Über Serviceroboter aus ethischer Sicht hat Oliver Bendel am 8. November 2017 im Europäischen Parlament in Brüssel im Rahmen einer Robotikkonferenz gesprochen. Er stellte Pflege-, Sicherheits- und Kampfroboter vor und nahm die Perspektiven der Informationsethik und anderer Bereichsethiken sowie der Maschinenethik ein. Am Ende ging er auf Pepper ein, den emotionalen Roboter. Aus den Bereichsethiken heraus fragte er: „Should you leave children alone with Pepper, and if so, for how long? Should Pepper’s emotion recognition be used in retail to better understand customers?“ Und aus der Maschinenethik heraus: „Do you want Pepper to show some emotion even though it doesn’t have one? Do you want it to speak more humanoid to be more convincing? Should it be able to refuse to do certain things, e.g., to steal from other people?“ Es schloss sich eine Diskussion an, die Mady Delvaux als erste Fragestellerin eröffnete. Sie hatte für das Europäische Parlament den Bericht „mit Empfehlungen an die Kommission zu zivilrechtlichen Regelungen im Bereich Robotik“ erstellt, den Oliver Bendel auf Wunsch eines Abgeordneten der Grünen kommentiert hatte. Nach der Videoübertragung zwischen der Schweiz und Belgien ging es weiter mit Vorträgen vor Ort.
Die neue Ausgabe von apunto widmet sich Transhumanismus, Robotik, Künstlicher Intelligenz und Maschinenethik. Im Heft finden sich Interviews mit Prof. Dr. Jürgen Schmidhuber und Prof. Dr. Oliver Bendel. Thomas Feierabend, Präsident Angestellte Schweiz, schreibt in seinem Vorwort, dass es immer mehr Einsatzbereiche von Robotern gibt. „In der industriellen Produktion haben sie schon lange Einzug gehalten, sie können heute auch bereits Gäste in Hotels empfangen. Versuche in der Alterspflege sind im Gange, und selbstfahrende Busse sowie Taxis finden sich sogar in der Schweiz.“ (apunto, 4/2017) Er entwirft eine Dystopie des Cyborgs in der Arbeitswelt: „Er funktioniert dann völlig frei von Störungen und sehr effizient. Er ist programmiert auf Beginn und Ende der Erwerbsarbeit, ist nie zu spät und befolgt die Anordnungen der Vorgesetzten ohne Widerrede. Und noch schlimmer: Können betriebliche Reorganisationen dann einfach digital veranlasst werden?“ (apunto, 4/2017) Jürgen Schmidhuber und Oliver Bendel sind dann in ihren Ausführungen zu Robotern und KI etwas optimistischer. Der KI-Experte ist der Meinung, dass KI keine Menschen versklaven wird. Der Maschinenethiker ist der gleichen Meinung – und hält Roboter und KI-Systeme in erster Linie für nützliche Werkzeuge. Eine Gefahr geht seines Erachtens von Crackern aus. Das ganze Heft kann hier heruntergeladen werden.
Dass der Ort einer wissenschaftlichen Konferenz bis kurz vor der Durchführung geheim gehalten wird, dürfte nicht allzu häufig vorkommen. Der Fall ist dies beim „Third International Congress on Love and Sex with Robots“, der am 19. und 20. Dezember 2017 in London stattfindet. Die Veranstalter schreiben auf ihrer Website: „Due to police advice, and because of security concerns, the venue will be emailed close to the date of the event. However for convenience, we can say that the nearest station will be somewhere between Old Street and London Bridge on the Northern Line. We will send a poem with the location encrypted in it. Please read the poem carefully to decode the location.“ Mit Hilfe eines Gedichts und seiner Interpretation will man also dem Terroranschlag entkommen. Offensichtlich wird der ganze Fall allgemein mit einem Schulterzucken zur Kenntnis genommen, sowohl in den Hochschulen als auch in den Medien. Vor zwei Jahren musste die Konferenz in Malaysia abgesagt werden – sie war von den Behörden verboten worden. Sie wurde dann Ende 2016 am Goldsmiths (University of London) durchgeführt. Die akzeptierten Papers der aktuellen Veranstaltung sind auf loveandsexwithrobots.org/program/ zu finden.
