte Kalligrafietradition und gegenwärtige Robotik, und es stellt sich die Frage, ob eine Maschine nicht nur die Technik, sondern auch Gestik und Ausdruck eines Künstlers erlernen kann.

Abb.: Astribot S1 schreibt „Stream“ für Oliver Bendel

Ausgesuchte Aspekte der Roboterprogrammierung

„Roboterprogrammierung ist die Programmierung von Industrie- und Servicerobotern sowie sozialen Robotern mit Hilfe unterschiedlicher Verfahren, die sich nach Typ, Aufgabe und Einsatzgebiet richten. Sie dient dazu, Bewegungen, Aktionen, Reaktionen und andere Verhaltensweisen festzulegen, zu steuern und aufeinander abzustimmen. Dabei verbindet sie die Software mit den elektronischen und mechanischen Komponenten des Roboters bzw. mit seiner Sensorik und Aktorik. Das Programm bestimmt Bewegungsabläufe, die Verarbeitung von Sensordaten und die Ansteuerung von Werkzeugen oder anderen Endeffektoren sowie bei bestimmten Servicerobotern und bei sozialen Robotern Äußerungen und Töne.“ Mit diesen Worten beginnt der Beitrag „Roboterprogrammierung“ von Oliver Bendel, der am 16. September 2026 im Gabler Wirtschaftslexikon erschienen ist. Auf die Einleitung folgen die Abschnitte „Sprachen und Methoden“ und „Bedingungen und Aspekte“. In „Kritik und Ausblick“ heißt es: „Die Roboterprogrammierung ist in der KI-Ära bzw. im Robozän zahlreichen Veränderungen unterworfen. Klassische Programmierverfahren werden zunehmend durch No-Code-Systeme, maschinelles Lernen, generative KI und weitere KI-basierte Verfahren ergänzt. Damit verändert sich auch der Beruf des Roboterprogrammierers: Einzelne Tätigkeiten können automatisiert werden, während neue Anforderungen etwa bei Integration, Überwachung, Sicherheit und Qualitätssicherung entstehen.“ Es schließen sich ethische Überlegungen an. Der ganze Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/roboterprogrammierung-178170 aufgerufen werden.

Abb.: Einer der Unitree-Go2-Roboter von Oliver Bendel (Foto: Josip Jukic)

Über die Vision des universellen Roboters

Im September 2026 ist der Buchbeitrag „Die Vision des universellen Roboters“ von Oliver Bendel als Teil des Herausgeberbands „Mensch – Maschine revisited: Roboter und KI-Systeme im öffentlichen Raum“ (Petra Grimm; Kai Erik Trost; Oliver Zöllner) erschienen. Er geht zurück auf einen Vortrag, den er bei der Tagung IDEepolis am 19. Juni 2024 an der Hochschule der Medien in Stuttgart unter dem Titel „Es wird ein Mensch gemacht: Die Vision des universellen Roboters“ hielt. Es wird eine Maschine entworfen, die fast jede Tätigkeit des Menschen zu übernehmen vermag, in der Fabrik, im Haushalt und beim Sport. Heutige Allzweckroboter können als ihre Vorläufer verstanden werden, also humanoid gestaltete Roboter wie Apollo, Figure 03, Atlas und Optimus. Obwohl es eine Maschine ist, die auch über ein simuliertes Bewusstsein, künstliche Intelligenz und künstliche Moral verfügt, bleiben ihr viele Möglichkeiten verwehrt. Insofern ist der Ausruf Wagners, der im Titel zitiert wird, nach wie vor eine Utopie. Im Kurztext auf der Website des Franz Steiner Verlags heißt es zum Buch: „Künstliche Intelligenz und Robotik sind längst Teil der Alltagswelt. Doch was bedeutet ihr Siegeszug für das Selbstverständnis des Menschen, für soziale Praktiken und für ethische Orientierungen?“ Weitere Informationen über www.steiner-verlag.de/Mensch-Maschine-revisited/9783515141567.

Abb.: Oliver Bendel bei seinem Vortrag im Jahre 2024 (Foto: Aaron Kubach)

Was ist ein Roboterschwarm?

