Schlagworte: Maschinenethik

Robophilosophy Conference in Vienna

“Robophilosophy 2018 – Envisioning Robots In Society: Politics, Power, And Public Space” is the third event in the Robophilosophy Conference Series which focusses on robophilosophy, a new field of interdisciplinary applied research in philosophy, robotics, artificial intelligence and other disciplines. The main organizers are Prof. Dr. Mark Coeckelbergh, Dr. Janina Loh and Michael Funk. Plenary speakers are Joanna Bryson (Department of Computer Science, University of Bath, UK), Hiroshi Ishiguro (Intelligent Robotics Laboratory, Osaka University, Japan), Guy Standing (Basic Income Earth Network and School of Oriental and African Studies, University of London, UK), Catelijne Muller (Rapporteur on Artificial Intelligence, European Economic and Social Committee), Robert Trappl (Head of the Austrian Research Institute for Artificial Intelligence, Austria), Simon Penny (Department of Art, University of California, Irvine), Raja Chatila (IEEE Global Initiative for Ethical Considerations in AI and Automated Systems, Institute of Intelligent Systems and Robotics, Pierre and Marie Curie University, Paris, France), Josef Weidenholzer (Member of the European Parliament, domains of automation and digitization) and Oliver Bendel (Institute for Information Systems, FHNW University of Applied Sciences and Arts Northwestern Switzerland). The conference will take place from 14 to 17 February 2018 in Vienna. More information via conferences.au.dk/robo-philosophy/.

Fig.: Creating artificial beings

Durch die Brille des Maschinenethikers

Oliver Bendel war im Gespräch mit Ute Klein vom MittelPunkt, dem Kundenmagazin der BayernLB. Sie war im Herbst aus München in die Schweiz gereist. Am 7. Dezember 2017 ist das Interview erschienen. Unter anderem wollte sie wissen, was Maschinenethik ist und worauf diese sich richtet. Er erklärte: “Die klassische Ethik richtet sich auf den Menschen als Subjekt der Moral. Was kann er, was soll er, was darf er?” Mit “den Maschinen, die wir gerade erfinden, entstehen neue Subjekte der Moral”. “Ich verwende den Begriff der maschinellen Moral gerne ähnlich wie den der maschinellen oder künstlichen Intelligenz. Es sind demnach neue, merkwürdige und fremdartige Subjekte, über die wir intensiv diskutieren müssen.” (MittelPunkt, 7. Dezember 2017) Ein Fotograf aus Zürich, Dominic Büttner, machte am Standort Brugg-Windisch noch ein mehrstündiges Shooting. Das Interview kann hier heruntergeladen werden. Zusätzlich steht über www.bayernlb.de eine Online-Version zur Verfügung.

Abb.: Durch die Brille des Maschinenethikers (Foto/Copyright: Dominic Büttner)

Panel in Bern zu automatisiertem Fahren

Auf dem Podium saßen am 30. November 2017 beim Movimento 2017 der PostAuto AG im Pathé Westside in Bern Prof. Dr. Oliver Bendel (Professor für Wirtschaftsinformatik, Informationsethik und Maschinenethik an der Hochschule für Wirtschaft FHNW), Tim Cole (Autor, Blogger und Redner) und Prof. Dr. Roland Siegwart (Professor für Autonome Systeme an der ETH Zürich). Die Moderation oblag Urs Bloch (Mediensprecher bei PostAuto Schweiz, vormals Redaktor bei der NZZ). Oliver Bendel stellte seine Arbeit als Maschinenethiker dar. Er pflanzt Systemen aller Art moralisch begründete Regeln ein. Bei autonomen Autos ist er skeptisch – sie sollten seiner Meinung nach in Unfallsituationen mit Blick auf Menschen nicht qualifizieren und quantifizieren. Bei Tieren hält er diese und andere Ansätze für sinnvoll, um letztlich Leben retten zu können, wenn die Luft rein ist und keine Person zu Schaden kommt. Er lehnt im Moment hoch- und vollautomatisiertes Fahren bei PKW in Städten ab, befürwortet es aber auf Autobahnen. Zugleich ist er ein Fan des SmartShuttle, das in Sion unterwegs ist, und zwar mit zwei “Tricks”, die sich kaum für PKW eignen: Es fährt mit sehr geringer Geschwindigkeit, auf einer virtuellen Schiene.

