Workshop in Bern zu Grundrechten nichtmenschlicher Primaten

Bern, 2051: Schon 25 Jahre sei es her, seit in der Schweiz Grundrechte für nichtmenschliche Primaten eingeführt wurden. Seither hätten diese schweizweit ein Recht auf Leben sowie auf körperliche und geistige Unversehrtheit. Mit diesem Teaser wird in den Workshop „Reatching into the Rabbit Hole“ eingeführt, der am 3. Juli 2021 in Bern von Reatch in Zusammenarbeit mit Sentience Politics organisiert wird. Man will zurückblicken auf die bewegte Geschichte der Primatengrundrechte in der Schweiz. „Wie hat dieser historische Volksentscheid das Land beeinflusst? Wie veränderte er Wissenschaften, Wirtschaft und Gesellschaft?“ Der Plan für diesen Tag wird wie folgt beschrieben: „Wir sammeln bestehende und neue Ideen, diskutieren Probleme und Herausforderungen und entwickeln Lösungen und Zukunftsperspektiven. Dabei beleuchten wir in konkreten Szenarien, was eine solche Entwicklung für Zoos, für die akademische und die industrielle Forschung sowie die Nutztierhaltung bedeutet und wie sich Primatengrundrechte auch international auswirken.“ (Reatch) Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer stammen u.a. aus der Tierethik, dem Tierschutz, der Tiermedizin und der Rechtswissenschaft. Mit dabei sind z.B. Silvano Lieger und Tamina Graber von Sentience Politics und Prof. Dr. Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW, der Grundrechte für Primaten und andere Tiere fordert.

Abb.: Affen am Strand

Helfer ohne Ansteckungsgefahr

In seinen Artikeln „Serviceroboter als Helfer in der Not“ (Telepolis, 13. Mai 2020) und „Der Einsatz von Servicerobotern bei Epidemien und Pandemien“ (HMD – Praxis der Wirtschaftsinformatik, 14. Oktober 2020) stellte Prof. Dr. Oliver Bendel dar, wie Serviceroboter bei Krisen und Katastrophen und bei Pandemien eingesetzt werden können. Insbesondere Transport-, Sicherheits- und Reinigungsroboter seien relevant. Zudem könne man Pflegeroboter verwenden und auch umrüsten, etwa um sie Desinfektionsaufgaben erledigen zu lassen. Die dpa befragte den Technikphilosophen aus Zürich im Juni zum Thema. Der Beitrag von Frederick Mersi erschien am 20. und 21. Juni 2021 in mehreren Zeitungen und Zeitschriften unter verschiedenen Titeln, etwa bei Heise Online („Helfer ohne Ansteckungsgefahr: Schlägt jetzt die Stunde der Roboter?“).

Abb.: Maskenträgerinnen auf Schloss Nymphenburg

„Bodily Encounters“ at Salon Suisse

The Salon Suisse at the 17th International Architecture Exhibition in Venice presents its program under the title „Bodily Encounters“. Salonnière is Evelyn Steiner, under assistance of Viviane Ehrensberger. „Bodily Encounters revolves around the fundamental Relationships between the body and architecture: when space is being experienced, the body serves as the most important system of orientation and measurement.“ (Booklet Salon Suisse) On November 18, 2021, Palazzo Trevisan will host the event „JETHRO KNIGHTS, ARMOR GUYVER, AND MUTANT X: HOW TRANSHUMANISTS CHALLENGE ARCHITECTURE“. In the booklet you can read: „Body hacking means invasive or non-invasive intervention in the human body for the purposes of human enhancement or transhumanism. Implanted chips and technical enhancements, for instance, enable the human senses to be extended or purposefully controlled. This evening, the focus is on physical and mental transformation and its impact on architecture. How does architecture respond to members of the human species who take the course of evolution into their own hands? For example, the human sensorium could be adapted to external influences and optimised in such a way that construction in compliance with noise regulations or adherence to climate-related requirements and disability standards would become obsolete. After an introduction to transhumanism by Professor of Information Ethics and Machine Ethics Oliver Bendel, Georg Vrachliotis, Professor of Architectural Theory, and the body hacker Mike Schaffner, will discuss various scenarios and leave room for some surprises.“ (Booklet Salon Suisse) You can download the booklet with further information about the Salon Suisse program here.

