If You’re Going to San Francisco

According to Mission Local, a policy proposal heading for Board of Supervisors approval next week would explicitly authorize San Francisco police to kill suspects using robots. It is the following wording that is causing discussion: “Robots will only be used as a deadly force option when risk of loss of life to members of the public or officers are imminent and outweigh any other force option available to SFPD.“ According to the local newspaper, this could mark a legal crossing of the Rubicon: „Robot use-of-force has never before been approved, nor has it ever been prohibited, in San Francisco.“ (Mission Local, 22 November 2022) Of what kind of arsenal are we talking, anyway? „The SFPD has 17 robots in its arsenal, 12 of which it describes as fully functional. According to police spokesperson Officer Robert Rueca, they have never been used to attack anyone. The robots are remote-controlled, and are typically used to investigate and defuse potential bombs or to surveil areas too awkward or dangerous for officers to access.“ (Mission Local, 22 November 2022) In August 2022, Oliver Bendel gave a talk about police robots at the Robophilosophy 2022 conference. The paper will be published in a few weeks.

Abb.: Blick auf San Francisco

Möglichkeiten und Herausforderungen des Robot Enhancement

Mitte Dezember erscheint bei Mentis das Buch „Mensch-Maschine-Interaktion: Konzeptionelle, soziale und ethische Implikationen neuer Mensch-Technik-Verhältnisse“, herausgegeben von Orsolya Friedrich, Johanna Seifert und Sebastian Schleidgen. Darin enthalten ist ein Beitrag von Oliver Bendel mit dem Titel „Möglichkeiten und Herausforderungen des Robot Enhancement“. Dieses zielt auf die Erweiterung und damit einhergehende Veränderung oder Verbesserung des Roboters durch den Benutzer bzw. eine Firma, etwa in funktionaler, ästhetischer, ethischer oder ökonomischer Hinsicht. Der Beitrag trägt Beispiele von Robot Enhancement zusammen und erläutert die jeweiligen Ziele und Methoden. Er skizziert auch Beispiele, die erst Teil der Ideengeschichte oder Beginn der Konzeptionsphase sind und gleichwohl in Zukunft eine nicht unerhebliche Bedeutung entfalten dürften. Es findet eine technische, philosophische und ökonomische Diskussion statt: Es wird festgestellt, ob es sich bei den Beispielen um eine Verbesserung handelt und für wen eine solche entsteht – oder ob es einfach eine Veränderung ist und was sie beinhaltet. Es wird herausgearbeitet, dass Roboter von der Erweiterung überstrapaziert sein, dass sie damit aber auch eine Weiterentwicklung erfahren können, und dass ontologische, ästhetische und ethische Herausforderungen resultieren. Zudem wird angedeutet, wie man mit Robot Enhancement neue Märkte erschließen könnte. Weitere Informationen über www.mentis.de/edcollbook/title/61544.

Abb.: Oliver Bendel mit Pepper (Foto: Sara Zarubica)

Conversational Agents für tote, ausgestorbene und gefährdete Sprachen

Chatbots und Sprachassistenten – sogenannte Conversational Agents – entstanden an der Hochschule für Wirtschaft FHNW von 2012 bis 2022 vor allem im Kontext der Maschinenethik und Sozialen Robotik. Prof. Dr. Oliver Bendel möchte sich nun verstärkt um tote, ausgestorbene und gefährdete Sprachen kümmern. @ve ist ein erster Versuch in dieser Richtung. Gewonnen werden konnte dafür im September 2022 der Entwickler Karim N’diaye. Er stellte am 17. November 2022 an der Hochschule die Zwischenergebnisse vor. Der Chatbot basiert auf GPT-3, einem Sprachmodell, das Deep Learning einsetzt, um natürlichsprachliche Fähigkeiten zu erlangen. Das neuronale Netzwerk weist etwa 175 Milliarden Parameter auf, was einen Rekord darstellt. Kombiniert mit einer Wissensdatenbank, welche Informationen über die lateinische Sprache enthält, kann @ve präzise Antworten auf Benutzeranfragen generieren. Mit ihr kann man also auf Lateinisch plaudern und etwas darüber erfahren. Weitere Projekte mit Chatbots und Sprachassistenten ab 2023 sollen sich gefährdeten und aussterbenden Sprachen widmen. Latein wird an vielen Schulen und Hochschulen gelehrt und immer noch für das eine oder andere Studium – etwa der Philosophie – vorausgesetzt respektive gewünscht. Mit „Romulus“ hat Sky Italia eine Serie in dieser toten Sprache produziert und sie damit ein Stück weit lebendig gemacht. In Deutschland ist sie auf Magenta TV mit Untertiteln zu sehen. Informationen zu @ve werden Ende Dezember 2022 über www.ave-bot.ch bereitgestellt.

