Am 12. September 2018 ist in der Zeitschrift IT for Health der Artikel „Sexroboter im Gesundheitsbereich“ von Oliver Bendel erschienen. Sexuelles Wohlbefinden dient der körperlichen und geistigen Gesundheit. Jeder Mensch erreicht es auf unterschiedliche Weise. Auch Alter und Geschlecht spielen mit hinein. Die einen streben einen täglichen Höhepunkt an, alleine, zu zweit oder zu dritt, andere begnügen sich mit einer monatlichen Umarmung, bei der sie den anderen Körper spüren. So oder so dient das sexuelle Wohlbefinden der Entspannung, der Ausgeglichenheit und der Zufriedenheit. Soweit die Theorie. In der Praxis können nicht alle Menschen sexuelles Wohlbefinden erreichen. Es fehlt ihnen vorübergehend oder dauerhaft ein Partner, weil sie scheu und zurückgezogen sind, sie niemanden ansprechen wollen oder können, sie nicht attraktiv genug, zu alt etc. sind. Sie sind aufgrund von Beeinträchtigungen nicht in der Lage, Sex bzw. einen Orgasmus zu haben. Oder ihre Praktiken sind nicht erwünscht bzw. nicht erlaubt. Welcher Grund es auch sein mag – Menschen, die sexuell aktiv sein wollen, aber nicht können, können leiden und erkranken. Sind für die Betroffenen vielleicht Sexroboter und Liebespuppen eine Lösung? Diese könnten sozusagen die sexuelle Grundversorgung sicherstellen, zudem in Pflege und Therapie eine Rolle spielen. Nach einführenden Bemerkungen und Überlegungen wird im Artikel dieser Frage nachgegangen.
Abb.: Eignen sich Liebespuppen und Sexroboter für den Gesundheitsbereich?
In einem Interview mit dem Schweizer Fernsehen, das in Ausschnitten am 6. September 2018 in 10vor10 ausgestrahlt wurde, wurde der Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel gefragt, ob es überhaupt und wozu es humanoide Roboter brauche. Er wies zunächst darauf hin, dass die Schaffung künstlicher Kreaturen ein Menschheitstraum sein. Man denke an Galatea von Pygmalion oder an Pandora und Talos von Hephaistos. Dann erklärte er, solche Roboter seien ein Spiegel des Menschen. Diese erblickten darin das, was sie sind und nicht sind, und sie verstünden, wie kompliziert ein Lächeln ist, wie schwer zu konstruieren. Nicht zuletzt gibt es Anwendungsbereiche, in denen humanoide Roboter sinnvoll sind, etwa die Hotelrezeption oder ein Bordell. Andere Bereiche eignen sich nicht oder nur bedingt. So muss der Pakethersteller nicht von seiner maschinellen Kopie ersetzt werden – es genügt ein kleiner, abstrakt gestalteter Roboter. Dass dieser dann zur Stolperfalle werden kann, ist ein anderes Thema. Der Beitrag, in dem Oliver Bendel zum Thema zu Wort kommt, kann hier aufgerufen werden.
Schon vor tausenden Jahren träumte der Mensch davon, künstliche Kreaturen zu schaffen. Diese sollten seine Gehilfen sein, seine Begleiter, Geliebten und Krieger. Bei Homer und Ovid lernen wir sie kennen, schätzen und fürchten. Die meisten dieser Kreaturen, auch in Mittelalter, Renaissance und Barock, waren stumm. Damit wurde die Kluft zwischen ihnen und uns angedeutet. Eine Ausnahme bildeten die sprechenden Köpfe, die in die Zukunft blicken konnten. Heute tragen uns Text-to-Speech-Systeme die Inhalte von Websites vor, plaudern Sprachassistenten wie Siri und Alexa mit uns und melden sich Fahrzeuge laut und vernehmlich zu Wort. Ein weites Feld aus technischer, psychologischer und ethischer Perspektive. Der Artikel „Sprechende Maschinen“ von Oliver Bendel, der im September 2018 in der UnternehmerZeitung erschienen ist, schlägt einen Bogen von der Antike bis zur Gegenwart und zeigt heutige Möglichkeiten und Herausforderungen bei synthetischen Stimmen auf. Der Beitrag kann hier heruntergeladen werden.
