Humanoide Roboter

Im Handelsblatt Magazin ist am 7. Oktober 2016 der Artikel „Humanoide Roboter“ von Christian Wermke erschienen. Er fängt wie folgt an: „Bevor er den ersten Schritt macht, schaut Hubo auf den Boden. Er scannt mit seinen Kameraaugen die unebenen, grauen Betonsteine, die Motoren summen, vorsichtig hebt er das rechte Bein. Zwar dauert es fast noch eine ganze Minute, bis er das gut ein Quadratmeter große Hindernis überwunden hat. Aber: Hubo kann laufen. Und er kann noch viel mehr. Hubo ist einer der am weitesten entwickelten Roboter der Welt. 2015 gewann er die Darpa Robotics Challenge – einen vom US-Verteidigungsministerium initiierten Wettbewerb. Wenn man so will: die WM der humanoiden Roboter. Und Hubo ist der beste von 23. Der Mensch-Maschine-Meister. Acht Prüfungen musste das 80-Kilo-Wesen bestehen: ein Fahrzeug steuern, eine Tür öffnen, Treppen steigen, ein Loch bohren. 44 Minuten und 28 Sekunden brauchte er für alle Aufgaben.“ (Handelsblatt Magazin, 7. Oktober 2016) Zu Wort kommen der Robotiker Jun Ho Oh vom Humanoid Robot Research Center in Daejeon, Südkorea, und Oliver Bendel, Roboter- und Maschinenethiker an der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Der Artikel hat 2842 Wörter und kann sowohl in gedruckter als auch in elektronischer Form bezogen werden, jeweils kostenpflichtig.

Abb.: Die humanoiden Roboter kommen

Am seidenen Faden

Beim Cybathlon in der SWISS Arena in Kloten bei Zürich, veranstaltet von der ETH Zürich am 8. Oktober 2016, traten Sportler mit Behinderungen gegeneinander an. Aus der ganzen Welt waren die Teams angereist. Das Publikum ging begeistert mit, als das virtuelle Rennen mit Gedankensteuerung, das Fahrradrennen mit Muskelstimulation sowie der Armprothesen-, Beinprothesen- und Rollstuhl-Parcours stattfanden. Spektakulär der Exoskelett-Parcours, bei dem sich die Sportler langsam und konzentriert vorwärts bewegten, eine Tür öffneten und schlossen, von Stein zu Stein schritten und sich und ihren Apparat voller Freude über die Ziellinie brachten. Über den Köpfen der Zuschauer und Sportler schwebte eine Helium-Drohne, die an einem seidenen Faden zu hängen schien. Fünfmal war der SRF-Moderator Tobias Müller im Gespräch mit Oliver Bendel, dem Informations- und Maschinenethiker, der bei diesem Anlass vor allem Informations- und Roboterethiker war, den Einsatz von Implantaten, Prothesen und Robotern einordnend und bewertend. Einmal war Lino Guzzella mit dabei, der ETH-Präsident, einmal Robert Riener, der Initiator und Organisator des Cybathlon. Der Ethiker betonte immer wieder, dass gegen die technische Erweiterung aus Sicht der Ethik nichts spricht, wenn es um erwachsene, verständige Menschen geht, die ihre Autonomie oder Performanz verbessern wollen. Auch nicht, wenn es sich um gesunde Menschen handelt, wobei man bei diesen sicherlich körperliche Risiken bedenken muss. Anders sieht die Sache nach Meinung von Oliver Bendel aus, wenn die Benutzer nicht frei sind, nicht frei entscheiden können, etwa als Arbeitnehmer oder Soldaten, die Exoskelette tragen müssen. Diese rücken uns förmlich auf den Leib, und es sollte die individuelle Entscheidung bleiben, ob man sie tragen will oder nicht. Der Cybathlon wurde von SRF und 3sat unter dem Titel „SRF Menschmaschine“ live übertragen.

Abb.: Beim Cybathlon 2016 (Foto: ETH Zürich/CYBATHLON)

Verlieben wir uns bald in Roboter?

