Paper about HAPPY HEDGEHOG

Semi-autonomous machines, autonomous machines and robots inhabit closed, semi-closed and open environments, more structured environments like the household or more unstructured environments like cultural landscapes or the wilderness. There they encounter domestic animals, farm animals, working animals, and wild animals. These creatures could be disturbed, displaced, injured, or killed by the machines. Within the context of machine ethics and social robotics, the School of Business FHNW developed several design studies and prototypes for animal-friendly machines, which can be understood as moral and social machines in the spirit of these disciplines. In 2019-20, a team led by Prof. Dr. Oliver Bendel developed a prototype robot lawnmower that can recognize hedgehogs, interrupt its work for them and thus protect them. Every year many of these animals die worldwide because of traditional service robots. HAPPY HEDGEHOG (HHH), as the invention is called, could be a solution to this problem. This article begins by providing an introduction to the background. Then it focuses on navigation (where the machine comes across certain objects that need to be recognized) and thermal and image recognition (with the help of machine learning) of the machine. It also presents obvious weaknesses and possible improvements. The results could be relevant for an industry that wants to market their products as animal-friendly machines. The paper „The HAPPY HEDGEHOG Project“ is available here.

Fig.: A happy hedgehog

Buch „Soziale Roboter“ geht in Produktion

Das Buch „Soziale Roboter“ (Hrsg. Oliver Bendel) geht bei Springer Gabler in Produktion. Es besteht aus fünf Teilen: „Grundlagen, -begriffe und -fragen“, „Soziale Robotik und andere Disziplinen“, „Gestaltung, Interaktion und Kommunikation“, „Anwendungsbereiche sozialer Roboter“ und „Die Zukunft sozialer Roboter“. Es sind, das Vorwort mitgezählt, 30 Beiträge, mit ca. 35 Abbildungen, bei ca. 570 Seiten. Der Untertitel lautet: „Technikwissenschaftliche, wirtschaftswissenschaftliche, philosophische, psychologische und soziologische Grundlagen“. Mit dabei sind führende Expertinnen und Experten der Sozialen Robotik, der Robotik, der Künstlichen Intelligenz, der Soziologie, der Psychologie und der Philosophie. Sie lehren und forschen an Hochschulen in der Schweiz, in Deutschland, in Österreich, in Dänemark und in Schweden. Auch ein Hersteller ist vertreten, der über den Einsatz seines Produkts berichtet. Grundlegende Informationen und das Cover sind über www.springer.com/gp/book/9783658311131 erhältlich. Voraussichtlicher Erscheinungstermin ist Oktober 2021.

Abb.: Das Cover des Buchs

Wenn Roboter statt Menschen desinfizieren

„Roboter desinfizieren Räume in der Pandemie, kontrollieren Menschen im Park – und trösten Einsame.“ So lautet der Untertitel des Beitrags „Immune Helfer“ von Marie Rövekamp im Tagesspiegel vom 4. April 2021. „Sie husten nicht, müssen keine Masken tragen. Sie können sich nicht infizieren oder andere anstecken. Was für Vorteile das gegenüber einem Virus sind!“ (Tagesspiegel, 4. April 2021) Zu Wort kommt Oliver Bendel, dessen Beitrag „Serviceroboter bei Epidemien und Pandemien“ im Oktober 2020 in der HMD – Praxis der Wirtschaftsinformatik erschienen ist. Bereits im Frühjahr letzten Jahres war er der Frage nachgegangen, wie Sicherheitsroboter, Reinigungs- und Desinfektionsroboter, Transportroboter und Pflegeroboter auf der ganzen Welt in diesen Zeiten eingesetzt und umgerüstet werden. Er sammelte Beispiele und stellte Überlegungen aus technischer und wirtschaftlicher Sicht an. Ein Jahr später kann man sagen: Die COVID-19-Pandemie hat der Servicerobotik einen Schub verliehen.

Abb.: Im Einsatz gegen die Pandemie

Sind soziale Roboter verlässliche Partner?

