Leder ohne Leid

Ein neuer Beitrag im Gabler Wirtschaftslexikon geht auf Kunstleder ein. Pflanzen- und Pilzleder wird ein eigener Abschnitt gewidmet: „Kunstleder aus Pflanzen (und ihren Früchten) oder Pilzen hat den Markt aufgemischt. Man verwendet u.a. Kakteen, Ananasblätter und Apfel- oder Traubenreste respektive das Wurzelgeflecht von Waldpilzen. Die Materialien können vielseitig verarbeitet werden, zu Hüllen, Börsen, Taschen, Gürteln und Schuhen sowie zu Kleidungsstücken wie Röcken und Jacken. Manche Shops bieten ausschließlich Produkte aus Kunstleder dieser Art an. Wie bei Echtleder ergeben sich mit der Zeit gewisse Verschleiß- und Abnutzungserscheinungen, die durchaus gewünscht und anziehend sein können. Es sind die ersten biobasierten Kunstleder verfügbar, die ohne Kunststoff auskommen.“ Im letzten Abschnitt wird die Perspektive der Ethik eingenommen: „Die Lederherstellung und -verwendung ist umstritten, weil Tiere gehalten bzw. getötet werden müssen und das Gerben sowohl die Gesundheit von Menschen als auch die Umwelt belastet. Die Lederindustrie könnte dasselbe Schicksal ereilen wie die Pelzindustrie und den gleichen Auftrieb erhalten wie die Lebensmittelindustrie mit ihren Fleischimitaten aus Pflanzen oder aus dem Labor (In-vitro-Fleisch). Die Umweltethik untersucht zusammen mit der Tierethik die moralischen Implikationen von Tierhaltung, -tötung und -häutung, zusammen mit der Wirtschaftsethik die von Lederproduktion und -vertrieb.“ Der Beitrag von Prof. Dr. Oliver Bendel aus Zürich kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/kunstleder-125517 aufgerufen werden.

Abb.: Leder mit Leid

Umweltzerstörung vom Altertum bis zur Gegenwart

„Umweltzerstörung ist die Zerstörung der natürlichen Umwelt von Mensch und Tier durch Menschen. Die Lebensbedingungen verschlechtern sich und die Ressourcen der Natur bzw. Arten und Lebewesen werden im Zuge von Rohstoffgewinnung, Landschaftsverbrauch und Übernutzung vernichtet bzw. ausgerottet und getötet. Umweltverschmutzung ist hingegen die Verschmutzung der natürlichen Umwelt von Mensch und Tier durch Menschen, etwa mit Schadstoffen und Abfällen. Sie kann in Umweltzerstörung münden. In beiden Fällen handelt es sich um Formen der Umweltbelastung und um Förderer von Klimawandel und Gefährder von Artenvielfalt.“ Mit diesen Worten beginnt ein Beitrag im Gabler Wirtschaftslexikon, der am 4. Juli 2023 erschienen ist. Im zweiten Abschnitt erfährt man einiges über Hintergrund und Entwicklung des Phänomens. Hingewiesen wird auf die Umweltzerstörung, die in der Antike stattfand. Auch auf die Industrialisierung ab dem 18. Jahrhundert wird eingegangen. Im dritten Abschnitt ist die Ethik im Spiel: „Die Wirtschaftsethik fragt nach den Grenzen des Wirtschaftswachstums und der Verantwortung von Unternehmen (Unternehmensethik) und Konsumenten (Konsumentenethik) in Bezug auf den Erhalt der natürlichen Umwelt. Technikethik und Informationsethik widmen sich zusammen mit den Ingenieurwissenschaften, einschließlich der Informatik und der Robotik, dem Umwelt- und Naturschutz mit technischen und computerbasierten Mitteln.“ Der Beitrag von Oliver Bendel kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/umweltzerstoerung-125516 abgerufen werden.