Beim Herbstevent der Alumniorganisation der FHNW am 23. Oktober 2017 in der Migros-Zentrale in Zürich traf Prof. Dr. Oliver Bendel vor seiner Keynote mit dem humanoiden Pepper zusammen. Die beiden tauschten Freundlichkeiten aus, kamen aber auch zu existenziellen Fragen. Der Mensch sprach zum Roboter: „Ich weiß, dass du Emotionen zeigen kannst, aber keine hast. Macht dir das Sorgen?“ Dieser gab zurück: „Ich habe eigentlich nie Sorgen – außer wenn meine Batterie fast leer ist!“ Eine weitere Keynote hielt Cornelia Diethelm, Direktorin für die Nachhaltigkeitsstrategie und das Issue Management der Migros. Auf dem Podium diskutierten dann neben den beiden Genannten noch Dr. Doris Aebi, Co-Gründerin der aebi+kuehni AG, Vizepräsidentin des Verwaltungsrat des Migros-Genossenschafts-Bunds und Mitglied des Fachhochschulrats FHNW, sowie Dr. Anne Herrmann, Dozentin für Wirtschaftspsychologie und Studiengangleiterin MAS Business Psychology, Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW. Rahel Walser vom SRF moderierte den Event, der sich um Robotik, KI und Ethik drehte und den Titel „Verantwortung 4.0“ trug.
The Digital Europe Working Group Conference Robotics will take place on 8 November 2017 at the European Parliament in Brussels. The keynote address will be given by Mariya Gabriel, European Commissioner for Digital Society and Economy. The speakers of the first panel are Oliver Bendel (Professor of Information Systems, Information Ethics and Machine Ethics at the School of Business FHNW, via video conference), Anna Byhovskaya (policy and communications advisor, Trade Union Advisory Council of the OECD) and Malcolm James (Senior Lecturer in Accounting & Taxation, Cardiff Metropolitan University). The third panel will be moderated by Mady Delvaux (Member of the European Parliament). Speaker is Giovanni Sartor (Professor of Legal Informatics and Legal Theory at the European University Institute). The poster can be downloaded here. Further information is available at www.socialistsanddemocrats.eu/events/sd-group-digital-europe-working-group-robotics.
PostAuto verfolgt mit dem SmartShuttle, das seit 2016 fahrerlos in Sion unterwegs ist, eher einen Google- als einen Tesla-Ansatz. Die Strecken werden mit Hilfe von Lidar und 3D-Lidarkarten abgefahren. Auch über Kameras verfügt das SmartShuttle. Auf dem Podium sitzen beim Movimento 2017 Prof. Dr. Oliver Bendel (Professor für Wirtschaftsinformatik, Informationsethik und Maschinenethik an der Hochschule für Wirtschaft FHNW), Tim Cole (Autor, Blogger und Redner) und Prof. Dr. Roland Siegwart (Professor für Autonome Systeme an der ETH Zürich). Die Moderation obliegt Urs Bloch (Mediensprecher bei PostAuto Schweiz, vormals Redaktor bei der NZZ). Auf der Website www.postauto.ch/de/movimento sind folgende Informationen zu finden: „Überraschend, informativ, vernetzend: Am 30. November 2017 wird Ihnen das Movimento von PostAuto von 09.00 bis 14.30 Uhr neue Impulse geben und Sie gut unterhalten.“ Die Gäste aus der Mobilitätsbranche der ganzen Schweiz können sich im Berner Westside angeregt austauschen. „Sei dies über die Mobilität oder über andere Themen, sei dies bei Kaffee und Gipfeli oder beim Lunch.“ (Website PostAuto)