„Die Changetagung 8 vom 27./28. Januar 2022 in Basel lotet aus, wie es um das Verhältnis von Kooperation, Verlässlichkeit und Steuerung in Zeiten der Digitalisierung bestellt ist.“ (Website Changetagung) Mit diesen Worten wird die nächste Ausgabe der Changetagung angekündigt. Eine der Keynotes stammt von Prof. Dr. Oliver Bendel und trägt den Titel „Sind soziale Roboter verlässliche Partner? Fünf Dimensionen des Gelingens und Scheiterns“. Aus dem Abstract: „Der Beitrag widmet sich zunächst der Definition und den Merkmalen sozialer Roboter und stellt Beispiele aus verschiedenen Bereichen vor. Soziale Roboter sind sensomotorische Maschinen, die für den Umgang mit Menschen oder Tieren geschaffen wurden. Beispiele sind Spielzeugroboter wie Cozmo, Therapieroboter wie Paro, Pflegeroboter wie Lio und P-Care sowie Sexroboter wie Harmony. Soziale Roboter gewinnen Menschen und Tiere mit wohlvertrauten Verhaltensweisen für sich. Aus technischer und funktionaler Sicht sind simulierte Emotionen und simulierte Empathie zur Erreichung des Nutzens für Menschen wichtig, ebenso aus psychologischer, wenn Beziehungen initiiert und etabliert werden sollen. Aus philosophischer und speziell ethischer Sicht stellen sich freilich auch Fragen zu Täuschung und Betrug sowie zur informationellen Autonomie. Genau diesen geht der Beitrag, ausgehend von den Merkmalen und Beispielen sozialer Roboter, dann nach. Er arbeitet heraus, wie soziale Roboter einerseits verlässliche Partner sind, andererseits das Gegenteil, da ihnen echte Emotionen und echte Empathie fehlen, sie nur ein simuliertes Gegenüber darstellen und sie dazu prädestiniert sind, uns unsere Geheimnisse zu entreißen.“ Das vollständige Programm ist hier einsehbar.

Abb.: Sind soziale Roboter verlässliche Partner?

Wenn aus einfachen, weichen Objekten soziale Roboter werden

Wie kann man aus einfachen, weichen Formen und Objekten soziale Roboter machen, also Roboter für den Umgang mit Menschen und Tieren? Dieser Frage gehen unter der Betreuung von Prof. Dr. Oliver Bendel die vietnamesischen Studierenden Nhi Hoang Yen Tran und Thang Vu Hoang im Projekt „Simple, Soft Social Robots“ an der Hochschule für Wirtschaft FHNW nach. Als Grundlage verwenden sie Hugvie aus den Hiroshi Ishiguro Laboratories – diese Labs sind vor allem berühmt für den Geminoid und für Erica. Aber auch Umarmungsroboter wie Telenoid stammen von ihnen. Das jüngste Produkt aus dieser Reihe ist eben Hugvie. An seinem Kopf ist eine Tasche für ein Smartphone angebracht. Voneinander weit entfernte Personen können miteinander sprechen und dabei das Gefühl haben, sich gegenseitig zu umarmen und zu spüren. Aber was kann man mit Hugvie und ähnlichen Formen noch tun? Kann man sie selbst zu Gesprächspartnern machen, kann man ihnen beibringen, ihre Gliedmaßen zu bewegen und in anderer Weise aktiv zu werden? Und was bedeutet eine solche Robotisierung einfacher, weicher Formen und Objekte für den Alltag und die Gesellschaft?

Abb.: Nhi mit Hugvie

Vortrag für Careum über Pflegeroboter

Pflege- und Therapieroboter können als Serviceroboter und in vielen Fällen auch als soziale Roboter begriffen werden. Im Vortrag von Oliver Bendel am 31. März 2021 für Careum werden die Ziele, Aufgaben und Merkmale geklärt und, davon ausgehend, Überlegungen aus Sicht der Ethik angestellt. Am Ende soll deutlich werden, welche Rolle und Position die Schweiz und Deutschland einnehmen, welche Robotertypen und Prototypen bzw. Produkte es im Gesundheitsbereich gibt, welche Zwecke sie erfüllen, welche Funktionen sie übernehmen und welche Implikationen und Konsequenzen dies für den Einzelnen und die Gesellschaft hat, in der Gegenwart und in der Zukunft. Pflegeroboter mögen zur persönlichen Autonomie beitragen und zugleich die informationelle Autonomie schwächen. Therapieroboter können die persönliche Leistung und Zufriedenheit steigern, in Einzelfällen aber auch die Menschenwürde verletzen. Es ist wichtig, soziale Roboter im Gesundheitsbereich so zu gestalten, dass sie möglichst allen Anforderungen und Bedürfnissen gerecht werden und nützliche Werkzeuge für Pflegekräfte und Pflegebedürftige sind. Weitere Informationen über www.careum-weiterbildung.ch.