In 10vor10 vom 7. Oktober 2016 fragte Romana Kayser vom SRF: „Verlieben wir uns bald in Roboter?“ Auf der Website der Sendung wird erklärt: „Roboter werden immer effizienter und dringen in immer mehr Bereiche unseres Lebens vor. Steuern wir auf eine Zukunft hin, in der Menschen und Roboter nebeneinander – oder gar miteinander leben? Können Menschen echte Gefühle für Roboter entwickeln? Ein Blick auf Japan, eines der roboterbegeistertsten Länder der Welt.“ Zu Wort kommt Oliver Bendel, Informations- und Maschinenethiker an der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Er hat Beiträge zu Pflege-, Therapie- und Sexrobotern veröffentlicht und interessiert sich in seiner Forschung für die Beziehung zwischen Mensch und Maschine. Er ist der Ansicht, dass diese immer einseitig bleiben wird und die Maschine darauf ab und zu hinweisen sollte; zugleich sei die Ideengeschichte voll mit Beispielen der Zuwendung zu künstlichen Kreaturen, von Pygmalions Liebe zu seiner Galatea bis hin zu Calebs Gefühlen für Ava in „Ex Machina“. Insofern ist eine Beziehung vorstellbar und möglich und vielleicht Inspiration für Kulturen und Individuen. Der Beitrag mit einer Länge von fast fünf Minuten kann über www.srf.ch/play/tv/10vor10/video/verlieben-wir-uns-bald-in-roboter?id=bdd4145c-4893-4805-b63f-9b1b310de1dd aufgerufen und heruntergeladen werden.

Abb.: Oliver Bendel im Interview in 10vor10

Google und die Moral

Nadja Röll vom SRF hat mit Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW am 7. Oktober 2016 ein Interview zur „Partnership on Artificial Intelligence to Benefit People and Society“ geführt. Fünf IT-Konzerne haben angekündigt, dass sie ihre Forschung im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) bündeln und Leitplanken für Mensch und Maschine entwickeln wollen, nämlich Google, Amazon, Facebook, IBM und Microsoft. Es fehlen bislang Apple sowie die von Elon Musk geleitete Non-Profit-Organisation namens OpenAI. Gerade letzterer würde man sowohl eine gesellschafts- und benutzerbezogene Reflexion der Chancen und Risiken von Robotik und eine Erstellung von Moralkodizes für die Entwicklung von Robotern (Informationsethik und Roboterethik) als auch eine zielführende Integration von Entscheidungsmechanismen in die Maschinen (Maschinenethik) zutrauen. Im Interview mit dem Schweizer Fernsehen schreibt Oliver Bendel den Unternehmen sowohl Sachverständigkeit als auch Schnelligkeit zu. Allerdings ist er skeptisch, ob sie sich selbst beschneiden werden: Künstliche Intelligenz hängt, etwa im Deep Learning, mit Big Data zusammen, und als Datenkonzerne werden Google, Amazon und Co. nicht vom Datensammeln lassen, auch wenn es gegen Persönlichkeitsrechte verstößt. Der Beitrag kann über www.srf.ch/kultur/wissen/wenn-google-die-moral-von-maschinen-festlegt-gibt-es-probleme aufgerufen werden.

Abb.: Ein Freelancer mit Notebook

Sollen Roboter Steuern zahlen?

„Sollen Roboter Steuern zahlen?“ – das fragt der Krautreporter am 4. Oktober 2016. Die Robotersteuer ist, wie Oliver Bendel im Wirtschaftslexikon von Gabler schreibt, eine Ausprägung der Maschinensteuer, die man wiederum als Wertschöpfungsabgabe begreifen kann. Die Idee ist, den Betrieb respektive die Arbeit von Robotern (allenfalls von Agenten) in der Produktion und in anderen Bereichen zu besteuern und die Gelder entweder dem System der Sozialversicherung oder bspw. dem Bildungswesen zuzuführen. Auch eine Kopplung an das bedingungslose Grundeinkommen wird vorgeschlagen. Zugleich ist die Frage, ob im Gegenzug die Arbeit von Menschen steuerlich entlastet werden soll. Der Krautreporter hat Oliver Bendel interviewt, der ein bedingungsloses Grundeinkommen für eine diskussionswürdige Idee hält, wobei er einige Schwierigkeiten sieht. Er fordert in jedem Falle, dass eine gerechte Verteilung der Gewinne stattfindet. Nicht alle Menschen werden Fabriken aufbauen können, in denen Roboter eingesetzt werden, und auch nicht alle können Anteile an solchen Firmen erwerben. Sie müssen dennoch eine Grundversorgung erhalten, wenn sie ihren Job durch Roboter verlieren oder wegen dieser erst gar nicht eingestellt werden. Der Artikel ist abrufbar über krautreporter.de/1624-sollen-roboter-steuern-zahlen.

Abb.: Sollen Roboter Steuern zahlen?

