Am 9. Februar 2026 erschien das Buch „Genderzwang: Wie Sprachpolitik die Freiheit des Sprechens gefährdet“ von Fabian Payr und Dagmar Lorenz. In einem Artikel vom 12. Februar berichtete die Welt über das Buch. „Wie rigoros der Sprachumbau in Behörden, Ministerien und Unternehmen, in Medien, Verlagen und Forschungseinrichtungen, an Universitäten und in Verbänden durchgesetzt wird, dokumentiert das Buch ‚Genderzwang‘ … In ihm haben Fabian Payr, Germanist und Musikpädagoge, und die Literaturwissenschaftlerin Dagmar Lorenz zahlreiche Fälle aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammengetragen, die beispielhaft für den Druck stehen, der auf diejenigen ausgeübt wird, die der geschlechtersensiblen Sprachlenkung kritisch gegenüberstehen und darauf hinweisen, dass das generische Maskulinum alle nur denkbaren Geschlechtsidentitäten einschließt.“ (Welt, 12. Februar 2026) Die Zeitung kommt zu dem Befund: „Ein Großteil der Erfahrungsberichte kommt wenig überraschend aus dem Hochschul- und Wissenschaftsbetrieb, wo der diversitätspolitische Eifer besonders groß ist. Universitätsleitungen und Dekanate verlangen das Gendern aller Textsorten von der Prüfungsordnung über den Kommissionsbericht bis zur Pressemitteilung; Wissenschaftler müssen in ihren Anträgen auf Forschungsförderung gendern, weil sie sonst die Ablehnung und damit ihre Forschungsprojekte riskieren. Auch viele Wissenschaftsverlage machen das Gendern zur Voraussetzung. Wer sich dem widersetzt, verliert wichtige Publikationsmöglichkeiten, was vor allem für Nachwuchsforscher das frühe Ende der Karriere bedeuten kann.“ (Welt, 12. Februar 2026) Fabian Payr wird mit den Worten zitiert: „Am meisten erschüttert hat mich, dass sich dieser illiberale Geist gerade an den Universitäten so etabliert hat“. „Denn man sollte doch meinen, dass das dies Orte freien Austauschs sind. Doch gerade hier ist es besonders schwierig geworden, abweichende Meinungen zu äußern.“ (Welt, 12. Februar 2026) Dem ist nichts hinzuzufügen.
The 18th International Conference on Social Robotics (ICSR + Art 2026) will take place in London, UK, from 1–4 July 2026. ICSR is the leading international forum that brings together researchers, academics, and industry professionals from across disciplines to advance the field of social robotics. As part of the conference program, Robot Fringe 2026 offers a dedicated platform for experimental, daring, and imaginative ideas, presented on a performance stage within the supportive and inclusive environment of ICSR+ART 2026 (icsr2026.uk/robot-fringe/). Drawing inspiration from the Edinburgh Festival Fringe – the world’s largest performing arts festival and the origin of a global tradition of fringe and off-festivals celebrating unconventional and small-scale performances (www.edfringe.com) – Robot Fringe embraces creative risk-taking and non-traditional formats across artistic and technological practices. The variety show will take place on the evening of Thursday 2 July at Senate House in London and runs in conjunction with ICSR+ART 2026. The program is curated and hosted by researcher-comedians Heather Knight and Piotr Mirowski. Further information and submission details are available via the ICSR submission page (icsr2026.uk/submission/) and the Robot Fringe website (www.robotfringe.com).
