Talk with the Bots

Der „Medientag 2017“ der Universität Innsbruck trägt den Titel „Talk with the Bots. Die Maschine versteht dich“. Er findet am Dienstag, 21. November 2017 in der Aula statt. Aus dem Flyer: „Immer öfter kommuniziert Software mit und für uns. Bots übernehmen unbemerkt immer komplexere Aufgaben für Nutzer*innen. Virtuelle Assistent*innen wie Alexa, Siri, Cortana und Assistant empfangen und verarbeiten die gesprochene Sprache. Künstliche Intelligenzen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit und versprechen eine Erleichterung bei alltäglichen Fragen und Tätigkeiten. Im Bereich der politischen Propaganda und Public Relations sind die Social Bots im vergangenen Jahr zu zweifelhafter Berühmtheit gelangt. … Wie können wir die Interaktion mit künstlichen Intelligenzen von jener mit Menschen unterscheiden? Inwieweit ist das wichtig? Was bedeutet diese Entwicklung für das Alltagsleben und für den Bereich der Kommunikation? Welche Bedeutung hat der verbreitete Einsatz von Bots als neue Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine?“ Die Impulsvorträge stammen von Dr. Netaya Lotze (Linguistin an der Westfälischen Wilhelms-Universität), Bernhard Hauser (Mitgründer von Oratio, Organisator der ChatbotConf) und Prof. Dr. Oliver Bendel (Informations- und Maschinenethiker an der Hochschule für Wirtschaft FHNW). Den Flyer zur Veranstaltung kann man hier herunterladen.

Abb.: Ein sprechender Kopf?

Pepper in der Schweiz

Der Herbstevent der Alumniorganisation der FHNW trägt den Titel „Verantwortung 4.0“. Er findet am Montag, 23. Oktober 2017 in Kooperation mit dem Migros-Genossenschafts-Bund in Zürich statt. Aus dem Ankündigungstext auf der Website: „Eine einführende Keynote zur Herleitung des Begriffes ‚Verantwortung 4.0‘ wird von Frau Cornelia Diethelm, Direktorin für die Nachhaltigkeitsstrategie und das Issue Management der Migros, präsentiert. Im Anschluss wird Prof. Dr. Oliver Bendel, Experte für Maschinenethik am Institut für Wirtschaftsinformatik der FHNW, eine Keynote mit dem und zum humanoiden Roboter Pepper halten.“ Auf dem Podium werden neben den beiden Genannten noch Dr. Doris Aebi, Co-Gründerin der aebi+kuehni AG, Vizepräsidentin des Verwaltungsrat des Migros-Genossenschafts-Bunds und Mitglied des Fachhochschulrats FHNW, sowie Dr. Anne Herrmann, Dozentin für Wirtschaftspsychologie und Studiengangleiterin MAS Business Psychology, Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW, sein. Rahel Walser vom SRF moderiert die Podiumsdiskussion. Weitere Informationen über www.alumni-fhnw.ch.

Abb.: Pepper in San Francisco

2. Daimler-Fachtagung Autonomes Fahren

Die 2. Daimler-Fachtagung Autonomes Fahren findet am 17. Oktober 2017 in Stuttgart statt. Aus dem Programmflyer: „Autonom fahrende Fahrzeuge spielen eine Schlüsselrolle in der Mobilität der Zukunft. Die Technik bietet enorme Chancen, allerdings sind noch rechtliche und ethische Fragen zu klären. Inwiefern kann die Gesellschaft vom autonomen Fahren profitieren? Wie kann der rechtliche Rahmen hierfür gestaltet werden? Und welche Rolle spielen Ethik und Recht beim technischen Fortschritt – bremsen sie ihn eher oder tragen sie dazu bei? Bei der zweiten Expertenkonferenz zu Ethik und Recht beim autonomen Fahren stehen diese Fragen im Mittelpunkt. Am 17. Oktober 2017 werfen wir gemeinsam mit Ihnen und unseren Rednern einen Blick auf die autonome Mobilität von morgen.“ (Programm Daimler) Die Podiumsdiskussion am Morgen bestreiten Renata Jungo Brüngger, Dr.-Ing. Joachim Damasky, Staatssekretär Rainer Bomba und Prof. Dr. Dr. Eric Hilgendorf, diejenige am Nachmittag Dr. Peter Vaughan Schmidt, René Große-Vehne, Dr. Stefan Brink, Frank-Holger Appel und Prof. Dr. Oliver Bendel.

