Schlagworte: Pflegeroboter

Robear, Paro und Co.

Villach in Kärnten war am 28. November 2017 die Bühne für Pflege- und Therapieroboter unterschiedlicher Art. Einige wurden erwähnt, andere vorgeführt. Die 9. Landesenquete widmete sich dem Thema “Menschen mit Behinderung und Robotics 4.0: Chancen & Risiken”. Prof. Dr. Robert Riener von der ETH Zürich sprach über “Robotik für Therapie und Assistenz – Möglichkeiten und Chancen”, Univ.-Doz. DI Dr. Michael Hofbaur von der Joanneum Research Forschungsgesellschaft über “Sichere Roboter – Herausforderungen im Kontext mit Menschen mit Behinderung”. Prof. Dr. Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW ging auf “Assistenzsysteme und Pflegeroboter aus ethischer Sicht” ein. Veronika Schauer brachte zwei Therapieroboter mit, darunter Paro, und ging auf zwei Pilotprojekte mit Assistenzsystemen ein. Alle Vorträge, auch die später folgenden, wurden von Petra Plicka für das Publikum in Text und Bild zusammengefasst.

Abb.: Paro und Oliver Bendel

Pepper im Parlament

Über Serviceroboter aus ethischer Sicht hat Oliver Bendel am 8. November 2017 im Europäischen Parlament in Brüssel im Rahmen einer Robotikkonferenz gesprochen. Er stellte Pflege-, Sicherheits- und Kampfroboter vor und nahm die Perspektiven der Informationsethik und anderer Bereichsethiken sowie der Maschinenethik ein. Am Ende ging er auf Pepper ein, den emotionalen Roboter. Aus den Bereichsethiken heraus fragte er: “Should you leave children alone with Pepper, and if so, for how long? Should Pepper’s emotion recognition be used in retail to better understand customers?” Und aus der Maschinenethik heraus: “Do you want Pepper to show some emotion even though it doesn’t have one? Do you want it to speak more humanoid to be more convincing? Should it be able to refuse to do certain things, e.g., to steal from other people?” Es schloss sich eine Diskussion an, die Mady Delvaux als erste Fragestellerin eröffnete. Sie hatte für das Europäische Parlament den Bericht “mit Empfehlungen an die Kommission zu zivilrechtlichen Regelungen im Bereich Robotik” erstellt, den Oliver Bendel auf Wunsch eines Abgeordneten der Grünen kommentiert hatte. Nach der Videoübertragung zwischen der Schweiz und Belgien ging es weiter mit Vorträgen vor Ort.

Abb.: Zu Pepper stellen sich viele Fragen

Robotik im Gesundheitswesen

Mit “Pflege der Zukunft” ist eine Abendveranstaltung am 8. November 2017 überschrieben, die von der Organisation der Arbeitswelt (OdA) Gesundheit Bern durchgeführt wird. Referent ist Prof. Dr. Oliver Bendel, der sich intensiv mit Operations-, Therapie- und Pflegerobotern befasst, wobei er sowohl die Perspektive der Informationsethik als auch der Maschinenethik einnimmt. Aus der Beschreibung der Veranstaltung: “Pflegeroboter im engeren Sinne sind im Moment noch mehrheitlich Prototypen. Cody aus dem Georgia Institute of Technology kann bettlägerige Personen wenden und waschen. Robear, der aussieht wie ein freundlicher Bär, arbeitet im Tandem mit der Pflegerin oder dem Pfleger und assistiert beim Tragen, Umbetten und Aufrichten von Patienten. TWENDY-ONE, ein humanoider Roboter mit zwei Händen mit jeweils vier Fingern von der WASEDA University unterstützt beim Sichaufrichten und bei Haushaltsarbeiten.” Oliver Bendel erklärt in seinem Vortrag “Robotik im Gesundheitswesen – Assistierende Technologien im Pflegebereich”, was Pflegeroboter sind, stellt Prototypen vor und geht auf Chancen und Risiken ein. Über einen Flyer sind weitere Informationen erhältlich.

Abb.: Pflege auf Knopfdruck?