Abb.: Auch Sardisch ist eine gefährdete Sprache

Proceedings von „How Fair is Fair? Achieving Wellbeing AI“ erschienen

Am 17. November 2022 sind die Proceedings von „How Fair is Fair? Achieving Wellbeing AI“ (Organisatoren: Takashi Kido und Keiki Takadama) auf CEUR-WS erschienen. Das AAAI 2022 Spring Symposium fand vom 21. bis 23. März 2022 an der Stanford University statt. Im elektronischen Band finden sich sieben Full Papers mit 6 – 8 Seiten: „Should Social Robots in Retail Manipulate Customers?“ von Oliver Bendel und Liliana Margarida Dos Santos Alves (3. Platz der Best Presentation Awards), „The SPACE THEA Project“ von Martin Spathelf und Oliver Bendel (2. Platz der Best Presentation Awards), „Monitoring and Maintaining Student Online Classroom Participation Using Cobots, Edge Intelligence, Virtual Reality, and Artificial Ethnographies“ von Ana Djuric, Meina Zhu, Weisong Shi, Thomas Palazzolo und Robert G. Reynolds, „AI Agents for Facilitating Social Interactions and Wellbeing“ von Hiro Taiyo Hamada und Ryota Kanai (1. Platz der Best Presentation Awards) , „Sense and Sensitivity: Knowledge Graphs as Training Data for Processing Cognitive Bias, Context and Information Not Uttered in Spoken Interaction“ von Christina Alexandris, „Fairness-aware Naive Bayes Classifier for Data with Multiple Sensitive Features“ von Stelios Boulitsakis-Logothetis und „A Thermal Environment that Promotes Efficient Napping“ von Miki Nakai, Tomoyoshi Ashikaga, Takahiro Ohga und Keiki Takadama. Zudem gibt es mehrere Short Papers und Extended Abstracts. Die Proceedings können über ceur-ws.org/Vol-3276/ abgerufen werden.

Abb.: In dieser Gegend fand das Symposium statt

Ein sprechender und duftender Umarmungsroboter

Das HUGGIE-Projekt an der Hochschule für Wirtschaft FHNW schreitet voran. Unter der Leitung von Prof. Dr. Oliver Bendel wird das vierköpfige Team (Andrea Puljic, Robin Heiz, Ivan De Paola, Furkan Tömen) bis Januar 2023 eine Umarmungspuppe an Benutzern testen. Bereits bekannt ist, dass Wärme und Weichheit der Arme und des Körpers erwünscht sind. Nun wird untersucht, ob z.B. auch Stimme, Vibration und Geruch die Akzeptanz erhöhen. Die Leitfrage des Praxisprojekts ist: Kann ein sozialer Roboter durch Umarmungen und Berührungen zur Steigerung des körperlichen und geistigen Wohlbefindens beitragen, und welche Faktoren sind dabei zu berücksichtigen? Die Grundlage von HUGGIE ist eine Schneiderpuppe. Hinzu kommen Kleidung, ein Wärmeelement, ein Vibrationselement und ein Audiosystem. Zusätzlich wird ein Duft appliziert. Die Arme werden über unsichtbare Fäden bewegt, sodass aktive Umarmungen möglich sind. Insgesamt entsteht der Eindruck eines Umarmungsroboters. In einem Schweizer Unternehmen fand im November 2022 ein Probelauf mit 65 Probanden statt. Sie wurden von HUGGIE und einem Riesenteddy umarmt. Anhand der Ergebnisse und Eindrücke werden der Fragebogen und die Versuchsanordnung verbessert. Ab Ende November 2022 tritt das Projekt in seine finale Phase, mit Durchführung und Auswertung der Tests.

Abb.: Das Team vor dem Probelauf

Ein Roboter, der Erdbeeren pflückt

Ein Roboter als Erntehelfer – daran arbeitet IAV aus Berlin laut eigenen Angaben in einem Pionierprojekt gemeinsam mit großen Landwirtschaftsbetrieben in Deutschland. Der Ernteroboter sei derzeit „auf das Pflücken von Erdbeeren spezialisiert“ (Website IAV), das System lasse sich jedoch skalieren und auch an weitere Zielfrüchte, wie etwa Tomaten oder Paprika, anpassen. Zu den verwendeten Technologien gehören patentierte Scheren- und Fächergreifer. Diese schneiden die Frucht am Stiel ab und „greifen sie gleichzeitig, damit sie nicht herunterfällt“ (Website IAV). Danach legen sie sie „sorgfältig in der Palettierung ab“ (Website IAV). Mit Computervision erhöhe man die Erkennungsrate der Zielfrüchte. „Dafür wurden tausende Bilder diverser Früchte zu verschiedenen Tages- und Nachtzeiten eingesetzt, um den Algorithmus zu optimieren, die Position der einzelnen Erdbeere präzise zu ermitteln und den Reifegrad der Frucht zu bestimmen.“ (Website IAV) Möglich seien bis zu 20 Stunden Pflücken ohne Pause. Eine spezifische Infrastruktur wie Schienen sei nicht notwendig. Im Rahmen von Tests wurden laut IAV über 3,5 Millionen Schnitte vorgenommen, bei einer Arbeitszeit von 2500 Stunden. Weitere Informationen über www.iav.com/volle-beere-in-die-zukunft-mit-unserem-neuen-ernteroboter.