Abb.: Solche Landschaften wie auf Big Island müssen erhalten bleiben

Über das Büro

„Das Büro (fr. ‚bureau‘: urspr. ‚Tuch‘, später ‚Amtsstube‘) ist der Arbeitsplatz bzw. der Arbeitsraum in einem Unternehmen oder einer Verwaltung. In ihm finden Denk-, Lese-, Schreib-, Zeichen- und Rechentätigkeiten statt, es wird mit Geräten interagiert und mit Menschen und Organisationen kommuniziert.“ Mit diesen Worten beginnt ein Beitrag im Gabler Wirtschaftslexikon, der am 4. Juli 2023 erschienen ist. Im zweiten Abschnitt heißt es: „Bürotätigkeiten im 21. Jahrhundert hängen fast vollständig von der Digitalisierung ab. Datenbrillen und 3D-Welten (darunter das Metaverse) gewinnen im Büro der Zukunft ebenso an Bedeutung wie generative KI. Experimentiert wird mit Hologrammen bzw. Pseudohologrammen als Avataren. In Großraumbüros erlauben Cube-Systeme, sozusagen Büros in Büros, die Durchführung von Audio- und Videokonferenzen sowie Minimeetings, ohne die Allgemeinheit zu stören. Ferner werden Zonen für weitere Bedürfnisse eingerichtet.“ Im dritten Abschnitt werden ethische Überlegungen angestellt: „Informationsethik und Wirtschaftsethik untersuchen die moralischen Implikationen der Bürotätigkeit und von Arbeit überhaupt, in Bezug auf Überwachung, Entfremdung, Ausbeutung und Ersetzung (u.a. durch Systeme der KI). Die Unternehmensethik beschäftigt sich außerdem mit Compliance-Fragen und mit Fragen von Diversity und Inclusion, etwa mit Blick auf die Barrierefreiheit.“ Der Beitrag von Oliver Bendel kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/buero-125514 abgerufen werden.

Abb.: Es geht auch ohne Büro

Die KI ist ein Werkzeug

Das Schweizer Magazin Bref hat im Juni 2023 ein Interview mit Prof. Dr. Oliver Bendel abgedruckt. Es geht darin u.a. um künstliche Intelligenz, etwa um Sprachmodelle, die ChatGPT und Bildgeneratoren wie DALL-E zugrunde liegen – und eigenen Projekten wie @ve und @llegra. Mit diesen Chatbots sollen tote und gefährdete Sprachen wiederbelebt bzw. gerettet werden. In früheren Projekten pflanzten die Teams um Oliver Bendel den Chatbots im Kontext der Maschinenethik vor allem moralische Regeln ein. Gegen Ende des Interviews heißt es: „Wir sollten immer daran denken: Die KI ist ein Werkzeug. Wir haben es geschaffen und wir haben die Macht, es zu gestalten und zu kontrollieren. Als Maschinenethiker habe ich dafür gesorgt, dass unseren Chatbots moralische Regeln eingepflanzt werden, an die sie sich strikt halten. Sie erkennen Probleme des Benutzers, die wir vorausgesehen haben, verhalten sich ihm gegenüber moralisch adäquat und machen immer wieder deutlich, dass sie nur Maschinen sind. Das alles ist sehr verlässlich.“ Das Interview kann über brefmagazin.ch/artikel/der-digitale-graben-wird-durch-die-ganze-welt-gehen/ aufgerufen werden.

Abb.: Der Maschinenethiker Oliver Bendel (Foto: Shift/Louis Rafael)

Über den Massenkonsum

„Massenkonsum ist der Konsum von Massen von Waren durch Massen von Menschen. Es handelt sich um einen Aspekt der Massenproduktion und der Konsumgesellschaft. Von der Wirtschaft werden gezielt Bedürfnisse geweckt, etwa durch eine breite Werbung oder eine wechselnde Mode. Ihr Angebot gerät zum Überangebot und erlaubt den Konsumenten eine umfangreiche Auswahlmöglichkeit und eine lohnenswerte Schnäppchenjagd.“ Mit diesen Worten beginnt ein neuer Beitrag im Gabler Wirtschaftslexikon von Prof. Dr. Oliver Bendel aus Zürich. In einem zweiten Abschnitt wird auf Hintergrund und Entwicklung eingegangen, in einem dritten die ethische Perspektive eingenommen: „Umwelt- und Wirtschaftsethik widmen sich der Erzeugung von künstlichen Bedürfnissen im Zusammenhang mit Umweltzerstörung, Massentierhaltung und ungebremstem Wirtschaftswachstum und – vor allem in der Unternehmensethik – der Verantwortung von Unternehmen mit Blick auf die Massenproduktion. Die Konsumentenethik fragt nach der Verantwortung des Konsumenten, wobei der von ihm ausübbare Druck nicht nur in einer geänderten Nachfrage, sondern auch in der Propagierung einer veränderten Lebensweise und in Petitionen, Abstimmungen und Klagen bestehen kann.“ Der Beitrag ist am 20. Juni 2023 erschienen und kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/massenkonsum-125465 aufgerufen werden.

