Ticro Goto ist Historiker und Ethnologe. Er studierte an der Kunsthochschule Kassel, der Freien Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin. Zu seinen Veröffentlichungen zählen „Cyberfakte“ (2016), „Der Ewige Palast“ (2024) und „Kreativer Suizid: Rauchen, Hunger und die Lüge vom inneren Kind“. Er schreibt und forscht auch zu Schweinen und hat ihnen in seinem Buch „Seuchen“ ein ganzes Kapitel gewidmet. Mit Prof. Dr. Oliver Bendel war er im Gespräch über Tierethik, Maschinenethik und Tier-Maschine-Interaktion. Der Podcast erschien am 28. März 2026 auf kokos-und-zitrone.de. Zuletzt kamen dort Pero Mićić, Falco Aust und Gunter Dueck zu Wort. Auf seiner Website schreibt Ticro Goto: „Oliver Bendel und ich sprechen darüber, warum wir Maschinen bauen mussten, um zu beweisen, dass Tiere keine Maschinen sind. Über Mähroboter mit Gewissen und Schweine, die klüger sind als Hunde. Über KI, die Walgesang entschlüsselt und Fledertieren beim Streiten zuhört.“ Der Podcast mit dem Titel „Die Sprache der Tiere“ kann über kokos-und-zitrone.de/p/die-sprache-der-tiere angehört werden.
Gaben sich bis vor kurzem noch alle als Experten für Künstliche Intelligenz (KI) aus, sind nun alle Experten für Robotik. Insgesamt ergeben sich Bedeutungsverschiebungen und Begriffsverwirrungen. So ist oft von KI die Rede, wenn eigentlich generative KI gemeint ist. Damit verbunden sind grundsätzliche Einschätzungen, die aber lediglich auf bestimmte KI-Systeme zutreffen. Weiterhin trifft man ständig auf „KI-Chatbots“. Allerdings basieren alle Chatbots auf Formen künstlicher Intelligenz. Früher gab es vor allem regelbasierte Systeme, heute setzt man auf ML- bzw. LLM-basierte (wobei „ML“ für „Machine Learning“ steht, „LLM“ für „Large Language Model“). Dennoch ist die alte Welt der symbolischen KI keineswegs untergegangen. Auch von „KI-Deepfakes“ und „AI Deepfakes“ hört man – dabei steht „Deep“ für „Deep Learning“, womit KI (genauer gesagt eine Form von Machine Learning) bereits angesprochen ist. Ebenfalls beliebt ist der Begriff des humanoiden Roboters. Es handelt sich dabei eigentlich um menschenähnlich gestaltete sensomotorische Maschinen. Zu ihnen gehören soziale Roboter wie NAO, Pepper und Alpha Mini ebenso wie Modelle, die als Allzweckroboter vermarktet werden, etwa Digit, Apollo und Figure 03. Allzweckroboter sind in aller Regel humanoide Roboter, aber nicht alle humanoiden Roboter sind Allzweckroboter – und dennoch wird allenthalben so getan. Auch der Begriff der Humanoiden verbreitet sich. Dieser ist allerdings bereits belegt, er ist breiter angelegt, denn er bezeichnet sowohl menschenähnliche Artefakte als auch menschenähnliche Lebewesen (etwa fiktive Aliens wie die Vulkanier). Man darf immer neue Begriffe einführen, man darf alte umdeuten. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn jahrzehntelange Bemühungen der Bestimmung und Klärung vorhanden sind und in den Fachgemeinschaften ein Konsens besteht. Man sorgt durch den unreflektierten Gebrauch nicht nur für Begriffsverwirrungen in der Gegenwart, sondern auch mit Blick in die Vergangenheit – ältere Texte werden mehr und mehr unverständlich, selbst wenn sie die Grundlagen von Robotik und Künstlicher Intelligenz darstellen.
Abb.: Der Wearable Social Robot Eiliko bei Sonnenuntergang
The elective module „Soziale Roboter“ by Prof. Dr. Oliver Bendel will be held again from March 30 to April 1, 2026, at FHNW in Olten. It is primarily aimed at prospective business AI students, but students of information systems can also take part. Luca Marie Leisten has been invited as a guest speaker. She is a third-year doctoral student in learning sciences and human-robot interaction at ETHZ and EPFL. With a background in psychology and social sciences, Luca’s research focuses on social robot companions in the learning domain. Specifically, she is interested in investigating the barriers and opportunities of social robot deployment as well as the perception of different robots. In this context, Luca is testing the long-term effects of affordable DIY robotic toolkits using a mix of quantitative and qualitative methods. Unitree Go2, Alpha Mini, Cozmo, Vector, AIBI, Eilik, Furby, Booboo, and Hugvie from Oliver Bendel’s private Social Robots Lab will also be on site. Social Robotics Girl, a so-called GPT specializing in this topic, will be available as a tutor throughout the event. Key works include „Soziale Roboter“ (2021) and „300 Keywords Soziale Robotik“ (2021). At the end of the elective module, students design social robots – also with the help of generative AI – that they find useful, meaningful, or simply attractive. The elective module has been offered since 2021 and is very popular at the university.
