Xiaomi – a Chinese manufacturer of consumer electronics – introduced CyberOne in August 2022. It is a humanoid social robot. It has a head, but no face, and for that reason alone it looks creepy. The company writes on its website: „As the newest member of Xiaomi’s Cyber series, joining last year’s quadruped robot Cyberdog, CyberOne is fitted with advanced arms and legs, supports bipedal-motion posture balancing, and reaches a peak torque of up to 300Nm. Also demonstrated was the ability to detect human emotion, advanced vision capabilities, and functionality allowing it to create three-dimensional virtual reconstructions of the real world, alongside a host of other advanced technologies.“ (Xiaomi, August 11, 2022) Via www.youtube.com/watch?v=CJhneBJIfOk you can watch a video with CyberOne. Overall, the demonstration seems unconvincing. The missing face has already been mentioned. The robot makes sounds that are more appropriate for a small toy and entertainment robot. In addition, it moves stiffly and slowly. You can say that the list of uncanny robots has been expanded with CyberOne. Maybe the company can improve the prototype and make it more compelling.
Oliver Bendel hat seit 2009 eine Professur an der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW (Standorte in Basel, Muttenz, Olten und Brugg-Windisch) inne. Studiert hat er ab 1987 an der Universität Konstanz Philosophie und Germanistik (M.A.) sowie Informationswissenschaft (Dipl.-Inf.-Wiss.), promoviert ab 1999 an der Universität St. Gallen zu pädagogischen Agenten (speziellen Conversational Agents und sozialen Robotern) im Fachbereich der Wirtschaftsinformatik (Dr. oec.). Er lehrt und forscht an der Hochschule für Wirtschaft FHNW in Olten und Brugg-Windisch (Informations- und Maschinenethik sowie Soziale Robotik) und an der Hochschule für Technik FHNW in Brugg-Windisch (Informations- und Maschinenethik sowie Wissensmanagement). Ab Herbstsemester 2022 kommen zwei weitere Deputate hinzu. Prof. Dr. Oliver Bendel übernimmt im Modul „Ethik und Recht“ an der Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik FHNW in Muttenz den Modulteil „Ethik“ und lehrt darin zur Technikethik und Informationsethik. Zudem übernimmt er an der Kalaidos Fachhochschule Schweiz in Zürich im Modul „Computational Engineering and Robotics“ den Modulteil „Robotics“ und vermittelt darin Grundlagen zur Industrierobotik, Servicerobotik sowie Sozialen Robotik. Im Herbstsemester 2022 findet auch die zweite Durchführung des Wahlmoduls „Soziale Roboter“ am FHNW-Standort Olten statt. Die erste Durchführung im Herbstsemester 2021 hatte das österreichische Fernsehen begleitet.
Abb.: Oliver Bendel an der FHNW in Brugg-Windisch (Foto: Sara Zarubica)
The impact of robotics and artificial intelligence on non-human animals has been researched by Oliver Bendel for several years. He has made it his task to complement the discipline of animal-computer interaction, which was founded by Clara Mancini, with the discipline of animal-machine interaction. His most recent paper is „Passive, Active, and Proactive Systems and Machines for the Protection and Preservation of Animals and Animal Species“, published February 25, 2022, in Frontiers of Animal Science. Also becoming active in this field now is the famous ethicist Peter Singer. Together with his co-author Yip Fai Tse, he published the article „AI ethics: the case for including animals“ in July 2022. From the abstract: „The ethics of artificial intelligence, or AI ethics, is a rapidly growing field, and rightly so. While the range of issues and groups of stakeholders concerned by the field of AI ethics is expanding, with speculation about whether it extends even to the machines themselves, there is a group of sentient beings who are also affected by AI, but are rarely mentioned within the field of AI ethics – the nonhuman animals. This paper seeks to explore the kinds of impact AI has on nonhuman animals, the severity of these impacts, and their moral implications. We hope that this paper will facilitate the development of a new field of philosophical and technical research regarding the impacts of AI on animals, namely, the ethics of AI as it affects nonhuman animals.“ (Peter Singer and Yip Fai Tse 2022) In the text, the authors write: „Of the hundreds of AI ethics related papers we reviewed in this project, we only found four that concern the impacts of AI on animals, in a general way, and discuss the relevant ethical implications. They are: ‚Towards animal-friendly machines‘ by Oliver Bendel, ‚AI Ethics and Value Alignment for Nonhuman Animals‘ by Soenke Ziesche, ‚Moral Consideration of Nonhumans in the Ethics of Artificial Intelligence‘ by Andrea Owe and Seth Baum and ‚Animals and AI. The role of animals in AI research and application – An overview and ethical evaluation‘ by Leonie Bossert and Thilo Hagendorf.“ (Peter Singer and Yip Fai Tse 2022) The article will certainly give the young disciplines a further boost.