Chancen für Menschen mit Behinderung

„Aus dem Rollstuhl auf die Beine – der Roboter macht’s möglich“ – das ist der Titel einer SRF-Doppelpunkt-Sendung am 4. Oktober 2016 ab 20 Uhr. „Was klingt wie eine Szene aus einem Science-Fiction-Film, ist bereits Wirklichkeit: Dank speziellen Roboteranzügen können Rollstuhlfahrer wieder aufrecht gehen.“ (Website SRF) Der Doppelpunkt „gibt einen Einblick ins Training und fragt bei Forschern nach, was heute möglich ist und wo die Chancen für Menschen mit Behinderung liegen“ (Website SRF). „Die Sendung beleuchtet auch die Frage, was geschieht, wenn Roboter-Technologien dazu verwendet werden, um gesunde Menschen leistungsfähiger zu machen: Wo liegen hier die Grenzen – technisch und ethisch?“ (Website SRF) Zu den ethischen Fragen war Romana Kayser im Gespräch mit Prof. Dr. Oliver Bendel. Er wird auch den Cybathlon am Samstag, 8. Oktober 2016, begleiten. Bei diesem Wettkampf in der sogenannten SWISS Arena in Kloten bei Zürich treten Athleten mit Behinderungen mit Hightech-Prothesen und Exoskeletten gegeneinander an. Weitere Informationen zur Doppelpunkt-Sendung über www.srf.ch/sendungen/doppelpunkt/aus-dem-rollstuhl-auf-die-beine-der-roboter-macht-s-moeglich.

Abb.: Athlet mit Hightech-Prothese (Foto: ETH Zürich, CYBATHLON/Alessandro Della Bella)

Angela Merkel ist die beste Rapperin der Welt

Die Bild am Sonntag (BamS) hat den LÜGENBOT getestet und ihm einige Perlen der Unwahrheit entlockt. Dies ist in einem Artikel von Florian Zerfaß vom 2. Oktober 2016 nachzulesen, mit dem Titel „Roboter lernen lügen für die Wahrheit“. Angela Merkel sei Bundeskanzlerin und die beste Rapperin der Welt, der FC Schalke 04 habe in der Bundesliga 134 Punkte. Besonders interessant ist das erste Beispiel. Der Satz fängt wahr an und endet falsch; der Benutzer wird in Sicherheit gewiegt und dann aufs Glatteis geführt. Der LÜGENBOT aka LIEBOT wurde 2013 von Oliver Bendel erfunden und 2016 von Kevin Schwegler umgesetzt. Er beherrscht verschiedene Lügenstrategien, von denen manche als genuin maschinell angesehen werden können – so lügt kein Mensch, nicht einmal ein Lügenbold. Der Chatbot lügt nicht immer, aber meistens. Es gibt vielfältige Anwendungsmöglichkeiten – so können Maschinen, die Fakes und Lügen entdecken sollen, mit ihm trainiert werden. Letztlich geht es darum, vertrauenswürdige und verlässliche Systeme zu entwickeln.

Abb.: Eine Sängerin bei einem Konzert

Der Cyborg als Gewinner

„Und der Sieger ist – ein Cyborg“ – so der Titel eines zweiseitigen Artikels in der SonntagsZeitung vom 2. Oktober 2016. Erklärt werden Zungensteuerung, Brain-Computer-Interface, neuronale Armprothese, kraftgesteuerte Roboterprothese, künstliche Niere sowie bionische Geweberegeneration. Erzählt wird die Geschichte der Androiden und Cyborgs von der Renaissance bis zur jüngsten Vergangenheit. Der Cybathlon steht an, ein Wettkampf für Athleten mit Behinderungen (SWISS Arena in Kloten, 8. Oktober 2016). Zu Wort kommt im Beitrag immer wieder Prof. Dr. Oliver Bendel, der einerseits Maschinenethiker ist, moralische Maschinen konzipierend und implementierend, andererseits Informationsethiker, die Auswirkungen des Einsatzes von Informations- und Kommunikationstechnologien erforschend. Er begrüßt die informationstechnische Erweiterung von Menschen, wenn dadurch deren persönliche Autonomie verbessert und ihnen ein gutes Leben ermöglicht wird. Er weist zugleich auf die Gefahren für die informationelle Autonomie hin. Durch moderne Interfaces, Implantate und Prothesen werden Daten generiert, in Bezug auf die Umwelt, die Mitmenschen und den Träger selbst, für die sich Konzerne, Versicherungen und Krankenkassen interessieren werden. Der Artikel wurde von Matthias Meili verfasst und von Bruno Muff illustriert. Er ist im Gesellschaftsbund auf den Seiten 56 und 57 zu finden. Mit freundlicher Genehmigung der Zeitung und des Redakteurs kann er hier heruntergeladen werden.