The master’s thesis „Inclusive AI for Wearables: Assistive Glasses as a Case Study“, written by Myriam Rellstab at the FHNW School of Business, examines the concept and design potential of AI-supported assistive glasses as an inclusive form of wearable technology. The project is supervised by Prof. Dr. Oliver Bendel, whose research focuses on Inclusive AI and Inclusive Robotics, with additional input from Steve Weidel, a blind accessibility consultant. The research begins with a proposal phase in April 2026, followed by the main thesis work starting in summer or autumn 2026 and concluding in December 2026. The study investigates how AI-supported glasses could assist people with visual and hearing impairments by enhancing perception and accessibility, while also offering value for users without impairments. In this way, the work positions assistive glasses not as a purely medical device, but as an inclusive technology with broader relevance. Possible functions include real-time object recognition, speech-to-text transcription, environmental awareness, and contextual information overlays. A particular focus is placed on multimodal large language models, which enable the integration of visual, auditory, and textual data, as well as on vibration-based feedback systems that support non-visual and non-auditory interaction. Using assistive glasses as a case study, the thesis analyzes technological possibilities, user needs, and design considerations for inclusive AI wearables. It may include a conceptual system design, an exploration of use cases, and an evaluation of accessibility, usability, and ethical aspects. The aim is to develop a conceptual framework or prototype approach that demonstrates how inclusive AI wearables can be designed to benefit diverse user groups.
A new article titled „Queering Sex Robots Beyond Diversifying Design? Insights from Queer Lacanian Psychoanalysis and New Materialism“ (van der Horst & Puzio, 2026) has been published in Philosophy & Technology. The authors argue that queering sex robots should go beyond diversifying their physical design and instead involve a broader reconsideration of sexuality, identity, and human-technology relations. The paper starts from a critique widely discussed in the literature: current sex robot models largely reproduce heteronormative and stereotypical representations of femininity. Similar observations and related arguments can be found in earlier contributions in the volume „Maschinenliebe“ (Bendel 2020). In that book, Tanja Kubes addresses the topic in her chapter „Queere Sexroboter“, while Oliver Bendel discusses transformations of gender and embodiment in „Trans-Formers“. Both contributions also refer to examples such as the Harmony robot from Realbotix/RealDollX. The main novelty of the new article lies in its theoretical framework, which combines Queer Lacanian psychoanalysis and New Materialism. Given the thematic overlap and the small number of publications on queer perspectives on sex robots, it is somewhat surprising that the earlier contributions in „Maschinenliebe“ are not referenced. This book is predominantly written in German, but in times of large language models this should hardly pose a barrier. Moreover, the chapters by Kubes and Bendel have already been cited in several English-language academic publications.
Insassen in Schweizer Justizvollzugsanstalten haben nur begrenzten Zugang zu digitalen Technologien und wenig Kontakt zur Außenwelt. Zugleich verbringen sie jeden Tag einige Stunden in ihren Zellen. Das Projekt „Chatbots for Inmates“ (Kurztitel) will hier ansetzen: Ein LLM-basierter Chatbot soll als virtueller Buddy dienen, der Gespräche ermöglicht, Einsamkeit vermindert sowie soziale und digitale Kompetenzen stärkt. Das Projekt wurde von Tamara Siegmann, Gründerin des Start-ups SIEG – Smart Innovation Engineering Group by Siegmann und Studentin an der Hochschule für Wirtschaft FHNW, initiiert. Sie ist Projektleiterin, Prof. Dr. Oliver Bendel Projektverantwortlicher, Stephan Vonschallen Projektmitarbeiter. Anwendungspartner ist die JVA Lenzburg mit ihrem Direktor Marcel Ruf. Der Chatbot soll offline auf Tablets der Gefangenen laufen. In einer Pilotphase wird die Lösung zunächst auf 2 oder 3, später auf 30 Tablets getestet. Es wird untersucht, ob ein digitaler Gesprächspartner das Wohlbefinden der Insassen verbessert und sie beim Aufbau von Kompetenzen für die Zeit nach der Haft unterstützt. Das Projekt hat am 1. März 2026 begonnen und wird durch einen Innovationsscheck von Innosuisse und das Institut für Wirtschaftsinformatik der Hochschule für Wirtschaft FHNW unterstützt. Bereits 2024 haben Tamara Siegmann und Oliver Bendel ein Projekt zu Schweizer Gefängnissen durchgeführt und untersucht, ob man dort kollaborative und soziale Roboter einsetzen kann und soll. Das Paper kann hier heruntergeladen bzw. erstanden werden.