Abb.: In Manhattan

Mode und Technik

Der Beitrag „Mode“ ist am 20. Juni 2023 im Gabler Wirtschaftslexikon erschienen. Nach einer Einführung und der Darstellung von Geschichte und Hintergrund wird den Themenkomplexen „Mode und Wirtschaft“ und „Mode und Technik“ jeweils ein Abschnitt gewidmet. Im letzteren heißt es: „Wearables wie Smartphones, Smartwatches und Smartrings sowie Smartcams ergänzen Kopf, Körper und Kleidung. Datenbrillen bestimmen noch nicht den modernen und modischen Auftritt in der Öffentlichkeit, werden aber im Büro, in der Fabrik und im Haushalt immer selbstverständlicher. Kleidung selbst wird technifiziert und kann – Stichwort Smart Clothes – Strom leiten, der Eingabe und Erfassung dienen oder aber der Ausgabe, als Display für verschiedene Inhalte. Sie richtet sich zudem mit Mustern, 2D- oder 3D-Codes und Computerchips an Kameras, Sensoren und Systemen aus, um einerseits mit der Umgebung interagieren zu können, andererseits digitale Selbstverteidigung zu ermöglichen. Der Cyborg, der technische Strukturen in seine biologischen einpasst, sei es in invasiver (NFC-Chips) oder nichtinvasiver Form (smarte Kontaktlinsen, Datenbrillen), wird zum Anführer einer Mode des Transhumanismus und einer avantgardistischen Bewegung des Human Enhancement. Avatare und Hologramme als digitale Models verbannen die Mode in den Hintergrund und unterstreichen in virtuellen Umgebungen ihre Andersartigkeit in der Ähnlichkeit. Die Mode für soziale Roboter fällt in den Bereich des Robot Enhancement.“ Danach folgen Betrachtungen aus ethischer Perspektive. Der Beitrag von Oliver Bendel kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/mode-125144 aufgerufen werden.

Abb.: Eher extravagante Mode

Human Enhancement im Arbeitsleben

Das Handelsblatt hat mit Prof. Dr. Oliver Bendel über Bio- und Bodyhacking und Human Enhancement gesprochen. Es ging vor allem um die Anwendung im Berufsleben, etwa im Büro oder in der Fabrik. Mehrere Aussagen des Technikphilosophen wurden in dem Artikel „Wie Mikrochips und smarte Brillen die Leistung im Job erhöhen können“ zitiert. Anwendungen dieser Art kann man vor allem dem Human Enhancement zurechnen. Über Bio- und Bodyhacking, Human Enhancement und Animal Enhancement sowie Cyborgs schreibt Oliver Bendel seit Jahren. Zudem hält er Vorträge zum Thema, wie bei der Architekturbiennale in Venedig im Jahre 2021 („Human and Animal Enhancement in the Context of Architecture“). Mit Studenten und Studentinnen probierte er 2017 im Silicon Valley die HoloLens von Microsoft aus. Für das Arbeitsleben sind seiner Meinung nach Datenbrillen relevant, smarte Kontaktlinsen sowie passive und aktive Exoskelette. Wichtig ist es, den Bedürfnissen der Arbeitnehmer Rechnung zu tragen und die Privat- und Intimsphäre aller Beteiligten und Betroffenen zu schützen. Der Artikel ist am 16. Juni 2023 erschienen und kann über www.handelsblatt.com/karriere/biohacking-wie-mikrochips-und-smarte-brillen-die-leistung-im-job-erhoehen-koennen/29202186.html aufgerufen werden.

Abb.: Studentinnen mit der HoloLens im Jahre 2017 bei Microsoft im Silicon Valley

Hohe Nachfrage nach Buch zu sozialen Robotern

Das Buch „Soziale Roboter“ (Hrsg. Oliver Bendel) hat 200.000 Downloads erreicht, nach nur eineinhalb Jahren. Es besteht aus fünf Teilen: „Grundlagen, -begriffe und -fragen“, „Soziale Robotik und andere Disziplinen“, „Gestaltung, Interaktion und Kommunikation“, „Anwendungsbereiche sozialer Roboter“ und „Die Zukunft sozialer Roboter“. Es sind, das Vorwort mitgezählt, 30 Beiträge, mit ca. 35 Abbildungen, bei ca. 570 Seiten. Der Untertitel lautet: „Technikwissenschaftliche, wirtschaftswissenschaftliche, philosophische, psychologische und soziologische Grundlagen“. Mit dabei sind führende Experten und Expertinnen der Sozialen Robotik, der Robotik, der Künstlichen Intelligenz, der Soziologie, der Psychologie und der Philosophie. Sie lehren und forschen an Hochschulen in der Schweiz, in Deutschland, in Österreich, in Dänemark und in Schweden. Auch ein Hersteller ist vertreten, der über den Einsatz seines Produkts berichtet. Das Fachbuch ist Ende 2021 bei Springer Gabler erschienen und kann über link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-31114-8 heruntergeladen oder bestellt werden. Zudem ist es in jeder Buchhandlung verfügbar.