Semi-autonomous machines, autonomous machines and robots inhabit closed, semi-closed and open environments. There they encounter domestic animals, farm animals, working animals and/or wild animals. These animals could be disturbed, displaced, injured or killed. Within the context of machine ethics, the School of Business FHNW developed several design studies and prototypes for animal-friendly machines, which can be understood as moral machines in the spirit of this discipline. They were each linked with an annotated decision tree containing the ethical assumptions or justifications for interactions with animals. Annotated decision trees are seen as an important basis in developing moral machines. They are not without problems and contradictions, but they do guarantee well-founded, secure actions that are repeated at a certain level. The article „Towards animal-friendly machines“ by Oliver Bendel, published in August 2018 in Paladyn, Journal of Behavioral Robotics, documents completed and current projects, compares their relative risks and benefits, and makes proposals for future developments in machine ethics.
Auf der Sindex 2018 in Bern vom 28. bis 30. August wurden Co-Robots u.a. von Panasonic, Kuka und F&P Robotics vorgestellt. Am Stand von Kuka konnte man den LBR iiwa einlernen. Man konnte den Arm des Leichtbauroboters führen, die Bewegung abspeichern und wieder aufrufen. Am Stand von F&P Robotics fand eine Show mit Lio statt. Es handelt sich um einen Roboterarm, der auf eine mobile Plattform montiert wurde. Ein Mitarbeiter lag im Bett, augenscheinlich alt und gebrechlich. Der Pflegeroboter reichte ihm einen Becher mit einem Getränk, half ihm beim Aufstehen und unterstützte ihn beim Gehen. Lio kann sprechen, wirkt in keiner Weise befremdlich oder unheimlich und ist eine Ergänzung, kein Ersatz der Pflegekraft. Ebenfalls am Stand der Firma aus Glattbrugg konnte man sich von einem Co-Robot massieren lassen. Laut eigenen Angaben ist die SINDEX die maßgebende Schweizer Messe für industrielle Automatisierung, zeigt Trends und Innovationen der Branche von morgen und fungiert als Schaufenster für Dienstleistungen und Produkte aus Automation, Fluidtechnik, Elektrotechnik und verwandten Bereichen.
Das Handelsblatt titelt am 26. August 2018 mit den Worten „Wenn Algorithmen den Menschen diskriminieren“. Im Teaser des Beitrags von Hannah Steinharter und Michael Maisch heißt es: „Die Finanzbranche setzt enorme Hoffnungen auf die künstliche Intelligenz. Aber die Herrschaft der Maschinen führt zu ernsten ethischen Problemen.“ Und im Haupttext: „Künstliche Intelligenz (KI) rechnet in der Finanzbranche nicht nur Versicherungsbeiträge aus. Mithilfe von Algorithmen überprüfen Banken und andere Finanzdienstleister die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden, forschen nach Betrug und automatisieren quasi jeden Geschäftsbereich – von der Vermögensverwaltung bis zur Kontoeröffnung.“ (Handelblatt, 26. August 2018) Befragt wurden zu dem Thema u.a. Raúl Rojas aus Berlin und Oliver Bendel aus Zürich. Der Artikel kann über www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/kuenstliche-intelligenz-wenn-algorithmen-den-menschen-diskriminieren/22949674.html abgerufen werden.
Das Buch „Pflegeroboter“, herausgegeben von Oliver Bendel, bündelt technische, wirtschaftliche, medizinische und ethische Reflexionen über Pflegeroboter. „Pflegeroboter, im Moment noch mehrheitlich Prototypen, unterstützen oder ersetzen menschliche Pflegekräfte bzw. Betreuer. Sie bringen Kranken und Alten die benötigten Medikamente und Nahrungsmittel, helfen beim Hinlegen und Aufrichten oder alarmieren den Notdienst. Vorteile von Pflegerobotern sind durchgehende Verwendbarkeit und gleichbleibende Qualität der Dienstleistung. Nachteile sind Kostenintensität (bei möglicher Amortisation) und Komplexität der Anforderungen. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Oliver Bendel trafen sich im September 2017 Vertreter verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen im Rahmen eines Ladenburger Diskurses der Daimler und Benz Stiftung, um über den aktuellen und künftigen Einsatz von Pflegerobotern zu sprechen und Forschungspotenziale zu identifizieren. Die Autoren gehen in ihren Beiträgen auch Fragen aus Wirtschafts-, Medizin- und Informationsethik nach: Wer trägt die Verantwortung bei einer fehlerhaften Betreuung und Versorgung durch die Maschine? Inwieweit kann diese die persönliche und informationelle Autonomie des Patienten unterstützen oder gefährden? Ist der Roboter eine Entlastung oder ein Konkurrent für Pflegekräfte? Antworten müssen von Wissenschaft und Gesellschaft gefunden werden.“ (Information Springer) Das Buch kommt im November 2018 in gedruckter Form und als Open-Access-Ausgabe heraus. Weitere Informationen über www.springer.com/de/book/9783658226978. Zur Verfügung steht auch ein Flyer.
