Ayanda Rogge arbeitet seit Herbst 2019 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medien und Kommunikation der TU Dresden. Ihre Forschungsschwerpunkte sind post- und transhumanistische Entwicklungen wie emotional intelligente Maschinen und Mensch-Roboter-Interaktion – mit besonderem Fokus auf die Gestaltung von Mensch-Maschine-Kommunikation und anthropomorphem Framing. In ihrer Dissertation untersucht sie Kommunikationskomponenten, die zu einer höheren Interaktionsrate zwischen Mensch und Maschine in sozialen Kontexten führen. Dabei untersucht sie auch Liebespuppen mit erweiterten Funktionen und eigentliche Sexroboter. Für das Buch „Maschinenliebe“ (Hrsg. Oliver Bendel) hat sie gleich zwei Beiträge verfasst, einen mit einer Marktübersicht und einen mit einer psychologischen Studie mit Blick auf diverse Anwendungsgebiete. In der Sonntagszeitung vom 13. Dezember 2020 gibt sie Auskunft zu ihrer Forschung und Einschätzungen zu Problemgebieten. In einem Infokasten wird auch der genannte Band erwähnt, der Ende Oktober 2020 herausgekommen ist und über Springer bezogen werden kann. Der Artikel kann ab dem 20. Dezember 2020 kostenlos als PDF heruntergeladen werden.
Abb.: Ayanda Rogge beim Berliner Kolloquium 2019 (Foto: Daimler und Benz Stiftung)
Dass Google deutsche Medien unterstützt und direkt oder indirekt beeinflusst, ist seit einer Weile bekannt. Es fehlte aber eine umfassende Studie dazu. Diese wurde am 26. Oktober 2020 von Ingo Dachwitz und Alexander Fanta vorgelegt, unter dem Titel „Medienmäzen Google: Wie der Datenkonzern den Journalismus umgarnt“. Die Zusammenfassung: „Der Internet-Riese Google hat seit 2013 mehr als 200 Mio. Euro in den europäischen Journalismus gesteckt, der Löwenanteil ging nach Deutschland. Neben technologischen Entwicklungen werden auch Rechercheprojekte gefördert, Journalismus-Kongresse organisiert und Ausbildungsaufenthalte junger JournalistInnen finanziert. Warum macht Google das? Ingo Dachwitz und Alexander Fanta, zwei engagierte Wissenschaftler und profilierte Datenjournalisten, beschreiben die Facetten eines komplexen ‚Ökosystems‘ von Medienverlagen, Redaktionen und Datenkonzernen, werten aktuelle Daten über die finanziellen Zuwendungen aus und befragen AkteurInnen beider Seiten zu dieser ungewöhnlichen Zusammenarbeit. Die Studie, von der OBS und dem DGB auf den Weg gebracht, zeigt, wie Google die Medien umgarnt – und lädt zugleich ein zu einer Debatte über öffentliche Innovationsförderung für den Medienbereich.“ Die Studie kann über www.otto-brenner-stiftung.de/wissenschaftsportal/informationsseiten-zu-studien/medienmaezen-google/ heruntergeladen werden.