Ende 2017 wurde an der Hochschule für Wirtschaft FHNW der Entschluss gefasst, das GOODBOT-Projekt von 2013 wiederaufzunehmen und das Dialogsystem zum BESTBOT weiterzuentwickeln. Inzwischen ist ein regelrechter Hype um Chatbots ausgebrochen. Nicht zuletzt hat das LIEBOT-Projekt von 2016 (Vorarbeiten seit 2013) gezeigt, dass mit einfachsten Mitteln größte Wirkungen zu erzielen sind. Der Chatbot war kein selbstlernendes, aber ein stark vernetztes System. Die Grundüberlegung für den BESTBOT ist, dass er noch besser als der GOODBOT Probleme des Benutzers erkennen und darauf reagieren soll. Damit liegt nahe, dass er nicht nur auf textuelle Eingaben reagiert, sondern auch auf haptische und auf visuelle Eindrücke. Es sollen Ergebnisse aus dem LIEBOT-Projekt umgesetzt werden, um Verlässlichkeit und Vertrauenswürdigkeit zu steigern. Es sollen insgesamt vorhandene Erkenntnisse und Projekte genutzt und neue Ansätze entwickelt werden, in einem weiteren Praxisprojekt, dessen Beginn für Anfang 2018 terminiert wurde. Der BESTBOT wird nach dem GOODBOT, dem LIEBOT und LADYBIRD (2017, Vorarbeiten seit 2014) das vierte Artefakt der Maschinenethik sein, das nach Ideen und Vorgaben von Oliver Bendel umgesetzt wird.
„Ein Gedicht sorgt für Aufregung. Es ist ein schlichtes Gedicht an einer Wand der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin. Es ist in Spanisch und stammt aus dem Jahr 1953. Es ist dort an der Giebelwand seit 2011. Eugen Gomringer, Schriftsteller und Begründer der Konkreten Poesie, hatte es, nachdem er den Alice Salomon Poetik Preis 2011 erhalten hat, der Hochschule übergeben.“ So Peter Epperlein in Telepolis vom 30. Oktober 2017. „Trotz seiner Größe von 15 Metern Höhe und 14 Metern Breite wurde es von der breiten Öffentlichkeit kaum beachtet, bis der AStA, die Studentenvertretung, daran Anstoß genommen hat. Es sei frauenverachtend und sollte daher übermalt werden. Die Frau würde als Objekt dargestellt werden. Das Subjekt, der Handelnde sei wieder einmal der Mann. Dies würde die Frauen an die Übergrifflichkeit der Männer, den täglichen Sexismus erinnern, und sei daher ein Symbol der Frauenunterdrückung.“ (Telepolis, 30. Oktober 2017) Das Gedicht liegt nun in einer neuen Fassung von Oliver Bendel vor, wurde von einer Roboterfrau namens Laura eingesprochen (zur Gestaltung wurde SSML verwendet) und kann hier heruntergeladen werden.
Mit „Pflege der Zukunft“ ist eine Abendveranstaltung am 8. November 2017 überschrieben, die von der Organisation der Arbeitswelt (OdA) Gesundheit Bern durchgeführt wird. Referent ist Prof. Dr. Oliver Bendel, der sich intensiv mit Operations-, Therapie- und Pflegerobotern befasst, wobei er sowohl die Perspektive der Informationsethik als auch der Maschinenethik einnimmt. Aus der Beschreibung der Veranstaltung: „Pflegeroboter im engeren Sinne sind im Moment noch mehrheitlich Prototypen. Cody aus dem Georgia Institute of Technology kann bettlägerige Personen wenden und waschen. Robear, der aussieht wie ein freundlicher Bär, arbeitet im Tandem mit der Pflegerin oder dem Pfleger und assistiert beim Tragen, Umbetten und Aufrichten von Patienten. TWENDY-ONE, ein humanoider Roboter mit zwei Händen mit jeweils vier Fingern von der WASEDA University unterstützt beim Sichaufrichten und bei Haushaltsarbeiten.“ Oliver Bendel erklärt in seinem Vortrag „Robotik im Gesundheitswesen – Assistierende Technologien im Pflegebereich“, was Pflegeroboter sind, stellt Prototypen vor und geht auf Chancen und Risiken ein. Über einen Flyer sind weitere Informationen erhältlich.