Abb.: P-Care mit einer Pflegerin (Foto: Daimler und Benz Stiftung)

Towards Soft Social Robots

With Hugvie and Somnox Sleep Robot, researchers and companies has made it clear that it is possible to build simple, soft social robots that have a certain utility and impact. This raises hopes for social robotics, which is currently showing some progress, but is still developing slowly. Materials such as rubber and plastic can be used to make simple, soft social robots. These materials can be combined with existing devices such as smartphones and tablets on which you run certain applications, or with simple sensors and electronic components. The project or thesis, announced by Oliver Bendel at the School of Business FHNW, will first do research on the basics of simple, soft social robots. The work of Hiroshi Ishiguro and Alexis Block (with Katherine J. Kuchenbecker) will be included. Then, examples of implementation forms are mentioned and sketched. Their purpose and benefits are presented, as well as possible areas of application. One example is to be implemented, whereby speech abilities and sounds can be an option as well as vibration and electrical impulses. The reference to applications in the household, in public space or in the commercial sector should be established. The project will start in March 2021.

Abb.: Die Banderole von Hugvie

Extended Care Robots

The symposium „Applied AI in Healthcare: Safety, Community, and the Environment“ will be held within the AAAI Spring Symposia on March 22-23, 2021. One of the presentations is titled „Care Robots with Sexual Assistance Functions“. Author of the paper is Prof. Dr. Oliver Bendel. From the abstract: „Residents in retirement and nursing homes have sexual needs just like other people. However, the semi-public situation makes it difficult for them to satisfy these existential concerns. In addition, they may not be able to meet a suitable partner or find it difficult to have a relationship for mental or physical reasons. People who live or are cared for at home can also be affected by this problem. Perhaps they can host someone more easily and discreetly than the residents of a health facility, but some elderly and disabled people may be restricted in some ways. This article examines the opportunities and risks that arise with regard to care robots with sexual assistance functions. First of all, it deals with sexual well-being. Then it presents robotic systems ranging from sex robots to care robots. Finally, the focus is on care robots, with the author exploring technical and design issues. A brief ethical discussion completes the article. The result is that care robots with sexual assistance functions could be an enrichment of the everyday life of people in need of care, but that we also have to consider some technical, design and moral aspects.“ More information about the AAAI Spring Symposia is available at aaai.org/Symposia/Spring/sss21.php.

Fig.: The fingers of a robot

Roboter zwischen Sex und Altenpflege

Die Sendung „aspekte“ im ZDF behandelte am 12. März 2021 unterschiedliche Aspekte der Künstlichen Intelligenz und der Robotik. Den Anfang bildeten eine Reportage und ein Gespräch zwischen Markus Gabriel und Daniel Kehlmann. Später brachte man einen Beitrag mit dem Titel „Roboter zwischen Sex und Altenpflege“ … „Die Hauptdarsteller Alma in Maria Schraders Berlinale-Wettbewerbsfilm ‚Ich bin dein Mensch‘ verliebt sich in einen humanoiden Roboter. ‚Tom‘ wird beseelt von einem Algorithmus, gefüttert mit erstaunlichem Wissen über Alma und enzyklopädischen Informationen über Frauen im Allgemeinen. Für 26 Prozent der Deutschen unter 30 ist es nach einer Umfrage von Februar vorstellbar, sich in eine Künstliche Intelligenz zu verlieben, die auf die eigenen Bedürfnisse hin programmiert wurde. … In der Altenpflege gibt es zahlreiche Versuche, kostenintensives Personal durch Roboter zu ersetzen – Menschenersatz, wenn es keine Menschen gibt. Doch über sprechende Streichelrobben und Roboter, die alte Menschen aus dem Bett heben und einfache Dienstleistungen erbringen, ist man seit Jahren nicht hinausgekommen. Die Vision: ein Roboter, der die Pflegekraft ersetzt, Diagnosen stellt und, falls nötig, den Notarzt alarmiert.“ (ZDF aspekte, 12. März 2021) Zu Wort kommt u.a. Oliver Bendel, und gezeigt wird das von ihm herausgegebene Buch „Maschinenliebe“ … In Artikeln und Buchbeiträgen hat er seit 2015 immer wieder Liebespuppen und Sexroboter in den Gesundheitsbereich eingeordnet und aus der Perspektive von Informations-, Roboter- und Maschinenethik betrachtet. Die Sendung ist abrufbar über www.zdf.de.

