Ich, wir oder es

ChatGPT spricht – wie viele andere LLM-basierte Chatbots – in der ersten Person Singular. Damit gibt es vor, eine Person zu sein, die es nicht ist. Zumindest wird gefördert, dass man es für eine Person hält. Es ist natürlich die Frage, ob Alternativen vorhanden sind. Es handelt sich um Dialogsysteme, die auf natürlicher Sprache beruhen, und es ist naheliegend, den Chatbot als Gesprächspartner zu konstruieren. Michelle Cohn et al. haben herausgefunden, dass schon die Wahl zwischen „Ich“ und „das System“ die Wahrnehmung eines Sprachmodells beeinflussen kann. Murray Shanahan et al. stellen die Frage „How are we to understand what is going on when an LLM-based dialogue agent uses the words ‚I‘ or ‚me‘?“ … Das „Ich“ sollte ihrer Meinung nach als sprachliche Konvention des Dialogsystems verstanden werden und nicht als Hinweis auf Selbstbewusstsein. Cristian González-Arias et al. machen den Vorschlag, anstatt „I can help you with that“ eine unpersönliche Formulierung wie „ChatGPT can help you with that“ auszugeben. Interessant ist, dass der Chatbot bei der Bilderstellung – etwa mit GPT Image 2 – in die erste Person Plural wechselt, etwa mit Sätzen wie „Wir verfeinern gerade die Details“. Was will man damit bezwecken? Vielleicht will man suggerieren, dass ein ganzes Team hinter der Bilderstellung steht und es auch deshalb etwas länger dauert als eine übliche Textantwort. Vielleicht will man die Benutzer einbeziehen, wobei diese in diesem Moment nicht eingreifen und nichts beitragen können. Vielleicht will man auch nur allgemein einen Unterschied zwischen Text- und Bilderstellung markieren. Hier ist offensichtlich noch Erklärungs- und Forschungsbedarf vorhanden.

Abb.: Ich, wir oder es

Wozu die Menschheit retten?

Die ersten Bände von „RE:VIEW – Wozu die Menschheit retten?“ wurden an die Beteiligten ausgeliefert. „Während die ESA-Raumsonde HERA im All Daten für die planetare Verteidigung sammelt, richtet sich ihr Blick mit diesem Buchprojekt zurück auf die Erde: Was ist der Mensch, was zerstört er, was erschafft er – und verdient er eine Zukunft? Planetare Abwehr – eine globale Herausforderung mit wenig Sichtbarkeit. Der erste Teil des Buches liefert die Hintergründe und die Geschichte der ersten sprechenden Raumsonde, die gegen alle Widerstände ins All startete. Die zentrale Frage, die Hera auf ihrer Mission beantworten soll: Können der Erde gefährlich nahekommende Weltraumkörper durch gezielte Sondeneinschläge von ihrem Kollisionskurs mit unserem Heimatplanenten abgelenkt werden? Collagierte Illustrationen und Fotografien verbinden Fakten mit Emotionen und machen Wissenschaft erlebbar.“ (Informationstext des Verlags) „Im Anschluss entsteht aus der Perspektive von HERA ein vielstimmiges Porträt unserer Spezies mit Beiträgen und Gesprächen des KI-Companions mit besonderen Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kunst, Kultur und Gesellschaft.“ (Informationstext des Verlags) Mit dabei sind unter anderem der Queen-Musiker und Astrophysiker Brian May, der ehemalige kanadische Astronaut Chris Hadfield, die erste Weltraumtouristin Anousheh Ansari, der „Interstellar“-Visionär Paul Franklin, die PETA-Gründerin Ingrid Newkirk, der Ex-Gitarrist von Guns N‘ Roses Ron „Bumblefoot“ Thal, der Science-Fiction-Autor Andreas Eschbach, der Künstler Jonathan Meese und der Technikphilosoph und Maschinenethiker Oliver Bendel, der 2025 das Buch „300 Keywords Weltraum“ veröffentlicht hat. „So wird aus einer Mission ein visuell kraftvolles Buchobjekt über Menschheit, Technik, Verantwortung und Hoffnung.“ (Informationstext des Verlags) Das Coffee-Table-Buch mit seinen 400 Seiten und zahlreichen Bildern ist vorbestellbar und ab Mitte oder Ende September 2026 verfügbar.

Abb.: Oliver Bendel mit dem Coffee-Table-Buch

Vom Gendern und seinen Grenzen

Der deutsche Sprachwissenschaftler Helmut Glück hat mit „Vom Gendern und seinen Grenzen“ (J. B. Metzler, 2026) ein kenntnisreiches und unterhaltsames Buch zum Thema vorgelegt. Er spart nicht mit Seitenhieben und Direkttreffern bei den Totengräbern der Sprache, die auch in der Linguistik – genauer gesagt, in der „Genderlinguistik“ – zu finden sind. Dabei ist immer wieder von „postgrammatischem Unsinn“ die Rede. Der Schaden, den Medien, Behörden und Hochschulen anrichten, wird umfangreich dargestellt. Die „Reduktionsgrammatik der Gleichstellungsbeauftragen (die RGG)“ wird eindrucksvoll zerpflückt. Über den Duden heißt es, dass er „bedauerlicherweise immer noch häufig als Autorität in Sachen Rechtschreibung betrachtet“ wird. Man hätte sich gewünscht, dass belletristischen und wissenschaftlichen Verlagen und ihren Herausgebern mehr Platz gewidmet wird. Sie erzwingen häufig Schreibweisen und schließen Autoren aus – oder sie verfälschen mit Übersetzungen die Originale. Der altehrwürdige Verlag Metzler selbst, inzwischen zu Springer gehörend, lässt in der Titelei keinen Zweifel darüber, wo er steht. Immerhin lässt er Abhandlungen wie diese zu. Insbesondere Kapitel 1 bis 5 überzeugen, während Kapitel 6 ein wenig wie ein Sammelsurium wirkt. Ein gründliches Korrektorat würde der zweiten Auflage, sofern sie geplant ist, formal guttun. Die Vertreter der Gendersprache dürfte das Buch kaum erreichen und umstimmen, denn sie sind nicht nur für die Sprachgemeinschaft verloren, sondern auch für die Wissenschaft. Dennoch wird „Vom Gendern und seinen Grenzen“ wie schon die „Studien zum genderneutralen Maskulinum“ von Eckhard Meineke, auf die immer wieder verwiesen wird, sicherlich ein Standardwerk werden, mit Lesern, die Grundlagen verstehen und sich von Argumenten überzeugen lassen wollen, und mit Lesenden, die die zahlreichen Pointen zu würdigen wissen und darüber herzlich lachen.