2004 erfanden Oliver Bendel und Michael Gerhard am Fraunhofer ISST in Dortmund spezielle Avatare für das Handy. Die Idee gefiel Klaus Kleinfeld, der kurz darauf Chef von Siemens wurde, so gut, dass er einen Mitarbeiter einfliegen ließ. Der jeweilige Avatar sollte Smileys umsetzen können. Wenn in der SMS ein zwinkerndes Smiley vorkommen würde, würde er selbst zwinkern. Wenn eine ASCII-Art-Rose vorhanden wäre, würde er dem Benutzer eine Rose überreichen, vielleicht eine echt wirkende, mit Blütenblättern und Dornen. Zudem sollten Morphingfunktionen vorhanden sein, zu beziehen wie Klingeltöne (s. Oliver Bendel, „Die Rache der Nerds“, S. 158 f.). Als einige Zeit später Siemens die Handysparte abstieß, begruben auch die beiden Wissenschaftler ihren Traum. Mit Neom (das „m“ steht für „Mustaqbal“, „Zukunft“) entsteht in Saudi-Arabien„ein neues Land, in dem es mehr Roboter als Menschen geben könnte“ (Spiegel Online, 28. Oktober 2017). Und weiter in der Zeitschrift: „Die treibende Kraft hinter ‚Neom‘ ist Mohammed bin Salman, der saudische Kronprinz. Er will das Land mit der ‚Vision 2030‘ wirtschaftlich und gesellschaftlich reformieren. Um den Traum von seinem Phantasialand zu erfüllen, hat er sich Expertise aus Deutschland geholt – Klaus Kleinfeld.“
„Die Informationsethik ist seit Jahrzehnten auf der ganzen Welt präsent und doch eine kleine Disziplin geblieben. Vor einiger Zeit ist eine neue Disziplin entstanden, die Maschinenethik. In ihr werden Systeme sowohl diskutiert als auch implementiert. Sie stößt auf reges Interesse in Wirtschaft und Gesellschaft.“ So beginnt der Artikel „Die Maschine in der Moral“ von Oliver Bendel, der im Oktober im Cyber Security Report 2017 erschienen ist. Informationsethik wird wie folgt erläutert: „Sie hat die Moral derjenigen zum Gegenstand, die Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und neue Medien anbieten und nutzen.“ Zur Maschinenethik schreibt Oliver Bendel: „Der Begriff der maschinellen Moral wird meist ähnlich verwendet wie der Begriff der künstlichen Intelligenz; während jene eben der Gegenstand der Maschinenethik ist, ist diese der Gegenstand der Künstlichen Intelligenz (KI) als Disziplin.“ Sodann wird das automatisierte Fahren aus der Perspektive von Informations- und Maschinenethik betrachtet. Zur Informationsethik heißt es am Ende: „Schlussendlich kann sie deutlich machen, dass die Maschinenethik nicht grenzenlos tätig sein sollte. Zuviel maschinelle Moral kann schaden. Zuviel künstliche Intelligenz übrigens auch.“ Der Artikel kann hier heruntergeladen werden.