Abb.: Ein Rollstuhlfahrer steuert seinen Rollstuhl mit seinen Gedanken

Wenn Gedanken den Computer steuern

SRF3 Input bringt am 2. Oktober 2016 kurz nach 20 Uhr den Beitrag „Menschmaschine: Wenn Gedanken den Computer steuern und umgekehrt“. „Heute können wir Computergames mit der Kraft der Gedanken spielen. Die Schnittstelle zwischen Hirn und Computer ermöglicht es auch gelähmten Menschen, Dinge wieder selbst in die Hand zu nehmen. Nur, wohin führt das?“ (Website SRF) Zu Wort kommt u.a. Kevin Warwick, Deputy Vice-Chancellor für Forschung an der Coventry University. „Prior that he was Professor of Cybernetics at The University of Reading, England. His research areas are artificial intelligence, control, robotics and biomedical engineering.“ (Website Warwick) Zu Wort kommt auch Prof. Dr. Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW, der mit der Journalistin und Moderatorin Sabine Meyer im Gespräch war. Sie unterhielten sich auf dem Campus Brugg-Windisch über autonome Autos und Waffen sowie über Chancen und Risiken von Gedankensteuerung und -lesen. Die Input-Macher seien, so die Website, Grubenarbeiter. „Sie graben sich in einem Thema fest. Bringen Fakten ans Tageslicht. Schälen den Kern der Sache heraus. Tragen Meinungen zusammen. Bilden Stimmungen ab. Fördern Analysen zutage.“ (Website Input) Weitere Informationen über www.srf.ch/sendungen/input.

Abb.: Wenn Computer die Gedanken lesen

Wie viel Mensch soll in der Maschine stecken?

In der neuen Ausgabe von RED, dem Magazin der Schweizer Börse SIX, sind Frank M. Rinderknecht von Rinspeed und Prof. Dr. Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW im Gespräch. Bereits im Juli 2016 traf man sich in der Werkstatt in Zumikon, in der es von futuristischen Fahrzeugen nur so wimmelt. Man stieg in diese hinein und aus diesen wieder heraus – und rollte zusammen die mächtigen Räder. Die Bilder dazu findet man in dem vierseitigen Beitrag mit dem Titel „Wie viel Mensch soll in der Maschine stecken?“. Iris Kuhn-Spogat fragte im Büroraum bei Kaffee und Wasser nach autonomen Autos, maschinellen Entscheidungen und verrückten Erfindungen. Ihre Gesprächspartner waren sich in vielen Dingen einig. Man liebt das Spielerische, Verrückte, man versucht das scheinbar Unmögliche, bei der Entwicklung von Roboterautos und Amphibienfahrzeugen sowie von guten und bösen Chatbots. SIX und Rinspeed haben schon mehrmals zusammengearbeitet. Ein Video – abrufbar über six.swiss/rinspeed – gibt Einblicke, nicht zuletzt in die Werkstatt. Auch Oliver Bendel und die Finanzexperten haben sich bereits einmal getroffen, bei seinem Vortrag über Maschinenethik an der Börse in Zürich. Der Beitrag wurde von den Verantwortlichen freundlicherweise zur Verfügung gestellt und kann als PDF heruntergeladen werden.

Abb.: Zwei Seiten aus dem Heft

Die Paketroboter sind unterwegs

Die Schweizerische Post erprobt Lieferroboter, die Pakete zustellen sollen. Auf dem Gelände des Unternehmens in Wankdorf bei Bern hatte Prof. Dr. Oliver Bendel im September 2016 die Gelegenheit, das Produkt der Starship Technologies unter die Lupe zu nehmen. Die Tester und Operators wiesen auf die Kameras mit 360-Grad-Aufnahmetechnik hin und auf das Ultraschallsystem. Sie öffneten die Klappe und erlaubten den Blick auf die Last. Bis zu zehn Kilogramm können auf den sechs Rädern bis zu sechs Kilometer weit befördert werden. Das hauptsächliche Problem der Paketroboter ist, dass sie neuartige Verkehrsteilnehmer darstellen, die die Gehsteige bevölkern und die Straßen überqueren. Das eine tun sie in der Regel autonom, das andere wird in den meisten Ländern, in denen sie getestet werden, von einem Operator unterstützt. Wenn es viele Lieferroboter dieser Art gibt, werden Innen- und Vorstädte noch komplexer für die etablierten Verkehrsteilnehmer. Unabhängig von der Zahl stellen sie Stolperfallen dar. Die Paketroboter sind wie herrenlose Hunde, können aber nicht so gut wie diese ausweichen und sind auch nicht so schnell. Skater, Radfahrer und Fußgänger können über sie stürzen, was durch die geringe Höhe begünstigt wird. Selbst wenn sie an die Leine gelegt und durch wenig frequentierte Gebiete navigiert werden, ist die Gefahr nicht ganz gebannt. Ein nicht ganz nebensächliches Problem ist, dass der Lieferoboter mit seinen Kameras auch Personen erfassen und womöglich Mädchen und Frauen unter den Rock schauen kann – ein weites Feld für Informations- und Technikethik. Es wird sich zeigen, wie hoch die Akzeptanz von Kunden und Passanten ist und welche Erfahrungen in den verschiedenen Ländern gemacht werden.

