Die Ausstellung mit Gemälden des afroamerikanischen Künstlers Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich ist sehenswert – lesenswert ist sie nicht. Die deutschen Texte sind manipulativ auf mehreren Ebenen. So steht in einem Begleittext neben den Bildern: „Jahrhundertelang widerstanden Schwarze Amerikaner:innen Bedingungen von Unterdrückung und schufen trotz Versklavung und Ungleichheit eine reiche Kultur. In der Serie hier gezeigter Porträts zollt Marshall Sklavenrebell:innen, Poet:innen, Künstler:innen, Abolitionist:innen und Aktivist:innen Tribut.“ Es handelt sich um dysfunktionale, aktivistische, ideologische, diskriminierende, moralisierende Sprache, die den Besucher nicht ernst nimmt, ihn erziehen, umerziehen, ihm eine Meinung und eine Sichtweise aufzwingen will, sich zwischen ihn und die Werke schiebt und die Werke ihrer Autonomie beraubt. Dabei folgt die Sprache der Verantwortlichen einem klaren Plan. An anderer Stelle heißt es nämlich: „Einige Sklavenbesitzer förderten nicht die Ehe …“. Wo überall Doppelpunkte im Wortinneren erscheinen, um die Wortstruktur zu zerstören und die -bedeutung aufzulösen, kann eine solche Form nicht mehr generisch sein – sie muss männlich sein. Die Bösen, das ist hier die Auskunft, sind die Männer, und nur diese haben in diesem Zusammenhang gefehlt. Allerdings gibt es zahlreiche weibliche Sklavenhalter in der Geschichte. Martha Washington ist ein Beispiel für den amerikanischen Süden. Im Römischen Reich konnten wohlhabende Frauen ganz selbstverständlich Sklaven besitzen, ebenso in verschiedenen afrikanischen Gesellschaften. Auf diese Weise wird Sprache ebenso manipuliert wie der Besucher – und die Geschichte. Das Kunsthaus ist nicht nur durch seine NS-Kunst auf Abwege geraten.
Im Museum für Gestaltung ist noch bis zum 31. Mai 2026 die Ausstellung „More than Human – Design mit der Natur“ zu sehen. Auf der Website heißt es: „Wir Menschen teilen uns den Planeten mit unzähligen anderen Lebewesen. Angesichts der fortschreitenden Erderwärmung und des globalen Artenrückgangs muss Gestaltung über menschliche Bedürfnisse hinausgehen: Auf dem Spiel stehen Fortbestand und Sicherung ganzer Lebensräume. Wie das gelingen kann und welches Potenzial Design dabei entfalten kann, zeigen innovative Projekte an der Schnittstelle von Architektur, Kunst und Technologie. Die ausgewählten Arbeiten verbinden aktuelle Forschung mit traditionellen Praktiken und lehren uns, wieder mit der und für die Natur zu gestalten.“ Ein besonderes Vergnügen ist „Seduce me“ mit Isabella Rossellini. Sie verkörpert in jeder Folge eine andere Tierart und erläutert auf humorvolle Weise die jeweilige Fortpflanzungsart. Der Ausstellung hätte es sicher gutgetan, wenn man ein Forschungsfeld wie Animal-Computer Interaction einbezogen hätte, zumal im Dezember die führende Konferenz in diesem Bereich in die Schweiz kommt. Zudem hätte man wieder einmal besser auf moralisierende, pädagogische Erklärungen in einer Sondersprache, die die Mehrheit der Bevölkerung ablehnt, verzichtet. Man sollte den Kunstwerken und Wissenschaftsprojekten nicht ihre Autonomie nehmen und nicht den Besucher unterschätzen, der sich selbst eine Meinung bilden und eine Haltung einnehmen kann. Weitere Informationen zur Ausstellung sind über museum-gestaltung.ch/de/ausstellung/more-human-design-mit-der-natur verfügbar.