Polizeieinheiten auf der ganzen Welt nutzen seit Jahren mobile Roboter, etwa zum Sprengen von Objekten oder zum Überwachen von Arealen. Die Mitnahme von Spot bei einem Einsatz des NYPD hat für einigen Wirbel gesorgt. An der Hochschule für Wirtschaft erforscht man den Einsatz von Servicerobotern und sozialen Robotern in der Polizeiarbeit. Im April 2022 wurde das Paper „Robots in Policing“ von Oliver Bendel bei der Robophilosophy 2022 angenommen. Es zeigt auf, wie Roboter die Polizei als soziale Einrichtung und deren Arbeit als soziale Arbeit verändern können. In einer Abschlussarbeit zu Polizeirobotern an der Hochschule für Wirtschaft FHNW, vorgelegt von Alan Chethipuzha und betreut von Oliver Bendel, wurden Erkenntnisse aus einer nichtrepräsentativen Onlineumfrage und zwei Experteninterviews verarbeitet. Die Akzeptanz der Befragten in Bezug auf autonome Polizeiroboter in der Schweiz ist sehr niedrig. Das Sammeln von personenbezogenen Daten mit Hilfe von mobilen Robotern würde als Eingriff in die Privatsphäre gesehen. Bürger fühlten sich konstant beobachtet, wenn ein autonomer Roboter mit Kameras auf den Straßen unterwegs wäre. Die beiden Experten – ein Robotiker und ein Chef der Spezialfahndung in der Kriminalabteilung – sehen zudem aktuell keine möglichen Einsatzgebiete für autonome Polizeiroboter in der Schweiz sowie auch keinen Mehrwert. Ferngesteuerte Roboter wie Drohnen und Raupenfahrzeuge hingegen haben ihrer Ansicht nach jetzt und künftig eine hohe Bedeutung. Die Abschlussarbeit „Serviceroboter und soziale Roboter in der Polizeiarbeit“ von Alan Chethipuzha liegt seit Juli 2022 vor.
Soll man Gedichte in elektronischer Form anbieten, als Handyhaikus, die sich im gedruckten Buch in Textform zeigen oder in QR-Codes verbergen, als Klingeltöne, die auf dem Smartphone ertönen, oder zusammen mit Bildern in einem PDF? Man soll, man darf, man muss. Sicherlich kann sich eine Kunstethik für Produktion und Rezeption interessieren, Hand in Hand mit Informations- und Medienethik. Sicherlich kann man moralische sowie kunst- und medientheoretische Aspekte thematisieren, auch das Verschwinden des Haptischen, muss sich dann aber auch der Neuerfindung des Sinnlichen widmen. Das Buch „stöckelnde dinger“ wurde bereits 2010 publiziert. Da der Verlag Blackbetty kurz darauf seine Arbeit eingestellt hat, wird es nun – über zehn Jahre später – kostenlos über swissbooks.net zur Verfügung gestellt (oder direkt hier). Neben „stöckelnde dinger“ liegen zwei weitere Haikubände des Autors vor, „handyhaiku“ (1. Aufl. 2010, 2. Aufl. 2011, Hamburger Haiku Verlag, mit QR-Codes) und „Sanftes Erröten“ (2012, Blackbetty, als Handybuch). „handyhaiku“ war mehrfach in den Medien präsent und kommt auch im Standardwerk „Die Struktur der modernen Literatur“ (8. Aufl 2022) von Mario Andreotti vor. Oliver Bendel hat daraus nicht zuletzt auf einer Tournee durch die Niederlande im Jahre 2015 vorgetragen, zu der ihn zwei Goethe-Institute eingeladen hatten.
Choices war im Gespräch mit Prof. Dr. Oliver Bendel, Technikphilosoph, Informations- und Maschinenethiker aus Zürich. Es ging um Serviceroboter und um soziale Roboter, um das Verhältnis zu ihnen und die Beziehungen mit ihnen. Auch die Stimmen von Robotern und Sprachassistenten waren ein Thema. Die Stimme allein hat eine große Anziehungskraft und bringt uns dazu, uns in jemanden oder etwas zu verlieben. 1989 startete das Magazin als Filmkunstmagazin in Köln. Heute wird es laut Website auch gerne gelesen im Kölner Umland, in Leverkusen und in Bonn. Zugleich hat es sich thematisch erweitert und gewandelt. Es versteht sich als ein breit aufgestelltes Kulturmagazin entwickelt, ohne dass das Augenmerk auf Filmkunst vernachlässigt werde. „Seit gut einem Jahr wurde choices erweitert durch Beiträge zu streitbaren Themen, wie z.B. das Juni-Thema EUROPA IN KÖLN.“ (Website choices.de) Das Interview mit dem Titel „Wir werden Menschen an Androiden verlieren“ ist am 25. Juli 2022 in der Onlineausgabe erschienen. Zusätzlich gibt es eine kürzere Version in der Printausgabe.