„Ein Roboterschwarm besteht aus autonomen Drohnen, Boden- oder Unterwasserrobotern, die lokal miteinander und mit ihrer Umgebung interagieren und dadurch ein kollektives Verhalten hervorbringen. Die Steuerung erfolgt dezentral. Vorbilder sind etwa Ameisen- und Bienenvölker, Vogel- und Fischschwärme oder auch Herden von Säugetieren. Roboterschwärme vermögen große Gebiete parallel abzudecken und gelten als skalierbar und robust gegenüber dem Ausfall einzelner Einheiten. Dies spielt bei Überwachung, Erkundung und Bearbeitung eine wichtige Rolle, etwa in Forschung, Landwirtschaft, Katastrophenschutz und Militär.“ Mit diesen Worten beginnt der Beitrag „Roboterschwarm“ von Oliver Bendel, der am 16. September 2026 im Gabler Wirtschaftslexikon erschienen ist. Auf die Einleitung folgt der Abschnitt „Beispiele“. In „Kritik und Ausblick“ heißt es: „Roboterschwärme sind Beispiele für die Dual-Use-Problematik. Informationsethik und Roboterethik untersuchen Chancen und Risiken ihrer Verwendung. So können einerseits Aufgaben mit hoher Geschwindigkeit und Erfolgsquote gelöst werden. Andererseits besteht die Gefahr, dass Schwärme von Robotern im Krieg zu psychologischen Belastungen sowie zur Verstärkung und Ausbreitung algorithmischer Fehlentscheidungen führen. Zentral ist die Frage, wer die Verantwortung trägt, wenn es Maschinen nicht können, und ob es menschliche Kontrolle (etwa durch Human in the Loop) braucht.“ Der ganze Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/roboterschwarm-178165 aufgerufen werden.

Abb.: Mobile S-bots im Schwarm (Foto: Francesco Mondada/Michael Bonani/CC BY-SA 3.0)

Überlegungen zu einer Roboterquote

„Eine Roboterquote zieht eine Beschränkung der Anzahl oder die Verbannung von Robotern in bestimmten Räumen nach sich. Menschen und Tiere sollen sich dort frei bewegen können, ohne z.B. auf Serviceroboter oder soziale Roboter zu treffen, mit denen sie kollidieren oder die sie detektieren und analysieren könnten. Auch ein Verbot von robotischer Arbeit kann dazugehören, um menschliche Arbeit zu schützen.“ Mit diesen Worten beginnt der Beitrag „Robozän“ von Oliver Bendel, der am 16. September 2026 im Gabler Wirtschaftslexikon erschienen ist. Auf die Einleitung folgt der Abschnitt „Hintergrund“. In „Kritik und Ausblick“ heißt es: „Eine Roboterquote ist angelehnt an eine Frauenquote oder eine Geschlechterquote. Auch bei ihr geht es darum, bestimmte Menschen zu schützen oder zu fördern, nämlich alle, die von der Existenz, der Präsenz und der Aktivität von Robotern und Physical AI betroffen oder bedroht sind. Das kann man als unzulässige oder als notwendige Intervention ansehen. Die Roboterethik fragt danach, wie und wo eine Roboterquote eingeführt werden könnte, ohne dass die Risiken die Chancen übertreffen, die Wirtschaftsethik danach, wie man bei solchen Maßnahmen die Innovationskraft von Unternehmen erhält, wobei man aus der Diskussion um die Robotersteuer lernen mag.“ Der ganze Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/roboterquote-178168 aufgerufen werden.

Abb.: Miroka und ihr Schöpfer bei der ICSR in Neapel

Über Landwirtschaftsroboter

„Landwirtschaftsroboter werden in der Landwirtschaft eingesetzt, etwa in Tierhaltung und Pflanzenbau. Es handelt sich teilweise um stationäre, häufig aber um mobile Modelle. Viele sind teilautonom oder autonom und verwenden Systeme mit künstlicher Intelligenz (KI). Ihre Aufgaben reichen vom Melken von Kühen, Füttern von Rindern und Schweinen und Beobachten von Nutztieren über Bodenbearbeitung, Aussaat und Ernte bis hin zur Unkrautbekämpfung. Zudem sind autonome Schlepper und Mähmaschinen anzutreffen.“ Mit diesen Worten beginnt der Beitrag „Landwirtschaftsroboter“ von Oliver Bendel, der am 16. September 2026 im Gabler Wirtschaftslexikon erschienen ist. Auf die Einleitung folgen die Abschnitte „Beispiele“ und „Kritik und Ausblick“. Im letzteren heißt es: „Landwirtschaftsroboter bieten Chancen nicht nur im Kontext des Precision Farming. Sie können Vorgänge automatisieren und Arbeit erleichtern. Dies ist ein Thema für die Wirtschaftsethik, wie auch Risiken der Art, dass sie Arbeit in unbefriedigender Weise verändern oder ersetzen können. Bestimmte Ausprägungen normalisieren auch die intensive Landwirtschaft, womit sich u.a. Technikethik, Informationsethik, Roboterethik, Umweltethik und Tierethik befassen. Ansätze, mit denen Wildtiere erkannt, verschont und geschützt werden, können in die Bereiche der Maschinenethik und der Tier-Maschine-Interaktion fallen ….“ Der ganze Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/landwirtschaftsroboter-178186 aufgerufen werden.