Abb.: Bei autonomen PKW muss man vorsichtig sein

Behinderung und Robotics 4.0

Die 9. Landesenquete am 28. November 2017 in Kärnten widmet sich dem Thema “Menschen mit Behinderung und Robotics 4.0: Chancen & Risiken”. Prof. Dr. Robert Riener von der ETH Zürich spricht über “Robotik für Therapie und Assistenz – Möglichkeiten und Chancen”, Univ.-Doz. DI Dr. Michael Hofbaur von der Joanneum Research Forschungsgesellschaft über “Sichere Roboter – Herausforderungen im Kontext mit Menschen mit Behinderung”. Prof. Dr. Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW geht auf “Assistenzsysteme und Pflegeroboter aus ethischer Sicht” ein. Robert Riener hatte 2016 in Zürich den Cybathlon ausgerichtet, dessen Bilder um die ganze Welt gingen, Oliver Bendel als Ethiker den Wettkampf vor der Kamera kommentiert. Auf der Website der Stadt Villach heißt es: “Im Verlauf unserer Tagung wollen wir gemeinsam in die Zukunft blicken und uns mit der Frage beschäftigen, wie Roboter das Leben von Menschen mit Behinderung verändern können. Bringen diese modernen Technologien nur Vorteile oder gibt es auch ethische Aspekte zu berücksichtigen?” Wichtig ist die Bemerkung, dass auch aus ethischer Perspektive Vorteile ausgemacht werden können – diese wird Oliver Bendel in seinem Vortrag ebenso wie die Nachteile darstellen.

Abb.: Athlet bei Probe zum Cybathlon (Foto: ETH Zürich/Alessandro Della Bella)

Wikipedia sagt …

Beim “Medientag 2017″ der Universität Innsbruck (“Talk with the Bots. Die Maschine versteht dich”) am 21. November 2017 referierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und ein Mitarbeiter einer IT-Firma über virtuelle Assistenten, Social Bots und Chatbots. Danach diskutierten Timo Kaerlein, David Pichsenmeister, MOHO-CEO Hermann Petz, Netaya Lotze, Oliver Bendel und APA-CEO Clemens Pig “über die Zukunft der Bots” (Tiroler Tageszeitung, 22. November 2017). Moderator war Georg Laich vom ORF. Neben der Tiroler Tageszeitung berichteten auch derStandard.de und studium.at über den Anlass. Im Vordergrund stand dabei die Rede de APA-Geschäftsführers. Er sprach sich für eine Kennzeichnung von “technologiebasierten Quellen” (studium.at, 22. November 2017) aus. “Der deutsche Wirtschaftsinformatiker und Buchautor Oliver Bendel pflichtete Pig bei: Quellenangaben auch für Bots seien eine ‘gute Möglichkeit, Vertrauen zu schaffen’.” (studium.at, 22. November 2017) Konkret sprach er Google Assistant an, ein System für Android-Handys, das viele Antworten mit “Wikipedia sagt …” einleitet und damit selbst die Herkunft benennt. Zwar sei Wikipedia nicht unbedingt eine vertrauenswürdige Quelle, aber diese sei in diesem Fall immerhin angegeben und könne vom kritischen Benutzer beurteilt werden.

Abb.: Wikipedia ist nicht unbedingt eine vertrauenswürdige Quelle

Mobilität der Zukunft

ver.di (Fachbereich Verkehr) lädt ein zur “ÖPNV Betriebs- und Personalrätekonferenz” vom 23. – 24. November 2017 in Berlin. Am ersten Tag referieren u.a. Dr. Norbert Huchler, ISF München (“ÖPNV 4.0: Auswirkungen auf Arbeitsbedingungen und Beispiele aus der Praxis”), Stefan Roebrocks, Betriebsratsvorsitzender ASEAG Aachen (“Praxisbeispiel automatisierter Busverkehr”) und Prof. Dr. Oliver Bendel, Hochschule für Wirtschaft FHNW (“Sollten autonome Fahrzeuge moralische Maschinen sein? Wer entscheidet in der Zukunft?”). “Im Fachbereich Verkehr arbeiten die Spezialistinnen und Spezialisten des Transportsektors. Sie kümmern sich um alle anstehenden Fragen. Egal, ob es um die Interessen der Beschäftigten des öffentlichen Straßenpersonenverkehrs, der Binnenschifffahrt, der Seeschifffahrt, bei Taxiunternehmen, in privaten Busbetrieben, bei Eisenbahnunternehmen (außer DB AG), der Flughafen- und Verkehrsfluggesellschaften sowie der See- und Binnenhäfen geht.” (Website ver.di) Weitere Informationen über https://verkehr.verdi.de/.