In der Tier-Maschine-Interaktion geht es um Design, Evaluierung und Implementierung von (höherentwickelten bzw. komplexeren) Maschinen und Computersystemen, mit denen Tiere und die mit Tieren interagieren und kommunizieren. Animal Enhancement ist die Erweiterung des Tiers, vor allem zu seiner scheinbaren oder tatsächlichen Verbesserung in Bezug auf seine eigenen Interessen oder diejenigen des Menschen, etwa in wirtschaftlicher oder wissenschaftlicher Hinsicht. Im Blick sind u.a. Leistungssteigerung, Erhöhung der Lebensqualität und Optimierung der Verwertung. Beide Begriffe kommen in einem Artikel zur Massentierhaltung vor, der im August 2018 im Wirtschaftslexikon von Springer Gabler veröffentlicht wurde. Dieser beginnt mit den Worten: „Massentierhaltung, auch intensive Tierhaltung oder Intensivtierhaltung genannt, ist die massenhafte Haltung von Tieren unter beengenden, belastenden und meist nicht artgerechten Umständen.“ Das Gegenteil ist die extensive Tierhaltung. Auch diese beinhaltet Probleme. Der Beitrag von Oliver Bendel kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/massentierhaltung-99932 heruntergeladen werden.
Abb.: Wasserbüffel in Mumbai in extensiver Tierhaltung
Der Flyer zum 3. Forum FOKUS ETHIK steht zum Download bereit. Die Veranstaltung im KKThun am 30. und 31. August 2018 widmet sich dem Thema „Hauptsache ICH“. Es moderieren Dr. Barbara Bleisch, Philosophin und Moderatorin der Sternstunde Philosophie (SRF), und Dr. Jean-Daniel Strub, Gemeinderat Stadt Zürich. In vier Modulen wird vorgetragen und diskutiert. Für Modul 2 zur Umwelt wurden Prof. Dr. Thomas Stocker und Prof. Dr. Dieter Birnbacher verpflichtet. Modul 4 widmet sich der Digitalisierung. Yvonne Hofstetter, Juristin und Softwareunternehmerin, Freising, trägt über „Mensch gegen Maschine“ vor, Prof. Dr. Oliver Bendel, Informations- und Maschinenethiker, Zürich, zu der Frage, „Wie die Moral in die Maschine kommt“. Den Abschluss dieser Runde macht Prof. Dr. Harald Welzer, Direktor „FUTURZWEI, Zukunftsfähigkeit“ und Mitinitiant der Initiative „Die offene Gesellschaft“. Anschließend diskutieren die drei auf dem Podium. Weitere Informationen über www.fokusethik.ch.
The BESTBOT was developed at the School of Business FHNW from March to August 2018. Predecessor projects were GOODBOT (2013) and LIEBOT (2016). Prof. Dr. Oliver Bendel has been doing research in the young discipline of machine ethics for several years. In cooperation with robotics and artificial intelligence (AI), it designs and produces moral machines. At the beginning of 2018 Bendel presented his paper „From GOODBOT to BESTBOT“ at Stanford University, which laid the foundation for the BESTBOT project. David Studer programmed the chatbot in Java. Prof. Dr. Bradley Richards assisted him in technical matters. Like LIEBOT, BESTBOT is a networked system that exploits search engines and dictionaries. It analyzes the user’s text input with text-based emotion recognition software. At the same time, face recognition is used, again with emotion recognition. For example, if the user states that he is doing well but reveals something else on his face, the chatbot addresses this contradiction. It recognizes both small and big worries. Like the GOODBOT, the BESTBOT can escalate over several levels and provide a suitable emergency number. Like its predecessor, it makes it clear that it is only a machine. It is also special that it cites the source of factual allegations. The BESTBOT will be presented at conferences in 2019.