Im Oktober 2023 startete die fiktive DDR-Mondbasis – zumindest im Kosmos der KI-Kunst. Oliver Bendel definiert diese in „300 Keywords Generative KI“ wie folgt. „KI-Kunst ist mithilfe von KI, u.a. generativer KI, erzeugte Kunst. An Kunstformen sind bei einem weiten Begriff bildende Kunst, Musik, Literatur und darstellende Kunst vertreten. Der Künstler wird zum Prompter oder Prompt Designer und zum Cyborg oder Human-AI Hybrid.“ Hinter dem Projekt steckt der Hannoveraner KI-Künstler Philipp Ladage, der mit KI-generierten Kurzvideos eine alternative Geschichtserzählung entwirft: Die DDR ist nicht untergegangen, sondern kurz vor dem Mauerfall mit ausgewählten Genossen auf den Mond ausgewandert. Die Clips sind klar als KI-Kunst einzuordnen. Sie entstehen ausschließlich über Prompts, ohne reales Foto- oder Filmmaterial. Visuell orientieren sie sich stark an DDR-Propagandafilmen der 1980er-Jahre. Sie enthalten statische Kamerafahrten, lächelnde Kollektive, volkseigene Betriebe wie das „VEB Mondkartoffel-Kombinat“, eine KI-Stimme im pathetischen Kommentarstil und vertraute Formate wie die „Aktuelle Kamera“. Auch bekannte Personen und Symbole – von Erich Honecker bis zum Trabant – tauchen in der Mondlandschaft wieder auf. Was laut NDR als Scherz begann, entwickelte sich rasch zum Netzphänomen auf TikTok, YouTube und Instagram, wie auch die MZ in einem aktuellen Artikel schreibt. Ziel des Künstlers ist nach eigener Aussage nicht Provokation, sondern Entertainment. Entstehen sollte eine Parallelwelt zwischen Ostalgie, Science-Fiction und Satire. Dies ist auf hohem Niveau gelungen.
Abb.: Eine Kosmonautin fährt im Trabi über den Mond – eine der Ideen der DDR-Mondbasis (Bild: GPT Image)
Prof. Dr. Oliver Bendel will host the next ACI Conference, bringing the event to continental Europe for the first time as it convenes on the FHNW campus in Brugg-Windisch, Switzerland, from December 2-5, 2026. The conference website is already online at www.aciconf.org, where the most important information is available; individual deadlines may still change. In the meantime, the website has been updated and expanded. It now includes visual elements that reference both the animal world of Switzerland and the thematic focus of the conference, strengthening its visual identity and contextual framing. Building on a tradition that has taken the community from Glasgow to North Carolina, Newcastle, Bloomington, Milton Keynes, Haifa, and Atlanta, this edition continues the conference’s role as a leading venue for advancing Animal-Computer Interaction. As the field grows, researchers and practitioners explore how technology shapes animals’ lives, welfare, cognition, and social dynamics while developing animal-centered systems and methods that embrace multispecies perspectives. The conference maintains its commitment to interdisciplinary collaboration across biology, technology, and cultural studies, supporting work that seeks to design ethically grounded, welfare-enhancing, and inclusive technological futures for all animals, humans included. ACI 2026 will also feature a Special Issue on Animal-Machine Interaction, a research field shaped in important ways by Oliver Bendel. The conference proceedings will be published in a volume of a renowned organization, ensuring wide visibility and long-term accessibility for the contributions presented.
Das Buch „E-Learning im Unternehmen“ von Andrea Back, Oliver Bendel und Daniel Stoller-Schai erschien im Jahre 2001 bei Orell Füssli. Die drei Autoren waren zum damaligen Zeitpunkt an der Universität St. Gallen beschäftigt – Andrea Back war Lehrstuhlinhaberin – und arbeiteten ab April 2000 an dem Werk. Oliver Bendel verfasste mehrere Kapitel bzw. Abschnitte: In „1.2 Annäherung an den Begriff ‚E-Learning’“ erklärte und verortete er diesen auf mehreren Seiten – bereits 2000 war seine Definition im Netlexikon erschienen. In „4.2 Umsetzung von Lernräumen: Blended-Learning-Modell“ wurden Polaritäten wie „Virtuelles und nichtvirtuelles Lernen“, „Stationäre und mobile Technologien und Systeme“, „Lokale und verteilte Technologien und Systeme“ oder „Statische und dynamische Technologien und Systeme“ aufgezeigt. „4.3 Lern- und Wissensportale“ widmete sich Plattformen, die um die Jahrtausendwende auftauchten. „4.4 Trends“ behandelte „Standardisierung und Learning Objects“ (4.4.1), „Mobile Learning (M-Learning)“ (4.4.2) und „Pädagogische Agenten“ (4.4.3). In letzterem Abschnitt wurde nicht nur auf Chatbots und Virtual Assistants eingegangen, die als Teachers, Coaches, Mentors und Role Players fungierten, sondern auch auf Avatare, die sich stark verbreiteten. Das Buch war das erste, das sich vollständig auf den Begriff „E-Learning“ abstützte, der um 1999 in den USA aufgekommen war. Es galt damals als Bestseller und hat den E-Learning-Bereich über Jahre hinweg maßgeblich mitgeprägt.