Abb.: ÖPNV in Berlin

Das Gute und das Böse

Über moralische und unmoralische Maschinen diskutierte Christoph Kucklick, Chefredakteur von GEO, mit Oliver Bendel, Maschinenethiker und Informationsethiker am 14. November 2017 im KörberForum in Hamburg. “Selbstfahrende Autos, Pflegeroboter, smarte Helfer: In unserem Alltag treffen wir auf immer klügere Maschinen. Über ein Bewusstsein oder eigenen Willen verfügen sie zwar nicht, dennoch nehmen sie uns immer mehr Entscheidungen ab. Das wirft auch moralische Fragen auf. Soll das Auto in einem Unfall eher die Insassen schonen oder die Fußgänger am Straßenrand? Darf ein Roboter lebenserhaltende Maschinen abschalten, wenn der Patient das wünscht?” So die Ankündigung der Körber-Stiftung auf www.koerber-stiftung.de. Der Saal war voll besetzt, das Gespräch intensiv. Es dauerte zwei Stunden, und danach war Raum für zahlreiche Fragen aus dem Publikum. Oliver Bendel stellte klar, dass er als Ethiker kein Interesse am Moralisieren hat (nur am “Moralisieren” von Maschinen), sondern an dem, was das Gute und das Böse ausmacht. Er entwickelt im Labor sowohl moralische als auch unmoralische Maschinen, sozusagen Artefakte der Maschinenethik, die er dann erforscht.

Abb.: Bendel und Kucklick im KörberForum (Bild: Körber-Stiftung/Claudia Höhne)

Maschinenethik in der Porsche Times

In der aktuellen Ausgabe der Porsche Times wird auf die beiden Eröffnungsanlässe am 6. und 7. September 2017 in der City-Garage in St. Gallen eingegangen. Linda Fäh, Salomé Kora, Stephan Altrichter, Gregor Bucher, Ly-Ling Vilaysane und Oliver Bendel trafen damals aufeinander. Salomé Kora, 23 Jahre alt, ist eine Sprinterin und Staffelläuferin. Mit der 4-mal-100-Meter-Staffel stellte sie 2016 einen neuen Schweizer Rekord auf. Stephan Altrichter wurde 2010 Chef von Porsche Schweiz. Zuvor leitete er u.a. die Mercedes-Benz-Niederlassung in New York. Gregor Bucher ist Geschäftsführer der City-Garage AG. Ly-Ling Vilaysane ist Modedesignerin in St. Gallen. Sie pendelt zwischen Schweiz, Österreich, Ungarn und Frankreich. Oliver Bendel forscht in der Informationsethik und in der Maschinenethik. Linda Fäh, Miss Schweiz von 2009, fragte ihn unter anderem: Was ist Maschinenethik? Seit wann und wo findet Forschung dazu statt? Sind automatisiertes Fahren und autonome Autos der Hauptgegenstand der Maschinenethik? Das Heft kann hier heruntergeladen werden.

Abb.: Linda Fäh, ein Zauberer, Oliver Bendel (Foto: City-Garage)

Handelsblatt-Tagung zu KI und Robotik

Die Handelsblatt-Jahrestagung “Strategisches IT-Management” findet vom 15. bis 17. Januar 2018 in München statt. Die erste Keynote hält Dr. Helmuth Ludwig (Global Head of Information Technology, SIEMENS AG) zum Thema “Digitalisierung verändert alles”. “Geschäftsmodelle und ganze Branchen wandeln sich exponentiell. Das Fahrwasser für die IT-Organisation ist stürmisch.” (Website Handelsblatt-Tagung) Das Grußwort stammt von Dr. Markus Söder, MdL, Bayerischer Staatsminister der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat. Referenten im Themenbereich “Artificial Intelligence & Robotics” sind u.a. Prof. Dr. oec. HSG Oliver Bendel (Professor für Wirtschaftsinformatik, Informationsethik und Maschinenethik, Hochschule für Wirtschaft FHNW), Prof. Dr. Dr. Eric Hilgendorf (Leiter der Forschungsstelle RobotRecht, Julius-Maximilians-Universität Würzburg), Dr. Martin Hofmann (Group CIO, Volkswagen AG) und Prof. Dr.-Ing. habil. Alois C. Knoll (Lehrstuhlinhaber für Echtzeitsysteme und Robotik, Technische Universität München). Weitere Informationen über veranstaltungen.handelsblatt.com/it-jahrestagung/.

