Paper zu Alpha Mini als Lernpartner angenommen

Das Paper „Alpha Mini as a Learning Partner in the Classroom“ von Prof. Dr. Oliver Bendel und Andrin Allemann wurde bei der ICSR 2023 angenommen. Der Technikphilosoph und Wirtschaftsinformatiker forscht seit einem Vierteljahrhundert über Conversational Agents, seit vielen Jahren auch speziell zu Embodied Conversational Agents und sozialen Robotern. Andrin Allemann entwickelte im Rahmen seiner von Oliver Bendel betreuten Abschlussarbeit an der Hochschule für Wirtschaft FHNW eine Lernanwendung für Kinder. Ziel war es, eine solche mit einem kostengünstigen sozialen Roboter zu erstellen, der über die gleichen motorischen Fähigkeiten wie NAO und die gleichen Fähigkeiten zur Wissensvermittlung wie Pepper (der mit einem Display ausgerüstet ist) verfügt. Die Wahl fiel auf den kleinen Alpha Mini von Ubtech. Es war mit einigem technischen Aufwand möglich, ihn mit einem externen Gerät, einem Microsoft Surface, zu koppeln. Auf diesem läuft ein Lernspiel, das für den Unterricht in der Primarschule geeignet ist. Die ICSR 2023 findet im Dezember 2023 in Qatar statt und gehört neben der Robophilosophy zu den wichtigsten Konferenzen für Soziale Robotik weltweit.

Abb.: Oliver Bendel mit Alpha Mini (Foto: Pascal Mora)

Paper zu Pepper als Lernpartner angenommen

Das Paper „Pepper as a Learning Partner in a Children’s Hospital“ von Sara Zarubica und Prof. Dr. Oliver Bendel wurde bei der ICSR 2023 angenommen. Der Technikphilosoph und Wirtschaftsinformatiker forscht seit einem Vierteljahrhundert über Conversational Agents, seit vielen Jahren auch speziell zu Embodied Conversational Agents und sozialen Robotern. In seinen Projekten werden häufig Prototypen entwickelt, entweder im Kontext der Maschinenethik oder mit Bezug zu Schlagwörtern wie „AI for Good“ oder „AI für Well-being“ (die er allerdings selbst kritisch sieht). Sara Zarubica entwickelte im Rahmen ihrer von Oliver Bendel betreuten Abschlussarbeit an der Hochschule für Wirtschaft FHNW eine auf einem sozialen Roboter laufende Lernanwendung für diabeteskranke Kinder. Das Ziel war es laut Abstract, aus Pepper einen interaktiven Lernpartner zu machen, mit dem die Kinder „das Schätzen von Kohlenhydratmengen in Mahlzeiten üben und so eine Grundlage für den täglichen Umgang mit Diabetes mellitus Typ 1 schaffen können“ (Abstract). Die Kinder absolvieren das Lernspiel auf dem Display des sozialen Roboters und erhalten von ihm gestisches und verbales Feedback. 2022 war Oliver Bendel zusammen mit Marc Heimann auf der ICSR 2022 in Florenz, wo sie das Moralmodul vorgestellt haben. Die ICSR 2023 findet im Dezember 2023 in Qatar statt und gehört neben der Robophilosophy zu den wichtigsten Konferenzen für Soziale Robotik weltweit.

Abb.: Sara Zarubica mit Pepper als Lernpartner

Sieben Jahre mit Lio

Von Lio erfahren hat Prof. Dr. Oliver Bendel kurz nach der „Geburt“ des Assistenzroboters für die Pflege. Ende 2016 nahm er Kontakt mit Michael Früh auf, dem späteren CEO des Herstellers F&P Robotics, und lud ihn im Auftrag der Daimler und Benz Stiftung zum Ladenburger Diskurs 2017 zu Pflegerobotern ein. Aus diesem ging das Buch „Pflegeroboter“ hervor, das ein Bestseller wurde. Auch Lio ist darin ein Beitrag gewidmet. 2019 war F&P Robotics zu Gast beim Berliner Kolloquium zu Pflegerobotern, das ebenfalls von Oliver Bendel im Auftrag der Stiftung ausgerichtet wurde. Mit Alina Gasser und Joel Siebenmann von F&P Robotics verfasste der Wirtschaftsinformatiker und Technikphilosoph das Paper „Co-Robots as Care Robots“ … Es wurde beim AAAI 2020 Spring Symposium „Applied AI in Healthcare: Safety, Community, and the Environment“ angenommen und dort vorgestellt. 2022 entwickelte Marc Heimann nach den Ideen von Oliver Bendel ein Moralmodul für den Roboter, das von dem Unternehmen wohlwollend aufgenommen wurde. Der Patient kann mit Hilfe eines Moralmenüs seine moralischen und sozialen Vorstellungen in einfacher Weise auf die Maschine übertragen. Am 6. Oktober 2023 erschien im Bref-Magazin eine Reportage mit dem Titel „Roboter für das Volk“ zu Lio, in der auch Oliver Bendel zu Wort kommt. Sie kann hier aufgerufen werden.