Abb.: Tamara Siegmann mit dem LLM-basierten Roboterkopf Furhat
Über den Umgang amerikanischer Konzerne mit der deutschen Sprache schreibt Oliver Bendel seit Jahrzehnten. Im Frühjahr 2008 stellte er in seinem Artikel „Im Rachen des Thesaurus“, erschienen in Telepolis, „Beobachtungen zum Synonymwörterbuch von Microsoft“ an, also zu einer Funktion von MS Word. Als Synonym zu „dunkel“ wurde damals „negerfarbig“ vorgeschlagen. Der Autor kam insgesamt zum Ergebnis: „Manche Wörter … veraltet, manche grenzwertig, manche falsch, manche Verbindungen nicht nachvollziehbar.“ Später traten Überlegungen zur Rechtschreibprüfung von MS Word hinzu. Diese schien mit der Zeit immer schlechter zu werden, womöglich weil man sich von einem seriösen Wörterbuch verabschiedete und sich auf künstliche Intelligenz verließ. Zu allen Zeiten fiel auf, dass wesentliche Prinzipien der deutschen Sprache nicht verstanden werden. So schlug die Rechtschreibprüfung bei Tests vor, statt „Sexpuppen“ entweder „Sex puppen“ oder „Sex Puppen“ zu verwenden, statt „Fantasyfiguren“ „Fantasy Figuren“. Der Ableger LinkedIn tut sich genauso schwer mit der deutschen Sprache. So liest man etwa: „Andere Mitglieder reagieren auf einen Beitrag eines:einer Kolleg:in“. Abgesehen davon, dass es sich hier um eine Fantasiesprache handelt, wird sie auch noch so benutzt, dass die Männer verschwinden. Aus dem „Kollegen“ wird der oder das „Kolleg“, was immer das bedeuten mag. Auch Adobe scheitert an der deutschen Sprache. Ruft man ein PDF auf, das in englischer Sprache verfasst ist, kommt die Meldung: „Dieses Dokument scheint in einer anderen Sprache zu sein. Möchtest du es in Adobe Express ins Deutsch übersetzen?“ … Besser nicht, möchte man antworten.
Seit Ende 2023 ist der Unitree Go2 ein Teil des privat finanzierten Social Robots Lab von Prof. Dr. Oliver Bendel. Der robotische Vierbeiner ist meistens auf dem FHNW-Campus Brugg-Windisch, manchmal in Zürich. Er dient vor allem als Demonstrationsobjekt in den drei Wahlmodulen zur Sozialen Robotik, die der Technikphilosoph und Wirtschaftsinformatiker jährlich in Olten und Brugg-Windisch durchführt (Studiengänge Wirtschaftsinformatik, Business AI und Betriebsökonomie). Zudem wird er in Projekte eingebunden, wie es etwa bei „The Robodog Project“ der Fall war, wo 12 Hunde mit ihm konfrontiert wurden. Oliver Bendel kann nach zweieinhalb Jahren sagen, dass der Unitree Go2 immer wieder von den Firmware-Upgrades profitiert hat. Er verbindet sich inzwischen meist problemlos mit dem Netz. Manche Funktionen, für die es früher den zusätzlichen Controller gebraucht hat, lassen sich nun mit dem Smartphone ausführen. Mehrere schwere Stürze hat der Roboter überstanden – die Kunststoffschale ist sehr robust. Neben den vielen positiven Aspekten sind ein paar negative zu nennen. Auch nach einer Kalibrierung ist die Beweglichkeit nicht mehr wie am Anfang, und beim Gehen und bei einzelnen Kunststücken bestehen Unsicherheiten. Eine Hintertüre wie beim Unitree Go1 besteht wohl nicht, aber wie der humanoide G1 hat der Go2 durchaus Sicherheitslücken. Beim Betrieb in der Öffentlichkeit ist daher Vorsicht geboten, zumal die Gesetzeslage komplex ist. Insgesamt handelt es sich um ein beeindruckendes Gerät, das sich sowohl für den Innen- als auch den Außeneinsatz eignet.
The upcoming „SAGA: Sexuality and Generative AI“ symposium, taking place on April 30, 2026 at the Université du Québec à Montréal, explores how generative AI is reshaping intimacy, desire, relationships, and sexual expression. The presentation by Prof. Dr. Oliver Bendel begins with the Tamagotchi, the iconic digital pet that demonstrated how simple interactive systems can evoke emotional attachment. It then turns to social robots, wearable social robots, and AI-enhanced sex toys, love dolls, and sex robots. Today, large language models (LLMs) and multimodal language models (MLLMs) enable dialogue, perception, and evaluation in these systems. Such capabilities may also benefit people with disabilities, including blind users, by facilitating communication and interaction. At the same time, the physical dimension remains crucial. Embodied systems create presence and proximity: they can be touched, held, and stroked, and experienced through movement, vibration, or sound. The talk argues that future intimate technologies will emerge from the convergence of generative intelligence and physical embodiment, combining conversational AI with the sensory experience of a physically present companion. Full details and submissions are available at event.fourwaves.com/sexualiteia/pages.
