Robots in Hawai’i – Part II

Ruby Tuesday is a popular restaurant in Hawaii (Hawaiian: Hawai’i), on the island of O’ahu. The location close to the airport is not one of the most beautiful ones. The food is also not praised by everyone. But the restaurant is known for its artificial staff. „Our KEENON DINERBOT is helping the staff here deliver trays and plates, so that they can pay more attention to improving customer satisfaction.“ This is the message in a promotional video from Keenon Robotics in Singapore. The robot is a classic transport and serving robot. It has large, square blue eyes. In Europe and Asia, BellaBot is best known. It has a cat face and cat ears and is controlled via user input and voice commands. The European model Plato is also shaking up the market. Khon2, a platform from Hawaii, first reported on the new employee at Ruby Tuesday in 2022. „Staffing is such a problem now. Everything from managers down to servers and kitchen help cooks so this really helps our servers out,“ Ruby Tuesday owner Rick Nakashima told Khon2 journalists. Indeed, robots of this kind seem to be at least a band-aid for the shortage of skilled workers. Customers‘ reactions vary. Some seem to find the robots entertaining. Others say that direct contact with waiters is important to them. The restaurant emphasises that the robot is not intended to replace waiters. Rather, the robot acts as a support.

Fig.: On O’ahu

Robots in Hawai’i – Part I

Hawaii (Hawaiian: Hawai’i) is not necessarily associated with robots. But in the larger cities, you can be sure to encounter them. There are service robots such as the Keenon Dinerbot and surgical robots such as the da Vinci Surgical System. In addition, robots are used in the wild, for example for nature conservation. The hospital group in the east of the archipelago advertises with the following words: „East Hawaii Health Clinics is excited to introduce our fully operational robotic surgery center. This state-of-the-art equipment allows us to perform minimally invasive surgeries that would otherwise require greater surgery time and recovery time. We look forward to continuing to provide East Hawaii with exceptional surgical options.“ (Website East Hawaii Health Clinics) This type of care is available in Hilo, among other places. The small town on the Big Island has the latest medical technology, such as that used in Basel and Berlin. Hilo is surrounded by tropical rainforest. Nearby are Akaka Falls and Hawai’i Volcanoes National Park. In the city itself, giant banyan trees grow. One must not forget the many homeless people who are at the end of their tether. Like California, Hawai’i has not dealt with this problem. These people will never be able to afford treatment with a surgical robot.

Fig.: Oliver Bendel at the Akaka Falls (Photo: Stefanie Hauske)

Robot Hand Operates in the Dark

„Researchers at Columbia Engineering have demonstrated a highly dexterous robot hand, one that combines an advanced sense of touch with motor learning algorithms in order to achieve a high level of dexterity.“ (Website Columbia Engineering, 28 April 2023) Columbia Engineering reported this on its website on April 28, 2023. The text goes on to say: „As a demonstration of skill, the team chose a difficult manipulation task: executing an arbitrarily large rotation of an unevenly shaped grasped object in hand while always maintaining the object in a stable, secure hold. This is a very difficult task because it requires constant repositioning of a subset of fingers, while the other fingers have to keep the object stable. Not only was the hand able to perform this task, but it also did it without any visual feedback whatsoever, based solely on touch sensing.“ (Website Columbia Engineering, 28 April 2023) „While our demonstration was on a proof-of-concept task, meant to illustrate the capabilities of the hand, we believe that this level of dexterity will open up entirely new applications for robotic manipulation in the real world“, said Matei Ciocarlie according to the website. He is the Associate Professor in the Departments of Mechanical Engineering and Computer Science who developed the hand together with his graduate student Gagan Khandate.