Abb.: Der Roboter fasst die Erdbeeren laut IAV so sanft an wie ein Mensch

Die Vermessung der Welt

„Die Geomatik ist eine Disziplin, die sich mit der technologiegestützten Vermessung von Oberflächen, Objekten und Räumen sowie der Modellierung und Analyse von entsprechenden Daten und der Simulation von Strukturen und Prozessen beschäftigt. Dabei nutzt sie wissenschaftliche Begriffe und Methoden aus Geodäsie, Geoinformatik, Geografie und Kartografie (also von verschiedenen Geowissenschaften) und Astronomie, zudem Mittel aus Informatik – einschließlich Computergrafik und Künstlicher Intelligenz (KI) – und Robotik. Die Ergebnisse werden etwa für die Bewertung, Planung und Gestaltung von Landschaften (Erhebungen und Niederungen, Waldgebiete, Flussläufe), Siedlungen (Gebäude, Plätze) und Infrastrukturen (Verkehrs-, Abwasser- und Kommunikationsnetze) benötigt.“ Mit diesen Worten beginnt ein neuer Beitrag im Gabler Wirtschaftslexikon von Oliver Bendel. Am Ende heißt es: „Robotik und KI dürften die Geomatik weiter befördern. Über Serviceroboter auf dem Boden, im Wasser und in der Luft (Drohnen) werden Geodaten selbst in schlecht zugänglichen Gebieten erfasst und verknüpft. Zugleich erlauben sie Entnahmen von Proben, die weitere Aufschlüsse zulassen, und überhaupt Untersuchungen vor Ort, ohne dass sich Menschen Gefahren und Beanspruchungen aussetzen müssten. Machine Learning unterstützt die Analyse und Modellierung sowie die Simulation. Virtual Reality und Augmented Reality sind ebenfalls relevant, sowohl für die Ingenieure und Planer als auch für den Bürger, der sich zu einem Projekt ein Bild verschaffen und Informationen dazu erhalten will. Die Vermessung der Welt dient deren Verständnis, Anpassung, Umbau und Ausbeutung. Ethik, Recht und Ökologie sind wichtige Module im Studium mit Blick auf Datenschutz sowie Natur- und Umweltschutz.“ Der ganze Beitrag – erschienen ist er am 15. November 2022 – kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/geomatik-124551 aufgerufen werden.

Abb.: Bei Vermessungsflügen werden auch Helikopter eingesetzt

Über Beziehungen und Gespräche mit Chatbots, Sprachassistenten und sozialen Robotern

Simone Luchetta vom Tages-Anzeiger hat Prof. Dr. Oliver Bendel zu Chatbots befragt. Eine Frage war, wie er den Einsatz von Chatbots in der Geschäftswelt bewerte und ob es welche gebe, die wirklich nützlich sind. Seine Antwort: „Nach der Jahrtausendwende gab es einen Boom bei Chatbots. Sie waren auf den Websites von Banken und Versicherungen und anderen Unternehmen zu finden. Damals konnten sie die Erwartungen nicht erfüllen. Dabei existierten ambitionierte Anwendungen wie Cor@ von der Deutschen Bank oder Anna von IKEA. Sie konnten den Benutzer beraten und Seiten aufrufen – und auch viele soziale Aspekte abdecken. Heute gibt es wieder einen Boom. Zahlreiche Unternehmen setzen Chatbots auf Websites oder in Apps ein, um Kundenanfragen automatisiert zu bearbeiten. Manche wickeln den Vorgang vollständig ab und machen das mehr oder weniger zufriedenstellend. Mir gefällt nicht, dass zuweilen nur bestimmte Kanäle wie WhatsApp bereitstehen. Ich benutze solche Dienste aus verschiedenen Gründen nicht. Viele Chatbots sind sinnvoll und hilfreich, unterhaltsam und lustig sowie einfach in der Bedienung. Wenn die gewünschten Informationen schnell übermittelt werden und diese richtig und nützlich sind, ist es den Benutzern meist egal, dass sie mit Maschinen und nicht mit Menschen kommunizieren. Mit Chatbots dieser Art können Unternehmen automatisieren und so einsparen. Zudem ist man damit rund um die Uhr ansprechbar. Einige Chatbots können aber auch heute die Erwartungen nicht erfüllen. Die Kunden oder die Bürger reagieren genervt. Sie wünschen sich einen menschlichen Kontakt. Und tatsächlich stellen manche Chatbots einen solchen her, sobald sie überfordert sind. Man spricht von hybriden Lösungen oder auch von Cyborgs. Ein Cyborg ist eine Kombination von Mensch und Technik. Normale Cyborgs sind biologische Strukturen, in die technische eingepasst werden. Umgekehrte Cyborgs sind technische Strukturen, in die biologische eingepasst werden. Bei Chatbots kann man beides realisieren – sicherlich überwiegen umgekehrte Cyborgs, denn die menschliche Arbeitskraft ist nachgelagert.“ Das Interview umfasste weitere Fragen und Antworten, auch zu Beziehungen mit Chatbots und Sprachassistenten und sozialen Robotern. Einige Aussagen sind in den Artikel „Meine unheimlich nette Freundin“ eingeflossen, der am 13. und 14. November 2022 in mehreren Schweizer Zeitungen erschienen ist, etwa im Tages-Anzeiger und in der Basler Zeitung. Er ist Teil eines aktuellen KI-Schwerpunkts der Tamedia-Gruppe.