Abb.: Oliver Bendel mit Pepper (Foto: Sara Zarubica)

Assistive Technologien und technische Rehabilitation

Am 9. Juni 2023 ist die elektronische Version des Buchs „Assistive Technologien, technische Rehabilitation und Unterstützte Kommunikation“ erschienen. Einen Tag später folgte die gedruckte Ausgabe. Die Herausgeber sind Martin Groß, Birgit Hennig, Stefan Kappel und Frank Wallhoff. Enthalten ist darin der Beitrag „Therapieroboter aus ethischer Sicht“ von Oliver Bendel. Aus dem Abstract: „Der vorliegende Beitrag geht auf Therapieroboter ein. Diese werden wie Pflegeroboter als soziale Roboter verstanden. Es werden die Ziele, Aufgaben und Merkmale geklärt, es werden Beispiele gegeben, sowohl aus der Psychotherapie als auch aus der Ergo- und Physiotherapie, die etwa der orthopädischen und sportmedizinischen Rehabilitation dienen können, und es findet eine Diskussion aus Sicht der klassischen Bereichsethiken und der Maschinenethik statt. Deutlich wird, dass manche Antworten bereits heute geliefert werden können, andere jedoch noch empirischer Forschung und analytischer Arbeit bedürfen. Nicht zuletzt hängen einige von der sich entwickelnden Praxis ab, etwa davon, welche Rolle der Therapeut und Betreuer in Zukunft spielt, welcher Art die Therapieroboter sind und welche Verbreitung sie haben.“ Erwähnt werden – mit Blick auf Demente und Autisten – u.a. Paro, Keepon, QRrobot und Moxie. Das Buch ist über Springer oder eine beliebige Buchhandlung erhältlich.

Abb.: Paro beim Berliner Kolloquium 2019 (Foto: Daimler und Benz Stiftung)

Jung, erfolgreich, tot

Stefan Sommer von der Süddeutschen Zeitung hat Prof. Dr. Oliver Bendel Fragen zu Hologrammen gestellt, die Tote auf Bühnen und in Filmen „lebendig“ machen sollen, und zu Apps, mit denen man sich und andere verewigen kann. Einführend bemerkte der Technikphilosoph zu den Hologrammen: „Meist handelt es sich um Projektionen, wobei man durchsichtige Vorhänge, Glas, Metall bzw. mit Metall beschichtete Oberflächen verwendet. Ich nenne sie auch Pseudohologramme oder Quasihologramme. Grundsätzlich hat man den Eindruck, dass sich ein Körper im Raum befindet. Sehr bekannt sind die Pseudohologramme von Tupac und Hatsune Miku. Der Unterschied ist, dass der Rapper verstorben war und durch die Technologie ‚wiederbelebt‘ wurde, Hatsune Miku aber nie gelebt hat – man hat zuerst ihre Stimme erfunden und später ergänzt durch das Pseudohologramm. Bei ABBA liegt der Fall wiederum anders. Die Mitglieder leben noch, haben sich aber unsterblich gemacht, wiederum mit Pseudohologrammen, die in einer speziell dafür konstruierten Bühne in London erscheinen. Ich habe eines der Konzerte besucht. Die Wirkung ist immens. Es sind alte Fans vor Ort, die spätestens bei ‚Dancing Queen‘ ihre Rollatoren wegwerfen und zu tanzen beginnen.“ Es folgten weitere Ausführungen zu den Apps und zum digitalen Nachlass. Mehrere Statements wurden für den Artikel „Jung, erfolgreich, tot.“ verwendet, der am 1. Juni 2023 im Onlinemagazin Jetzt der Süddeutschen Zeitung erschienen ist.

Abb.: Ein junger Mann mit Tupac-T-Shirt

Oliver Bendel als „Gast am Mittag“ bei SRF 1

„In seiner Arbeit beschäftigt er sich mit dem Zusammenleben von sozialen Robotern mit Menschen und mit dem Potenzial von künstlicher Intelligenz. Auf seinem Gebiet ist er eine Autorität.“ (Website SRF) Mit diesen Worten wird vom Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) eine Sendung mit Prof. Dr. Oliver Bendel aus Zürich angekündigt. Es geht darin um „Chancen und Grenzen von Pflege- und Sexrobotern“. „Der Professor für Maschinen- und Roboterethik an der Fachhochschule Nordwestschweiz, Oliver Bendel, erzählt im Gespräch ‚Gast am Mittag‘ um 13 Uhr, warum es Umarmungsroboter braucht, was junge Männer an Sexrobotern, die aussehen wie Feen, anzieht und warum er eine Patientenverfügung zum Einsatz von Therapierobotern erstellt hat. Das Gespräch führt Sandra Schiess.“ (Website SRF) „Gast am Mittag“ mit Prof. Dr. Oliver Bendel läuft am 29. Mai 2023 auf SRF 1. Zusätzlich erscheint an diesem Tag ein Interview mit ihm in schriftlicher Form auf der Website.