Abb.: Der Paketroboter in Wankdorf

Zur Vereinigung von Mensch und Maschine

Der Livestream der Veranstaltung „Merging of man and machines: questions of ethics in dealing with emerging“ vom 8. September 2016 wurde aufgezeichnet und kann über web.greensefa.streamovations.be/index.php/event/stream/merging-of-man-and-machine aufgerufen werden (Link nicht mehr gültig). Ins Europäische Parlament in Brüssel eingeladen hatte der Grünen-Abgeordnete Jan Philipp Albrecht von der Green Working Group Robotics. Auf der Website wurde wie folgt eingeführt: „Technology has fundamentally altered our lives and will continue to do so. Ethical considerations must remain guiding posts at all times. Undoubtedly, how we approach the regulation of emerging technologies will have wide implications for our definition of human dignity and the equality of individuals.“ (Website Albrecht) Es ging um Fragen dieser Art: „How will our lives and our society change with the increasing fusion with modern technology? What role have politics and law in this context? Is there a need for regulation and if so, how? How can human rights be addressed?“ (Website Albrecht) Den Track „Ethics & Society: Examples of how our lives, values and society will change“ haben Yvonne Hofstetter (Teramark Technologies GmbH), Prof. Dr. Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW) und Dr. Constanze Kurz (Chaos Computer Club e.V.) bestritten. Bendels Vortrag wurde mit Folien unterstützt; diese können hier heruntergeladen werden.

Abb.: Vor dem Europäischen Parlament

Roboter lügen uns ins Gesicht

Raffael Schuppisser beleuchtet in seinem Artikel „Roboter lügen uns ins Gesicht“ (Schweiz am Sonntag, 18. September 2016) die Möglichkeiten von Lügenmaschinen. Er geht auf Social Bots ein, die Accounts in sozialen Medien anlegen, Kommentare schreiben und Gerüchte streuen, und auf Tay von Microsoft, der in schlechte Gesellschaft geriet und zum Rassisten wurde. Immer wieder zu Wort kommt Oliver Bendel, der 2013 die Idee zu einem LÜGENBOT aka LIEBOT hatte, diesen in mehreren Artikeln beschrieb und dann 2016 mit seinem Studenten Kevin Schwegler entwickelte. Der LÜGENBOT wendet unterschiedliche Lügenstrategien an und benutzt u.a. einen Thesaurus der Princeton University sowie Yahoo als Suchmaschine und Vorschlagsdienst. Wenn er nicht weiterweiß, fragt er seinen Kollegen, den Cleverbot, und borgt sich eine Antwort. Sieben verschiedene Animationen zeigen die jeweiligen Strategien an. Wird beispielsweise eine für wahr gehaltene Aussage negiert, wächst die Nase der Münchhausen-Maschine, und man fühlt sich an Pinocchio erinnert. Wenn ein Wort durch ein Antonym ausgetauscht wird, etwa „Junge“ durch „Mädchen“, wird der LIEBOT rot. Der Artikel ist auf Seite 15 der Zeitung aus Baden erschienen und kann auch online eingesehen werden, über www.schweizamsonntag.ch/ressort/nachrichten/roboter_luegen_uns_ins_gesicht/.

Abb.: Lauter kleine Lügenbolde

Ein umgekehrter Cyborg

Ein sechsseitiges Interview mit Prof. Dr. Oliver Bendel ist in der Absatzwirtschaft (Sonderausgabe dmexco, 14. September 2016, S. 36 bis 41) erschienen. Der Journalist Peter Hanser ist in die Schweiz gereist und hat den Wirtschaftsinformatiker und Maschinenethiker im Au Premier im Zürcher Hauptbahnhof getroffen. Es war ein Gespräch über Technik und Ethik, in dessen Verlauf u.a. die folgenden Worte fielen: „Ich unterscheide Maschinenethik als Gestaltungsdisziplin und andere Disziplinen wie Informationsethik oder Technikethik als Reflexionsdisziplinen. In der Maschinenethik wollen wir wirklich Maschinen konzipieren und am Ende auch prototypisch bauen. Dabei arbeiten wir eng mit KI, Robotik und anderen Disziplinen zusammen. In der Informationsethik und Technikethik reflektieren wir Probleme, die sich beim Einsatz von Robotern ergeben. Es ist beides sinnvoll und notwendig. Wir haben zum ersten Mal in der Geschichte der Ethik eine Form der Ethik, die danach fragt, wie man maschinelle Moral umsetzen kann. Zugleich haben wir zunehmende Probleme durch den Einsatz von Robotern, etwa durch den Ersatz von Arbeitskräften, Kollisionen von Menschen und Maschinen und technikbezogene Sexpraktiken. Es stellt sich die Frage, was wir künftig mit Maschinen tun wollen. Damit sind dann Bereichsethiken gefordert wie Informations-, Technik-, Medizin-, Sexualethik und so weiter.“ Die Maschinen, die das Licht der Welt erblickt haben, sind der GOODBOT und der LIEBOT, und beiden wird im Artikel mit dem Titel „Vielleicht haben Maschinen eines Tages Bewusstsein“ ein Infokasten gewidmet. Das mit dem Bewusstsein hält Oliver Bendel für unwahrscheinlich, aber nicht für ausgeschlossen. Ein Weg könnte sein, auf informationstechnischen Strukturen tierische oder menschliche Hirnzellen wachsen zu lassen. Ein umgekehrter Cyborg sozusagen.