Schweizer Kongress zu Gesundheitsfragen

Der 14. Schweizerische Kongress für Gesundheitsökonomie und Gesundheitswissenschaften findet am 3. November 2017 am Universitätsspital Bern statt. Im Vortrag von Prof. Dr. Oliver Bendel geht es um Pflegeroboter wie Robear und Care-O-bot, zudem um Therapie- und Operationsroboter, insgesamt also um Roboter im Gesundheitsbereich. Nicht zuletzt spielen KI-Systeme (etwa IBM Watson) eine Rolle. Es werden die Ziele, Aufgaben und Merkmale geklärt und teils gleichartige, teils unterschiedliche Fragen aus ethischer Sicht gestellt und ansatzweise beantwortet. Am Ende soll deutlich werden, welche Robotertypen und Prototypen bzw. Produkte es im Gesundheitsbereich gibt, welche Zwecke sie erfüllen und welche Funktionen sie übernehmen, wie sich das Gesundheitswesen durch ihre Nutzung verändert und welche Implikationen und Konsequenzen diese hat, für den Einzelnen und für die Gesellschaft. Nicht zuletzt interessiert, welche Möglichkeiten für den Betroffenen bestehen, sich für die eine oder andere Option zu entscheiden, und es wird auf eine ergänzende Patientenverfügung eingegangen, die den Einsatz von Operations-, Therapie- und Pflegerobotern regelt. Der Flyer zur Veranstaltung kann hier heruntergeladen werden.

Abb.: In Bern

Roboter am Uniklinikum Regensburg

Am 11. Oktober 2017 findet der 10. Regensburger Intensivpflegetag statt. Prof. Dr. Martina Müller-Schilling (Universitätsklinikum Regensburg) und Dr. Tomáš Kural (Karls-Universität, Zweigstelle Pilsen) schreiben in ihrem Grußwort: “Erstmals in der nun 10-jährigen Geschichte unseres Intensivpflegetages sind wir ein internationales Organisatoren- und Schirmherrenteam und freuen uns den diesjährigen Pflegetag gemeinsam mit der Medizinischen Fakultät der Karls-Universität Pilsen zu gestalten. Die Partnerstädte Pilsen und Regensburg haben vieles gemeinsam: ein großes kulturelles Erbe, sie stellen das Oberzentrum der Region auf beiden Seiten der Grenze dar und beide haben eine medizinische Fakultät, mit der wir den gegenseitigen Austausch und die Partnerschaft weiter stärken wollen.” (Programm 10. Regensburger Intensivpflegetag) Es referieren u.a. Prof. Dr. Thomas Bein, Dr. Thomas Böttcher und Dr. Václav Liška. Prof. Dr. Oliver Bendel betrachtet Operations-, Therapie- und Pflegeroboter aus den Perspektiven von Maschinen- und Informationsethik. Weitere Informationen über http://www.uniklinikum-regensburg.de/service/Veranstaltungen/05031.php.

Abb.: Bei Regensburg

Internationale Tagung zu Pflegerobotern

Der Ladenburger Diskurs fand im Herbst 2017 unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Oliver Bendel zum Thema “Pflegeroboter” statt. Am Abend des 11. September 2017 trafen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen mit Mitgliedern der Daimler und Benz Stiftung und dem wissenschaftlichen Leiter in einem italienischen Restaurant in Ladenburg zum gegenseitigen Kennenlernen. Am Tag darauf begrüßte um 9 Uhr Dr. Jörg Klein, Geschäftsführer der Stiftung, die Gäste im Carl-Benz-Haus und ging auf dessen Geschichte ein. Prof. Dr. Oliver Bendel führte in die Veranstaltung ein. Die Vorträge waren so angeordnet, dass zunächst die technische Sicht dominierte, dann die medizinische, dann die ethische. Die wirtschaftliche Perspektive war kaum vertreten, da sich kaum Referenten hierzu finden ließen, wurde aber am Rande abgedeckt. Bis zum Mittag des 13. September trugen die Expertinnen und Experten aus UK, Österreich, Deutschland und der Schweiz vor und diskutierten in einer konstruktiven Atmosphäre. Mit von der Partie war Pepper, der zwar kein Pflegeroboter ist, sich aber durchaus für dieses Thema interessiert. Eine ausführliche Darstellung wird im Jahresbericht der Stiftung veröffentlicht.