Im Januar ist der Band „Ent-decken: Sexualität bei Krankheit, Behinderung und im Alter“, herausgegeben von Ursula Immenschuh und Bernhard Rauh, bei Mabuse erschienen. Enthalten sind die Beiträge „Sexualität und Selbst: Prolog“ (Ursula Immenschuh und Bernhard Rauh), „Zwischen Kindheit und Lebensabend: Zur Wiederkehr psychosexueller Muster – Psychodynamische Zugänge zu Regression, Sexualität und Fürsorge im Kontext von Alter, Krankheit und Behinderung“ (Judith Bußmann), „Wo bleibt die Liebe?: Zur Unsichtbarkeit der sozialen Bedeutung von Liebesbeziehungen im heilpädagogischen Fachdiskurs über Sexualität und ‚geistige Behinderung'“ (Alexandra Pelka), „Die Haut: Ihre Bedeutung in der Sexualität und der Pflege“ (Bernhard Rauh), „Sexualität und Naturzweck: Der Onanie-Diskurs im Lichte der Sonderpädagogik“ (Marius Cramer), „‚Da musst du die Scham weglassen‘ oder: Warum das gut klingt, aber fatal wäre“ (Ursula Immenschuh), „‚Ich bin noch ein Mensch, so wie du‘: Sexuelle Übergriffe an (männlichen) Pflegeauszubildenden“ (Michaela Kuck), „‚Grenz-Gänge‘: Sexualität als Thema in der Beratung für Menschen mit sogenannter geistiger Behinderung und herausforderndem Verhalten (Konsulentendienst) – Ein Praxisbericht“ (Martin Jochheim), „Liebespuppen und Sexroboter in Alten- und Pflegeheimen“ (Oliver Bendel), „‚Du glaubst es nicht, aber ich habe sie losgelassen.‘: Von der Liebe, dem Begehren und dem Mord in Michael Hanekes Amour (2012)“ (Jean-Marie Weber) sowie „Übergangsräume und Ent-deckungen: Epilog“ (Ursula Immenschuh und Bernhard Rauh). Weitere Informationen über www.mabuse-verlag.de/anr_9783863217440.
Bei der STEAM Challenge – Innovation under Pressure stehen sechs wegweisende Projekte im Mittelpunkt, die live präsentiert werden und mit Kreativität, Überraschung und Innovationsgeist überzeugen wollen. Teams und Einzelpersonen treten gegeneinander an und bringen ihre Ideen auf die Bühne, mit dem Ziel, Publikum und Jury zu begeistern. Moderiert wird der Abend von Sara Taubman-Hildebrand, während Gülsha Adilji, Reena Krishnaraja und Zukkihund mit Comedy, spontanen Interventionen und humorvollen Challenges für Dynamik sorgen und die Projekte kritisch wie unterhaltsam begleiten. Bewertet werden die präsentierten Ideen von einer Fachjury mit ausgewiesener Expertise: Dalith Steiger für künstliche Intelligenz, Nathalie Klauser für digitale Ethik und Raphael Tobler als Entrepreneurship-Experte. Organisiert wird die STEAM Challenge – Innovation under Pressure von der Standortförderung, Amt für Wirtschaft des Kantons Zürich. Weitere Informationen finden sich unter innovation.zuerich.
