Was ist und kann Wissenschaftsethik?

„Die Wissenschaftsethik bezieht sich auf moralische Fragen in der Wissenschaft. Es geht vornehmlich um Forschung und Entwicklung, aber auch um die Lehre. Untersucht werden Standards, Tugenden und Untugenden in der Wissenschaft, Grenzen von Forschung, Entwicklung und Lehre, individuelle und soziale Auswirkungen von Befragungen, Versuchen und Experimenten, individuelle und soziale Folgen von Ergebnissen und Anwendungen sowie die Verantwortung auf Mikro-, Meso- und Makroebene, also z.B. bei Wissenschaftlern, bei Instituten und Hochschulen oder Einrichtungen fĂŒr Forschungsförderungen und im Wissenschaftssystem.“ So beginnt ein neuer Beitrag im Gabler Wirtschaftslexikon von Oliver Bendel. Im letzten Abschnitt heißt es: „Ethikkommissionen können Missbrauch in der Forschung verhindern und diese zugleich durch langwierige PrĂŒfprozesse verzögern. Ethische Leitlinien (wie auf FĂ€cher und Berufe bezogene Ethikkodizes) mögen zur Reflexion der Forscher und Entwickler beitragen, aber auch durch zu allgemeine Formulierung, mangelhafte BegrĂŒndung und fehlende Konsequenzen fragwĂŒrdig und nutzlos sein.“ Der Beitrag ist am 18. Mai 2022 erschienen und kann ĂŒber wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/wissenschaftsethik-123962 heruntergeladen werden.

Abb.: Wissenschaftler bei der Arbeit

Zur Beziehung zwischen Mensch und Maschine

Seit 20. Januar 2022 ist die ARTE-Sendung „Werden wir Roboter lieben?“ online verfĂŒgbar. Am 19. Februar 2022 folgt dann die klassische Version im deutsch-französischen Kulturkanal. Tanja KĂŒchle hat ein schwieriges Thema meisterhaft dargestellt und umgesetzt. „SchĂ€tzungen zu Folge gibt es weltweit inzwischen mehr als 1,7 Millionen Roboter mit sozialen Eigenschaften. Sie pflegen, bilden, helfen und unterhalten uns. LĂ€ngst gibt es auch hoch technisierte Sexroboter. Doch können diese Maschinen tatsĂ€chlich GefĂŒhle entwickeln – oder gar Liebe empfinden?“ (Website ARTE) Zu Wort kommen Prof. Dr. Peter Robinson, Computerwissenschaftler an der University of Cambridge, Dr. Hooman Samani, Robotiker an der University of Plymouth, Prof. Dr. Martin Fischer, Kognitionspsychologe an der UniversitĂ€t Potsdam, Prof. Dr. Catrin Misselhorn, Philosophin an der UniversitĂ€t Göttingen, und Prof. Dr. Oliver Bendel, Informations- und Maschinenethiker an der Hochschule fĂŒr Wirtschaft FHNW. Er forscht seit ĂŒber 20 Jahren zu Conversational Agents und sozialen Robotern und hat Ende 2021 das Springer-Buch „Soziale Roboter“ herausgegeben. Weitere Informationen zur Sendung ĂŒber www.arte.tv/de/videos/101938-004-A/42-die-antwort-auf-fast-alles/.

Abb.: Oliver Bendel im Film (Foto: ARTE)