Unter dem Titel „KI trifft Autismus“ veranstaltet autismus schweiz am 30. Mai 2026 eine Fachtagung, die sich der Rolle künstlicher Intelligenz in der Gesellschaft und im Kontext von Autismus widmet. Im Fokus stehen aktuelle Entwicklungen aus KI und Robotik sowie deren Einfluss auf Alltag, Forschung und Lebensrealitäten, verbunden mit einer Einordnung der Chancen und Herausforderungen dieser Technologien. Fachliche Impulse liefern Matthias Schüssler, Dr. Maya Schneebeli, Prof. Dr. André Frank Zimpel, Dr. Christa Schmid Meier und Prof. Dr. Oliver Bendel. Das detaillierte Programm wurde in der offiziellen Ausschreibung veröffentlicht. Die Teilnahme ist sowohl vor Ort als Live-Anlass im großen Hörsaal Nord des Universitätsspitals Zürich als auch zeitversetzt über eine On-Demand-Version möglich. Während der Live-Veranstaltung werden die Referate aus dem Hauptraum zusätzlich in einen Nebenraum übertragen, der speziell für Personen im Autismus-Spektrum vorgesehen ist. Die Aufzeichnung steht etwa zehn Tage nach dem Anlass bis Ende Juli 2026 über das Veranstaltungsportal zur Verfügung. Weitere Informationen sind über portal.autismus.ch/veranstaltungen/202 abrufbar.
Abb.: Roboter wie QTrobot sollen autistischen Kindern helfen (Foto: Sarah Bestgen)
Im Wahlmodul „Soziale Roboter aus technischer, wirtschaftlicher und ethischer Sicht“ vom 12. bis 14. Februar 2026 am FHNW-Campus Brugg-Windisch wurden von den Studenten und Studentinnen sechs Konzepte sozialer Roboter präsentiert. PlantBuddy ist ein humanoider Pflanzenpfleger, der Zimmerpflanzen automatisch bewässert, je nach Sonnenbedarf verschiebt und so für optimale Wachstumsbedingungen sorgt. Gluco-Guard richtet sich an Menschen mit Diabetes und kombiniert gesundheitliche Unterstützung mit emotionaler Begleitung in Form tierähnlicher Roboterfiguren. Coach Arnold ist ein Trainingsassistent für Fitnessstudios, der Mitglieder erkennt, personalisierte Trainingspläne erstellt, Übungen analysiert und zusätzlich organisatorische Aufgaben übernehmen kann. Conviva wurde als sozialer Serviceroboter für die Gastronomie konzipiert und fungiert im Restaurant als Gesprächspartner und Empfehlungsgeber für allein speisende Gäste. Babyball unterstützt Eltern im Alltag, fördert die motorische Entwicklung von Kleinkindern und integriert Sicherheitsfunktionen wie Kamera- und Benachrichtigungssysteme. CONNECTO schließlich ist ein Gebärdensprachenassistent, der gesprochene Sprache in Gebärdensprache übersetzt und so die Kommunikation zwischen hörenden und gehörlosen Menschen erleichtert. Alle Modelle wurden unter Verwendung von Bildgeneratoren visualisiert und mit Hilfe des Fünf-Dimensionen-Modells von Oliver Bendel beschrieben. Er führt das Wahlmodul unter verschiedenen Bezeichnungen und mit unterschiedlichen Schwerpunkten in Olten und Brugg-Windisch seit 2021 durch.
Abb.: Conviva, ein sozialer Roboter für die Gastronomie
The elective module „Soziale Roboter aus technischer, wirtschaftlicher und ethischer Sicht“ („Social Robots from a Technical, Economic, and Ethical Perspective“) led by Oliver Bendel took place from February 12 to 14, 2026 at the FHNW in Brugg-Windisch. It is primarily designed for prospective business economists, although students of information systems are also welcome to participate. Dr. Amol Deshmukh joined the module once again as a guest speaker. In his presentation, „Improving Hand Hygiene in Schools with Socially Assistive Robots“, he outlined his research at the intersection of social robotics, artificial intelligence, and human behavior. Dr. Deshmukh is a Marie Curie Postdoctoral Research Fellow at ETH Zurich and is known for adapting human-robot interaction to global and resource-constrained contexts. His work has attracted international media attention for its emphasis on tangible societal impact. In his talk, he explored how social robots can encourage hand hygiene in schools, addressing both cultural and socio-economic dimensions of implementing such technologies. A range of robots from Oliver Bendel’s private Social Robots Lab were available on site, including Unitree Go2, Alpha Mini, Cozmo, Vector, AIBI, Furby, Booboo, and Hugvie. At the conclusion of the elective module, students designed their own social robots – supported in part by generative AI – focusing on concepts they considered useful, meaningful, or simply appealing. The elective modules have been offered since 2021 and continue to enjoy great popularity.