Abb.: Auch das Ringelnatz-Gedicht vom Briefmark wird zitiert (Bild: GPT Image 2)

Was ist und kann ein Roboterkopf?

„Ein Roboterkopf ist der Kopf eines Roboters, der auf einem Rumpf befestigt ist, oder ein Kopf, der ein Roboter ist. Ein dem Hals entsprechendes Verbindungsstück kann vorhanden sein und zur Beweglichkeit beitragen. Der Roboterkopf kann animaloid (tierähnlich), humanoid (menschenähnlich), mythomorph (nach einem Fantasy- oder Science-Fiction-Wesen oder einer mythologischen Figur) oder dinghaft gestaltet sein, durchgehend unter Wahrung wesentlicher Eigenschaften.“ Mit diesen Worten beginnt der Beitrag „Roboterkopf“ von Oliver Bendel, der am 13. August 2026 im Gabler Wirtschaftslexikon erschienen ist. Er ergänzt u.a. die Beiträge zu „Roboterarm“ und „Roboterhand„. Auf die Einleitung folgen die Abschnitte „Generelle Merkmale von Roboterköpfen“ und „Spezielle Merkmale unterschiedlicher Typen“. In „Kritik und Ausblick“ heißt es: „Die Roboterethik fragt danach, wie ein Roboterkopf beschaffen sein soll, u.a. mit Blick auf angemessene oder überzogene Erwartungen und eine Vorbildfunktion. Sie diskutiert Stereotype und Biases, z.B. wenn vor allem weibliche Androiden mit bestimmten Eigenschaften entstehen. Die Roboterphilosophie wählt neben der ethischen Perspektive eine ästhetische und ontologische, etwa in Bezug darauf, wie weit ein Roboterkopf vom menschlichen Kopf in Form, Farbe, Beweglichkeit und Ausdruck abweichen kann und soll.“ Der ganze Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/roboterkopf-178110 aufgerufen werden.

Abb.: Der Kopf von Ameca bei der ICSR 2026 in London

Maschinenliebe: Zur Entstehung eines Begriffs

Eine frühe Verwendung des Worts „Maschinenliebe“ findet sich im Jahre 2016. Am 10. September hielt der Kunsthistoriker und Medienwissenschaftler Andreas Broeckmann auf der Düsseldorfer Konferenz „Cold Bodies, Warm Machines – Kunst und Technologie nach dem Menschen“ eine Keynote mit dem Titel „Maschinenliebe und Geschwisterkampf. Über die Beziehung von Menschen und Technik“. „Der Vortrag diskutierte verschiedene Maschinenkonzepte und machte einen Vorschlag für ein Diagramm, nach dem ‚die Maschine‘ als Ausdruck eines technologischen Paradigmas verstanden werden kann, das nicht so sehr posthumane als vielmehr ganz menschliche Begehren projiziert.“ (Website Medienwerk) Der erste bekannte Gebrauch von „Maschinenliebe“ im Kontext erotischer Mensch-Maschine-Beziehungen ist die Überschrift eines am 7. März 2018 bei Telepolis erschienenen Beitrags von Klaus Benesch. Es gibt allerdings keinen Beleg dafür, dass der deutsche Amerikanist selbst das vielschichtige und anspielungsreiche Wort gewählt hat, denn dieses kommt ausschließlich im Titel, nicht aber im Text vor. Ein möglicher Urheber ist der damalige Telepolis-Chefredakteur Florian Rötzer, der just an jenem Tag zum Telepolis-Salon „Sexbots: Neue Formen der Liebe, oder doch nur die alte Lust an der Selbstbefriedigung?“ eingeladen hatte. Unabhängig davon wurde der Begriff in wissenschaftlicher Hinsicht von Oliver Bendel geprägt. Der Technikphilosoph aus Zürich, seit 2015 in der Forschung zu Sexrobotern, wählte „Maschinenliebe“ als Titel für einen von ihm herausgegebenen Sammelband über Liebespuppen und Sexroboter, der 2020 bei Springer Gabler erschien. Im einleitenden Beitrag „Eine Annäherung an Liebespuppen und Sexroboter: Grundbegriffe und Abgrenzungen“ wird der Ausdruck zur Charakterisierung des Verhältnisses zwischen Mensch und Maschine verwendet. Unterschieden werden soll die „eigentliche von einer scheinbaren Maschinenliebe“. Inzwischen taucht der Ausdruck verschiedentlich in der Kunst, in der Literatur und in den Medien auf. Der in Zürich ansässige Musiker Kneubühler (David Mehr) veröffentlichte am 21. November 2024 ein Album mit dem Titel „Maschinenliebe“, das auch das gleichnamige Stück enthält – laut Ankündigung der Kulturtage Schaffhausen 2025 „ein Album über die Beziehung zwischen Mensch und Maschine, über Prozessoptimierung, Technologie als Ersatzreligion und das irritierende Schaudern, wenn man plötzlich tiefe Sympathie für einen Chatbot empfindet“. Im Tages-Anzeiger vom 16. Juli 2026 ist „Maschinenliebe“ das Schlüsselwort des Teasers eines Artikels von Martin Zips über symbolische Hochzeiten zwischen humanoiden Robotern.