Abb.: Oliver Bendel im Gespräch mit 3sat

 

Billi aka BellaBot bei Hiltl Sihlpost

Bei Hiltl Sihlpost ist seit kurzer Zeit Billi im Einsatz, ein Transportroboter. In einem Tweet vom 28. Oktober 2022 schreibt das nach eigenen Angaben älteste vegetarische Restaurant der Welt: „Bei uns sind alle herzlich willkommen: Ob Mensch, Tier oder Roboter. Das ist Billi – unsere neue Unterstützung am Hiltl[-]Buffet. Begleite Billi am 1. Arbeitstag in der Hiltl Sihlpost oder statte gleich einen Besuch ab.“ Bei Billi handelt es sich offenbar um BellaBot, einen weiblich anmutenden Serviceroboter aus China. Dieser verfügt über ein Display, auf dem ein animiertes Katzengesicht mit großen (oder vor Wonne zusammengekniffenen) Augen, Mund und Schnurrbarthaaren zu sehen ist, zudem über schwarze Öhrchen aus Kunststoff. Adrian Lobe hatte Prof. Dr. Oliver Bendel Ende 2021 für die TAZ zu BellaBot interviewt. Er wollte u.a. wissen, ob solche Modelle, die weibliche Attribute aufnehmen, Stereotype befördern. Der Informations- und Maschinenethiker hat nichts dagegen, dass soziale Roboter ein Geschlecht vorgeben und z.B. eine weibliche oder männliche Stimme haben. Dies bringt in vielen Menschen etwas zum Klingen. Eine neutrale Stimme leistet dies nicht unbedingt. Zugleich ist es seiner Ansicht nach nicht notwendig, in allen Zusammenhängen weitreichende humanoide oder animaloide Erscheinungsformen zu wählen. Ein europäischer Konkurrent zu BellaBot ist mit Plato entstanden. Er wurde im November 2022 von der United Robotics Group auf den Markt gebracht. Plato hat große runde Augen, Augenbrauen und einen Mund, die ebenfalls Animationen auf einem Display sind. Es wird sich zeigen, welche Modelle die Betreiber und ihre Gäste bevorzugen.

Abb.: Am Zürisee

@ve, ein Chatbot für Latein

Latein wird an vielen Schulen und Hochschulen gelehrt und immer noch für das eine oder andere Studium – etwa der Philosophie – vorausgesetzt respektive gewünscht. Jahrhundertelang hat es an vergnüglichen Möglichkeiten gemangelt, die Sprache zu erlernen und anzuwenden. Allenfalls Asterix-Comics brachten etwas Abwechslung ins von Caesar und Co. beherrschte Gebiet. Prof. Dr. Oliver Bendel hat an der Hochschule für Wirtschaft FHNW einen Chatbot in Auftrag gegeben, der sich auf Lateinisch unterhalten kann, und ihm den Namen @ve gegeben. Karim N’diaye bereitet seit September 2022 die Umsetzung vor, die dann ab Mitte November 2022 – nach der Zwischenpräsentation – erfolgt. Prof. Dr. Bradley Richards betreut das Projekt in technischer Hinsicht. Nach einer Evaluation hat sich gezeigt, dass sich Quickchat (www.quickchat.ai) als Plattform eignet. Damit basiert der Chatbot auf GPT-3. Durch eine händisch erstellte Wissensbasis kann er noch spezifischer für Latein trainiert werden – und auch präzisere Antworten zu grammatikalischen Fragen liefern. In diesem Zusammenhang ist Zweisprachigkeit, also Deutsch und Lateinisch, möglich. Bis Ende des Jahres soll @ve als Prototyp vorliegen. Wie bei allen Projekten zu Chatbots und Sprachassistenten, die Oliver Bendel initiiert, können die Ergebnisse frei verwendet werden.