Abb.: Ein Beispiel für einen Landwirtschaftsroboter

Ein Roboter in Gestalt einer Ente

Enten waren immer wieder Vorbild für animaloide Automaten und Roboter, insbesondere in Frankreich und Japan. Das europäische Land ist eigentlich für seinen grausamen Umgang mit diesen Tieren bekannt, scheint ihnen aber auch freundlich gesonnen zu sein. Berühmt wurde die mechanische Ente von Jacques de Vaucanson aus dem Jahre 1738/1739. 1709 in Grenoble geboren, starb der begnadete Ingenieur 1782 in Paris. Pollen Robotics hat seinen Sitz in Bordeaux. Das Unternehmen gehört inzwischen zu Hugging Face mit Sitz in Manhattan. Mit Microduck hat es einen kompakten Roboter vorgelegt, der als Experimentierplattform für Physical AI und Reinforcement Learning entwickelt wurde. Mit einer Höhe von rund 25 Zentimetern und einem Gewicht von weniger als 800 Gramm ist er vergleichsweise klein. Zur Ausstattung gehören 15 Motoren, eine Kamera, ein LiDAR-Sensor, zwei IMUs (Sensoren, die Beschleunigungen und Drehbewegungen messen), Mikrofone und Lautsprecher. Ein beweglicher Schnabel ermöglicht es der kleinen Ente zudem, kleine Gegenstände zu greifen. Sie kann laufen, sitzen, aufstehen, Gegenstände aufnehmen und verschiedene Bewegungsabläufe ausführen. Auch auf Inline-Skates, die man dazu bestellen kann, kann sie dahingleiten. Nach einem Sturz vermag sie sich aus unterschiedlichen Positionen selbstständig wieder aufzurichten. Im Mittelpunkt steht jedoch weniger die Nutzung als klassisches Roboterspielzeug als vielmehr das Experimentieren mit einem lernenden KI-System. Bewegungen und Verhaltensweisen können zunächst in einer Simulation trainiert und anschließend auf den realen Roboter übertragen werden. Dieses sogenannte Sim-to-Real-Verfahren ermöglicht praktische Experimente mit Reinforcement Learning und Robotik. SDK, Simulation und Software für Reinforcement Learning stellt Pollen Robotics als Open Source zur Verfügung. Microduck verbindet damit eine vergleichsweise zugängliche Hardwareplattform mit aktuellen Methoden der KI- und Robotikforschung. Weitere Informationen sind über pollen-robotics.com verfügbar.

Abb.: Microduck in Aktion (Foto: Pollen Robotics)

Ein besonderes Lexikon zur Robotik

Seit 2016 sind fünf „Keywords“-Bände von Oliver Bendel bei Springer Gabler erschienen, dazu ein weiterer, der gemeinsam mit Kollegen verfasst wurde, und zwei Neuauflagen. Am 2. September 2026 wurde der Vertrag für das – je nach Zählweise – sechste oder neunte Lexikon dieser Art geschlossen. Bis 2016 waren die „Keywords“-Bände ausschließlich vom Verlag selbst zusammengestellt worden, was auch später noch das übliche Verfahren war. Sie speisten sich aus Beiträgen, die im Gabler Wirtschaftslexikon veröffentlicht worden waren. Beispiele sind „222 Keywords Wirtschaftsgeografie“ oder „333 Keywords Arbeitsrecht“. Oliver Bendel führte seine eigenen „Keywords“-Bände ein, die aus seinen im Gabler Wirtschaftslexikon veröffentlichten Beiträgen und von ihm neu geschriebenen Texten bestanden. Es wurden Themen wie „Informationsethik“, „Digitalisierung“, „Soziale Robotik“, „Generative KI“ und „Weltraum“ abgedeckt. Der sechste Band wird den Titel „400 Keywords Robotik: Roboter aus technischer, wirtschaftlicher und ethischer Perspektive“ tragen. Insbesondere durch die philosophischen Betrachtungen hebt sich das Buch von anderen Grundlagenwerken ab. Es finden sich nicht nur Einträge wie „Allzweckroboter“, „Endeffektor“ und „Freiheitsgrad“, sondern auch solche wie „Schönheit“, „Kultur“ und „Robozän“. Das Lexikon wird Anfang 2027 auf den Markt kommen.