Fig.: In Venice

„Avatar“ im „Lexikon der Wirtschaftsinformatik“

Vor 20 Jahren erschien der Beitrag „Avatar“ von Oliver Bendel im damals maßgeblichen „Lexikon der Wirtschaftsinformatik“ (4., vollst. neu bearbeit. u. erweit. Aufl., Springer, Berlin u.a. 2001). Der bereits 2020 verfasste Text lautete wie folgt: „Der Begriff ‚Avatar‘ stammt aus dem Sanskrit und bezeichnet dort die Gestalt, in der sich ein (hinduistischer) Gott auf der Erde bewegt. Im Computerbereich hat sich der Begriff durchgesetzt für grafisch, teils dreidimensional realisierte virtuelle Repräsentationen von realen Personen oder Figuren. Avatare finden zum einen Verwendung in kollaborativ genutzten virtuellen Räumen wie Chats, Internet-Spielwelten …, webbasierten Lern- und Arbeitsumgebungen und kommerziellen 3D-Anwendungen (Virtual Reality). Sie fungieren dort als sichtbare und teils auch bewegliche und manipulierbare Stellvertreter eines Benutzers. Avatare dieser Art können ein menschliches Aussehen haben, aber auch jede beliebige andere Gestalt und Form. Als Stellvertreter realer Personen haben sie kaum autonome Züge. Avatare können zum anderen eine beliebige Figur mit bestimmten Funktionen repräsentieren. Solche Avatare treten – beispielsweise als Kundenberater und Nachrichtensprecher – im Internet auf oder bevölkern als Spielpartner und -gegner die Abenteuerwelten von Computerspielen. Sie haben häufig ein anthropomorphes Äußeres und eigenständige Verhaltensweisen oder sogar regelrechte Charaktere.“ Die Ausgabe sollte die letzte sein – der Beitrag selbst, der auch in die Doktorarbeit des Autors über pädagogische Agenten und später in Lexika aus dem Springer-Verlag wie „350 Keywords Digitalisierung“ einfloss, ist immer noch aktuell.

Abb.: Ein ca. 20 Jahre alter Screenshot aus der erwähnten Doktorarbeit

Künstliche Krankenschwestern

Grace von Hanson Robotics ist ein Pflegeroboter der besonderen Art, nämlich ein Krankenschwesterandroid. Sie ist sozusagen die jüngere Schwester von Sophia und Asha, aber anders als diese wird sie dank ihres Berufs und ihrer Fähigkeiten zu einem nützlichen Mitglied der Gesellschaft. Nach Angaben des Herstellers ist sie für die COVID-19-Pandemie geschaffen worden. Im Brustbereich verfügt sie über eine Wärmbildkamera, mit der sie Fieber messen kann. Sie hat mimische, gestische und natürlichsprachliche Fähigkeiten und kann nicht nur Freude, sondern auch Trauer zeigen. Insgesamt sieht sie immer etwas verheult aus. In einem Video sagt sie: „I can visit with people and brighten their day with social stimulation, entertain and help guide exercise, but also can do talk therapy, take bio readings and help health care providers assess their health, and deliver treatments.“ Ob der Android bei den Patienten und Patienten ankommen wird, ist schwer zu sagen. Es gibt einzelne Stimmen von Männern, die sich realistische Figuren in diesem Bereich herbeisehnen, aber die Mehrheit wird von Grace wohl eher irritiert sein. Dennoch sind es faszinierende und medienaffine Ergebnisse, die Hanson Robotics einmal mehr vorlegt. Zudem stellt sich die Frage, ob Pflegeroboter sexuelle Assistenzfunktionen haben sollten, unter ganz neuen Voraussetzungen.