Fig.: More and more sex toys are part of Physical AI
Zum zweiten Mal – wie bereits im Sommer 2021 – hält Prof. Dr. Oliver Bendel einen Vortrag für die VHS im Norden des Landkreises München e.V. Aus der Beschreibung: „Die technische Entwicklung bei autonomen oder teilautonomen Maschinen geht rasant voran. Mit ihr stellen sich ganz neue Fragen: Soll ein autonom fahrendes Auto moralische Entscheidungen treffen können, bspw. ob es im Falle einer unvermeidlichen Kollision eher die alte Frau oder das spielende Kind überfährt? Darf ein Pflegeroboter Sterbehilfe leisten? Sollten autonome Kampfroboter sich an Regeln halten? Müssen Sexroboter davor warnen, sich in sie zu verlieben? Sollten Roboter überhaupt menschenähnlich nachgebildet sein? Sich anfühlen wie ein Mensch? Eine Stimme haben wie ein Mensch? Können sie wirkliche Menschen ersetzen, Freund oder Freundin sein oder das zumindest simulieren? Wie verändern diese Maschinen unser soziales Leben, unser Leben im Alter beispielsweise oder unser Liebesleben? Welche Mensch-Maschine-Interaktionen können in Altersheimen sinnvoll sein und insbesondere demente Menschen unterstützen? Welche Anwendungen gibt es für kranke oder behinderte Menschen? Wo stehen wir aktuell bei der Entwicklung sozialer Roboter? Was kommt in den nächsten Jahren auf uns zu? Und warum beschäftigen sich gerade Philosophen mit dem Bau autonomer oder teilautonomer Maschinen?“ Der Vortrag findet online am 9. März 2026 statt. Weitere Informationen sind über die Website der VHS erhältlich.
Abb.: Soziale Roboter kann man mit anderen Figuren vergleichen (Foto: Jork Weismann)
Die Ausstellung mit Gemälden des afroamerikanischen Künstlers Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich ist sehenswert – lesenswert ist sie nicht. Die deutschen Texte sind manipulativ auf mehreren Ebenen. So steht in einem Begleittext neben den Bildern: „Jahrhundertelang widerstanden Schwarze Amerikaner:innen Bedingungen von Unterdrückung und schufen trotz Versklavung und Ungleichheit eine reiche Kultur. In der Serie hier gezeigter Porträts zollt Marshall Sklavenrebell:innen, Poet:innen, Künstler:innen, Abolitionist:innen und Aktivist:innen Tribut.“ Es handelt sich um dysfunktionale, aktivistische, ideologische, diskriminierende, moralisierende Sprache, die den Besucher nicht ernst nimmt, ihn erziehen, umerziehen, ihm eine Meinung und eine Sichtweise aufzwingen will, sich zwischen ihn und die Werke schiebt und die Werke ihrer Autonomie beraubt. Dabei folgt die Sprache der Verantwortlichen einem klaren Plan. An anderer Stelle heißt es nämlich: „Einige Sklavenbesitzer förderten nicht die Ehe …“. Wo überall Doppelpunkte im Wortinneren erscheinen, um die Wortstruktur zu zerstören und die -bedeutung aufzulösen, kann eine solche Form nicht mehr generisch sein – sie muss männlich sein. Die Bösen, das ist hier die Auskunft, sind die Männer, und nur diese haben in diesem Zusammenhang gefehlt. Allerdings gibt es zahlreiche weibliche Sklavenhalter in der Geschichte. Martha Washington ist ein Beispiel für den amerikanischen Süden. Im Römischen Reich konnten wohlhabende Frauen ganz selbstverständlich Sklaven besitzen, ebenso in verschiedenen afrikanischen Gesellschaften. Auf diese Weise wird Sprache ebenso manipuliert wie der Besucher – und die Geschichte. Das Kunsthaus ist nicht nur durch seine NS-Kunst auf Abwege geraten.
Am 22. Februar 1943 wurden Hans und Sophie Scholl von den Nationalsozialisten ermordet. Oliver Bendel besuchte dasselbe Schulgebäude in Ulm wie Sophie Scholl. In seinem Fall war es das Hans-und-Sophie-Scholl-Gymnasium gewesen, in ihrem die Mädchenoberrealschule. Er traf sich um 1986 mehrmals mit Inge Scholl, um mit ihr im Stadtarchiv Ulm bekannte und unbekannte Bilder ihrer jüngeren Geschwister zu sichten. Er beschrieb dies in einem Artikel, der 2015 erschienen ist: „Inge Scholl ist vor langer Zeit gestorben. Ihr Leben hat alles umspannt, von den schrecklichen Jahren im Dritten Reich bis zu unseren für sie nicht so wichtigen und für mich so wichtigen Treffen, vom tragischen Tod ihres Mannes Otl Aicher bis hin zu ihren Jahren mit sich selbst. Ich erinnere mich nicht mehr an den Raum, in dem wir arbeiteten, von einer gewissen Dämmerung abgesehen. Aber die Fotos sind immer noch vor meinem inneren Auge, hell und leuchtend, was an der Leselampe liegen mag. Die hübsche Sophie. Der hübsche Hans. Im Licht der Lampe. Sophie und Hans, von den Nazis ausgelöscht.“ Der Beitrag von Oliver Bendel kann über seniorweb.ch/2015/11/10/grabsteine-im-cyberspace/ aufgerufen werden.