The elective module „Soziale Roboter aus technischer, wirtschaftlicher und ethischer Sicht“ („Social robots from a technical, economic, and ethical perspective“) by Prof. Dr. Oliver Bendel will be held again from February 12 to 14, 2026 at the FHNW in Brugg-Windisch. It is primarily aimed at aspiring business economists, but prospective information systems specialists can also take part. Dr. Amol Deshmukh has been invited again as a guest speaker. He previously worked for the University of Glasgow and now conducts research at ETH Zurich. He will give a talk entitled „Improving Hand Hygiene in Schools with Socially Assistive Robots“. Unitree Go2, Alpha Mini, Cozmo, Vector, AIBI, Furby, Booboo, and Hugvie from Oliver Bendel’s private Social Robots Lab will also be on site. Social Robotics Girl, a so-called GPT who specializes in this topic, will be available as a tutor throughout the event. Basic works are „Soziale Roboter“ (2021) and „300 Keywords Soziale Robotik“ (2021). At the end of the elective module, students design social robots – also with the help of generative AI – that they find useful, meaningful, or simply attractive. The elective modules have been offered since 2021 and are very popular.
Das Amt für Wirtschaft (Abteilung Standortförderung) des Kantons Zürich lädt zum Jubiläumsapéro der Informatiktage ein, mit anschließender STEAM Challenge. Auf der Website heißt es: „Die Informatiktage jähren sich 2026 bereits zum 10. Mal. Das will gefeiert werden!“ (Website Amt für Wirtschaft) Eingeladen sind Gastgeber, Unterstützer und Freunde der Informatiktage. Es können laut Amt für Wirtschaft jeweils bis zu drei Personen pro Organisation teilnehmen. Im Anschluss an den Apéro werden ein Freikartenkontingent und ein Kontingent mit vergünstigten Karten für die STEAM Challenge offeriert: „An dieser Challenge bringen sechs Teams und Einzelpersonen ihre verblüffenden Ideen auf die Bühne und treten gegeneinander an. Wer schafft es, Comedians (Gülsha Adilji, Reena Krishnaraja und Zukkihund), Jury und Publikum zu überzeugen?“ (Website Amt für Wirtschaft) Eines der Teams stammt von der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Das zeigt, dass Zürich das umliegende Ausland – hier Aargau und Solothurn, wenn man die involvierten Standorte berücksichtigt – mit offenen Armen empfängt. Es dreht sich, so viel kann schon verraten werden, um Animal-Computer Interaction. Hier geht es zur Anmeldung.
Abb.: Das Plakat zur STEAM Challenge (Bild: Amt für Wirtschaft/Innovation Zürich/Future Lab)
Vor 10 Jahren fand zum ersten Mal der CYBATHLON statt. Damit begann ein faszinierendes und inspirierendes Projekt, das sich um Inclusive AI und Inclusive Robotics dreht. Ins Leben gerufen hat den Wettkampf, bei dem behinderte und beeinträchtigte Personen miteinander und gegeneinander antreten, Prof. Dr. Robert Riener von der ETH Zürich. Beim CYBATHLON 2016 war der SRF-Moderator Tobias Müller fünfmal im Gespräch mit Prof. Dr. Oliver Bendel, Technikphilosoph aus Zürich, der den Einsatz von Implantaten, Prothesen und Robotern einordnete und bewertete. Einmal war Prof. Dr. Lino Guzzella mit dabei, der damalige ETH-Präsident, einmal Robert Riener. Die letzte Durchführung des CYBATHLON erfolgte 2024. Es traten 67 Teams aus 24 Nationen in der SWISS Arena in Kloten bei Zürich sowie an den sieben miteinander verbundenen Hubs in den USA, Kanada, Südafrika, Ungarn, Thailand und Südkorea in acht Disziplinen gegeneinander an. Auf der Website heißt es heute: „Während die Reise des CYBATHLON an der ETH Zürich hier endet, ist die Geschichte noch lange nicht vorbei. Die nächste Ausgabe der Veranstaltung könnte 2028 in Asien stattfinden und damit ein neues, aufregendes Kapitel rund um diesen einzigartigen globalen Wettkampf aufschlagen.“ (Website CYBATHLON) Damit würde eine Erfolgsgeschichte fortgeschrieben, aber wieder einmal nicht in Europa, sondern in Asien.