Abb.: Roboter zwischen Sex und Altenpflege

Cobots as Care Robots

After several postponements, the symposium „Applied AI in Healthcare: Safety, Community, and the Environment“ will be held within the AAAI Spring Symposia on March 22-23, 2021. One of the presentations is titled „Co-Robots as Care Robots“ (co-robots are also called cobots). The authors of the paper are Oliver Bendel, Alina Gasser, and Joel Siebenmann. From the abstract: „Cooperation and collaboration robots, co-robots or cobots for short, are an integral part of factories. For example, they work closely with the fitters in the automotive sector, and everyone does what they do best. However, the novel robots are not only relevant in production and logistics, but also in the service sector, especially where proximity between them and the users is desired or unavoidable. For decades, individual solutions of a very different kind have been developed in care. Now experts are increasingly relying on co-robots and teaching them the special tasks that are involved in care or therapy. This article presents the advantages, but also the disadvantages of co-robots in care and support, and provides information with regard to human-robot interaction and communication. The article is based on a model that has already been tested in various nursing and retirement homes, namely Lio from F&P Robotics, and uses results from accompanying studies. The authors can show that co-robots are ideal for care and support in many ways. Of course, it is also important to consider a few points in order to guarantee functionality and acceptance.“ More information about the AAAI Spring Symposia is available at aaai.org/Symposia/Spring/sss21.php.

Fig.: Lio in action

Vortrag zu sozialen Robotern und tierfreundlichen Maschinen

„Soziale Roboter und tierfreundliche Maschinen“ lautet der Titel eines Vortrags von Prof. Dr. Oliver Bendel, zu dem der Circle of Compassion einlädt, nach eigenen Angaben ein Verein, der sich für die Würde und Rechte von Tieren einsetzt. Soziale Roboter können für den Umgang mit Menschen oder mit Tieren geschaffen sein. Viele Lebewesen haben soziale Beziehungen, einige sind soziale Wesen. In Robotik und Künstlicher Intelligenz (KI, engl. AI) lag der Fokus seit jeher auf dem Menschen. Forderungen nach einer „human-centered AI“ (weniger im technischen, eher im humanistischen Sinne verstanden) in den 2010er- und 2020er-Jahren betonen dies sogar. Aber immer mehr Maschinen, Roboter und auch soziale Roboter begegnen, ob dies geplant ist oder nicht, Haus-, Nutz- und Wildtieren. Diese reagieren unterschiedlich, teils interessiert, teils desinteressiert, teil lethargisch, teils panisch. Die Forschung muss sich mehr und mehr Tier-Roboter-Beziehungen zuwenden und diese zusammen mit der Praxis so gestalten, dass das Tierwohl gefördert und das Tierleid gemindert wird. Der Vortrag widmet sich sozialen Robotern, die für Tiere gedacht sind, aber auch solchen, die – aus unterschiedlichen Gründen – auf Tiere treffen und mit ihnen interagieren und kommunizieren. Zudem stellt er tierfreundliche Maschinen, die im Kontext der Maschinenethik entstanden sind, vor. Der Vortrag findet über MS Teams am 16. März 2021 statt. Die Anmeldung erfolgt über www.facebook.com/events/856724568440438/ …

Abb.: Eine Aktion des Circle of Compassion (Foto: CoC)