Abb.: Schilberg, Pepper, Bendel (Foto: Daimler und Benz Stiftung/Dorn)

Soll uns Robear pflegen?

Operations- und Therapieroboter sind weit verbreitet. Pflegeroboter werden auf der ganzen Welt in Forschungseinrichtungen, Krankenhäusern und Pflegeheimen erprobt. Vor einem regulären Einsatz sind diverse ethische Fragen aufzuwerfen und zu beantworten. Genau dies macht ein neuer Beitrag von Oliver Bendel, der Mitte September in der Zeitschrift IT for Health erschienen ist. Das Resümee lautet: “Der Einsatz von Pflegerobotern bietet aus ethischer (sowie aus ökonomischer und medizinischer) Perspektive sowohl Chancen als auch Risiken. Assistierende Technologien beweisen bereits ihre Alltagstauglichkeit. Robear und Co., die Hand an Patienten anlegen, benötigen bis zu einer hohen technischen Reife noch ein paar Jahre. Genügend Zeit, so scheint es, um sich über das Grundsätzliche klar zu werden. Letztlich sollte, wo immer möglich, der Wille des oder der Pflegebedürftigen geachtet werden, ob er in einer Verfügung oder während der Behandlung zum Ausdruck kommt.” Der Artikel mit dem Titel “Soll uns Robear pflegen?” kann hier aufgerufen werden.

Abb.: Soll uns Robear pflegen?

Roboter im Gesundheitsbereich

“Entscheidfindung und Umsetzung: Shared Decision Making und verwandte Konzepte im Gesundheitssystem” – so der Titel des 14. Schweizerischen Kongresses für Gesundheitsökonomie und Gesundheitswissenschaften, der am 3. November 2017 in Bern stattfindet. “Der Kongress richtet sich an alle Fachleute aus dem Gesundheitswesen: Ärzteschaft, Spitalverantwortliche, Apothekerinnen/Apotheker, Pharmaindustrie, Sozial- und Privatversicherer, Behörden, Verbände sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Gesundheitswesen generell.” (Flyer Kongress) Eine Besonderheit ist das Young Forum. “Die Young Forum SKGG Initiative soll Nachwuchsleuten aus dem gesamten Gesundheitswesen ermöglichen, den 14. Schweizerischen Kongress für Gesundheitsökonomie und Gesundheitswissenschaften (SKGG) zum Nulltarif zu besuchen.” (Flyer Kongress) Beim Kongress referieren u.a. Prof. Dr. iur. Regina E. Aebi-Müller (“Patient knows best? Instrumente der Selbstbestimmung im geltenden Recht”), Prof. Dr. oec. publ. Stefan Boes (“Swiss Learning Health System – eine Einführung”) und Prof. Dr. oec. HSG Oliver Bendel (“Künstliche Intelligenz und Roboter im Gesundheitsbereich: Hoffnung mit Grenzen?”). Der Flyer mit allen Informationen kann hier abgerufen werden.