Abb.: Oliver Bendel in Windisch (Foto: Jork Weismann)

Der Roboter entsteht Begriff um Begriff

Von Ende Juli bis Ende August 2026 erschienen im Wirtschaftslexikon von Springer Gabler sechs Beiträge von Oliver Bendel, die wesentliche Teile eines Roboters beschreiben, nämlich Roboterkopf, Roboterkörper, Roboterarme, Roboterhände, Roboterbeine und Roboterfüße. Während manche Teile typisch für viele Roboter sind, sind andere typisch für spezielle Modelle, etwa humanoide Roboter oder soziale Roboter. Begriff um Begriff wird der Roboter aufgebaut. Dabei wird je nach Beitrag auf weitere Komponenten und Phänomene verwiesen, wie auf Robot Enhancement oder Physical AI. Für das Wirtschaftslexikon von Springer Gabler schreibt der Technikphilosoph seit 2012. Seitdem sind ca. 300 Beiträge in den Bereichen Ethik, Technik und Wirtschaft entstanden. Der Ton ist stets sachlich, manchmal poetisch, was eine neue Note in das Wirtschaftslexikon gebracht hat. Das Anliegen ist stets, etwas greifbar und deutlich zu machen. So heißt es in der Einführung zu Physical AI: „Es geht nicht nur darum, teilautonome oder autonome Maschinen mit Hilfe von KI aufzuwerten und zu erweitern, wie im Falle von Gesichtserkennung, Gestikerkennung und Emotionserkennung oder von Chatbots für soziale Roboter, sondern darum, für die KI gleichsam einen Körper zu suchen, in dem sie sich entfalten und beweisen kann.“ Die sechs „Keywords“-Bände von Oliver Bendel, ebenfalls bei Springer Gaber erschienen, enthalten sowohl ausgewählte Beiträge aus dem Wirtschaftslexikon als auch neue Beiträge.

Abb.: Der Roboter entsteht Begriff um Begriff (Bild: GPT Image 2)

Über den Roboterfuß

„Ein Roboterfuß ist der unterste Teil eines Roboters, etwa eines Cobots bzw. eines andersartigen Roboterarms, oder der Fuß eines animaloiden (tierähnlichen), humanoiden (menschenähnlichen) oder mythomorphen (nach Science-Fiction- oder Fantasyfiguren bzw. mythologischen Figuren gestalteten) Roboters. Im ersten Fall bildet der Roboterfuß die Basis des Roboterarms oder einer anderen robotischen Vorrichtung und dient deren Befestigung, im zweiten Fall wird das Roboterbein fortgeführt bzw. in das Endstück überführt. Bei animaloiden und humanoiden Robotern können alternativ oder supplementierend zu Beinen und Füßen u.a. Räder, Rollen oder Raupen vorhanden sein.“ Mit diesen Worten beginnt der Beitrag “ Roboterfuß“ von Oliver Bendel, der am 28. August 2026 im Gabler Wirtschaftslexikon erschienen ist. Er ergänzt u.a. die Beiträge zu „Roboterhand“ und „Roboterbeine“ … Auf die Einleitung folgen die Abschnitte „Generelle Merkmale von Generelle Merkmale von Roboterfüßen“ und „Spezielle Merkmale unterschiedlicher Typen“. In „Kritik und Ausblick“ heißt es: „Die Roboterethik fragt danach, wie Roboterbeine beschaffen sein sollen, u.a. mit Blick auf angemessene oder überzogene Erwartungen und eine Vorbildfunktion. Die Roboterphilosophie wählt neben der ethischen Perspektive eine ästhetische und eine ontologische, etwa in Bezug darauf, wie weit Roboterfüße von menschlichen Füßen in Form, Farbe und Beweglichkeit abweichen können und sollen oder inwieweit sie – eigentlich leblos, aber vielleicht lebensecht – ein Objekt der Begierde sein können, ein Fetisch des Robozäns.“ Der ganze Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/roboterfuss-178161 aufgerufen werden.

Abb.: Diese Füße des Unitree G1 stecken in Schuhen (Foto: Walder Wyss)