Abb.: Eine Teilnehmerin beim CYBATHLON (Foto: ETH Zürich, CYBATHLON/Alessandro della Bella)
At CES 2026, some of the most compelling examples of Inclusive AI and Inclusive Robotics came not from consumer gadgets, but from European assistive technologies designed to expand human autonomy. This was reported by FAZ and other media outlets in January 2026. These innovations show how AI-driven perception and robotics can be centered on accessibility – and still scale beyond niche use cases. Romanian startup Dotlumen exemplifies Inclusive AI through its “.lumen Glasses for the Blind,” a wearable system that replaces a guide dog with real-time, on-device intelligence. Using multiple cameras, sensors, and GPU-based computer vision, the glasses interpret sidewalks, obstacles, and spatial structures and translate them into intuitive haptic signals. The company calls this approach “Pedestrian Autonomous Driving” – a concept that directly bridges human navigation and mobile robotics. Notably, the same algorithms are now being adapted for autonomous delivery robots, underscoring the overlap between assistive AI and broader robotic autonomy. A complementary approach comes from France-based Artha (Seehaptic), whose haptic belt uses AI-powered scene understanding to convert visual space into tactile feedback. By shifting navigation cues from sound to touch, the system reduces cognitive load and leverages sensory substitution – an inclusive design principle with implications for human-machine interfaces in robotics. Together, these technologies illustrate a European model of Inclusive AI: privacy-preserving, embodied, and focused on real-world autonomy. What begins as assistive tech increasingly becomes a foundation for the next generation of intelligent, human-centered robotics.
Fig.: A scene from the Cybathlon (Photo: ETH Zürich, CYBATHLON/Alessandro della Bella)
„Museum of the Future – 17 digitale Experimente“ ist der Titel einer Ausstellung, die bis zum 1. Februar 2026 im Museum für Gestaltung in Zürich besucht werden kann. Auf der Website heißt es: „Ein Stuhl, auf dem man nicht mehr sitzen darf, oder eine Marionette, die still an ihren Fäden hängt: Viele faszinierende Objekte lassen sich im Museum nur schwer ausstellen.“ Manche seien zu groß, andere zu filigran, „und wieder andere dürfen aus konservatorischen Gründen nicht berührt oder bewegt werden“. „Das Ausstellen von Objekten erfordert stets einen Balanceakt zwischen den beiden zentralen Aufgaben eines Museums: dem Bewahren und dem Vermitteln.“ Dadurch seien die Exponate für Besucher oft nur eingeschränkt erfahrbar. „Doch welche Möglichkeiten bieten digitale Technologien, um Objekte erlebbar zu machen? Die Ausstellung erforscht die Potenziale der Digitalisierung und der KI für das Museum der Zukunft.“ 17 sehens- und hörenswerte sowie greifbare Experimente „verwandeln den Ausstellungsraum in ein Zukunftslabor“. Man kann – wie bei H@mmur@pi – Keilschrift entschlüsseln („AI Decode“), kann sich – wie bei Experimenten der ACI-Community – in ein Tier einfühlen („Spinne sein“) oder sich von einem KI-System vorführen lassen („Trust AI“). Nicht zuletzt kann man das größte je geschaffene digitale Bild bestaunen („Terapixel-Panorama“). Wenn die Kuratoren in ihren Texten nun noch die Standardsprache statt einer Sondersprache verwenden würden, könnte man die Ausstellung mit 95 von 100 Punkten belohnen (Abzug gibt es für eine nicht betriebsbereite Installation). Weitere Informationen über museum-gestaltung.ch.