Abb.: Ein Google-Stand bei einem Event in Deutschland
Im Bundesministerium für Gesundheit (BMG) fand am 8. Dezember 2020 ein nichtöffentliches Fachgespräch zur Pflegerobotik statt. Die Parlamentarische Staatssekretärin überbrachte Grüße von Jens Spahn und führte in die Thematik ein. Dann wurden vier Vorträge aus Sicht der Robotik, der Pflegepraxis, der Ethik und der Rechtswissenschaft gehalten. Über zehn weitere Expertinnen und Experten ergänzten die Inhalte und stellten Fragen. In seinem Vortrag „Ethische Dimensionen von Robotik in der Pflege“ handelte Prof. Dr. Oliver Bendel sechs Themenbereiche ab, einen davon mit folgenden Worten: „Die Roboter können Pflegekräfte unterstützen, indem sie Lebensmittel, Medikamente und Verbandszeug transportieren, Patienten beaufsichtigen und einsammeln, etwa für bestimmte Termine. Damit entlasten sie bei der täglichen Arbeit. Roboter können Pflegebedürftige unterstützen, etwa indem sie Dinge holen, Flaschen öffnen und Becher reichen. Damit fördern sie die persönliche Autonomie. Sie können zudem mit ihnen Übungen machen und sich mit ihnen unterhalten. Damit stärken sie die körperliche und geistige Beweglichkeit.“ Und später, mit Blick auf Aus- und Weiterbildung: „Pflegekräfte sollten frühzeitig Prototypen und Produkte kennenlernen und mit diesen im Tandem arbeiten. Es sind Weiterbildungen anzubieten, die auf Digitalisierung und Robotisierung grundsätzlich eingehen und die ein realistisches Bild von den heutigen Möglichkeiten und zukünftigen Entwicklungen zeichnen.“ Ein weiterer Komplex betraf das Verständnis aller Beteiligten. Oliver Bendel plädierte für Roboterparks, in denen man realen Robotern begegnet. „Man kann auch spezifische Parks mit Robotern in der Pflege einrichten. Dort könnten zudem gedankengesteuerte Rollstühle, Exoskelette, Hightechprothesen etc. ihren Platz haben.“
Das Buch „Maschinenliebe“ (Hrsg. Oliver Bendel) enthält 16 Beiträge international renommierter Expertinnen und Experten. Der Beitrag „Liebespuppen und Sexroboter in der Moral“, der vom Herausgeber stammt, wird im Abstract so zusammengefasst: „Dieser Beitrag klärt zunächst die Begriffe der Sexroboter und der Liebespuppen. Dann stellt er aus der Perspektive der Maschinenethik spezifische Fragen und beantwortet sie vorläufig. Anschließend werden die Bereichsethiken einbezogen, um die Implikationen für den Menschen, für Anbieter, Vermittler und Benutzer, herauszuarbeiten. Es folgen Gedankenexperimente, mit denen philosophische und speziell ethische Fragen aufgeworfen und vertieft werden. Am Ende fasst der Autor die Ergebnisse zusammen. Maschinenethik kann aus seiner Sicht helfen, Sexroboter und Liebespuppen mit besonderen Fähigkeiten zu konstruieren, die moralische Maschinen in ihrem Aussehen und Verhalten sind und die es einigen Menschen ermöglichen, ihre sexuellen Aktivitäten zu ergänzen und ein erfülltes Leben zu führen. Die Ergebnisse der klassischen Bereichsethiken können im Hinblick auf den adäquaten Einsatz von Sexrobotern hilfreich sein und weisen auf die Chancen wie auf die Risiken hin. Gedankenexperimente erlauben neue Einsichten und sind Ausgangspunkt für empirische Untersuchungen.“ Das Buch kann über Springer bezogen werden. Wer einen Zugang zu SpringerLink hat, kann es kostenlos herunterladen.
On behalf of Prof. Dr. Oliver Bendel, M. Hashem Birahjakli investigated possible attacks on self-driving cars as part of his final thesis in 2020. The supervisor was Safak Korkut. In the chapter „Attacking Scenarios on Sensors“ the student divided into invasive attacks and non-invasive attacks. In the section on invasive attacks he dealt with different sensors and examined possible attacks based on scenarios: vision-based cameras (chewing gum, lipstick, and nail polish; spraying paint; transparent colored foil; concave lenses), radar (chaff, countermeasure), lidar (mirror and reflective objects; dust; face powder), inertial measuring unit (magnet), and sonar (carrot and stick; duct tape). In the section on non-invasive attacks he dealt with fake traffic signs, invisible or fake obstacles, and roadside attacks. The results of the work suggest that every 14-year-old girl or boy could disable a self-driving car. So far, hacking has been seen as the greatest threat to autonomous driving. But while not everyone can hack, almost everyone carries chewing gum or lipstick. The automotive industry should consider this threat seriously.
Der ehemalige Chefredakteur und Herausgeber der ZEIT, Theo Sommer, hat für das Buch „Social Credit Rating“ (Hrsg. Oliver Everling) einen Beitrag – Titel: „Überwachungsstaat China“ – zum Sozialkreditsystem in China geschrieben. Aus dem Abstract: „Die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) ist darauf aus, das Verhalten und die Gesinnung der Bürger nach den Vorgaben der Führung gleichzuschalten. Wichtigster Hebel dabei ist das geplante Sozialkreditsystem – eine von Algorithmen gesteuerte Maschinerie, die Bürger, Unternehmen, Institutionen und Behörden überwacht, bewertet und, je nachdem, belohnt oder bestraft. Anders als in der deutschen Schufa geht es dabei nicht nur um Bonitätsauskünfte über Kreditverträge und Zahlungsverhalten, sondern um sämtliche Daten. Das System ist als ‚Totalitarismus im digitalen Gewand‘ beschrieben worden. Bundeskanzlerin Angela Merkel soll dazu gesagt haben, George Orwell’s ‚1984‘ sei im Vergleich dazu nur ein ‚laues Lüftchen‘. Das SKS stellt auch die ausländischen Unternehmen in China vor große Herausforderungen.“ Weitere Beiträge zum Sozialkreditsystem gibt es von Oliver Bendel und Marianne von Blomberg. Das Buch kann über SpringerLink heruntergeladen werden.