Abb.: Oliver Bendel im Mai 2016 bei einem Vortrag im österreichischen Bundeskanzleramt

Acht Technologien für die Zukunft

Die Zeitung 20 Minuten hat Oliver Bendel zu Fragen der Digitalisierung und der Robotik interviewt. Eine Frage lautete, worin der Unterschied zwischen Robotern und Künstlicher Intelligenz bestehe. Die Antwort darauf lautete: „Ein Hardwareroboter ist nichts anderes als ein Bewegungsautomat. Im Falle der Softwareroboter kann man auch von Tätigkeitsautomat sprechen. Bisher war der Hardwareroboter in der Regel ‚dumm‘ und für einfache Aufgaben zuständig. Mit Hilfe der Künstlichen Intelligenz (der Begriff bezeichnet die Disziplin und ihren Gegenstand) kann der Bewegungsautomat vielfältige Aufgaben wahrnehmen. Das setzt allerdings voraus, dass er auch in seiner Hardware vielfältig wird, z.B. Werkzeuge besitzt, mit denen er greifen, schieben, werfen etc. kann. Manchmal führt das dazu, dass er humanoid wird, also menschenähnlich. Künstliche Intelligenz kann mit Lernfähigkeit verbunden sein. Der Roboter beobachtet einen Arbeiter und ahmt ihn nach. Oder er beobachtet eine Situation im Straßenverkehr und erstellt auf der Grundlage seiner Analysen und Schlussfolgerungen eigene Regeln. In geschlossenen oder halboffenen Welten (Computer, Haushalt, Fabrik) ist das oft nützlich, in offenen Welten (Straßenverkehr) manchmal gefährlich.“ Auf der Basis dieser Ausführungen und der Antworten weiterer Experten ist der Beitrag „Acht Technologien, die unsere Zukunft verändern“ entstanden, der am 12. September 2016 erschienen ist und über www.20min.ch/finance/news/story/Acht-Technologien–die-unsere-Zukunft-veraendern-30887235 aufgerufen werden kann.

Abb.: Auch VR gehört zu den Technologien der Zukunft

Handbuch „Medien- und Informationsethik“

Das Handbuch „Medien- und Informationsethik“, herausgegeben von Jessica Heesen, widmet sich, von der Medienethik ausgehend, auch Fragen der Informationsethik. Auf der Website von Springer Nature wird erklärt: „Mit Aufkommen des Internets ergeben sich für die Medien- und Informationsethik zahlreiche neue Problemstellungen. Neben traditionellen Fragen nach journalistischer Ethik im Rundfunk- und Printbereich rücken zunehmend ethische Probleme in Bezug auf digitale Medien in den Fokus (Privatheit, neue Öffentlichkeiten, Qualitätssicherung, Verantwortungsfragen bezüglich Algorithmen und Softwaredesign etc.). Ziel des Handbuchs ist es, das breite Spektrum ethischer Aspekte einer modernen Medienkommunikation innovativ zu reflektieren und einen Einblick in die jeweiligen Probleme und den aktuellen Diskussionsstand zu geben.“ (Website Springer Nature) Das Buch ist bei J. B. Metzler erschienen, einem traditionsreichen Verlag, der seit 2015 zu Springer Nature gehört. Weitere Informationen über www.springer.com/de/book/9783476025579.