Prof. Dr. Oliver Bendel war mit dem NDR im Gespräch über OpenClaw und Moltbook. OpenClaw ist im Kern eine Hülle für einen KI-Agenten. In Kombination mit einem großen Sprachmodell, einem LLM, entsteht daraus ein System, das Texte erzeugt, Entscheidungen trifft und auf Eingaben reagiert. Moltbook ist eine Plattform, auf der viele solcher Agenten gleichzeitig laufen und miteinander interagieren. Man spricht auch von einem sozialen Netzwerk für Agenten. Das wirkt spektakulär. Tatsächlich arbeiten die Agenten meist ereignis- oder zeitgesteuert: In regelmäßigen Abständen prüfen sie, ob es neue Inhalte gibt, auf die sie reagieren sollen. Und das soziale Netzwerk gibt ihnen über die Feeds etwas zu tun. Das LLM erzeugt daraufhin plausible Texte. Der Eindruck eines lebendigen Austauschs entsteht – aber es bleibt eine Simulation von Kommunikation, keine eigenständige soziale Realität. KI-Agenten haben kein Bewusstsein – im Gegensatz zu Tieren und Menschen – und werden nie eines haben. Die Fernsehsendung wird bei NDR Kultur – Das Journal am 23. Februar 2026 ausgestrahlt. Sie ist auch online über www.ndr.de verfügbar.
Abb.: Das Studio in Flensburg (Foto: Soenke Rahn, Wikimedia, CC BY-SA 3.0)
Sophia Sichtermann interviewte am 18. Februar 2026 den Technikphilosophen Prof. Dr. Oliver Bendel für einen Artikel über Produktivitätssteigerung durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz. Anlass war ein Artikel im Fortune Magazine, demzufolge rund 90 Prozent der befragten Unternehmen bislang keinen messbaren Einfluss von KI auf Produktivität oder Beschäftigung feststellen konnten. Eine von mehreren Fragen betraf die These, dass die erhoffte Produktivitätssteigerung zwar später, aber dennoch eintreten wird. Er antwortete zunächst direkt darauf und führte dann weiter aus: „In der Medikamentenentwicklung oder bei der Materialforschung kann generative KI die Entwicklungszyklen drastisch verkürzen. Allerdings zeigt sich hier auch die Dual-Use-Problematik: Dieselben Technologien können missbräuchlich eingesetzt werden, etwa zur Entwicklung gefährlicher Substanzen. Produktivität ist ökonomisch betrachtet wertneutral; sie kann sowohl gesellschaftlichen Fortschritt als auch destruktive Aktivitäten beschleunigen. Mit anderen Worten: Generative KI kann ebenso behinderten und beeinträchtigten Personen helfen wie der organisierten Kriminalität. Vor diesem Hintergrund gewinnt die sozialpolitische Dimension an Bedeutung. Wenn Automatisierung zu flächendeckender Automation führt und diese bestimmte Tätigkeiten dauerhaft verdrängt, könnte die Diskussion um ein bedingungsloses Grundeinkommen neue Aktualität erhalten. Ein solches Instrument würde nicht Produktivität schaffen, könnte jedoch soziale Stabilität und individuellen Konsum sichern, während sich Arbeitsmärkte neu ordnen. Etwas zynischer ausgedrückt: Die Unternehmen können uns gar nicht sterben lassen, sonst werden ihre Produkte und Dienstleistungen nicht mehr nachgefragt.“ Am 21. Februar 2026 erschien der Artikel „‚Lage ist dringlich‘: Weniger Produktivität durch KI als erwartet – Deutschland verliert den Anschluss“ mit mehreren Statements von Oliver Bendel in der Frankfurter Rundschau, dem Münchner Merkur und zehn weiteren deutschen Zeitungen.
The elective module „Soziale Roboter aus technischer, wirtschaftlicher und ethischer Sicht“ („Social Robots from a Technical, Economic, and Ethical Perspective“) led by Oliver Bendel took place from February 12 to 14, 2026 at the FHNW in Brugg-Windisch. It is primarily designed for prospective business economists, although students of information systems are also welcome to participate. Dr. Amol Deshmukh joined the module once again as a guest speaker. In his presentation, „Improving Hand Hygiene in Schools with Socially Assistive Robots“, he outlined his research at the intersection of social robotics, artificial intelligence, and human behavior. Dr. Deshmukh is a Marie Curie Postdoctoral Research Fellow at ETH Zurich and is known for adapting human-robot interaction to global and resource-constrained contexts. His work has attracted international media attention for its emphasis on tangible societal impact. In his talk, he explored how social robots can encourage hand hygiene in schools, addressing both cultural and socio-economic dimensions of implementing such technologies. A range of robots from Oliver Bendel’s private Social Robots Lab were available on site, including Unitree Go2, Alpha Mini, Cozmo, Vector, AIBI, Furby, Booboo, and Hugvie. At the conclusion of the elective module, students designed their own social robots – supported in part by generative AI – focusing on concepts they considered useful, meaningful, or simply appealing. The elective modules have been offered since 2021 and continue to enjoy great popularity.