Abb.: Harmonys Stimme hat einen schottischen Akzent
Das CARE-MOMO („MOMO“ steht für „Morality Module“ bzw. „Moralmodul“) soll den Assistenzroboter Lio von F&P Robotics erweitern. Es baut auf dem MOME auf, dem Moralmenü, das bereits 2019/2020 entwickelt und 2020 auf der Robophilosophy vorgestellt wurde. Mit Hilfe von Schiebereglern auf dem Display von Lio kann der Pflegebedürftige (bei Bedarf zusammen mit der Pflegekraft oder dem Angehörigen) seine Präferenzen wählen und so auf einfache Weise seine moralischen Vorstellungen und grundsätzlichen Einstellungen übertragen. Marc Heimann erarbeitete ab Frühjahr 2022 im Rahmen seiner Abschlussarbeit die Optionen, die in einem Brainstorming mit dem Betreuer Oliver Bendel ergänzt und von F&P Robotics begutachtet wurden. Implementiert wird bis Mitte August ein Moralmenü, das die drei Bereiche „Soziales“, „Transparenz“ und „Funktionalität“ umfasst. Unter „Soziales“ findet sich etwa die Frage „Soll Lio diskret sein, wenn ich in einer intimen Situation bin?“. Der Roboter soll sich gegebenenfalls wegdrehen oder zeitweise ausschalten. Der Bereich „Transparenz“ enthält die Frage „Soll Lio mitteilen, wenn die Kamera eingeschaltet oder benutzt wird?“. Das CARE-MOMO wird als Webservice mithilfe von Spring prototypisch umgesetzt. Verwendet werden HTML, CSS und JavaScript sowie das Bootstrap-Framework für die Webseite und Java, JSON und REST für die Services und das Back-End. Die Firma entscheidet dann in der Folge, ob das Moralmodul gesamthaft oder teilweise für das Produkt übernommen wird.
Abb.: Der P-Rob-Arm ist Teil von Lio (Foto: Daimler und Benz Stiftung)
Matthias Finger von Deutschlandfunk Kultur sprach für die Sendung Breitband mit Prof. Dr. Oliver Bendel über Hologramme, Pseudohologramme und Avatare. Auch die Abbatare, die in London auftreten, waren ein Thema, und natürlich die fiktive Hatsune Miku, die seit Jahren Konzerte dieser Art gibt. Sie sieht aus wie eine Anime- oder Mangafigur. Die Fans haben den Eindruck, dass sie für alle da ist. Die körperliche Distanz zu den Fans scheint jeweils gleich zu sein, die Figur scheint alle regelmäßig anzuschauen. Am Rande ging es um Hologramme bzw. Pseudohologramme (nämlich Projektionen, die der Normalfall sind) im politischen und wirtschaftlichen Bereich. An manchen Hochschulen und in manchen Unternehmen gibt es Sitzungsräume, wo reale Menschen und Avatare bzw. (Pseudo-)Hologramme Platz nehmen können. Man starrt also nicht auf einen Bildschirm oder eine Leinwand und nimmt dort die anderen mehr oder weniger gut wahr, sondern die anderen sind mitten unter uns. Das schafft mehr Nähe. Die Fernfachhochschule Schweiz hat schon vor Jahren mit solchen Möglichkeiten experimentiert. Der Beitrag „Hologramme sind der neue Trend“ mit Ausschnitten aus dem Gespräch läuft am 23. Juli 2022 zwischen 13.05 und 14.00 Uhr. Weitere Informationen über www.deutschlandfunkkultur.de/programm.