Ende November 2020 ist das Buch „Social Credit Rating“ (Hrsg. Oliver Everling) erschienen. Enthalten ist ein Beitrag von Oliver Bendel mit dem Titel „Das Sozialkreditsystem in China aus ethischer Sicht“. Aus dem Abstract: „Das Sozialkreditsystem ist ein im Test bzw. in den Anfängen befindliches Überwachungs-, Erfassungs- und Bewertungssystem zur Angleichung des Verhaltens der Bürger, Behörden und Firmen von China an die moralischen, sozialen, rechtlichen, wirtschaftlichen und politischen Anforderungen der Kommunistischen Partei (KP). Es findet, so der Plan, ein permanentes Rating und Scoring mit Blick auf die Lebenssituation, das Sozialverhalten oder Verwaltungs- und Wirtschaftsaktivitäten statt. Der vorliegende Beitrag skizziert die Diskussion über das Sozialkreditsystem in den westlichen Medien und zwischen den Experten in China. Ausgehend von Grundannahmen, die von der Planung und Projektierung abgeleitet sind, werden Überlegungen aus der Perspektive der Ethik angestellt, und zwar mit Blick auf die betroffenen Bürgerinnen und Bürger. Die Anwendung des Systems auf Unternehmen spielt im vorliegenden Beitrag keine Rolle. Der Befund ist, dass eine bestimmte Umsetzung des Sozialkreditsystems die Lebensqualität heben, aber auch die Persönlichkeitsrechte und die Menschenrechte verletzen kann.“ Das Buch kann über SpringerLink heruntergeladen werden.
Abb.: Das Sozialkreditsystem hat mit Spielifizierung zu tun
Manche, die ihren Angehörigen oder ihren Partner verloren haben, lassen ihn mit Hilfe von Technik, Künstlicher Intelligenz und Robotik wiederauferstehen. Die Funke-Mediengruppe hat Oliver Bendel zu diesem Thema befragt. Manche, so seine Auskunft, werden die Toten wiederauferstehen lassen, indem sie deren Sprache oder Stimme verwenden. Es reichen heute nur wenige Minuten der Originalstimme, um Sprachassistenten beliebige Sätze sprechen zu lassen, die ihr täuschend ähnlich sind. Andere werden Avatare erzeugen oder erzeugen lassen, ähnlich wie die Neons. Wieder andere, so der Informations- und Maschinenethiker, werden ihre Toten in Form von humanoiden Robotern bei sich haben. Einrichtungen wie Hanson Robotics und Realbotix in den USA und die Hiroshi Ishiguro Laboratories in Japan können schon heute sehr lebensechte Abbildungen herstellen. Die Aussagen von Oliver Bendel flossen in Beiträge ein, die in zehn Zeitungen und Kanälen erschienen, etwa online im Hamburger Abendblatt.
There is great media interest in the new book „Maschinenliebe“ (ed. Oliver Bendel), which was published in October 2020. Several review copies were sent out. The title means „Machine Love“, „Machines for Love“, or „Machines of Love“. Three contributions are in English. One of them – „Speaking with Harmony: Finding the right thing to do or say … while in bed (or anywhere else)“ – is by Kino Coursey (Realbotix). From the abstract: „Doing or saying the right thing in response to circumstances is a constant problem, especially for embodied personal companions like Realbotix’s Harmony. In this paper we will describe the Harmony system, how it finds the right thing to say or do, and how recent advances in neural network-based natural language processing and generation will be integrated into next-generation systems. These advances will allow the transition from pattern-oriented responses to dynamic narrative-oriented response generation. Future systems will be able adapt to their situation much more flexibly, and allow a wider range of role-playing and interaction.“ The focus here is on the use of large language models such as GPT-2. More information via www.springer.com/de/book/9783658298630.