As partofthe AAAI Spring Symposia, thesymposium „Will AI Light Up Human CreativityorReplaceIt?: Toward Well-Being AI forco-evolving human and machineintelligence“ focuses on howadvances in generative AI, large languagemodels, and multi-agentsystemsaretransforming human creativity and decision-making. Itaddressesthecentralquestionofwhether AI will amplify human potential or increasingly take its place. The symposium advances the idea of Well-Being AI, emphasizing human-AI collaboration and co-evolution rather than AI as an isolated or autonomous system. While highlighting the potential of AI to support creativity, discovery, and personal development, it also examines risks such as overreliance, reduced diversity of thought, and loss of human autonomy. Chaired by Takashi Kido of Teikyo University and Keiki Takadama of The University of Tokyo, the symposium brings together researchers and practitioners from technical, philosophical, and social disciplines to discuss principles and frameworks for AI that augments rather than replaces human creativity. Further information on this symposium and the broader AAAI Spring Symposia organized by the Association for the Advancement of Artificial Intelligence can be found at https://aaai.org/conference/spring-symposia/sss26/ and webpark2506.sakura.ne.jp/aaai/sss26-will-ai-light-up-human-creativity-or-replace-it/.
The AAAI 2026 Spring Symposium Series, sponsored by the Association for the Advancement of Artificial Intelligence, will take place from April 7 to April 9, 2026 at the Hyatt Regency, San Francisco Airport in Burlingame. This annual series offers a distinctive format in which multiple symposia run in parallel at a shared venue, creating an intimate yet vibrant environment for exchange across the AI community. Designed as a two-and-a-half-day gathering, the series gives participants substantially more time for discussion, feedback, and collaboration than typical one-day workshops, making it particularly well suited for fostering emerging research communities. Each symposium typically brings together 40 to 75 participants, with attendance structured to encourage deep engagement by having each participant focus on a single symposium. The 2026 program spans a wide range of timely and forward-looking topics, including advances in AI-enabled tactical autonomy from sensing to execution, AI in business and intelligent transformation, AI and humanitarian assistance and disaster response, challenges around the enshittification of embodied AI and robotics, machine consciousness at the intersection of theory, technology, and philosophy, machine learning and knowledge engineering for knowledge-grounded semantic agents, safety and teamwork in multi-agent systems, and the impact of AI on human creativity and well-being in the context of co-evolving human and machine intelligence. By combining focused symposia with a shared setting, the AAAI Spring Symposium Series continues to serve as a meaningful convening point for researchers and practitioners shaping the future of artificial intelligence. However, the fact that this traditional conference no longer takes place at Stanford University is a shame, as is the fact that entering the US today is a matter of conscience. Further details about the program, participation, and updates can be found at aaai.org/conference/spring-symposia/sss26/.
Seit 20. Dezember 2025 ist das Buch „Tier-Maschine-Interaktion“ von Prof. Dr. Oliver Bendel bei Springer Nature Link verzeichnet. Laut Verlag erscheint es im März 2026. Am Anfang wird der Inhalt skizziert: „Dieses essential gibt eine kompakte Einführung in die Disziplin bzw. das Forschungs- und Anwendungsfeld der Tier-Maschine-Interaktion (TMI). Es zeigt, wie Tiere und Maschinen in unterschiedlichen Kontexten zusammentreffen und miteinander bestehen, welche Chancen und Risiken sich daraus ergeben und welche Perspektiven sich für Wissenschaft, Wirtschaft und Politik eröffnen. Ziel ist es, die Leser für die Potenziale und Herausforderungen der Tier-Maschine-Interaktion zu sensibilisieren, Orientierung im interdisziplinären Diskurs zu geben und Anregungen für Forschung, Entwicklung und Entscheidungsprozesse zu liefern.“ Es ist das erste Buch zu diesem Forschungsfeld. Es enthält zwei Abbildungen, drei Tabellen und mehrere Boxen mit Definitionen und Hintergrundinformationen.