Der Roboter zeigt Bein

„Roboterbeine sind die Beine eines Roboters, die an einem Roboterkörper befestigt sind, mit der Hüfte als Verbindungselement und Roboterfüßen als Abschluss. Sie dienen dem Stehen, der Fortbewegung oder der Bewegung an einem Ort. Bei animaloiden (tierähnlichen) Robotern sind es meistens vier Beine, bei humanoiden (menschenähnlichen) Robotern zwei, ebenso bei mythomorphen Robotern, die Science-Fiction- oder Fantasyfiguren bzw. mythologischen Figuren nachempfunden sind – dabei hätte man hier alle Freiheit der Gestaltung und Umsetzung. Alternativ oder supplementierend können Räder, Rollen oder Raupen vorhanden sein.“ Mit diesen Worten beginnt der Beitrag „Roboterbeine“ von Oliver Bendel, der am 28. August 2026 im Gabler Wirtschaftslexikon erschienen ist. Er ergänzt u.a. die Beiträge zu „Roboterarm“ und „Roboterhand“ … Auf die Einleitung folgen die Abschnitte „Hintergrund und Entwicklung von Roboterbeinen“, „Generelle Merkmale von Roboterbeinen“ und „Spezielle Merkmale unterschiedlicher Typen“. In „Kritik und Ausblick“ heißt es: „Die Roboterethik fragt zusammen mit der Medizinethik danach, ob man menschliche Beine ersetzen darf, auch wenn keine medizinische oder ästhetische Notwendigkeit dafür besteht, und danach, wie Roboterbeine beschaffen sein sollen, u.a. mit Blick auf angemessene oder überzogene Erwartungen und eine Vorbildfunktion. Sie diskutiert Stereotype und Biases, z.B. sehr schlanke oder überlange Beine bei weiblichen Androiden oder gestählte Muskeln bei männlichen. Die Roboterphilosophie wählt neben der ethischen Perspektive eine ästhetische und eine ontologische, etwa in Bezug darauf, wie weit Roboterbeine von menschlichen Beinen in Form, Farbe und Beweglichkeit abweichen können und sollen oder inwieweit sie – eigentlich leblos, aber vielleicht lebensecht – ein Objekt der Begierde sein können.“ Der ganze Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/roboterbeine-178154 aufgerufen werden.

Abb.: Kokeshi im Cybrothel (Foto: Cybrothel)

Was ist und kann ein Roboterkörper?

„Ein Roboterkörper ist die physische Hülle und das mechanische Trägersystem eines Roboters, etwa eines klassischen Serviceroboters, eines modernen Allzweckroboters oder eines sozialen Roboters. Er kann Skelett oder Rahmen mitsamt Abdeckungen sowie Motoren, Gelenke und Sensoren umfassen. In einem weiteren Sinne ist der gesamte physische Aufbau gemeint, in einem engeren der Rumpf. Der Roboterkörper verbindet die elektrische bzw. elektronische Steuerung, darunter Systeme der künstlichen Intelligenz (KI), mit der realen Welt, damit die Maschine sich bewegen oder etwas greifen, ziehen und drücken kann.“ Mit diesen Worten beginnt der Beitrag „Roboterkörper“ von Oliver Bendel, der am 28. August 2026 im Gabler Wirtschaftslexikon erschienen ist. Er ergänzt u.a. die Beiträge zu „Roboterkopf“ und „Roboterarm“ … Auf die Einleitung folgen die Abschnitte „Generelle Merkmale von Roboterkörpern“, „Spezielle Merkmale unterschiedlicher Typen“ und „Ansätze in Forschung und Entwicklung“. In „Kritik und Ausblick“ heißt es: „Die Roboterethik fragt danach, wie ein Roboterkörper beschaffen sein soll, u.a. mit Blick auf angemessene oder überzogene Erwartungen und eine Vorbildfunktion. Sie diskutiert Stereotype und Biases, z.B. große Brüste und schmale Taillen bei weiblichen Androiden oder gestählte Muskeln bei männlichen. Die Roboterphilosophie wählt neben der ethischen Perspektive eine ästhetische und ontologische, etwa in Bezug darauf, wie weit ein Roboterkörper vom menschlichen Körper in Form, Farbe und Beweglichkeit abweichen kann und soll oder inwieweit er – eigentlich leblos, aber vielleicht lebensecht – ein Objekt der Begierde sein kann.“ Der ganze Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/roboterkoerper-178132 aufgerufen werden.

Abb.: Der Körper von Miroka von der Seite

Der Schweizer Roboter-Flüsterer

„Gut 90 Gäste kamen in den Genuss eines hervorragenden Vortrags zum Thema ‚Roboter‘ mit Schwerpunkt Roboter in der Pflege.“ So lautet der Teaser des Artikels „Professor Oliver Bendel – der Schweizer Roboter-Flüsterer!“, der in der August-Ausgabe von TOP HINWIL erschienen ist. Seit 1994 bieten die Aktiven Seniorinnen und Senioren Hinwil (ASSH) monatlich einen Vortrag an. Zu den Referenten gehörten Claude Nicollier, Astronaut und Wissenschaftler, Ulrich Tilgner, Nahostkorrespondent, Franz Hohler, Schriftsteller, und Erich von Däniken, Bestsellerautor. Am 17. Juni 2026 war Oliver Bendel zu Gast. Er beleuchtete die Rolle sozialer Roboter, gegenwärtiger Assistenzroboter und künftiger Allzweckroboter in der Pflege. Anhand zahlreicher aktueller Beispiele aus Forschung und Praxis zeigte er, wie Robotersysteme bereits heute Pflegekräfte unterstützen, Pflegebedürftige aktivieren und bei alltäglichen Aufgaben helfen können. Dabei ging es sowohl um soziale Interaktion und Unterhaltung als auch um konkrete Assistenzleistungen wie Handreichungen, Mobilisierung oder Unterstützung im Pflegealltag. Darüber hinaus widmete sich der Vortrag den ethischen und gesellschaftlichen Fragen, die mit dem Einsatz von KI-gestützten Robotern verbunden sind. Danach fand eine rege Diskussion statt. Das Lokalblatt wird in einigen Tagen über www.top-hinwil.ch/top-archiv/ als PDF zur Verfügung gestellt.