Abb.: Eine Liebespuppe im Cybrothel in Berlin (Foto: Cybrothel)

Die FAZ im freien Fall IV

Was für die einen das Kreuzworträtsel ist, ist für die anderen das Zählen von Rechtschreib- und Grammatikfehlern in Zeitungen. In der einst so sprachsicheren FAZ findet man kaum noch fehlerfreie Teaser und Überschriften. Und auch die Texte lassen immer mehr zu wünschen übrig. Über Deklinationsfehler und Fehler bei Zusammen- und Getrenntschreibung wurde schon berichtet, ebenso über andere Fehler bei der Wortbildung. Eine weitere besprochene Kategorie waren redundante Geschlechtsspezifizierungen. In der Ausgabe vom 9. April 2026 hieß es über Averil Cameron: „Die Pionierin inspirierte ganz besonders ihre weiblichen Kolleginnen.“ Ein weiteres Beispiel für Fehler bei Zusammen- und Getrenntschreibung findet sich in der FAZ vom 8. August 2026. Die Überschrift in der Vorschau der Rubrik „Schneller schlau“ lautet „Was kostet eine KI Umfrage?“. Wenn man auf den Artikel selbst geht, wird das Fragezeichen weggenommen, der Fehler aber belassen. Die Komposita sind im Folgenden richtig geschrieben, wie bei „KI-Modelle“ und „KI-Chatbots“ (wobei alle Chatbots auf KI basieren). Womöglich ist also nicht der Autor für den Kopplungsfehler verantwortlich, sondern der Praktikant, der die Überschrift ins System getippt hat. Ferner wird der Name der Firma OpenAI nicht richtig geschrieben, was sich in vielen Medien findet – man will den Schreibweisen der Hersteller nicht folgen, und so wird aus „OpenAI“ einfach „Open AI“, aus „ChatGPT“ wird „Chat GPT“. Aber warum sollte das richtiger sein? Zu den Rechtschreibfehlern kommen Rechenfehler. Für diese sind aber andere zuständig. 

Abb.: Die FAZ vom 8. August 2026

Über die KI-Scham

„KI-Scham (KI-Schamgefühl) ist das Gefühl der Scham oder des Unbehagens, das sich einstellt, wenn man generative KI („KI“ steht für „künstliche Intelligenz“) privat oder beruflich nutzt. Die Betroffenen haben Angst davor, beim Vortäuschen und Betrügen erwischt zu werden oder dabei, etwas zu tun, was in ihrer Peergroup abgelehnt wird, etwa aus Gründen des Umweltschutzes oder der Konzerndominanz. Eine Rolle spielt auch die Befürchtung, als weniger kompetent oder kreativ angesehen zu werden sowie die eigene Denkleistung zu reduzieren und zu substituieren.“ Mit diesen Worten beginnt der Beitrag „KI-Scham“ von Oliver Bendel, der am 7. August 2026 im Gabler Wirtschaftslexikon erschienen ist. Auf die Einleitung folgt der Abschnitt „Hintergrund „. In „Kritik und Ausblick“ heißt es: „KI-Scham könnte ein vorübergehendes oder ein dauerhaftes Gefühl sein, das ein Individuum oder ein Kollektiv ergreift. Gegen die massenhafte Verbreitung von AI Slop und LinkedIn-Lyrik regt sich seit Mitte der 2020er-Jahre deutlicher Widerstand. Informationsethik (mitsamt KI-Ethik) und Medienethik beschreiben das Verhältnis zwischen der generativen KI, dem damit generierten Content und dem Benutzer und unterbreiten Vorschläge, um dessen informationelle und persönliche Autonomie zu erhalten. KI-Scham entsteht oft nicht durch objektives Fehlverhalten, sondern durch subjektive Verunsicherung angesichts noch ungeklärter gesellschaftlicher Normen für den Einsatz generativer KI und die Bewertung von Eigenleistung.“ Der ganze Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/ki-scham-178079 aufgerufen werden.