Abb.: Eine künstliche Krankenschwester

RoSA für die Soziale Arbeit

Die Stiftung FHNW fördert seit Juni 2021 das Projekt „RoSA – Roboter in der Sozialen Arbeit“. Auf ihrer Website meldet sie: „Erstmals soll ein Roboter einen Mehrwert für die ambulante Suchtberatung erbringen und damit eine Verbesserung für die Lebenssituation von Klientinnen und Klienten mit sich bringen. Die Resultate dienen als Basis für eine Folgestudie. Sollte sich der Einsatz von sozialen Robotern in diesem Handlungsfeld bewähren, könnte dies einen Wendepunkt für die ambulante Beratung in der Sozialen Arbeit bedeuten.“ (Website Stiftung FHNW) Die Wahl des Projektteams fiel auf QTrobot, einen sozialen Roboter von LuxAI. Dieser wird eigens für die Studie beschafft. Projektleiterin ist Sarah Bestgen von der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW. Sie hat das Projekt zusammen mit Prof. Dr. Stefan Adam von derselben Hochschule initiiert. Prof. Dr. Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW ist ebenfalls mit dabei. Er forscht seit Jahren in der Sozialen Robotik, der Maschinenethik und der Roboterethik. Die Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW hilft bei der Programmierung mit. Ansprechpartnerin dort ist Alexandra Tanner. Weitere Informationen über www.stiftungfhnw.ch/ro-sa.

Abb.: RoSA für die Soziale Arbeit

Die Ethik der Digitalisierung

„Eine Auseinandersetzung mit der Digitalisierung berührt zentrale ethische Fragestellungen. Hierunter fallen Themen wie Identität, Sinnfindung, Persönlichkeitsentfaltung und Selbstverwirklichung ebenso wie Fragen nach informationeller Selbstbestimmung, Handlungs-, Informations- und Meinungsfreiheit, Gerechtigkeit, Solidarität, Humanität, Verantwortung, Frieden und Sicherheit. Aspekte der Technikethik und des Umweltschutzes, die Folgen der Globalisierung, Digitalisierung und Vernetzung sowie die Diskussion verschiedener Gesellschaftsmodelle stehen ebenfalls zur Diskussion.“ (Website E & U) Dies schreibt die Zeitschrift Ethik & Unterricht zu ihrer neuen Ausgabe (Nr. 2/2021) mit einem Schwerpunkt zur Digitalisierung. Die Hauptbeiträge zu Robotik und Maschinenethik stammen von Oliver Bendel (Professor für Wirtschaftsinformatik sowie Informations- und Maschinenethik an der Fachhochschule Nordwestschweiz; „Serviceroboter aus ethischer Sicht: Herausforderungen und Grenzen ihres Einsatzes“) und Catrin Misselhorn (Professorin für Philosophie an der Georg-August-Universität Göttingen; „Künstliche Intelligenz und Ethik: Leitlinien für moralische Maschinen“). Die Ausgabe ist über www.friedrich-verlag.de/shop/digitalisierung-541086 erhältlich.

Abb.: ASIMO begrüßt seine Fans

Maschinenliebe in Psychologie Heute

„Erkenntnisse und Forschungsergebnisse der Psychologie lebendig darzustellen, sie auf das Leben zu übertragen und für den Alltag nutzbar zu machen: Das ist die Aufgabe, der sich Psychologie Heute verschrieben hat. 1974 gegründet, ist unser Magazin die renommierteste und reichweitenstärkste psychologische Zeitschrift in Deutschland.“ So lautet die Selbsteinschätzung auf der Website von Psychologie Heute. Im Juli-Heft (Verkaufsstart 9. Juni 2021) findet sich ein fünfseitiges Interview mit Prof. Dr. Oliver Bendel aus Zürich zu Liebespuppen und Sexrobotern. Der Wirtschaftsinformatiker und Informations- und Maschinenethiker ist Herausgeber des Springer-Buchs „Maschinenliebe“ (2020), das Beiträge der führenden Expertinnen und Experten auf diesem Gebiet vereint. Im Interview erklärt er, was Liebespuppen und Sexroboter sind und worin die Chancen und Risiken bestehen. Das Heft ist über www.psychologie-heute.de und über jeden gut sortierten Kiosk erhältlich.