Das Buch „300 Keywords Weltraum“ von Oliver Bendel ist am 28. August 2025 bei Springer Gabler erschienen. Die Verkäufe ziehen allmählich an. Es handelt sich um ein Grundlagenwerk zur Raumfahrt und zum Weltraum. Es enthält zahlreiche Exkurse, etwa zur Weltraumlyrik und zur Weltraumkunst – oder zum mythologischen Hintergrund der Benennung von Himmelkörpern und Galaxien. Damit dringt man auch in die Randbereiche des Weltraums vor. Zentrale Themen, die sich durch das ganze Buch ziehen, sind Ethik, Robotik und Umwelt. In diesen Bereichen ist der Technikphilosoph und Wirtschaftsinformatiker aus Zürich zu Hause. Man kann sich entweder von A wie Anthropozän bis Z wie Zwergplanet durchlesen oder sich einen der über 300 Begriffe aussuchen und von diesem aus weiterspringen. Es ist das sechste „Keywords“-Buch von Oliver Bendel, wobei zwei davon bereits in zweiter Auflage vorliegen, nämlich das zur Informationsethik und das zur Digitalisierung. Zuletzt erschien in dieser Reihe „300 Keywords Generative KI“. Das Buch kann über link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-49287-8 heruntergeladen oder bestellt werden. Zudem ist es über den Buchhandel erhältlich.
The 18th International Conference on Social Robotics (ICSR + Art 2026) will take place in London, UK, from 1–4 July 2026. ICSR is the leading international forum that brings together researchers, academics, and industry professionals from across disciplines to advance the field of social robotics. The conference has now opened its submission system, and full details can be found on the official ICSR 2026 submission page (icsr2026.uk/submission). Authors are invited to submit to a range of categories. Regular Papers for the Main Track should follow the guidelines provided on the conference website and be submitted by 15 February 2026. Special Session submissions follow the same Regular Paper instructions but are directed to individual sessions listed on the Special Sessions page. Short Papers follow their own dedicated instructions and are submitted through the same system. Competitions and Debates each have their own portals, with submissions due by 1 March 2026. Additional tracks such as the Robot Fringe and Travel Grants will be announced soon. All submission links and instructions are clearly detailed on the ICSR 2026 submission page, ensuring authors have everything they need to prepare their contributions for this major event in social robotics.
Fig.: The Senate Building (Photo: John Lord, CC BY-SA 2.0)
„Weltberühmte Gemälde mithilfe künstlicher Intelligenz und den [!] beliebtesten Schönheitstrends der letzten 30 Jahre neu gestaltet, modern interpretiert und ins Jahr 2025 geholt. So würden die Meisterwerke aussehen, wenn ihre Schöpfer heute leben würden.“ Dies schrieb die BILD-Zeitung am 2. Dezember 2025. Besonders auffällig sei „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“ von Johannes Vermeer (auch Jan Vermeer genannt). „In der modernen Version trägt sie starke Augenbrauen und auffälliges Augen-Make-up.“ (BILD, 2. Dezember 2025) Und weiter im Text: „Auch die berühmte Mona Lisa von Leonardo da Vinci (ca. 1503-1506) hat ein Make-over bekommen – im Look der 2000er-Jahre. Dünne Augenbrauen, dicke blonde Strähnen und frostiger Lidschatten lassen sie aussehen wie aus einem Y2K-Musikvideo.“ (BILD, 2. Dezember 2025) Vermutlich ohne generative KI und Filtersysteme kommt die Streetart-Künstlerin Miss Quark aus. Sie interpretiert in Florenz u.a. berühmte Figuren wie das Mädchen mit dem Perlenohrring oder Mona Lisa und berühmte Frauen wie Frida Kahlo oder Marilyn Monroe neu. La Gioconda (‚die Heitere‘), wie Leonardos Schöpfung im Italienischen genannt wird, ist mit blauen Boxhandschuhen zu sehen. Zu den KI-Kreationen erklärt BILD: „Hinter den Neu-Interpretationen steckt die britische Kosmetikmarke ‚Vitabiotics Perfectil‘, die die Bilder für eine Werbekampagne erstellen ließ.“ (BILD, 2. Dezember 2025)
Abb.: Mona Lisa mit blauen Boxhandschuhen von Miss Quark
Marilyn Monroe – geboren 1926, gestorben 1962 – hatte keinen Bezug zum Weltraum und zur Raumfahrt. Zumindest ist nichts darüber bekannt. Sie wird aber mitbekommen haben, dass Juri Gagarin 1961 ins All flog. Die erste Mondlandung im Jahre 1969 hat sie nicht mehr miterlebt. Und schon gar nicht kann sie auf dem Mond gewesen sein. Die Werke der Streetart-Künstlerin Miss Quark sind in Florenz zu bewundern. Sie interpretiert u.a. berühmte Figuren wie das Mädchen mit dem Perlenohrring oder Mona Lisa und berühmte Frauen wie Frida Kahlo oder Marilyn Monroe neu. Die Schauspielerin trägt einen modernen oder futuristischen Raumanzug mit Abzeichen und einem Namensaufnäher, auf dem der Name der Künstlerin steht. Im Sommer 2025 hat Oliver Bendel „300 Keywords Weltraum“ bei Springer Gabler veröffentlicht. Er geht darin nicht auf Marilyn Monroe ein, aber auf Frauen wie Katy Perry und Jane Fonda, bei denen es Bezüge zum Weltraum gibt. Das Lexikon kann hier heruntergeladen bzw. bestellt werden – oder in jeder Buchhandlung auf der Welt.