Fig.: An artistic representation of a robot hand

Neue Doktorarbeit zu sozialen Robotern

In einer Doktorarbeit an der Universität Potsdam wird seit 2023 untersucht, wie Muster aus der Mensch-Mensch-Interaktion auf die Mensch-Roboter-Interaktion übertragen werden. Die Doktorandin Katharina Kühne wird von Prof. Dr. Martin Fischer (Universität Potsdam) und Prof. Dr. Oliver Bendel (FHNW) betreut. Beide forschen u.a. zu sozialen Robotern und geben in der Arte-Dokumentation „Werden wir Roboter lieben?“ einen Einblick in ihre Arbeit. Die Betreuungsvereinbarung wurde dieser Tage unterzeichnet. Oliver Bendel ist seit Dezember 2021 assoziierter Forscher der PECoG-Gruppe an der Universität Potsdam. Er tauscht sich seit 2019 regelmäßig mit ihren Mitgliedern aus und hält Vorträge vor Ort. Zudem publiziert man zusammen. Seine Forschungsinteressen sind soziale Roboter (Perspektiven: Informationsethik, Roboterethik, Maschinenethik; Themen: Informationelle Autonomie, Verantwortung in Pflege und Therapie, Wohlbefinden beim Einsatz von Sexrobotern, Chatbots und Sprachassistenten mit simulierter Empathie, Entscheidungsbäume mit moralischen Annotationen, Moralmenüs), Serviceroboter (Perspektiven: Informationsethik, Roboterethik, Maschinenethik; Themen: Informationelle Autonomie, Verantwortung beim Einsatz im öffentlichen Raum, Entscheidungsbäume mit moralischen Annotationen, Moralmenüs) und tierfreundliche Maschinen (Perspektiven: Informationsethik, Maschinenethik, Tier-Maschine-Interaktion; Themen: Schutz von Haus- und Wildtieren beim Einsatz von Robotern und Autos, Gesichtserkennung für Bären und Wölfe). Weitere assoziierte Forscher und Forscherinnen sind über www.uni-potsdam.de/de/pecog/mitarbeiterinnen/assoziierte-forscher aufgeführt.

Abb.: Alpha Mini vor dem Büro von Oliver Bendel

Wenn die KI den Partner ersetzt

„Manche Menschen gehen bereits romantische Beziehungen mit Chatbots ein. Künstliche Intelligenz simuliert Zuneigung und Trost. Kann man Gefühle einfach so programmieren?“ (Tagesspiegel, 3. Mai 2023) Dies fragt Max Tholl in einem Essay mit dem Titel „Wenn die KI den Partner ersetzt: Können Maschinen uns lieben?“ vom 3. Mai 2023. Zu Wort kommt mehrmals Prof. Dr. Oliver Bendel, der seit einem Vierteljahrhundert über Chatbots, Sprachassistenten und soziale Roboter schreibt und forscht. Er nähert sich dem Gegenstand mit einem Rückblick: „Innige Beziehungen zwischen Menschen und künstlichen Kreaturen haben eine lange Tradition in der Ideengeschichte, sagt der Philosoph und Wirtschaftsinformatiker Oliver Bendel. Sie finden sich schon in den mythologischen Erzählungen von Homer oder Ovid, später dann als Motiv in Science-Fiction-Geschichten.“ (Tagesspiegel, 3. Mai 2023) Der ganze Beitrag ist im Tagesspiegel hinter der Bezahlschranke zu finden und wird auch noch in der gedruckten Ausgabe erscheinen.

Abb.: Wenn ein Android den Partner ersetzt

Die Industrie baut endlich tierfreundliche Maschinen

Seit einigen Jahren bauen Prof. Dr. Oliver Bendel und seine Teams tierfreundliche Roboter als Prototypen. 2014 wurde LADYBIRD konzipiert, 2017 implementiert. Der vereinfachte Prototyp eines Saugroboters erkannte (simulierte) Marienkäfer auf dem (realen) Boden und stellte zu ihrem (angenommenen) Schutz seinen Betrieb ein. 2019 wurde HAPPY HEDGEHOG (HHH) umgesetzt. Der hochentwickelte Prototyp eines Mähroboters erkannte (simulierte) Igel auf dem (simulierten) Rasen und stellte zu ihrem (angenommenen) Schutz seinen Betrieb ein. Beide Prototypen wurden bei den AAAI Spring Symposia vorgestellt, LADYBIRD 2017, HHH 2021. Ideen dieser Art werden mehr und mehr von der Wirtschaft übernommen. Berti Kolbow-Lehradt hat für Golem den Goat G1 getestet. Das chinesische Unternehmen verspricht, „dass der Robomäher anhand KI-geschulter Kameras Igel, Lieblingsblumen und auch den Weg kreuzende Menschen verschont“ (Golem, 4. Mai 2023). Bei HAPPY HEDGEHOG wurden eine Wärmebildkamera und Objekterkennung auf der Basis von Machine Learning verwendet. Beim Goat G1 beauftragt man per App-Funktion „die Kameras, speziell auf Igel, Katzen, Hunde und Schläuche zu achten, um diesen rechtzeitig auszuweichen“ (Golem, 4. Mai 2023). Bei den Testläufen des Magazins war das Ergebnis mit Igelattrappen aber unbefriedigend. „Eines von zwei Modellen überfährt der Goat G1 und lässt einen Scherbenhaufen zurück. Vor dem zweiten, etwas größeren und abweichend gefärbten Modell dreht er zumindest in den meisten Fällen rechtzeitig ab. Auf Anfrage erklärt Ecovacs, dass das KI-Training mit Igelbildern noch andauere und bisher nicht alle regionalen Varianten vollständig erfasst habe.“ (Golem, 4. Mai 2023) Wichtig ist insgesamt, dass die Industrie mit Blick auf den Einsatz von autonomen Maschinen erkannt hat, dass Tierschutz wichtig ist und man dies auch den Kunden vermitteln kann. Damit hat sich die (Vor-)Arbeit der Wissenschaft mehr als gelohnt.