Abb.: Der Gesundheitsbereich verändert sich

Roboter unter uns

Omer Kabir von der israelischen Tageszeitung Calcalist hat im Februar 2017 ein Interview mit Oliver Bendel geführt, das am 16. August 2017 erschienen ist. Es geht um Künstliche Intelligenz, Robotik und Maschinenethik. Zu einer Frage führte Oliver Bendel aus: “I would like to distinguish between simple and complex moral machines. While simple moral machines are useful and valuable in many contexts, e.g., in order to protect animals in the household, in the parkway or in the wilderness, complex moral machines can be dangerous, on the battle field as well as in road traffic. I am against autonomous weapons and autonomous cars which decide between life and death of human beings. I prefer simple machines which follow simple rules in our absence, simple machines that are our representatives, not least in a moral sense.” Auf eine andere gab er die Antwort: “Industrial and service robots as well as agents and chatbots will support and replace us, doing some things better than their human competitors. They may be more precise, faster and cheaper. The machines can used for automatic operation round the clock. We may experience initial discomfort and pressure. After some discussions and perhaps revolutions, we could head for adequate economic, political and legal conditions. Perhaps there will be an unconditional basic income for all citizens, and I must admit that I sympathise with this idea. Other experts also propose a machinery tax or a quota of robots, but I am rather sceptical about such restrictions. I like the discussions about them more than themselves.” Der Artikel mit dem Titel “Affäre mit einem Roboter” kann hier als PDF heruntergeladen oder über www.calcalist.co.il/internet/articles/0,7340,L-3719292,00.html aufgerufen werden.

Abb.: Pepper in Aktion

Patientenverfügung zum Einsatz von Robotern

Es gibt unzählige Formulare für Patientenverfügungen. Allein für die Schweiz führt Kassensturz fünfzehn Organisationen mit eigenen Vorschlägen an. Die Übersichtstabelle kann bei SRF heruntergeladen werden. In der Regel fehlt ein Bezug zum Einsatz von Operations-, Pflege- und Therapierobotern. Dabei sind Operationsroboter weltweit im Einsatz, und Therapieroboter kennt man nicht nur in Japan, sondern auch in Deutschland und in der Schweiz. Offensichtlich müssen die Patienten damit klarkommen, ob sie wollen oder nicht. Gerade bei Therapierobotern wird es zwangsläufig Personen treffen, die urteilsunfähig sind. Bei Operationsrobotern wird dies seltener der Fall sein, wobei in der Zukunft sicherlich eine Ausweitung stattfindet und damit auch hier eine Patientenverfügung sinnvoll ist. Oliver Bendel, Informations- und Maschinenethiker, hat eine ergänzende Patientenverfügung entwickelt, die als Diskussionsbeitrag zu verstehen ist. Er ist der Meinung, dass Operationsroboter gute Dienste leisten und Pflegeroboter, die im Moment als Prototypen vorliegen, Pfleger entlasten und Patienten helfen können. Persönlich lehnt er einen Therapieroboter wie Paro ab, auch wenn dieser positive Effekte hervorbringen kann. Jeder sollte so wichtige Entscheidungen zum eigenen Leben zur richtigen Zeit treffen. Zur rechtlichen Verbindlichkeit in diesem Kontext bestehen noch keine Erkenntnisse. Das Formular kann hier bezogen werden. Hinweise werden über informationsethik@gmx.net entgegengenommen.

Abb.: Hier operiert der Arzt noch ohne Roboter

Daimler und Benz Stiftung zu Pflegerobotik

Gegen 15 renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler treffen am 12. und 13. September 2017 in der Villa der gemeinnützigen Daimler und Benz Stiftung in Ladenburg zusammen, tragen vor und diskutieren zu Pflegerobotern. Die Stiftung engagiert sich immer wieder in Bezug auf Robotik und Künstliche Intelligenz (KI) und mit Blick auf moralische und soziale Themen, wie 2015 mit einer Tagung zur Roboterethik. Der Workshop ermöglicht technische, wirtschaftliche, medizinische und ethische Reflexionen über Pflegeroboter. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen im Rahmen der Ladenburger Diskurse kontrovers und konstruktiv diskutieren und zu neuen Erkenntnissen gelangen. Die wissenschaftliche Leitung obliegt Prof. Dr. Oliver Bendel. Er lud im Namen der Stiftung Wirtschaftswissenschaftler, Robotiker, Informatiker, Mediziner und Moralphilosophen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und UK ein. Bisher liegen elf Zusagen vor. Die Ergebnisse des Workshops werden in einem Herausgeberband zusammengefasst. Sie richten sich an ein breites Publikum. Letztlich müssen die Krankenhäuser, die Pflegeheime und die Patientinnen und Patienten bzw. Seniorinnen und Senioren entscheiden, wie die Pflege der Zukunft aussehen soll.