Abb.: Oliver Bendel mit Alpha Mini (Foto: Pascal Mora)

Was ist und kann ein Roboterkopf?

„Ein Roboterkopf ist der Kopf eines Roboters, der auf einem Rumpf befestigt ist, oder ein Kopf, der ein Roboter ist. Ein dem Hals entsprechendes Verbindungsstück kann vorhanden sein und zur Beweglichkeit beitragen. Der Roboterkopf kann animaloid (tierähnlich), humanoid (menschenähnlich), mythomorph (nach einem Fantasy- oder Science-Fiction-Wesen oder einer mythologischen Figur) oder dinghaft gestaltet sein, durchgehend unter Wahrung wesentlicher Eigenschaften.“ Mit diesen Worten beginnt der Beitrag „Roboterkopf“ von Oliver Bendel, der am 13. August 2026 im Gabler Wirtschaftslexikon erschienen ist. Er ergänzt u.a. die Beiträge zu „Roboterarm“ und „Roboterhand„. Auf die Einleitung folgen die Abschnitte „Generelle Merkmale von Roboterköpfen“ und „Spezielle Merkmale unterschiedlicher Typen“. In „Kritik und Ausblick“ heißt es: „Die Roboterethik fragt danach, wie ein Roboterkopf beschaffen sein soll, u.a. mit Blick auf angemessene oder überzogene Erwartungen und eine Vorbildfunktion. Sie diskutiert Stereotype und Biases, z.B. wenn vor allem weibliche Androiden mit bestimmten Eigenschaften entstehen. Die Roboterphilosophie wählt neben der ethischen Perspektive eine ästhetische und ontologische, etwa in Bezug darauf, wie weit ein Roboterkopf vom menschlichen Kopf in Form, Farbe, Beweglichkeit und Ausdruck abweichen kann und soll.“ Der ganze Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/roboterkopf-178110 aufgerufen werden.

Abb.: Der Kopf von Ameca bei der ICSR 2026 in London

Von menschlichen und robotischen Händen

„Eine Roboterhand ist der Endeffektor eines Robotersystems, der einer menschlichen Hand ähnelt. Es sind typischerweise fünf Finger vorhanden, mindestens aber drei, zudem jeweils mehrere Gelenke und die Fähigkeit zu verschiedenen Griffarten und zur Bewegung von einzelnen Fingern. Auch die Gegenüberstellung (Opposition) von Fingern wird oft erreicht, vor allem mit dem Daumen, und damit ein fester und sicherer Greifvorgang. Greifer mit zwei Fingern werden nur bei einem weiten Begriff als Roboterhände bezeichnet.“ Mit diesen Worten beginnt der Beitrag „Roboterhand“ von Oliver Bendel, der am 7. August 2026 im Gabler Wirtschaftslexikon erschienen ist. Auf die Einleitung folgen die Abschnitte „Einteilung“, „Entwicklung“ und „Bedeutung“. In „Kritik und Ausblick“ heißt es: „Das Design humanoider Roboter wird mit Blick auf ihre Funktion hinterfragt. Insbesondere Kopf und Gesicht werden nicht in allen Anwendungsbereichen als notwendig angesehen, genauso wenig die Beine. Bei den Händen ist die Diskussion vielschichtiger. In der Industrie reichen häufig Drei-Finger-Greifer. Hier kann man die Umgebung und die Werkzeuge auch an die Roboter anpassen. Im Haushalt, im Büro oder im Einzelhandel dürften meist Fünf-Finger-Systeme vorteilhaft sein, denn hier trifft man auf zahlreiche Artefakte, die für die Interaktion mit Menschen entstanden sind. Dazu kommt, dass eine Hand mit drei Fingern in solchen Kontexten als unvollständig angesehen werden kann.“ Der ganze Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/roboterhand-178078 aufgerufen werden.

Abb.: Menschliche und robotische Hände bei der ICSR 2025 in Neapel

Was ist Robomobbing?