In October 2020 the book “Maschinenliebe” (ed. Oliver Bendel) was published by Springer. The title means “Machine Love”, “Machines for Love” or “Machines of Love”. Three contributions are in English. One of them (“Intimate Relationships with Humanoid Robots”) is by Yuefang Zhou and Martin H. Fischer (University of Potsdam). From the abstract: “The topic of human-robot intimate relationships is not only an intensely emotional one that is present in the mass media because of its ability to stir excitement. The very same topic also requires our understanding of basic mechanisms of the human mind and of social cognition in particular. A scientifically-minded framing of the debate around whether and how we might engage in intimate relationships with humanoid robots in the near future might in turn improve our understanding of human sexuality. Viewed from this angle, intimate human-robot interaction is then merely one of many examples of studying human-machine interactions for the benefit of users and as a means of improving our knowledge about humans and the human mind. In this chapter we will adopt such a stance and discuss both social-cognitive and sexual aspects of this innovative topic, review available empirical evidence and offer some suggestions for further research.” More information via www.springer.com/de/book/9783658298630.
In October 2020 the book „Maschinenliebe“ (ed. Oliver Bendel) was published by Springer. The title means „Machine Love“, „Machines for Love“ or „Machines of Love“. Three contributions are in English. One of them („Guys and Dolls“) is by Kate Devlin and Chloé Locatelli (King’s College London). From the abstract: „This chapter explores the creators and potential consumers of sex robots. With Realbotix as our case study, we take a closer look at the language and sentiments of those developing the technology and those who are testing, consuming, or showing an interest in it. We do this by means of website and chat forum analysis, and via interviews with those involved. From this, we can see the motivation for developing a sexual companion robot places the emphasis firmly on the companionship aspect, and that those involved in creating and consuming the products share an ideology of intimacy and affection, with sexual gratification only playing a minor role.“ More information via www.springer.com/de/book/9783658298630.
Seit einiger Zeit lässt die Bundesrepublik Deutschland untersuchen, ob Pflegeroboter zukünftig verstärkt gefördert und eingesetzt werden sollen. Am 20. Februar 2019 fand im Deutschen Bundestag das öffentliche Fachgespräch „Robotik in der Pflege – gesellschaftliche Herausforderungen“ statt. Robotikerin Dr. Birgit Graf sprach über „Potenziale und Grenzen der Robotik für die Pflege – Stand der Technik und Anwendung, Herausforderungen für Forschung und Entwicklung“, Pflegewissenschaftler Prof. Dr. Manfred Hülsken-Giesler nahm eine „Einordnung und Bewertung aus Sicht der Pflegewissenschaft“ vor. „Ethisch-normative Herausforderungen der Pflegerobotik“ war der Titel des Vortrags von Prof. Dr. Oliver Bendel, Informations- und Maschinenethiker. Später folgte eine Einschätzung des Deutschen Ethikrats, der Robotern in der Pflege grundsätzlich positiv gegenübersteht. Am 8. Dezember 2020 findet im von Jens Spahn geleiteten Bundesministerium für Gesundheit das nichtöffentliche Fachgespräch „Robotik in der Pflege: Praktische und ethische Dimensionen“ statt. Prof. Dr. Oliver hält einen Vortrag zum Thema „Ethische Dimensionen von Robotik in der Pflege“. Damit dürfte der Gang durch die Institutionen auf Bundesebene mehr oder weniger abgeschlossen sein.
Abb.: Ein Pflegeroboter und eine Pflegekraft (Foto: Daimler und Benz Stiftung)
Das Kolloquium „Soziale Roboter“ fand am 21. Oktober 2020 im Haus der elektronischen Künste (HeK) in Münchenstein bei Basel statt. Der Technikphilosoph Prof. Dr. Oliver Bendel, der Psychologe Prof. Dr. Hartmut Schulze und die Künstlerin Simone C. Niquille steckten mit Kurzvorträgen das Themenfeld ab und diskutierten in einem Podiumsgespräch die aufgeworfenen Fragen. In „Maschinenethik und soziale Robotik“ stellte Oliver Bendel diese beiden Disziplinen vor und erklärte die Zusammenhänge zwischen ihnen, unter Einbezug weiterer Disziplinen wie der Künstlichen Intelligenz und des Künstlichen Bewusstseins. Soziale Roboter können Empathie und Emotionen simulieren, Aufgaben im sozialen Kontext lösen und moralischen Regeln folgen. Oliver Bendel nahm eine nicht selbstverständliche Erweiterung des Begriffs vor: Soziale Roboter sind für ihn sowohl Hardware- als auch Softwareroboter, und ihr künstlich hergestelltes Verhalten kann sich nach ihm auf Menschen wie auf Tiere beziehen. Am Ende seines Vortrags ging Oliver Bendel auf HAPPY HEDGEHOG ein, einen tierfreundlichen Rasenmähroboter, der unter seiner Leitung als Prototyp entstanden ist, und auf SPACE THEA, einen Sprachassistenten, der Empathie und Emotionen zeigen und auf Marsflügen eingesetzt werden können soll – der Prototyp soll im Sommer 2021 fertig sein. Das Video zur Veranstaltung, die in Zusammenarbeit mit TA-SWISS durchgeführt wurde, kann über vimeo.com/473412024 aufgerufen werden.