Abb.: Eine Besucherin vor der Trust-AI-Installation
In den Begleittexten zur Lehmbruck-Ausstellung im Kunsthaus Zürich werden genderaktivistische Schreibweisen verwendet („Künstler:innen“, „Künstler:innengenerationen“, „[von] Kunstförder:innen“), die weder der deutschen Orthografie noch der gewachsenen Grammatik entsprechen. Sonderzeichen im Wortinneren zerstören etablierte Wortstrukturen, verunmöglichen korrekte Deklinationen und erschweren die Lesbarkeit deutlich. Diese Formen sind keine anerkannte Weiterentwicklung der Standardsprache, also natürlicher Sprachwandel, sondern politisch-ideologisch motivierte Markierungen, die – wie in Diktaturen – von bestimmten Stellen kommen. Für eine öffentliche Kulturinstitution wie ein Museum ist das problematisch. Dieses hat den Auftrag, Kunst verständlich und zugänglich zu vermitteln. Texte, die durch Sonderformen zusätzlich Hürden aufbauen, schließen weite Teile des Publikums aus, statt sie einzubeziehen. Inklusion wird so nicht gefördert, sondern unterlaufen. Nicht zuletzt wird die bildende Kunst zum Grabstein der textuellen Begleitung. Wer Sprache als Kulturwerkzeug und Kulturgut ernst nimmt, sollte im institutionellen Gebrauch an einer korrekten, präzisen und allgemein verständlichen Standardsprache festhalten.
„Just.Us + Animal Welfare“ is a lecture series organized by Department 10 Veterinary Medicine to promote animal welfare at Justus Liebig University Giessen. On November 12, 2025, Prof. Dr. Oliver Bendel gave a lecture on „Bao meets Pluto: Grundlagen und Beispiele der Tier-Maschine-Interaktion“ („Bao meets Pluto: Fundamentals and examples of animal-machine interaction“). Animal-machine interaction deals with the encounter and coexistence of animals and machines – from classic devices to vehicles, aircraft, and agricultural machinery to networked, autonomous robots and AI systems. The focus is on perception through sensors and senses, interaction and communication between animals and machines, and the question of how these encounters can be designed technically, organizationally, and ethically in such a way that risks for animals are reduced and potential for them and for humans is tapped. In his lecture, Oliver Bendel laid out the fundamentals of animal-machine interaction and described prototypes and projects. He also outlined what is possible and to be expected in this field of research in the coming years, for example in connection with robotic quadrupeds and bipeds. The online lecture was followed by 660 listeners. Further information is available at www.uni-giessen.de/de/fbz/zentren/icar3r/akademie/justus.
Fig.: Oliver Bendel with his Bao (Photo: Selina Rohr)
„Just.Us + Tierschutz“ ist eine Ringvorlesung des Fachbereichs 10 Veterinärmedizin zur Stärkung des Tierschutzes an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Am 12. November 2025 referiert Prof. Dr. Oliver Bendel zum Thema „Bao meets Pluto: Grundlagen und Beispiele der Tier-Maschine-Interaktion“. Aus der Ankündigung: „Die Tier-Maschine-Interaktion (TMI; Animal-Machine Interaction, AMI) befasst sich mit dem Aufeinandertreffen und dem Miteinander von Tieren und Maschinen – von klassischen Apparaten über Fahr- und Flugzeuge und Landwirtschaftsmaschinen bis hin zu vernetzten, autonomen Robotern und KI-Systemen. Im Mittelpunkt stehen Wahrnehmung durch Sensoren und Sinne, Interaktion und Kommunikation zwischen Tier und Maschine sowie die Frage, wie diese Begegnungen technisch, organisatorisch und ethisch so gestaltet werden können, dass Risiken für Tiere reduziert und Potenziale für sie und für Menschen erschlossen werden. In seinem Vortrag legt Prof. Dr. Oliver Bendel die Grundlagen der Tier-Maschine-Interaktion und beschreibt Prototypen und Projekte. Zudem skizziert er, was in den nächsten Jahren in diesem Forschungsfeld möglich und zu erwarten ist.“ Weitere Informationen über www.uni-giessen.de/de/fbz/zentren/icar3r/akademie/justus.