Abb.: Der Gründer von Abyss Creations mit seiner Harmony (Foto: Realbotix)

Der zufriedene Mitarbeiter

„Zur Employee Experience … gehören die Erlebnisse, Beobachtungen und Befindlichkeiten von Mitarbeitern in einer Organisation, mit den entsprechenden Interaktionen und Emotionen. Bei einem weiten Begriff kann man auch die Erfahrungen von Bewerbern dazurechnen. Die Customer Experience zielt auf die Wahrnehmung von Kunden, etwa in Bezug auf Produkte und Marken oder das Unternehmen insgesamt. Sie hängt in vielerlei Hinsicht mit der Employee Experience zusammen.“ Mit diesen Worten beginnt ein neuer Beitrag im Gabler Wirtschaftslexikon von Oliver Bendel. Im zweiten Abschnitt werden Beispiele und Merkmale genannt. So heißt es: „Zu einer positiven Employee Experience können Eigenständigkeit und Verantwortung im Berufsleben, Klarheit und Vollständigkeit von Abläufen, Respekt in der Zusammenarbeit, Gesundheit, Diversity und Inclusion, Intim- und Privatsphäre im Bürogebäude, Flexibilität in der Beschäftigung sowie berufliche und finanzielle Sicherheit beitragen.“ Der dritte Abschnitt widmet sich dem Employee Experience Management, der vierte der Perspektive der Wirtschaftsethik, speziell der Unternehmensethik. Der Beitrag ist am 10. Mai 2023 erschienen und kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/employee-experience-124947 abgerufen werden.

Abb.: Eine zufriedene Mitarbeiterin

Virtuelle Freunde

In der c’t 11/2023 ist der Artikel „Virtuelle Freunde? KI-Chatbots leisten Gesellschaft und wecken einseitige Gefühle“ erschienen. Arne Grävemeyer geht auf fünf Seiten auf das Thema ein. Befragt hat er dazu Prof. Dr. Oliver Bendel. Eine Frage war, ob solche Programme und Figuren – die Emotionen zeigen (ohne sie zu haben) und hervorrufen – sich als solche offenbaren sollten. Seine Antwort: „Aus ethischer Sicht würde ich das fordern. Man sollte wissen, ob man mit Menschen oder Maschinen kommuniziert. Unsere eigenen Emotionen sind ein wertvolles Gut. Wir entwickeln sie fast automatisch, wenn wir auf menschenähnliche Entitäten stoßen. Wir haben aber die Möglichkeit, die Emotionen zu begrenzen, wenn wir wissen, dass es sich um Programme und Maschinen handelt. Dazu gehört, dass wir diese abstellen und nicht ständig an sie denken, wenn sie nicht bei uns sind. Auch unsere Zeit ist ein kostbares Gut. Wir sollten selbst entscheiden, mit wem oder was wir sie verbringen.“ (c’t, 11/2023) Insgesamt wurden schriftlich und telefonisch etliche Fragen gestellt. Einige Antworten sind in den Artikel eingeflossen, der seit 5. Mai 2023 erhältlich ist.

Abb.: Was ist von virtuellen Freunden zu halten?

Wenn die KI den Partner ersetzt

„Manche Menschen gehen bereits romantische Beziehungen mit Chatbots ein. Künstliche Intelligenz simuliert Zuneigung und Trost. Kann man Gefühle einfach so programmieren?“ (Tagesspiegel, 3. Mai 2023) Dies fragt Max Tholl in einem Essay mit dem Titel „Wenn die KI den Partner ersetzt: Können Maschinen uns lieben?“ vom 3. Mai 2023. Zu Wort kommt mehrmals Prof. Dr. Oliver Bendel, der seit einem Vierteljahrhundert über Chatbots, Sprachassistenten und soziale Roboter schreibt und forscht. Er nähert sich dem Gegenstand mit einem Rückblick: „Innige Beziehungen zwischen Menschen und künstlichen Kreaturen haben eine lange Tradition in der Ideengeschichte, sagt der Philosoph und Wirtschaftsinformatiker Oliver Bendel. Sie finden sich schon in den mythologischen Erzählungen von Homer oder Ovid, später dann als Motiv in Science-Fiction-Geschichten.“ (Tagesspiegel, 3. Mai 2023) Der ganze Beitrag ist im Tagesspiegel hinter der Bezahlschranke zu finden und wird auch noch in der gedruckten Ausgabe erscheinen.

