Eine Annäherung an Allzweckroboter

„Allzweckroboter sind Roboter, die für alle möglichen (nicht unbedingt für alle) Zwecke eingesetzt werden können, etwa in der Fabrik oder im Haushalt. Im Englischen nennt man sie ‚general-purpose robots‘ oder ‚all-purpose robots‘. Man kann sie als Vorstufen universeller Roboter ansehen oder sie, weniger überzeugend, mit diesen gleichsetzen. ‚Allzweckroboter‘ ist ein Marketingbegriff, hat sich aber auch in der Wissenschaft etabliert.“ Mit diesen Worten beginnt der Beitrag „Allzweckroboter“ von Oliver Bendel, der am 16. September 2026 im Gabler Wirtschaftslexikon erschienen ist. Auf die Einleitung folgen die Abschnitte „Merkmale“ und „Entwicklung“. Unter „Merkmale“ wird festgestellt: „Oft spricht man in diesem Zusammenhang von humanoiden Robotern. Tatsächlich sind Allzweckroboter i.d.R. menschenähnlich gestaltet. Allerdings gibt es seit den 1930er-Jahren zahlreiche unterschiedliche humanoide Roboter, vom ‚Urvater‘ namens Elektro über die sozialen Roboter NAO und Pepper, Flaggschiffe ihrer Disziplin, bis hin zu Androiden wie Sophia, Harmony und Moya. Man sollte also Allzweckroboter nicht mit humanoiden Robotern in eins setzen.“ In „Kritik und Ausblick“ heißt es: „Allzweckroboter sollen nicht nur in der Fabrik, sondern auch im Haushalt reüssieren. Dabei ist unklar, ob sie die notwendige Akzeptanz finden. Sie beanspruchen Ressourcen wie Raum und Energie, und durch ihre Größe und Menschenähnlichkeit können sie Menschen verunsichern und abschrecken.“ Der ganze Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/allzweckroboter-178183 aufgerufen werden.

Abb.: Der Allzweckroboter NEO (Foto: 1X/Courtesy of 1X)

Humanoider Roboter Digit bei GXO Logistics angestellt

Der humanoide Roboter Digit von Agility Robotics wird laut Heise News dauerhaft bei GXO Logistics eingesetzt. Zuvor hatte ein Pilotprojekt stattgefunden. Es handelt sich wohl um den ersten formellen kommerziellen Einsatz eines humanoiden Roboters mit dem Konzept Robots-as-a-Service (RaaS). Digit wird mit der Cloud-Automatisierungsplattform Agility Arc integriert, damit mehrere Roboter verwaltet und die Betriebsabläufe optimiert werden können. Zukünftige Aufgaben für Digit sollen neben dem Transport von Behältern weitere schwere und monotone Aufgaben umfassen, insgesamt mit dem Ziel, menschliche Mitarbeiter zu entlasten. GXO und Agility Robotics planen, die Nutzung von Digit schrittweise auszuweiten und neue Anwendungsbereiche zu finden. Andere Unternehmen wie BMW, Mercedes-Benz und Nio treiben ebenfalls den Einsatz humanoider Roboter in Fabriken voran, jedoch noch nicht in einem vergleichbaren Umfang. Nach Oliver Bendel können Digit, Atlas, Figure 01, H1, G1 und andere Modelle als Vorstufen von universellen Robotern aufgefasst werden. Es sei wichtig, sie in geschlossenen oder halboffenen Welten wie Fabriken zu erproben, bevor man sie in offene Welten entlässt.

Abb.: Digit von Agility Robotics (Foto: Agility Robotics)

Es wird ein Mensch gemacht

In seiner Keynote „Es wird ein Mensch gemacht: Die Vision des universellen Roboters“ bei der IDEepolis am 19. Juni 2024 an der Hochschule der Medien ging Prof. Dr. Oliver Bendel auf universelle Roboter ein. Er begann mit einem Zitat aus „Faust II“ und stellte dann die Fortschritte in den Bereichen vor, die für den Bau eines Serviceroboters der Zukunft notwendig sind. Er kam zu folgenden Schlussfolgerungen: „Ein Serviceroboter als universelle Maschine kann an Schulen und Hochschulen, im Büro, in der Fabrik, im Hoch- und Tiefbau, im Haushalt und in der Freizeit eingesetzt werden. Er kann Sachverhalte erläutern und darstellen, Blumen gießen, am Fließband stehen, Gleisarbeiten durchführen, die Spülmaschine ein- und ausräumen und den Hund Gassi führen. Er kann als Gesprächspartner ebenso dienen wie als Sportpartner oder Liebespartner. Die humanoide Gestaltung erlaubt dem Roboter, sich überall dort zu bewegen, wo wir uns selbst auch bewegen. Zugleich kann er übermenschliche Fähigkeiten haben, schneller sein als wir, stärker, robuster. Er kann mit Sensoren ausgestattet werden, die weit über die Leistungsfähigkeit unserer Sinne hinausgehen. Damit könnte er zum Partner werden, der unser Überleben sichert in einer zunehmend gefährlichen und feindlichen Umwelt, aber auch zum Gegner, der sich gegen uns wendet.“ Nach Oliver Bendel können Digit, Atlas, Figure 01, H1, G1 und andere Modelle als Vorstufen von universellen Robotern aufgefasst werden. Es ist nach seiner Ansicht wichtig, sie in geschlossenen oder halboffenen Welten wie Fabriken zu erproben, bevor man sie in offene Welten entlässt. Die Jahrestagung wurde von Prof. Dr. Petra Grimm und Prof. Dr. Oliver Zöllner durchgeführt. Das Programm ist hier abrufbar.

Abb.: Oliver Bendel bei seiner Keynote (Foto: Aaron Kubach)