Abb.: Ein Mähroboter im Betrieb

Ein Sprachmodell für Brain-Computer-Interfaces

Ein Forscherteam von der University of Texas hat ein neues Verfahren für Brain-Computer-Interfaces vorgestellt, mit dem die Vision des Gedankenlesens ein wenig näher rückt. Verwendet wird in der Studie – das ist ein entscheidender Punkt – ein Sprachmodell wie GPT, in Kombination mit Magnetresonanztomografie. Generell können solche Systeme im Moment allenfalls wahrscheinliche Phrasen vorschlagen. Sie machen noch viele Fehler. Diese dürften sich in Zukunft aber zum Teil beheben lassen. Von Bedeutung wären solche Verfahren für Schwerbehinderte, etwa Querschnittsgelähmte. Diese können über Brain-Computer-Interfaces bereits Geräte mit Gedanken steuern – in ein paar Jahren wären sie in der Lage, über Gedanken mit anderen zu kommunizieren. Interessiert werden auch Polizei, Geheimdienst und Verfassungsschutz sein. Selbst bei gegebenem Kooperationswillen kann es sich um einen Übergriff handeln. Ohne einen gegebenen Kooperationswillen, der im Moment noch Grundlage der Methode ist, kann es sich um psychische Gewalt handeln. Es wäre auf jeden Fall ein Eingriff in die Intim- und Privatsphäre. Der Mensch steht mit seinen Gedanken nackt vor den anderen da. Dies gilt insbesondere, aber nicht nur, bei sexuellen Vorstellungen. Ferner kann man evtl. auch an politische und moralische Überzeugungen oder an Passwörter herankommen. Die Studie zeigt, dass Sprachmodelle für alle möglichen Zwecke eingesetzt werden können und auch eingesetzt werden, bei den entsprechenden Chancen und Risiken. Die Nachrichtensendung 10 vor 10 im SRF hat dem Thema am 3. Mai 2023 einen Beitrag gewidmet. Darin kommen Prof. Dr. Lutz Jäncke (Universität Zürich), Dr. Ricardo Chavarriaga (ZHAW) und Prof. Dr. Oliver Bendel (FHNW) zu Wort. Der Artikel mitsamt dem Video kann über www.srf.ch/news/experiment-in-den-usa-gedanken-entschluesseln-dank-hirn-scans-und-ki abgerufen werden.

Abb.: Ein Affe in einem Magnetresonanztomografen

Podcast „Die ultimative Maschine“

„Inspirierend anders“, der Podcast von Luca Beutel, geht in die Forschung. Für die ersten beiden Folgen hat der Mann mit dem Schnäuzer mit Prof. Dr. Oliver Bendel gesprochen. Der Technikphilosoph lebt in Zürich und arbeitet an mehreren Hochschulen der FHNW. Die erste Folge, ausgestrahlt seit dem 2. Mai 2023, heißt „#165 IAF – Die ultimative Maschine: Wie Robotik die Grenzen der Menschheit erweitert“. Oliver Bendel stellt darin die Grundlagen der Robotik dar und bringt diese in einen Zusammenhang mit der Künstlichen Intelligenz (KI). Ursprünglich wurden deren Gegenstände zusammengedacht. Dann haben sie sich aber getrennt entwickelt. Nun wachsen Roboter und KI-Systeme immer mehr zusammen. Eine Woche später erscheint die zweite Folge mit dem Titel „#167 IAF – Menschliche Bedürfnisse, robotische Lösungen: Die Zukunft der menschenähnlichen Roboter“. Darin geht es u.a. um ethische und ästhetische Fragen, die sich zu sozialen Robotern wie Pflegerobotern und Sexrobotern stellen. Die erste Folge kann u.a. über Spotify aufgerufen werden.