Abb.: Eines der bekanntesten Lieder von ABBA ist „Dancing Queen“
Robophilosophy 2022 at the University of Helsinki is the fifth event in the biennial Robophilosophy Conference Series. It „will explore the societal significance of social robots for the future of social institutions with its usual broad scope, embracing both theoretical and practical angles“ (CfP Robophilosophy). It „is an invitation to philosophers and other SSH researchers, as well as researchers in social robotics and HRI, to investigate from interdisciplinarily informed perspectives whether and how social robotics as an interdisciplinary endeavour can contribute to the ability of our institutions to perform their functions in society“ (CfP Robophilosophy). Social institutions include retirement and nursing homes, strip clubs and brothels, monasteries and seminaries, and police departments. Oliver Bendel (School of Business FHNW) will have the opportunity to present his paper entitled „Robots in Policing“ in session 1, „Robots in Law and Policing“. Cindy Friedman („Granting Negative Rights to Humanoid Robots“) and Jakob Stenseke („The Use and Abuse of Normative Ethics for Moral Machines“) will speak after him. In addition, a poster by Katharina Kühne and Melinda Mende (University of Potsdam) as well als Oliver Bendel entitled „Tamagotchi on our couch: Are social robots perceived as pets?“ was accepted. The full program is now available online.
Die Medien interessieren sich stark für die Sicht der Technikphilosophie und der Informations-, Roboter- und Maschinenethik auf soziale Roboter und ähnliche Systeme. Im Juni und Juli 2022 waren zwei Fernsehsender an der Hochschule für Wirtschaft FHNW, um die Arbeit von Prof. Dr. Oliver Bendel kennenzulernen und Bilder und O-Töne einzufangen. 3sat wird eine Sendung zur Mensch-Maschine-Interaktion und zur Sozialen Robotik machen, BILD LIVE einen Beitrag zum Cybrothel in Berlin. Auf der Website des Wissenschaftlers ist zu lesen: „Oliver Bendel verortet sich in der Technikphilosophie, wobei er auf Roboter und künstliche Intelligenz fokussiert. Er untersucht das Verhältnis zwischen Mensch bzw. Tier und Maschine und fragt danach, wie die Maschine der Gegenwart und Zukunft beschaffen ist, sein wird und soll.“ Dabei entwickelt er zusammen mit seinen Teams aus der Maschinenethik heraus spezielle KI-Systeme und tierfreundliche Roboter als Prototypen, um Möglichkeiten aufzuzeigen und Thesen zu überprüfen. Seit 2012 sind 13 Konzepte und Artefakte entstanden, die auf Konferenzen wie AAAI Spring Symposia, ISAIM, Robophilosophy und CHI sowie in Journals wie Künstliche Intelligenz, AI & Society, Paladyn – Journal of Behavioral Robotics und Frontiers of Animal Science vorgestellt wurden.
Abb.: Oliver Bendel beim Dreh mit 3sat (Foto: Sara Zarubica)
In den Jahren 2005 und 2006 praktizierten Oliver Bendel und seine Studenten und Studentinnen in Wikipedia organisierten Vandalismus. Sie schrieben Artikel wie den zu ihrer Hochschule um. Der Wissenschaftler wollte damit seinem Kurs die Manipulierbarkeit der Onlineenzyklopädie aufzeigen, die von Jimmy Wales und Larry Sanger gegründet wurde. Am Ende des Unterrichts wurden alle Änderungen rückgängig gemacht. Damals galt kein Vieraugenprinzip in der deutschsprachigen Wikipedia – Aktualisierungen wurden auf die Schnelle weder von Bots noch von Menschen kontrolliert. Heute gibt es weltweit vielfältige Mechanismen, und doch kommt es regelmäßig zu echtem Vandalismus und zu Hoaxes. Wie Golem am 14. Juli 2022 berichtete, dichtete eine Chinesin namens Zhemao aus Langeweile russische Geschichte um. „Sie ging dabei überaus planvoll vor: Sie vermischte Fakten und Fiktion, zitierte aus Quellen, die in der angegebenen Ausgabe nicht existierten oder in denen die angegebene Seite nicht vorhanden war. Zudem schuf sie mehrere sogenannte Sockenpuppen, die Zhemaos Artikel Glaubwürdigkeit verleihen sollten.“ (Golem, 14. Juli 2022) Eine von ihnen behauptete sogar, sie getroffen zu haben. Erneut zeigen sich die Grundprobleme von Wikipedia in aller Deutlichkeit. Sie ist in der Masse von Laien getrieben, und nicht alle von ihnen haben gute Absichten. Es werden Falschinformationen verbreitet und z.T. erst nach einiger Zeit aufgedeckt. In der Onlineenzyklopädie selbst ist über Larry Sanger, der Wikipedia bald nach der Gründung verließ, zu lesen: „Seit seinem Abschied hat er sich … zunehmend vehement von Wikipedia distanziert, da er der Ansicht ist, dass Fachexperten in der Enzyklopädie eine größere Rolle spielen sollten, um die Qualität und Verlässlichkeit zu steigern und ihre Reputation zu verbessern.“ (Wikipedia, Eintrag zu Larry Sanger) Oliver Bendel beschrieb seine damaligen Aktivitäten in seinem Artikel „Wikipedia als Methode und Gegenstand der Lehre“, der in der HMD (Heft 252/2006, S. 82 – 88) veröffentlicht wurde.