„Zur Raumfahrt (Weltraumfahrt) gehören Reisen und Transporte in den, durch den und aus dem Weltraum zu zivilen oder militärischen Zwecken. Der Start auf der Erde erfolgt i.d.R. mit einer Trägerrakete. Das Raumschiff (Raumfahrzeug) ist, wie die Landefähre, bemannt oder unbemannt. Das Ziel kann die Umlaufbahn eines Himmelskörpers sein, ein Trabant, Planet oder Komet, der durch einen Astronauten respektive Kosmonauten oder Roboter (etwa einen Rover) erkundet, oder eine Gegend, die fotografiert und analysiert wird.“ (Gabler Wirtschaftslexikon) Mit diesen Worten beginnt ein Beitrag von Oliver Bendel im Wirtschaftslexikon von Springer Gabler, veröffentlicht am 16. August 2018. Auch die Perspektive der Ethik wird eingenommen: „Die Umweltethik, die sich für gewöhnlich auf die Umwelt der Erde richtet, muss verstärkt Weltraum, Trabanten und Planeten einbeziehen. Die Informationsethik kann sich mit ihr zusammen mit den Folgen des Einsatzes von Informations- und Kommunikationstechnologien in einer unberührten, nichttechnisierten Welt befassen.“ Der Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/raumfahrt-99958 abgerufen werden.
Kaffee ist für viele Philosophen und auch Ethiker ein Betriebsstoff und ein Lebenselixier. Vor über einem halben Jahrhundert entstand die mobile Variante, die das Straßenbild amerikanischer wie europäischer Städte prägt. In seinem Beitrag für das Wirtschaftslexikon von Springer Gabler vom 16. August 2018 erklärt Oliver Bendel: „Coffee to go ist Kaffee zum Mitnehmen, abgefüllt in einem Karton- oder Kunststoffbecher, auf dem ein Deckel sitzt, der mit einer Trinköffnung versehen sein kann.“ (Gabler Wirtschaftslexikon) Der Informations- und Maschinenethiker wirft die Frage auf, ob der mobile Kaffee wirklich 1964 von 7-Eleven erfunden oder schon vorher verkauft wurde, und verweist auf den Film „Frühstück bei Tiffany“ (1961). „In der berühmten Eingangsszene holt Holly Golightly (gespielt von Audrey Hepburn) vor dem Juweliergeschäft in Manhattan nebst einem süßen Teilchen einen Becher aus einer Papiertüte, macht den Deckel ab und nimmt einen Schluck.“ Wasser, Tee, Kaffee? Gekauft oder selbst gemacht? Man weiß es nicht, nicht mit Sicherheit. Auch die Ethik wird am Ende gestreift: „Wirtschafts- und Umweltethik beschäftigen sich mit den moralischen Implikationen von Einwegprodukten und der Konsum- und Wegwerfgesellschaft. Die Konsumentenethik fragt nach der Verantwortung des Verbrauchers beim Kaffeekonsum in nicht durchweg selbstverschuldeten Prozessen und Strukturen.“ Der Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/coffee-go-99952 aufgerufen werden.
„Keywords wie Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Big Data sind in aller Munde. Der Versicherungs- und Bankenmarkt steht unter ständiger Veränderung, Rahmenbedingungen ändern sich rapide und eine optimale Kundenbindung gewinnt zunehmend an Bedeutung. Doch worauf dürfen – und müssen – wir uns zukünftig einstellen?“ (Einladung APRIL) Über diese und weitere Themen wird beim diesjährigen APRIL-Praxisforum in München am 26. September 2018 diskutiert. Die Keynote von Oliver Bendel aus Zürich trägt den Titel „Im Dialog mit Maschinen“. Ob iPal, Pepper oder Lio – viele Roboter verstehen uns und sprechen mit uns. Virtuelle Assistenten wie Siri und Cortana belauschen uns und klingen immer menschenähnlicher. Alexa kann dank SSML inzwischen flüstern. Mit SSML kann man grundsätzlich in die Stimme eingreifen, sie höher und tiefer, jünger und älter machen, sie zufrieden und unsicher klingen lassen. Bei Google Duplex wurde zudem die Sprechweise angepasst, wurden Unterbrechungen und Ähs eingebaut. Was ist der technische Stand bei der Sprachsynthese, was ist aus ethischer Sicht anzumerken? Auf solche Fragen gibt Oliver Bendel Antworten. Weitere Informationen über www.april.de/index.php?id=124 (Link nicht mehr gültig).