Abb.: Bei der Hochzeit denkt man noch nicht an die Pflege

Ladenburger Diskurs zu Pflegerobotern

Prof. Dr. Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW lädt in diesen Tagen renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zum Ladenburger Diskurs 2017 über Pflegeroboter ein. Am 12. und 13. September arbeitet man in der Villa der Daimler und Benz Stiftung in Ladenburg zusammen, trägt vor und diskutiert. Pflegeroboter unterstützen oder ersetzen – so die Idee – menschliche Pflegekräfte bzw. Betreuerinnen und Betreuer. Sie bringen und reichen Kranken und Alten die benötigten Medikamente und Nahrungsmittel, helfen ihnen beim Hinlegen und Aufrichten oder alarmieren den Notdienst. Die Daimler und Benz Stiftung engagiert sich immer wieder in Bezug auf Robotik und Künstliche Intelligenz (KI) und mit Blick auf moralische und soziale Themen, wie 2015 mit einer Tagung zur Roboterethik. Der Workshop ermöglicht technische, wirtschaftliche, medizinische und ethische Reflexionen über Pflegeroboter. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Wissenschaft – die Ethiker werden ausschließlich Vertreter der Moralphilosophie, nicht der Moraltheologie sein – sollen kontrovers und konstruktiv diskutieren und zu neuen Erkenntnissen gelangen. Die Anwesenheit von Entwicklern und Anwendern und mindestens eines Prototyps wird angestrebt. Nach der Veranstaltung erscheint eine gemeinsame Publikation in einem Fachverlag als Sammlung der verschriftlichten Vorträge. Über den Ladenburger Diskurs 2017 wird auf informationsethik.net und maschinenethik.net berichtet.

Abb.: Pflegeroboter und Oberärztin im Gespräch

Tandems im Pflegeheim

“Robotik für den Pflegebereich boomt. In dem Arbeitsfeld fehlt Personal und es fällt oft schwere körperliche Arbeit an, für die Hilfe willkommen wäre.” (derStandard.at, 7. Mai 2016) Dies schreibt Gudrun Springer im österreichischen Standard. Ausgangspunkt des Artikels ist die öffentliche Sitzung der Bioethikkommission in Wien vom 2. Mai, bei der Prof. Dr. Oliver Bendel, Prof. Dr. Mark Coeckelbergh, Prof. Dr. Michael Decker, Prof. Dr. Jutta Weber und Markus Wohlmannstetter zum Thema Pflegeroboter vorgetragen haben. Die Verfasserin geht auf das Tandem-Prinzip ein, das Oliver Bendel in seinem Referat erwähnt hat und seit einiger Zeit propagiert. Auch Mark Coeckelbergh ist laut ihrer Aussage diesem Prinzip zugetan. Es sei besser, “Roboter als assistierende Technologien … im Tandem” (derStandard.at, 7. Mai 2016) zu benutzen. Weiter schreibt sie: “Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft in Basel, der sich mit Auswirkungen des Roboters auf Menschen beschäftigt, meint, dass mancher Handgriff vom Menschen ausgeführt einem Pflegebedürftigen unangenehmer sein kann als vom technischen Helfer – etwa in der Intimpflege.” (derStandard.at, 7. Mai 2016) Auch zu informationsethischen und rechtlichen Herausforderungen äußert er sich: “Andere wichtige Fragen, die für Bendel durch die Roboter aufkommen, betreffen den Datenschutz.” (derStandard.at, 7. Mai 2016) Der Artikel mit dem Titel “Der Roboter im Pflegeheim” ist über derstandard.at/2000036444112/Der-Roboter-im-Pflegeheim abrufbar.