Favicons sind eine Designrichtung und Kunstform, über die kaum geschrieben wurde. Im Jahre 2009 erschien der Band „Texte zur Medienkunst“, herausgegeben von Manfred Blohm. Er enthielt den Text „Pixel um Pixel: Favicons erobern das Web“ von Oliver Bendel. Entstanden war er bereits im Februar 2008. In der Einleitung heißt es: „Favicons erobern seit Jahren das Web und gehören inzwischen zum Standardangebot von Webdesignern. Das Kunstwort aus ‚Favorites‘ und ‚Icon‘ verweist einerseits auf die Lesezeichen des Browsers, andererseits auf die im Computerbereich verbreiteten Piktogramme. Favicons treten in der Lesezeichenleiste links neben dem Titel der Website und in der Adresszeile links von der URL auf. Unter Windows sind sie zudem auf den Registerkarten bzw. Tabs, in der Taskleiste, im Startmenü und auf dem Desktop verortet. Favicons unterstützen durch eine assoziative Wirkung die Wiedererkennbarkeit und -auffindbarkeit der Website. Der vorliegende Beitrag behandelt den Zusammenhang zwischen Wiedererkennbarkeit der Website und grafischen Umsetzungsmöglichkeiten für Favicons. Er geht im Anschluss der Frage nach, ob die kleinen Bilder auch als eigenständige Form des Grafikdesigns und der Kunst gelten können.“ Viele kunstvolle Favicons sind inzwischen schmucklosen Simplizitäten gewichen. Ein Beispiel dafür ist die ETH Zürich, die 2008 noch mit einer Abbildung der Kuppel des Semper-Gebäudes aufwarten konnte (die selbst nicht von dem deutschen Architekten stammt). Fast 18 Jahre später wird der kurze Text als Postprint zur Verfügung gestellt.
Prof. Dr. Oliver Bendel will host the next ACI Conference, marking the first time the event comes to continental Europe as it convenes on the FHNW campus in Brugg-Windisch, Switzerland, from 2-5 December 2026. Building on a tradition that has taken the community from Glasgow to North Carolina, Newcastle, Bloomington, Milton Keynes, Haifa and Atlanta, this edition continues the conference’s role as the premier venue for advancing Animal-Computer Interaction. As the field grows, researchers and practitioners explore how technology shapes animals‘ lives, wellbeing, cognition and social dynamics while developing animal-centered systems and methods that embrace multispecies perspectives. The conference maintains its commitment to interdisciplinary collaboration across biology, technology and cultural studies, supporting work that seeks to design ethically grounded, welfare-enhancing and inclusive technological futures for all animals, humans included. The official conference website will go live in January 2026. Information on previous ACI conferences is available at www.aciconf.org.