Abb.: Oliver Bendel spricht bei Audi über Maschinenethik (Foto: Audi)
Der 14. Schweizerische Kongress für Gesundheitsökonomie und Gesundheitswissenschaften findet am 3. November 2017 am Universitätsspital Bern statt. Im Vortrag von Prof. Dr. Oliver Bendel geht es um Pflegeroboter wie Robear und Care-O-bot, zudem um Therapie- und Operationsroboter, insgesamt also um Roboter im Gesundheitsbereich. Nicht zuletzt spielen KI-Systeme (etwa IBM Watson) eine Rolle. Es werden die Ziele, Aufgaben und Merkmale geklärt und teils gleichartige, teils unterschiedliche Fragen aus ethischer Sicht gestellt und ansatzweise beantwortet. Am Ende soll deutlich werden, welche Robotertypen und Prototypen bzw. Produkte es im Gesundheitsbereich gibt, welche Zwecke sie erfüllen und welche Funktionen sie übernehmen, wie sich das Gesundheitswesen durch ihre Nutzung verändert und welche Implikationen und Konsequenzen diese hat, für den Einzelnen und für die Gesellschaft. Nicht zuletzt interessiert, welche Möglichkeiten für den Betroffenen bestehen, sich für die eine oder andere Option zu entscheiden, und es wird auf eine ergänzende Patientenverfügung eingegangen, die den Einsatz von Operations-, Therapie- und Pflegerobotern regelt. Der Flyer zur Veranstaltung kann hier heruntergeladen werden.
Aleksandra Sowa leitete – so die Beschreibung in The European – „zusammen mit dem deutschen Kryptologen Hans Dobbertin das Horst-Görtz-Institut für Sicherheit in der Informationstechnik“. „Sie ist Autorin diverser Bücher und Fachpublikationen, Mitglied des legendären Virtuellen Ortsvereins (VOV) der SPD und aktuell für einen Telekommunikationskonzern tätig.“ (The European) Im Oktober 2017 war sie im Austausch mit Oliver Bendel. Der Informations- und Maschinenethiker nahm wie folgt Stellung: „Ich bin dafür, bestimmte Maschinen zu ‚moralisieren‘, und zwar solche, die in übersichtlichen Umgebungen und Situationen in unserem Sinne handeln sollen. Der Saugroboter, der Marienkäfer verschont, der Chatbot, der rücksichtsvoll ist und eine Notfallnummer herausgibt. Diese Maschinen haben wir gebaut. Ich bin nicht dafür, solche Maschinen mit einer Form von Moral auszustatten, die in komplexen Umgebungen und Situationen entscheiden müssen. So halte ich wenig davon, dass autonome Autos über Menschenleben entscheiden. Über Tierleben können sie entscheiden, sie können quantifizieren und qualifizieren. Wenn dadurch Tiere gerettet werden können, ohne dass Menschen in Gefahr kommen, bin ich dafür.“ Der Beitrag „Die Antwort lautet nicht 42“ von Aleksandra Sowa, erschienen am 11. Oktober 2017, enthält Statements von Oliver Bendel, gewonnen aus dem genannten Austausch und aus seinen Veröffentlichungen.
„Selbstfahrende Autos, Pflegeroboter, smarte Helfer: In unserem Alltag treffen wir auf immer klügere Maschinen. Über ein Bewusstsein oder eigenen Willen verfügen sie zwar nicht, dennoch nehmen sie uns immer mehr Entscheidungen ab. Das wirft auch moralische Fragen auf. Soll das Auto in einem Unfall eher die Insassen schonen oder die Fußgänger am Straßenrand? Darf ein Roboter lebenserhaltende Maschinen abschalten, wenn der Patient das wünscht? Welche Chancen sich bieten und wo wir Grenzen setzen sollten, bespricht Christoph Kucklick, GEO, mit dem Wirtschaftsinformatiker und Maschinenethiker Oliver Bendel.“ So die Ankündigung der Körber-Stiftung auf www.koerber-stiftung.de. „1959 vom Unternehmer und Anstifter Kurt A. Körber ins Leben gerufen, ist die Körber-Stiftung heute mit eigenen Projekten, Kooperationen und Veranstaltungen national und international aktiv.“ (Website Körber-Stiftung) Das Gespräch im Rahmen der Reihe „Digital mündig“ mit dem Titel „Moralische Maschinen“ findet am Dienstag, 14. November 2017 um 19.00 Uhr im KörberForum in Hamburg statt. Weitere Informationen über www.koerber-stiftung.de/veranstaltungsuebersicht/digital-muendig-moralische-maschinen-2248.html.