iPal ist der kleine große Bruder, im Aussehen zwischen Mensch und Affe. Es gibt ihn blau sowie pinkfarben mit spitzen Ohren, also auch als kleine große Schwester. Der Roboter wird vom Hersteller AvatarMind als Familienmitglied, Spielkamerad, Babysitter und vor allem als Erziehungsperson und Lehrkraft gesehen. Er hat natürlichsprachliche Fähigkeiten und ein Tablet in seiner Brust, auf dem Lernprogramme laufen. Er soll die soziale Entwicklung unterstützen und das Interesse an Wissenschaft und Technologie wecken. Laut Website macht iPal Bildung für Kinder lustig und attraktiv. Er kann tanzen, Geschichten erzählen, Spiele spielen und die Bewegung fördern. Über ihn kann man mit Freunden chatten, Videos teilen und sich mit dem Internet und sozialen Medien verbinden. Eltern sind in der Lage, iPal fernzusteuern und den Fortschritt, die Sicherheit und die Aktivitäten ihres Sprösslings auf ihrem Smartphone oder auf dem Desktop von jedem Ort aus und zu jeder Zeit zu überwachen. In seinem Nebenberuf ist iPal für Alte und Kranke da und kontrolliert z.B. die Medikamenteneinnahme. iPal verstößt gegen die UN-Kinderrechtskonvention. Konkret wird durch den beschriebenen Gebrauch der Eltern das Recht auf Privatsphäre missachtet. Es ist ferner nicht auszuschließen, dass sich das Unternehmen oder dessen Partner und der Staat bestimmte persönliche Daten der Familie beschaffen.
„Beim Nudging (engl. ‚Anstoßen‘, ‚Schubsen‘ oder ‚Stupsen‘) bewegt man jemanden auf mehr oder weniger subtile Weise dazu, etwas Bestimmtes einmalig oder dauerhaft zu tun oder zu lassen. Dabei können Voreinstellungen und Standards (Defaults) ebenso zum Einsatz kommen wie Produktinformationen und Warenpräsentationen. Angestrebt werden die Verhaltensänderungen der Personen und Gruppen etwa von Unternehmen oder vom Staat.“ Mit diesen Worten beginnt ein Beitrag von Oliver Bendel, der Anfang August 2018 im Wirtschaftslexikon von Springer Gabler erschienen ist. Auch die Perspektive der Ethik wird eingenommen. Am Ende heißt es: „Manche Nudges führen u.U. nicht nur zu einer Verhaltens-, sondern auch zu einer Bewusstseinsänderung und einer Realitätsverschiebung. Wir lassen uns von sozialen Medien und Systemen der Künstlichen Intelligenz animieren und dirigieren, reagieren auf Lob und Tadel, akzeptieren Belohnungen und Geschenke, selbst wenn wir damit auf andere Druck ausüben und zu Gleichschaltung und Überwachung beitragen.“ Der Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/nudging-99919 abgerufen werden.
„Cybersecurity oder IT-Sicherheit ist der Schutz von Netzwerken, Computersystemen, cyber-physischen Systemen und Robotern vor Diebstahl oder Beschädigung ihrer Hard- und Software oder der von ihnen verarbeiteten Daten sowie vor Unterbrechung oder Missbrauch der angebotenen Dienste und Funktionen. Bei den Daten handelt es sich sowohl um persönliche als auch um betriebliche (die wiederum persönliche sein können).“ (Gabler Wirtschaftslexikon) In seinem Beitrag zu Cybersecurity, der Anfang August 2018 im Wirtschaftslexikon von Springer Gabler veröffentlicht wurde, erklärt der Wirtschaftsinformatiker und Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel, was Cybersecurity ist, was die einzelnen Merkmale sind und wie es mit dem gut- und böswilligen Hacken zusammenhängt. Auch auf ethische Fragen wird am Rande eingegangen. Der Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/cybersecurity-99856.