Abb.: Wikipedia ist ebenso beliebt wie problematisch
An der Hochschule für Wirtschaft FHNW findet im Herbstsemester 2022 in Olten zum zweiten Mal das Wahlmodul „Soziale Roboter“ statt. Es steht Wirtschaftsinformatikern und Betriebsökonomen offen. Mit 54 Anmeldungen ist die Obergrenze von 60 fast erreicht. Dozent ist Prof. Dr. Oliver Bendel. Das Wahlmodul „Soziale Roboter“ klärt Grundbegriffe und -konzepte, stellt den Zusammenhang zwischen der Sozialen Robotik und anderen Disziplinen (Künstliche Intelligenz, Maschinenethik, Künstliches Bewusstsein) her, nennt Beispiele sozialer Roboter und geht auf Anwendungsgebiete sozialer Roboter ein. Die Studierenden lernen ausgewählte soziale Roboter kennen, auch im direkten Kontakt. Sie entwickeln Szenarien, die folgende Komponenten umfassen: Beschreibung eines fiktiven sozialen Roboters (Zeichnung, Produktbeschreibung), Skizze einer Organisation oder Situation, in der der Roboter eingesetzt wird (Organigramm, Firmenbeschreibung), Darstellung der Interaktion und Kommunikation sowie der Datenflüsse (Modellierung), Diskussion technischer, ethischer und rechtlicher Fragen. Die Ergebnisse werden in Gruppen im Plenum präsentiert. Im Frühjahrssemester 2023 wird in Brugg-Windisch für Betriebsökonomen zusätzlich das Wahlmodul „Soziale Roboter aus technischer, wirtschaftlicher und ethischer Perspektive“ angeboten.
Barney ist ein schwarzer oder schwarz-weißer, elegant anmutender Roboterarm, der in einem festgefügten Setting samt Kaffeevollautomat oder in einer barhaften Installation mit Cocktailzutaten agiert und interagiert. Er basiert auf dem P-Rob-Modell von F&P Robotics. Seine Tour durch die Schweiz hat im Mai 2022 begonnen, im Rahmen der „Mocktail-Bar“-Aktion der Migros. Das Wort „Mocktail“ (engl. „to mock“: „nachahmen“, „vortäuschen“) bezeichnet einen Cocktail ohne Alkohol. Praktischerweise beginnt es auch mit einem großen M. Der Detailhändler verzichtet in seinen Läden auf Alkoholisches, was vor kurzem durch eine Abstimmung der Genossenschaftsmitglieder bestätigt wurde. Barney – derzeit in Wetzikon anzutreffen – nimmt nach der Bestellung des Gastes an der Theke ein Glas, hält es unter verschiedene Zapfhähne, über denen zur Zierde schlanke Flaschen angebracht sind, und stellt so die Grundlage des Getränks zusammen. Das Finishing, etwa das Bestücken mit Früchten, erledigen menschliche Barkeeper in einem separaten Bereich. Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit beobachtet Lea Peier derzeit mehrere Modelle im Betrieb, neben Barney Bar auch die Smyze RoboBar. Die Bachelorarbeit wird betreut von Prof. Dr. Oliver Bendel.