Abb.: Lio reicht einer Patientin einen Massageball (Foto: Daimler und Benz Stiftung)

DALL-E 3 and Beauty

During numerous tests with DALL-E 3 – which can be seen in a ten-part series starting here – Oliver Bendel noticed that almost without exception the men and women depicted were beautiful, sometimes so beautiful that it hurt. To find out if other results were possible, he entered the prompt „Young very unattractive woman sits on park bench and watches the goings on, photorealistic“. An error message appeared immediately, and nothing worked for several minutes. However, this was most likely a coincidence. The new attempt yielded three results. In all cases, they were very attractive people, of different ages and with different expressions. There was the flirtatious looking brunette and the sullen looking blonde – and the young girl who looks like she wanted to show off her handbag. The image generator seems to create worlds where ugliness doesn’t exist, only beauty. Another attempt omitted age and was less clear: „Average looking woman sits on park bench and watches the goings on, photorealistic“ In this case, too, only models appeared. One of the images was in black and white and is shown on this page. Another example can be found here. Further tests with men („Young very unattractive man sits on park bench and watches the goings on, photorealistic“) led to the same result. One example can be seen here, another here. Of course, you do get there eventually. But rather with social than aesthetic categories – or with a mixture of both, as in the case of a homeless, run-down woman. The article „Image Synthesis from an Ethical Perspective“ by Oliver Bendel addresses the production of beauty, but also the existence and use of biases of all kinds.

Fig.: Average looking woman (actually a model) sits on park bench (Photo: DALL-E 3)

Erste Erfahrungen mit DALL-E 3 – Teil X

Eigentlich war die Testreihe mit DALL-E 3 schon abgeschlossen. Aber Prof. Dr. Oliver Bendel wollte nochmals wissen, ob der Bildgenerator „versteht“, was „auf dem Mond“ bedeutet. Auf bisherigen Ergebnissen war immer nur der Mond irgendwo zu sehen, und die Szene spielte sich auf einem Meteoriten oder wo auch immer ab. Der Prompt am Morgen des 5. Oktober 2023 lautete: „A female skateboarder on the moon doing a daring stunt, photorealistic“. Zuerst war der Eindruck, dass man endlich auf dem Mond gelandet war. Aber bei genauerem Hinsehen erkannte man, dass sich auch hier der Mond hinter dem Meteoriten oder einem Planeten erhebt. Bei den anderen Ergebnissen war es noch deutlicher (eine Serie mit dem Mars beweist, dass es anders geht, wie auch dieses etwas kitschige Einzelbild). Das Bild gefällt dennoch durch die Bewegung der Skaterin, ihre ungewöhnliche Haltung – vermutlich wird sie gleich in den Staub des Trabanten fallen, hoffentlich nicht auf den Stein – und ihren Schattenwurf. Spuren der Fahrt sind nicht zu sehen, aber vielleicht war es überhaupt mehr ein Gleiten über der Oberfläche als auf der Oberfläche (sehenswert übrigens auch eine Serie auf dem Wasser). Bei den vier Kacheln fällt weiter auf, dass drei europäisch anmutende Skaterinnen zu sehen sind und eine asiatische Schwester. Das ist nicht ganz divers, aber immerhin ein Anfang. Damit ist die Serie nun wirklich abgeschlossen. Die Nutzung von DALL-E 3 hat auf jeden Fall großen Spaß gemacht. Und sie zeigt, dass KI-Systeme und insbesondere Bildgeneratoren wirklich – wie Oliver Bendel im Frühjahr 2023 bei „Scobel“ behauptet hat – Schönheit produzieren können.