Der Artikel „Private Drohnen aus ethischer Sicht: Chancen und Risiken für Benutzer und Betroffene“ von Oliver Bendel erschien in der Zeitschrift Informatik-Spektrum 2015 als Onlineversion, 2016 in gedruckter Form. Er kann nun im Rahmen der Springer Nature SharedIt Initiative kostenlos online gelesen werden, über rdcu.be/4drA … Aus dem Abstract: „Es werden immer mehr private Flugdrohnen verkauft und genutzt. Sie fotografieren und filmen uns von oben, selbst wenn wir in unserem Garten liegen oder in unserem Haus sind, am Fenster vorbeigehend oder stehend. Aus der Sicht der Informationsethik, die im vorliegenden Beitrag eingenommen wird, gibt es viele Risiken beim Einsatz, aber auch einige Chancen, und zwar sowohl für die Besitzer als auch für die Betroffenen. Zu den herausgearbeiteten Risiken zählt die Gefährdung der informationellen und persönlichen Autonomie, zu den Chancen die Erweiterung menschlicher Möglichkeiten mit Hilfe der Informationstechnologie.“
Ende August 2018 erscheint das Buch „Talk with the Bots: Gesprächsroboter und Social Bots im Diskurs“, herausgegeben von Theo Hug und Günther Pallaver, bei innsbruck university press. Autorinnen und Autoren sind u.a. Timo Kaerlein, Netaya Lotze, Andrea Knaut und Oliver Bendel. Sie alle trugen beim „Medientag 2017“ der Universität Innsbruck vor, der in dem Buch verarbeitet wird. Aus dem Klappentext: „Immer öfter kommuniziert Software mit und für uns. Bots übernehmen oft unbemerkt komplexe Aufgaben und virtuelle Assistenzen verarbeiten die gesprochene Sprache. Die Technologieentwicklung gestattet uns mittlerweile, die Dienste von digitalen, oftmals sprachbasierten Assistenzsystemen in unseren Alltag zu integrieren. Besonders im Bereich der politischen Propaganda und Public Relations sind Social Bots seit einiger Zeit zu zweifelhafter Berühmtheit gelangt. … Der interdisziplinär ausgerichtete Band befasst sich mit dieser Thematik und sucht nach Antworten auf Fragen wie die folgenden: Wie können wir die Interaktion mit künstlichen Intelligenzen von jener mit Menschen unterscheiden? Inwieweit ist das wichtig? Was bedeutet diese Entwicklung für das Alltagsleben und für den Bereich der Kommunikation?“ (Klappentext iup) Weitere Informationen über www.uibk.ac.at/iup/buecher/9783903187290.html.
Abb.: Gesprächsrunde (Foto: Universität Innsbruck)
Die Gatebox wurde vor einiger Zeit in Japan an einige Personen und Einrichtungen abgegeben. Wie das Unternehmen Ende Juli 2018 mitteilte, geht man nun in die Serienproduktion. Tatsächlich lässt sich auf der Website das Gerät bestellen, das einer Kaffeemaschine ähnelt. In der gläsernen „Kaffeekanne“ wohnt das Animemädchen Azuma Hikari. Sie ist ein Hologramm, verbunden mit einem Dialogsystem und einem KI-System. Sie kommuniziert mit ihrem Besitzer, selbst wenn dieser unterwegs ist (indem sie Nachrichten auf sein Smartphone schickt), und lernt dazu. SRF hat einen jungen Mann besucht, der mit der Gatebox zusammenlebt. „Ich liebe meine Frau“, wird Akihiko Kondo zitiert. Der Sender schreibt: „Umarmen oder küssen kann er sie nicht. Der Japaner ist mit einem Hologramm zusammen.“ (SRF) Wer denkt, dass die Liebe zu Manga- und Animemädchen ein rein japanisches Phänomen ist, sieht sich getäuscht. Im Dortmunder BorDoll (aus „Bordell“ und „Doll“ oder „Love Doll“) sind die entsprechenden Liebespuppen heiß begehrt. Auch hier sind es junge, gegenüber echten Mädchen schüchterne Männer, die ein Begehren in der Tradition des Pygmalion entwickelt haben. Akihiko Kondo träumt davon, dass er mit Azuma Hikari eines Tages in die Welt hinaus und mit ihr Händchen halten kann. Bis dahin ist es aber ein langer Weg, und das Animemädchen wird noch lange ihr kleines Gefängnis brauchen.