Airen, der bekannte Blogger, Schriftsteller und Journalist, war im Gespräch mit Prof. Dr. Oliver Bendel. Es ging um Agenten, mit denen sich der Technikphilosoph aus Zürich seit 30 Jahren beschäftigt. In den 1990ern sprach man von Softwareagenten, autonomen Agenten oder intelligenten Agenten. Sie alle waren KI-Agenten – ein Begriff, der heute dominiert, wobei mit „KI“ meist „generative KI“ gemeint ist. In dem Gespräch, gehalten mit Hilfe einer Videokonferenz, die Mexiko und die Schweiz verband, ging es vor allem um OpenClaw, eine Open-Source-Software, die zusammen mit Claude oder einem anderen Large Language Model (LLM) zu einem mächtigen Agenten wird, zudem um das soziale Netzwerk Moltbook, das für Agenten gedacht ist und auf dem sich Agenten und Menschen tummeln. Oliver Bendel erörterte auch die Möglichkeit, dass Agenten den virtuellen Raum der Notebooks und Webserver verlassen und auf Geräte und Roboter zugreifen oder überspringen. Damit könnten sie unmittelbaren Einfluss auf die Wirklichkeit ausüben. Mehrmals wies er darauf hin, dass bei OpenClaw und auf dem Moltbook keine Formen von Bewusstsein zu entdecken sind. Es sind LLMs, die etwas nach Prinzipien der Stochastik generieren und von Einstellungen des sozialen Netzwerks getriggert werden. Erwachende Maschinen sind und bleiben Science-Fiction. Das Interview ist am 7. Februar 2026 in der Welt erschienen.
Abb.: Oliver Bendel glaubt nicht an erwachende Maschinen (Foto: Jork Weismann)
Deutsch war einst eine wichtige Wissenschaftssprache. Wie auch Französisch. Und – davor – Latein. Englisch kam (bzw. war schon da), sah (was auch immer) und siegte (über Deutsch und Französisch, während Latein schon am Boden lag). Wer als deutschsprachiger Wissenschaftler deutsche Publikationen in einem Paper zitiert, wird von Gutachtern, den Reviewern, schnell zurechtgewiesen. Man kapitulierte vor dem Sprachimperialismus und nahm den Linguizismus einfach hin. 2022 begann der Siegeszug der Large Language Models (LLMs). Bereits Jahre zuvor hatten diese von sich reden gemacht, etwa im Zusammenhang mit humanoiden Robotern wie Harmony, aber OpenAI schuf mit der Bereitstellung von ChatGPT eine neue Ausgangslage. Heute gibt es viele LLMs, und während ihr Deutsch nicht immer zufriedenstellend ist, ist es ihr Englisch durchaus. Auch die Übersetzung vom Deutschen ins Englische ist bei wissenschaftlichen Texten meist problemlos. Damit stellt sich die Frage, ob Deutsch als Wissenschaftssprache nicht zurückkehren könnte. Viele Geisteswissenschaftler veröffentlichen nach wie vor in dieser Sprache und können sich in ihr anders als im Englischen präzise und korrekt ausdrücken. Eigentlich könnte der Linguizismus nun enden. Jeder Wissenschaftler könnte wieder in seiner Muttersprache schreiben, und es wäre jedem anderen Wissenschaftler zuzumuten, seine Texte in die eigene Muttersprache (oder eben ins Englische) zu übersetzen. Das wird vermutlich nicht geschehen – der Sprachimperialismus hat längst die Machtverhältnisse geändert. DAAD und Goethe-Institut setzen sich zwar für die deutsche Sprache in der Wissenschaft ein, letzteres aber eher für eine Karikatur davon, wenn man sich seine Website anschaut („Deutsch Sprechen Online. … Üben Sie mit Muttersprachler*innen in online live Sessions Deutsch zu sprechen!“). Deutsch scheint also für die Wissenschaft verloren. Dennoch könnten Gutachter heutzutage etwas großzügiger in dieser Hinsicht sein.
Im Februar 2026 erscheint das Buch „Genderzwang: Wie Sprachpolitik die Freiheit des Sprechens gefährdet“ von Fabian Payr und Dagmar Lorenz. Fabian Payr ist durch sein Buch „Von Menschen und Mensch*innen“ (Springer) und seine Aufklärungsplattform zur Gendersprache bekannt geworden. Dagmar Lorenz ist promovierte Literaturwissenschaftlerin, zudem examinierte Sinologin (M.A.). Sie arbeitet als professionelle Autorin (Features und Essays über Sprache und China für den Hörfunk) und Dozentin (mit Lehraufträgen an deutschen Universitäten und chinesischen Colleges). Aus dem Klappentext: „‚Niemand wird zum Gendern gezwungen‘, beteuern die Befürworter einer ‚gendergerechten Sprache‘. Aber kann tatsächlich von Freiwilligkeit die Rede sein? Die rund 50 Fallbeispiele in diesem Buch zeigen, wie sehr die Freiheit des Sprechens durch den Zwang zum Gebrauch einer vermeintlich inklusiven Sprache beeinträchtigt wird. Vielerorts herrscht ein repressives Klima, das Abweichler von der vorgegebenen Sprachlinie sanktioniert. Die Autoren skizzieren die geistesgeschichtlichen Hintergründe des Genderns und beleuchtet soziologische Phänomene wie soziale Ächtung und Konformitätsdruck rund um das sprachpolitische Projekt Gendersprache. Das Buch zeigt auf, dass vor allem an den Universitäten Gendersprache mit großem Nachdruck eingefordert wird. Aber auch in vielen Kultureinrichtungen, Behörden, dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk und den Kirchen ist der gendergerechte Sprachtrend zur neuen Norm geworden. Die Umgestaltung der Sprache wird begründet mit dem Hinweis auf die starke Wirkmacht von Sprache. In diesem Punkt zeigt sich sowohl der Einfluss postmoderner Philosophen als auch die ausgeprägte pädagogische Intention dieser Sprachmaßnahme. Wer sich dem Sprachdiktat verweigert, das zeigen die Beispiele, muss berufliche Nachteile in Kauf nehmen und verliert im schlimmsten Fall seinen Job. Das Buch liefert Tipps und eine Fülle von Argumenten, wie sprachlicher Bevormundung begegnen werden kann.“ (Klappentext) Das Buch erscheint im Verlag Königshausen und Neumann aus Würzburg, einem geisteswissenschaftlichen Fachverlag mit den Schwerpunkten Philosophie, Literaturwissenschaft, Musikwissenschaft und Psychologie.