Abb.: Über die KI-Scham

Von menschlichen und robotischen Händen

„Eine Roboterhand ist der Endeffektor eines Robotersystems, der einer menschlichen Hand ähnelt. Es sind typischerweise fünf Finger vorhanden, mindestens aber drei, zudem jeweils mehrere Gelenke und die Fähigkeit zu verschiedenen Griffarten und zur Bewegung von einzelnen Fingern. Auch die Gegenüberstellung (Opposition) von Fingern wird oft erreicht, vor allem mit dem Daumen, und damit ein fester und sicherer Greifvorgang. Greifer mit zwei Fingern werden nur bei einem weiten Begriff als Roboterhände bezeichnet.“ Mit diesen Worten beginnt der Beitrag „Roboterhand“ von Oliver Bendel, der am 7. August 2026 im Gabler Wirtschaftslexikon erschienen ist. Auf die Einleitung folgen die Abschnitte „Einteilung“, „Entwicklung“ und „Bedeutung“. In „Kritik und Ausblick“ heißt es: „Das Design humanoider Roboter wird mit Blick auf ihre Funktion hinterfragt. Insbesondere Kopf und Gesicht werden nicht in allen Anwendungsbereichen als notwendig angesehen, genauso wenig die Beine. Bei den Händen ist die Diskussion vielschichtiger. In der Industrie reichen häufig Drei-Finger-Greifer. Hier kann man die Umgebung und die Werkzeuge auch an die Roboter anpassen. Im Haushalt, im Büro oder im Einzelhandel dürften meist Fünf-Finger-Systeme vorteilhaft sein, denn hier trifft man auf zahlreiche Artefakte, die für die Interaktion mit Menschen entstanden sind. Dazu kommt, dass eine Hand mit drei Fingern in solchen Kontexten als unvollständig angesehen werden kann.“ Der ganze Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/roboterhand-178078 aufgerufen werden.

Abb.: Menschliche und robotische Hände bei der ICSR 2025 in Neapel

Die Drohne aus ethischer Sicht

Am Flughafen Leipzig wurde Anfang August 2026 eine Drohne mit Sprengstoff entdeckt. Eine weitere kollidierte vermutlich mit einem Flugzeug. In seinem Mitte 2014 geschriebenen und Anfang 2015 veröffentlichten Artikel über private Drohnen aus informationsethischer Sicht beschrieb Oliver Bendel nicht nur Risiken für Privatsphäre und informationelle Autonomie, sondern wies auch ausdrücklich auf Sicherheitsgefahren im Luftverkehr hin. Er warnte davor, dass private Drohnen mit Flugzeugen zusammenstoßen, abstürzen oder Menschen verletzen können und dass selbst vergleichsweise leichte Fluggeräte ein erhebliches Zerstörungspotenzial besitzen. Ebenso thematisierte er die Möglichkeit, Drohnen zu kapern, um Schaden anzurichten, Überflugverbote zu umgehen oder Angriffe gegen Leib und Leben vorzubereiten. Besonders aufschlussreich erscheint aus heutiger Sicht der Ausblick des Beitrags, in dem kriminelle und terroristische Aktivitäten ausdrücklich erwähnt werden, einschließlich des Szenarios, sogenannte UAV für Sprengstoffanschläge zu instrumentalisieren. Die jüngsten Ereignisse machen deutlich, dass diese damals noch überwiegend theoretischen Überlegungen inzwischen reale sicherheitspolitische Relevanz besitzen und die Forderung nach einem angemessenen rechtlichen und technischen Rahmen aktueller denn je ist. Bereits 2009 hatte Oliver Bendel seinen Roman „Verlorene Schwestern“ vorgestellt, der sich um eine winzige Fotodrohne dreht, mit der ein Junge in Dresden und Umgebung prominente Personen auskundschaftet.

Abb.: Die Drohne aus ethischer Sicht

Muss Englisch die Wissenschaftssprache sein?

Latein war einst eine wichtige Wissenschaftssprache. Später Französisch. Und Deutsch. Englisch kam (bzw. war schon da), sah (was auch immer) und siegte (über Deutsch und Französisch, während Latein schon am Boden lag). Es wurde nicht nur eine Wissenschaftssprache, es wurde die Wissenschaftssprache. Wer als deutschsprachiger Wissenschaftler deutsche Publikationen in einem englischsprachigen Paper referenziert, wird von den Gutachtern, den Reviewern, schnell zurechtgewiesen. Man kapitulierte vor dem Sprachimperialismus und nahm den Linguizismus – die Geringschätzung und die Ablehnung von Sprachen ohne driftigen Grund – einfach hin. 2022 begann der Siegeszug der Large Language Models (LLMs). Bereits Jahre zuvor hatten diese von sich reden gemacht, etwa im Zusammenhang mit humanoiden Robotern wie Harmony, wie im Buch „Maschinenliebe“ nachzulesen ist, aber OpenAI schuf mit der Bereitstellung von ChatGPT eine neue Ausgangslage. Heute gibt es viele LLMs, und während ihr Deutsch nicht immer zufriedenstellend (ja sogar oft verheerend) ist, ist es ihr Englisch durchaus. Auch die Übersetzung vom Deutschen ins Englische ist bei wissenschaftlichen Texten meist problemlos. Damit stellt sich die Frage, ob Deutsch als Wissenschaftssprache nicht zurückkehren könnte. Viele Geistes- und Sozialwissenschaftler veröffentlichen nach wie vor in dieser Sprache und können sich in ihr – oft anders als im Englischen – präzise und korrekt ausdrücken. Eigentlich könnte der Linguizismus nun enden. Jeder Wissenschaftler könnte wieder in seiner Muttersprache schreiben, und es wäre jedem anderen Wissenschaftler zuzumuten, seine Texte in die eigene Muttersprache (oder eben ins Englische) zu übersetzen. Das wird vermutlich nicht geschehen – der Sprachimperialismus hat längst die Machtverhältnisse geändert. DAAD und Goethe-Institut setzen sich zwar für die deutsche Sprache in der Wissenschaft ein, letzteres freilich eher für eine Karikatur davon, wenn man sich seine Website anschaut („Deutsch Sprechen Online. … Üben Sie mit Muttersprachler*innen in online live Sessions Deutsch zu sprechen!“). Deutsch scheint also für die Wissenschaft verloren. Dennoch könnten Gutachter heutzutage etwas großzügiger in dieser Hinsicht sein. Profitieren würden Autoren in doppelter Hinsicht, nämlich als Urheber von Artikeln, die sie bei Journals und Konferenzen einreichen, und als Urheber von Artikeln, Buchbeiträgen und Büchern, die in deutscher Sprache sind und zwar gelesen, jedoch nicht zitiert werden.