Abb.: Oliver Bendel am Campus Brugg-Windisch (Foto: Dominic Büttner)

Preprint on Bar Robots Published

From March 27-29, 2023, the AAAI 2023 Spring Symposia featured the symposium „Socially Responsible AI for Well-being“ by Takashi Kido (Teikyo University, Japan) and Keiki Takadama (The University of Electro-Communications, Japan). This time the venue was exceptionally not Stanford University, but the Hyatt Regency SFO Airport. On March 28, Prof. Dr. Oliver Bendel and Lea Peier presented their paper „How Can Bar Robots Enhance the Well-being of Guests?“. The paper has now been published as a preprint and can be downloaded via arxiv.org/abs/2304.14410. From the abstract: „This paper addresses the question of how bar robots can contribute to the well-being of guests. It first develops the basics of service robots and social robots. It gives a brief overview of which gastronomy robots are on the market. It then presents examples of bar robots and describes two models used in Switzerland. A research project at the School of Business FHNW collected empirical data on them, which is used for this article. The authors then discuss how the robots could be improved to increase the well-being of customers and guests and better address their individual wishes and requirements. Artificial intelligence can play an important role in this. Finally, ethical and social problems in the use of bar robots are discussed and possible solutions are suggested to counter these.“ More information on the conference via aaai.org/conference/spring-symposia/sss23/.

Fig.: Lea Peier during her talk

The Länd setzt auf Spot

Im Innovation Lab der Polizei Nordrhein-Westfalen testet man seit einer Weile den Einsatz von Spot, eines vierbeinigen Roboters von Boston Dynamics. Dieser erkundete u.a. ein ausgebranntes Haus in Essen. Mit Spot experimentiert auch die New Yorker Polizei, was immer wieder für Diskussionen sorgt. Baden-Württemberg („The Länd“) hat in diesen Tagen nachgezogen. Die offizielle Website des Landes zitiert Innenminister Thomas Strobel mit den Worten: „Laufroboter können sich in schwierigem Gelände und im urbanen Umfeld mit Hindernissen wie Treppen oder Absätzen sicher fortbewegen und sind schnell, unkompliziert und vielseitig einsetzbar. Sie sind schneller und verwischen am Tatort weniger Spuren als herkömmliche Roboter auf Rädern oder Ketten, wie sie beispielsweise unser Landeskriminalamt bereits einsetzt.“ (Baden-Württemberg, 28. April 2023) Spot wird neben anderen Systemen in dem Paper „Robots in Policing“ von Prof. Dr. Oliver Bendel thematisiert, das in den Proceedings „Social Robots in Social Institutions“ der Robophilosophy 2022 erschienen ist. Polizeiroboter und KI-Systeme sind auch Gegenstand des CAS Zukunftsorientierte Polizeiarbeit. Verantwortlich für diesen Teil ist wiederum Oliver Bendel.

Abb.: Spot auf einer Messe

Eine neue Hochschule für Informatik

In der Schweiz soll eine neue Hochschule für Informatik FHNW mit einem Standort in Brugg-Windisch und einem Standort nördlich des Jura (Basel-Landschaft und Basel-Stadt) gegründet werden. Sie soll ihren Studienbetrieb im Herbst 2025 aufnehmen und ab diesem Zeitpunkt die bestehenden Informatikstudiengänge der Hochschule für Technik FHNW übernehmen. In der Leistungsauftragsperiode 2025 – 2028 wird sie laut Plan weitere Aus- und Weiterbildungsangebote aufbauen sowie Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten entfalten. Ziel der neuen Hochschule ist es, in der Nordwestschweiz die von Wirtschaft und Verwaltung benötigten Informatiker aus- und weiterzubilden. Die Studiengänge und -angebote der Hochschule für Wirtschaft FHNW in Wirtschaftsinformatik, Künstlicher Intelligenz und Robotik sind von dieser Neuerung nicht betroffen. Das Portfolio der HSW bleibt damit unverändert. Die Hochschule für Informatik FHNW wird die zehnte Hochschule unter dem Dach der Fachhochschule Nordwestschweiz sein. Berichtet haben über die Neugründung u.a. Nau und Inside IT.