Abb.: Touristen in Rom

Zweite Durchführung des Wahlmoduls zu sozialen Robotern

Vom 7. bis zum 9. November 2022 fand an der Hochschule für Wirtschaft FHNW in Olten das Wahlmodul „Soziale Roboter“ statt. In die Wege geleitet und durchgeführt wurde es von Prof. Dr. Oliver Bendel. Fast 60 studentische Teilnehmer, durchgängig aus der Wirtschaftsinformatik (Basel, Olten und Brugg-Windisch), waren vor Ort. Der Informations- und Maschinenethiker führte in die Robotik und in die Soziale Robotik ein. Dann stellte er Überlegungen aus ethischer Sicht an und erläuterte die Zusammenhänge zwischen sozialen Robotern und Servicerobotern. Zudem waren tierfreundliche Maschinen ein Thema. Ein externer Vortrag stammte von Sara Zarubica, einer ausgebildeten Entwicklerin und studierten Wirtschaftsinformatikerin. Sie präsentierte ein auf Pepper basierendes Lernspiel, das sie 2022 im Rahmen ihrer Bachelorarbeit entwickelt hatte. Ein weiterer Vortrag wurde von Carolyn Hettinger gehalten, die an der Hochschule München ihre Bachelorarbeit über Paro aus Sicht der Akteur-Netzwerk-Theorie schreibt. An allen drei Tagen waren Pepper, NAO, Alpha Mini, Cozmo und Hugvie zugegen. Sie führten ihre Fähigkeiten vor und interagierten und kommunizierten mit den Anwesenden. Am letzten Tag konzipierten und illustrierten die Studenten und Studentinnen in Gruppenarbeiten zehn verschiedene soziale Roboter, die nützlich und sinnvoll sind und sich im Markt behaupten können. Das Wahlmodul wurde zum ersten Mal im November 2021 durchgeführt. Im Februar 2023 findet es bereits wieder statt, innerhalb der Betriebsökonomie in Brugg-Windisch.

Abb.: Sara Zarubica bei der Abschlusspräsentation ihrer Bachelorarbeit

Künstliche Intelligenz aus Sicht von Ethik und Technikfolgenabschätzung

„Der Mensch sieht sich mit immer schnelleren technischen und technologischen Entwicklungen konfrontiert. Daraus entstehen Fragen nach ethischer Orientierung innerhalb verschwimmender Grenzen zwischen Natur und Technik. Das neue Heft Amos international greift die Diskussion um die Digitalisierung mit ihren verschiedenen Facetten auf und untersucht Künstliche Intelligenz im Spannungsfeld zwischen Heilversprechen und apokalyptischen Warnungen.“ (Vorwort amos international, 2/2022) So lautet das Vorwort zu einem Schwerpunkt der Zeitschrift Amos international. Die Artikel stammen von Anna Maria Riedl, Bernhard Irrgang, Armin Grunwald, Katharina Klöcker, John Wyatt und Catrin Misselhorn. Claudia Schwarz führte ein Interview mit Oliver Bendel zur Frage der Verantwortung bei Maschinen und zu Roboter- und Maschinenethik. Der studierte Philosoph und promovierte Wirtschaftsinformatiker hält aus Prinzip keine Vorträge für religiöse Einrichtungen und schreibt keine Artikel für religiöse Zeitschriften. Er steht ihnen aber in Einzelfällen für Interviews zur Verfügung. Das Heft kann über www.amosinternational.de/magazine/issue-2022-3 aufgerufen werden.

Abb.: Oliver Bendel bei einem Dreh mit 3sat (Foto: Sara Zarubica)

1st Annual METAVERSE Art @VENICE

The 59th International Art Exhibition (Biennale Arte 2022) runs from 23 April to 27 November 2022. The main venues of the Biennale are Giardini and Arsenale. In the northern part of Arsenale, visitors will find many rooms with screens showing art projects around and from the Metaverse. The „1st Annual METAVERSE Art @VENICE“, an exhibition conceived by Victoria Lu, a famous art critic and curator of the Chinese artistic world, opened with gEnki, an interactive exhibition that exploits the potential of the Internet and virtual reality. „The exhibition offers a new model of ‚decentralized autonomous curatorship‘, exploring various innovative and always different exhibition methods using all the main features of the ‚DAO‘ (short for Distributed Autonomous Organization), therefore crowdfunding, co-construction, interconnection of platforms, high level of decentralization, all adapted to the curational concept.“ (Flyer gEnki) The exhibition is very inspiring and shows how the Metaverse could become if it would not only follow commercial considerations. More information via annualmetaverseart.com.