Humanoide, animaloide und dingliche Roboter

Zahlreiche fĂŒhrende Expertinnen und Experten haben am Buch „Soziale Roboter“ mitgewirkt. Von Peter Remmers stammt die Abhandlung „Humanoide, animaloide und dingliche Roboter: Begriffliche, ethische und philosophische Aspekte“. Aus dem Abstract: „Humanoide und animaloide Gestaltungen von Robotern orientieren sich im engeren Sinne an der physischen Gestalt von Menschen oder Tieren. Im weiteren Sinne umfassen sie auch anthropomorphe oder zoomorphe Gestaltungselemente wie kognitive Funktionen, simulierte soziale Verhaltensweisen und emotionale Ausdruckselemente. Entsprechende Gestaltungen provozieren den fĂŒr die soziale Robotik zentralen Effekt des Anthropomorphismus, der einerseits die Mensch-Roboter-Interaktion fördert, andererseits aber auch zu Problemen fĂŒhrt. Ethisch relevant sind Fragen nach (1) der Reproduktion von diskriminierenden Stereotypen, (2) der Behandlung von sozialen humanoiden oder animaloiden Robotern und (3) der TĂ€uschungsproblematik. Die philosophische Diskussion dreht sich schließlich in erster Linie um den Einfluss des mit der Robotergestaltung suggerierten Vergleichs zwischen Maschine und Mensch auf das Menschenbild.“ Das von Oliver Bendel herausgegebene Werk ist Anfang November 2021 erschienen und kann ĂŒber link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-31114-8 bezogen werden.

Abb.: Ein Modell eines humanoiden Roboters

Soziale Robotik und kĂŒnstliches Bewusstsein

Der von Oliver Bendel herausgegebene Springer-Band „Soziale Roboter“ enthĂ€lt, das Vorwort mitgerechnet, 30 BeitrĂ€ge fĂŒhrender Expertinnen und Experten. Von Klaus Mainzer stammt die Abhandlung „Soziale Robotik und kĂŒnstliches Bewusstsein: Technische und philosophische Grundlagen“. Aus dem Abstract: „Die Entstehung natĂŒrlichen Bewusstseins ist Gegenstand interdisziplinĂ€rer Forschung von Gehirnforschung, Neuro- und Kognitionspsychologie und Philosophie. Eine technische Umsetzung von Bewusstsein in der Robotik setzt eine hochentwickelte KI-Forschung voraus. Voraussetzung ist eine hybride KI, die symbolische KI und subsymbolische KI verbindet: Erkenntnistheoretisch entspricht hybride KI einem ‚hybriden‘ kognitiven System wie dem menschlichen Organismus, in dem die (‚unbewusste‘) Verarbeitung von Wahrnehmungsdaten mit (‚bewusstem‘) logischen Schließen verbunden wird. Hybrider KI werden daher höhere Intelligenzgrade zugesprochen als der Reduktion auf symbolische oder subsymbolische KI, die bereits in technischem Einsatz sind. Humanoide Roboter sind Hybridsysteme im Sinn hybrider KI mit symbolischer WissensreprĂ€sentation und verhaltensbasiertem Agieren, das die sensorisch-motorische Leiblichkeit und VerĂ€nderung von Umweltsituationen berĂŒcksichtigt.“ Ein Abschnitt „behandelt die Grundlagen humanoider Robotik im Human Robotics Project (HRP) mit seinen kognitivistisch-funktionalistischen Grundlagen, konnektionistischen Grundlagen bis zu hybriden kognitiven Robotern auf der Grundlage hybrider KI“. „Abschließend geht es … um die Frage, ob kĂŒnstliches Bewusstsein in Zukunft technisch möglich und sinnvoll ist. Im Zentrum stehen zukĂŒnftige SchlĂŒsseltechnologien wie kollektive Intelligenz in Cyberphysical Systems, neue Rechnerstrukturen mit neuromorphen Computern und Quantencomputer.“ Das Buch ist Anfang November 2021 erschienen und kann ĂŒber link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-31114-8 bezogen werden.

Abb.: AAAI 2019 Spring Symposium an der Stanford University zu kĂŒnstlichem Bewusstsein