Abb.: Wenn ein Android den Partner ersetzt

Die Industrie baut endlich tierfreundliche Maschinen

Seit einigen Jahren bauen Prof. Dr. Oliver Bendel und seine Teams tierfreundliche Roboter als Prototypen. 2014 wurde LADYBIRD konzipiert, 2017 implementiert. Der vereinfachte Prototyp eines Saugroboters erkannte (simulierte) Marienkäfer auf dem (realen) Boden und stellte zu ihrem (angenommenen) Schutz seinen Betrieb ein. 2019 wurde HAPPY HEDGEHOG (HHH) umgesetzt. Der hochentwickelte Prototyp eines Mähroboters erkannte (simulierte) Igel auf dem (simulierten) Rasen und stellte zu ihrem (angenommenen) Schutz seinen Betrieb ein. Beide Prototypen wurden bei den AAAI Spring Symposia vorgestellt, LADYBIRD 2017, HHH 2021. Ideen dieser Art werden mehr und mehr von der Wirtschaft übernommen. Berti Kolbow-Lehradt hat für Golem den Goat G1 getestet. Das chinesische Unternehmen verspricht, „dass der Robomäher anhand KI-geschulter Kameras Igel, Lieblingsblumen und auch den Weg kreuzende Menschen verschont“ (Golem, 4. Mai 2023). Bei HAPPY HEDGEHOG wurden eine Wärmebildkamera und Objekterkennung auf der Basis von Machine Learning verwendet. Beim Goat G1 beauftragt man per App-Funktion „die Kameras, speziell auf Igel, Katzen, Hunde und Schläuche zu achten, um diesen rechtzeitig auszuweichen“ (Golem, 4. Mai 2023). Bei den Testläufen des Magazins war das Ergebnis mit Igelattrappen aber unbefriedigend. „Eines von zwei Modellen überfährt der Goat G1 und lässt einen Scherbenhaufen zurück. Vor dem zweiten, etwas größeren und abweichend gefärbten Modell dreht er zumindest in den meisten Fällen rechtzeitig ab. Auf Anfrage erklärt Ecovacs, dass das KI-Training mit Igelbildern noch andauere und bisher nicht alle regionalen Varianten vollständig erfasst habe.“ (Golem, 4. Mai 2023) Wichtig ist insgesamt, dass die Industrie mit Blick auf den Einsatz von autonomen Maschinen erkannt hat, dass Tierschutz wichtig ist und man dies auch den Kunden vermitteln kann. Damit hat sich die (Vor-)Arbeit der Wissenschaft mehr als gelohnt.

Abb.: Ein Mähroboter im Betrieb

Pflegeroboter im Ratgeber für Senioren

Der Senioren Ratgeber (eigene Schreibweise) ist ein Partner der Apotheken Umschau (eigene Schreibweise). Im aktuellen Heft 5/2023 findet sich ein fünfseitiger Artikel über Roboter in der Pflege. Er beginnt mit Lio, dem Assistenzroboter von F&P Robotics, der seit Jahren in einer Kleinserie vorliegt und in mehreren Alten- und Pflegeheimen getestet wird. Zu Wort kommt mehrmals Prof. Dr. Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW, der seit 2016 in Kontakt mit dem Unternehmen ist, mit Mitarbeitern ein Paper zu Lio publiziert und zuletzt zusammen mit Marc Heimann ein Moralmodul (CARE-MOMO) entwickelt hat, das Lio erweitern kann. Inzwischen arbeitet das Schweizer Unternehmen mit weiteren Hochschulen wie der Fachhochschule Graubünden und der ETH Zürich zusammen … „Der Senioren Ratgeber begleitet ältere Menschen in ihrem Alltag. Hier finden Sie Tipps rund um Vorsorge, Ernährung, Bewegung, Reise, Partnerschaft und Pflege. Blättern Sie in der aktuellen Ausgabe des Senioren Ratgeber. Das komplette Magazin erhalten Sie in Ihrer Apotheke …“ (Website Senioren Ratgeber) Gemeint ist praktisch jede Apotheke in Deutschland. Eine Leseprobe ist jeweils über www.apotheken-umschau.de/unsere-marken/senioren-ratgeber/ erhältlich.