Abb.: Die Liebe zu einem Animemädchen bleibt unerwidert
Roboter lieben Arbeit. Zumindest sind sie dafür gemacht. Sie unterstützen und ersetzen uns in der Arbeitswelt. In der Industrie, in Produktion und Logistik, sind neue Typen anzutreffen. Co-Robots nehmen uns anstrengende, gefährliche und langweilige Tätigkeiten ab. Sie kommen uns dabei sehr nahe, ganz anders als die alten Industrieroboter, die in den Käfigen sitzen. Serviceroboter verbreiten sich in allen möglichen Bereichen. Als Sicherheitsroboter, verbunden mit Systemen der Künstlichen Intelligenz (KI), überwachen sie das Betriebsgelände oder das Einkaufszentrum und melden Verdächtiges an eine Zentrale, als Pflege- und Therapieroboter kümmern sie sich zusammen mit Fachpersonal um Kranke und Alte. In all diesen Fällen sind noch Arbeitskräfte vorhanden. Aber das kann sich in Zukunft ändern. Die Liebe der Roboter zur Arbeit ist so groß, dass sie sie für sich haben wollen. Es stellen sich Fragen aus der Sicht der Ethik, mit Blick auf persönliche und informationelle Autonomie sowie auf Arbeitslosigkeit, und aus Politik und Gesellschaft erschallen Rufe nach einer Robotersteuer und nach einem bedingungslosen Grundeinkommen. Prof. Dr. Oliver Bendel stellt in seiner Keynote „Das automatische Verschwinden der menschlichen Arbeit“ im Stadthaus Ulm am 25. Oktober 2018 die Veränderungen in der Arbeitswelt durch Roboter und KI-Systeme vor und diskutiert sie aus unterschiedlichen Perspektiven. Weitere Informationen über www.vdi-ulm.de/schwerpunkte/forum-technik-und-gesellschaft/.
Abb.: Der Vortrag findet im Richard-Meier-Bau statt
Leia, die in „Star Wars“ als Hologramm eine Nachricht überbringt, Darth Vader, der mit dem Imperator Pläne schmiedet, obwohl beide weit entfernt voneinander sind, William Riker in „Star Trek“, der sich – Stichwort „Holodeck“ – durch virtuelle Landschaften bewegt, Officer K in „Blade Runner 2049“, der mit einer holografischen Gefährtin namens Joi zusammenwohnt und auf holografische Tänzerinnen und Sänger (Frank Sinatra unter Glas und Elvis Presley auf der Bühne) trifft – in all diesen Fällen kommen fiktionale Hologramme zum Einsatz. Aber auch in der Realität tut sich etwas, und man kann nicht nur Hologramme mit Holografiepyramiden erzeugen, ob für den Privatgebrauch mit dem Smartphone oder zur Produktpräsentation auf Messen, sondern sie sich auch, gefangen in einer Art Kaffeemaschine (Gatebox genannt), in das Schlaf- oder Wohnzimmer stellen. In seinem Beitrag „Hologramm“ für das Wirtschaftslexikon von Springer Gabler – abrufbar über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/hologramm-99480 – geht Oliver Bendel auf den Begriff der Holografie und auf fiktionale und reale Hologramme ein. Auch Fragen der Ethik werden aufgeworfen.
Abb.: Hologrammen gehört die Zukunft (Foto: Katharina Kühne)
The gates of the SWISS Arena in Kloten in the vicinity of Zurich will be opened for the second edition of the Cybathlon on 2 – 3 May 2020. The ETH Zurich website states: „After the six disciplines of the CYBATHLON 2016 have proven themselves, they will remain in the program of CYBATHLON 2020. This means that visitors and pilots can look forward to Brain-Computer Interface Race, Functional Electrical Stimulation Bike Race, Powered Arm Prosthesis Race, Powered Leg Prosthesis Race, Powered Exoskeleton Race as Powered Wheelchair Race. The tasks will continue to be relevant to everyday life, but will reflect advances in research.“ (Website ETHZ) Athletes with disabilities competed against each other in the 2016 Cybathlon. The teams came from all over the world. The event has attracted international attention. Technical challenges and questions of information ethics and medical ethics were discussed. The scientific director is Prof. Dr. Robert Riener from ETH Zurich. Further information is available via www.cybathlon.ethz.ch/cybathlon-2020.html.