Abb.: Messebesucherinnen mit Harmony (Foto: Realbotix)

300 Keywords Soziale Robotik

Die „Keywords“-Bücher werden üblicherweise aus den „Schlüsselwörtern“ zusammengestellt, die im Gabler Wirtschaftslexikon erscheinen, dem größten Wirtschaftslexikon im deutschsprachigen Raum. Der Springer-Verlag ist Herausgeber, die Autorinnen und Autoren werden eingangs aufgeführt. Eine Ausnahme sind „400 Keywords Informationsethik“ (2016 und 2019) und „350 Keywords Digitalisierung“ (2019). Sie stammen von einem einzigen Autor, nämlich von Oliver Bendel. Er verwendet ebenfalls seine Definitionen und Erklärungen aus dem Gabler Wirtschaftslexikon, ergänzt sie aber um zahlreiche weitere Einträge. Es entstehen Nachschlagewerke aus einem Guss, in einem Stil und aus klar definierten Perspektiven heraus. Die Nachfrage ist bei beiden Büchern enorm. So liegt „400 Keywords Informationsethik“ bereits in der zweiten Auflage vor, und „350 Keywords Digitalisierung“ kann fast 140.000 Downloads (einzelne Kapitel und gesamtes Buch) verzeichnen. Der dritte „Keywords“-Band von Oliver Bendel heißt „300 Keywords Soziale Robotik“. Es werden darin nicht nur zahlreiche Termini erläutert und eigene Systematiken vorgestellt, sondern auch etliche soziale Roboter und Sprachassistenten aus Fiktion und Realität genannt. Zusammen mit „Soziale Roboter“ – das ebenfalls 2021 bei Springer erscheint, ca. zwei Monate früher – liegen dann zwei deutschsprachige Grundlagenwerke zum Thema vor. Weitere Informationen zum neuen „Keywords“-Buch sind über www.springer.com/de/book/9783658348328 erhältlich.

Abb.: Der Autor sprach 2018 bei „Minds Mastering Machines“ über soziale Roboter (Foto: MMM)

Sag mir, wie du sprichst …

„Stimmerkennung (engl. ‚voice recognition‘) ist das automatisierte Erkennen von Merkmalen einer Stimme, um die Identität einer Person (engl. ’speaker recognition‘) oder deren Geschlecht, Gesundheit, Herkunft, Alter und Gefühlslage (engl. ‚emotion recognition‘) festzustellen. Sie ist zu unterscheiden von Spracherkennung (engl. ’speech recognition‘), wo es vor allem um die Inhalte des Gesprochenen geht, etwa in Hinsicht auf das ‚Verstehen‘ und Befolgen von Sprachbefehlen.“ Mit diesen Worten beginnt ein neuer Beitrag im Gabler Wirtschaftslexikon von Oliver Bendel. Es wird auf biometrische Merkmale eingegangen, die bei der Stimmerkennung eine Rolle spielen, und es werden Anwendungsbeispiele genannt: Einige Sprachassistenten und soziale Roboter verfügen über diese Technologie. Diese bringt auch ethische Probleme mit sich – darauf wird am Ende verwiesen. Der Beitrag ist am 25. Mai 2021 erschienen und kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/stimmerkennung-122246 abgerufen werden.

Abb.: Echo auf dem Tisch

„Mundraub“ mit Hilfe von KI

„KI passt Lippenbewegungen an andere Sprachen an“ – so der Titel eines Artikels von Tobias Költzsch, der am 23. Mai 2021 bei Golem erschienen ist. „Das britische Unternehmen Flawless entwickelt eine auf Deepfake basierende Technologie, mit deren Hilfe synchronisierte Filme realistischer aussehen sollen. Das vom Regisseur Scott Mann mitgegründete Unternehmen will mit Hilfe von künstlicher Intelligenz die Lippenbewegungen von Schauspielern im Nachhinein anpassen, damit sie der synchronisierten Sprache entsprechen.“ (Golem, 23. Mai 2021) Dies wirft zahlreiche Fragen auf. Die Lippen gehören den Schauspielerinnen und Schauspielern, die Bewegungen ihrer Lippen zu ihrem Spiel. Wenn die Lippen nun anders aussehen und sich anders bewegen, könnte das zum einen Persönlichkeitsrechte verletzen, zum anderen die Qualität des Films beeinträchtigen. Insgesamt gibt es ethische, rechtliche und künstlerische Implikationen. Der Raub der Stimme ist schon seit einiger Zeit möglich – nun erfolgt ein „Mundraub“ der neuen Art.