Das epistemische VerhÀltnis der Sozialrobotik zur Gesellschaft

Der von Oliver Bendel herausgegebene Springer-Band „Soziale Roboter“ mit insgesamt 30 BeitrĂ€gen (das Vorwort eingerechnet) ist Ende 2021 erschienen. Von Andreas Bischof stammt die Abhandlung „Das epistemische VerhĂ€ltnis der Sozialrobotik zur Gesellschaft: Epistemische Bedingungen, Praktiken und Implikationen der Entwicklung sozialer Roboter“. Aus dem Abstract: „Soziale Roboter kommen schon sozial und kulturell geprĂ€gt in die Welt. Das Kapitel nĂ€hert sich diesem Befund ĂŒber die Analyse der epistemischen Praktiken der Sozialrobotik. Dabei werden Wissenspraktiken aus den Disziplinen, die an der Konzeption und Konstruktion von sozialen Robotern beteiligt sind, analysiert. In einem ersten Schritt umfasst das die Darstellung von epistemischen Bedingungen, unter denen die Konstruktion sozialer Roboter ĂŒberhaupt geschieht. Hier wird insbesondere auf die Herausforderung, soziale Interaktionen fĂŒr Roboter bearbeitbar zu machen, eingegangen. In einem zweiten Schritt werden typische epistemische Praktiken der Sozialrobotik rekonstruiert. Damit sind TĂ€tigkeiten der Forschenden gemeint, die soziale Roboter besser fĂŒr soziale Welten verfĂŒgbar machen – oder umgekehrt. Sie beschreiben Wechselspiele zwischen der Forschungs- und Entwicklungspraxis und den Alltagswelten, in denen die Roboter eingesetzt werden sollen. Abschließend werden zwei epistemische Implikationen fĂŒr die Anwendungsfelder sozialer Roboter abgeleitet.“ Das Buch kann ĂŒber link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-31114-8 bezogen werden.

Abb.: Ein Junge mit seinem Spielzeugroboter

Buch „Soziale Roboter“ geht in Produktion

Das Buch „Soziale Roboter“ (Hrsg. Oliver Bendel) geht bei Springer Gabler in Produktion. Es besteht aus fĂŒnf Teilen: „Grundlagen, -begriffe und -fragen“, „Soziale Robotik und andere Disziplinen“, „Gestaltung, Interaktion und Kommunikation“, „Anwendungsbereiche sozialer Roboter“ und „Die Zukunft sozialer Roboter“. Es sind, das Vorwort mitgezĂ€hlt, 30 BeitrĂ€ge, mit ca. 35 Abbildungen, bei ca. 570 Seiten. Der Untertitel lautet: „Technikwissenschaftliche, wirtschaftswissenschaftliche, philosophische, psychologische und soziologische Grundlagen“. Mit dabei sind fĂŒhrende Expertinnen und Experten der Sozialen Robotik, der Robotik, der KĂŒnstlichen Intelligenz, der Soziologie, der Psychologie und der Philosophie. Sie lehren und forschen an Hochschulen in der Schweiz, in Deutschland, in Österreich, in DĂ€nemark und in Schweden. Auch ein Hersteller ist vertreten, der ĂŒber den Einsatz seines Produkts berichtet. Grundlegende Informationen und das Cover sind ĂŒber www.springer.com/gp/book/9783658311131 erhĂ€ltlich. Voraussichtlicher Erscheinungstermin ist Oktober 2021.