„Künstliche Intelligenz (KI) ist seit den 1960er-Jahren im Trend. Durch das Aufkommen der Deep-Learning-Technologie konkretisierten sich die Erwartungen an Algorithmen und an sogenannt intelligente Systeme im Allgemeinen.“ (Newsletter TA-SWISS) Heute befinde sich die „Algorithmentechnologie“ mehrheitlich in der Hand amerikanischer Großkonzerne und sei „über deren Dienstleistungen allgemein zugänglich“. „Es stellen sich jedoch zahlreiche Fragen bezüglich Arbeitsplätzen, digitaler Governance und Souveränität, Ethik usw. Mit Blick auf die Zukunft ist auch Human Enhancement, d.h. die Fusion Mensch-Maschine, ein Thema.“ (Newsletter TA-SWISS) Dies schreibt die TA-SWISS in einem Newsletter vom 13. Oktober 2017 mit Blick auf eine neue Ausschreibung. „TA-SWISS, Stiftung für Technologiefolgen-Abschätzung, setzt sich mit den Chancen und Risiken neuer Technologien auseinander. Dafür bringt TA-SWISS Expertinnen und Experten verschiedenster Fachrichtungen an einen Tisch und befragt Bürgerinnen und Bürger.“ (Website) Den vollständigen Ausschreibungstext und die Ausschreibungsunterlagen findet man über www.ta-swiss.ch/projekte-und-publikationen/projekt-ausschreibungen/.
„Autonome Waffen, künstliche Intelligenz, Algorithmen: In einer digitalisierten Welt stellen sich zahlreiche ethische Fragen. Wo genau liegen die Problemfelder? Wie sollen wir als Gesellschaft damit umgehen? Und wo muss sogar Umdenken stattfinden? Auf diese Fragen wollen die insgesamt 20 Beiträge ausgewählter Expertinnen und Experten erste Antworten geben und einen Diskurs entfachen, der uns noch viele Jahre beschäftigen wird. Die Anthologie wird am 25. Oktober 2017 im Verlag iRights.Media erscheinen und kann bereits jetzt als Print auf iRights.Media sowie als e-Book auf Amazon und iTunes vorbestellt werden.“ So die Ankündigung auf der Website von iRights.Media zum neuen Buch mit dem Titel „3TH1CS“. Nach einem Vorwort der Herausgeber („Die Neuerfindung der Ethik ist unsere Aufgabe!“) und einem Interview mit Rafael Capurro („Digitalisierung als ethische Herausforderung“) folgen u.a. Beiträge von Luciano Floridi („Die Mangroven-Gesellschaft“), Oliver Bendel („Sexroboter und Robotersex aus Sicht der Ethik“), Susan Leigh Anderson und Michael Anderson („Ethische Roboter für die Altenpflege“), Jean-Baptiste Jeangène Vilmer („Terminator-Ethik: Sollten Killerroboter verboten werden?“) und Hu Yong („Das Internet ist nicht genderneutral“). Zum Abschluss gibt es ein Interview mit Kate Darling („Von Robotern und Menschen – wo liegt die wahre Gefahr?“). Weitere Informationen über irights-lab.de.