Abb.: Oliver Bendel als Autor eines deutschsprachigen Buchs

So war Anna von IKEA

Anna von IKEA war ein Chatbot, der ab 2006 auf www.ikea.at und ab 2007 auf www.ikea.ch und www.ikea.de schaltete und waltete. Es waren auf den beiden zuletzt genannten Websites leicht unterschiedlich gestaltete Avatare zu finden, mit leicht unterschiedlichen Informationen, aber beide in der Berufskleidung des Unternehmens. Beide waren animiert, wechselten aber nur unwesentlich Mimik und Haltung. Anna deckte Fragen zum Kontext, zu ihrer Existenz und zur Firma breit ab. Als die Schweizerin 2015 gefragt wurde, welches Jahr wir haben, antwortete sie korrekt: „Wir schreiben das Jahr 2015!“. Wenn man sich nach ihren Lieblingsfarben erkundigte, identifizierte sie sich ganz mit ihrem Arbeitgeber: „Meine Lieblingsfarben sind gelb und blau!“, und wenn man Sport erwähnte, der in der Schweiz immer Gesprächsstoff bietet, war sie begeistert: „Sport ist gesund und macht glücklich!“ … Eher dezent versuchte sie dann zu ihrer eigentlichen Bestimmung zurückzukehren. Sie beriet nicht nur zu Möbeln und Accessoires, sondern rief auch die entsprechenden Seiten auf, fungierte also als Informationssystem und als Navigationshilfe. Nach ein paar Jahren war Schluss – das Möbelhaus verzichtete auf seine durchaus überzeugende virtuelle Assistentin. Der Zeitpunkt nach 2015 war ungewöhnlich, denn gerade begannen Chatbots wieder zu boomen, fast so wie um die Jahrtausendwende. Im Beitrag „Von Cor@ bis Mitsuku: Chatbots in der Kundenkommunikation und im Unterhaltungsbereich“, erschienen im „Handbuch Digitale Wirtschaft“ (Hrsg. Tobias Kollmann), erfährt man mehr über Anna und ihre Kollegen und Kolleginnen.

Abb.: Ein Ausschnitt aus der IKEA-Website aus dem Jahre 2010

NativeMinds und Nicole

Um das Jahr 2000 zählte NativeMinds zu den bedeutendsten Pionieren ambitionierter Chatbots und virtueller Assistenten und gehörte neben Artificial Life zu den technologischen Vorreitern der Branche. Das Unternehmen entwickelte sogenannte vReps (Virtual Representatives), also Avatare mit Dialogfunktion, die Kunden auf Unternehmenswebsites begrüßten, Fragen in natürlicher Sprache beantworteten und sie bei Support, Vertrieb oder Marketing unterstützten. Anders als viele einfache Chatbots jener Zeit verfügten die vReps über eine eigene Persönlichkeit, konnten den Gesprächskontext berücksichtigen und auf Wissensdatenbanken zugreifen. NativeMinds bezeichnete diese virtuellen Assistenten treffend als „Virtual Workforce for the Web“ – virtuelle Mitarbeiter, die rund um die Uhr verfügbar waren und menschlichen Kundendienst ergänzen oder ersetzen sollten. Auf der eigenen Website begrüßte Nicole die Besucher. Mit ihrer aufrechten Haltung und den in die Hüften gestützten Händen strahlte sie Selbstbewusstsein und Kompetenz aus. Zu den Kunden gehörten unter anderem Oracle, Ford und Nissan. Mit seiner Kombination aus Chatbot, Avatar und KI-gestütztem Kundenberater nahm NativeMinds viele Konzepte moderner KI-Agenten und Conversational-AI-Systeme vorweg. Nach dem Platzen der Dotcom-Blase wurde das Unternehmen 2004 von Verity übernommen, doch seine Technologie gilt bis heute als wichtiger Meilenstein in der Entwicklung intelligenter Dialogsysteme.

Abb.: Die Website von NativeMinds im Jahre 2000 ohne die Newsmeldungen in den rechteckigen Boxen