Vom 3. bis zum 5. November 2025 fand das Wahlmodul „Soziale Roboter“ an der Hochschule für Wirtschaft FHNW in Olten statt, für Studierende aus Wirtschaftsinformatik und Business Information Technology (BIT). Am ersten Tag kam das Schweizer Fernsehen zu Besuch. Für einen Beitrag über Sicherheitsroboter wurde während des Unterrichts gefilmt und danach Prof. Dr. Oliver Bendel interviewt … Auch dieses Mal stand ein auf das Thema spezialisiertes GPT namens Social Robotics Girl zur Verfügung. Oliver Bendel ließ es immer wieder Sachverhalte erklären und nahm dann Ergänzungen vor. Unter den Robotern der Demo waren Unitree Go2, Alpha Mini, Booboo, Aibi und Cozmo. Besonders eindrucksvoll war wieder Unitree Go2. Dies lag vor allem an seinen schnellen, flüssigen Bewegungen, seinen vielfältigen Verhaltensformen und seinen überraschenden Tanzeinlagen. Der Roboter stammt aus dem von Oliver Bendel privat finanzierten Social Robots Lab und wird von ihm Bao (chin. „Schatz, Juwel“) genannt. Auch Aibi, der Wearable Social Robot, und Booboo, das Pelztier, standen hoch im Kurs. Bei der Konzeption eigener sozialer Roboter wurde – abgesehen von der Beschreibung anhand des 5-Dimensionen-Modells – mehrheitlich mit Bildgeneratoren gearbeitet, zudem mit Videogeneratoren. Die nächsten Durchführungen finden im Februar und April 2026 in Brugg-Windisch (Betriebsökonomie) und Olten (Business AI) statt.
Abb.: Studierende mit Booboo bei der Gruppenarbeit
„Zwischen Tradition und Transformation: Neue Arbeitswelten bei der Polizei“ – unter diesem Leitthema startet die Projektgruppe „Zukunft der Polizeiarbeit“ des Arbeitskreises „Öffentliche Sicherheit“ des Digitalverbands Bitkom ihre nächste Veranstaltungs- und Workshopreihe. „Die Projektgruppe ist ein interdisziplinäres Gremium, das Expertinnen und Experten aus Polizei, Wirtschaft und Wissenschaft vereint. Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, einen offenen Dialog über neue Technologien und deren Auswirkungen auf die Polizeiarbeit zu fördern. In den Workshops sollen konkrete Problemstellungen im Kontext aktueller und zukünftiger Herausforderungen der Polizeiarbeit gemeinsam erarbeitet und dokumentiert werden.“ (Website Projektgruppe) Den Auftakt bildet eine Veranstaltung am 4. November 2025 im Innovation Lab der Polizei NRW in Duisburg mit dem Themenschwerpunkt Robotik. Zu den Referenten gehören Kevin Kron (Integration Project Manager Boston Dynamics), Dirk Aschenbrenner (Vorstandsvorsitzender DRZ), Prof. Dr. Roman Brylka (The Green Bridge) und – zugeschaltet aus der Schweiz – Prof. Dr. Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW). Eine Anmeldung ist über www.bitkom.org/Projektgruppe-Zukunft-der-Polizeiarbeit möglich.