Abb.: Oliver Bendel vor einem alten selbstständig fahrenden Mercedes

KI bei Audi

Ein interner Event bei Audi am 20. September 2017 in Ingolstadt widmete sich dem Zusammenhang von Künstlicher Intelligenz (KI), Ethik und Rechtswissenschaft. Eingeladen waren als Referenten u.a. Prof. Dr. Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW), Prof. Dr. Sepp Hochreiter (Johannes Kepler Universität Linz) und Prof. Dr. Wolfgang Ertel (Hochschule Ravensburg-Weingarten). Oliver Bendel erklärte, was Ethik und Moral sind (Ethik als Disziplin, Moral als ihr Gegenstand), was die Maschinenethik ist (eine Disziplin, die nach der Möglichkeit maschineller Moral fragt, so wie die KI als Disziplin nach der Möglichkeit künstlicher Intelligenz) und welchen Artefakten sich die Maschinenethik seit ca. zehn Jahren zuwendet (selbstständig fahrenden Autos, zivilen Drohnen, Pflege- und Therapierobotern, Kampfrobotern, Chatbots, um nur einige Typen zu nennen). Zusammen mit der Rechtsabteilung und einem Vertreter der Entwicklungsabteilung diskutierte er danach noch auf dem Podium.

Abb.: Oliver Bendel beim Vortrag (Foto: Audi)

Selbstdarstellung und Datenschutz

Technology Review befragte den Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel zu Informationsethik und Datenschutz. Dabei interessierte u.a., ob man aus ethischer Sicht mehr Datenschutz fordern und gleichzeitig großzügig mit seinen Daten umgehen darf. Die Antwort lautete: „Das darf ich durchaus. Ich kann ja daran interessiert sein, dass fremde personenbezogene Daten geschützt werden, etwa die meiner Kinder. Ich kann grundsätzlich an Schutz und Gerechtigkeit interessiert sein. Zugleich kann ich – auch das kann informationelle Autonomie bedeuten – mich dafür entscheiden, meine persönlichen Daten freizügig wegzugeben. Wichtig ist letztlich, dass die Entscheidung über meine Daten bei mir liegt. Auch wenn die Mehrheit einen laxen Umgang im Privaten hat, bedeutet das nicht, dass ich dann auch einen haben muss. Ich möchte im Gegenteil im Rechtsstaat als Minderheit vor der Mehrheit geschützt werden. Interessant wäre, wenn ich einzelne personenbezogene Daten oder Datensätze bestimmten Personen und Einrichtungen gegenüber freigeben, anderen Personen und Einrichtungen gegenüber sperren könnte, und wenn ich bei einer Freigabe eine Gegenleistung verlangen dürfte.“ Diese und andere Antworten flossen in den Beitrag von Denis Dilba ein, der unter dem Titel „Darf ich private Daten posten und trotzdem mehr Datenschutz wollen?“ in der Ausgabe 10/2017 erschienen ist.

Abb.: Selfie im Meer

Wer und was darf uns in Zukunft füttern?

Die Zeitschrift Clinicum hat in ihrer Ausgabe 4/2017 ein Interview nachgedruckt, das bereits im Frühjahr veröffentlicht wurde. Im Teaser heißt es: „Oliver Bendel wird am 14. Schweizerischen Kongress für Gesundheitsökonomie und Gesundheitswissenschaften & Zukunftsforum Gesundheit in Bern referieren. Er ist ein gescheiter agent provocateur. Die Wochenzeitung ‚DIE ZEIT‘ hat uns grünes Licht gegeben, ein spannendes Gespräch mit dem Maschinenethiker zu publizieren.“ Eine Frage im Gespräch hatte gelautet: „Kann man in Bezug auf bestimmte Programme oder Roboter überhaupt von Moral oder Unmoral sprechen? Können Maschinen gut oder böse sein?“ Die Antwort: „Da sind wir mittendrin in der Maschinenethik. Wir kennen seit 2500 Jahren die Ethik als eine Disziplin, die sich ausschließlich auf Menschen richtete. Jetzt haben wir es mit neuen Subjekten der Moral zu tun, eben Maschinen. Natürlich sind sie nicht gut oder böse, weil sie keinen eigenen Willen, kein Bewusstsein haben. Aber sie treffen, teilautonom oder autonom, bestimmte moralisch relevante Entscheidungen.“ Eine ähnliche Diskussion begann mit der Disziplin der Künstlichen Intelligenz. Viele Experten verwenden den Begriff der künstlichen Intelligenz (der auf den Gegenstand der Disziplin verweist) metaphorisch oder intentional. So kann man es auch bei der „maschinellen Moral“ machen. Der Nachdruck mit dem Titel „Darf mich ein Pflegeroboter füttern?“ kann über www.clinicum.ch/de/magazin/magazin.htm oder direkt hier aufgerufen werden.