Der Begriff des Avatars

Vor 25 Jahren wurde im Lexikon der Wirtschaftsinformatik von Springer die Definition des Begriffs des Avatars veröffentlicht. Sowohl Gamer als auch User stießen damals regelmäßig auf dieses Phänomen, wenn sie sich in virtuellen Welten bewegten und mit Menschen und Chatbots interagierten und kommunizierten. „Avatar“ stamme, so Oliver Bendel, aus dem Sanskrit, wo er die Gestalt bezeichne, „in der sich ein (hinduistischer) Gott auf der Erde bewegt“. Es handelt sich also um eine Hülle, eine Verkleidung, einen Stellvertreter – man will unerkannt bleiben. „Im Computerbereich hat sich der Begriff durchgesetzt für grafisch, teils dreidimensional realisierte virtuelle Repräsentationen von realen Personen oder Figuren.“ Zunächst wird der erste Typ erläutert, der sich auf Personen, etwa Benutzer, bezieht: „Avatare finden zum einen Verwendung in kollaborativ genutzten virtuellen Räumen wie Chats, Internet-Spielwelten (MUDs und MOOs), webbasierten Lern- und Arbeitsumgebungen und kommerziellen 3D-Anwendungen. Sie fungieren dort als sichtbare und teils auch bewegliche und manipulierbare Stellvertreter eines Benutzers. Avatare dieser Art können ein menschliches Aussehen haben, aber auch jede beliebige andere Gestalt und Form. Als Stellvertreter realer Personen haben sie kaum autonome Züge.“ Dann wird der zweite Typ erklärt: „Avatare können zum anderen eine beliebige Figur mit bestimmten Funktionen repräsentieren. Solche Avatare treten – beispielsweise als Kundenberater und Nachrichtensprecher – im Internet auf oder bevölkern als Spielpartner und -gegner die Abenteuerwelten von Computerspielen.“ Sie haben, so der Autor, häufig ein anthropomorphes Äußeres und eigenständige Verhaltensweisen oder sogar einen regelrechten Charakter. Der Beitrag wurde im Jahre 2000 verfasst. Das Lexikon erschien im Jahre 2001. Zum letzten Mal übrigens, denn das Lexikonsterben hatte begonnen. Ein Grund dafür war Wikipedia, ein ebenso zweifelhaftes wie durchsetzungsstarkes Projekt. Die Definition hat immer noch Bestand. Hinzufügen kann man, dass man inzwischen auch physische Stellvertreter als Avatare bezeichnen kann. Wissenschaftler in Italien (wie Daniele Pucci) oder in Japan (wie Hiroshi Ishiguro) arbeiten an Umsetzungen. Auch manche Large Language Models legen sich Hüllen zu, wenn man an Grok denkt, wobei sich viele Benutzer eher für das Hüllenlose von Ani interessieren dürften.

Abb.: Die Website von Artificial Life im Jahre 2002 ohne die obere Newsleiste

Soundtracks für Bücher

Vor fünfzehn Jahren veröffentlichte Oliver Bendel den Artikel „Die kleine Schwester der Filmmusik: Soundtracks für E-Books“. Die Idee war ebenso naheliegend wie ungewöhnlich: Warum sollten Bücher nicht – ähnlich wie Filme – von Musik und Klängen begleitet werden? Passende Soundtracks könnten Atmosphäre schaffen, Emotionen verstärken und das Leseerlebnis bereichern. Die Entwicklung verlief allerdings anders als erwartet und erhofft. Zwar entstanden Projekte wie Booktrack, die Musik, Geräusche und Töne sogar an die individuelle Lesegeschwindigkeit anpassten. Größere Aufmerksamkeit und eine entsprechende Nachfrage blieben jedoch aus. Heute konzentriert sich das Unternehmen auf Hörbücher, also ein Medium mit festem zeitlichem Verlauf, bei dem sich Musik wesentlich leichter synchronisieren lässt als beim freien Lesen. Mit generativer KI erhält die Idee nun neue Aktualität. LLMs können den Inhalt eines Buches analysieren, während Audiogeneratoren in Echtzeit eine passende Klangkulisse erzeugen – dynamisch, personalisiert und ohne aufwändig produzierte Soundtracks. Denkbar sind musikalische Motive für Figuren, spezifische Töne für wechselnde Atmosphären oder dezente Geräuschkulissen, die sich dem Lesefortschritt und den Vorlieben des Lesers anpassen. Freilich könnte sich erneut zeigen, dass die meisten Leser gerade die Stille schätzen und ihre eigene Vorstellungskraft keiner musikalischen Interpretation unterordnen möchten. Dennoch könnte die Idee, die vor langer Zeit in die Welt kam, heute unter anderen technischen Voraussetzungen eine zweite Chance erhalten.

Abb.: Soundtracks für Bücher

Der Roboter als Arm und der Arm des Roboters

„Ein Roboterarm ist ein Roboter, der im Wesentlichen aus einem Arm besteht, oder der Arm eines Roboters. Im ersten Fall handelt es sich meist um eine Maschine, die in Produktion und Logistik eingesetzt wird, etwa einen klassischen Industrieroboter oder einen Kooperations- und Kollaborationsroboter (Cobot). Im zweiten Fall ist es oft ein Serviceroboter oder ein sozialer Roboter. Während ein Industrieroboter mit seinem einzelnen Arm kaum wie ein Lebewesen erscheint, ist dies bei Servicerobotern oder sozialen Robotern mit zwei Armen anders. Dazu kommt gegebenenfalls die hydraulische, pneumatische oder elektrische Roboterhand, die der menschlichen Hand ähnelt.“ Mit diesen Worten beginnt ein Beitrag von Oliver Bendel, der am 29. Juli 2026 im Gabler Wirtschaftslexikon erschienen ist. Auf die Einleitung folgen die Abschnitte „Eigenschaften und Bestandteile“, „Einsatzbereiche und -zwecke“ und „Kritik und Ausblick“. Gegen Ende heißt es: „Ein Roboterarm hat sich bei Industrie- und Servicerobotern als hervorragende Gestaltungsform für physische Manipulation erwiesen. Bei sozialen Robotern und humanoiden Robotern spielt die menschliche Anmutung mitsamt Gestik und Berührungs- und Umarmungsfähigkeit eine Rolle. Robotische Vierbeiner können mit einem Roboterarm – montiert auf dem Rücken – an Funktionsumfang gewinnen, ebenso Roboterautos, die damit etwa Lebensmittel oder Gegenstände entgegennehmen und verstauen können.“ Der ganze Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/roboterarm-178051 aufgerufen werden.