On 24 October 2020 the article „Love Dolls and Sex Robots in Unproven and Unexplored Fields of Application“ by Oliver Bendel was published in Paladyn, Journal of Behavioral Robotics. From the Abstract: „Love dolls, the successors of blow-up dolls, are widespread. They can be ordered online or bought in sex shops and can be found in brothels and households. Sex robots are also on the rise. Research, however, has been slow to address this topic thoroughly. Often, it does not differentiate between users and areas of application, remaining vague, especially in the humanities and social sciences. The present contribution deals with the idea and history of love dolls and sex robots. Against this background, it identifies areas of application that have not been investigated or have hardly been investigated at all. These include prisons, the military, monasteries and seminaries, science, art and design as well as the gamer scene. There is, at least, some relevant research about the application of these artefacts in nursing and retirement homes and as such, these will be given priority. The use of love dolls and sex robots in all these fields is outlined, special features are discussed, and initial ethical, legal and pragmatic considerations are made. It becomes clear that artificial love servants can create added value, but that their use must be carefully considered and prepared. In some cases, their use may even be counterproductive.” The article is available here for free as an open access publication.
Fig.: The creator and his creature (photo: Realbotix)
Die Mitglieder der Ethikkommissionen der Schweiz sind zu der diesjährigen Weiterbildung mit dem Thema „Künstliche Intelligenz in der Humanforschung – Wissenschaftliche, rechtliche und ethische Herausforderungen“ ins Landesmuseum Zürich eingeladen. Die Veranstaltung wird durchgeführt von swissethics, der Dachorganisation der Kantonalen Ethikkommissionen. Sie wird eröffnet von Prof. Dr. Julia Vogt (ETH Zürich). Ihr Vortrag trägt den Titel „Künstliche Intelligenz: eine wissenschaftliche Herausforderung in der Forschung“. Danach spricht Prof. Dr. med. Adrian Egli (Universitätsspital Basel) über „Herausforderungen künstlicher Intelligenz in der Mikrobiologie“. Nach der Pause geht es um „Apps, Algorithmen und Roboter in der Medizin: Haftungsrechtliche Herausforderungen“ – das Gebiet von Prof. Dr. iur. Corinne Widmer Lüchinger (Universität Basel). Den Abschluss bildet der Vortrag von Prof. Dr. oec. HSG Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW) mit dem Titel „Therapie- und Pflegeroboter: Ethische Herausforderungen“. Das Programm kann hier aufgerufen werden. Weitere Informationen über www.swissethics.ch/aus-fortbildung/fuer-ek-mitglieder.
Mathias Lindenau und Marcel Meier Kressig sind die Herausgeber des Buchs „Schöne neue Welt? Zwischen technischen Möglichkeiten und ethischen Herausforderungen“. Dieses ist im Juli 2020 erschienen. Von Oliver Bendel, dem Informations- und Maschinenethiker aus Zürich, stammt der Beitrag „Serviceroboter aus Sicht der Ethik“. Dieser geht zurück auf seinen Vortrag bei den Vadian Lectures in St. Gallen, gehalten am 9. Mai 2019. Aus der Zusammenfassung am Ende des Beitrags stammen die folgenden Sätze: „Der vorliegende Beitrag hat Serviceroboter, die in den allgemeinen und öffentlichen Bereich vordringen, die über Wege rollen, über Plätze gehen und Räume besetzen, definiert und systematisiert, er hat ihre Einsatzmöglichkeiten skizziert und ausgewählte Problembereiche erkundet. Es wurden Lösungsvorschläge u.a. aus der Perspektive der Informationsethik und der Maschinenethik unterbreitet.“ Das Buch ist hier erhältlich.