Abb.: Informatik ist für unterschiedliche Branchen wichtig

Aus Oasis wird AISIS

Oasis war eine erfolgreiche britische Band, die 1991 gegründet und 2009 aufgelöst wurde. Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz wurde sie nun wieder zum Leben erweckt. Das Projekt stammt von der Band Breezer. Sie nahm neue Lieder auf, die sie mit der KI-Stimme des Oasis-Frontmanns Liam Gallagher ergänzte. Dies berichtete Golem am 28. April 2023. Dabei wurde nach Angaben des Magazins das KI-System lediglich dafür eingesetzt, den Klang von Liam Gallaghers Stimme zu imitieren. Der Gesang samt den Modulationen stammt von einem anderen Sänger. „Das Ergebnis der KI-Bearbeitung, aber auch die Leistung der Musiker ist beeindruckend: Die Songs gehen ohne weiteres als Oasis-Songs der späten 1990er Jahre durch.“ (Golem, 28. April 2023) Das Album „AISIS – The Lost Tapes/Vol. 1“ kann u.a. über YouTube aufgerufen werden.

Abb.: Eine Band bei ihrem Auftritt

Ethische Implikationen von ChatGPT

Am 26. Mai 2023 hält Prof. Dr. Oliver Bendel einen Gastvortrag beim scil-Modul „Dialogorientierte Lern- und Assistenzsysteme“ an der Universität St. Gallen. Der Titel lautet „Ethische Implikationen von ChatGPT“. Aus Sicht von Informations- und Maschinenethik werden verschiedene Überlegungen zu ChatGPT angestellt. Zunächst ist die Frage, woher die Daten für das zugrunde liegende Sprachmodell kommen und unter welchen Bedingungen das Reinforcement Learning from Human Feedback abläuft. Zudem dürfte relevant sein, welche Daten man beim Prompt preisgibt und welche Prompts auf welche Art und Weise zurückgewiesen werden. Ein weiteres Problemfeld ist das Halluzinieren der Sprachmodelle bzw. der darauf basierenden Anwendungen. Diese verdrehen Fakten und erfinden Referenzen. Nicht zuletzt ergeben sich für zahlreiche Anwendungsfelder wie Aus- und Weiterbildung besondere Herausforderungen … Mit Visual ChatGPT soll man über Texteingaben Bilder generieren und dann einzelne Elemente editieren können. Solche und andere Bildgeneratoren wie DALL-E, Stable Diffusion und Midjourney werfen wiederum zahlreiche ethische Fragen auf. GPT-3 und GPT-4 bzw. ChatGPT sind nicht nur für bzw. als Chatbots und Contentgeneratoren relevant, sondern auch für Industrie- und Serviceroboter. In diesem Bereich hat indes vor allem das Sprachmodell PaLM-E Aufmerksamkeit erregt. Indem Bilddaten und Daten zu Zuständen und Ereignissen integriert werden, werden Virtualität und Realität verbunden. Konkret kann der Benutzer mit Hilfe eines Prompts einem Roboter eine Anweisung geben, die dieser dann in seiner Umgebung ausführt, die er vorher beobachtet hat und weiter beobachtet. Dabei sind wiederum Herausforderungen vorhanden, etwa mit Blick auf Verlässlichkeit und Haftung. Oliver Bendel hat vor einem Vierteljahrhundert an der Universität St. Gallen gearbeitet – als Leiter des CC E-Learning – und geforscht, zu Conversational Agents und Embodied Conversational Agents in Lernumgebungen, sogenannten Pedagogical Agents. Weitere Informationen zum scil über www.scil.ch.

Abb.: Auch Pepper hat man schon mit ChatGPT verbunden (Foto: Sara Zarubica)

Der Avatar Jade als Wettermoderatorin

Beim Privatsender M Le Média ist seit Anfang April 2023 der Avatar Jade als Wettermoderatorin zu sehen. Dies sorgt für Aufregung bei den Schweizer Medien und ihren Rezipienten. Allerdings ist die Idee, einen Avatar als Nachrichtensprecher oder für die Durchsage des Wetterberichts einzusetzen, nicht gerade neu. Die ersten Versuche gab es bereits vor einem Vierteljahrhundert. Im Lexikon der Wirtschaftsinformatik von Springer aus dem Jahre 2001 ist ein Beitrag von Oliver Bendel zum Begriff des Avatars abgedruckt, der diese Passagen enthält: „Avatare finden zum einen Verwendung in kollaborativ genutzten virtuellen Räumen wie Chats, Internet-Spielwelten (MUDs und MOOs), webbasierten Lern- und Arbeitsumgebungen und kommerziellen 3D-Anwendungen (Virtual Reality). Sie fungieren dort als sichtbare und teils auch bewegliche und manipulierbare Stellvertreter eines Benutzers.“ Sie können „zum anderen eine beliebige Figur mit bestimmten Funktionen repräsentieren“. „Solche Avatare treten – beispielsweise als Kundenberater und Nachrichtensprecher – im Internet auf oder bevölkern als Spielpartner und -gegner die Abenteuerwelten von Computerspielen. Sie haben häufig ein anthropomorphes Äußeres und eigenständige Verhaltensweisen oder sogar regelrechte Charaktere.“ Der Beitrag ist bereits im Jahre 2000 entstanden und eingereicht worden und verweist auf Beispiele um die Jahrtausendwende. Von daher haben Avatare dieser Art eine lange Tradition. Beeindruckend ist Jade trotzdem – sie wirkt sehr natürlich und sympathisch und scheint durchaus in der Lage, Sprecher aus Fleisch und Blut zu ersetzen.