Abb.: Miroka bei der ICSR 2025 in Neapel

Moflin in der Langzeitpflege

Wie können soziale Roboter den Alltag in Alters- und Pflegeheimen unterstützen? Dieser Frage gehen Cora Pauli, Samira-Salomé Hüsler und Simone Eicher von der Ostschweizer Fachhochschule in einer aktuellen Studie nach. Im Mittelpunkt steht Moflin, dessen Einsatz in drei Schweizer Alters- und Pflegeheimen aus der Perspektive von Fachpersonen untersucht wurde. Die Autorinnen bezeichnen ihn als Sozial Assistiven Roboter (SAR). Die Ergebnisse zeigen, dass Moflin vielfältig eingesetzt werden kann, etwa zur Beruhigung, Aktivierung und Förderung der Kommunikation. Besonders wichtig war dabei, dass die Fachpersonen selbst entscheiden konnten, wann und wie sie den Roboter einsetzen. Diese selbstbestimmte, personenzentrierte Nutzung sowie die einfache Handhabung von Moflin erwiesen sich als wichtige Voraussetzungen für eine nachhaltige Integration in den Pflegealltag. Die drei Autorinnen plädieren dafür, soziale Roboter dieser Art nicht anhand starrer Nutzungsszenarien zu bewerten, sondern Fachpersonen aktiv in die Erprobung einzubeziehen. So lassen sich praxisnahe Einsatzmöglichkeiten identifizieren und die Einführung solcher Systeme in der Langzeitpflege besser verstehen. Die Open-Access-Publikation vom 17. Juli 2026 ist verfügbar über link.springer.com/article/10.1007/s00391-026-02616-8.

Abb.: Auch mit Booboo könnte man eine solche Studie durchführen

Registration Open for ACI 2026

The ACI 2026 International Conference will take place from December 2–5, 2026, on the FHNW campus in Brugg-Windisch, Switzerland, marking the first time the event is held in continental Europe. Registration is now open, with Early Bird rates available until September 30, 2026. The conference continues a tradition that has brought the Animal-Computer Interaction community to Glasgow, North Carolina, Newcastle, Bloomington, Milton Keynes, Haifa, and Atlanta, reinforcing its position as a leading venue for research at the intersection of animals and technology. As the field continues to grow, researchers and practitioners explore how technology shapes animals’ lives, welfare, cognition, and social dynamics while developing animal-centered systems and methods that embrace multispecies perspectives. The conference maintains its commitment to interdisciplinary collaboration across biology, technology, and cultural studies, supporting work that seeks to design ethically grounded, welfare-enhancing, and inclusive technological futures for all animals, humans included. ACI 2026 also features a Special Issue on Animal-Machine Interaction. The proceedings will be published in the ACM library. The conference will be hosted by Prof. Dr. Oliver Bendel, FHNW School of Business.

Fig.: At Campus Brugg-Windisch (Photo: Pati Grabowicz)

A Brilliant Student at the FHNW School of Computer Science

The University of Potsdam (PECoG) reports on Dr. Katharina Kühne’s presentations at ICSR + Art 2026 in London: „At the International Conference on Social Robotics (ICSR) in London, Dr. Katharina Kühne presented research on the perception of AI-generated art. The study was conducted in collaboration with Prof. Dominic Thompson (University of Nottingham) and Prof. Christoph Scheepers (University of Glasgow), sparking engaging discussions about creativity, perception, and the role of generative AI in society.“ (PECoG News) And further: „PECoG was also represented by Prof. Dr. Oliver Bendel (FHNW School of Business, Windisch, Switzerland), his brilliant student Sahan Hatemo, and Dr. Katharina Kühne, who presented their research on the recognition of authentic laughter by large language models (LLMs). The project explores the capabilities and limitations of LLMs in recognizing subtle social and emotional cues, contributing to our understanding of AI’s potential for social cognition.“ (PECoG News) Sahan Hatemo is the first author of the paper titled „Reading between the Laughs: A Human-Referenced Audio Evaluation of MLLMs for Social Robotics“. Oliver Bendel had served as the co-supervisor for Katharina Kühne’s doctoral dissertation and has been an associate researcher at PECoG since 2022. The article was published in July 2027 and can be accessed at www.uni-potsdam.de/en/pecog/news.

Fig.: Sahan Hatemo and Jana Figge at ICSR 2026

Über den Robotereinsatz

„Ein Robotereinsatz ist ein Einsatz von Robotern in der Industrie oder bezogen auf einen Service. Dabei kommen unterschiedliche Größen und Arten vor. Wenn die Roboter etwas physisch manipulieren sollen, verfügen sie über einen Arm und einen Greifer oder eine Hand. Man kann von einem hohen, erhöhten oder übermäßigen Robotereinsatz sprechen, womit man vergleicht oder wertet. Ein Robotereinsatz ist ein Schritt innerhalb der Automatisierung und mündet in eine mehr oder weniger umfangreiche Automation. Die Roboterdichte ist die Anzahl der in einem Land oder in einer Region installierten Industrieroboter bezogen auf eine bestimmte Zahl von Beschäftigten. Für Serviceroboter fehlt eine Kennzahl dieser Art.“ Mit diesen Worten beginnt ein Beitrag von Oliver Bendel, der am 23. Juli 2026 im Gabler Wirtschaftslexikon erschienen ist. Auf die Einleitung folgen die Abschnitte „Anwendungsbereiche“ und „Kritik und Ausblick“. Am Ende heißt es: „Gegen einen übermäßigen Robotereinsatz entsteht zuweilen Widerstand unter den Betroffenen, die zu Maschinenstürmern werden. Die Wirtschaftsethik untersucht zusammen mit der Informationsethik und der Roboterethik, ob der Robotereinsatz bestimmte Branchen gefährdet, Tätigkeiten verändert oder entwertet und Arbeitsplätze bedroht. Die Roboterphilosophie eröffnet neben der ethischen eine ästhetische und eine ontologische Dimension und fragt nach der Gestaltung und dem Wesen von Robotern, ohne dabei dem Anthropomorphismus anheimzufallen.“ Der ganze Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/robotereinsatz-178033 aufgerufen werden.