Im Herbst 2020 erscheint das von Oliver Everling herausgegebene Buch „Social Credit Rating“ im Springer-Verlag. Aus der Verlagsinformation: „Social Credit Ratings sind das Ergebnis von Sozialkreditsystemen. Diese umfassen auf verschiedene Datenbanken zugreifende, online betriebene Rating- oder Scoringsysteme, bei denen beispielsweise die Kreditwürdigkeit, das Strafregister und das soziale und gesellschaftliche Verhalten von Personen oder Organisationen wie Unternehmen oder Nichtregierungsorganisationen zur Klassifizierung ihrer Reputation verwendet werden.“ (Information Springer) Einer der über 20 Beiträge im Buch stammt von Prof. Dr. Oliver Bendel. Das Sozialkreditsystem in China, über das er schreibt, ist ein im Test bzw. in den Anfängen befindliches Überwachungs-, Erfassungs- und Bewertungssystem zur Angleichung des Verhaltens der Bürger, Behörden und Firmen von China an die moralischen, sozialen, rechtlichen, wirtschaftlichen und politischen Anforderungen der Kommunistischen Partei. „Zwischen Konfuzius und Orwell“ sieht er es angesiedelt, und so lautet auch das Motto, das er für den Beitrag gewählt hat. Weitere Informationen zum Buch über www.springer.com/de/book/9783658296520#aboutBook.
An dem Buch „Maschinenliebe“ haben sechzehn Personen mitgewirkt, international bekannte Expertinnen und Experten ebenso wie Nachwuchswissenschaftlerinnen, zudem eine Bordellbesitzerin und eine Sexarbeiterin. Oliver Bendel, der Herausgeber, will den englischsprachigen Publikationen ein überwiegend deutschsprachiges Werk zur Seite stellen, um damit bei hiesigen Medien, Politik und Gesellschaft (und bei Vertretern der Wissenschaft, die das Deutsche beherrschen bzw. bevorzugen) das Interesse für ein wichtiges Thema zu wecken. Liebespuppen sind längst Realität, in Freudenhäusern wie Haushalten, Sexroboter werden ständig verbessert, und es muss untersucht werden, welche Chancen und Risiken von ihnen ausgehen. Die Autorinnen und Autoren nähern sich dem Thema unaufgeregt, aus technischer, sexologischer, psychologischer, philosophischer und soziologischer Perspektive, sie legen Studien vor und stellen Gedankenexperimente an. Die Autorinnen und Autoren sind (in alphabetischer Reihenfolge): Oliver Bendel, Kino Coursey, Kate Devlin, Nicola Döring, Katrin Etzrodt, Martin H. Fischer, Tanja Kubes, Chloé Locatelli, Ayanda Rogge, Melike Şahinol, Heinz-Jürgen Voß, Leonie Weber, Sophie Wennerscheid und Yuefang Zhou. Sie arbeiten in der Schweiz, in der Türkei, in Texas, England, Dänemark und Deutschland. Das Buch erscheint bei Springer im Herbst 2020, hat ca. 200 Seiten und mehrere farbige Abbildungen. Drei der 16 Beiträge liegen in englischer Sprache vor. Weitere Informationen über www.springer.com/gp/book/9783658298630.
Harald Naegeli ist einer der wichtigsten Künstler der Schweiz. Er ist, trotz seines hohen Alters und seiner angeschlagenen Gesundheit, immer noch aktiv. Dem Kunsthaus Zürich vermachte er unlängst ein unerwünschtes Geschenk. Die Zeichnung auf der Fassade wurde augenblicklich entfernt, der Sprayer von Zürich, wie er sich seit fünf Jahren wieder nennen darf, verzeigt. Das wiederum rief Berichterstattung und Protest hervor. Eine Medienmitteilung vom 13. Juni 2020, die informationsethik.net vorliegt, gibt zur Auskunft: „Der Stiftungsrat der Stiftung Zürcher Kunsthaus ist nach reiflicher Überlegung zum Schluss gekommen, den Strafantrag gegen Harald Naegeli im Zusammenhang mit den von ihm am Kunsthaus angebrachten Graffiti zurückzuziehen.“ Diese Entscheidung ist zu begrüßen. Vielleicht kann mit den Donationen in Zukunft so umgegangen werden, dass sie dokumentiert, diskutiert und erst dann der Vergänglichkeit anheimgegeben werden. Eine andere Möglichkeit ist die dauerhafte Konservierung, immerhin ein Weg, der anderswo in Zürich gegangen wurde. Eine Kunstethik kann sich dem Wert und Ort der Kunst der Straße widmen, gerade in Zeiten, in denen Gebäude immer wieder geschlossen werden müssen. Eine Philosophie der Kunst mag sich dem Umstand zuwenden, dass die Strichmännchen von Naegeli zu Sensemännern geworden sind, und herausarbeiten, dass sie mit ihrem gebogenen Blatt auf die Vergänglichkeit des Lebens und der Kunst zu zeigen scheinen.
