Social Robots with Sales Tricks

On June 30, 2022, the paper „Should Social Robots in Retail Manipulate Customers?“ by Oliver Bendel and Liliana Margarida Dos Santos Alves was published on arxiv.org. It was presented at the AAAI 2022 Spring Symposium „How Fair is Fair? Achieving Wellbeing AI“ at Stanford University and came in third place in the Best Presentation Awards. From the abstract: „Against the backdrop of structural changes in the retail trade, social robots have found their way into retail stores and shopping malls in order to attract, welcome, and greet customers; to inform them, advise them, and persuade them to make a purchase. Salespeople often have a broad knowledge of their product and rely on offering competent and honest advice, whether it be on shoes, clothing, or kitchen appliances. However, some frequently use sales tricks to secure purchases. The question arises of how consulting and sales robots should “behave”. Should they behave like human advisors and salespeople, i.e., occasionally manipulate customers? Or should they be more honest and reliable than us? This article tries to answer these questions. After explaining the basics, it evaluates a study in this context and gives recommendations for companies that want to use consulting and sales robots. Ultimately, fair, honest, and trustworthy robots in retail are a win-win situation for all concerned.“ The paper will additionally be published in the proceedings volume of the symposium by the end of summer. It can be downloaded via arxiv.org/abs/2206.14571.

Fig.: Social robots with sales tricks (Photo: Daimler and Benz Foundation)

Über den Krieg

„Krieg ist ein nationaler oder internationaler Konflikt, bei dem die gegnerischen Parteien Streitkräfte, mehr oder weniger schwere Waffen sowie physische und psychische Gewalt einsetzen, um ihre politischen, wirtschaftlichen oder religiösen Ziele zu erreichen. Es werden Gebäude, Verkehrswege und Infrastrukturen zerstört, Soldaten und Zivilisten umgebracht, verletzt, gefoltert und vergewaltigt, um die Übermacht zu erhalten und die Moral des Gegners zu zermürben, und nebenbei Tiere getötet und die Umwelt verstrahlt, verseucht und geschädigt.“ Mit diesen Worten beginnt ein neuer Beitrag von Oliver Bendel im Gabler Wirtschaftslexikon. Es wird auf Militärroboter und auch speziell auf Kampfroboter eingegangen und der Zusammenhang zwischen Wirtschaft und Krieg dargestellt. Am Ende wird die Perspektive der Ethik eingenommen, insbesondere der Militärethik, der Technik- und Informationsethik sowie der Maschinenethik, ferner der Wirtschaftsethik und der Tierethik. Der Beitrag, der am 28. Juni 2022 erschienen ist, kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/krieg-124146 aufgerufen werden.

Abb.: Demonstration gegen den Ukrainekrieg in Zürich

 

Unbekannte Luftphänomene

„Unidentified Aerial Phenomena (UAPs), Nichtidentifizierte oder Unbekannte Luftphänomene, sind Himmelserscheinungen, die nicht sofort oder nicht ohne Weiteres identifiziert bzw. erklärt … werden können. Die meisten von ihnen stellen sich als bekannte Naturspektakel wie Polarlichter und Blitze oder als gewöhnliche Flugobjekte heraus. Nur wenige entziehen sich für längere Zeit einer fachlichen Einschätzung respektive wissenschaftlichen Erklärung. Im Volksmund spricht man im Englischen von Unidentified Flying Objects (UFOs), im Deutschen von Unbekannten Flugobjekten. Damit werden von Leichtgläubigen oft Außerirdische in Zusammenhang gebracht, die die Menschheit besuchen oder heimsuchen.“ Mit diesen Worten beginnt ein neuer Beitrag von Oliver Bendel im Gabler Wirtschaftslexikon. Am Ende wird die Perspektive der Ethik eingenommen: „In der Ethik ist es ebenso ertragreich wie unterhaltsam (respektive verstörend), die Perspektive von Aliens einzunehmen, um verbreitete Handlungsweisen wie das Töten von Tieren für Fleischproduktion und Lederverarbeitung oder das Vernichten der Lebensgrundlagen zu hinterfragen. Technikethik, Informationsethik, Politikethik und Wirtschaftsethik mögen sich in moralischer Hinsicht mit der Besonderheit und Überlegenheit nichtidentifizierbarer bzw. extraterrestrischer Systeme und der potenziellen Eroberung und Nutzung unserer Welt beschäftigen.“ Der Beitrag, der am 28. Juni 2022 erschienen ist, kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/unidentified-aerial-phenomenon-123359 aufgerufen werden.