Abb.: Ein Robotereinsatz bei Off the Record in Zürich (Foto: Walder Wyss)

Mirumi Opens Pop-Up Store at Harrods in London

Yukai Engineering is bringing Mirumi, its wearable social robot, to Harrods in London with an exclusive pop-up store running from July 20 through August 16, 2026. The furry robotic bag charm first gained international attention at CES 2025 and later became a Kickstarter success before selling out during its initial launch in Japan. Mirumi can be attached to a bag and responds to sounds, movement, touch, and nearby people by turning its head and displaying expressive, lifelike reactions. Its expressive behaviour creates the impression of carrying a curious little companion wherever you go. Although Harrods has not yet announced specific details about the pop-up, the store is expected to offer visitors the opportunity to experience and purchase Mirumi in person. Exclusive editions have not been confirmed, but Harrods is known for limited-time collaborations and distinctive retail experiences, which could make the pop-up particularly appealing to collectors and technology enthusiasts. Following its successful debut in Japan and appearances at events such as ICSR + Art 2026 in London, Mirumi continues to attract growing international attention. With its expressive behaviour, distinctive design, and collectible appeal, it is already being discussed as a possible next major trend among robotic companions and collectible robots. An article by Oliver Bendel on wearable social robots is available via Wiley Industry News or directly here as a PDF.

Fig.: Mirumi at ICSR + Art 2026

Von Actroid bis Euclid

„Ein Android (oder Androide) ist eine menschengleiche bzw. -ähnliche Maschine oder ein künstlicher Mensch. Ein weiblicher Android wird manchmal auch als Androidin oder als Gynoid (alternativ Gynoide) bezeichnet. Zumeist handelt es sich um einen Roboter, zumindest einen Automaten. Wenn etwas humanoid oder anthropomorph ist, ist es von menschlicher Gestalt bzw. menschenähnlich, was Verhalten, Mimik, Gestik und Sprache mit einschließen kann. Damit humanoide Automaten und Roboter als Androiden gelten können, müssen sie Menschen täuschend ähnlich sein.“ Mit diesen Worten beginnt ein Beitrag von Oliver Bendel, der am 17. Juli 2026 im Gabler Wirtschaftslexikon erschienen ist. Auf die Einleitung folgen die Abschnitte „Ideen- und Entwicklungsgeschichte“ und „Modelle des 20. und 21. Jahrhunderts“, worin historische und aktuelle Prototypen und Produkte aufgeführt werden, sowie „Kritik und Ausblick“. Darin heißt es: „Die Roboterethik untersucht, ob man Androiden überhaupt in die Welt bringen sowie Stereotype wiedergeben oder brechen sollte und ob sie zu hohe Erwartungen wecken, die dann nicht erfüllt werden können, was sich in Frustration, in der Verringerung von Akzeptanz und im Uncanny-Valley-Effekt zeigen kann. Die Maschinenethik versucht ihnen für ihre Akte und Sprechakte moralische Regeln einzupflanzen, nicht zuletzt um Vorgaben und Erwartungen zu erfüllen. Die Roboterphilosophie widmet sich neben der ethischen der ontologischen und ästhetischen Dimension von Androiden.“ Der ganze Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/androiden-178017 aufgerufen werden.

Abb.: Oliver Bendel mit Euclid (Foto: Nihan Karataş)

Über Roboterdichte und Dichtestress

„Die Roboterdichte ist die Anzahl der in einem Land oder in einer Region installierten Industrieroboter bezogen auf eine bestimmte Zahl von Beschäftigten. Nach Takayuki Ito, Präsident der International Federation of Robotics (IFR) im Jahre 2026, handelt es sich um eine gute Vergleichsgröße für unterschiedlich große Volkswirtschaften. Die Roboterdichte umfasst auch Kooperations- und Kollaborationsroboter (Cobots), sofern sie als Industrieroboter im verarbeitenden Gewerbe eingesetzt werden. Transportroboter in den Logistikzentren, Reinigungsroboter in den Fabrikhallen und andere Serviceroboter werden dagegen meist nicht berücksichtigt.“ Mit diesen Worten beginnt ein Beitrag von Oliver Bendel, der am 17. Juli 2026 im Gabler Wirtschaftslexikon erschienen ist. Auf die Einleitung folgt der Abschnitt „Entwicklung“, worin aktuelle Zahlen genannt werden, und „Kritik und Ausblick“. Darin heißt es: „Die klassische Definition der Roboterdichte wird zunehmend als zu eng angesehen, weil sie nur Industrieroboter berücksichtigt. Mit der Verbreitung von Servicerobotern stellt sich die Frage nach vergleichbaren Kennzahlen. Informationsethik, Roboterethik und Wirtschaftsethik diskutieren einen Dichtestress, der in der Zukunft gerade in öffentlichen Bereichen entstehen könnte. Es bräuchte u.U. roboterfreie Räume, wo Roboter nicht Menschen ihren Platz wegnehmen, ihre Fortbewegung behindern oder ihre Privatsphäre verletzen.“ Der ganze Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/roboterdichte-178014 aufgerufen werden.

Abb.: Roboter in der Industrie