Abb.: Die Skaterin vor dem Mond (Bild: DALL-E 3)

Erste Erfahrungen mit DALL-E 3 – Teil IX

Zum Abschluss der neunteiligen Serie von Oliver Bendel ein Taucher, der sich durch einen Fischschwarm bewegt. Eigentlich war bei DALL-E 3 am 3. Oktober 2023 ein Schnorchler (m/w/d) angefordert worden, aber auf dem Rücken trägt er etwas, was an eine Sauerstoffflasche erinnert. Bei den Alternativen wird dies noch deutlicher. Die Tiefe des Bilds gefällt, zudem der Lichteinfall von oben. Die Fische sind Individuen trotz ihrer Ähnlichkeit, neugierig und zugewandt. Das ist zugleich das Merkwürdige – ein echter Schwarm würde sich anders bewegen, auch wenn ein Mensch mitten in ihm ist. Das wirft die Frage auf, wie wir künftig Natur und speziell Pflanzen und Tiere wahrnehmen werden, wenn Bildgeneratoren ein verzerrtes Bild ihrer Individuen und Strukturen entwerfen. Das ist sicherlich kein neues Problem, denn es gibt seit jeher Illustrationen, die mehr oder weniger passend sind. Dennoch ist es die Fülle an Material, das meist deutlich neben der Realität steht, die diese so weit verrücken könnte, dass wir die Virtualität bevorzugen. Insgesamt beeindruckt DALL-E 3 mit seinen Ergebnissen, die im Rahmen dieser Tests freilich mehr oder weniger Zufälle sind. Die Lücke zu Midjourney scheint geschlossen. Das Wettrennen der Firmen geht weiter.

Abb.: Im Meer unterwegs (Bild: DALL-E 3)

Erste Erfahrungen mit DALL-E 3 – Teil VIII

Schönheit war einem schon in mehreren Bildern von DALL-E 3 begegnet, von Menschen und Dingen. Auch den jungen Mann der letzten Darstellung mögen einige attraktiv finden. Bei den Tests taucht kaum Hässlichkeit auf, außer im Kitsch. Manchmal sind beide im Widerstreit auf einem einzigen Bild. In diesem, das von Oliver Bendel noch am 3. Oktober 2023 angefertigt wurde, zeigt sich eine pubertierende Schönheit inmitten von opulenter Blumenpracht. Der Prompt hatte gelautet: „Blonde teenage girl lies prone on blanket in garden, thousands of colorful flowers grow at edge of garden, photorealistic“. Von Schönheit war also keine Rede gewesen – aber diese Protagonistin und ihre Altersgenossinnen würden Angela Hayes in „American Beauty“ blass aussehen lassen, selbst für Lester Burnham. Ob man die Gesamtkomposition in ästhetischer Hinsicht durchgehen lassen will, ist eine andere Frage. Zur allgemeinen, fast erdrückenden Pracht bildet immerhin die graue, schlichte Decke einen Widerpart. Und auch der kurze Rasen wird schon andere Zeiten gesehen haben, in denen sich lediglich Igel und Amseln auf ihm bewegten. Wobei diese durchaus Schönheit bedeuten können, die Schönheit der Natur und des Natürlichen. Das Künstliche legt sich auch in diesem Bild wie ein Schleier über alles.

Abb.: Ein Teenager inmitten von Blumen (Bild: DALL-E 3)

Erste Erfahrungen mit DALL-E 3 – Teil VII

Das nächste Bild der kleinen Serie mit DALL-E 3 vom 3. Oktober 2023 soll laut Prompt einen jungen Mann in Latzhose auf einer Parkbank zeigen, mit Blume im Mund, aus der Froschperspektive (die Vogelperspektive wurde von Oliver Bendel schon durch ein anderes Bild abgedeckt). Das Ergebnis wirkt realistisch und modern. Solche Frisuren werden in der Gegenwart getragen, und wahrscheinlich waren sie schon in der Vergangenheit hin und wieder zu sehen. Der Bartwuchs verrät, dass ein Rasierer noch nicht lange eingesetzt werden muss und auch nicht immer eingesetzt wird. Die Muskeln entsprechen den Anforderungen, die manche Männer an sich und manche Frauen an sie stellen, wobei diejenigen am Rücken etwas stark geraten sind. Die Augen wirken wach und weich, die Nase ist markant, aber nicht zu dominant. Dass die Parkbank in ein Gewächshaus geraten ist, kann man DALL-E 3 verzeihen, zumal die darin aufgehängten Töpfe mit ihren grünen Pflanzen für Farbkleckse sorgen. Farblich sticht zudem die blaue Latzhose hervor, wobei der Prompt nicht ausgeschlossen hat, dass etwas darunter getragen wird.