Abb.: Ein UFO

Mit dem Roboter in den Urlaub

Jedes Jahr stellt sich die Frage, ob man seinen Roboter – ob Cozmo, Vector, Alpha Mini, NAO, AIBO, Pepper oder Cruzr – in den Urlaub mitnehmen soll. Dabei gibt es einiges zu beachten. Pets und Companions wie Cozmo oder Alpha Mini passen problemlos ins Handgepäck. Für Alpha Mini sollte man die originale Verpackung aus Styropor nicht vergessen, die ihn perfekt schützt. Bei NAO und AIBO empfiehlt es sich, einen leichten, aber stabilen Transportkoffer zu besorgen, der als Zubehör angeboten wird. So ist er im Auto und im Zug sicher. Als Gepäck am Flughafen aufgeben darf man diesen Koffer aber nicht. Mit Pepper kann man nur im SUV oder im Van verreisen, und man sollte zwei Personen für das Ein- und Ausladen haben, das immer in der Originalverpackung und mit dem über die mitgelieferten Stecker mechanisch gesicherten Modell erfolgt. Nicht immer kommt man mit dem sozialen Roboter am Zielort problemlos ins W-LAN. Ein Handy-Hotspot kann helfen. Bei Alpha Mini ist auch die Verbindung per SIM-Karte möglich. Für den Zoll und für Polizeikontrollen sollte man eine Einkaufsbestätigung mitführen. Nicht zuletzt sollte man auf sein Pet oder seinen Companion immer gut aufpassen und es oder ihn vor Diebstahl ebenso schützen wie vor Sand, Sonne und Wasser. In einem Adults-Only-Hotel mag man vielleicht das begeisterte Kreischen der Kinder vermissen, wird den Roboter aber dafür am Abend nicht zerlegt vorfinden.

Abb.: Alpha Mini auf Fuerteventura

Ein kurzer Blick in das Weltall

Ein am 23. Juni 2022 im Gabler Wirtschaftslexikon erschienener Beitrag von Oliver Bendel geht in sechs Abschnitten auf das Weltall ein. Im ersten wird erklärt, was das Weltall ist und woher das Wort kommt. Im zweiten wird auf die Erkundung und Erforschung, im dritten auf die Entstehung und Nutzung des Weltalls eingegangen. Der vierte widmet sich „Architektur, Handwerk und Kunst“, von der Kreisgrabenanlage von Goseck und der Himmelsscheibe von Nebra über das Werk von Gustav Mahler („Denken Sie sich, dass das Universum zu tönen und zu klingen beginnt. Es sind nicht mehr menschliche Stimmen, sondern Planeten und Sonnen, welche kreisen.“) bis hin zu „Space Oddity“ von David Bowie, der fünfte der Science-Fiction, u.a. mit Verweis auf den Film „2001: Odyssee im Weltraum“, von dem der Musiker beeindruckt gewesen war und auf den auch der gleichnamige Roman von Arthur C. Clarke folgte. Am Ende wird die Perspektive der Umwelt- und der Wirtschaftsethik eingenommen. Der Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/weltall-124119 aufgerufen werden.

Abb.: Ein kurzer Blick in das Weltall

A Voice Assistant for a Flight to Mars

On June 22, 2022, the paper „The SPACE THEA Project“ by Martin Spathelf and Oliver Bendel was published on arxiv.org. It was presented at the AAAI 2022 Spring Symposium „How Fair is Fair? Achieving Wellbeing AI“ at Stanford University and came in 2nd place in the Best Presentation Awards. From the abstract: „In some situations, no professional human contact can be available. Accordingly, one remains alone with one’s problems and fears. A manned Mars flight is certainly such a situation. A voice assistant that shows empathy and assists the astronauts could be a solution. In the SPACE THEA project, a prototype with such capabilities was developed using Google Assistant and Dialogflow Essentials. The voice assistant has a personality based on characteristics such as functional intelligence, sincerity, creativity, and emotional intelligence. It proves itself in seven different scenarios designed to represent the daily lives of astronauts, addressing operational crises and human problems. The paper describes the seven scenarios in detail, and lists technical and conceptual foundations of the voice assistant. Finally, the most important results are stated and the chapters are summarized.“ The paper will additionally be published in the proceedings volume of the symposium by the end of summer. It can be downloaded via arxiv.org/abs/2206.10390.