Abb.: Jade bei ihrer Moderation am 20. April 2023 (Foto: M Le Média/YouTube)

Mit dem Chatbot @llegra auf Rätoromanisch plaudern

Chatbots und Sprachassistenten – sogenannte Conversational Agents – entstanden an der Hochschule für Wirtschaft FHNW von 2012 bis 2022 vor allem im Kontext der Maschinenethik und Sozialen Robotik. Prof. Dr. Oliver Bendel widmet sich nun verstärkt toten, ausgestorbenen und gefährdeten Sprachen. @ve für Latein war 2022 ein erster Versuch in dieser Richtung. Der Chatbot basiert auf dem Sprachmodell GPT-3. Die tote Sprache Latein wurde durch @ve ein Stück weit wieder lebendig. Im März 2023 startete auf Initiative des Technikphilosophen ein weiteres Projekt, in dem der Chatbot @llegra entwickelt wird. Dieser soll das Rätoromanische beherrschen, genauer gesagt das Idiom Vallader, das im Unterengadin zwischen Martina im Nordosten und Zernez im Südwesten sowie im Val Müstair gesprochen wird und gefährdet ist. Der Benutzer kann Text eintippen und bekommt Text ausgegeben. Zudem spricht @llegra mit Hilfe eines Text-to-Speech-Systems der Firma SlowSoft, die das Projekt unterstützt. Die Basis ist wieder, wie bei @ve, das Sprachmodell GPT-3. Für die Umsetzung konnte Dalil Jabou gewonnen werden. Für technische Aspekte steht zusätzlich Prof. Dr. Bradley Richards zur Verfügung. Das Projekt dauert bis August 2023.

Abb.: In Zernez wird das Idiom Vallader gesprochen

Yowai Robotto

How do social robots emerge from simple, soft shapes? As part of their final thesis in 2021 at the School of Business FHNW, 23-year-old students Nhi Tran Hoang Yen and Thang Hoang Vu from Ho Chi Minh City (Vietnam) have answered this question posed by their supervisor Prof. Dr. Oliver Bendel. They have submitted eleven proposals for novel robots. The first is a pillow to which a tail has been added. Its name is Petanion, a portmanteau of „pet“ and „companion“. The tail could move like the tail of a cat or dog. In addition, the pillow could make certain sounds. It would be optimal if the tail movements were based on the behavior of the user. Thus, as desired, a social robot is created from a simple, soft form, in this case a pet substitute. Petanion is soft and cute and survives a long time. It can also be used if one has certain allergies or if there is not enough space or money in a household for a pet. Last but not least, the ecological balance is probably better – above all, the robot does not eat animals that come from factory farming. The inspiration may have been Qoobo, a pillow with a tail, designed to calm and to „heal the heart“. Panasonic also believes in robots that emerge from simple, soft forms. It promotes its new robot NICOBO as a „yowai robotto“, a “weak” robot that has hardly any functions or capabilities. The round, cute robot has two separate displays as eyes and a tail that it constantly moves. According to the company, it is aimed primarily at singles and the elderly. There could well be a high demand for it, even beyond the target groups.