Abb.: Ein Reh bedient sich selbst

Eröffnung des Weizenbaum-Instituts

Nach zwei Jurysitzungen in 2016 und 2017 und einem Beschluss von Prof. Dr. Johanna Wanka, die dem Vorschlag der Jury folgte, fiel nun der „offizielle Startschuss für das Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft am Standort Berlin im Konzertsaal der Universität der Künste“. Die Bundesministerin „verdeutlichte bei der feierlichen Eröffnung, was das BMBF von dem Forschungsverbund erwartet“: „Das neue Weizenbaum-Institut … soll die ethischen, rechtlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aspekte von Internet und Digitalisierung erforschen und Handlungsoptionen aufzeigen. Dafür stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung Fördermittel in Höhe von bis zu 50 Millionen Euro in den ersten fünf Jahren bereit.“ (Pressemitteilung BMBF) Der Jury, bei der sich das BMBF am 21. September 2017 auch schriftlich bedankte, gehörten u.a. Prof. Dr. Viktor Mayer-Schönberger (University of Oxford), Prof. Dr. Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW, Schweiz), Prof. Dr. Urs Gasser (Harvard University), Prof. Dr. Dr. Eric Hilgendorf (Julius-Maximilians-Universität Würzburg), Prof. Dr. Michael Kerres (Universität Duisburg-Essen), Dr. Catharina Maracke (Keio University, Japan) und Dr. Constanze Kurz (Chaos Computer Club und Netzpolitik.org) an.

Abb.: In Berlin

Zwischen Miss Schweiz und Miss Sprint

Am 6. und 7. September 2017 trafen in der City-Garage in St. Gallen an zwei Abenden Salomé Kora, Stephan Altrichter, Gregor Bucher, Ly-Ling Vilaysane und Oliver Bendel aufeinander. Salomé Kora, 23 Jahre alt, ist eine Sprinterin und Staffelläuferin. Mit der 4-mal-100-Meter-Staffel stellte sie 2016 einen neuen Schweizer Rekord auf. Stephan Altrichter wurde 2010 Chef von Porsche Schweiz. Zuvor leitete er u.a. die Mercedes-Benz-Niederlassung in New York. Gregor Bucher ist Geschäftsführer der City-Garage AG. Ly-Ling Vilaysane ist Modedesignerin in St. Gallen. Sie pendelt zwischen Schweiz, Österreich, Ungarn und Frankreich. Oliver Bendel ist Technikphilosoph und forscht vor allem in der Informationsethik und in der Maschinenethik. Linda Fäh, Miss Schweiz von 2009, fragte ihn unter anderem: Was ist Maschinenethik? Seit wann und wo findet Forschung dazu statt? Sind automatisiertes Fahren und autonome Autos der Hauptgegenstand der Maschinenethik? Miss Sprint sprach über ihr neues Auto – und es war ihr anzumerken, wie sehr sie es mag, selbst zu fahren.