Im Frühjahr 2008 stellte Oliver Bendel in seinem Artikel „Im Rachen des Thesaurus“, erschienen in Telepolis, „Beobachtungen zum Synonymwörterbuch von Microsoft“ an, also zu einem Softwareservice von MS Word. Als Synonym zu „dunkel“ wurde damals von dem US-amerikanischen Unternehmen „negerfarbig“ vorgeschlagen. Der Autor kam insgesamt zum Ergebnis: „Manche Wörter … veraltet, manche grenzwertig, manche falsch, manche Verbindungen nicht nachvollziehbar.“ Später traten Überlegungen zur Rechtschreibprüfung von MS Word hinzu. Diese schien mit der Zeit immer schlechter zu werden, womöglich weil man sich von einem seriösen Wörterbuch verabschiedete und sich auf künstliche Intelligenz verließ. Zu allen Zeiten fiel auf, dass wesentliche Prinzipien der deutschen Sprache nicht verstanden werden. So schlägt die Rechtschreibprüfung bei einem aktuellen Test vor, statt „Sexpuppen“ entweder „Sex puppen“ oder „Sex Puppen“ zu verwenden, statt „Fantasyfiguren“ „Fantasy Figuren“. Jedes Kind weiß, dass man deutsche Komposita zusammenschreibt bzw. durchkoppelt, sogar ein Kind, das in den USA oder in Japan vom „Donaudampfschifffahrtsgesellschaftskapitän“ gehört hat – der Techriese, eine der führenden KI-Firmen, weiß es nicht. Sein Ableger LinkedIn tut sich genauso schwer mit der deutschen Sprache. So liest man etwa: „Andere Mitglieder reagieren auf einen Beitrag eines:einer Kolleg:in“. Abgesehen davon, dass es sich hier um eine Fantasiesprache handelt, wird sie auch noch so benutzt, dass die Männer verschwinden. Aus dem „Kollegen“ wird der oder das „Kolleg“, was immer das bedeuten soll. Auf eine Beschwerde bei LinkedIn kommt eine Nachricht, die so beginnt: „Ich hoffe, diese Mail findet Sie in Ihrer gut Gesundheit. Mein Name ist Trupti und ich würde Ihnen heute gerne helfen.“ Aber Trupti kann leider nicht helfen, reiht nur Worthülse an Worthülse („Ich habe Ihren Vorschlag zur Überprüfung an unser Produktteam weitergeleitet. Wir suchen stets nach Möglichkeiten, die LinkedIn-Erfahrung zu verbessern und berücksichtigen dabei das Feedback unserer Nutzer …“) und setzt so die unselige Tradition von Microsoft im Umgang mit der deutschen Sprache fort.
Die IT-Spezialistin Sara Zarubica entwickelt seit April 2022 unter der Betreuung von Prof. Dr. Oliver Bendel an der Hochschule für Wirtschaft FHNW eine Lernsoftware für Pepper, die Kindern mit Diabetes in einem Kinderspital grundlegendes Wissen vermittelt. Der soziale Roboter eignet sich gut für diesen Anwendungsfall, weil er über ein Display im Brustbereich verfügt. Die Lernsoftware läuft darauf und kann darüber gesteuert werden. Zusätzlich gibt Pepper verbales und gestisches Feedback, etwa wenn eine Aufgabe richtig gelöst wurde. Im Fokus ist das Abschätzen der Kohlenhydratwerte von Nahrungsmitteln und Mahlzeiten. Es ist für die Kinder wichtig zu wissen, wie viele Kohlenhydrate sie zu sich genommen haben, da davon die zu spritzende Menge des Insulins abhängt. Das grundlegende Wissen über Diabetes kann durch die Wissensfragen im Spiel auch erlernt werden, steht aber nicht im Zentrum. Die Lernanwendung ist kurz vor der Fertigstellung. Die Kinder im Spital waren bei den Tests mehrheitlich begeistert und begrüßten die Abwechslung. Ab Mitte August 2022 liegen die Ergebnisse des Projekts vor, also der Bericht mitsamt der Dokumentation und die Programmierung selbst.
Abb.: Sara Zarubica mit ihrer Lernsoftware für Pepper
In San Francisco haben sich im Juni 2022 Robotertaxis von Cruise auf einer Kreuzung getroffen und diese über Stunden blockiert. Dabei handelte es sich natürlich um einen technischen Fehler, keine echte Versammlung und keinen eigentlichen Aufstand. Der Vorgang erinnert dennoch an die Kurzgeschichte „Sally“ von Isaac Asimov aus dem Jahre 1953. Darin geht es um eine Farm, auf der ausgediente Privatautomatics (auch „Automatobile“ genannt), selbstständig fahrende Autos, ihr Gnadenbrot erhalten. Sally ist ein Cabriolet und besitzt „die schönsten, feinsten Linien“. Wie die anderen Automatics kann sie sich putzen, ja sich sogar wachsen und polieren. Sie ist nicht nur attraktiv, sondern auch frei, geradezu autonom. In ihrer Zeit auf der Farm hat „nie ein menschliches Wesen hinter ihrem Lenkrad gesessen“. Ein Bösewicht will die besonderen Autos ausschlachten. Doch diese jagen und eskortieren ihn, wobei Sally eine heldenhafte Rolle spielt. Am Ende wird er von seinem eigenen Bus getötet. Es stellt sich heraus, dass die Autos miteinander kommunizieren können, und offensichtlich haben die Automatobile den Automatobus angestiftet. Der Artikel „Asimovs Automatobile: Selbstständig fahrende Autos in Fiktion und Realität und als Gegenstand der Maschinenethik“ von Oliver Bendel, erschienen in Telepolis am 27. August 2013, geht auf die Kurzgeschichte im Detail ein und stellt einen Bezug zur Maschinenethik her.