Abb.: Charlize Theron auf dem roten Teppich

Überlegungen zu Robot Enhancement

In einem Beitrag für ICTkommunikation, der am 21. Mai 2021 erschienen ist, entwirft Oliver Bendel das Arbeitsgebiet des Robot Enhancement. Dieses zielt auf die Erweiterung und damit einhergehende Veränderung oder Verbesserung des Roboters durch den Benutzer bzw. eine Firma, etwa in funktionaler, ästhetischer, ethischer oder ökonomischer Hinsicht. Insbesondere soziale Roboter sind von Interesse. Es werden Beispiele für die Anwendung gegeben: Pepper wird eingekleidet und mit Accessoires ausgestattet, wie der in Dubai als Polizeiroboter eingesetzte REEM. AIBO, ein Roboterhund, wird mit Fell überzogen. Damit ein Umarmungsroboter riecht, reibt man ihn mit Duftstoffen ein. Oder man überzieht einen Metall- oder Plastikkopf mit Silikonhaut oder verlängert vorhandene Gliedmaßen. Damit alle diese Maßnahmen systematisch und theoretisch fundiert vorgenommen werden können, braucht es eben – so der in Zürich lebende Wissenschaftler – ein neues Arbeitsgebiet. Der Beitrag mit dem Titel „Überlegungen zu Robot Enhancement“ kann hier abgerufen werden.

Abb.: Der humanoide Roboter Alter

Konferenzen mit Hologrammen

„Alle sitzen an einem Tisch, obwohl sich jeder in einer ganz unterschiedlichen Stadt aufhält. Die Personen können sich berühren, doch spüren nichts davon. Was widersprüchlich klingt, könnte bald normal sein.“ (Tagesspiegel, 14. Mai 2021) Die Rede ist von Hologrammen, die mit Sprachassistenten oder mit Audiofunktionen kombiniert und beispielsweise bei Konferenzen eingesetzt werden. In ihrem Artikel „Werden wir bald als Hologramme miteinander sprechen?“ im Tagesspiegel spürt Marie Rövekamp den heutigen und künftigen Umsetzungs- und Einsatzmöglichkeiten nach. Zu Wort kommt auch Oliver Bendel, von dem der Buchbeitrag „Hologram Girl“ (erschienen in „AI love you“) stammt und der als Vorzug von Hologrammen die Präsenz im Raum betont. Der Artikel ist am 14. Mai 2021 in der gedruckten und in der elektronischen Ausgabe erschienen.

Abb.: Hologramme gewinnen an Bedeutung für die Kommunikation

Animal-Computer Interaction and Beyond

Clara Mancini (The Open University) and Eleonora Nannoni (University of Bologna) are calling for abstracts and papers for the Frontiers research topic „Animal-Computer Interaction and Beyond: The Benefits of Animal-Centered Research and Design“. They are well-known representatives of a discipline closely related to animal-machine interaction. „The field of Animal-Computer Interaction (ACI) investigates how interactive technologies affect the individual animals involved; what technologies could be developed, and how they should be designed in order to improve animals’ welfare, support their activities and foster positive interspecies relationships; and how research methods could enable animal stakeholders to participate in the development of relevant technologies.“ (Website Frontiers) The editors welcome submissions that contribute, but are not necessarily limited, to the following themes: 1) „Applications of animal-centered and/or interactive technologies within farming, animal research, conservation, welfare or other domains“, and 2) „Animal-centered research, design methods and frameworks that have been applied or have applicability within farming, animal research, conservation, welfare or other domains Submission information is available through the website“ (Website Frontiers). More submission information is available through the Frontiers website.