Abb.: Oliver Bendel mit seinem Unitree Go2 (Foto: Stefanie Hauske)
The 18th International Conference on Social Robotics (ICSR + Art 2026) will take place in London, UK, from July 1–4, 2026. ICSR is the leading international forum that brings together researchers, academics, and industry professionals from across disciplines to advance the field of social robotics. The conference is accepting special session proposals on a rolling basis until the submission deadline. Approved sessions will be added here as they are confirmed. The deadline for submitting proposals for special sessions is 1 December 2025. Further information is available at icsr2026.uk. Two special sessions have already been accepted, namely „SS01: Cultural Robotics“ and „SS02: Participatory Futures in Social Robotics and AI“.
The 18th International Conference on Social Robotics (ICSR + Art 2026) will take place in London, UK, from 1-4 July 2026. ICSR is the leading international forum that brings together researchers, academics, and industry professionals from across disciplines to advance the field of social robotics. This year’s edition will be hosted at Senate House, part of the University of London, located in the heart of central London. The venue is within walking distance of many of the city’s main attractions and stations. Senate House has appeared in several famous films and series, including „Batman Begins“, „The Dark Knight Rises“, „Fast & Furious 6″, „No Time to Die“ (a James Bond film), „Nineteen Eighty-Four“, and the Netflix series „The Crown“. The building inspired George Orwell’s depiction of the Ministry of Truth in „1984″. Further information is available at icsr2026.uk.
Fig.: The famous Art Deco building (Photo: stevecadman/CC BY-SA 2.0)
„In einer Zeit, in der technologische Innovationen rasant voranschreiten, ist es von zentraler Bedeutung, die gesellschaftlichen und politischen Implikationen von Künstlicher Intelligenz (KI) und Robotik im Kontext des Älterwerdens zu verstehen.“ Dies schreibt das Netzwerk für Senior-Internet-Initiativen (sii) Baden-Württemberg auf seiner Website und lädt im Rahmen eines offenen Seminars alle Interessierten ein, „die vielfältigen Chancen und Herausforderungen zu erkunden, die moderne Technologien für unsere Gesellschaft mit sich bringen“, und sich mit anderen Interessierten auszutauschen. Mitveranstalter sind Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg und ZAWiW der Universität Ulm. Zu den Referenten gehören Dr. Judith Schoch, Evangelische Heimstiftung („Innovation durch KI & Robotik in der Pflege“), Caterina Römmer, Körber-Stiftung („Uncover: Smart Ageing und Projekt ‚Eingeloggt‘), und Prof. Dr. Oliver Bendel, Hochschule für Wirtschaft FHNW („Soziale Roboter, Assistenzroboter und Allzweckroboter in der Pflege“). Das Seminar „KI & Robotik im Alter“ findet vom 27. bis 29. Oktober 2025 im Haus auf der Alb in Bad Urach statt. Weitere Informationen über netzwerk-sii-bw.de/termin/ki-robotik-im-alter/. Der Programmflyer kann hier heruntergeladen werden.
Bei der Führungskräftetagung der Evangelischen Heimstiftung in Schwäbisch Gmünd hielten am 16. Oktober 2025 Prof. Dr. Andreas Kruse und Prof. Dr. Oliver Bendel die Keynotes. Der „Godfather der Gerontologie“, wie er vorgestellt wurde, ging auf Digitalisierungsprojekte in der Pflege ein, der Technikphilosoph auf Pflegeroboter und Allzweckroboter. Dr. Judith Schoch, Leiterin des Instituts für Innovation, Pflege und Alter (IPA), schrieb auf LinkedIn: „Zwei Tage voller Impulse, Austausch und Begegnungen: Unsere Führungskräftetagung der Evangelische Heimstiftung GmbH stand ganz im Zeichen der Zukunft der Pflege im digitalen Wandel. Die Vorträge von Prof. Andreas Kruse und Prof. Oliver Bendel haben inspiriert und zum Nachdenken angeregt: Welche Rolle kann Robotik und KI künftig in der Pflege spielen – und wo liegen ihre Grenzen?“ Die Stiftung sagt auf ihrer Website über sich selbst: „Wir sind Dienstleister und Arbeitgeber rund um das Thema Pflege und Alter.“ Gemeinsames Ziel aller Mitarbeiter sei es, dass die betreuten Menschen „so lange wie möglich ihr Leben selbst gestalten können“.