Abb.: Die Talkrunde in St. Gallen (Foto: City-Garage)

Internationale Tagung zu Pflegerobotern

Der Ladenburger Diskurs fand im Herbst 2017 unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Oliver Bendel zum Thema „Pflegeroboter“ statt. Am Abend des 11. September 2017 trafen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen mit Mitgliedern der Daimler und Benz Stiftung und dem wissenschaftlichen Leiter in einem italienischen Restaurant in Ladenburg zum gegenseitigen Kennenlernen. Am Tag darauf begrüßte um 9 Uhr Dr. Jörg Klein, Geschäftsführer der Stiftung, die Gäste im Carl-Benz-Haus und ging auf dessen Geschichte ein. Prof. Dr. Oliver Bendel führte in die Veranstaltung ein. Die Vorträge waren so angeordnet, dass zunächst die technische Sicht dominierte, dann die medizinische, dann die ethische. Die wirtschaftliche Perspektive war kaum vertreten, da sich kaum Referenten hierzu finden ließen, wurde aber am Rande abgedeckt. Bis zum Mittag des 13. September trugen die Expertinnen und Experten aus UK, Österreich, Deutschland und der Schweiz vor und diskutierten in einer konstruktiven Atmosphäre. Mit von der Partie war Pepper, der zwar kein Pflegeroboter ist, sich aber durchaus für dieses Thema interessiert. Eine ausführliche Darstellung wird im Jahresbericht der Stiftung veröffentlicht.

Abb.: Schilberg, Pepper, Bendel (Foto: Daimler und Benz Stiftung/Dorn)

Soll uns Robear pflegen?

Operations- und Therapieroboter sind weit verbreitet. Pflegeroboter werden auf der ganzen Welt in Forschungseinrichtungen, Krankenhäusern und Pflegeheimen erprobt. Vor einem regulären Einsatz sind diverse ethische Fragen aufzuwerfen und zu beantworten. Genau dies macht ein neuer Beitrag von Oliver Bendel, der Mitte September in der Zeitschrift IT for Health erschienen ist. Das Resümee lautet: „Der Einsatz von Pflegerobotern bietet aus ethischer (sowie aus ökonomischer und medizinischer) Perspektive sowohl Chancen als auch Risiken. Assistierende Technologien beweisen bereits ihre Alltagstauglichkeit. Robear und Co., die Hand an Patienten anlegen, benötigen bis zu einer hohen technischen Reife noch ein paar Jahre. Genügend Zeit, so scheint es, um sich über das Grundsätzliche klar zu werden. Letztlich sollte, wo immer möglich, der Wille des oder der Pflegebedürftigen geachtet werden, ob er in einer Verfügung oder während der Behandlung zum Ausdruck kommt.“ Der Artikel mit dem Titel „Soll uns Robear pflegen?“ kann hier aufgerufen werden.

Abb.: Soll uns Robear pflegen?

Gesichtserkennung macht Schlagzeilen

Gesichtserkennung macht seit einiger Zeit Schlagzeilen. Ob Südkreuz in Berlin, ob Face ID beim iPhone, ob Software, die angeblich die sexuelle Ausrichtung festzustellen vermag – es existieren zahlreiche Anwendungs- und Missbrauchsmöglichkeiten. Der WDR hat in seiner Sendung Cosmo am 14. September 2017 Oliver Bendel zum Thema befragt. Ob er Angst habe, wollte Sümeyra Kaya u.a. wissen, und der in der Schweiz lebende Informations- und Maschinenethiker räumte ein, dass dies der Fall sei. Sein Gesicht gehöre ihm, führte er aus, und er wolle nicht, dass es von allen möglichen Personen, Gruppen und Parteien aufgenommen werde. „Schon gar nicht will ich, dass mein Alter, mein Geschlecht, meine Gesundheit etc. festgestellt werden. Natürlich kann jeder auf der Straße sehen, wer ich bin, aber ich habe die Chance, auch dem anderen ins Gesicht zu schauen. Es besteht ein gewisses Gleichgewicht. Im Falle von Gesichtserkennungssoftware schaut mich ein Unbekannter an, und ich sehe ihn nicht nur nicht, ich weiß auch nicht, welche Absichten er verfolgt, welche Daten er sammelt und auswertet, was er mit den Ergebnissen macht. Es besteht ein Ungleichgewicht, und es besteht ein Risiko: Vielleicht erfährt meine Krankenkasse, dass ich dick geworden bin, und will mich von bestimmten Zusatzleistungen ausschließen.“ In der Schweiz ist das beispielsweise möglich. Online ist Cosmo über www1.wdr.de/radio/cosmo/programm/index.html erreichbar.