Abb.: Der Roboter hat kein Selbstbewusstsein

Pepper im Parlament

Über Serviceroboter aus ethischer Sicht hat Oliver Bendel am 8. November 2017 im Europäischen Parlament in Brüssel im Rahmen einer Robotikkonferenz gesprochen. Er stellte Pflege-, Sicherheits- und Kampfroboter vor und nahm die Perspektiven der Informationsethik und anderer Bereichsethiken sowie der Maschinenethik ein. Am Ende ging er auf Pepper ein, den emotionalen Roboter. Aus den Bereichsethiken heraus fragte er: “Should you leave children alone with Pepper, and if so, for how long? Should Pepper’s emotion recognition be used in retail to better understand customers?” Und aus der Maschinenethik heraus: “Do you want Pepper to show some emotion even though it doesn’t have one? Do you want it to speak more humanoid to be more convincing? Should it be able to refuse to do certain things, e.g., to steal from other people?” Es schloss sich eine Diskussion an, die Mady Delvaux als erste Fragestellerin eröffnete. Sie hatte für das Europäische Parlament den Bericht “mit Empfehlungen an die Kommission zu zivilrechtlichen Regelungen im Bereich Robotik” erstellt, den Oliver Bendel auf Wunsch eines Abgeordneten der Grünen kommentiert hatte. Nach der Videoübertragung zwischen der Schweiz und Belgien ging es weiter mit Vorträgen vor Ort.

Abb.: Zu Pepper stellen sich viele Fragen

Wird uns KI versklaven?

Die neue Ausgabe von apunto widmet sich Transhumanismus, Robotik, Künstlicher Intelligenz und Maschinenethik. Im Heft finden sich Interviews mit Prof. Dr. Jürgen Schmidhuber und Prof. Dr. Oliver Bendel. Thomas Feierabend, Präsident Angestellte Schweiz, schreibt in seinem Vorwort, dass es immer mehr Einsatzbereiche von Robotern gibt. “In der industriellen Produktion haben sie schon lange Einzug gehalten, sie können heute auch bereits Gäste in Hotels empfangen. Versuche in der Alterspflege sind im Gange, und selbstfahrende Busse sowie Taxis finden sich sogar in der Schweiz.” (apunto, 4/2017) Er entwirft eine Dystopie des Cyborgs in der Arbeitswelt: “Er funktioniert dann völlig frei von Störungen und sehr effizient. Er ist programmiert auf Beginn und Ende der Erwerbsarbeit, ist nie zu spät und befolgt die Anordnungen der Vorgesetzten ohne Widerrede. Und noch schlimmer: Können betriebliche Reorganisationen dann einfach digital veranlasst werden?” (apunto, 4/2017) Jürgen Schmidhuber und Oliver Bendel sind dann in ihren Ausführungen zu Robotern und KI etwas optimistischer. Der KI-Experte ist der Meinung, dass KI keine Menschen versklaven wird. Der Maschinenethiker ist der gleichen Meinung – und hält Roboter und KI-Systeme in erster Linie für nützliche Werkzeuge. Eine Gefahr geht seines Erachtens von Crackern aus. Das ganze Heft kann hier heruntergeladen werden.

Abb.: Wird uns KI versklaven?