Abb.: Das Cover des Buchs

Mensch-Roboter-Kollaboration

Das von Prof. Dr. Hans-JĂŒrgen Buxbaum herausgegebene Buch „Mensch-Roboter-Kollaboration“ (Springer Gabler) ist seit Mai 2020 in elektronischer Form verfĂŒgbar, ab Sommer auch in gedruckter. Auf der Website des Verlags gibt es folgende Information hierzu: „Im Kontext der Industrie 4.0 sind ein wachsender Wettbewerbsdruck, immer grĂ¶ĂŸere Anforderungen an FlexibilitĂ€t und QualitĂ€t und immer höhere AnsprĂŒche der Stakeholder wahrnehmbar. In der bekannten Situation des demographischen Wandels entstehen zunehmend neue Assistenzsysteme, insbesondere in der Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK). Diese Systeme arbeiten nicht mehr isoliert hinter ZĂ€unen, sondern Hand in Hand mit den Menschen. Sie sollen den Menschen bei monotonen oder kraftraubenden Arbeiten unterstĂŒtzen oder entlasten. Durch die direkte Zusammenarbeit von Mensch und Maschine rĂŒcken Arbeitssicherheit und Ergonomie zunehmend in den Fokus. KlĂ€rungsbedarf gibt es bei der Gestaltung von MRK-ArbeitsplĂ€tzen und bei der Akzeptanz dieser ArbeitsplĂ€tze. Auch neue Aufgabenfelder sind im GesprĂ€ch, die sich z.B. in Pflege und Medizin erschließen lassen. Arbeitspsychologie und Human Factors bekommen in der roboterbasierten Automatisierung eine neue, wichtige Bedeutung. Zudem stellt sich die ethische Frage, ob diese neuen Roboter auf lĂ€ngere Sicht den Menschen entlasten oder ersetzen.“ (Website Springer) Zudem ist folgender Hinweis zu finden: „Hintergrund dieser Veröffentlichung ist der Ladenburger Diskurs der Daimler und Benz Stiftung zum Thema MRK im MĂ€rz 2019. Dieser ist hervorragend besetzt mit einer deutlich interdisziplinĂ€ren Ausrichtung, die in diesem Thema bislang einmalig ist. Die Teilnehmer sind Autoren dieses Buchs.“ (Website Springer) ZusĂ€tzlich wurde Prof. Dr. Oliver Bendel eingeladen, der der wissenschaftliche Leiter des Ladenburger Diskurses 2017 zu Pflegerobotern und der wissenschaftliche Leiter des Berliner Kolloquiums 2019 zu Robotern in der Pflege war. Er nimmt, wie auch Prof. Dr. Hartmut Remmers, die philosophische Perspektive ein. Sein Beitrag trĂ€gt den Titel „Die Maschine an meiner Seite: Philosophische Betrachtungen zur Mensch-Roboter-Kollaboration“.

Abb.: KUKA produziert auch Co-Robots

Neues Grundlagenwerk zur Roboterethik

Janina Loh hat den Disziplinen der Roboterethik und der Maschinenethik ein weiteres Grundlagenwerk hinzugefĂŒgt. Damit ist die Auseinandersetzung im deutschsprachigen Raum nicht abgeschlossen, aber schon mehr oder weniger vollstĂ€ndig. Aus der Verlagsinformation: „Die Philosophin Janina Loh befasst sich in ihrem grundlegenden Buch mit den moralischen Herausforderungen, die beim Bau von Robotern und im Umgang mit ihnen eine Rolle spielen: Sind Roboter autonom? Können sie gar moralisch handeln? Haben sie einen moralischen Wert? Sollten ihnen Rechte zuerkannt werden? Wer ist zur Rechenschaft zu ziehen, wenn ein Roboter einen Menschen schĂ€digt? Kritisch diskutiert Loh diese und weitere ethische Fragen und stellt die wichtigsten LösungsansĂ€tze vor.“ (Verlagsinformation Suhrkamp) Zusammen mit „Grundfragen der Maschinenethik“ (Catrin Misselhorn) und „Handbuch Maschinenethik“ (Oliver Bendel) erkundet das Werk den philosophischen und ethischen Raum, den u.a. Serviceroboter und Kampfroboter eröffnen. Weitere Infos ĂŒber www.suhrkamp.de/buecher/roboterethik-janina_loh_29877.html.

Abb.: Sollte man Robotern Rechte zuerkennen?

Handbuch „Mensch-Maschine-Interaktion“

Kevin Liggieri und Oliver MĂŒller sind die Herausgeber von „Mensch-Maschine-Interaktion“, einem „Handbuch zu Geschichte – Kultur – Ethik“, wie der Untertitel verrĂ€t. Aus der Verlagsinfo: „Das Handbuch bietet einen Überblick ĂŒber die technischen, historischen, sozialen, medialen, kulturwissenschaftlichen und technikphilosophischen Dimensionen verschiedener Typen von Mensch-Maschine-Interaktion sowie ĂŒber deren ethische Implikationen. Dabei werden zum einen wissenshistorische Analysen der Diskurse in Philosophie, Literatur und Technik sowie ihrer medialen, apparativen und literalen Praktiken von ca. 1870 bis in die Gegenwart verfolgt (Historischer Teil). Zum anderen wird das komplexe VerhĂ€ltnis von Menschen und Maschinen anhand von zentralen Begriffs- und Problemfeldern dargestellt und kritisch befragt (Systematischer Teil).“ Der Beitrag von Oliver Bendel trĂ€gt den Titel „Die Maschinenethik als neues interdisziplinĂ€res Forschungsfeld“. Das Buch ist bei Metzler erschienen und kann ĂŒber www.springer.com/de/book/9783476026804 bestellt werden.

