„Living with Harmony“ by Kino Coursey, Susan Pirzchalski, Matt McMullen, Guile Lindroth, and Yuri Furuushi is a book chapter of „AI Love You“ by Yuefang Zhou and Martin H. Fischer. From the abstract: „Existing personal assistants and agents are by design limited in their ability to form or encourage close personal bonds. The Harmony system is designed to be a customizable personal companion agent capable of close personal interaction via the user’s phone, virtual reality headset, as well as through a physical interactive android body. In this chapter, we will describe the history that led to Harmony’s creation, the unique challenges and the overall system design. We will also look at user reactions to the system and anticipated future developments.“ (Abstract) Other authors in the book are Jessica M. Szczuka, Melinda A. Mende, John Danaher, Giuseppe Lugano, Yuefang Zhou, Martin H. Fischer, and Oliver Bendel. Some of them met at the international workshop „Learning from Humanoid AI: Motivational, Social & Cognitive Perspectives“ at the University of Potsdam on 30 November and 1 December 2019.
„Das Internet of Bodies (IoB), das Internet der Körper, kann als Teilbereich oder Erweiterung des Internet of Things (IoT), des Internets der Dinge, verstanden werden. Es vernetzt Dinge miteinander, die in bzw. an menschlichen oder tierischen Körpern untergebracht bzw. angebracht sind und die auf die Umgebung oder den Körper selbst einwirken können, und es verbindet sie mit Geräten und Systemen aller Art. Es hängt zusammen mit dem Bodyhacking. Insgesamt ist wie beim Internet der Dinge überhaupt der Aspekt der Vernetzung im informationstechnischen Sinne entscheidend.“ Mit diesen Worten beginnt ein neuer Beitrag von Oliver Bendel im Gabler Wirtschaftslexikon, der am 13. Dezember 2019 erschienen ist. Am Ende heißt es: „Das Internet of Bodies kann man aus ethischer Perspektive als Versuch sehen, das eigene oder fremde Leben und Erleben zu gestalten und zu verbessern und es in einen neuen Zusammenhang zu bringen. Problematisch wird es, sobald wirtschaftlicher, politischer oder gesellschaftlicher Druck entsteht, etwa wenn das Tragen eines Chips zur Steuerung von Geräten und Systemen, zur Speicherung und Übermittlung von Daten und zur Identifizierung von Personen zur Norm wird, der sich kaum jemand entziehen kann …“ (Gabler Wirtschaftslexikon) Der Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/internet-bodies-121902 aufgerufen werden.
Raffael Schuppisser, stellvertretender Chefredakteur und Leiter Kultur, Leben & Wissen von az Nordwestschweiz bzw. Schweiz am Wochenende, sprach Ende Oktober 2019 mit Oliver Bendel über Maschinenethik. Das Ergebnis wurde am 3. Dezember 2019 in zahlreichen Schweizer Medien publiziert, darunter Aargauer Zeitung und Basellandschaftliche Zeitung. In der Limmattaler Zeitung wurde die kritische Haltung des Informations- und Maschinenethikers zu autonomen Autos herausgestellt. Oliver Bendel sieht diese vor allem auf der Autobahn, nicht in der Stadt. Er rät dazu, sie nicht über Leben und Tod von Menschen entscheiden zu lassen. Moralisieren kann man sie aber mit Blick auf Tiere. In der Neuen Luzerner Zeitung wurde thematisiert, dass Oliver Bendel gegenwärtige moralische Maschinen als kleine Fundamentalisten ansieht – weil sie sich sklavisch an Regeln halten. Dies ist keinesfalls zu ihrem Nachteil und auch nicht zum Nachteil der Umwelt, in der sie sich bewegen – was man bei menschlichen Fundamentalisten nicht gerade behaupten kann. In Watson wird auf die Rolle der Maschinenethik bei Sexrobotern hingewiesen. Die Disziplin kann dabei mithelfen, diese im Sinne der Benutzer zu gestalten. Vorschläge dazu hat Oliver Bendel wiederholt gemacht, etwa 2016 auf der Konferenz „Love and Sex with Robots“ am Goldsmiths in London. Der Artikel in Watson kann über www.watson.ch/!197665855? abgerufen werden.
Abb.: Oliver Bendel im Gespräch mit dem GEO-Chefredakteur (Foto: Körber-Stiftung/Claudia Höhne)
The international workshop „Learning from Humanoid AI: Motivational, Social & Cognitive Perspectives“ took place from 30 November – 1 December 2019 at the University of Potsdam. Dr. Jessica Szczuka raised the question: „What do men and women see in sex robots?“ … Some sentences from the abstract: „What do we see when we look at a sexualized robot? The presentation will focus on first empirical results on the visual perception of sexualized robots but will also share some insights on whether women do perceive sexualized robots as a potential threat to an existing romantic relationship and their own self-concept. Both aspects, the visual perception but also the social perception are crucial in order to understand the role sexualized robots may have in our society. Moreover, the role of the human-likeness of sex robots will be discussed.“ (Website Workshop) In her talk, Szczuka demonstrated „empirical evidences on the visual perception of sexualized robots and their potential to evoke jealousy in women“. She confronted 848 heterosexual women with the statement „Imagine you found out that your partner had sex with a human-like or a machine-like sex robot.“ … The results „revealed dimensions in which the jealousy-related discomfort was higher for female competitors compared to the robotic ones (e.g., discomfort caused by the idea of sexual intercourse), whereas in others the robots evoked the same or higher levels of jealousy-related discomfort (e.g., discomfort caused by feelings of inadequacy, discomfort caused by shared emotional and time resources)“ (Szczuka and Krämer 2018).