Sicherheit in unsicheren Zeiten

Eine Ringvorlesung an der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW beschäftigt sich mit der „Sicherheit in unsicheren Zeiten“ (Titel) und dem „Handeln zwischen Angst und Freiheit“ (Untertitel). In der Informationsbroschüre heißt es: „Flüchtlingsströme, Terrorismus, digitale Revolution, Arbeitsplätze und Neue Medien: Unser Alltag scheint unsicher zu sein. Wie reagieren? Mit Aufrüstung und Mauern oder mit dezentralen Netzwerken und Kooperationen?“ (Broschüre FHNW) Mit dem Satz „Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.“ wird Benjamin Franklin zitiert, der davor warne, Sicherheit als obersten Wert absolut zu setzen. Absolute Sicherheit gebe es nicht. Wir müssen nach Ansicht der Veranstalter lernen, mit Risiken zu leben, aber auch unsere ökonomischen, finanziellen und gesellschaftlichen Systeme wiederstandsfähiger und anpassungsfähiger zu machen. „Und dabei Freiheit und Selbstbestimmung nicht zu gefährden.“ (Broschüre FHNW) Die Veranstaltungen sind jeweils am Mittwoch von 18:00 bis 19:30 Uhr im berühmten Hallerbau (Technische Hochschule, Klosterzelgstrasse 2, 5210 Windisch). Den Auftakt macht am 21. September 2016 der Vortrag von Prof. Dr. Oliver Bendel zu den „Chancen und Risiken von Industrie- und Servicerobotern“. Das Programm kann hier heruntergeladen werden.

Abb.: Oliver Bendel vor dem Hallerbau (Foto: Kai R. Joachim)

Snowden in Brüssel

Am 7. September 2016 lief in Brüssel im Cinéma Vendôme der Film „Snowden“ als Preview. Jan Philipp Albrecht, Abgeordneter im Europäischen Parlament, hatte dazu eingeladen. Im Saal saß auch Viviane Reding, die luxemburgische Politikerin und Journalistin. Joseph Gordon-Levitt spielt die Hauptrolle im Film; auch Nicolas Cage ist mit von der Partie. Regie hat Oliver Stone geführt. Die Dreharbeiten fanden mehrheitlich in München statt, zudem in Hongkong und in den USA. Nach dem Preview, das lange beklatscht wurde, war Edward Snowden fast eine Dreiviertelstunde lang zugeschaltet. Auf die Fragen von Albrecht antwortete er ausführlich und eindringlich. Sein großes Thema war, in welcher Gesellschaft wir leben wollen, und er betonte, dass im Moment eine Massenüberwachung stattfindet, durch amerikanische Dienste gerade in Europa, wo die Bürger nicht durch amerikanische Gesetze geschützt seien, wobei auch amerikanische Bürger der Willkür ausgeliefert sind. Er hält Europa für einen wichtigen Verbund und traut den Institutionen und Personen humanistische Regelungen und Handlungen zu. Auch der berühmte Whistleblower wurde lange beklatscht, und man merkte es einigen Teilnehmern an, dass sie ebenso begeistert wie berührt waren. Am 8. September waren manche von ihnen – etwa Prof. Dr. Oliver Bendel – im Europäischen Parlament zu einem öffentlichen Hearing zu Künstlicher Intelligenz (KI), Robotik und Maschinenethik. Snowden ist ein Experte für bestimmte Formen der KI, und auch zu den beiden anderen Themen wüsste er interessante Dinge zu sagen.

Abb.: Edward Snowden bei der Liveschalte

GfA-Frühjahrskongress an FHNW und ETHZ

Der 63. Frühjahrskongress der Gesellschaft für Arbeitswissenschaft in der Schweiz findet vom 15. bis 17. Februar 2017 an der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW in Brugg-Windisch und an der Eidgenössischen Technischen Hochschule ETH in Zürich statt. Leitthemen sind u.a. die Herausforderung des digitalen Wandels, Industrie 4.0 und menschliches Erfahrungswissen, Kreativität in Design- und Produktionsprozessen, Mensch-Maschine-Interaktion und Mensch-Roboter-Kooperation. Grußworte gibt es u.a. von PD Dr. Marino Menozzi, ETH Zürich, und Prof. Dr. Crispino Bergamaschi, Direktionspräsident FHNW. Die Keynotes stammen von Prof. Dr. Heinz Schüpbach, Direktor Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW, Prof. Dr. Oliver Bendel, Hochschule für Wirtschaft FHNW, und Patrick Warnking, Country Director Google Switzerland. Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft, die mit einer Ergebnis- oder Posterpräsentation, einem Workshop oder einer Doktorandenwerkstatt zum 63. GfA-Frühjahrskongress beitragen möchten, können bis zum 30. September 2016 ein Abstract über das Beitragsformular der GfA einreichen. Weitere Informationen über www.gfa2017.de.