Fig.: Woman on Mars

A New Text-to-Art Engine

DALL·E 2 is a new AI system that can create realistic images and art from a description in natural language. It was announced by OpenAI in April 2022. The name is a portmanteau of „WALL-E“ and „Salvador Dalí“. The website openai.com says more about the program: „DALL·E 2 can create original, realistic images and art from a text description. It can combine concepts, attributes, and styles.“ (Website openai.com) Moreover, it is able to „make realistic edits to existing images from a natural language caption“ and to „add and remove elements while taking shadows, reflections, and textures into account“ (Website openai.com). Last but not least, it „can take an image and create different variations of it inspired by the original“ (Website openai.com). The latter form of use is shown by variations of the famous painting „Girl with a Pearl Earring“ by Johannes Vermeer. The website says about the principle of the program: „DALL·E 2 has learned the relationship between images and the text used to describe them. It uses a process called ‚diffusion,‘ which starts with a pattern of random dots and gradually alters that pattern towards an image when it recognizes specific aspects of that image.“ (Website openai.com) DALL·E mini is a slimmed down version of the powerful program, with which you can gain a first insight. The six images below were automatically generated by DALL·E mini from the text „A young female astronaut with long hair on the flight to Mars“. In total, 9 suggestions were made in a few seconds. Overall, this is a fascinating and valuable project. From the perspective of information ethics and the philosophy of technology, many questions arise.

Fig.: A young female astronaut with long hair on the flight to Mars (Photo: DALL·E mini)

Volodymyr Zelenskiy Appears as a Hologram

„Leia in ‚Star Wars‘, who as a hologram delivers a message, Darth Vader, who forges plans with the imperator even though they are far apart from each other, William Riker in ‚Star Trek‘, who moves on the holodeck through artificial landscapes, Major in ‚Ghost in the Shell‘, who walks through a city while fish are swimming in the air next to her, Officer K in ‚Blade Runner 2049‘, who lives together with a holographic assistant and meets holographic dancers and singers (Frank Sinatra under glass and Elvis Presley on stage) – fictional holograms make an appearance in all these instances.“ (Oliver Bendel, „Hologram Girl“ – 2018) According to the Guardian, Volodymyr Zelenskiy referenced Star Wars and the second world war as he appeared as a hologram (or pseudo-hologram) at a conference in Paris to seek aid from big tech companies. „He told a crowd of hundreds at the VivaTech trade show that he was offering technology firms a unique chance to rebuild Ukraine as a fully digital democracy.“ (Guardian, June 17, 2022) The British newspaper quotes him as saying: „It’s unusual for presidents or heads of government to use a hologram to address people but this is not the only aspect of Star Wars that we are putting into practice“ (Guardian, June 17, 2022). The Ukrainian president is not only following in the footsteps of Leila, but also of ABBA, who are currently causing a sensation with their avatars at concerts in London.

Abb.: Ein fiktionales Hologramm

Chancen und Risiken von Pflegerobotern und anderen Robotern in der Pflege

„Roboter in Pflege und Betreuung: einige halten das für den Ausweg aus der Versorgungskrise Pflegebedürftiger. Andere lehnen jegliche Form mit häufig eher emotionalen Begründungen ab. Tatsächlich steht ihr Einsatz fest. Die Frage ist: wann kommen sie zum Einsatz und in welchem Umfang?“ Mit diesen Worten beginnt ein Beitrag von Jochen Gust auf der Plattform Demenz im Krankenhaus vom 15. Juni 2022. Den Schlussteil bildet ein Interview mit Prof. Dr. Oliver Bendel, der Chancen und Risiken von Pflegerobotern und anderen Robotern in der Pflege beleuchtet. Seiner Ansicht nach sind diese keine Lösung des Problems des Pflegenotstands. Sie können aber gewisse Routinetätigkeiten abnehmen und in der Zukunft auch schwere, anstrengende Aufgaben, die Pflegekräfte überfordern und verschleißen. Letztlich fördern sie die persönliche Autonomie von Pflegebedürftigen und Pflegekräften und verletzen zugleich in einigen Fällen die informationelle Autonomie, indem sie Daten sammeln und weitergeben, ohne dass der Benutzer dies beeinflussen kann. Dabei könnte man sowohl organisatorische als auch technische Vorkehrungen treffen sowie in einer Patientenverfügung – eine solche wird im Interview angesprochen – grundlegende Punkte festlegen. Der Beitrag kann über demenz-im-krankenhaus.de/2022/06/15/roboter-in-pflege-und-betreuung-moeglichkeiten-und-grenzen/ aufgerufen werden.