Abb.: Ein Paar macht Selfies

Fit for Love

Ein Magazin, das den Titel „Fit for Fun“ trägt, muss sich natürlich auch dem Thema der Sexroboter widmen. „Hilfe, die Sexroboter kommen“ – so lautet die anspielungsreiche Überschrift in der Rubrik „Fit for Love“. Zu Wort kommen der Sexualwissenschaftler Heinz-Jürgen Voß und der Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel. „Das Gefühl des Alleinseins können Sexroboter mindern“, erklärt der Sexualwissenschaftler. „Doch hier lauere auch die Gefahr, sich mit ihm zurückzuziehen.“ (Fit for Fun, 10/2017) Auch der Ethiker beurteilt die Liebesmaschinen differenziert. Er lehnt ihren Gebrauch nicht grundsätzlich ab und hat als Maschinenethiker auf der Konferenz „Love and Sex with Robots“ Ende 2016 einige Vorschläge zur Verbesserung unterbreitet. So sollte sich der Sexroboter den meisten Anliegen gegenüber offen zeigen, sich aber auch bei bestimmten Ansinnen verweigern können. Als Informationsethiker sieht er vor allem die Gefahr des Datenmissbrauchs, der Ausspähung und der Überwachung. Vernetzte Roboter können mit Menschen verbunden sein, die sich an den Anblicken ergötzen und die Bilder weiterleiten. Der Artikel ist in der aktuellen Ausgabe (Oktober 2017) erschienen.

Abb.: Hilfe, die Sexroboter kommen

Künstliche Intelligenz im HR Manager

Das Magazin Human Resources Manager widmet sich in seiner neuen Ausgabe (4/17) der Disziplin der Künstlichen Intelligenz (und ihrem Gegenstand, der künstlichen Intelligenz). Der Beitrag „Ein alter Menschheitstraum“ beinhaltet ein „Gespräch über die Sehnsucht nach künstlicher Intelligenz mit Dirk Helbing, Professor für Computational Social Science“ (Human Resources Manager, 4/17). „Die Co-Robots kommen näher“ basiert u.a. auf einem Interview mit Oliver Bendel, Professor für Wirtschaftsinformatik, Informations- und Maschinenethik. In „Entseelte Entscheidungen“ wird festgestellt: „Algorithmen können auch diskriminieren“ – das Interview wird geführt mit „Algorithmus-Designerin Katharina Zweig“ (Human Resources Manager, 4/17). „Digitale Sprachlosigkeit“ geht zusammen mit Christian Bauchhage auf die „Kommunikation mit künstlicher Intelligenz“ (Human Resources Manager, 4/17) ein. Weitere Informationen über www.humanresourcesmanager.de. Der Artikel „Liaisons dangereuses?“ mit Statements von Oliver Bendel kann hier heruntergeladen werden.

Abb.: KI kann Menschen quantifizieren und qualifizieren

Homo faber

Im Wirtschaftslexikon von Springer Gabler ist am 31. August 2017 ein neuer Beitrag von Oliver Bendel erschienen. Es wird nichts weniger als der Mensch beleuchtet. Der erste Absatz lautet: „Der Mensch gehört zur Gattung Homo, mit der Art des Homo sapiens (‚verständiger, vernünftiger, kluger, weiser Mensch‘) und dessen Vorgänger Homo erectus (‚aufgerichteter, aufrecht gehender Mensch‘). Er bewohnt seit Jahrmillionen die Erde und hat nie einen anderen Planeten besucht, wenn man vom Entsenden von Weltraumfähren und -robotern absieht; lediglich auf den Trabanten der Erde, den Mond, hat er seinen Fuß gesetzt. Als Homo oeconomicus maximiert er seinen Nutzen, ist Teil der Wirtschaft, als Produzent, Konsument oder Prosument. Als Homo politicus und Homo sociologicus ist er in ein Staats- und Gemeinwesen eingebunden, in dem er Rechte und Pflichten wahrnimmt und spezifische Handlungen ausführt, die sich auf Regierung, Verwaltung oder Gesellschaft beziehen. Im Homo faber erscheint der ein Handwerk oder eine Kunst ausübende, ein Werkzeug oder eine Technik schaffende Mensch, der damit seine Umwelt und sich selbst verändert.“ Der ganze Beitrag – in dem es am Ende auch um die Perspektive der Informationsethik geht – kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/mensch.html abgerufen werden.