Fig.: One of the projects

Accepted Papers of ACI2022

The conference program for ACI’22 will be available in the course of November. In the meantime, the website lists the accepted papers in alphabetical order. Among them are the papers „A Face Recognition System for Bears: Protection for Animals and Humans in the Alps“ (Oliver Bendel and Ali Yürekkirmaz), „A Framework for Training Animals to Use Touchscreen Devices for Discrimination Tasks“ (Jennifer Cunha and Corinne Renguette), „Politicising Animal-Computer Interaction: an Approach to Political Engagement with Animal-Centred Design“ (Clara Mancini, Orit Hirsch-Matsioulas, and Daniel Metcalfe), and „TamagoPhone: A framework for augmenting artificial incubators to enable vocal interaction between bird parents and eggs“ (Rebecca Kleinberger, Megha Vemuri, Janelle Sands, Harpreet Sareen, Janet M. Baker). ACI2022 will take place 5-8 December 2022, hosted by Northumbria University, Newcastle upon Tyne, UK.

Fig.: The Gateshead Millennium Bridge between Gateshead and Newcastle upon Tyne

Das war die LEARNTEC 2022!

Vom 31. Mai bis zum 2. Juni 2022 fand die Learntec, die größte E-Learning-Messe und -Konferenz Europas, in Karlsruhe statt. Die erste Keynote hielt Prof. Dr. Oliver Bendel, der bereits 2001, 2003 und 2004 zu Gast gewesen war. Das Thema war „Kollegen, Freunde, Partner: Welche Versprechen soziale Roboter geben und welche sie halten“. Zunächst stellte der Informations- und Maschinenethiker aus Zürich im Rahmen der begrifflichen Arbeit sein Fünf-Dimensionen-Modell sozialer Roboter vor, das die Interaktion mit Lebewesen, die Kommunikation mit Lebewesen, die Nähe zu Lebewesen, die Abbildung von (Aspekten von) Lebewesen sowie – im Zentrum – den Nutzen für Lebewesen vorsieht. Mit Hilfe dieses Modells beschrieb er mehrere Produkte wie Alpha Mini, Cozmo, Pepper, NAO, P-Care, Reem und Harmony. Er fragte danach, wie es um die Zuverlässigkeit sozialer Roboter bestellt ist und welche Versprechen sie geben und halten (oder nicht halten). Eine kurze Diskussion rundete die einstündige Veranstaltung ab. Seit Ende Oktober 2022 steht ein Video mit dem Titel „Das war die LEARNTEC 2022!“ zur Verfügung, das wichtige Momente der E-Learning-Messe und -Konferenz einfängt, darunter auch die genannte Keynote.

Abb.: Oliver Bendel bei seiner Keynote (Foto: Learntec)

Wie man künstliche Moral schafft

„Sind Maschinen das Ende der Menschheit?“ So lautet der Titel eines Ende Oktober bis Anfang November 2022 erschienenen Dossiers in der Zeitschrift „Der Pragmaticus“. Diese wurde u.a. vom Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz gegründet. Er ist vor kurzem gestorben, und es handelt sich um das erste Dossier, dessen Veröffentlichung er nicht mehr erlebt hat. Enthalten ist ein Beitrag von Prof. Dr. oec. HSG Oliver Bendel mit dem Titel „Brauchen Computer eine Moral?“ … Im Teaser der Redaktion ist zu lesen: „In Form von Chatbots, Rasenrobotern und autonomen Autos sind die Computer heute überall. Je mehr die Maschinen können, umso dringlicher scheint es, ihnen unter Einbezug der Ethik Regeln zu geben.“ Der Artikel des Informations- und Maschinenethikers aus Zürich ist am 1. November 2022 freigeschaltet worden und kann über www.derpragmaticus.com/r/maschinenethik/ aufgerufen werden.