Abb.: Eine Studentin von Oliver Bendel mit P-Care

Ein dreigliedriger Roboterfinger, überzogen mit menschlicher Haut

Als umgekehrter oder umgedrehter Cyborg („reversed cyborg“ oder „inverted cyborg“) kann nach den Ausführungen von Oliver Bendel eine technische Struktur gelten, in die eine biologische eingepasst wird. Es handelt sich, so der Informations- und Maschinenethiker, vorrangig um einen Topos von Science-Fiction, wie im Falle von „Terminator“ aus dem Jahre 1984. In seinem Beitrag „Überlegungen zu Bio- und Bodyhacking“ (HMD, 10. März 2020) schreibt er: „In Experimenten konnten Schweinehirne außerhalb des Körpers am Leben gehalten werden … Sollte es eines Tages gelingen, Gehirne oder andere Organe in Roboter einzupflanzen, mit der Folge, dass diese von ihnen gesteuert oder wesentlich ergänzt werden, würde der umgekehrte Cyborg resultieren. Von einem solchen könnte man freilich schon sprechen, wenn Gehirn- und Nervenzellen in technischen Strukturen heranwachsen und sich mit diesen funktional verbinden, etwa indem elektrische Signale auf Aktoren einwirken.“ Ein dreigliedriger Roboterfinger, der mit menschlicher Haut überzogen ist, kann ebenfalls Teil eines umgekehrten Cyborgs sein. Beschrieben wird er im Artikel „Living skin on a robot“ von Michio Kawai, Minghao Nie, Haruka Oda, Yuya Morimoto und Shoji Takeuchi (Universität Tokio), erschienen am 9. Juni 2022 im Journal Matter. Selbst Wundheilung soll bei ihm erfolgreich stattfinden. Mit der Haut könnte im Prinzip auch eine ganze Roboterhand und sogar ein Roboterkopf überzogen werden. Der Terminator lässt grüßen.

Abb.: Die menschliche Haut verfügt über Selbstheilungskräfte

First Geriatronics Summit in Garmisch-Partenkirchen

Ziel des First Geriatronics Summit ist, die aktuellen und geplanten Robotiklösungen im Kontext der Geriatronik zu beleuchten und die politischen Entscheidungsträger für die entsprechenden Technologien zu sensibilisieren. Die Veranstaltung, die am 20. und 21. Juni 2022 in Garmisch-Partenkirchen stattfinden wird, will laut Website folgende Fragen beantworten: 1. Wie kann man mit Hilfe von Geriatronik dem zunehmenden Mangel und den geografischen Unterschieden bei den Pflegekräften und der überlasteten Gesundheitsversorgung begegnen? 2. Wie können Robotik und KI die Unabhängigkeit, Mobilität, Selbstbestimmung und Gesundheit älterer Menschen so lange wie möglich fördern? 3. Was sind die Regeln der Autonomie und wie lassen sich moralische, ethische, kulturelle und persönliche Herausforderungen und Dilemmata für die Geriatronik angehen? Eingeladene Wissenschaftler sind Prof. Dr.-Ing. Tamim Asfour (KIT Karlsruhe), Dr. Sylvain Calinon (EPFL), Dr. Tadej Petrič (Jožef Stefan Institute), Dr. Matteo Laffranchi (Italian Institute of Technology – IIT), Prof. Adriana Tapus (Institut Polytechnique de Paris), Prof. Jim Tørresen (University of Oslo), Prof. Dr.-Ing. Sami Haddadin (TUM), Prof. Dr. med. Alena M. Buyx (TUM), Prof. Dr. oec. Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW), Prof. Dr. Christian Djeffal (TUM), Prof. Vera Lúcia Raposo (University of Coimbra), Prof. Dr. Lee Bygrave (University of Oslo) und Prof. Dr. Martin Ebers (Humboldt-Universität zu Berlin/University of Tartu). Getragen wird die Veranstaltung u.a. vom Munich Institute of Robotics and Machine Intelligence (MIRMI) der Technischen Universität München (TUM) und von der VolkswagenStiftung.

Abb.: Oliver Bendel mit P-Care (Foto: Lea Peier)