„Robomobbing ist die Blockierung bzw. Manipulation von KI-Systemen und Robotern oder der Widerstand gegen den Einsatz bestimmter Maschinen. Mögliche Beweggründe sind Existenzangst, Konkurrenzdruck, Kontrollverlust und Überforderung. Ferner kann die Belastung oder Benachteiligung durch Algorithmen gemeint sein. Bei den Akteuren gibt es Parallelen zu den Maschinenstürmern des 19. Jahrhunderts.“ Mit diesen Worten beginnt ein Beitrag von Oliver Bendel, der am 24. Juni 2026 im Gabler Wirtschaftslexikon erschienen ist. Auf weitere einführende Aussagen folgt der Abschnitt „Hintergrund und Beispiele“. Darin heißt es: „Das Phänomen des Robomobbings kann mannigfaltige Ausprägungen haben. KI-Systeme werden … mit falschen Daten gefüttert oder (etwa im Falle von Chatbots) mit Beschimpfungen bedacht. Arbeiter sabotieren den Betrieb von Industrierobotern. Passanten stellen sich Transportrobotern und Sicherheitsrobotern entgegen oder schlagen auf sie ein. Aktivisten dringen in Serverfarmen ein, um Kabel und Geräte zu zerstören oder Plakate und Flyer zu hinterlassen. Chefs von Robotik- und KI-Firmen werden verhöhnt oder angegriffen.“ Danach kommt der Abschnitt „Kritik und Ausblick“. Der vollständige Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/robomobbing-177958 aufgerufen werden.

Abb.: Ein Veteran der Sozialen Robotik

Bei Konrad Zuse in Lohn und Brot

Seit 1994 bieten die Aktiven Seniorinnen und Senioren Hinwil (ASSH) monatlich einen Vortrag an. Zu den Referenten gehörten Claude Nicollier, Astronaut und Wissenschaftler, Ulrich Tilgner, Nahostkorrespondent, Franz Hohler, Schriftsteller, und Erich von Däniken, Bestsellerautor. Am 17. Juni 2026 war Oliver Bendel zu Gast. Im Anmeldeflyer hieß es im Teaser: „Professor Oliver Bendel ist laut Tages-Anzeiger der Schweizer Roboter-Flüsterer. Er erklärt uns, wie Roboter bei uns einziehen werden. Mit hilfreichen Fähigkeiten, aber auch zukünftigen Abhängigkeiten.“ Der Titel des Vortrags lautete „Soziale Roboter, Assistenzroboter und Allzweckroboter“. In seinem Vortrag beleuchtete Prof. Dr. Oliver Bendel die Rolle sozialer Roboter, gegenwärtiger Assistenzroboter und künftiger Allzweckroboter in der Pflege. Anhand zahlreicher aktueller Beispiele aus Forschung und Praxis zeigte er, wie Robotersysteme bereits heute Pflegekräfte unterstützen, Pflegebedürftige aktivieren und bei alltäglichen Aufgaben helfen können. Dabei ging es sowohl um soziale Interaktion und Unterhaltung als auch um konkrete Assistenzleistungen wie Handreichungen, Mobilisierung oder Unterstützung im Pflegealltag. Darüber hinaus widmete sich der Vortrag den ethischen und gesellschaftlichen Fragen, die mit dem Einsatz von KI-gestützten Robotern verbunden sind. Danach fand eine rege Diskussion statt. Die ca. 90 Anwesenden widerlegten eindrucksvoll, dass sie in ihren Achtzigern und Neunzigern zum alten Eisen gehören. Einer offenbarte im persönlichen Gespräch sogar, dass er noch für Konrad Zuse arbeitete. Dieser wäre am 22. Juni 2026 116 Jahre alt geworden.

Abb.: Oliver Bendel bei den Aktiven Seniorinnen und Senioren Hinwil (Foto: Henning Gietenbruch)

Robotik und KI für autistische Personen

Unter dem Titel „KI trifft Autismus“ veranstaltete autismus schweiz am 30. Mai 2026 eine Fachtagung, die sich der Rolle künstlicher Intelligenz in der Gesellschaft und im Kontext von Autismus widmete. Fachliche Impulse lieferten Maximilian Popp (No Isolation), Matthias Schüssler (Tages-Anzeiger), Dr. Maya Schneebeli (KJPP), Prof. Dr. André Frank Zimpel (Universität Hamburg) und Prof. Dr. Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW). Eine Referentin fiel aus. In seinem Vortrag „Soziale Roboter und Physical AI bei Autismus“ stellte Oliver Bendel mehrere Beispiele und Prototypen vor und ordnete diese aus technischer und ethischer Perspektive ein. Dabei erläuterte er auch, was unter Inclusive Robotics und Inclusive AI zu verstehen ist. Moderator war der bekannte SRF-Redakteur Bernard Senn. Die Teilnahme war sowohl vor Ort als Live-Anlass im großen Hörsaal Nord des Universitätsspitals Zürich als auch zeitversetzt über eine On-Demand-Version möglich. Die Aufzeichnung steht etwa zehn Tage nach dem Anlass bis Ende Juli 2026 über das Veranstaltungsportal zur Verfügung. Weitere Informationen sind über portal.autismus.ch/veranstaltungen/202 abrufbar.