Abb.: Das neue Buch zu Informations-, Roboter- und Maschinenethik
Am 19. und 20. Dezember 2017 findet der „Third International Congress on Love and Sex with Robots“ in London statt. Die akzeptierten Papers sind auf loveandsexwithrobots.org/program/ aufgelistet. Den Anfang macht Prof. Dr. Oliver Bendel (School of Business FHNW, Schweiz) mit „SSML for Sex Robots“. Er hatte im vergangenen Jahr am Goldsmiths über Sexroboter aus Sicht der Maschinenethik vorgetragen. Dieses Mal widmet er sich synthetischen Stimmen. Prof. Dr. Sophie Wennerscheid (Ghent University, Belgien) ist mit ihrem Thema „Posthuman desire in robotics and science fiction“ vertreten, Dr. Rebekah Rousi (University of Jyväskylä, Finnland) mit „Lying cheating robots – robots and infidelity“, Prof. Dr. Deborah Blizzard (Rochester Institute of Technology, UK) mit „The Next Evolution: The Constitutive Human-Doll Relationship as Companion Species“. Aus der Schweiz kommt ein weiterer Beitrag, nämlich „Dolores and Robot Sex: Fragments of Non-Anthropocentric Ethics“ von Prof. Dr. Thomas Beschorner (University of St. Gallen, Schweiz) und Florian Krause (ebd.). Das Buch mit den Beiträgen der letzten Konferenz ist Ende April 2017 bei Springer erschienen. Weitere Informationen über loveandsexwithrobots.org.
Abb.: Oliver Bendel Ende 2017 (Foto: Dominik Büttner)
Am 11. Oktober 2017 findet der 10. Regensburger Intensivpflegetag statt. Prof. Dr. Martina Müller-Schilling (Universitätsklinikum Regensburg) und Dr. Tomáš Kural (Karls-Universität, Zweigstelle Pilsen) schreiben in ihrem Grußwort: „Erstmals in der nun 10-jährigen Geschichte unseres Intensivpflegetages sind wir ein internationales Organisatoren- und Schirmherrenteam und freuen uns den diesjährigen Pflegetag gemeinsam mit der Medizinischen Fakultät der Karls-Universität Pilsen zu gestalten. Die Partnerstädte Pilsen und Regensburg haben vieles gemeinsam: ein großes kulturelles Erbe, sie stellen das Oberzentrum der Region auf beiden Seiten der Grenze dar und beide haben eine medizinische Fakultät, mit der wir den gegenseitigen Austausch und die Partnerschaft weiter stärken wollen.“ (Programm 10. Regensburger Intensivpflegetag) Es referieren u.a. Prof. Dr. Thomas Bein, Dr. Thomas Böttcher und Dr. Václav Liška. Prof. Dr. Oliver Bendel betrachtet Operations-, Therapie- und Pflegeroboter aus den Perspektiven von Maschinen- und Informationsethik. Weitere Informationen über http://www.uniklinikum-regensburg.de.
Laut einer Pressemitteilung werden die Kunden im MediaMarkt Sihlcity seit 5. Oktober 2017 von einem Roboter unterstützt und informiert. Paul, so sein Name, „kennt sich im Sortiment des Zürcher Elektrofachmarkts bestens aus“ (Pressemitteilung MediaMarkt). Paul ist eigentlich Care-O-bot 4 vom Fraunhofer IPA. Da der Roboter im Pflegebereich derzeit schwer vermittelbar ist, passt man ihn für den Einsatz im Einzelhandel an. Bei MediaMarkt hat er seine Arme verloren. Das Unternehmen schreibt: „In Kopfhöhe besitzt Paul ein schräg nach vorne gerichtetes Display, das an ein Gesicht erinnert. Er erkundigt sich nach den Wünschen der Kunden und führt sie bei Bedarf zu demjenigen Produkt im Markt, für das sie sich interessieren. Auf dem Weg dorthin kann man mit ihm plaudern. Bei einem Small Talk über das Wetter oder über ein anderes Thema entpuppt sich Paul als angenehmer Gesprächspartner.“ (Pressemitteilung MediaMarkt) Paul wird zum Kollegen und Konkurrenten von Pepper, der eigentlich ein Roboter ist, der Emotionen erkennt und zeigt (aber nicht hat) und als Companion in Haushalten untergebracht ist, aber auch in Supermärkten und Shopping Malls auf der ganzen Welt seinen Dienst versieht. Ob Paul auch für die Sicherheit sorgt, wie etwa der K5 (der dabei auch Unsicherheit schafft) oder wie REEM, ist nicht bekannt.