Über den Fortschritt

„Fortschritt ist eine erhebliche, spür- und sichtbare Verbesserung, Steigerung und Erweiterung, bezogen etwa auf Strukturen, Prozesse, Situationen und Entitäten. Er kann gestalterischer, technischer, medizinischer, wirtschaftlicher, politischer, sozialer und moralischer Natur sein und sich auf die Fortentwicklung in Gesellschaft, Kultur und Zivilisation sowie von Individuen und Arten richten. Fortschritt ist mit Wissenszuwachs und Wissenschaft verbunden, zudem mit Innovationsfähigkeit, mit Plan- und Umsetzbarkeit und mit Zuverlässigkeit von Personen und Systemen.“ Mit diesen Worten beginnt ein Beitrag von Oliver Bendel im Gabler Wirtschaftslexikon, der am 7. Juni 2022 erschienen und in vier Abschnitte gegliedert ist. Im letzten heißt es, bevor die Perspektive der Ethik eingenommen wird: „Fortschritt ist der Motor der Zivilisation. Er hat dabei geholfen, ferne und feindliche Lebensräume zu erschließen, die Schrift zu erfinden und zu nutzen, Krankheiten zu besiegen, Werkzeuge, Fahr- und Flugzeuge, Computer und Roboter zu entwickeln und der Religion die Aufklärung und den Humanismus entgegenzusetzen. Im Zuge der Fortschrittsgläubigkeit findet allerdings auch eine Verschwendung und Vernichtung natürlicher Ressourcen statt, und Fortschritt im Pflanzen- und Tierreich wird in erster Linie im Sinne von Haltung und Züchtung gesehen.“ Der Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/fortschritt-124041 aufgerufen werden.

Abb.: Für einige Menschen steht sie für den Fortschritt

Soziale Roboter als Gegenstand der Learntec

Drei Tage lang, vom 31. Mai bis zum 2. Juni 2022, fand die Learntec, die größte E-Learning-Messe und -Konferenz Europas, in Karlsruhe statt. Die erste Keynote hielt Prof. Dr. Oliver Bendel aus Zürich, der bereits 2001, 2003 und 2004 zu Gast gewesen war. Das Thema war „Kollegen, Freunde, Partner: Welche Versprechen soziale Roboter geben und welche sie halten“. Zunächst stellte der Informations- und Maschinenethiker im Rahmen der begrifflichen Arbeit sein Fünf-Dimensionen-Modell sozialer Roboter vor, das die Interaktion mit Lebewesen, die Kommunikation mit Lebewesen, die Nähe zu Lebewesen, die Abbildung von (Aspekten von) Lebewesen sowie – im Zentrum – den Nutzen für Lebewesen vorsieht. Mit Hilfe dieses Modells beschrieb er mehrere Produkte wie Alpha Mini, Cozmo, Pepper, NAO, P-Care, Reem und Harmony. Er fragte danach, wie es um die Zuverlässigkeit sozialer Roboter bestellt ist und welche Versprechen sie geben und halten (oder nicht halten). Eine kurze Diskussion rundete die einstündige Veranstaltung ab.

Abb.: Oliver Bendel beschreibt Alpha Mini (Foto: Learntec)

Onlineumfrage zu Polizeirobotern

In seiner Abschlussarbeit an der Hochschule für Wirtschaft FHNW untersucht Alan Chethipuzha aus Bern den Einsatz von Robotern bei der Polizei. Er erarbeitet begriffliche und technische Grundlagen, beschreibt Beispiele aus der ganzen Welt und stellt ethische Überlegungen an. Über zwei Expertengespräche hat er bereits wichtige Erkenntnisse zu Theorie und Praxis erhalten. Nun versucht er über eine Onlineumfrage etwas über die Haltung der Bevölkerung zu Sicherheits-, Überwachungs- und Polizeirobotern in der Schweiz in Erfahrung zu bringen. Vom 2. bis zum 16. Juni 2022 kann man teilnehmen. Zu gewinnen gibt es 2-mal 25 Franken. Die Onlineumfrage kann über forms.office.com/r/6Chi3Kc3kG aufgerufen werden. Auftraggeber und Betreuer der Abschlussarbeit ist Prof. Dr. Oliver Bendel. Er forscht und schreibt seit Jahren über Sicherheitsroboter. Auf der Robophilosophy 2022, der wichtigsten Konferenz zu sozialen Robotern aus gesellschaftlicher Perspektive, trägt er im August 2022 zum Thema „Robots in Policing“ vor. Davon unabhängig liegen im selben Monat die Ergebnisse von Alan Chethipuzha vor.

Abb.: Braucht es neben Autos auch Roboter?

Keine Drohnentransporte mehr über dem Zürichsee?