Abb.: Eine Mensch-Maschine-Interaktion

Maschinenethik am Zentrum fĂŒr Wissenschaftstheorie

Zusammen mit dem Zentrum fĂŒr Wissenschaftstheorie (Philosophisches Seminar der UniversitĂ€t MĂŒnster) veranstaltet das Centrum fĂŒr Bioethik im Wintersemester 2019/2020 eine gemeinsame Ringvorlesung zur Maschinenethik, wobei auch Informationsethik und Roboterethik sowie Roboterrecht ein Thema sind. Die einzelnen Vortragsveranstaltungen finden jeweils donnerstags von 18 bis 20 Uhr statt. Klaus Mainzer (MĂŒnchen) referiert ĂŒber „KĂŒnstliche Intelligenz – Wann ĂŒbernehmen die Maschinen?“, JĂŒrgen Altmann (Dortmund) ĂŒber „Autonome Kampfroboter – ethische und politische Herausforderungen“, Michael Hauskeller (Liverpool, England) ĂŒber „Die Herausforderung des Transhumanismus“, Susanne Beck (Hannover) ĂŒber „Die Diffusion rechtlicher Verantwortung durch lernende Systeme“, Oliver Bendel (Windisch, Schweiz) ĂŒber „Pflege- und Therapieroboter aus ethischer Sicht“ und Armin Grunwald (Karlsruhe) ĂŒber „Digitalisierung als Schicksal? PlĂ€doyer fĂŒr eine RĂŒckeroberung von Gestaltungsoptionen“. Ein Plakat zur Veranstaltung kann hier heruntergeladen werden. Weitere Informationen ĂŒber www.uni-muenster.de/Bioethik/aktuelles/index.html.

Abb.: Ein Lichtspiel vor der WestfĂ€lischen Wilhelms-UniversitĂ€t in MĂŒnster

Was ist und will Roboterphilosophie?

Roboterphilosophie ist ein Teilgebiet der Philosophie, das sich mit Robotern sowie mit Erweiterungsoptionen wie kĂŒnstlicher Intelligenz befasst. Dabei geht es vor allem (aber nicht nur) um mehr oder weniger autonome Serviceroboter, Pflege-, Transport- und Kampfroboter eingeschlossen. Beteiligt sind Disziplinen wie Erkenntnistheorie, Ontologie, Ästhetik und Ethik, darunter Roboterethik und Maschinenethik; die Technikphilosophie kann einerseits als ĂŒbergeordnete Instanz verstanden werden, andererseits auch als gleichgestellte, insofern sie Roboter meist lediglich als technische Hilfsmittel und weniger als kĂŒnstliche Mitgeschöpfe und Zeitgenossen begreift und die Roboterphilosophie mit ihrer spezifischen Perspektive neben sich braucht. In seinem Beitrag fĂŒr das Wirtschaftslexikon von Springer Gabler erklĂ€rt Oliver Bendel, was Roboterphilosophie ist und will. Der Beitrag ist am 21. MĂ€rz 2018 erschienen und kann ĂŒber wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/roboterphilosophie-54555 aufgerufen werden.

Abb.: Was ist und will Roboterphilosophie?