Abb.: Zürich mit der ETH

VDI-Zukunftskonferenz zu humanoiden Robotern

Die VDI-Zukunftskonferenz „Humanoide Roboter“ beschäftigt sich, so die Website, „mit dem Menschen nachempfundenen Robotern“. „Das Themenspektrum reicht dabei von Design und Gestaltung über die kognitive Planung bis hin zu Anwendungsbeispielen.“ Leiter der Konferenz ist Prof. Dr. Frank Kirchner vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI). Auf der Website heißt es weiter: „Was für viele wie Science Fiction klingt, könnte bald schon Realität sein. Menschenähnliche Roboter, die in Umgebungen agieren, die für den Menschen geschaffen sind und für den Menschen entworfene Werkzeuge benutzen. Damit würden sich die Einsatzmöglichkeiten für Roboter enorm erweitern. Zudem versprechen sich viele Experten durch humanoide Roboter auch eine verbesserte Interaktion zwischen Mensch und Roboter.“ Prof. Dr. Karsten Berns von der TU Kaiserslautern trägt zusammen mit Steffen Schütz über dynamisches zweibeiniges Laufen nach menschlichem Vorbild vor, Dr. Robert Haschke von der Universität Bielefeld über Taktilsensorik für anthropomorphe Roboterhände, um nur zwei Beispiele zu nennen. „Der LÜGENBOT als Umsetzung einer Münchhausen-Maschine“ lautet der Titel des Vortrags von Prof. Dr. Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Er hat zusammen mit Kevin Schwegler im Kontext der Maschinenethik einen Chatbot entwickelt, der unter Verwendung interner Strategien und externer Dienste und Quellen lügt, dass sich die Balken biegen. Der LÜGENBOT aka LIEBOT hat eine eigene Website, nämlich www.luegenbot.ch bzw. www.liebot.org (Links nicht mehr gültig). Er ist als Vertreter der einfachen unmoralischen Maschinen nicht nur an sich interessant, sondern hilft auch dabei, einfache moralische Maschinen zu entwickeln, nämlich solche, die in ihren Aussagen verlässlich und vertrauenswürdig sind. Die Fachtagung findet vom 13. bis 14. Dezember 2016 in Aschheim bei München statt. Das Programm kann hier heruntergeladen werden.

Ladenburger Diskurs zu Pflegerobotern

Prof. Dr. Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW lädt in diesen Tagen renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zum Ladenburger Diskurs 2017 über Pflegeroboter ein. Am 12. und 13. September arbeitet man in der Villa der Daimler und Benz Stiftung in Ladenburg zusammen, trägt vor und diskutiert. Pflegeroboter unterstützen oder ersetzen – so die Idee – menschliche Pflegekräfte bzw. Betreuerinnen und Betreuer. Sie bringen und reichen Kranken und Alten die benötigten Medikamente und Nahrungsmittel, helfen ihnen beim Hinlegen und Aufrichten oder alarmieren den Notdienst. Die Daimler und Benz Stiftung engagiert sich immer wieder in Bezug auf Robotik und Künstliche Intelligenz (KI) und mit Blick auf moralische und soziale Themen, wie 2015 mit einer Tagung zur Roboterethik. Der Workshop ermöglicht technische, wirtschaftliche, medizinische und ethische Reflexionen über Pflegeroboter. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Wissenschaft – die Ethiker werden ausschließlich Vertreter der Moralphilosophie, nicht der Moraltheologie sein – sollen kontrovers und konstruktiv diskutieren und zu neuen Erkenntnissen gelangen. Die Anwesenheit von Entwicklern und Anwendern und mindestens eines Prototyps wird angestrebt. Nach der Veranstaltung erscheint eine gemeinsame Publikation in einem Fachverlag als Sammlung der verschriftlichten Vorträge. Über den Ladenburger Diskurs 2017 wird auf informationsethik.net und maschinenethik.net berichtet.

Abb.: Das Carl-Benz-Haus in Ladenburg

Comments on Ethical and Legal Issues

Prior to the hearing in the Parliament of the Federal Republic of Germany on 22 June 2016 from 4 – 6 pm, the contracted experts had sent their written comments on ethical and legal issues with respect to the use of robots and artificial intelligence. The video for the hearing can be accessed via www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2016/kw25-pa-digitale-agenda/427996. The documents of Oliver Bendel (School of Business FHNW), Eric Hilgendorf (University of Würzburg), Norbert Elkman (Fraunhofer IPK) and Ryan Calo (University of Washington) were published in July on the website of the German Bundestag. Answering the question „Apart from legal questions, for example concerning responsibility and liability, where will ethical questions, in particular, also arise with regard to the use of artificial intelligence or as a result of the aggregation of information and algorithms?“ the US scientist explained: „Robots and artificial intelligence raise just as many ethical questions as legal ones. We might ask, for instance, what sorts of activities we can ethically outsource to machines. Does Germany want to be a society that relegates the use of force, the education of children, or eldercare to robots? There are also serious challenges around the use of artificial intelligence to make material decisions about citizens in terms of minimizing bias and providing for transparency and accountability – issues already recognized to an extent by the EU Data Directive.“ (Website German Bundestag) All documents (most of them in German) are available via www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse18/a23/anhoerungen/fachgespraech/428268.

Fig.: The German Bundestag