Das Buch „Maschinenliebe“, herausgegeben von Oliver Bendel, geht in die Produktion. Es enthält Beiträge von international bekannten Expertinnen und Experten sowie Interviews mit einer Bordellbetreiberin und einer Sexarbeiterin. Aus dem Klappentext: „Sexroboter sind ein Thema, das die Medien mit Vorliebe behandeln und die Gesellschaft spaltet. Es gibt einige Modelle wie Emma und Harmony. Viel verbreiteter sind allerdings einfache Liebespuppen mit überzeugender Haut und auswechselbaren Körperöffnungen. Sie finden sich in zahlreichen Bordellen und können problemlos bei Amazon und Co. bestellt werden. Zwischen Liebespuppen und Sexrobotern sind die Grenzen fließend. Sobald Liebespuppen sprechen können oder Sensoren und Aktoren haben, werden sie zu Sexrobotern. Weiterentwickelte Varianten weisen mimische Fähigkeiten auf und können den Kopf bewegen. Das Buch erklärt Grundbegriffe, geht auf technische Details ein und diskutiert psychologische, soziologische und philosophische Erkenntnisse und Herausforderungen. Es beleuchtet die Praxis der Sexarbeit und liefert Stellungnahmen von Herstellern und Benutzern.“ (Klappentext „Maschinenliebe“) Das Werk kommt im Herbst 2020 auf den Markt. Weitere Informationen über www.springer.com/de/book/9783658298630.
In May 2020 the media was interested in a video by Rocos showing a robot from Boston Dynamics trying to be a shepherd dog. You could see the artificial quadruped running towards a flock of sheep. “Now, it’s clear that the video is mostly a fun teaser rather than a serious claim by Rocos (or Boston Dynamics) that robots will soon be replacing sheepdogs.” (The Verge, 22 May 2020) According to the magazine, it does invite a tantalizing question: if that did happen, „how well would the robots fare“ (The Verge, 22 May 2020)? „Terrible“, is the straight answer of sheep farmer and author James Rebanks. „The robot might be an amazing tool for lots of things but it is worthless and unwanted as a sheepdog …“ (The Verge, 22 May 2020) However, the profession of shepherd is not everywhere in the world the dream of all boys and girls, and shepherd dogs do not fall from the sky. It is also not clear whether there is a big difference for the sheep and how positively or negatively they react to the machine. It is just as unclear whether lambs that have never met real dogs would be comfortable with it. This would have to be researched in animal psychology and social robotics and in disciplines such as animal-machine interaction, which are still in their infancy. Only then would one know whether the shepherd interviewed by the magazine is right.
La Biennale di Venezia announces that the 17th International Architecture Exhibition („How Will We Live Together?“) has been postponed to 2021, to be held from 22 May to 21 November. If all things go well, next year’s Salon Suisse will again be dedicated to the topic „Bodily Encounters“. In this case, a lecture by Prof. Dr. Oliver Bendel on bio- and bodyhacking will take place in Palazzo Trevisan, followed by a discussion with Mike Schaffner and Prof. Dr. Georg Vrachliotis. Biohacking can be defined as the use of biological, chemical or technical means to penetrate organisms or their components in order to change and improve them. The combination of organisms is also possible, creating real-life chimeras. A subsection of biohacking is bodyhacking, in which one intervenes in the animal or human body with biological and chemical, but above all technical means (computer chips, magnets, devices of all kinds, exoskeletons and prostheses), often with the aim of animal or human enhancement and sometimes with a transhumanist mentality. Oliver Bendel is an information and machine ethicist and has been working on human enhancement and animal enhancement for years. Georg Vrachliotis is a professor of architecture, Mike Schaffner a transhumanist.