Ich bin dein Mensch

Maria Schrader hat mit „Ich bin dein Mensch“ eine Kurzgeschichte von Emma Braslavski mit dem selben Titel verfilmt. Auf der Berlinale 2021 hat das Werk seine Weltpremiere gefeiert. Bettina Peulecke zeigt sich in ihrer Filmkritik bei NDR angetan: „Es geht um eine Frau und einen humanoiden Roboter, der zu nichts anderem geschaffen wurde, als sie glücklich zu machen. Alma, dargestellt von Maren Eggert, ist Wissenschaftlerin am Pergamonmuseum in Berlin. Um an Forschungsgelder zu kommen, nimmt sie an einer außergewöhnlichen Studie teil. Drei Wochen soll sie mit einem ganz auf ihren Charakter und ihre Bedürfnisse konfigurierten Roboter zusammenleben. Sein Name ist Tom und er ist eine sehr gut und 100-prozentig menschlich aussehende Kreation.“ (NDR, 3. März 2021) Männliche humanoide Roboter sind eher selten. Der Geminoid ist einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Henry, der Bruder von Harmony, stammt aus der Fabrik von RealDoll bzw. Realbotix. Er ist wie Tom ein Prototyp. Seine Schwester, ein Roboterkopf auf einem Puppenkörper, ist im Onlineshop der Firma erhältlich. Der Film wird die Diskussion um die „Maschinenliebe“ – so der Titel eines aktuellen Buchs von Oliver Bendel – weiter befeuern.

Abb.: Henry von Realbotix (Foto: Realbotix)

Sprechende Maschinen

„Im Jahr 1791 präsentierte der österreichisch-ungarische Tüftler Wolfgang von Kempelen eine Sprechmaschine, die alle menschlichen Sprachlaute artikulieren sollte. Mit Hilfe eines Blasebalgs, der als Lunge fungierte, einer Dudelsackpfeife (sie sollte die Stimmbänder ersetzen) sowie des trichterförmigen Endstücks einer Oboe als Resonator baute er die menschlichen Artikulationsorgane in einer kastenförmigen Apparatur nach.“ (Wiener Zeitung, 5. März 2021) Mit diesen Worten beginnt der Artikel „Sprechende Maschinen“ von Adrian Lobe. Der Journalist hat für den Beitrag u.a. Oliver Bendel interviewt, der zu Chatbots und Sprachassistenten forscht und mehrere Vorschläge für die Erweiterung der Markup Language unterbreitet hat, etwa bei der Konferenz „Love and Sex with Robots“ am Goldsmiths in London. Der Artikel ist am 5. März 2021 in der Wiener Zeitung erschienen und kann über www.wienerzeitung.at/nachrichten/reflexionen/vermessungen/2095145-Sprechende-Maschinen.html abgerufen werden. Oliver Bendel hat 2018 einen Artikel mit dem gleichen Titel veröffentlicht.

Abb.: Eine laute Maschine

In den Fußstapfen von LADYBIRD

Angsa Robotics hat einen Prototyp entwickelt, der zur Reinigung von Rasenflächen dient. Auf der Website heißt es: „Durch die Nutzung von GPS Tracking und Computer Vision erkennt der Roboter seinen definierten Bereich. Zusätzlich kommen diverse Sensoren zum Einsatz, durch die Kollisionen frühzeitig vermieden werden. Anhand dieser Daten wird die Ermittlung des effizientesten Weges und souveränes Ausweichen vor Hindernissen ermöglicht.“ (Website Angsa Robotics) Und weiter: „Das von Angsa entwickelte künstliche neuronale Netz, welches im Roboter verbaut ist, ermöglicht die zuverlässige Erkennung von kleinen und teilweise verdeckten Objekten. Trainiert wird das neuronale Netz mithilfe eines eigenen Datensatzes von realen Müll-Bildern. Dadurch ist es dem Roboter möglich, Müllobjekte von anderen Objekten wie Blättern, Schmutz oder Insekten zu unterscheiden. Die gezielte Entfernung garantiert, [dass] keine Schäden an Oberflächen oder Insekten entstehen.“ (Website Angsa Robotics) Damit tritt der Roboter in die Fußstapfen von LADYBIRD. Dieser wurde 2014 im Kontext der Maschinenethik konzipiert und 2017 als Prototyp implementiert. Sobald der Saugroboter vor sich einen Marienkäfer erkennt, unterbricht er, so die Idee, seine Arbeit und informiert den Benutzer. Das Paper „LADYBIRD: the Animal-Friendly Robot Vacuum Cleaner“ wurde bei den AAAI Spring Symposia 2017 von Prof. Dr. Oliver Bendel an der Stanford University präsentiert. Es ist auch als PDF erhältlich. In deutscher Sprache wird das Projekt im „Handbuch Maschinenethik“ beschrieben. Ein Nachfolgeprojekt ist HAPPY HEDGEHOG. Der igelfreundliche Mähroboter mit dem gleichen Namen ist 2019/2020 als Prototyp entstanden. Er wird im März 2021 bei den AAAI Spring Symposia vorgestellt.