Abb.: Homo faber

Roboter im Gesundheitsbereich

„Entscheidfindung und Umsetzung: Shared Decision Making und verwandte Konzepte im Gesundheitssystem“ – so der Titel des 14. Schweizerischen Kongresses für Gesundheitsökonomie und Gesundheitswissenschaften, der am 3. November 2017 in Bern stattfindet. „Der Kongress richtet sich an alle Fachleute aus dem Gesundheitswesen: Ärzteschaft, Spitalverantwortliche, Apothekerinnen/Apotheker, Pharmaindustrie, Sozial- und Privatversicherer, Behörden, Verbände sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Gesundheitswesen generell.“ (Flyer Kongress) Eine Besonderheit ist das Young Forum. „Die Young Forum SKGG Initiative soll Nachwuchsleuten aus dem gesamten Gesundheitswesen ermöglichen, den 14. Schweizerischen Kongress für Gesundheitsökonomie und Gesundheitswissenschaften (SKGG) zum Nulltarif zu besuchen.“ (Flyer Kongress) Beim Kongress referieren u.a. Prof. Dr. iur. Regina E. Aebi-Müller („Patient knows best? Instrumente der Selbstbestimmung im geltenden Recht“), Prof. Dr. oec. publ. Stefan Boes („Swiss Learning Health System – eine Einführung“) und Prof. Dr. oec. HSG Oliver Bendel („Künstliche Intelligenz und Roboter im Gesundheitsbereich: Hoffnung mit Grenzen?“). Der Flyer mit allen Informationen kann hier abgerufen werden.

Abb.: Der Gesundheitsbereich verändert sich

Linda Fäh und die Maschinenethik

Am 6. und 7. September 2017 treffen in der City-Garage in St. Gallen bei zwei VIP-Abenden ganz unterschiedliche Menschen aufeinander, nämlich Salomé Kora, Stephan Altrichter, Ly-Ling Vilaysane und Oliver Bendel. Salomé Kora, 23 Jahre alt, ist eine Sprinterin und Staffelläuferin. Mit der 4-mal-100-Meter-Staffel stellte sie 2016 einen neuen Schweizer Rekord auf. Stephan Altrichter wurde 2010 Chef von Porsche Schweiz. Zuvor leitete er u.a. die Mercedes-Benz-Niederlassung in New York. Ly-Ling Vilaysane ist Modedesignerin in St. Gallen. Sie pendelt zwischen Schweiz, Österreich, Ungarn und Frankreich. Oliver Bendel ist Technikphilosoph und forscht vor allem in der Informationsethik und in der Maschinenethik. Er denkt sich moralische Maschinen nicht nur aus, sondern baut sie auch. Befragt werden die vier Personen auf dem Podium von Linda Fäh, Miss Schweiz von 2009. Sie singt und moderiert seit mehreren Jahren. Ein Thema wird die Maschinenethik sein, konkret die Frage, ob autonome Autos moralische Regeln befolgen und ob sie qualifizieren oder quantifizieren sollten.

Abb.: Amerikanische Misswahl

VDI-Konferenz zu humanoiden Robotern

Auch die 2. VDI-Konferenz „Humanoide Roboter“ beschäftigt sich mit „dem Menschen nachempfundenen Robotern“ (Website VDI). Zwar seien Roboter insbesondere in Bezug auf Wahrnehmung und Intelligenz „noch weit vom Menschen entfernt“, aber die Entwicklung von humanoiden Robotern werde „mit enormem Tempo vorangetrieben“. „Das Themenspektrum der Konferenz reicht dabei von Design und Gestaltung über die kognitive Planung bis hin zu Anwendungsbeispielen der Roboter.“ (Website VDI) Am 6. Dezember 2017 spricht Prof. Dr. Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW) über die „Speech Synthesis Markup Language (SSML) für humanoide Serviceroboter“, Prof. Dr. Elisabeth André (Universität Augsburg) zur „Personalisierung der Mensch-Roboter-Interaktion durch sozialsensitives Lernen“, Prof. Dr. Sven Behnke (Universität Bonn) über „Humanoide Roboter für den Einsatz in menschenfeindlichen Umgebungen“. Die Konferenz findet vom 5. bis 6. Dezember 2017 in Aschheim bei München statt. Weitere Informationen über www.vdi-wissensforum.de/weiterbildung-automation/humanoide-roboter/.