Abb.: Die ersten zwei Seiten des Artikels

Therapieroboter aus ethischer Sicht

Im Juni 2023 kommt das Buch „Assistive Technologien, technische Rehabilitation und Unterstützte Kommunikation“, herausgegeben von Martin Groß, Birgit Hennig, Stefan Kappel und Frank Wallhoff, auf den Markt. Darin enthalten ist der Beitrag „Therapieroboter aus ethischer Sicht“ von Oliver Bendel. Aus dem Abstract: „Der vorliegende Beitrag geht auf Therapieroboter ein. Diese werden wie Pflegeroboter als soziale Roboter verstanden. Es werden die Ziele, Aufgaben und Merkmale geklärt, es werden Beispiele gegeben, sowohl aus der Psychotherapie als auch aus der Ergo- und Physiotherapie, die etwa der orthopädischen und sportmedizinischen Rehabilitation dienen können, und es findet eine Diskussion aus Sicht der klassischen Bereichsethiken und der Maschinenethik statt. Deutlich wird, dass manche Antworten bereits heute geliefert werden können, andere jedoch noch empirischer Forschung und analytischer Arbeit bedürfen. Nicht zuletzt hängen einige von der sich entwickelnden Praxis ab, etwa davon, welche Rolle der Therapeut und Betreuer in Zukunft spielt, welcher Art die Therapieroboter sind und welche Verbreitung sie haben.“ Das Buch erscheint bei Springer und ist über den Verlag oder eine beliebige Buchhandlung erhältlich.

Abb.: Alpha Mini beim Yoga im Büro von Oliver Bendel

Grundlagen zu Conversational Agents

„Conversational Agents (CAs) sind computerbasierte Dialogsysteme mit natürlichsprachlichen Fähigkeiten. Verwenden beide Seiten die Textform, liegen üblicherweise Chatbots oder Social Bots vor. Manche von diesen besitzen Sprachausgabe, wie Cor@ von der Deutschen Bank um die Jahrtausendwende. Nutzen beide Seiten gesprochene Sprache, handelt es sich üblicherweise um Sprachassistenten (auch Voice Assistants oder Voicebots genannt), die auf Smartphones, in Smartspeakers oder in Anwendungen des Smart Home vorkommen. Bekannte Beispiele sind Google Assistant, Siri und Alexa. Chatbots und Sprachassistenten kann man wiederum mit Avataren ergänzen oder in soziale Roboter wie Pepper oder NAO bzw. in Serviceroboter oder Industrieroboter integrieren …“ Mit diesen Worten beginnt ein neuer Beitrag im Gabler Wirtschaftslexikon von Prof. Dr. Oliver Bendel aus Zürich. In einem zweiten Abschnitt wird auf Entwicklung und Merkmale eingegangen, in einem dritten die ethische Perspektive eingenommen. Der Beitrag ist am 18. April 2023 erschienen und kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/conversational-agent-125248 aufgerufen werden.

Abb.: Cor@ stand um die Jahrtausendwende auf der Website der Deutschen Bank zur Verfügung

Der Totalitarismus der Hannah-Arendt-Tage

„Mit den seit 1998 stattfindenden Hannah-Arendt-Tagen erinnert Hannover an die 1906 in Linden geborene, bedeutende Tochter der Landeshauptstadt.“ (Website Stadt Hannover) Die jüdische Vertreterin der Politischen Theorie, die aus Nazideutschland floh, forschte u.a. zum Totalitarismus. „Ein Kuratorium mit Mitgliedern aus Wissenschaft, Politik, Kunst, Stiftungen und Verwaltung wählt jährlich ein aktuelles Thema aus und stellt es einem breiten Publikum zur Diskussion.“ (Website Stadt Hannover) Dies wird ermöglicht mit Hilfe von Experten und Expertinnen, die von Dr. Sabine Meschkat-Peters – vom Büro des Oberbürgermeisters, der Vorsitzender des Kuratoriums ist – nach Hannover eingeladen werden und dort einen Vortrag halten. Sie müssen zudem ein Manuskript abgeben, das in den jeweiligen Sammelband aufgenommen wird. Allerdings nicht unbedingt im originalen Wortlaut, denn die Herausgeberin Prof. Dr. Franziska Martinsen greift in die Texte ein, auch gegen den ausdrücklichen Willen der Autoren. Sie ist eine Verfechterin gegenderter Sprache und fügt Gendersternchen ein, die in der deutschen Sprache nicht vorgesehen sind. Damit verursacht sie Rechtschreib- und Grammatikfehler in fremden Texten und macht diese missverständlich und unlesbar. Zudem verletzt sie Urheberrecht, Persönlichkeitsrecht und Wissenschaftsfreiheit der Autoren. Diese erhalten von der Stadt Hannover auf Anfrage keine Hilfe in dieser Sache und werden lediglich an die Herausgeberin und die Presseabteilung der Stadt verwiesen. Auch der Verlag Velbrück nimmt seine Verantwortung nicht wahr und diskreditiert sich selbst als Wissenschaftsverlag. Dass dies alles ausgerechnet im Namen einer Totalitarismusforscherin geschieht, die sich nicht mehr wehren kann, gibt zu denken.