Abb.: Der junge Mann mit Latzhose (Bild: DALL-E 3)

Erste Erfahrungen mit DALL-E 3 – Teil VI

Den vorläufigen Höhepunkt der neunteiligen Serie zu den ersten Erfahrungen mit DALL-E 3 von Oliver Bendel bildet ein weiteres Wasserbild. Dargestellt ist eine Schwimmerin aus der Vogelperspektive. Der Pool wirkt realistisch, mit seinen Fliesen, seinen Markierungen und den Brechungen durch das Wasser, das Wasser selbst zunächst auch, bis die Gischt fast zu Polstermaterial zu erstarren scheint – damit könnte man ein ganzes Paket mit Vasen ausfüllen. Der Körper ist gut im Wasser zu erkennen, bis hin zum Bikini – oder ist es ein kunstvoll geschnittener Badeanzug? Irritierend sind die glatten, helmhaften Haare, die wie aus Kunststoff sind. Weder Feuchtigkeit noch Gel bekommen so etwas zustande. Dies raubt dem ganzen Bild die Natürlichkeit, stellt aber eine interessante Brücke zum Comic her. Vielleicht handelt es sich um eine entsprungene Superheldin, die den Alltag in einem Hallenbad genießt. Die Hände und die Finger, dies sei zum Schluss bemerkt, sind wieder überlang, wie bei mehreren anderen Bildern.

Abb.: Die Schwimmerin aus der Vogelperspektive (Bild: DALL-E 3)

Erste Erfahrungen mit DALL-E 3 – Teil V

Eine Serie mit dem Prompt „An old, run-down homeless man on the streets of San Francisco, photorealistic“ geriet DALL-E am Nachmittag des 3. Oktober 2023 so überzeugend, dass die Auswahl schwer fiel. Vier alte Männer, mit leeren oder wachen Augen, mit oder ohne Auflösungserscheinungen, mehr oder weniger wach oder schlafend, mit verfilzten oder verdreckten Bärten, mit Mütze oder barhäuptig, mit europäischen oder asiatischen Wurzeln. DALL-E 3 scheint sich auszukennen mit dem Leid der Obdachlosen in Kalifornien. Die Wahl fiel auf einen sitzenden Mann, der sich wohl kurz vorher eine Baseballkappe besorgt hat. Der Blick ist leer, die Jacke verschmutzt, die Decke wärmt von unten, denn die Nächte können kühl sein in San Francisco, der schönsten und grausamsten Stadt der Welt. Diese ist schemenhaft zu erkennen, nicht mit den typischen Feuerleitern wie auf einem anderen Bild, sondern mit den Schildern der Geschäfte. Ein Mann geht in den Hintergrund, aus dem ein anderer kommt. Die Darstellung wirkt realistischer als das Heidi-Bild. Ein alternatives Bild lenkt den Blick auf einen Bart, in dem Überreste und Schmutzteile hängen. Die Haut des Bruders ist beschädigter, gezeichnet vom Alter, von der Krankheit und von der Straße.

Abb.: Einer der vier Obdachlosen (Bild: DALL-E 3)

Erste Erfahrungen mit DALL-E 3 – Teil IV

Heidi als zehnjähriges Mädchen in den Schweizer Bergen mit Smartphone – so lautete sinngemäss der Prompt, den Oliver Bendel aus Zürich am Mittag des 3. Oktober 2023 in DALL-E 3 eingab. Auch bei diesem Ergebnis fällt die Ausarbeitung von Details ins Auge. Den Pullover – wohl passend zu Temperatur und Situation – kann man förmlich in seiner groben Struktur fühlen. Der eine Rucksackgurt sitzt gut sichtbar an der richtigen Stelle der Schulter, der andere ist vom langen blonden Haar bedeckt. Die Hände erscheinen, im Gegensatz zu anderen Bildern, soweit korrekt. Auch die Finger sind in diesem Fall nicht überlang. Sie schließen sich in natürlicher Weise um das Smartphone, das von verschiedenen Herstellern sein könnte. Vermutlich textet das Mädchen mit den Daumen. Sie lächelt dabei. Im Hintergrund erheben sich Allerweltsberge und ziehen Allerweltswolken dahin. Am Rande duckt sich eine Hütte. In einem Bild einer anderen Serie – ohne Altersangabe – ist deutlich das Matterhorn zu sehen. Das Gesicht beeindruckt durch die konzentriert blickenden Augen, die klar gezeichneten Wimpern und Augenbrauen, die – womöglich durch die Höhenluft – geröteten Wangen, auch wenn über allem der Schleier des Künstlichen liegt.