Pepper hat nie Sorgen

Beim Herbstevent der Alumniorganisation der FHNW am 23. Oktober 2017 in der Migros-Zentrale in Zürich traf Prof. Dr. Oliver Bendel vor seiner Keynote mit dem humanoiden Pepper zusammen. Die beiden tauschten Freundlichkeiten aus, kamen aber auch zu existenziellen Fragen. Der Mensch sprach zum Roboter: “Ich weiß, dass du Emotionen zeigen kannst, aber keine hast. Macht dir das Sorgen?” Dieser gab zurück: “Ich habe eigentlich nie Sorgen – außer wenn meine Batterie fast leer ist!” Eine weitere Keynote hielt Cornelia Diethelm, Direktorin für die Nachhaltigkeitsstrategie und das Issue Management der Migros. Auf dem Podium diskutierten dann neben den beiden Genannten noch Dr. Doris Aebi, Co-Gründerin der aebi+kuehni AG, Vizepräsidentin des Verwaltungsrat des Migros-Genossenschafts-Bunds und Mitglied des Fachhochschulrats FHNW, sowie Dr. Anne Herrmann, Dozentin für Wirtschaftspsychologie und Studiengangleiterin MAS Business Psychology, Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW. Rahel Walser vom SRF moderierte den Event, der sich um Robotik, KI und Ethik drehte und den Titel “Verantwortung 4.0″ trug.

Abb.: Bendel und Pepper (Foto: Meret Buser)

Robotics Conference at the European Parliament

The Digital Europe Working Group Conference Robotics will take place on 8 November 2017 at the European Parliament in Brussels. The keynote address will be given by Mariya Gabriel, European Commissioner for Digital Society and Economy. The speakers of the first panel are Oliver Bendel (Professor of Information Systems, Information Ethics and Machine Ethics at the School of Business FHNW, via video conference), Anna Byhovskaya (policy and communications advisor, Trade Union Advisory Council of the OECD) and Malcolm James (Senior Lecturer in Accounting & Taxation, Cardiff Metropolitan University). The third panel will be moderated by Mady Delvaux (Member of the European Parliament). Speaker is Giovanni Sartor (Professor of Legal Informatics and Legal Theory at the European University Institute). The poster can be downloaded here. Further information is available at www.socialistsanddemocrats.eu/events/sd-group-digital-europe-working-group-robotics.

Fig.: A detail of the poster

Movimento 2017

PostAuto verfolgt mit dem SmartShuttle, das seit 2016 fahrerlos in Sion unterwegs ist, eher einen Google- als einen Tesla-Ansatz. Die Strecken werden mit Hilfe von Lidar und 3D-Lidarkarten abgefahren. Auch über Kameras verfügt das SmartShuttle. Auf dem Podium sitzen beim Movimento 2017 Prof. Dr. Oliver Bendel (Professor für Wirtschaftsinformatik, Informationsethik und Maschinenethik an der Hochschule für Wirtschaft FHNW), Tim Cole (Autor, Blogger und Redner) und Prof. Dr. Roland Siegwart (Professor für Autonome Systeme an der ETH Zürich). Die Moderation obliegt Urs Bloch (Mediensprecher bei PostAuto Schweiz, vormals Redaktor bei der NZZ). Auf der Website www.postauto.ch/de/movimento sind folgende Informationen zu finden: “Überraschend, informativ, vernetzend: Am 30. November 2017 wird Ihnen das Movimento von PostAuto von 09.00 bis 14.30 Uhr neue Impulse geben und Sie gut unterhalten.” Die Gäste aus der Mobilitätsbranche der ganzen Schweiz können sich im Berner Westside angeregt austauschen. “Sei dies über die Mobilität oder über andere Themen, sei dies bei Kaffee und Gipfeli oder beim Lunch.” (Website PostAuto)

Abb.: Das SmartShuttle in einer Halle in Bern

Vom GOODBOT zum BESTBOT

Ende 2017 wurde an der Hochschule für Wirtschaft FHNW der Entschluss gefasst, das GOODBOT-Projekt von 2013 wiederaufzunehmen und das Dialogsystem zum BESTBOT weiterzuentwickeln. Inzwischen ist ein regelrechter Hype um Chatbots ausgebrochen. Nicht zuletzt hat das LIEBOT-Projekt von 2016 (Vorarbeiten seit 2013) gezeigt, dass mit einfachsten Mitteln größte Wirkungen zu erzielen sind. Der Chatbot war kein selbstlernendes, aber ein stark vernetztes System. Die Grundüberlegung für den BESTBOT ist, dass er noch besser als der GOODBOT Probleme des Benutzers erkennen und darauf reagieren soll. Damit liegt nahe, dass er nicht nur auf textuelle Eingaben reagiert, sondern auch auf haptische und auf visuelle Eindrücke. Es sollen Ergebnisse aus dem LIEBOT-Projekt umgesetzt werden, um Verlässlichkeit und Vertrauenswürdigkeit zu steigern. Es sollen insgesamt vorhandene Erkenntnisse und Projekte genutzt und neue Ansätze entwickelt werden, in einem weiteren Praxisprojekt, dessen Beginn für Anfang 2018 terminiert wurde. Der BESTBOT wird nach dem GOODBOT, dem LIEBOT und LADYBIRD (2017, Vorarbeiten seit 2014) das vierte Artefakt der Maschinenethik sein, das nach Ideen und Vorgaben von Oliver Bendel umgesetzt wird.