„‚Smarte‘ Technologien halten Einzug in unseren Alltag, mit allen Chancen, Risiken und Nebenwirkungen. Häufig sind wir uns gar nicht mehr bewusst, wo im Hintergrund bereits entsprechende Systeme agieren oder welche Effekte das zum Beispiel auf die Stabilität des Stromnetzes hat. Einem besonderen Bereich der smarten Unterstützung widmete sich das 23. Kolloquium der Daimler und Benz Stiftung am 22. Mai 2019 in Berlin: ‚Roboter in der Pflege – Wer hilft uns, wenn wir hilflos sind?'“ (Newsletter Spektrum, 25. November 2019) Eine Auswahl dieser Beiträge sowie zu Smart Living findet man in dem neuen Spektrum Kompakt. Dieses ist seit dem 25. November 2019 online erhältlich. Die Beiträge stammen von Prof. Dr. Oliver Bendel, dem wissenschaftlichen Leiter des 23. Berliner Kolloquiums, Prof. Dr. Susan L. Anderson, einer der bekanntesten Maschinenethikerinnen, und den Pflegeexperten Dr. Karsten Schwarz und Prof. Dr. Patrick Jahn. Das Heft kann drei Monate lang kostenlos über www.spektrum.de/pdf/spektrum-kompakt-smart-living/1675504 heruntergeladen werden. Ohne zeitliche Beschränkung steht „Weder Heilsbringer noch Vorboten des Weltuntergangs“ von Oliver Bendel hier kostenlos zur Verfügung.
Abb.: Susan L. Anderson im Gespräch (Foto: Daimler und Benz Stiftung)
„‚Du hast aber nicht getrunken, oder?‘, fragt einer der Freunde, bevor Leon … sich selbst einen Mikrochip implantiert. Auf dem Tisch liegt der Injektionsapparat, mit einer ungefähr halben Zentimeter dicken Nadel. Darin befindet sich der Mikrochip. Leon will den Chip in seine Hand setzen, um seine Bitcoins ab jetzt unter der Haut tragen zu können. Auf seiner Hand ist schon ein Punkt vorgezeichnet, an dieser Stelle will er gleich einstechen.“ (jetzt, 17. November 2019) So beginnt der Beitrag „Warum lassen sich Menschen freiwillig Chips implantieren?“ im Jugendmagazin jetzt, erschienen am 17. November 2019. Es geht um Bio- und Bodyhacking, um Human und Animal Enhancement, um Cyborgs. Zu Wort kommt der Technikphilosoph Oliver Bendel. Er beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema und sieht sowohl Chancen als auch Risiken. Grundsätzlich hält er Bio- und Bodyhacking für eine interessante Möglichkeit der Bemächtigung. Wenn sie allerdings unter Druck geschieht, wenn der Bemächtigung eine Bemächtigung anderer Art vorausgeht, entstehen seiner Meinung nach Probleme, ebenso wenn eine Massenbewegung entstehen würde, eine regelrechte Ära der Cyborgs. Der Beitrag kann über www.jetzt.de/gesundheit/warum-leon-sich-selbst-einen-mikro-chip-implantiert-hat abgerufen werden.
„Die Digitalisierung bedeutet für die verschiedensten Branchen Veränderungen. So auch für die Porno- und Sexindustrie. Wir haben uns gefragt, was das für die Menschen bedeutet, die in diesem Bereich arbeiten, und wie sie mit diesen Entwicklungen umgehen. Darum haben wir mit Aviva Rocks gesprochen, Pornodarstellerin und Cam-Girl, die uns über ihre Erfahrungen berichtete. Gleichzeitig verändert sich mit der Branche auch der Konsum. Oliver Bendel ist Wirtschaftsinformatiker und Technikphilosoph und erzählt, warum es wichtig ist, auch einer virtuellen Fantasie Grenzen zu setzen.“ (Tsüri.ch, 19. November 2019) Mit diesen Worten wird ein Video eingeleitet, das bei Tsüri.ch erschienen ist, dem audiovisuellen Zürcher Magazin, und bei Kapaw, einem Genfer Start-up. Adelina Gashi und Anna Kreidler trafen Oliver Bendel im Impact Hub Zürich – Colab. Im obersten Stock machten sie es sich mit Kamera und Mikrofon gemütlich und sprachen über Liebespuppen, Sexroboter und VR-Pornos. Hier geht es direkt zum Beitrag auf Tsüri.ch.