Die Schweizerische Post und PostAuto sind Pioniere im Einsatz von Roboterfahrzeugen, Robotern und Drohnen. Nun meldet die Schweizerische Post den Rückzug aus einem Projekt, bei dem Drohnen u.a. für den Transport von Laborproben eingesetzt wurden. „Seit 2017 flogen die Drohnen der Post in verschiedenen Städten der Schweiz im Dienst von Spitälern. Nach fünf Jahren Pionierarbeit hat die Post entschieden, ihr Drohnenprojekt dem kalifornischen Drohnenentwickler Matternet zu übergeben. Die autonomen Drohnen stossen zwar weltweit auf Interesse, sind aber im derzeitigen regulatorischen Umfeld für unbemannte Luftfahrzeuge für die Post in der Schweiz nicht breit genug einsetzbar und nicht rentabel zu betreiben. Die Post konzentriert sich mit ihrer neuen Strategie auf die Logistiklösungen im Kerngeschäft und darauf, auch künftig den Service public für die Schweiz mit eigenen Mitteln zu finanzieren. Aus diesem Grund ist dieser strategische Entscheid ein logischer Schritt.“ (Medienmitteilung Schweizerische Post, 1. Juni 2022) Im Projekt gab es immer wieder Probleme. So stürzte beispielsweise einmal eine Drohne in den Zürichsee. Dennoch wurde der Ansatz allgemein als innovativ angesehen. Man darf gespannt sein, ob die Drohnentransporte eines Tages wieder aufgenommen werden.

Abb.: Eine Drohne über einem See

Elite und Ethik

„Eine Elite … ist eine Auslese von Personen, die besondere Fähigkeiten haben oder zu haben scheinen, oder die aus der Gruppe heraus Macht ausüben und Selbstbewusstsein zeigen. Man orientiert sich oft an Werten und Normen, die von denen der Gesellschaft abweichen, bzw. insistiert gar auf einer moralischen Überlegenheit. Es gibt Tendenzen, sich gegenüber der übrigen Bevölkerung oder einer anderen Vereinigung abzugrenzen.“ Mit diesen Worten beginnt ein Beitrag von Oliver Bendel im Gabler Wirtschaftslexikon, der am 31. Mai 2022 erschienen und in drei Abschnitte gegliedert ist. Im letzten heißt es: „Einerseits vermag eine Elite der Gesellschaft wichtige Impulse zu geben und Maßstäbe zu setzen. Andererseits entzieht sie sich der Öffentlichkeit, selbst wenn sie in ihr steht. Sie entledigt sich genereller Pflichten wie der Zahlung von Steuern genauso wie sie sich spezifische Rechte verschafft, etwa bei der Vergabe von Posten. Lions-Clubs und Rotary-Clubs bezeichnen sich als Serviceorganisationen und können als Netzwerk- und Eliteverbünde verstanden werden, die gemeinnützigen und zugleich eigenen Zwecken dienen. Medienethik, Politikethik und Wirtschaftsethik hinterfragen die Ansprüche und Haltungen von Eliten.“ Der Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/elite-124011 aufgerufen werden.

Abb.: Die Stanford University im März 2022

Utopie, Eutopie und Dystopie

„Eine Utopie … ist eine mögliche, gewünschte oder erträumte Lebensweise, Weltanschauung respektive Gesellschaftsordnung, die sich an einem anderen Ort, in der Zukunft oder in der Fiktion entfaltet.“ So beginnt ein Beitrag von Oliver Bendel im Gabler Wirtschaftslexikon, der am 31. Mai 2022 erschienen und in fünf Abschnitte gegliedert ist. Im letzten heißt es: „Utopien befruchten den Diskurs und stellen sinnstiftende und wertvolle Gegenentwürfe zur Lebenswirklichkeit dar. Zugleich können sie in die Irre führen und – vor allem in der Form der Dystopie – Angst und Schrecken verbreiten. So verstärken Science-Fiction-Bücher und -Filme die Abneigung gegenüber Robotern, obwohl diese den Menschen unangenehme, anstrengende und gefährliche Tätigkeiten abnehmen. Hier braucht es nicht nur das eine oder andere neue Narrativ, sondern auch eine Praxis, in der man sich mit der Realität vertraut machen kann, etwa in Form von Roboterparks. Medienethik, Informationsethik, Roboterethik, Technikethik, Politikethik und Wirtschaftsethik beschäftigen sich neben anderen Bereichsethiken mit den Implikationen von Utopien.“ Der Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/utopie-124042 aufgerufen werden.