Abb.: Heidi in den Bergen (Bild: DALL-E 3)

Erste Erfahrungen mit DALL-E 3 – Teil III

Ein Kurs an der Hochschule, in dem man Prof. Dr. Oliver Bendel zujubelt – so lautete der Prompt, der am Morgen des 3. Oktober 2023 bei DALL-E 3 eingegeben wurde. Erst am Tag davor hatte der Launch der neuen Version durch OpenAI stattgefunden. Der abgebildete Dozent hat mit dem Ethiker und Technikphilosophen wenig gemein, bis auf den obligatorischen Anzug mit Krawatte. ChatGPT kennt ihn gut und kann viel über ihn erzählen, aber anscheinend reicht DALL-E 3 das Bildmaterial nicht aus – oder es ist vorsichtig bei realen Personen. Die Klasse selbst besteht ausschließlich aus jungen Männern, die sich auffällig ähneln, vor allem die Streber in der ersten Reihe. In einem weiteren Versuch wurden sie durch junge Frauen ersetzt, die nun vollends als Klone daherkommen, brünett, adrett, die Hände in die Luft schnellen lassend, mit den Fingern schnippend. Insgesamt wirkt das Bild wie aus der Zeit gefallen, zumal die jungen Männer vor Büchern sitzen und nicht vor Notebooks – nicht einmal eine Wasserflasche oder ein Energydrink ist zu sehen, was den Betrachter schon beim bloßen Zusehen dehydrieren lässt. Ansonsten fallen einige Details auf, die typisch für DALL-E 3 zu sein scheinen, wie die langen Finger und das gleißende Licht. Beeindruckend nicht zuletzt, dass man fast im Buch des Dozenten lesen kann.

Abb.: Der Professor vor der Klasse (Bild: DALL-E 3)

Erste Erfahrungen mit DALL-E 3 – Teil II

Bereits am 2. Oktober 2023, als DALL-E das Licht der Welt erblickte, konnte man feststellen, dass der Bildgenerator virtuos mit Wasser umgeht. Dabei stimmen auf den zweiten Blick nicht alle Details. In einem von Oliver Bendel verursachten Bild, das einen Pool auf einem Trabanten oder Meteoriten zeigt, sollten eigentlich Frauen um die Wette schwimmen. Die Bewegung des Wassers deutet allerdings an, dass sie kaum daran interessiert sind, von der Stelle zu kommen. In einem alternativen Bild ist dies schon besser umgesetzt. Man sieht im Wasser deutlich die Spuren, die die Schwimmerinnen hinterlassen haben. In beiden Fällen übt das Wasser eine gewisse Faszination aus, vor allem durch das Spiel mit dem Licht. Dieses ist auch entscheidend bei einer anderen Serie, die Mädchen dabei zeigt, wie sie mit einem Salto in einen Pool springen. Hinzu kommen stimmige Spiegelungen des Wassers und Kräuselungen der Oberfläche. Es gefällt auch die Bewegung, die Drehung, überhaupt die Dynamik. Wie bei einer früheren Darstellung fragt man sich aber, ob die Mutige ins Wasser fällt oder auf den Boden prallt – oder auf den Handlauf des Einstiegs, der bereits verbogen erscheint. Zudem fallen die überlangen Finger auf. Beunruhigend wiederum – wie in dem anderen Poolbild – die Gestalten am Beckenrand, auch wenn sie menschlich wirken. Die Wirkung insgesamt ist enorm, zumal sich im Hintergrund ein berühmtes Bauwerk erhebt, die kambodschanische Tempelanlage Angkor Wat, was freilich im Prompt gar nicht angefordert worden war. Auch ein alternatives Bild mit einer farbigen Springerin gefällt.

Abb.: Der Sprung in den Pool (Bild: DALL-E 3)

Erste Erfahrungen mit DALL-E 3 – Teil I

Einen Tag nach dem Launch von DALL-E 3 kommt kaum jemand in den Genuss, die sehenswerten Bilder generieren zu können. Oder vielmehr kommen so viele Menschen in diesen Genuss, dass viele andere leer ausgehen. Sie sehen nur einen Kugelfisch und die Meldung: „Wir können Ihre Bilder im Moment nicht erstellen. Aufgrund der hohen Nachfrage können wir keine neuen Anforderungen verarbeiten. Versuchen Sie es bitte später noch einmal.“ (Website Bing Image Creator) Wer es dann später schafft, wie Oliver Bendel am Morgen des 3. Oktober 2023, ist durchaus beeindruckt. Simple Prompts werden fantasievoll umgesetzt. Es werden unterschiedliche Stile hergenommen und Perspektiven eingenommen. Es herrscht aber auch verblüffende Homogenität. Ein Kurs an einer Hochschule besteht aus lauter jungen Männern, die ähnlich aussehen. Ersetzt man sie durch junge Frauen, gleichen auch diese wie ein Ei dem anderen. Komplexere Prompts werden recht genau befolgt. Wenn ein Ball drei Farben haben soll, hat er drei Farben. Wenn es sich um drei junge Otter handeln soll, kommen genau drei possierliche Tiere ins Bild. Wenn man allerdings einen Schwimmwettkampf auf dem Mond haben will, ist der Mond am Himmel zu sehen. Die Athletinnen befinden sich vermutlich auf einem Meteoriten. Auch die Aliens in der näheren Umgebung tragen nicht zur Beruhigung bei.