Abb.: Menschliche Berührungen bleiben wichtig

 

Roboter in der Pflege

Am 2. Mai 2016 fand in Wien eine öffentliche Sitzung der österreichischen Bioethikkommission zum Thema “Von Mensch und Maschine: Roboter in der Pflege” statt. Wegen des großen Andrangs war sie in den Kassensaal, wo früher Geldgeschäfte getätigt wurden, verlegt worden, einen prächtigen Saal der Bundesregierung. Zunächst trafen sich die Referenten zu einem Hintergrundgespräch mit Pressevertretern im Bundeskanzleramt am Minoritenplatz. Nach einem Mittagessen im Café Landtmann ging man in den Kassensaal hinüber. Die Vorsitzende der Bioethikkommission, Christiane Druml, eröffnete die Veranstaltung. Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW referierte zu Maschinen- und Informationsethik und zu ethischen Fragen des Einsatzes von Pflegerobotern. Er ist der Meinung, dass diese die persönliche Autonomie von Patienten verbessern, aber auch deren informationelle Autonomie verletzen können. Mark Coeckelbergh, inzwischen an der Universität Wien tätig, fragte nach den Anforderungen in der Pflege und wie Pflegeroboter, auch aus Sicht der Maschinenethik, dazu passen, und Michael Decker vom KIT in Karlsruhe präsentierte ein aktuelles Projekt in diesem Bereich. Grundsätzliche Technologiekritik übte Jutta Weber von der Universität Paderborn. Markus Wohlmannstetter von der Krankenanstalt Rudolfstiftung nahm die Perspektive der Pflegerinnen und Pfleger ein. Ina Wagner, Mitglied der Bioethikkommission, fasste die Ergebnisse zusammen. Im Anschluss stellten Mitglieder der Kommission und der Öffentlichkeit eine Stunde lang ihre Fragen, wobei nicht nur teilautonome Pflege-, sondern auch autonome Kampfroboter thematisiert wurden, deren Einsatz ein älterer Österreicher forderte, während Oliver Bendel sich dagegen aussprach, obwohl sie, wie er erklärte, nicht plündern, brandschatzen oder vergewaltigen, also auch gewisse Vorteile hätten. Am Ende wurden die Referenten, die der Alpenrepublik ihre Erkenntnisse honorarfrei übermittelt hatten, mit einem kräftigen Applaus verabschiedet. Weitere Informationen und Fotos über www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160503_OTS0014/bioethikkommission-diskutiert-den-einsatz-von-robotern-im-pflegebereich

Abb.: Oliver Bendel referiert vor der Bioethikkommission (Foto: Regina Aigner)

Pflegeroboter im Bundeskanzleramt

Eine öffentliche Sitzung der österreichischen Bioethikkommission trägt den Titel “Von Mensch und Maschine: Roboter in der Pflege”. Sie findet am 2. Mai 2016 im Bundeskanzleramt in Wien statt. Es tragen nach der Eröffnung von Dr. Christiane Druml (Vorsitzende der Bioethikkommission) vor: Prof. Dr. Oliver Bendel, Fachhochschule Nordwestschweiz, Institut für Wirtschaftsinformatik (“Die Maschine in der Moral”), Prof. Dr. Mark Coeckelbergh, Universität Wien, Institut für Philosophie (“Machine ethics in healthcare”), Prof. Dr. Michael Decker, Karlsruhe Institut für Technologie, Institut für Philosophie (“Einsatz von Robotern in der Pflege – empirische Erfahrungen”), Prof. Dr. Jutta Weber, Universität Paderborn, Institut für Medienwissenschaften (“Maschinelle Versorgung: Die impliziten Werte der sozialen Robotik und ihre gesellschaftlichen Konsequenzen”) und Markus Wohlmannstetter, MSc., Anästhesiologische Intensivstation 1B, Krankenanstalt Rudolfstiftung (“Einsatz von Robotern in der Pflege – aus der Sicht der Pflege”). Das “Wrap-up” verantwortet Prof. Dr. Ina Wagner, Mitglied der Bioethikkommission. Weitere Informationen über den Flyer zur Veranstaltung.