Fig.: Almost animal-computer interaction

Künstliche Kreaturen

Richard Butz hat ein Buch zur Literatur aus, in und über St. Gallen veröffentlicht. In einem Artikel in Saiten heißt es zu seinen „Streifzügen“: „Vergeblich suche man … eine literarische Auseinandersetzung mit der HSG; als eine der wenigen Ausnahmen nennt das Buch Oliver Bendels Roman ‚Künstliche Kreaturen‘; die Uni sei in der Literatur so wenig Thema wie in der Stadt generell.“ (Saiten, 29. April 2021) „Künstliche Kreaturen“ erschien 2008 im Leipziger Literaturverlag (Edition ERATA). Wie der Titel andeutet, ist es ein Roman (auch) über die Ideen- und Entwicklungsgeschichte von Menschmaschinen und Tierartefakten, über Talos, Pandora und die Androiden aus Frankreich und der Schweiz. Aus dem Klappentext: „Anna Wede wird auf eine Professur an einer Schweizer Hochschule berufen. Sie liebt ihre Wohnung, von der aus sie auf einen mächtigen Berg blickt, sie ist fasziniert von der ins Hochtal gelegten Stadt. Nicht zum ersten Mal hält sie ihre Vorlesung zur künstlichen Kreatur, in der sie auf Ideen der Antike ebenso eingeht wie auf Agenten und Avatare der Gegenwart. Lydie ist eine aufmerksame und zielstrebige schweizerische Studentin. Ihre Einladung zum Weintrinken in einem Lokal schlägt Anna nicht ab. Sie nähern sich an, vor allem körperlich und äußerlich. Die Studentin könnte Annas Phantasie entsprungen sein. Aber ihre Macht über die Professorin ist real.“ Das Buch kann u.a. als E-Book über alle bekannten Kanäle bezogen werden.

Abb.: Der Umschlag des Buchs

Initiative „Grundrechte für Primaten“ in Basel-Stadt ist online

Die Initiative „Grundrechte für Primaten“ ging am 30. April 2021 mit ihrer Website online. Die Unterstützerinnen und Unterstützer fordern in Basel-Stadt die Einführung von Grundrechten für nichtmenschliche Primaten auf kantonaler Verfassungsstufe. Zu ihnen gehören Simon Fankhauser (Co-Präsident Junges Grünes Bündnis), Dr. Charlotte E. Blattner (Juristin), Prof. Dr. Markus Wild (Philosoph), Prof. Dr. Oliver Bendel (Ethiker und Wirtschaftsinformatiker), Jaël Malli (Musikerin) und Dr. Colin Goldner (Leiter des Great Ape Project Deutschland). Besonders weit geht Prof. Dr. Oliver Bendel in seinen Forderungen: „Ich bin für Menschenrechte für Menschen und für Tierrechte für Tiere. Grundrechte wie das Recht auf Leben und das Recht auf körperliche Unversehrtheit sollten allen Primaten, aber auch anderen Säugetieren sowie Reptilien und Amphibien zukommen. Die Idee ist nicht, Tiere vor anderen Tieren zu schützen, sondern vor Menschen.“ Er verbindet Tierethik und Tierschutz mit der Maschinenethik und entwickelt mit seinen Teams tierfreundliche Maschinen. Die Website der Initiative ist über www.primaten-initiative.ch erreichbar.