Abb.: Eine Skulptur auf der Biennale in Venedig

Über Staubsauger und One-Night-Stands

„Eine Künstliche Intelligenz, die nicht nur Arbeiten für uns erledigt, sondern mit der man sich unterhalten kann, mit der man in tiefe Gespräche eintauchen könnte, die nicht nur unsere Handlungen, sondern möglicherweise auch unsere sozialen Kontakte ersetzt, durch Isolation geplagte Menschen vom Gefühl der Einsamkeit befreit, die unseren Nöten und Sorgen zuhört, Ratschläge gibt, verständnisvoll tröstet, die sexuelle Wünsche erfüllt, lässt sich für viele nicht nur auf pragmatischer Ebene denken, sondern wirft ethische Fragen auf, nicht zuletzt die alte Frage nach der Bedeutung – und Ersetzbarkeit – des Individuums, der Humanität.“ (ByteCookie, 26. Oktober 2022) So ist es zu lesen in einem Artikel mit dem Titel „Über Staubsauger und One-Night-Stands“, der am 26. Oktober 2022 auf ByteCookie erschienen ist, einer Plattform für Freelancer. Zu Wort kommen u.a. Olga Levina, Professorin an der TH Brandenburg, Hans-Georg Dederer, Professor an der Universität Passau, und Oliver Bendel, Professor an der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Die Plattform kann über www.bytecookie.net aufgerufen werden (es ist ein Login erforderlich).

Abb.: Staubsaugen auf dem roten Teppich in Cannes

Sind Maschinen das Ende der Menschheit?

„Sind Maschinen das Ende der Menschheit?“ So lautet der Titel eines Ende Oktober 2022 erschienenen Dossiers in der Zeitschrift „Der Pragmaticus“. Diese wurde u.a. vom Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz gegründet. Er ist vor kurzem gestorben, und es handelt sich um das erste Dossier, dessen Veröffentlichung er nicht mehr erlebt hat. Darin heißt es: „KI hat unser Leben bereits jetzt in vielerlei Hinsicht unter Kontrolle. Sie lesen diesen Text vielleicht auf einem Smartphone in der U-Bahn, und dank Google Maps wissen Sie schon, ob Sie den Anschlussbus nach Hause erreichen werden. Vielleicht sitzen Sie auch am Schreibtisch, ein desorientierter Staubsaugerroboter fährt schon wieder gegen den Sessel und reißt Sie aus dem Lesefluss, genervt sagen Sie: ‚Alexa, stopp!‘ KI hat es sich längst, oft unbemerkt, in unserem Alltag bequem gemacht, in Form von Smartphones, virtuellen Assistenten oder Saugrobotern.“ Zu Wort kommen u.a. Sepp Hochreiter, Professor für Machine Learning in Linz, und Georg Dorffner, Professor für KI an der Medizinischen Universität in Wien, zudem Oliver Bendel, Professor für Wirtschaftsinformatik und Ethik an der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Maschinen sind, so seine Meinung, nicht das Ende der Menschheit, ganz im Gegenteil. Das Dossier kann über www.derpragmaticus.com/d/roboter/ aufgerufen werden.

Abb.: Ein eher harmloser Geselle

Warum sind die meisten Androiden weiblich?

Die BILD stellte im Oktober 2022 einige Fragen an Oliver Bendel in Bezug auf Lena, einen Androiden, und Androiden überhaupt. Eine Frage lautete, warum es vor allem Lenas und Sophias gebe, also weiblich anmutende Androiden. Die erste Erklärung des Informations- und Maschinenethikers: Weiblichen Robotern wird mehr vertraut als männlichen. Das beobachtet man vor allem bei Kindern. Diese Erklärung stammt ursprünglich von Hiroshi Ishiguro, dem berühmten japanischen Robotiker. Er hat sie den Teilnehmern der Robophilosophy 2018 in Wien anvertraut, wo er wie Oliver Bendel eine Keynote hatte. Die zweite Erklärung: Die männlichen Künstler und Robotiker erschaffen gerne aus sexuellen Gründen weibliche Wesen. Allerdings gibt es in der Sozialen Robotik sehr viele Frauen. Vielleicht erschaffen sie sich lieber selbst. Freilich sind die bekannten Firmen und Werkstätten wie Hiroshi Ishiguro Laboratories, Hanson Robotics und Realbotix doch männlich dominiert. Die dritte, vielleicht interessanteste Erklärung: Man kann leichter Kopien von (imaginierten oder existierenden) zurechtgemachten Frauen anfertigen als von durchschnittlichen Männern. Eine stark geschminkte Frau mit gezupften Augenbrauen und gebleichten Zähnen wirkt von Haus aus ein wenig künstlich – perfekte Voraussetzungen für die Herstellung von Androiden. Beim normalen Mann muss man Hautporen, Falten, Haare im Gesicht und in den Ohren etc. nachbilden. Das ist aufwändig und wird selten umgesetzt. Vielleicht ändert sich das alles, je geschminkter und gestylter die Männer sind. Aus Sebastian Kurz hätte man auf einfache Weise einen Androiden machen können. Der Artikel „Lena, Sophia und Harmony … Warum sind Roboter eigentlich weiblich?“ von Peter Amenda ist am 20. Oktober 2022 in der deutschen Boulevardzeitung erschienen.