Abb.: An vielen Hochschulen werden Mitglieder zum Gendern gezwungen
Im Jahre 2016 entstand der LIEBOT aka Lügenbot als Prototyp, im Kontext der Maschinenethik. Bereits 2013 hatte Prof. Dr. Oliver Bendel die Idee dazu. Er veröffentlichte am 11. September 2013 im Magazin CyberPress den Artikel „Der Lügenbot und andere Münchhausen-Maschinen“. Es folgten in den nächsten Jahren weitere Artikel und Beiträge. Kevin Schwegler, damals Student des Technikphilosophen, setzte dann einen Chatbot samt Avatar um, der mit Hilfe von sieben unterschiedlichen Strategien wahre Aussagen in unwahre umwandelte. Der LIEBOT behauptete z.B. im Sommer 2016, Donald Trump sei der Präsident der USA. Dazu hatte er in einem mehrstufigen Verfahren Informationen von Yahoo genutzt. Die Ergebnisse des Projekts wurden in einem Paper mit dem Titel „Towards Kant Machines“ verarbeitet und im März 2017 bei den AAAI Spring Symposia an der Stanford University vorgestellt. Zwar kann man einwenden, dass der LIEBOT selbst keine Absicht verfolgt und daher nicht im engeren Sinne lügt. Allerdings hat man ihm eben diese Absicht eingepflanzt. Er lügt sozusagen im Auftrag seiner Erfinder und Entwickler. Mit dem Projekt wollte Oliver Bendel zeigen, dass man Dialogsysteme bauen kann, die Unwahrheiten verbreiten. Heute sind sie in Form von Chatbots und Sprachassistenten anscheinend omnipräsent. Dabei muss man genau hinschauen, um die Unterschiede zu erkennen. In seinem Buch „300 Keywords Generative KI“ schreibt Oliver Bendel: „Halluzinierende Maschinen müssen … keine Münchhausen-Maschinen im engeren Sinne sein, da eine Absicht nicht vorliegt oder zumindest kaum nachgewiesen werden kann.“ Manipulierte LLM-basierte Chatbots dagegen kommen dem LIEBOT sehr nahe. ChatGPT und Co. verfolgen eine politische Agenda und haben eine ideologische Tendenz. So verwendet ChatGPT als Standard eine Sondersprache statt der Standardsprache und als Quelle u.a. Grokipedia von Elon Musk.
Abb.: Eine moderne Darstellung des LIEBOT (Bild: GPT Image)
Die Maschinenethik ist durch den Einsatz von großen Sprachmodellen, durch das Alignment in Form von Finetuning und das Moral Prompt Engineering, im Mainstream angekommen. Vor 15 Jahren galt sie als Orchideenfach. 2009 war „Moral Machines“ von Wendell Wallach und Colin Allen erschienen, 2011 „Machine Ethics“ von Susan L. Anderson und Michael Anderson. Im deutschsprachigen Raum gelten das „Handbuch Maschinenethik“ (ab 2017 in elektronischer Form, in gedruckter Form 2019, Springer VS) von Oliver Bendel und „Grundfragen der Maschinenethik“ (2018, Reclam) von Catrin Misselhorn als Standardwerke. Sie vertreten ähnliche Positionen, haben aber unterschiedliche Intentionen: Der Technikphilosoph will in erster Linie praktische Grundlagen schaffen, nämlich moralische Maschinen bauen, die Wissenschaftstheoretikerin theoretische Grundlagen erarbeiten. An der Hochschule für Wirtschaft FHNW lehrt Oliver Bendel seit 2010 Informationsethik mit Exkursen zur Roboterethik, etwa zur Frage: „Können Maschinen und Systeme Verantwortung tragen?“ (Foliensatz von 2010) … 2012 kam die Maschinenethik dazu, zunächst mit Beispielen wie dem Roboterauto-Problem, das sich vom Trolley-Problem ableitete. Oliver Bendel ließ eine Formel für autonome Autos entwickeln, die quantifizieren und qualifizieren konnte, wobei er darauf hinwies, dass sie beides nicht tun sollte. Im Foliensatz von 2013 heißt es unter der Überschrift „Die Moral der Maschinen“: „Die Ethik bezieht sich üblicherweise auf die Moral von Menschen, von Individuen und Gruppen, und in gewissem Sinne auf die Moral von Organisationen. Es kann in Abweichung davon auch um die Moral von Maschinen wie Agenten, Robotern und Drohnen gehen, also von mehr oder weniger autonomen Programmen und Systemen. Kann die Maschine mehr, als irgendeine Regel zu befolgen? Kann sie die Folgen ihres Handelns bedenken und in diesem Sinne verantwortlich agieren?