Abb.: Ein Schimpanse im Freien

Realhumans vs. Realdolls

In „Ethik ist immer: Vorträge, Interviews und Diskussionen der E&O-‚X‘-Veranstaltung“ stellen Lehrende, wissenschaftliche Mitarbeiter und Studenten der Universität Witten/Herdecke ihre Forschungsschwerpunkte im Interview mit Xenia Deilmann-Wansing vor. Leonie Weber berichtet im Video „Realhumans vs. Realdolls“, „warum sie sich für den Studiengang Ethik & Organisation entschieden hat“ (YouTube, 19. April 2021) und wie sie auf die Idee gekommen ist, „in ihrem Forschungsmodul D organisationsethische Aspekte des Dortmunder Bordolls als Betrieb unter dem besonderen Fokus der normativen Differenzen zwischen einem klassischen Bordell und dem Bordoll“ (YouTube, 19. April 2021) zu untersuchen. Sie hat mit der Bordoll-Betreiberin Evelyn Schwarz und mit der Sexarbeiterin Josefa Nereus ausführliche Interviews geführt, die die Sexarbeit und den Umgang mit Liebespuppen und Sexrobotern beleuchten. In dem Video geht sie auch auf das Buch „Maschinenliebe“ (Hrsg. Oliver Bendel) ein. In diesem sind die beiden Interviews abgedruckt. Das Buch ist Ende 2020 bei Springer herausgekommen und kann hier erstanden bzw. – von Personen und Einrichtungen mit einem entsprechenden Zugang zu SpringerLink – hier heruntergeladen werden.

Abb.: Harmony (Foto: Realbotix)

Grundlagen zum Gendersternchen

„Mit dem Gendersternchen oder Genderstern (seltener ‚Gender-Star‘) versucht man – so das erklärte Ziel der Verwender – eine Berücksichtigung und Sichtbarmachung aller Geschlechter in der geschriebenen deutschen Sprache zu erreichen. Zu diesem Zweck fügt man es in Substantive und Adjektive sowie in oder zwischen unbestimmte und bestimmte Artikel ein. Im Information Retrieval – etwa bei der Suche in Fachdatenbanken oder mit Suchmaschinen im Internet – dient ein Sternchen (auch Asterisk genannt) als Platzhalter für ein Zeichen oder mehrere Zeichen. In der geschlechtergerechten Sprache soll es für weitere Geschlechter neben dem männlichen und weiblichen stehen, also für das, was man ansonsten als divers bezeichnet.» Mit diesen Worten beginnt ein neuer Beitrag im Gabler Wirtschaftslexikon von Oliver Bendel. Es wird dargestellt, welche Vor- und Nachteile das Gendersternchen nach der Meinung von Experten hat. Gezeigt wird, dass die übliche Praxis der Verwendung nicht geschlechtergerecht ist, da die männliche Form in vielen Fällen verschwindet. Am Ende wird die Perspektive der Ethik eingenommen. Der Beitrag ist am 28. April 2021 erschienen und kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/gendersternchen-123255 aufgerufen werden.

Abb.: Eine scherzhafte Verwendung des Gendersternchens in Zürich

Kann Spuren von Ethik enthalten

Das Magazin What’s N3xt wartet in seiner Ausgabe 1/2021 mit Beiträgen zu Robotik und KI auf. In „Uns fehlen Helden!“ erklärt ein bekannter Investor, „was ihn antreibt und warum er auf technologische Innovationen steht“. „Mit 10‑xDNA beschreibt Frank Thelen die Denkweise, die erforderlich ist, um die vor uns liegenden technologischen Fortschritte und Innovationen zu erfassen und zu nutzen.“ (What’s N3xt, 1/2021) In „Nächste Ausfahrt Zukunft“ steht Ranga Yogeshwar Rede und Antwort. „Wir vertrauen Algorithmen, die wir nicht mal nachvollziehen können. Und diese Systeme lernen schneller, als wir Menschen es tun. Neuronale Netze und Machine Learning sind Teil unseres täglichen Lebens geworden.“ (What’s N3xt, 1/2021) „KI trifft Ethik“ wird mit den folgenden Worten angeteasert: „Wie kriegt man menschliche Moral in künstliche Intelligenzen?“ (What’s N3xt, 1/2021) Die Antwort kennt der Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel, der moralische Maschinen baut, Chatbots und Serviceroboter, die moralischen Regeln folgen. Das gesamte Magazin kann hier heruntergeladen werden.