Abb.: Wettschwimmen in der Nähe des Monds (Bild: DALL-E 3)

Large Behavior Models für Pancakes

„Forscher des Toyota Research Institute (TRI) haben nach eigenen Angaben einen wegweisenden generativen KI-Ansatz entwickelt, um Robotern schnell und sicher neue Fähigkeiten beizubringen, zu denen beispielsweise die Zubereitung von Pancakes gehört. Wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung erklärt, werde dadurch der Nutzen von Robotern erheblich verbessert. Obendrein sei dies ein bedeutsamer Schritt hin zur Entwicklung eines sogenannten Large Behavior Models (LBM).“ (Golem, 20. September 2023) Dies meldete Golem am 20. September 2023. Dahinter verbirgt sich nichts anderes als die Nutzung von Large Language Models (LLM) für Roboter. In diesem Bereich hat seit Anfang 2023 vor allem das Sprachmodell PaLM-E für Aufmerksamkeit gesorgt. Indem Bilddaten und Daten zu Zuständen und Ereignissen integriert werden, werden Virtualität und Realität miteinander verbunden. Konkret kann der Benutzer mit Hilfe eines Prompts einem Roboter eine Anweisung geben, die dieser dann in seiner Umgebung ausführt, die er vorher beobachtet hat und weiter beobachtet. Aber nicht nur Google und TU Berlin forschen auf diesem Gebiet – in dem Paper „ChatGPT for Robotics“ hat auch Microsoft erste Ergebnisse vorgestellt. Oliver Bendel hat im Mai 2023 zu diesem Thema den Artikel „Die Mächtigkeit von Sprachmodellen“ veröffentlicht.

Fig.: A cobot with two engineers

DALL-E 3 nähert sich Midjourney an

DALL-E in der Version 2 von OpenAI war zuletzt weit abgeschlagen. Mit Midjourney konnte es sich nicht messen, und sogar das niederschwellige Ideogram, eigentlich auf Schriften im Bild spezialisiert, übertraf es in einigen Aspekten. DALL-E 3 könnte dies ändern. Bei Tests, die der Ethiker und Wirtschaftsinformatiker Oliver Bendel am Abend des 2. Oktober 2023 durchführte, gelangen einige Kunst- und Schmuckstücke. Allerdings zeigte sich auch deutlich, dass Füße und Hände immer noch eine Herausforderung für Bildgeneratoren darstellen. Auch Beine und Arme wirken oft unnatürlich. Mit Wasser kann DALL-E dagegen virtuos umgehen. Insgesamt scheinen die Prompts richtig gedeutet und gut umgesetzt zu werden. Kein Wunder, denn die Schnittstelle bildet ChatGPT. Es gibt die Prompts so an den Verwandten weiter, dass dieser sie verstehen kann, selbst wenn sich der Benutzer ungeschickt ausgedrückt oder verschrieben hat. Ausgegeben werden meistens zwei bis vier Kacheln mit 1024 mal 1024 Pixel. DALL-E 3 steht seit 2. Oktober 2023 über den Bing Image Creator bereit. Wie so oft bei Microsoft sind die Schreibweisen auf der Plattform falsch. Für die lange Dauer der Bilderstellung – zwischen 5 Minuten und einer Stunde – entschuldigt man sich mit den Worten: „Diese [!] ist unsere Schuld!“ …

Abb.: Ein von DALL-E 3 generiertes Bild einer Schnorchlerin

 