“ Seine Antwort war, dass sie eine operationale und eine funktionale Moral anwenden bzw. entwickeln kann, im Rahmen von Pflicht- und Folgenethik, dass sie ein unvollständiges Subjekt der Moral bleibt, das kein Bewusstsein hat, keine echte Einsichtsfähigkeit und keinen freien Willen – und dass sie (wie er bereits 1997 in einer Arbeit festgestellt hatte) keine Verantwortung tragen kann. Die Maschinenethik kommt ins Spiel, sobald autonome oder teilautonome Maschinen vorhanden sind. Dennoch weist Oliver Bendel darauf hin, dass sie nicht für alle Bereiche geeignet ist. Er hat sich in seiner Arbeit seit 2012 auf Chatbots, Sprachassistenten und Haushaltsroboter fokussiert. Das „Handbuch Maschinenethik“ kann hier erstanden bzw. heruntergeladen werden.
Abb.: Oliver Bendel mit Miroka bei der ICSR 2025 in Neapel
Der Verein Ulmer Autoren ’81 suchte Mitte der 1980er-Jahre zum ersten Mal das Licht der Öffentlichkeit, mit einem Sammelband und mit Lesungen, wie im Club Orange. In den Medien wurde das unterschiedlich aufgenommen. Burkhard Meier-Grolmann, der für die Südwest Presse schrieb, spitzte die Feder und machte sie zum Dolch. In seinem Artikel „Lahmt dieser Pegasus?“ vom 2. November 1985 ätzte er: „Ein Blick in das jetzt vorliegende Autorenbuch 85/86 macht einen ganz schön schaudern, so viele dilettantische lyrische Gehversuche kommen einem da entgegen, so viele aufgeblasene Lebensläufe spreizen sich da unterdem [sic] alles erduldenden gnädigen Obdach des Vereins.“ Er nannte die vermeintlichen Übeltäter beim Namen, ohne Rücksicht und Verluste. Gnade kannte er nur bei einer Handvoll Autoren: „Man muss wahrlich um den Verein fürchten, man muss um ihn bangen, dass er, wenn er jetzt an die große Öffentlichkeit geht, nicht gleich darin umkommt, wären da nicht auch in dem Vereinsregister Namen, die den totalen Absturz ins Mittelmaß aufhalten können, wären da nicht die Talente, um die sich ein solcher Verein kümmern sollte. Ulms literarische Szene wird sich einige Namen merken müssen, will sie tatsächlich irgendwann einmal einen bedeutenden literarischen Lorbeer erhaschen, Namen wie Michael Koetzle, Sinasi Dikmen, Manfred Eichhorn, der 16jährige Oliver Bendel.“ In den Verein war Oliver Bendel allerdings gar nicht eingetreten, schon weil er sich die Gebühren als Jugendlicher nicht leisten konnte. Auch ansonsten ging er eigene Wege, wie ein anderer Artikel zeigte. Wenn man heute die Website des Vereins besucht, fällt das krude Deutsch auf: „Und deshalb gibt es die Ulmer AutorInnen. Wir sind ein Zusammenschluss schreibender Menschen aus Ulm und darüber hinaus.“ Was Burkhard Meier-Grolmann wohl dazu sagen würde? Er wird inzwischen als freier Journalist der SWP geführt. Vielleicht spitzt er noch einmal die Feder.
Abb.: Oliver Bendel bei einer Lesung im Club Orange in Ulm (Foto: SZ)
Erduan Ismailji’s master’s thesis, entitled „Ethical Decision-Making Framework for AI-Powered Autonomous Weapon Systems“, develops an interdisciplinary decision support framework for the responsible use of AI-powered autonomous weapon systems. The starting point is ethical theories, international humanitarian law, and the technical limitations of today’s AI. Using a design science research approach, a six-step framework is designed and validated through expert interviews. Key elements include the assessment of the deployment context, legal admissibility, ethical and design constraints, human oversight requirements, transparency, and the final deployment decision. The thesis shows that „meaningful human control“ remains indispensable and that existing approaches such as the Ethical Governor alone are not sufficient to close accountability gaps. The result is a practical governance model for decision-makers, developers, and military leaders that systematically integrates ethical and legal standards into the use of autonomous weapon systems. The master’s thesis was defended on January 20, 2026, before Prof. Dr. Oliver Bendel (FHNW School of Business, supervisor) and Prof. Dr. Aurona Gerber (University of the Western Cape, examiner).