Abb.: In Wien unterwegs

Ausschreibung zur Robotik der Pflege

Das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) hat im Rahmen des TAB-Projekts “Mensch-Maschine-Entgrenzungen” eine neue Ausschreibung gestartet. Zum Hintergrund heißt es auf der Website: “Das TAB-Projekt Mensch-Maschine-Entgrenzung beschäftigt sich mit technologischen Trends, die zu einer zunehmenden Verschmelzung von Mensch und Maschine führen. Angetrieben wird die Entgrenzungsdynamik im Wesentlichen durch Entwicklungen in zwei Technologiefeldern: den Neurotechnologien auf der einen Seite, die zu einer fortschreitenden Technisierung des Menschen führen (durch die direkte Kopplung elektronischer Geräte an das Gehirn resp. Nervensystem), sowie der autonomen Robotik auf der anderen Seite, die Maschinen hervorbringt, die nicht nur immer eigenständiger handeln, sondern dem Menschen auch immer ähnlicher werden.” (Website TAB) Mit Fokus auf Robotik in Pflege und Rehabilitation werden, wie Dr. Christoph Kehl mitgeteilt hat, Gutachten zu folgenden drei Themenfeldern vergeben: 1. Autonome Assistenzsysteme in der Pflege: Potenziale und Grenzen aus pflegewissenschaftlicher Sicht; 2. Pflege- und Rehabilitationsrobotik: Fallstudien zur Forschungs- und Entwicklungspraxis; 3. Rechtliche Herausforderungen und Lösungsansätze autonomer Pflegetechnologien: Haftung und Datenschutz. Abgabetermin für Angebote ist der 15. Februar 2016. Weitere Informationen zur Ausschreibung sowie zur Untersuchung über www.tab-beim-bundestag.de/de/gutachter/g20700.html.

Abb.: Mensch und Maschine arbeiten eng zusammen

Pflegeroboter im Wirtschaftslexikon

“Pflegeroboter unterstützen oder ersetzen menschliche Pflegekräfte bzw. Betreuerinnen und Betreuer. Sie bringen und reichen Kranken und Alten die benötigten Medikamente und Nahrungsmittel, helfen ihnen beim Hinlegen und Aufrichten oder alarmieren den Notdienst. Manche verfügen über natürlichsprachliche Fähigkeiten, sind lernende und intelligente Systeme.” (Gabler Wirtschaftslexikon, 12. Januar 2016) Der Beitrag von Oliver Bendel im Wirtschaftslexikon von Springer Gabler stellt Pflegeroboter vor, geht auf ihre Funktionen und Aufgaben ein, klärt die Anwendungsbereiche und nennt Beispiele wie Care-O-bot, Cody, Robear, HOBBIT und TWENDY-ONE. Auch die Perspektive der Ethik wird eingenommen: “Bereichsethiken wie Wirtschafts-, Medizin- und Informationsethik müssen Fragen dieser Art stellen: Wer trägt die Verantwortung bei einer fehlerhaften Betreuung und Versorgung durch die Maschine? Inwieweit kann diese die persönliche und informationelle Autonomie des Patienten unterstützen oder gefährden? Ist der Roboter in unpassender Weise umgesetzt, etwa in Form einer stereotyp dargestellten Krankenschwester? Ist er eine Entlastung oder ein Konkurrent für Pflegekräfte?” (Gabler Wirtschaftslexikon, 12. Januar 2016) Der Beitrag ist am 12. Januar 2016 erschienen und kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/pflegeroboter.html abgerufen werden.