Fig.: NICOBO in the arms of its owner (Photo: Panasonic)

KI-generierter Song à la Drake und The Weeknd

Auf TikTok findet sich ein neuer Musikclip der beiden kanadischen Sänger Drake und The Weeknd. Golem meldete am 17. April 2023: „Der Titel wurde vom Kanal ghostwriter977 veröffentlicht und ist eigenen Angaben zufolge komplett mithilfe einer künstlichen Intelligenz erstellt worden.“ (Golem, 17. April 2023) Das einminütige Stück hat es inzwischen auf YouTube geschafft, in der ursprünglichen – nach zwei Tagen bereits mehr als tausendmal kommentiert – und in einer verbesserten Version. Beide hat man allerdings wohl aus Rechtsgründen entfernt. Golem schreibt weiter: „Für die Musikindustrie dürften derartige Musikstücke, die zumindest beim ersten und zweiten Hinhören sehr echt klingen, ein Problem sein. Drake hatte sich in der Vergangenheit bereits bei anderen KI-Songs mit seiner Stimme kritisch bis verärgert gezeigt. Der Produzent von Jay-Z, Young Guru, spricht von einem Geist, der aus der Flasche gelassen wurde. Zum einen könne man den technologischen Fortschritt nicht aufhalten, zum anderen müssten die Rechte der Kunstschaffenden geschützt werden.“ (Golem, 17. April 2023) Die individuelle Stimme, verbunden mit gesprochener Sprache, kann bereits seit einigen Jahren mit Hilfe künstlicher Intelligenz imitiert werden. Darauf geht etwa der Beitrag „The Synthetization of Human Voices“ von Prof. Dr. Oliver Bendel aus dem Jahre 2017 ein. Inzwischen stellt auch gesungene Sprache lebender und toter Künstler kein Problem mehr dar.

Abb.: Eine CD von The Weeknd

The Rebirth of Vector

During the first implementation of the elective module „Social Robots“ at the School of Business FHNW, orders were placed for Vector 2.0, the successor to Vector. After a year and a half, the company Digital Dream Labs has delivered the small social robot. The company had bought the rights from Anki, which had failed with its first versions of Cozmo and Vector, although they were very well made and sold a lot. Unlike its brother Cozmo, Vector listens to voice commands. The company writes on its website: „Say hey to Vector, the first home robot that will steal your heart, not your data. Smart right out of the box, Vector is more than a robot companion. Curious, independent and powered by AI and state-of-the-art robotics, he can read the room, share the weather forecast, set a timer (no overcooked dinner on his watch), take a snapshot and so much more. Vector is your sidekick who’s up for anything but mostly just wants to make you laugh.“ (Website DDL) About the robot’s technologies, the company writes: „Qualcomm 200 Platform, HD camera with 120 Ultra Wide FOV, Beamforming Four-Microphone Array, Infrared Laser Scanner, 6-Axis IMU, High-Res Color IPS Display, and WiFi connection.“ (Website DDL) The camera is connected with object recognition and face recognition, as in the case of Cozmo. Vector „can recognize people and objects while detecting and avoiding obstacles“ (Website DDL). The first impression is good. The companion robot is fast, agile, and funny. Edge detection works even on difficult surfaces like glass tables. The sounds are different from Cozmo, but also very appealing and cute. You have to formulate the voice commands very accurately. It helps if you are a native speaker of either American or British English. More Information via www.digitaldreamlabs.com/products/vector-robot.

Fig.: Vector in action

New Yorker Polizei setzt auf K5 und Spot

Das New York City Police Department (NYPD) sieht Serviceroboter „für Straßenpatrouillen und Überwachung“ (Golem, 14. April 2023) vor. „Neben dem Roboterhund Spot soll künftig zusätzlich ein eigenständiges Modell vom Typ Knightscope K5 eingesetzt werden.“ (Golem, 14. April 2023) Dies schreibt Oliver Nickel in Golem unter Berufung auf Aussagen des New Yorker Bürgermeisters Eric Adams bei einer Pressekonferenz. Sowohl Spot als auch K5 sind Thema des Papers „Robots in Policing“ von Prof. Dr. Oliver Bendel, das in den Proceedings „Social Robots in Social Institutions“ der Robophilosophy 2022 erschienen ist. Mit Sicherheits- und Überwachungsrobotern wie dem K5 beschäftigt sich der Technikphilosoph aus Zürich seit Jahren. In dem Artikel „Mehr Unsicherheit mit Sicherheitsrobotern?“, erschienen 2016 in der Zeitschrift SicherheitsForum, nahm er u.a. die ethische Perspektive ein. Bereits ein paar Monate vorher veröffentlichte Inside IT den Beitrag „Blechpolizisten mit Elektroschockern: Beobachtungen zu Überwachungsrobotern“. Ohne Zweifel gewinnt das Thema in diesen Tagen an Bedeutung, wegen der Einsätze in den USA, aber auch der Pläne in Deutschland – das Innovation Lab der Polizei Nordrhein-Westfalen in Duisburg testet derzeit Modelle wie Spot.