Abb.: Ein Marienkäfer im Gras

Creepy Little Sophia

Hanson Robotics is most famous for Sophia. Now the Hong Kong-based company is preparing to launch a new robot. According to the website, Little Sophia is the little sister of Sophia and the newest member of the Hanson Robotics family. „Little Sophia can walk, talk, sing, play games and, like her big sister, even tell jokes! She is a programmable, educational companion for kids, that will inspire children to learn about coding, AI, science, technology, engineering and math through a safe, interactive, human-robot experience. Unlike most educational toys designed by toy companies, Little Sophia is crafted by the same renowned developers, engineers, roboticists and AI scientists that created Sophia the Robot.“ (Website Hanson Robotics) In photos, Little Sophia looks even creepier than Sophia. In videos, this impression is no different. What is special about her is that she has a wide range of facial expressions. It must be emphasized that, as in the case of Sophia, this is not a virtual face, but a real one. From a technical point of view, this is without a doubt an interesting product.

Fig.: An even creepier doll

Edward Snowden bei Swiss Cyber Security Days ausgeladen

Der berühmteste Whistleblower der Welt, Edward Snowden, ist immer wieder über Videokonferenzen bei Veranstaltungen und Diskussionen zugeschaltet oder steht über einen Telepräsenzroboter wie Beam auf der Bühne einem Moderator Rede und Antwort. Auch in einem Brüsseler Kino war er am 7. September 2016 auf Einladung des damaligen Abgeordneten Jan Philipp Albrecht virtuell zugegen, kurz vor der Veröffentlichung des Films „Snowden“ von Oliver Stone. In die bequemen Polster drückten sich geladene Gäste wie Viviane Reding, die luxemburgische Journalistin und Politikerin, und Oliver Bendel, der am Tag danach im Europäischen Parlament sprach. Bei den Swiss Cyber Security Days, wo Edward Snowden gebucht war, wurde er nun wieder ausgeladen, was als handfester Skandal gelten kann. Angeblich kam der Druck weniger aus der Politik als vielmehr aus der Wirtschaft. Doris Fiala, Präsidentin der Swiss Cyber Security Days und Nationalrätin (FDP), wird im Tages-Anzeiger mit dem Satz zitiert: „Wir wurden sicher nicht erpresst.“ Anscheinend haben auch „gewisse Speaker“ ihr Unbehagen geäußert, „neben Snowden aufzutreten“ (Tages-Anzeiger, 26. Februar 2021). Es sollte geklärt werden, ob die USA direkten oder indirekten Einfluss auf die Veranstaltung genommen und welchen Anteil Schweizer Wirtschaftsvertreter und Politiker an der Absage haben. Zudem sollten sich die Vortragenden zu dem Vorfall äußern, vor allem diejenigen aus der Wirtschaft und Wissenschaft, da der Skandal dem Wirtschafts- und Forschungsstandort Schweiz und der Wissenschaftsfreiheit schaden könnte.

Abb.: Edward Snowden

Rechtliche und ethische Überlegungen zu Clubhouse und Co.

„Audio-Chats oder Audio Chats sind Audioplattformen für Live-Events und -Diskussionen bzw. finden auf solchen Audioplattformen statt. Man spricht auch von Social Audio. Ab 2020 wurde Clubhouse bekannt, nach der Sprechweise des amerikanischen Anbieters ein ‚drop-in audio chat‘. Die App für Smartphones von Apple kann nur auf Einladung genutzt werden. Journalisten, Politiker und Influencer trugen ab Anfang 2021 wesentlich zur Verbreitung im deutschsprachigen Raum bei, dies trotz allgemein vorgetragener rechtlicher Bedenken.“ Mit diesen Worten beginnt ein Beitrag von Oliver Bendel, der am 22. Februar 2021 im Gabler Wirtschaftslexikon erschienen ist. Am Ende heißt es: „Audio-Chats wie Clubhouse wird Exklusivität vorgeworfen. Problematisch ist aber vor allem, dass Daten aus den Kontaktlisten der Benutzer weitergeleitet und verwertet werden, selbst von solchen Personen, die mit der App nichts zu tun haben. Zudem ist es möglich, die Gespräche mitzuschneiden. Eine chinesische Firma ist in das Streaming involviert, sodass die Partei Zugriff auf die Daten haben könnte. Nach Ansicht von Experten wird gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verstoßen. Dies ist ein Thema von Rechts-, Medien- und Informationsethik sowie der Rechtswissenschaft.“ Der Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/audio-chat-123247 aufgerufen werden.