Abb.: Eine Utopie kann sich auch auf die Architektur beziehen

Zukunft als Gegenstand von Literatur und Wissenschaft

„Die Zukunft ist die Zeit, die noch kommt und die auf die Gegenwart folgt, hinter der die Vergangenheit liegt.“ Mit diesen Worten beginnt ein Beitrag von Oliver Bendel im Gabler Wirtschaftslexikon, der am 31. Mai 2022 erschienen und in fünf Abschnitte gegliedert ist. Im vierten Abschnitt („Rezeption“) ist zu lesen: „Die Erkenntnis, dass alles fließt (‚panta rhei‘), wird Heraklit zugeschrieben, der um 520 v.u.Z. geboren wurde. Ovid gebraucht das entsprechende ‚cuncta fluunt‘ in den ‚Metamorphosen‘ (ca. 1 – 8 n.u.Z.) für die naturphilosophische Grundlegung seines einflussreichen Werks, in dem Verwandlungen auf mehreren Ebenen geschildert werden, auch und gerade im Laufe der Zeit. In der Literatur des Mittelalters und der Neuzeit spielt die Zeit eine wichtige Rolle, etwa mit Blick auf die Wiederauferstehung oder die Vergänglichkeit (der Liebe wie des Lebens). In Science-Fiction-Büchern und -Filmen ist die Zeit ein zentrales Thema. Die Geschichten sind oft in der Zukunft angesiedelt, und zuweilen sind Zeitsprünge möglich.“ Im letzten Abschnitt (‚Kritik und Ausblick‘) heißt es u.a.: „In der Informationsethik werden Zeit- und Wirklichkeitsvernichtungsmaschinen diskutiert, die mit Social Media und Virtual Reality zusammenhängen, in der Technikethik zudem Veränderungen von Zeitvorstellungen, die von Auto-, Zug- und Flugreisen sowie hochtechnisierten und schnell getakteten Arbeitsabläufen stammen. Zugleich werden Zeitgewinn und Zukunftsbeherrschung und der Fortschritt in der Zivilisation in moralischer Hinsicht analysiert und reflektiert.“ Der Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/zukunft-124040 aufgerufen werden.

Abb.: In einem Museum in Japan (Foto: Stefanie Hauske)

Die ABBAtare in London

Bei Deutschlandfunk Kultur sprach am frühen Morgen des 27. Mai 2022 der Moderator Dieter Kassel mit Prof. Dr. Oliver Bendel über die ABBA-Show Voyage in London und die ABBAtare. Diese speziellen Avatare wurden mit hohem Aufwand generiert. Man hat Agnetha, Björn, Anni-Frid und Benny wochenlang ihre Songs vortragen lassen und dabei ihre Bewegungen beim Tanzen und ihre Emotionen beim Singen erfasst. Vor allem hat man Motion Capture verwendet. Die vier wurden in spezielle Ganzkörperanzüge gesteckt, auf denen Marker befestigt sind. Zudem wurde die Mimik aufgezeichnet, vor allem, um die Emotionen zeigen zu können. 160 Kameras haben von allen Seiten gefilmt. Die Gesichter wurden anschließend digital verjüngt. Und offensichtlich auch die Körper. Die Avatare erscheinen in der Mitte der Bühne. Man macht das in diesem Falle mit riesigen Bildschirmen, Spiegeln und anderen Hilfsmitteln. Die Avatare sollen aussehen wie Hologramme, also eine Präsenz im Raum haben. Es ist sozusagen keine physische Präsenz wie bei Robotern, sondern eine virtuelle. In London tritt eine Band auf, die ABBA ist und doch nicht ABBA ist. Man könnte sogar sagen, dass die ABBAtare die Songs der Originale covern. Es handelt sich um Playback, aber die Avatare entwickeln ein Eigenleben. Björn hat dazu gesagt: „Ich sehe diesen jungen Typen auf dem Bildschirm und habe das Gefühl, der hat eine eigene Persönlichkeit. Das bin ich. Aber da ist auch noch etwas anderes.“ (Südkurier, 26. Mai 2022) Oliver Bendel veröffentlichte 2001 im „Lexikon der Wirtschaftsinformatik“ den Beitrag „Avatar“ und 2019 im Springer-Buch „AI Love You“ (2019) den Beitrag „Hologram Girl“ …