Abb.: Motorräder der New Yorker Polizei

Self-driving Vehicles Blocked Traffic in Frisco

„Five self-driving vehicles blocked traffic early Tuesday morning in the middle of a residential street in San Francisco’s Balboa Terrace neighborhood, apparently waylaid by fog that draped the southwestern corner of the city.“ (San Francisco Chronicle, 11 April 2023) The San Francisco Chronicle reported this in an article published on April 11, 2023. The fact that fog is a problem for Waymo’s vehicles has been known to the company for some time. A blog post from 2021 states: „Fog is finicky – it comes in a range of densities, it can be patchy, and can affect a vehicle’s sensors differently.“ (Blog Waymo, 15 November 2021) Against this background, it is surprising that vehicles are allowed to roll through the city unaccompanied, especially since Frisco – this name comes from sailors – is very often beset by fog. But fog is not the only challenge for the sensors of self-driving cars. A thesis commissioned and supervised by Prof. Dr. Oliver Bendel presented dozens of phenomena and methods that can mislead sensors of self-driving cars. The San Francisco Chronicle article „Waymo says dense S.F. fog brought 5 vehicles to a halt on Balboa Terrace street“ can be accessed at www.sfchronicle.com/bayarea/article/san-francisco-waymo-stopped-in-street-17890821.php.

Fig.: San Francisco in April 2023

Von Halluzinationen befreit?

„Das Heidelberger KI-Start-up Aleph Alpha hat nach eigenen Angaben erstmals einen Meilenstein auf dem Weg zu inhaltlich korrekter, erklärbarer und vertrauenswürdiger künstlicher Intelligenz erreicht. Eine nun verfügbare Erweiterung des hauseigenen Sprachmodells Luminous sei in der Lage, Zusammenhänge in Informationen und faktische Korrektheit auf Basis von gesicherten Fakten nachzuvollziehen …“ (Spektrum, 13. April 2023) Dies schrieb Spektrum der Wissenschaft am 13. April 2023 unter Berufung auf das Unternehmen. „Gleichzeitig sei das System in der Lage, darzustellen, welche Textstellen in einer Quelle die generierte Antwort verursacht haben oder im Widerspruch dazu stehen.“ (Spektrum, 13. April 2023) ChatGPT ist dafür bekannt, dass es nicht nur in seinen Aussagen halluziniert, etwa wenn es Falschinformationen zu Personen liefert, sondern auch in seinen Verweisen – so werden URLs generiert, die auf den ersten Blick plausibel aussehen und deren Domain oft korrekt ist, die dann aber – da der Pfad erfunden ist – ins Leere verweisen. Grundsätzlich ist die Behauptung von Faktizität und der Erfüllung von Anforderungen der Explainable AI und der Trustworthy AI in diesem Zusammenhang mit Vorsicht zu genießen – aber es wäre erfreulich, wenn Luminous weniger eine Münchhausen-Maschine wäre als der eine oder andere Konkurrent und von Halluzinationen befreit werden könnte.

Abb.: Von Halluzinationen befreit?

Die Maschinenethik in der Maschinenindustrie

Der Maschinenethik sind in der Technischen Rundschau 3/2023 ganze vier Seiten gewidmet. Den Kern bilden ein Beitrag von Prof. Dr. Oliver Bendel und ein Interview mit ihm. Der Informations- und Maschinenethiker hatte sich in den 1990er-Jahren mit der Frage nach der Verantwortung von Maschinen beschäftigt und war zum Schluss gekommen, dass diese weder Verantwortung tragen noch zur Verantwortung gezogen werden können. Zudem interessierte er sich dafür, ob Maschinen Pflichten haben können, was er verneint – stattdessen spricht er in einem schwachen Sinne von Verpflichtungen oder von Aufgaben. Ab 2012 widmete er sich dann der Begründung einer funktionalen Moral von Maschinen. Maschinen können nach seiner Meinung keinen guten oder bösen Willen haben, kein Bewusstsein, keine Intuition und keine Empathie. Man kann ihnen aber moralische Regeln beibringen, an die sie sich strikt halten oder die sie selbst abändern und anpassen. Ab 2013 wurden von ihm zahlreiche Prototypen der Maschinenethik entwickelt. Die Disziplin hat auch im Zusammenhang mit generativer KI an Bedeutung gewonnen. Das E-Paper des Hefts kann über epaper.technische-rundschau.ch/?/shelf/ aufgerufen werden. Der Beitrag steht als PDF zur Verfügung.

Abb.: Eine Skulptur im Freien