Abb.: Der beste Bot aller Zeiten

Robotik im Gesundheitswesen

Mit “Pflege der Zukunft” ist eine Abendveranstaltung am 8. November 2017 überschrieben, die von der Organisation der Arbeitswelt (OdA) Gesundheit Bern durchgeführt wird. Referent ist Prof. Dr. Oliver Bendel, der sich intensiv mit Operations-, Therapie- und Pflegerobotern befasst, wobei er sowohl die Perspektive der Informationsethik als auch der Maschinenethik einnimmt. Aus der Beschreibung der Veranstaltung: “Pflegeroboter im engeren Sinne sind im Moment noch mehrheitlich Prototypen. Cody aus dem Georgia Institute of Technology kann bettlägerige Personen wenden und waschen. Robear, der aussieht wie ein freundlicher Bär, arbeitet im Tandem mit der Pflegerin oder dem Pfleger und assistiert beim Tragen, Umbetten und Aufrichten von Patienten. TWENDY-ONE, ein humanoider Roboter mit zwei Händen mit jeweils vier Fingern von der WASEDA University unterstützt beim Sichaufrichten und bei Haushaltsarbeiten.” Oliver Bendel erklärt in seinem Vortrag “Robotik im Gesundheitswesen – Assistierende Technologien im Pflegebereich”, was Pflegeroboter sind, stellt Prototypen vor und geht auf Chancen und Risiken ein. Über einen Flyer sind weitere Informationen erhältlich.

Abb.: Pflege auf Knopfdruck?

Zu Informations- und Maschinenethik

“Die Informationsethik ist seit Jahrzehnten auf der ganzen Welt präsent und doch eine kleine Disziplin geblieben. Vor einiger Zeit ist eine neue Disziplin entstanden, die Maschinenethik. In ihr werden Systeme sowohl diskutiert als auch implementiert. Sie stößt auf reges Interesse in Wirtschaft und Gesellschaft.” So beginnt der Artikel “Die Maschine in der Moral” von Oliver Bendel, der im Oktober im Cyber Security Report 2017 erschienen ist. Informationsethik wird wie folgt erläutert: “Sie hat die Moral derjenigen zum Gegenstand, die Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und neue Medien anbieten und nutzen.” Zur Maschinenethik schreibt Oliver Bendel: “Der Begriff der maschinellen Moral wird meist ähnlich verwendet wie der Begriff der künstlichen Intelligenz; während jene eben der Gegenstand der Maschinenethik ist, ist diese der Gegenstand der Künstlichen Intelligenz (KI) als Disziplin.” Sodann wird das automatisierte Fahren aus der Perspektive von Informations- und Maschinenethik betrachtet. Zur Informationsethik heißt es am Ende: “Schlussendlich kann sie deutlich machen, dass die Maschinenethik nicht grenzenlos tätig sein sollte. Zuviel maschinelle Moral kann schaden. Zuviel künstliche Intelligenz übrigens auch.” Weitere Informationen über www.mittler-report-shop.de/product_info.php?products_id=445.