Abb.: Ein etwas anderes Clubhouse

Was ist Responsible AI?

„Mit dem Begriff der Responsible AI werden Bestrebungen zusammengefasst, Systeme künstlicher Intelligenz in verantwortungsvoller Weise zu entwickeln respektive einzusetzen und Systeme zu schaffen, die über bestimmte Merkmale und Fähigkeiten – etwa sozialer oder moralischer Art – verfügen. Angesprochen werden damit u.a. Erklärbarkeit (Explainable AI), Vertrauenswürdigkeit (Trustworthy AI), Datenschutz, Verlässlichkeit und Sicherheit. Der Ausdruck hat sich allmählich seit der Jahrtausendwende und dann verstärkt ab ca. 2010 verbreitet. Er wird – wie ‚Explainable AI‘ und ‚Trustworthy AI‘ – vielfach im Marketing von Staaten und Verbünden wie der EU, technologieorientierten Unternehmen bzw. Unternehmensberatungen sowie wissenschaftsfördernden Stiftungen verwendet, die sich, ihre Produkte, ihr Consulting und ihr Funding ins rechte Licht rücken wollen. Er kann aber ebenso den Namen einer Forschungsgruppe mit entsprechender Ausrichtung schmücken.“ Mit diesen Worten beginnt ein Beitrag von Oliver Bendel, der am 20. Februar 2021 im Gabler Wirtschaftslexikon erschienen ist. Am Ende heißt es: „Letztlich ist ‚Responsible AI‘ ein diffuser Begriff, der hohe Erwartungen weckt, jedoch kaum erfüllt.“ Der Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/responsible-ai-123232 abgerufen werden.

Abb.: Gesichtserkennung im öffentlichen Raum ist problematisch

Was ist und will Robot Enhancement?

„Robot Enhancement ist die Erweiterung und damit einhergehende Veränderung oder Verbesserung des Roboters durch den Benutzer bzw. eine Firma, etwa in funktionaler, ästhetischer, ethischer oder ökonomischer Hinsicht. Das Wort wurde in Anlehnung an ‚Human Enhancement‘ und ‚Animal Enhancement‘ gebildet, und man kann damit sowohl das Arbeitsgebiet als auch den Gegenstand bezeichnen. Eine Form des Robot Enhancement ist das Social Robot Enhancement, bei dem ein sozialer Roboter erweitert bzw. verändert und verbessert wird. Der Hersteller bietet vor dem Finishing unterschiedliche Optionen an, eine Tuningfirma nach der Produktion diverse Add-ons. Auch der Benutzer selbst kann in verschiedener Weise aktiv werden, etwa indem er das Gegenüber markiert und es dadurch personalisiert.“ Mit diesen Worten beginnt ein Beitrag von Oliver Bendel, der am 20. Februar 2021 im Gabler Wirtschaftslexikon erschienen ist. Der Begriff ist noch nicht weit verbreitet. Er wurde beispielsweise im Rahmen eines Projekts und einer Umfrage an der Hochschule für Wirtschaft FHNW verwendet. Der Gegenstand dagegen zeichnet sich schon deutlich ab, und es haben sich weltweit zahlreiche Betriebe gegründet, die Roboter und insbesondere soziale Roboter mit KI-Systemen verbinden und sie softwaretechnisch und physisch – etwa mit Perücken, Kleidung und Komponenten aller Art – erweitern, verändern und verbessern. Der Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/robot-enhancement-123251 abgerufen werden.

Abb.: Was ist und will Robot Enhancement?