Abb.: Oliver Bendel bei seinem Vortrag (Foto: Evangelische Heimstiftung)
Auf der Biennale Architettura 2025 in Venedig sind Unitree-Roboter sowohl Teil einer Installation als auch einer Performance. Während der eine Roboter an einer Leinwand malt, spielt der andere Musik. Allerdings muss man Glück haben, die Vorführung zu sehen, denn meistens stehen die humanoiden Roboter still bzw. hängen in der Luft. Für die Besucher ist das eine Enttäuschung, und sie wenden sich Alter3 zu, der keine Müdigkeit zu kennen scheint. Auch eine andere Performance mit schnitzenden Cobots ist nicht zu sehen, laut Medien aus Sicherheitsgründen. Auf dem Bildschirm sieht man, wie die Arme bis zum Publikum reichen. Bei einem Cobot ist eine solche Nähe zwar der Normalfall, aber einzelne Besucher, etwa Kinder, können unberechenbar sein. So hat man mit der Halle, in der sich die Roboter konzentrieren, immerhin ein Negativbeispiel: So sollte man einen Roboterpark nicht umsetzen. Informationen zur Biennale Architettura sind über die Website verfügbar.
Auf der Biennale Architettura 2025 in Venedig findet sich die Installation mit dem Titel „Am I a Strange Loop?“. Es wird die Frage aufgeworfen, ob künstliche Intelligenz eine Form von Selbstbewusstsein entwickeln kann. Gezeigt wird der humanoide Roboter Alter3, der über mimische, gestische und verbale Fähigkeiten verfügt. Dabei nutzt er GPT-4 oder GPT-5. Besucher können mit ihm über ein Mikrofon in verschiedenen Sprachen kommunizieren. Die Installation greift Ideen des Physikers, Informatikers und Kognitionswissenschaftlers Douglas Hofstadter auf, der davon ausging, dass Bewusstsein entsteht, wenn ein System sich selbst reflektiert. Alter3 ist ein beeindruckender Roboter, der über ein Silikongesicht und Silikonhände verfügt, ansonsten aber eine maschinenhafte Präsenz hat. Mit GPT-4, GPT-5 oder anderen Sprachmodellen kann weder ein Weltbewusstsein noch ein Selbstbewusstsein hergestellt werden. Informationen zur Biennale Architettura sind über die Website verfügbar.
Abb.: Alter3 auf der Biennale Architettura 2025 in Venedig
Die Ausstellung „SEX NOW“ findet vom 5. September 2025 bis zum 3. Mai 2026 im NRW-Forum Düsseldorf statt. Auf der Website heißt es: „Sex kann schön, aufregend, provozierend und politisch sein. Mit der Ausstellung SEX NOW laden wir dazu ein, Sexualität in all ihrer Komplexität neu zu entdecken. Ein zentraler Ausgangspunkt der Ausstellung ist die Beobachtung, dass sich die Sex-Industrie in den letzten Jahren von einer überwiegend männlich dominierten Branche hin zu einer stärker weiblich geprägten Industrie verändert hat. Was sind die Ursachen für diesen Wandel? Wie beeinflusst diese Entwicklung die Art und Weise, wie Sexualität in den Medien und der Gesellschaft dargestellt wird? Welche Auswirkungen hat das auf die Gestaltung und Vermarktung von Produkten und auf die sexuelle Selbstbestimmung?“ (Website NRW-Forum) Die Ausstellung umfasst u.a. Werke von Paul McCarthy, Peaches, Zheng Bo, Tom of Finland, Joëlle Dubois, Poulomi Basu, Miyo van Stenis, Antigoni Tsagkaropoulou, Martin de Crignis und Melody Melamed. Ab 11. September liegt eine Playboy Special Edition aus. Enthalten sind darin Werke oder Beiträge von Helmut Newton, Erika Lust und Ana Dias – und ein Interview mit Oliver Bendel zu Beziehungen mit Chatbots, Liebespuppen und Sexrobotern. Weitere Informationen sind über www.nrw-forum.de/ausstellungen/sex-now verfügbar.