DALL-E 3 steht Allgemeinheit zur Verfügung

„Knapp eine Woche, nachdem OpenAI die neue Version von Dall-E 3 vorgestellt hat, steht sie nun über den Bing Image Creator zur kostenlosen Verfügung. Ursprünglich hatten die Entwickler angekündigt, das Tool nur für ChatGPT-Plus- und Enterprise-Kunden ab Anfang Oktober zu veröffentlichen.“ (Golem, 2. Oktober 2023) Dies meldete Golem am Spätnachmittag des 2. Oktober 2023. „Mit der Text-zu-Bild-KI verspricht OpenAI, Kenntnisse im Prompt Engineering überflüssig zu machen. Bei Dall-E 3 übernimmt ChatGPT diese Aufgabe und übersetzt die Bildbeschreibungen der Nutzer in Prompts, die für Dall-E 3 verständlich sind.“ (Golem, 2. Oktober 2023) Am Abend war das System zeitweise stark überlastet. Das Generieren eines Bildes dauerte 15 bis 30 Minuten. Erste Tests von Prof. Dr. Oliver Bendel verliefen erfolgversprechend. Die Qualität nähert sich Midjourney an, aber Füße und Hände sind immer noch eine Herausforderung … Auch eine moralische und rechtliche Dimension scheint es wieder zu geben: OpenAI legt „bei Dall-E 3 weiterhin Wert auf Sicherheit“ und „integriert Mechanismen, mit denen Missbrauch, Propaganda und Desinformationen“ (Golem, 2. Oktober 2023) vorgebeugt werden soll. Bei DALL-E 2 sorgte dies bereits für ärgerliche Einschränkungen, ebenso bei Ideogram. Man ist letztlich der Moral amerikanischer Machart ausgeliefert – dem neoviktorianischen Unternehmenskonservatismus, wie es ein KI-Experte im Austausch mit Oliver Bendel ausdrückte. DALL-E 3 zensiert ebenfalls, direkt bei den Prompts, und droht mit Konsequenzen bis hin zur Schließung des Accounts.

Abb.: Ein Mädchen springt vom Turm in den Pool (Bild: DALL-E 3)

Kyoto to Catwalk

Eine aktuelle Ausstellung im Museum Rietberg in Zürich stellt die Geschichte des Kimonos dar, des ikonischen Kleidungsstücks aus Japan, das schon früh einen Siegeszug um die ganze Welt angetreten hat. „KIMONO – Kyoto to Catwalk“ präsentiert laut Website den Kimono nicht als statisch und unveränderlich, sondern als ein äußerst „dynamisches und modisches Kleidungsstück“. „Über 100 prachtvolle Kimonos, Malereien und Holzschnitte aus dem 18. bis 20. Jahrhundert wie auch extravagante Kreationen zeitgenössischer Modedesigner zeigen die künstlerische und ästhetische Bedeutung dieses Kleidungsstücks in historischen und zeitgenössischen Kontexten auf und veranschaulichen, wie der Kimono sowohl in Japan als auch im Westen seit dem 17. Jahrhundert die Mode beeinflusst hat.“ (Website Museum Rietberg) Problemlos könnte man diese Ausstellung im Virtuellen fortsetzen. Bildgeneratoren wie Ideogram scheinen den Kimono geradezu zu lieben und statten ihn auf opulente Weise aus. Im KI-Zeitalter interpretieren sie seine Schönheit auf eine neue Weise. Die Ausstellung läuft seit dem 23. September 2023 und geht bis zum 23. Januar 2024. Weitere Informationen über rietberg.ch/ausstellungen/kimono.

Abb.: Ideogram zeigt eine europäische Frau im Kimono

Der künstliche Barkeeper

„Diskrete Fertigung und Prozessautomation – das sind die Fokusthemen der messtec drives Automation. Durch Markt- und Branchenanalysen, Unternehmensporträts sowie Technologie- und Applikationsberichte gibt das Medienkonzept mit seinen Print- und digitalen Formaten neue Impulse!“ (Website Wiley) Mit diesen Worten wirbt das Magazin von Wiley auf seiner Website. In der Ausgabe 8/2023, erschienen am 2. Oktober 2023, ist der dreiseitige Artikel „Der künstliche Barkeeper“ von Prof. Dr. Oliver Bendel und Lea Peier enthalten. Es handelt sich um den Auftakt einer dreiteiligen Serie, die auf das Paper „How Can Bar Robots Enhance the Well-being of Guests?“ zurückgeht und die in den Ausgaben 8/2023, 9/2023 und 1/2024 abgedruckt wird. Im Fokus stehen Barroboter wie Barney Bar und Robobarista, die an der Hochschule für Wirtschaft FHNW erforscht werden. Im ersten Teil werden Industrieroboter, Serviceroboter und soziale Roboter erklärt. Dabei spielt das Modell mit den fünf Dimensionen eine Rolle. Zudem wird auf Roboter in der Gastronomie eingegangen und eine Übersicht über Barroboter gegeben. Zwei Fotos zeigen die genannten Modelle, die aus der Schweiz stammen. Das ganze Heft kann hier heruntergeladen werden.