Abb.: Humanoide Roboter in den Startlöchern

Roboter unter uns

Omer Kabir von der israelischen Tageszeitung Calcalist hat im Februar 2017 ein Interview mit Oliver Bendel geführt, das am 16. August 2017 erschienen ist. Es geht um Künstliche Intelligenz, Robotik und Maschinenethik. Zu einer Frage führte Oliver Bendel aus: „I would like to distinguish between simple and complex moral machines. While simple moral machines are useful and valuable in many contexts, e.g., in order to protect animals in the household, in the parkway or in the wilderness, complex moral machines can be dangerous, on the battle field as well as in road traffic. I am against autonomous weapons and autonomous cars which decide between life and death of human beings. I prefer simple machines which follow simple rules in our absence, simple machines that are our representatives, not least in a moral sense.“ Auf eine andere gab er die Antwort: „Industrial and service robots as well as agents and chatbots will support and replace us, doing some things better than their human competitors. They may be more precise, faster and cheaper. The machines can used for automatic operation round the clock. We may experience initial discomfort and pressure. After some discussions and perhaps revolutions, we could head for adequate economic, political and legal conditions. Perhaps there will be an unconditional basic income for all citizens, and I must admit that I sympathise with this idea. Other experts also propose a machinery tax or a quota of robots, but I am rather sceptical about such restrictions. I like the discussions about them more than themselves.“ Der Artikel mit dem Titel „Affäre mit einem Roboter“ kann hier als PDF heruntergeladen oder über www.calcalist.co.il aufgerufen werden.

Abb.: Die erste Seite des Artikels

Interaktive Werbeflächen aus ethischer Sicht

Bei interaktivem Digital Signage stellen sich Plakate, Schilder, Tafeln, Terminals und Säulen in Läden oder an Straßen und auf Plätzen auf ihren digitalen Bildschirmen automatisch auf Anwesende ein und interagieren und kommunizieren mit diesen in visueller oder auditiver Weise. Es wird also nicht einfach etwas dargestellt, sondern das, was dargestellt wird, hängt vom Betrachter oder vom Umfeld ab. Der hauptsächliche Zweck ist neben der Informierung (auch im Sinne von Beratung) die Werbung, die hauptsächliche Umsetzungsart die interaktive Werbefläche. Der Beitrag „Neue Spione in den Straßen, auf den Plätzen und in den Läden: Interaktive Werbeflächen aus ethischer Sicht“ von Oliver Bendel, erschienen bei Telepolis am 15. August 2017, untersucht das Phänomen digitaler Werbeflächen aus ethischer Sicht. Erstens wird der Begriff des Digital Signage erklärt, unter den der Begriff der interaktiven Werbeflächen subsumiert wird. Typisch für diese sind – abgesehen von den digitalen Bildschirmen – Kameras, Mikrofone, Lautsprecher, Muster-, Bild- und Gesichtserkennung. Zweitens werden Überlegungen aus Sicht von Informations-, Technik- und Wirtschaftsethik und darüber hinaus, etwa im Sinne des Verbraucherschutzes, angestellt. Auch die Maschinenethik wird berücksichtigt. Der Beitrag kann über www.heise.de/tp/features/Neue-Spione-in-den-Strassen-auf-den-Plaetzen-und-in-den-Laeden-3797118.html abgerufen werden.