Abb.: Oliver Bendel spricht bei Audi über Maschinenethik (Foto: Audi)

Schweizer Kongress zu Gesundheitsfragen

Der 14. Schweizerische Kongress für Gesundheitsökonomie und Gesundheitswissenschaften findet am 3. November 2017 am Universitätsspital Bern statt. Im Vortrag von Prof. Dr. Oliver Bendel geht es um Pflegeroboter wie Robear und Care-O-bot, zudem um Therapie- und Operationsroboter, insgesamt also um Roboter im Gesundheitsbereich. Nicht zuletzt spielen KI-Systeme (etwa IBM Watson) eine Rolle. Es werden die Ziele, Aufgaben und Merkmale geklärt und teils gleichartige, teils unterschiedliche Fragen aus ethischer Sicht gestellt und ansatzweise beantwortet. Am Ende soll deutlich werden, welche Robotertypen und Prototypen bzw. Produkte es im Gesundheitsbereich gibt, welche Zwecke sie erfüllen und welche Funktionen sie übernehmen, wie sich das Gesundheitswesen durch ihre Nutzung verändert und welche Implikationen und Konsequenzen diese hat, für den Einzelnen und für die Gesellschaft. Nicht zuletzt interessiert, welche Möglichkeiten für den Betroffenen bestehen, sich für die eine oder andere Option zu entscheiden, und es wird auf eine ergänzende Patientenverfügung eingegangen, die den Einsatz von Operations-, Therapie- und Pflegerobotern regelt. Der Flyer zur Veranstaltung kann hier heruntergeladen werden.

Abb.: In Bern

Wenn autonome Maschinen Tiere retten

Aleksandra Sowa leitete – so die Beschreibung in The European – “zusammen mit dem deutschen Kryptologen Hans Dobbertin das Horst-Görtz-Institut für Sicherheit in der Informationstechnik”. “Sie ist Autorin diverser Bücher und Fachpublikationen, Mitglied des legendären Virtuellen Ortsvereins (VOV) der SPD und aktuell für einen Telekommunikationskonzern tätig.” (The European) Im Oktober 2017 war sie im Austausch mit Oliver Bendel. Der Informations- und Maschinenethiker nahm wie folgt Stellung: “Ich bin dafür, bestimmte Maschinen zu ‘moralisieren’, und zwar solche, die in übersichtlichen Umgebungen und Situationen in unserem Sinne handeln sollen. Der Saugroboter, der Marienkäfer verschont, der Chatbot, der rücksichtsvoll ist und eine Notfallnummer herausgibt. Diese Maschinen haben wir gebaut. Ich bin nicht dafür, solche Maschinen mit einer Form von Moral auszustatten, die in komplexen Umgebungen und Situationen entscheiden müssen. So halte ich wenig davon, dass autonome Autos über Menschenleben entscheiden. Über Tierleben können sie entscheiden, sie können quantifizieren und qualifizieren. Wenn dadurch Tiere gerettet werden können, ohne dass Menschen in Gefahr kommen, bin ich dafür.” Der Beitrag “Die Antwort lautet nicht 42” von Aleksandra Sowa, erschienen am 11. Oktober 2017, enthält Statements von Oliver Bendel, gewonnen aus dem genannten Austausch und aus seinen Veröffentlichungen.

Abb.: Dieses Eichhörnchen wurde Opfer der Maschine (oder Objekt der Kunst)

Moralische Maschinen bei der Körber-Stiftung

“Selbstfahrende Autos, Pflegeroboter, smarte Helfer: In unserem Alltag treffen wir auf immer klügere Maschinen. Über ein Bewusstsein oder eigenen Willen verfügen sie zwar nicht, dennoch nehmen sie uns immer mehr Entscheidungen ab. Das wirft auch moralische Fragen auf. Soll das Auto in einem Unfall eher die Insassen schonen oder die Fußgänger am Straßenrand? Darf ein Roboter lebenserhaltende Maschinen abschalten, wenn der Patient das wünscht? Welche Chancen sich bieten und wo wir Grenzen setzen sollten, bespricht Christoph Kucklick, GEO, mit dem Wirtschaftsinformatiker und Maschinenethiker Oliver Bendel.” So die Ankündigung der Körber-Stiftung auf www.koerber-stiftung.de. “1959 vom Unternehmer und Anstifter Kurt A. Körber ins Leben gerufen, ist die Körber-Stiftung heute mit eigenen Projekten, Kooperationen und Veranstaltungen national und international aktiv.” (Website Körber-Stiftung) Das Gespräch im Rahmen der Reihe “Digital mündig” mit dem Titel “Moralische Maschinen” findet am Dienstag, 14. November 2017 um 19.00 Uhr im KörberForum in Hamburg statt. Weitere Informationen über www.koerber-stiftung.de/veranstaltungsuebersicht/digital-muendig-moralische-maschinen-2248.html.

Abb.: In Hamburg unterwegs