Abb.: Die Gruppe ABBA ist längst unsterblich

Alpha Mini in der Schweiz

Das kleine Social Robots Lab von Oliver Bendel hat Zuwachs bekommen. Der Lernroboter Alpha Mini von Ubtech „kann kommunizieren, sich bewegen und anhand seiner künstlichen Intelligenz (KI) Gesichter bzw. Gegenstände erkennen“ (Website Generation Robots). Er „dient sowohl für einzelne Schülerinnen und Schüler im Individualunterricht als auch kleine Schülergruppen“ (Website Generation Robots). „Da er programmierbar ist, können verschiedene Aktivitäten im Zusammenhang mit Lesen, Schreiben, Geschichte und Mathematik angeboten werden. Außerdem können die Schülerinnen und Schüler an der Programmierung teilnehmen, um die Grundlagen des Maschinenbaus und der Informatik zu erlernen.“ (Website Generation Robots) Der sympathische Roboter scheint gut verarbeitet zu sein. Er geht sicher umher, gebraucht gerne seine Arme und hat einen beweglichen Kopf und Oberkörper bei insgesamt 16 Freiheitsgraden. Hindernisse erkennt er dank seines Infrarotsensors. Auch seine natürlichsprachlichen Fähigkeiten sind beeindruckend, und er versteht – so der Anbieter – 75 Sprachbefehle auf Englisch. Er beherrscht Tai Chi, Kung Fu, Yoga und viele andere Bewegungsformen. Laut Website von Generation Robots ist er mit ROSA ausgestattet, „einer offenen Plattform mit dem Development Kit von Android (Android SDK)“. Die visuelle Programmiersprache ähnelt Scratch.

Abb.: Alpha Mini vor dem Blog informationsethik.net mit dem Bild vom Times Square

Ein Pflegeroboter erhält ein Moralmodul

Immer mehr Roboter werden im Pflegebereich eingesetzt. Die meisten von ihnen sind Prototypen, einige sogar Produkte, die in kleinen Serien hergestellt werden, wie Lio und P-CARE von F&P Robotics. Die Maschinenethik erforscht und schafft moralische Maschinen. Diese lassen sich oft von bestimmten Werten oder Metaregeln leiten, sie folgen vorgegebenen Regeln oder sie lernen aus Situationen und passen ihr Verhalten an. Das CARE-MOMO („MOMO“ steht für „Moralmodul“) ist ein Moralmodul, das Lio erweitern kann. Es baut auf dem MOME auf, dem Moralmenü, das bereits 2019/2020 entwickelt und 2020 auf der Robophilosophy vorgestellt wurde. Mit Hilfe von Schiebereglern auf dem Display von Lio kann der Patient seine Präferenzen wählen und so auf einfache Weise seine sittlichen und moralischen Vorstellungen übertragen. Dabei wird auf eine 1:1-Beziehung zwischen Mensch und Maschine fokussiert. Marc Heimann erarbeitete im Rahmen seiner Abschlussarbeit bereits mehrere Vorschläge, die in einem Brainstorming mit dem Betreuer Oliver Bendel am 19. Mai 2022 ergänzt wurden. Das CARE-MOMO ist das dreizehnte Artefakt, das im Arbeitsbereich von Oliver Bendel entsteht. Mehrere davon – etwa LIEBOT, LADYBIRD oder HAPPY HEDGEHOG – wurden bei internationalen Konferenzen vorgestellt und haben mediale Aufmerksamkeit erregt. Das CARE-MOMO-Projekt begann im März und läuft noch bis August 2022. Das Ergebnis ist eine prototypische Umsetzung des Moralmoduls.

Abb.: Lio im Einsatz in der Schweiz (Foto: F&P Robotics)

Welche Versprechen soziale Roboter geben und welche sie halten (oder nicht halten)

Am 31. Mai 2022 hält Oliver Bendel eine Keynote bei der Learntec, der größten E-Learning-Messe und -Konferenz Europas. Zum ersten Mal hatte er in Karlsruhe im Jahre 2001 als Leiter des CC E-Learning an der Universität St. Gallen vorgetragen („Learning Center und Competence Center E-Learning“). Die letzten Auftritte fanden 2003 und 2004 statt („Das St. Galler E-Learning-Referenzmodell“). Das diesjährige Thema ist „Kollegen, Freunde, Partner: Welche Versprechen soziale Roboter geben und welche sie halten“. Seit der Jahrtausendwende beschäftigt sich der studierte Philosoph und promovierte Wirtschaftsinformatiker mit Conversational Agents und sozialen Robotern. War es damals vor allem der pädagogische Kontext gewesen und um pädagogische Agenten gegangen, stehen seit 2010 Pflege und Therapie sowie Unterhaltung im Vordergrund. Zudem interessiert sich Oliver Bendel für Extremsituationen, in denen man Chatbots, Sprachassistenten und soziale Roboter einsetzen kann, und er entwickelt mit seinen Teams tierfreundliche Maschinen. Auf der Learntec fragt er danach, wie es um die Zuverlässigkeit von sozialen Robotern bestellt ist und welche Versprechen sie geben und halten (oder nicht halten). Das vollständige Programm kann hier aufgerufen werden.

Abb.: Was verspricht und hält Pepper? (Foto: Daimler und Benz Stiftung)