Abb.: Bernard Senn kündigt Oliver Bendel an

Der Reiz der Realität

Das Kundenmagazin Centaur von Rossmann gibt es seit März 2002. Das Heft hat über 100 Seiten und liegt in den Filialen des Unternehmens aus. Es erreicht bei einer Druckauflage von über 900.000 Exemplaren und mit seiner Onlinepräsenz ca. 2,5 Millionen Interessierte. In der Ausgabe vom Juni 2026 gibt es ein eineinhalbseitiges Interview mit Prof. Dr. Oliver Bendel. Der Technikphilosoph und Maschinenethiker äußert sich im Beitrag „Der Reiz der Realität“ zu Gegenbewegungen im Zeitalter der Digitalisierung und zur Frage, wann Roboter – Pflegeroboter ebenso wie Allzweckroboter – selbstverständlicher Teil unseres Alltags sein werden. Anna Kentrath, die Leiterin der Unternehmenskommunikation von Rossmann, schreibt in ihrem Editorial: „Wir spüren einer wachsenden Sehnsucht nach: der Lust am Analogen, an echten Begegnungen und haptischen Erlebnissen. Das ist keine Flucht vor der digitalen Welt, die uns ja auch Freiheiten schenkt. Es ist eine bewusste Ergänzung, ein ‚Korrektiv‘, wie es unser Experte Prof. Oliver Bendel nennt.“ Das Kundenmagazin für den Monat Juni kann seit dem 27. Mai 2026 über www.rossmann.de/de/kataloge/centaur/index.html aufgerufen und heruntergeladen werden.

Abb.: Das Cover der Juni-Ausgabe (Bild: Rossmann)

News of the Universe

Im Jahre 1977 erschien das Album „News of the World“ von Queen. Das Cover dürfte viele Jugendliche und Erwachsene dieser Zeit beeindruckt oder verstört haben, was auch in der Popkultur aufgegriffen wurde, etwa in der animierten Sitcom „Family Guy“, wo Stewie panische Angst davor hat. Es zeigt einen riesenhaften humanoiden Roboter, der zwei tote Menschen in seiner Rechten hält, während Blut von seiner Linken tropft. Der Science-Fiction-Künstler Frank Kelly Freas hatte ein ähnliches Motiv bereits in einer früheren Arbeit verwendet. Brian May betonte mehrfach, dass „News of the World“ eine bewusste stilistische Neuorientierung der Band war, direkter, roher und moderner. Das Cover passte offensichtlich genau dazu. Der Gitarrist war Science-Fiction ebenso zugetan wie der Realität des Weltraums. 2007 schloss er am Imperial College London nach langer Unterbrechung seine Doktorarbeit über interplanetaren Staub ab. Vor einigen Monaten wurde er für das Buch „RE:VIEW: Wozu die Menschheit retten?“ interviewt. Dieses bietet im ersten Teil umfangreiches Bildmaterial der ESA von der KI-gestützten Planetenschutzmission Hera, ergänzt um Werke der KI-Kunst. Im zweiten Teil wird das KI-System der Hera selbst zum Interviewer und „führt dreißig tiefgreifende Gespräche mit Personen aus Kunst, Wissenschaft, Philosophie und Gesellschaft“ (Verlagsinformation). Neben Brian May, der sich damit sowohl der Science-Fiction als auch der „Space-Reality“ widmen durfte, sind das z.B. die erste Weltraumtouristin Anousheh Ansari, der „Interstellar“-Visionär Paul Franklin, die PETA-Gründerin Ingrid Newkirk, der Ex-Gitarrist von Guns N‘ Roses Ron Bumblefoot Thal, der Science-Fiction-Autor Andreas Eschbach, der Künstler Jonathan Meese und der Technikphilosoph und Maschinenethiker Oliver Bendel. Das Buch wird vom Verlag We Mind Publishing und von der Agentur Jung von Matt umgesetzt, ist bereits bei Amazon verzeichnet und kommt im September 2026 heraus.

Abb.: Das Album erschien im Jahre 1977 (Bild: GPT Image 2)