Fig.: Oliver Bendel at the FHNW campus in Brugg-Windisch (Photo: Jork Weismann)
„Museum of the Future – 17 digitale Experimente“ ist der Titel einer Ausstellung, die bis zum 1. Februar 2026 im Museum für Gestaltung in Zürich besucht werden kann. Auf der Website heißt es: „Ein Stuhl, auf dem man nicht mehr sitzen darf, oder eine Marionette, die still an ihren Fäden hängt: Viele faszinierende Objekte lassen sich im Museum nur schwer ausstellen.“ Manche seien zu groß, andere zu filigran, „und wieder andere dürfen aus konservatorischen Gründen nicht berührt oder bewegt werden“. „Das Ausstellen von Objekten erfordert stets einen Balanceakt zwischen den beiden zentralen Aufgaben eines Museums: dem Bewahren und dem Vermitteln.“ Dadurch seien die Exponate für Besucher oft nur eingeschränkt erfahrbar. „Doch welche Möglichkeiten bieten digitale Technologien, um Objekte erlebbar zu machen? Die Ausstellung erforscht die Potenziale der Digitalisierung und der KI für das Museum der Zukunft.“ 17 sehens- und hörenswerte sowie greifbare Experimente „verwandeln den Ausstellungsraum in ein Zukunftslabor“. Man kann – wie bei H@mmur@pi – Keilschrift entschlüsseln („AI Decode“), kann sich – wie bei Experimenten der ACI-Community – in ein Tier einfühlen („Spinne sein“) oder sich von einem KI-System vorführen lassen („Trust AI“). Nicht zuletzt kann man das größte je geschaffene digitale Bild bestaunen („Terapixel-Panorama“). Wenn die Kuratoren in ihren Texten nun noch die Standardsprache statt einer Sondersprache verwenden würden, könnte man die Ausstellung mit 95 von 100 Punkten belohnen (Abzug gibt es für eine nicht betriebsbereite Installation). Weitere Informationen über museum-gestaltung.ch.
Abb.: Eine Besucherin vor der Trust-AI-Installation
On November 10, 2025, the article „There’s a Large Hippo Resting in the Mud“ by Oliver Bendel and Doris Jovic was published introducing the VISUAL project. „VISUAL“ stands for „Virtual Inclusive Safaris for Unique Adventures and Learning“. All over the world, there are webcams showing wild animals. Sighted people can use them to go on photo and video safaris comfortably from their sofas. Blind and visually impaired people are at a disadvantage here. As part of Inclusive AI, the project developed a prototype specifically for them. Public webcams around the world that are directed at wild animals are tapped. Users can choose between several habitats on land or in water. They can also select „Adult“ or „Child“ as a profile and choose a role („Safari Adventurer“, „Field Scientist“, „Calm Observer“). When the live video is accessed, three screenshots are taken and combined into a bundle. This bundle is analyzed and evaluated by GPT-4o, an MLLM. The user then hears a spoken description of the scene and the activities. The project is likely one of the first to combine Inclusive AI with new approaches in Animal-Computer Interaction (ACI). The article was published in Wiley Industry News and can be accessed at: wileyindustrynews.com/en/contributions/theres-a-large-hippo-resting-in-the-mud. It should be noted that it is also available in German.
MERPHI ist nach eigenen Angaben ein technologisches Designzentrum mit Sitz in Göteborg, das Kunden auf der ganzen Welt hat. Man glaubt, so steht es auf der Website, an eine Zukunft, in der Roboter und Menschen in Harmonie koexistieren. Das Unternehmen stellt Übersichten zu robotischen Vierbeinern (Quadrupeds) und robotischen Zweibeinern (Humanoiden und Androiden) sowie zu Cobots zur Verfügung. Mit Hilfe von Aufrufen und Umfragen finden laufend Ergänzungen statt. Inzwischen gibt es auch eine Übersicht zu sozialen Robotern. Auf der Abbildung sieht man einige bekannte Modelle wie Sophia, Mirokaï, ARI, Navel, Pepper, Furhat und QTrobot. Wichtig wären auch NAO, Cozmo, Vector, EMO, AIBI, Alpha Mini etc., also kleinere und kleine soziale Roboter (wobei NAO größer als QTrobot und Moxie ist). Es lohnt sich, das aktuelle PDF direkt auf der Website von MERPHI herunterzuladen. Der Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Mehrdad H. M. Farimani.