Abb.: Das Rathaus von Hannover

Erste Überlegungen zu Robotainment

„Robotainment ist Unterhaltung (Entertainment) mit Hilfe von Robotern, meist sozialen Robotern. Diese singen, tanzen, machen Kampfkunst und stehen für intime und sexuelle Handlungen zur Verfügung. NAO, Pepper und Alpha Mini beherrschen Kung Fu oder Tai Chi. Cozmo singt und ahmt Tiere nach. Harmony ist ein durch Film und Fernsehen bekannt gewordener Sexroboter und wird auch von der Wissenschaft erforscht. Nicht zuletzt sind soziale Roboter auf dem Markt, die Tiere anregen oder aufregen und für deren ausreichende Bewegung sorgen.“ Mit diesen Worten beginnt ein neuer Beitrag im Gabler Wirtschaftslexikon von Prof. Dr. Oliver Bendel aus Zürich. In einem zweiten Abschnitt wird auf die Ideen- und Entwicklungsgeschichte der künstlichen Kreatur von der Antike bis zur Renaissance eingegangen und das Phänomen des Robotainments daraus hergeleitet. Dabei spielt nicht nur der westliche Kulturkreis eine Rolle: „In chinesischen Geschichten aus dem 6. Jahrhundert taucht ein Mann aus Holz auf, der sich dreht, singt und tanzt, und eine Frau aus Holz, deren Schönheit ohnegleichen ist.“ Im dritten Abschnitt wird die Perspektive der Ethik eingenommen, unter besonderer Berücksichtigung der Roboterethik. Der Beitrag ist am 24. März 2023 erschienen und kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/robotainment-125138 aufgerufen werden.

Abb.: Alpha Mini macht Liegestützen

Die Maschinenethik in der Maschinenindustrie

Der Maschinenethik sind in der Technischen Rundschau 3/2023 ganze vier Seiten gewidmet. Den Kern bilden ein Beitrag von Prof. Dr. Oliver Bendel und ein Interview mit ihm. Der Informations- und Maschinenethiker hatte sich in den 1990er-Jahren mit der Frage nach der Verantwortung von Maschinen beschäftigt und war zum Schluss gekommen, dass diese weder Verantwortung tragen noch zur Verantwortung gezogen werden können. Zudem interessierte er sich dafür, ob Maschinen Pflichten haben können, was er verneint – stattdessen spricht er in einem schwachen Sinne von Verpflichtungen oder von Aufgaben. Ab 2012 widmete er sich dann der Begründung einer funktionalen Moral von Maschinen. Maschinen können nach seiner Meinung keinen guten oder bösen Willen haben, kein Bewusstsein, keine Intuition und keine Empathie. Man kann ihnen aber moralische Regeln beibringen, an die sie sich strikt halten oder die sie selbst abändern und anpassen. Ab 2013 wurden von ihm zahlreiche Prototypen der Maschinenethik entwickelt. Die Disziplin hat auch im Zusammenhang mit generativer KI an Bedeutung gewonnen. Das E-Paper des Hefts kann über epaper.technische-rundschau.ch/?/shelf/ aufgerufen werden. Der Beitrag steht als PDF zur Verfügung.

Abb.: Eine Skulptur im Freien

Was ist und kann ein Prompt?

„Ein Prompt ist bei generativer KI (Generative AI) ein Input des Benutzers, zu dem das System einen Output erzeugt. Ein textbasierter Prompt kann Wörter, Buchstaben, Sonderzeichen, Zahlen und Links enthalten. Um das gewünschte Ergebnis zu bekommen, muss der Prompt möglichst eindeutig und umfassend sein. Ein einfaches Beispiel im Falle von Bildgeneratoren ist ‚3 junge Frauen vor einem See, fotorealistisch‘, wobei der erste Teil den Inhalt angibt, der zweite den Stil. Wenn Dialoge vorgesehen sind, wie bei Textgeneratoren wie ChatGPT und Bildgeneratoren wie Visual ChatGPT, kann mehrmals eine Eingabe erfolgen, um das Ergebnis anzupassen. Auch das Verweisen auf Bilder ist möglich. Zuweilen sind negative Prompts erlaubt, die etwas ausschließen.“ Mit diesen Worten beginnt ein neuer Beitrag im Gabler Wirtschaftslexikon, erschienen am 14. März 2023. In den folgenden Absätzen wird auf Prompt Engineering und Prompt-Plattformen eingegangen. Am Ende wird die Perspektive der Ethik eingenommen: „Dass generative KI bestimmte Anfragen ablehnt, aus moralischen, rechtlichen oder ideologischen Gründen, ist Thema von Informationsethik und Medienethik. Rechtsethik, Rechtswissenschaft und Rechtsprechung untersuchen, inwieweit Prompts schützenswertes geistiges Eigentum darstellen.“ Der Beitrag von Oliver Bendel kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/prompt-125087 abgerufen werden.

Abb.: Midjourney generiert ein Bild mit drei jungen Frauen vor einem See