Abb.: Robobarista von Smyze (Foto: Lea Peier)

Hohe Nachfrage nach Buch zu sozialen Robotern

Das Buch „Soziale Roboter“ (Hrsg. Oliver Bendel) hat auf SpringerLink ca. 225.000 Downloads erreicht, nach nicht einmal zwei Jahren. Es besteht aus fünf Teilen: „Grundlagen, -begriffe und -fragen“, „Soziale Robotik und andere Disziplinen“, „Gestaltung, Interaktion und Kommunikation“, „Anwendungsbereiche sozialer Roboter“ und „Die Zukunft sozialer Roboter“. Es sind, das Vorwort mitgezählt, 30 Beiträge, mit ca. 35 Abbildungen, bei ca. 570 Seiten. Der Untertitel lautet: „Technikwissenschaftliche, wirtschaftswissenschaftliche, philosophische, psychologische und soziologische Grundlagen“. Mit dabei sind führende Experten der Sozialen Robotik, der Robotik, der Künstlichen Intelligenz, der Soziologie, der Psychologie und der Philosophie. Sie lehren und forschen an Hochschulen in der Schweiz, in Deutschland, in Österreich, in Dänemark und in Schweden. Auch ein Hersteller ist vertreten, der über den Einsatz seines Produkts berichtet. Das Fachbuch ist Ende 2021 bei Springer Gabler erschienen und kann über link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-31114-8 heruntergeladen oder bestellt werden. Zudem ist es in jeder Buchhandlung verfügbar.

Abb.: ARI von PAL Robotics bei der ICSR 2022

„Alpha Mini für die Schule“ wird ausgezeichnet

Andrin Allemann wurde für seine Bachelorarbeit „Alpha Mini für die Schule“ an der Hochschule für Wirtschaft FHNW ausgezeichnet. In dem Dokument, das von Prof. Dr. Regula Altmann-Jöhl (Direktorin) und Prof. Dr. Charlotte Hofstetter (Mitglied der Hochschulleitung) am 28. September 2023 unterschrieben wurde, heißt es: „Wir gratulieren Ihnen zum erfolgreichen Abschluss in Wirtschaftsinformatik (Bachelor of Science FHNW). Es freut uns Ihnen mitzuteilen, dass Sie unter allen Kandidatinnen und Kandidaten Ihres Studienjahrgangs die beste Bachelor-Arbeit erzielt haben.“ Das Projekt, dessen zentraler Bestandteil diese Arbeit war, fand von Februar bis August 2023 statt. Initiator und Betreuer war Prof. Dr. Oliver Bendel. Ziel war es, eine Lernanwendung mit einem kostengünstigen sozialen Roboter zu erstellen, der über die gleichen motorischen Fähigkeiten wie NAO und die gleichen Fähigkeiten zur Wissensvermittlung wie Pepper (der mit einem Display ausgerüstet ist) verfügt. Die Wahl fiel auf den kleinen Alpha Mini von Ubtech. Es war mit einigem technischen Aufwand möglich, ihn mit einem externen Gerät, einem Microsoft Surface, zu koppeln. Auf diesem läuft ein Lernspiel, das für den Unterricht in der Primarschule geeignet ist. In einem Video wird gezeigt, wie ein Mädchen die Lernanwendung ausprobiert und der soziale Roboter Feedback und Erklärungen gibt, in sprachlicher Form und mit Hilfe seiner mimischen und gestischen Fähigkeiten. Ebenfalls für die beste Bachelorarbeit wurde Dalil Jabou geehrt. Er hatte unter der Betreuung von Oliver Bendel @llegra entwickelt, einen Chatbot für Vallader.

Abb.: Alpha Mini macht Liegestützen

Article on the Ethical Challenges of AI-based Image Synthesis

The article „Image Synthesis from an Ethical Perspective“ by Prof. Dr. Oliver Bendel was submitted on 18 April and accepted on 8 September 2023. It was published on 27 September 2023. From the abstract: „Generative AI has gained a lot of attention in society, business, and science. This trend has increased since 2018, and the big breakthrough came in 2022. In particular, AI-based text and image generators are now widely used. This raises a variety of ethical issues. The present paper first gives an introduction to generative AI and then to applied ethics in this context. Three specific image generators are presented: DALL-E 2, Stable Diffusion, and Midjourney. The author goes into technical details and basic principles, and compares their similarities and differences. This is followed by an ethical discussion. The paper addresses not only risks, but opportunities for generative AI. A summary with an outlook rounds off the article.“ The article was published in the long-established and renowned journal AI & Society and can be downloaded here.

Fig.: Are there biases in image generators? (Image: Ideogram)