Abb.: Der Beitrag mit Oliver Bendel

Über 1000 Beiträge auf informationsethik.net

Seit Mai 2012 gibt es den Blog informationsethik.net von Oliver Bendel. Entstanden sind seitdem über 1000 Beiträge zur Informationsethik, Roboterethik und Maschinenethik sowie zu verwandten Themen. Ein Lexikon ist ebenfalls auf der Website – die ausgewachsene Version liegt in Buchform vor. Im Mai 2013 kam maschinenethik.net hinzu, um diesen Bereich noch besser abzudecken. Die Bilder stammen von Fotoplattformen – vor allem von Pixabay – und vom Betreiber des Blogs. Es findet sich aber auch seltenes Material von Roboterfirmen, mit denen eine Zusammenarbeit besteht, und von Stiftungen, die den Betreiber in seiner Forschung unterstützt haben. Bereits 2011 war der Twitter-Account gestartet, der dann bald nach der Entstehung des Blogs unter dem Namen Informationsethik der Unterstützung und Ergänzung diente. Robophilosophy versorgt seit Juli 2019 das englischsprachige Publikum mit Informationen zur Roboterphilosophie.

Abb.: Eine Variation des ersten Sliders des Blogs

Ein europäischer Rechtsrahmen für den Einsatz von KI-Systemen

Die EU-Kommission schlägt einen Rechtsrahmen für den Einsatz von KI-Systemen vor. Diese werden nach ihrem vermeintlichen Risiko kategorisiert. Als inakzeptabel gilt alles, was als eindeutige Bedrohung für die EU-Bürger angesehen wird, von Social Scoring durch Regierungen bis hin zu Spielzeug mit Sprachassistenz, etwa in der Art von Hello Barbie. Zu den Bereichen mit hohem Risiko gehören kritische Infrastrukturen (z. B. des Verkehrs), die das Leben und die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger gefährden könnten. Damit wird das autonome Fahren – zumindest bei Ansätzen, wie sie von Tesla und Co. bevorzugt werden – einer ständigen Kontrolle unterworfen sein. Auch Operationsroboter fallen in diese Kategorie, obwohl diese heute fast ausnahmslos vom Arzt gesteuert werden. Ein begrenztes Risiko wird etwa bei Chatbots gesehen. Hier sollen lediglich minimale Transparenzpflichten gelten. So kann die Maschine deutlich machen, dass sie nur eine Maschine ist – diese Anforderung hat bereits der GOODBOT von 2013 erfüllt. Überhaupt werden Chatbots seit ca. 50 Jahren entwickelt, und die Regulierung kommt hier mit einiger Verzögerung. Ein minimales Risiko ist laut Kommission bei der Mehrheit der KI-Systeme vorhanden. Als (vielleicht nicht ganz glücklich gewählte) Beispiele werden KI-fähige Videospiele oder Spamfilter genannt. Bei den Anbietern von KI-Systemen im Hochrisikobereich sollen vier Schritte durchlaufen werden. Nach der Entwicklung finden Überprüfung und Eintrag in eine Datenbank statt. Dann wird eine Konformitätserklärung unterzeichnet und eine CE-Kennzeichnung aufgebracht. Am Ende kann das KI-System auf den Markt oder in die Anwendung gebracht werden. Die Pressemitteilung der Europäischen Kommission vom 21. April 2021 findet sich hier.

Abb.: Der Sitz der Europäischen Kommission

One Giant Journey for Mankind

„That’s one small flight for Ingenuity – one giant journey for mankind.“ This can be said after the successful experiment on 19 April 2021 with the tiny helicopter on Mars. Ingenuity flew vertically into the air, took a selfie with its shadow, and landed safely back on the ground. The red planet is associated with many expectations and aspirations. At the moment, the surface is being explored in an unprecedented way. In a few years, humans are expected to travel to Mars. In doing so, they will also need advice and support. Because the personnel on Earth are far away, a voice assistant is a possible solution. SPACE THEA is a voicebot that shows empathy (but doesn’t have it, of course). Like GOODBOT and BESTBOT, she recognizes user problems – but unlike those chatbots, she has a voice. SPACE THEA will be developed until August 2021 under the supervision of Prof. Dr. Oliver Bendel at the School of Business FHNW. The project aims to cover several scenarios on the flight to Mars. However, a voicebot could also be useful on the planet itself, for example to control a tiny helicopter.

Fig.: The shadow of Ingenuity (photo: screenshot from NASA livestream)