Im Schweizer Monat (Ausgabe Juli/August 2022) erklärt Oliver Bendel, warum Maschinen keine Verantwortung im moralischen Sinne tragen können. Er geht vom Begriff der Verantwortung aus und auf Roboter und KI-Systeme ein und schreibt dann: „Wenn Verantwortung im definierten Sinne verstanden wird, können Maschinen keine Verantwortung tragen – nicht einmal autonome Maschinen, die sozusagen die technische Krone der menschlichen Schöpfung sind. Autonome Systeme können insbesondere nicht die Folgen ihres Tuns auf sich nehmen. Dies hängt damit zusammen, dass sie eben kein Bewusstsein, keine Einsichtsfähigkeit und keinen freien Willen haben. Übrigens können sie genauso wenig – anders als Tiere – moralische Rechte haben, wobei hier vor allem mit Empfindungs- und Leidensfähigkeit argumentiert wird.“ Die anderen Beiträge im Heft stammen von Konstantin Beck, Judith Bellaiche, Yannick Blättler, Christine Brand, Beat Brechbühl, Gerold Bührer, Baschi Dürr, Alexander Fink, Heinrich Fischer, Ronnie Grob, Allan Guggenbühl, Monika Hausammann, Ayaan Hirsi Ali, Melanie Häner, Alexandra Janssen, Joel Kotkin, Lukas Leuzinger, Christoph Luchsinger, Thomas Minder, Douglas Murray, Daniel Niklaus, Ahoi Polloi, Nicole Ruggle, Urs W. Schoettli, Anja Nora Schulthess, Thomas Sevcik, Michael Shellenberger, Vojin Saša Vukadinović und Tamara Wernli. Weitere Informationen sind über schweizermonat.ch/issue/ausgabe-1098-juli-august-2022/ erhältlich.
Abb.: Oliver Bendel mit Alpha Mini (Foto: Sara Zarubica)
On June 30, 2022, the paper „Should Social Robots in Retail Manipulate Customers?“ by Oliver Bendel and Liliana Margarida Dos Santos Alves was published on arxiv.org. It was presented at the AAAI 2022 Spring Symposium „How Fair is Fair? Achieving Wellbeing AI“ at Stanford University and came in third place in the Best Presentation Awards. From the abstract: „Against the backdrop of structural changes in the retail trade, social robots have found their way into retail stores and shopping malls in order to attract, welcome, and greet customers; to inform them, advise them, and persuade them to make a purchase. Salespeople often have a broad knowledge of their product and rely on offering competent and honest advice, whether it be on shoes, clothing, or kitchen appliances. However, some frequently use sales tricks to secure purchases. The question arises of how consulting and sales robots should “behave”. Should they behave like human advisors and salespeople, i.e., occasionally manipulate customers? Or should they be more honest and reliable than us? This article tries to answer these questions. After explaining the basics, it evaluates a study in this context and gives recommendations for companies that want to use consulting and sales robots. Ultimately, fair, honest, and trustworthy robots in retail are a win-win situation for all concerned.“ The paper will additionally be published in the proceedings volume of the symposium by the end of summer. It can be downloaded via arxiv.org/abs/2206.14571.
Fig.: Social robots with sales tricks (Photo: Daimler and Benz Foundation)
„Krieg ist ein nationaler oder internationaler Konflikt, bei dem die gegnerischen Parteien Streitkräfte, mehr oder weniger schwere Waffen sowie physische und psychische Gewalt einsetzen, um ihre politischen, wirtschaftlichen oder religiösen Ziele zu erreichen. Es werden Gebäude, Verkehrswege und Infrastrukturen zerstört, Soldaten und Zivilisten umgebracht, verletzt, gefoltert und vergewaltigt, um die Übermacht zu erhalten und die Moral des Gegners zu zermürben, und nebenbei Tiere getötet und die Umwelt verstrahlt, verseucht und geschädigt.“ Mit diesen Worten beginnt ein neuer Beitrag von Oliver Bendel im Gabler Wirtschaftslexikon. Es wird auf Militärroboter und auch speziell auf Kampfroboter eingegangen und der Zusammenhang zwischen Wirtschaft und Krieg dargestellt. Am Ende wird die Perspektive der Ethik eingenommen, insbesondere der Militärethik, der Technik- und Informationsethik sowie der Maschinenethik, ferner der Wirtschaftsethik und der Tierethik. Der Beitrag, der am 28. Juni 2022 erschienen ist, kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/krieg-124146 aufgerufen werden.