Abb.: Eine Übersicht zu sozialen Robotern (Bild: MERPHI)
Prof. Dr. Oliver Bendel war am 15. Oktober 2025 im Gespräch mit SRF. Es ging um die geplante Erotikfunktion von ChatGPT und überhaupt um die einseitigen Beziehungen, die Benutzer mit Chatbots haben. Er führte aus, dass es für OpenAI – abgesehen vom Finanzierungsbedarf – ein idealer Moment ist. Zum einen sind die Technologien weit entwickelt. Text- und Stimmqualität sind herausragend. Zum anderen ist der Bedarf da. Millionen von Benutzern führen schon einseitige Beziehungen mit Artefakten, viele davon glauben, dass sie ihre Freunde sind. Das 21. Jahrhundert, so der Technikphilosoph, ist das einsamste Jahrhundert aller Zeiten. Insofern könnte das Projekt ein Erfolg werden. Zugleich stellen sich Fragen. OpenAI gilt als hypermoralische Instanz, wo zahlreiche Prompts sanktioniert werden. In der Standardeinstellung im Deutschen gendert es. Wie sind angesichts solcher Umstände wirklich erotische Gespräche möglich? Sicher wird OpenAI seine Gängeleien und Zumutungen ein Stück weit herunterfahren. Erwachsene sollen wie Erwachsene behandelt werden, sagte Sam Altman sinngemäß. Es ist interessant, dass dies nur im Adult-Modus umgesetzt wird. Das Interview wurde bei News Plus ausgestrahlt und kann über www.srf.ch nachgehört werden.
Abb.: Auch Teddybären sind Artefakte (Foto: Jork Weismann)
The article „I speak Tele outlines the design of a digitized dysarthria assessment“ by Sharmila Selvanayakam, Sandra Giovanoli, Amelieke Slot, Elisa Du, Thomas Menard, Oliver Bendel, Awai Chris Easthope, and Christoph Michael Bauer was published in Scientific Reports on October 14, 2025. The abstract reads as follows: „Stroke is a leading cause of disability worldwide, leaving many survivors with chronic neurological deficits that restrict their daily activities. Telerehabilitation offers an opportunity to improve access to care, reducing travel burdens and fostering ongoing therapy in diverse settings. Speech and language telerehabilitation specifically benefits those with communication disorders such as dysarthria. However, widespread reliance on manual, paper-based documentation and subjective evaluations remains a significant challenge for remote speech and language therapy. To address this, we identified the specific requirements of various stakeholders and employed a user-centred design approach to develop a digital tool that integrates note-taking, time measurement, and audio/video recording within a single interface. By prioritizing the needs of speech-language pathologists (SLPs), researchers, and IT specialists, the resulting prototype streamlines common tasks, enhances data consistency, and delivers high usability. In testing, SLPs reported a reduction in assessment times from 50 to 35 min, while the average System Usability Scale score exceeded industry benchmarks, indicating strong acceptance. By enabling automated scoring, data export, and potential interoperability with healthcare systems, this tool foster more comprehensive patient monitoring. Future iterations will incorporate a secure backend and support for additional assessments, potentially transforming remote speech and language therapy.“ The article can be accessed at www.nature.com/articles/s41598-025-19726-9.
Auf der Biennale Architettura 2025 in Venedig findet sich die Installation mit dem Titel „Am I a Strange Loop?“. Es wird die Frage aufgeworfen, ob künstliche Intelligenz eine Form von Selbstbewusstsein entwickeln kann. Gezeigt wird der humanoide Roboter Alter3, der über mimische, gestische und verbale Fähigkeiten verfügt. Dabei nutzt er GPT-4 oder GPT-5. Besucher können mit ihm über ein Mikrofon in verschiedenen Sprachen kommunizieren. Die Installation greift Ideen des Physikers, Informatikers und Kognitionswissenschaftlers Douglas Hofstadter auf, der davon ausging, dass Bewusstsein entsteht, wenn ein System sich selbst reflektiert. Alter3 ist ein beeindruckender Roboter, der über ein Silikongesicht und Silikonhände verfügt, ansonsten aber eine maschinenhafte Präsenz hat. Mit GPT-4, GPT-5 oder anderen Sprachmodellen kann weder ein Weltbewusstsein noch ein Selbstbewusstsein hergestellt werden. Informationen zur Biennale Architettura sind über die Website verfügbar.
Abb.: Alter3 auf der Biennale Architettura 2025 in Venedig