Abb.: Zuwendung sollte in erster Linie von Menschen kommen

Roboter in der Pflege

“In der Pflege herrscht Fachkräftemangel. Pflegeroboter könnten das Problem lösen. Aber selbst wenn die Technik so weit sein sollte: Wollen sich Menschen tatsächlich von einer Maschine pflegen lassen?” Mit diesen Worten beginnt ein Artikel von Stella Hombach im Ihre Gesundheitsprofis MAGAZIN. Befragt wurden Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft der Fachhochschule Nordwestschweiz, der Wirtschaftsinformatiker sowie Informations- und Maschinenethiker ist, und Johanna Knüppel vom Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK). Bendel hat nichts gegen den Einsatz von Pflegerobotern, wenn diese Pflegekräfte entlasten und den Wünschen von Pflegebedürftigen entgegenkommen. Auch Knüppel hat gegen den Einsatz nichts einzuwenden. “Gerade beim Umlagern”, so wird sie zitiert, “ist jede Hilfe willkommen.” (Ihre Gesundheitsprofis MAGAZIN, 6. Januar 2016) Wichtig ist beiden, dass der Patient mitreden darf. Dass man auf die Hilfe von Robotern kaum verzichten kann, zeigen auch die nackten Zahlen: “In Deutschland sind derzeit rund 2,6 Millionen Menschen pflegebedürftig. Bis zum Jahr 2060 prognostiziert das Bundesministerium für Gesundheit annähernd eine Verdopplung auf 4,7 Millionen. Fachkräfte in den Pflegeberufen fehlen bereits heute.” (Ihre Gesundheitsprofis MAGAZIN, 6. Januar 2016) Der Artikel mit dem Titel “Beim Waschen lieber den Roboter” kann über www.igp-magazin.de/beim-waschen-lieber-den-roboter/ aufgerufen werden.

Abb.: Noch besser als die beste Pflegekraft ist der Jungbrunnen

Die Würde des Patienten

Operations-, Pflege- und Therapieroboter verbreiten sich immer mehr. Die Schweiz ist Automaten- und Androidenland: Schon die Uhrenmacher im 18. Jahrhundert haben Wunderwerke hergestellt, und die Forschung von Hochschulen wie der Universität Zürich, der ETH Zürich und der École polytechnique fédérale de Lausanne ist bzw. war hochkarätig. Die bekanntesten Modelle und Prototypen im Gesundheitsbereich stammen trotzdem nicht von dort. Der Da-Vinci-Operationsroboter wurde in Kalifornien entwickelt, der Pflegeroboter Care-O-bot in Deutschland, der Therapieroboter Paro in Japan. Zwei Studierende von Prof. Dr. Oliver Bendel an der Hochschule für Wirtschaft FHNW, Christine Fahlberg und David Wenger, haben in einem Forschungsbeitrag im Rahmen eines Masterstudiengangs untersucht, ob Patienten unter bestimmten Umständen lieber von Robotern als von Menschen betreut und begleitet werden wollen. Tatsächlich scheint dies der Fall zu sein, wenn Privat- und Intimsphäre geschützt werden können. Wenn man Kontakt und Beistand sucht, lehnt man Pflege- und Therapieroboter eher ab. Die Perspektive der Patienten wird in einschlägigen Studien selten eingenommen, und überhaupt sind Würde, Intim- und Privatsphäre sowie Datensicherheit kaum ein Thema, auch wenn es immer wieder ethische Betrachtungen gibt. Diese Forschungslücke soll mit weiteren Untersuchungen geschlossen werden.

Abb.: Roboter können helfen, die Intimsphäre zu schützen

Medizinische Roboter mit Nebenwirkungen

Operationsroboter erobern die Krankenhäuser, Pflege- und Therapieroboter die Pflege-, Alten- und Eigenheime. Die Spezial- und Serviceroboter unterstützen und unterhalten uns. Sie überwachen uns leider auch. Und sie ersetzen uns allmählich. In seinem Artikel “Medizinische Roboter mit Nebenwirkungen”, der am 27. Juni 2015 bei SenLine erschienen ist, geht Oliver Bendel – nachdem er die Kreaturen von Hephaistos ebenso erwähnt hat wie die Androiden von Jaquet-Droz – auf Operations-, Pflege- und Therapieroboter ein und stellt Chancen und Risiken dar. Auch ethische Fragen werden aufgeworfen, bei den Pflegerobotern etwa die folgenden: “Wer trägt die Verantwortung bei einer fehlerhaften Betreuung und Versorgung durch die Maschine? Inwieweit kann diese die Autonomie des Patienten unterstützen oder gefährden? Ist der Roboter eine Entlastung oder ein Konkurrent für Pflegekräfte und Krankenschwestern?” Der Artikel kann über www.senline.ch/medizinische-roboter-mit-nebenwirkungen-id1093 aufgerufen werden.

Abb.: Innenleben eines der Androiden von Pierre Jaquet-Droz