Abb.: Digital Signage in New York

Über den Denialismus

Das KLEINE LEXIKON DER INFORMATIONSETHIK existiert seit 2012 und wird immer noch ausgebaut. Seit 13. August 2017 ist auf informationsethik.net ein weiterer Eintrag zu finden: „Denialism oder Denialismus (in der eingedeutschten Form) ist der Versuch, Fakten abzustreiten und sich ‚alternative Fakten‘ auszudenken. Beispielsweise behauptet man, die Erde sei flach, der Klimawandel nicht vorhanden, selbst das höherentwickelte Tier nicht leidensfähig, und die Evolution habe nicht stattgefunden. Über das Internet schließen sich die Denialisten (Leugner im radikalen Sinne) zusammen und bestärken sich in ihren haltlosen Überzeugungen. Zudem zitieren und produzieren sie Fake News. Sie sind weder Skeptiker noch philosophische Zweifler, denn diese stellen etwas in Frage, das gesichert erscheint, um zu etwas zu gelangen, das als wirklich gesichert angesehen werden kann. Die Informationsethik untersucht die Nutzung des WWW und von Instant Messengers zur Verbreitung denialistischer Ansätze, mitsamt den moralischen Implikationen.“ Wer die Begriffe des Lexikons in größerer Breite und Tiefe haben will, sei auf das umfangreiche Nachschlagewerk „300 Keywords Informationsethik“ (Springer Gabler, 2016) von Oliver Bendel verwiesen. Dieses bietet Fachwissen nicht nur zur Informationsethik, sondern auch zur Maschinenethik. Zu letzterer Disziplin sei wiederum auch das KLEINE LEXIKON DER MASCHINENETHIK auf maschinenethik.net empfohlen.

Abb.: Die Erde flach, Hunde nicht leidensfähig

Electric Smell Machine

Adrian David Cheok is director of the Mixed Reality Lab which „aims to push the boundaries of research into interactive new media technologies through the combination of technology, art, and creativity“ (Website Mixed Reality Lab). He is editor of several academic journals and of the book „Love and Sex with Robots“ (together with Kate Devlin and David Levy) which was published in 2017. In a current press release, he presents an electric smell machine for internet and virtual smell. „Here we are excited to introduce the world’s first computer controlled digital device developed to stimulate olfactory receptor neurons with the aim of producing smell sensations purely using electrical pulses. Using this device, now we can easily stimulate the various areas of nasal cavity with different kinds of electric pulses. During the initial user experiments, some participants experienced smell sensations including floral, fruity, chemical, and woody. In addition, we have observed a difference in the ability of smelling odorants before and after the electrical stimulation. These results suggest that this technology could be enhanced to artificially create and modify smell sensations. By conducting more experiments with human subjects, we are expecting to uncover the patterns of electrical stimulations, that can effectively generate, modify, and recall smell sensations. This invention can lead to internet and virtual reality digital smell.“ (Press Release, 10 August 2017) More via imagineeringinstitute.org/press-release-electric-smell-machine-for-internet-virtual-smell/.

Fig.: Towards the digital smell

Schweigen ist Gold

Im März 2009 bewarb sich der Schriftsteller und Wissenschaftler Oliver Bendel beim Blick am Abend als Kolumnenschreiber. Er bekam den Auftrag (der nicht vergütet wurde) und legte los. Über jeden Beitrag dieser Rubrik wurde von Leserinnen und Lesern abgestimmt, und der Autor wurde weiter- oder abgewählt. Die Idee von Oliver Bendel war, Kritik, Kunst und Kultur sowie Wissenschaft in den BAA zu bringen. Dies auf knappem Platz und für einen riesigen Adressatenkreis. Zu seinem Erstaunen wurde er über mehrere Tage weitergewählt. Die Themen wurden immer gewagter, Theorien und Kanons entwickelt. Auch ein Web-2.0-Knigge tauchte auf, mit seinen zehn Vorschlägen zum Verhalten in den sozialen Medien, später als „Netiquette 2.0“ in der Netzwoche veröffentlicht. Regel Nummer 3 lautete: „Du sollst nachdenken, bevor du einen Beitrag verfasst, und keine Fehlinformationen verbreiten.“ Und 10: „Du sollst Handy und Computer so oft wie möglich ausschalten und dem Gesang der Vögel lauschen.“ Ein Text über Inge Scholl war bereits geschrieben, als nach zehn Ausgaben das Aus kam. Die Kolumnen können jetzt, achteinhalb Jahre später, hier heruntergeladen werden.

Abb.: Im Web 2.0 ist Schweigen manchmal Gold