„Exciting times with great opportunities exist right around the corner. Digital labor, the term given to the continuum of technologies ranging from automating swivel-chair activities such as cutting and pasting content from one system to another right up to cognitive solutions that can think, learn and reason like humans, is no longer a consideration but a mandate.“ These records are taken from the preface of KPMG’s new report „Clarity on Digital Labor“. „Swiss politics in the digital age“ on pages 20 – 23 is an interview with Federal Chancellor Walter Thurnherr, „Nurturing leaders in the digital economy“ an article by Nitin Manoharan, Philip Morris International. Ramona Delco did the interview with Oliver Bendel, published under the title „Digital labor as a co-working opportunity“. The information and machine ethicist living in Zurich has been dealing with semi-automated, highly and fully automated driving, autonomous cars, care and therapy robots, photo drones and chatbots for years. Recently, he has turned more and more to the use of cooperation and collaboration robots. The report can be downloaded here.
Abb.: Pepper belauscht Klein und Bendel (Foto: Daimler und Benz Stiftung/Dorn)
Ein neuer Beitrag von Oliver Bendel im Wirtschaftslexikon von Gabler erklärt, was Gesichtserkennung ist. „Gesichtserkennung ist das automatisierte Erkennen eines Gesichts in der Umwelt bzw. in einem Bild (das bereits vorliegt oder zum Zwecke der Gesichtserkennung erzeugt wird) oder das automatisierte Erkennen, Vermessen und Beschreiben von Merkmalen eines Gesichts, um die Identität einer Person … oder deren Geschlecht, Gesundheit, Herkunft, Alter, sexuelle Ausrichtung oder Gefühlslage … festzustellen.“ Auch die Perspektive der Ethik wird eingenommen: „Die Informationsethik fragt nach der Verletzung der informationellen Autonomie, die Wirtschaftsethik nach Chancen und Risiken des Einsatzes von Gesichtserkennung im Zusammenhang mit Beratung und Werbung. Um sich zu schützen, können Individuen ihr Erscheinungsbild modifizieren oder die Systeme manipulieren, was die Informationsethik wiederum unter dem Begriff der informationellen Notwehr behandeln würde.“ Der Beitrag ist am 5. Oktober 2017 erschienen und kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/gesichtserkennungssoftware.html abgerufen werden.
Auf meinungsbarometer.info werden Debatten zu brisanten Themen geführt. Zu den aktuellen Teilnehmern gehören Peter Altmaier, Martin Schulz und Cem Özdemir. Oliver Bendel wurde im Herbst 2017 zu Co-Robots und zur Zukunft der Arbeit befragt. Eine Antwort war: „Möglicherweise sind Co-Robots eine Übergangslösung, sodass wir in der Zukunft in allen Bereichen die Automatisierung haben, die wir aus manchen bereits kennen. Dann würde es auch weniger Arbeit für Menschen geben. Das muss nicht nur ein Nachteil sein, denn wir können uns auf andere Aufgaben besinnen – wenn unsere Existenz grundsätzlich gesichert ist. Die Unternehmen werden auch ohne uns Gewinne erzielen, die gerecht verteilt werden müssen.“ Das Portal über sich selbst: „Meinungsbarometer.info vereint die hellsten Köpfe, die sich in herausragender Weise mit der Digitalisierung und deren Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft beschäftigen. Unsere Debattenteilnehmer sind Top-Manager aus der Wirtschaft, Spitzenpolitiker aus ganz Europa, namhafte Wissenschaftler, Entscheider aus der Medienbranche wie Intendanten und Chefredakteure sowie internationale und nationale Fachjournalisten.“