SchĂŒlerwettbewerb 2016

Die PhilosophieArena Rhein Main und andere Einrichtungen, die Philosophie und speziell auch Ethik und Wirtschaftsethik vertreten, rufen 2016 zu einem SchĂŒlerwettbewerb auf mit dem Thema „Wie treffe ich Entscheidungen, wenn ich nicht weiß, ob meine Informationen wahr oder manipuliert sind?“. Einsendeschluss ist der 3. September 2016. Das Thema ist gut geeignet fĂŒr Arbeiten aus der Perspektive der Informationsethik. Auch können Informations- und Wirtschaftsethik verbunden werden. Nicht zuletzt ist die Frage interessant (hier sind Maschinen- oder Algorithmenethik gefordert), wie Systeme Texte und Bilder manipulieren und wie sogenannte MĂŒnchhausen-Maschinen uns in die Irre fĂŒhren können. GrundsĂ€tzlich ist es erfreulich, wenn SchĂŒlerinnen und SchĂŒler lernen, wissenschaftlich an solche Fragestellungen heranzugehen. Sie sollen keine theonome Ethik betreiben, sondern eine philosophische Ethik, keine Moraltheologie, sondern Moralphilosophie. Oder andere Disziplinen der Philosophie bemĂŒhen. Weitere Informationen sind ĂŒber www.philosophiearena.de erhĂ€ltlich.

Abb.: Auch Bilder kann man manipulieren

Die Parkbucht des Karneades

„Die Parkbucht des Karneades“ lautet der Titel eines Beitrags von Oliver Bendel, erschienen am 17. MĂ€rz 2015 in der Zeitschrift inside-it.ch. „Viereinhalb Dilemmata der Robotik“, so der Untertitel, werden erfunden, auf der Grundlage klassischer Gedankenexperimente. Buridans Esel verwandelt sich in Buridans Robot, wie schon in einem frĂŒheren Artikel aus Telepolis. Das Trolley-Problem und das Fetter-Mann-Problem sind in der heutigen Zeit bzw. in der nahen Zukunft das Roboterauto-Problem. Das Brett des Karneades wird zur Rettung verheißenden Parkbucht, in die zwei Roboterautos gelangen wollen. Pech fĂŒr sie, dass nur eines von ihnen Platz hat. Gegen Ende des Artikels heißt es: „Weitere Dilemmata warten darauf, ins 21. Jahrhundert transportiert zu werden, in die Welt der Softwareagenten und Serviceroboter, der militĂ€rischen Drohnen und autonomen Autos. Sie dĂŒrfen dem Werk antiker und moderner Philosophen entnommen werden sowie dem der Science-Fiction-Autoren, von Isaac Asimov und StanisƂaw Lem. Sie sind fĂŒr diejenigen gedacht, die ihren Kopf gebrauchen und ihre Handlungen ĂŒberprĂŒfen wollen.“ Über www.inside-it.ch/post/die-parkbucht-des-karneades-20150317 kann man einen Anfang machen.

Abb.: FĂŒr Drohnen, Flugzeuge und Helikopter können sich Dilemmata ergeben

Beitrag zur Philosophie

„Die Philosophie ist die Lehre vom Erkennen und Wissen und die Prinzipien- und Methodenlehre der Einzelwissenschaften, als deren Ursprung und Rahmen sie angesehen werden kann. Zu ihren heutigen Disziplinen gehören Logik, Ethik, Ästhetik und Wissenschaftstheorie.“ Mit diesen Worten hebt ein neuer Beitrag von Oliver Bendel an. Im Wirtschaftslexikon von Gabler und Springer erklĂ€rt er, was die Philosophie ist, will und kann, vor allem im Kontext der Wirtschaft. Dabei geht er auch auf die Ethik ein und erwĂ€hnt, ausgehend von der Wirtschaftsethik, die Informationsethik: „In der Informationsgesellschaft ist die Wirtschaftsethik eng mit der Informationsethik verzahnt. Mehr und mehr rĂŒckt auch die Umweltethik, mitsamt der Tierethik, in den Wahrnehmungsbereich.“ Zudem wird die Wirtschaftsphilosophie thematisiert: „Die Wirtschaftsphilosophie, mit Fritz Berolzheimer als geistigem Vater, behandelt die Grundlagen der Wirtschaft und – zusammen mit der Wissenschaftstheorie – die Methoden der Wirtschaftswissenschaften.“ Der Beitrag ist am 7. Januar 2015 erschienen und kann ĂŒber wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/philosophie.html aufgerufen werden.