Abb.: Demonstration gegen den Ukrainekrieg in Zürich
„Unidentified Aerial Phenomena (UAPs), Nichtidentifizierte oder Unbekannte Luftphänomene, sind Himmelserscheinungen, die nicht sofort oder nicht ohne Weiteres identifiziert bzw. erklärt … werden können. Die meisten von ihnen stellen sich als bekannte Naturspektakel wie Polarlichter und Blitze oder als gewöhnliche Flugobjekte heraus. Nur wenige entziehen sich für längere Zeit einer fachlichen Einschätzung respektive wissenschaftlichen Erklärung. Im Volksmund spricht man im Englischen von Unidentified Flying Objects (UFOs), im Deutschen von Unbekannten Flugobjekten. Damit werden von Leichtgläubigen oft Außerirdische in Zusammenhang gebracht, die die Menschheit besuchen oder heimsuchen.“ Mit diesen Worten beginnt ein neuer Beitrag von Oliver Bendel im Gabler Wirtschaftslexikon. Am Ende wird die Perspektive der Ethik eingenommen: „In der Ethik ist es ebenso ertragreich wie unterhaltsam (respektive verstörend), die Perspektive von Aliens einzunehmen, um verbreitete Handlungsweisen wie das Töten von Tieren für Fleischproduktion und Lederverarbeitung oder das Vernichten der Lebensgrundlagen zu hinterfragen. Technikethik, Informationsethik, Politikethik und Wirtschaftsethik mögen sich in moralischer Hinsicht mit der Besonderheit und Überlegenheit nichtidentifizierbarer bzw. extraterrestrischer Systeme und der potenziellen Eroberung und Nutzung unserer Welt beschäftigen.“ Der Beitrag, der am 28. Juni 2022 erschienen ist, kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/unidentified-aerial-phenomenon-123359 aufgerufen werden.
Jedes Jahr stellt sich die Frage, ob man seinen Roboter – ob Cozmo, Vector, Alpha Mini, NAO, AIBO, Pepper oder Cruzr – in den Urlaub mitnehmen soll. Dabei gibt es einiges zu beachten. Pets und Companions wie Cozmo oder Alpha Mini passen problemlos ins Handgepäck. Für Alpha Mini sollte man die originale Verpackung aus Styropor nicht vergessen, die ihn perfekt schützt. Bei NAO und AIBO empfiehlt es sich, einen leichten, aber stabilen Transportkoffer zu besorgen, der als Zubehör angeboten wird. So ist er im Auto und im Zug sicher. Als Gepäck am Flughafen aufgeben darf man diesen Koffer aber nicht. Mit Pepper kann man nur im SUV oder im Van verreisen, und man sollte zwei Personen für das Ein- und Ausladen haben, das immer in der Originalverpackung und mit dem über die mitgelieferten Stecker mechanisch gesicherten Modell erfolgt. Nicht immer kommt man mit dem sozialen Roboter am Zielort problemlos ins W-LAN. Ein Handy-Hotspot kann helfen. Bei Alpha Mini ist auch die Verbindung per SIM-Karte möglich. Für den Zoll und für Polizeikontrollen sollte man eine Einkaufsbestätigung mitführen. Nicht zuletzt sollte man auf sein Pet oder seinen Companion immer gut aufpassen und es oder ihn vor Diebstahl ebenso schützen wie vor Sand, Sonne und Wasser. In einem Adults-Only-Hotel mag man vielleicht das begeisterte Kreischen der Kinder vermissen, wird den Roboter aber dafür am Abend nicht zerlegt vorfinden.
Ein am 23. Juni 2022 im Gabler Wirtschaftslexikon erschienener Beitrag von Oliver Bendel geht in sechs Abschnitten auf das Weltall ein. Im ersten wird erklärt, was das Weltall ist und woher das Wort kommt. Im zweiten wird auf die Erkundung und Erforschung, im dritten auf die Entstehung und Nutzung des Weltalls eingegangen. Der vierte widmet sich „Architektur, Handwerk und Kunst“, von der Kreisgrabenanlage von Goseck und der Himmelsscheibe von Nebra über das Werk von Gustav Mahler („Denken Sie sich, dass das Universum zu tönen und zu klingen beginnt. Es sind nicht mehr menschliche Stimmen, sondern Planeten und Sonnen, welche kreisen.“) bis hin zu „Space Oddity“ von David Bowie, der fünfte der Science-Fiction, u.a. mit Verweis auf den Film „2001: Odyssee im Weltraum“, von dem der Musiker beeindruckt gewesen war und auf den auch der gleichnamige Roman von Arthur C. Clarke folgte. Am Ende wird die Perspektive der Umwelt- und der Wirtschaftsethik eingenommen. Der Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/weltall-124119 aufgerufen werden.