Abb.: Oliver Bendel mit Harmony an der Universität Potsdam

Einseitige Beziehungen

Am 3. Oktober 2022 ist auf der Website des österreichischen Standard der Artikel „Wie ‚Fiktosexuelle‘ Beziehungen mit virtuellen Figuren führen“ erschienen. In der gedruckten Ausgabe war er schon ein paar Tage vorher zu lesen. Im Teaser heißt es: „Es gibt Menschen, die tatsächlich Beziehungen mit Hologrammen, virtuellen Avataren und smarten Assistentinnen führen. Dennoch bleibt die Maschinenliebe eine Illusion …“. Zu Wort kommt mehrmals Prof. Dr. Oliver Bendel, dessen Buch „Maschinenliebe“ über Liebespuppen, Sexroboter und virtuelle Figuren aller Art im Jahre 2020 herausgekommen ist. Mitgeschrieben haben einige der führenden Experten in diesem Bereich, u.a. Sophie Wennerscheid, Tanja Kubes, Melike Şahinol, Kate Devlin, Nicola Döring und Yuefang Zhou. Im Buch „AI Love You“ von Yuefang Zhou und Martin Fischer veröffentlichte Oliver Bendel auch den Beitrag „Hologram Girl“, der auf Beziehungen zu Hologrammen und Projektionen eingeht. Der Artikel im Standard kann hier abgerufen werden.

Abb.: Einseitige Beziehungen (Foto: Sara Zarubica)

„The CARE-MOMO Project“ at ICSR 2022

Two of the most important conferences for social robotics are Robophilosophy and ICSR. After Robophilosophy, a biennial, was last held in Helsinki in August 2022, ICSR is now coming up in Florence (13 – 16 December 2022). „The 14th International Conference on Social Robotics (ICSR 2022) brings together researchers and practitioners working on the interaction between humans and intelligent robots and on the integration of social robots into our society. … The theme of this year’s conference is Social Robots for Assisted Living and Healthcare, emphasising on the increasing importance of social robotics in human daily living and society.“ (Website ICSR) The committee sent out notifications by October 15, 2022. The paper „The CARE-MOMO Project“ by Oliver Bendel and Marc Heimann was accepted. This is a project that combines machine ethics and social robotics. The invention of the morality menu was transferred to a care robot for the first time. The care recipient can use sliders on the display to determine how he or she wants to be treated. This allows them to transfer their moral and social beliefs and ideas to the machine. The morality module (MOMO) is intended for the Lio assistance robot from F&P Robotics. The result will be presented at the end of October 2022 at the company headquarters in Glattbrugg near Zurich. More information on the conference via www.icsr2022.it.

Fig.: The conference will take place at the Chamber of Commerce (far left)

Ringvorlesung zur Wissenschaftsfreiheit

Die Wissenschaftsfreiheit an Hochschulen der Schweiz, Österreichs und Deutschlands wird immer mehr eingeschränkt. Hochschulen lassen in erster Linie Drittmittelforschung gelten, Rektorate geben bei Mitarbeitern Grundlagenwerke in Auftrag, Studiengangleiter schreiben Professoren Lehrbücher vor, D&I-Abteilungen veröffentlichen oder veranlassen ohne sprachliche Kompetenz und ohne rechtliche Grundlage Sprachleitfäden, Dozenten geben Punkteabzug bei ihnen nicht genehmer Sprache. Aber auch das Umfeld ist betroffen: Herausgeber, Verlage und Medien verletzen Urheberrecht, Persönlichkeitsrecht und Wissenschaftsfreiheit, wenn sie die Texte ihrer Autoren gegen deren Willen verändern und gendern. Das Netzwerk Wissenschaftsfreiheit bietet im Wintersemester 2022/2023 die Ringvorlesung „Wissenschaftsfreiheit: Voraussetzungen – Einschränkungen – Verteidigung“ an, immer online, immer montags von 18.00 bis 19.30 Uhr. Den Auftakt bildet am 24. Oktober 2022 ein Vortrag von Prof. Dr. Dr. Eric Hilgendorf, Universität Würzburg, zum Thema „Meinungsfreiheit und ihre strafrechtlichen Konsequenzen“. Der Jurist hat auch schon wertvolle Beiträge für das „Handbuch Maschinenethik“ geliefert. Am 21. November 2022 trägt die Journalistin und Kommunikationswissenschaftlerin Prof. Dr. Beatrice Dernbach, Technische Hochschule Nürnberg, zum Thema „Sprache bestimmt die Freiheit“ vor. Gespannt darf man auch sein auf den Vortrag „Opfermythen und der Rassismus der geringen Erwartungen“ von Prof. Dr. Ebrahim Afsah, Universität Wien. Das ganze Programm kann hier heruntergeladen werden.

Abb.: Studenten und Studentinnen bei einer Abschlussfeier in Venedig