The HAPPY HEDGEHOG Project

The paper „The HAPPY HEDGEHOG Project“ by Prof. Dr. Oliver Bendel, Emanuel Graf and Kevin Bollier was accepted at the AAAI Spring Symposia 2021. The researchers will present it at the sub-conference „Machine Learning for Mobile Robot Navigation in the Wild“ at the end of March. The project was conducted at the School of Business FHNW between June 2019 and January 2020. Emanuel Graf, Kevin Bollier, Michel Beugger and Vay Lien Chang developed a prototype of a mowing robot in the context of machine ethics and social robotics, which stops its work as soon as it detects a hedgehog. HHH has a thermal imaging camera. When it encounters a warm object, it uses image recognition to investigate it further. At night, a lamp mounted on top helps. After training with hundreds of photos, HHH can quite accurately identify a hedgehog. With this artifact, the team provides a solution to a problem that frequently occurs in practice. Commercial robotic mowers repeatedly kill young hedgehogs in the dark. HAPPY HEDGEHOG could help to save them. The video on in the corresponding section of this website shows it without disguise. The robot is in the tradition of LADYBIRD.

Fig.: A happy hedgehog

Vom Shitstorm zum Candystorm

„Ein Shitstorm ist ein Sturm der Entrüstung im virtuellen Raum, in sozialen Medien, in Blogosphären sowie in Kommentarbereichen von Onlinezeitungen und -zeitschriften. Er richtet sich gegen Personen oder Organisationen und kann die Grenze zum Cybermobbing überschreiten. Ebenso kann er in manchen Fällen ein Umdenken und Einlenken nach sich ziehen. Die Cancel Culture, wenn es sie gibt, bedient sich seiner, um Andersdenkende und Unliebsame aus dem Weg zu räumen. Das Gegenteil des Shitstorms ist der Candystorm.“ Mit diesen Worten beginnt ein Beitrag von Oliver Bendel, der am 9. Februar 2021 im Gabler Wirtschaftslexikon erschienen ist. Am Ende heißt es: „Shitstorm und Candystorm werden verursacht durch den Moralismus der Informationsgesellschaft und die Wut bzw. die Empathie und Euphorie der Netzbürgerinnen und -bürger. Zuweilen ist der Shitstorm ein probates Mittel des Angriffs und der Gegenwehr, etwa von Aktivisten und speziell Cyberaktivisten. Die Ethik hinterfragt den Moralismus in diesem Zusammenhang. Die Implikationen des Shitstorms für Gesellschaft und Informationsgesellschaft untersucht die Informationsethik, die für die Wirtschaft die Wirtschaftsethik.“ Der Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/shitstorm-123243 abgerufen werden.

Abb.: Vom Shitstorm zum Candystorm

IFIP Code of Ethics and Professional Conduct

Der internationale Informatikverband IFIP hat einen Code of Ethics and Professional Conduct vorgelegt. Abschnitt 1 umreißt – so steht es in der Präambel – grundlegende ethische Prinzipien, die die Basis für den Rest des Kodex bilden. Abschnitt 2 behandele zusätzliche, spezifischere Überlegungen zur beruflichen Verantwortung. Abschnitt 3 diene als Leitfaden für Personen, die eine Führungsrolle innehaben, sei es am Arbeitsplatz oder in einer ehrenamtlichen beruflichen Funktion. Die Verpflichtung zu moralischen Verhaltensweisen werde von jedem IFIP-Mitglied verlangt. Wie vergleichbare ethische Leitlinien bietet der IFIP Code of Ethics and Professional Conduct eine gewisse Orientierungshilfe. Zugleich bleibt er ein zahnloser Tiger. Wie andere Ansätze – man denke an den Begriff „human-centered AI“ (vor allem in seiner humanistischen, weniger in seiner technischen Bedeutung) – stellt er den Menschen in den Mittelpunkt. Auch auf die natürliche Umwelt soll immerhin geachtet werden: „In addition to a safe social environment, human well-being requires a safe natural environment. Therefore, computing professionals should promote environmental sustainability both locally and globally.“ Offensichtlich ist die Natur aber nach der Meinung der Verfasser nur erhaltenswert wegen des Menschen selbst, was die Arbeit von Umweltethik, Tierethik und Umweltschutz der letzten Jahrzehnte vernachlässigt. Der Code kann hier heruntergeladen werden.

Abb.: Jedes Mitglied soll den Code einhalten