Abb.: Die Philosophie in Italien

2nd European TA Conference

Die 2nd European TA Conference, die zweite internationale Tagung zur TechnologiefolgenabschĂ€tzung, findet vom 25. bis zum 27. Februar 2015 in Berlin statt. Der Call for Papers wurde in diesen Tagen veröffentlicht. Die Session „Mobilizing TA for Responsible Innovation – Philosophies, Ethics and Stakeholders“ wird von Harro van Lente, Tsjalling Swierstra und Pierre Benoit Joly von der Maastricht University organisiert. Im Call heißt es: „The notion of ‚responsible innovation‘ has become fashionable amongst policy makers and knowledge institutes. In the new Horizon 2020 calls of the European Union ‚responsible research and innovation‘ (RRI) figures prominently as a condition and an aim in itself. Arguably, the rise of RRI will show considerable overlap with the aims, philosophies and practices of TA. The overlap, though, will not be perfect and this raises questions about both RRI and TA.“ Weitere Informationen sind ĂŒber berlinconference.pacitaproject.eu/ verfĂŒgbar.

Abb.: In Maastricht

Der Begriff der Ethikkommission

Im Gabler Wirtschaftslexikon wird seit 7. Januar 2014 der Begriff der Ethikkommission erklĂ€rt. Eine Ethikkommission beurteilt Forschungsvorhaben und Entwicklungsprojekte aus moralischer, rechtlicher und sozialer Sicht. Sie ist in einer Organisation angesiedelt oder im Dienste der Politik. Oliver Bendel stellt in seinem Beitrag die wichtigsten Ziele einer Ethikkommission dar. Es wird deutlich gemacht, dass man sich oft nicht nur auf eine wissenschaftliche, philosophische Ethik, sondern auch eine theonome Ethik beruft. Insofern verlĂ€sst man immer wieder das System der rationalen BegrĂŒndungen. Der Beitrag ist direkt ĂŒber wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/ethikkommission.html abrufbar. Er wurde dem Sachgebiet „Grundlagen der Wirtschaftsethik“ zugewiesen. FĂŒr das Gabler Wirtschaftslexikon schreiben nach eigenen Angaben ĂŒber „150 Experten aus Wissenschaft und Praxis“ (Zitat von der Website). Mehr als „25.000 Stichwörter stehen kostenlos“ (Zitat von der Website) bereit.

Abb.: Die Ethikkommission in Deutschland ist religiös geprÀgt

informationsethik.net feiert

informationsethik.net feiert. Über vierzig BeitrĂ€ge im Blog, ein Literaturverzeichnis zu Informationsethik und Maschinenethik und ein Glossar zur Informationsethik mit ĂŒber 160 Begriffen – das ist die Bilanz nach einem Jahr. Betrieben werden Website und Blog von Oliver Bendel. Es handelt sich um ein privates Projekt. Es gibt keine Werbung, wenn man von dem Verweis auf das Buch „Die Rache der Nerds“ und von den Links absieht. Seit Anfang des Jahres werden Stiftungen angefragt, mit dem Ziel, die Plattform auszubauen bzw. eine neue Plattform aufzubauen. Allerdings sind viele Einrichtungen im Bereich der Ethik nicht neutral und nicht – wie informationsethik.net – einer wissenschaftlichen Ethik verpflichtet. Erstes Ziel ist, die UnabhĂ€ngigkeit zu bewahren. Zugleich möchte der Betreiber andere Perspektiven hinzunehmen – von Philosophen und (Wirtschafts-)Informatikern sowie von KĂŒnstlern –, Lehr- und Lernmaterialien bereitstellen und den Diskurs ermöglichen. Das wird aber nur mit einer finanziellen UnterstĂŒtzung gehen. Man darf gespannt sein, wo informationsethik.net im Jahre 2014 steht.

Abb.: informationsethik.net feiert