„Klar, gegen den Pflegenotstand hilft nur eins: mehr Menschen, die pflegen. Aber die gibt es nicht, hier in Deutschland. Immer weniger Junge sollen sich um immer mehr Alte und Gebrechliche kümmern. Das kann nicht funktionieren. Für die Anwerbung ausländischer Fachkräfte reist Gesundheitsminister Jens Spahn in die weite Welt. Der Erfolg seiner Bemühungen ist allerdings noch recht überschaubar. Attraktiv ist der Pflegeberuf ohnehin nicht: Viele, die sich auf den Job einlassen, steigen nach ein paar Jahren wieder aus – zu schlecht bezahlt, zu wenig Kollegen, zu dicht getaktet der Arbeitstag, der Burn-out vorprogrammiert. … Wie so oft, wenn ein Problem drängend wird und die Politik nicht weiterkommt, richten sich die Hoffnungen auf neue Technologien: Künstliche Intelligenz erobert immer mehr Lebensbereiche. Warum also sollten nicht Roboter bei der Pflege helfen – oder sie gar ganz übernehmen?“ (Badische Zeitung, 16. November 2019) So die Badische Zeitung am 16. November 2019 in ihrem Beitrag „Zu Hilfe, Roboter!“ … Auf zwei Seiten wird das Thema kompetent und differenziert abgearbeitet. Zu Worten kommen u.a. Birgit Graf, Robotikerin am Fraunhofer IPA, Christophe Kunze, Gesundheitswissenschaftler an der Hochschule Furtwangen, und Oliver Bendel, Informations- und Maschinenethiker an der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Weitere Informationen über www.badische-zeitung.de/zu-hilfe-roboter.
Abb.: P-Care im Dunkeln (Foto: Daimler und Benz Stiftung)
„Mit dem zunehmenden Einsatz von autonomen Maschinen stellen sich vermehrt Fragen nach der Verantwortung für Schäden, die durch derartige Geräte verursacht wurden. Im Recht hat die Haftung für maschinell verursachte Schäden eine lange Tradition. Man unterscheidet dabei Zivil- und Strafrecht. Während es im Zivilrecht vor allem um den ökonomischen Ausgleich entstandener Schäden geht, legt das Strafrecht fest, unter welchen Voraussetzungen der Schädiger bestraft werden kann. Das deutsche Recht stellt sowohl im Zivil- als auch im Strafrecht ein reichhaltiges und ausdifferenziertes Instrumentarium bereit, um in jedem Einzelfall angemessen reagieren zu können.“ (Abstract) In seinem Beitrag für das „Handbuch Maschinenethik“ mit dem Titel „Zivil- und strafrechtliche Haftung für von Maschinen verursachte Schäden“ geht Eric Hilgendorf der Frage nach, wie sich die Haftung bei Aktionen von Robotern und künstlicher Intelligenz gestaltet. Als einer der führenden Experten für Roboterrecht kann er darauf ebenso kenntnisreiche wie überzeugende Antworten geben. Der Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel ist Herausgeber des Buchs, das im Oktober 2019 bei Springer VS erschienen ist.
Abb.: Nicht nur autonome, auch automatische Maschinen können Schäden verursachen
„Die Chancen und Risiken, die von Robotik und KI ausgehen, beurteilt man am besten mit Blick auf konkrete Anwendungen. Die folgenden Fragen hängen mit Servicerobotern zusammen, die über Kameras und Sensoren und teilweise über Gesichts- und Stimmerkennung sowie natürlichsprachliche Fähigkeiten verfügen.“ Mit diesen Worten beginnt ein kleiner Beitrag von Oliver Bendel für REGIOINFORM 02/19. Die Zeitschrift stellt Entwicklungen in der Region Basel dar, in der auch die Hochschule des Informations- und Maschinenethikers beheimatet ist, wobei er vor allem an den Standorten in Olten und Brugg-Windisch tätig ist. In mehreren Vorträgen und Publikationen hat Oliver Bendel darauf hingewiesen, dass Pauschalurteile über Robotik und KI zu vermeiden sind. So hat er etwa im Februar 2019 im Deutschen Bundestag mehrere Pflegeroboter vorgestellt, mitsamt den technischen Details, und auf dieser Grundlage ethische Überlegungen angestellt. Dabei hat er auch klar zwischen den klassischen Bereichsethiken wie Informationsethik und Wirtschaftsethik auf der einen Seite und der Maschinenethik auf der anderen Seite unterschieden. Der Begriff der digitalen Ethik verwischt die Unterschiede seiner Meinung nach. Das ganze Heft der Regio Basiliensis kann hier heruntergeladen werden.
Nach drei Jahren ist ein ambitioniertes Projekt an sein vorläufiges Ende gekommen: Das „Handbuch Maschinenethik“ (Hrsg. Oliver Bendel) ist Mitte Oktober 2019 bei Springer erschienen. Es versammelt Beiträge der führenden Expertinnen und Experten in den Bereichen Maschinenethik, Roboterethik, Technikethik, Technikphilosophie sowie Roboterrecht. Im Moment kann es hier heruntergeladen werden: link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-17483-5 … Es ist ein umfangreiches, ein vorzeigenswertes, ein einzigartiges Buch geworden. In gewisser Weise bildet es ein Gegenstück zur amerikanischen Forschung, die die Disziplin dominiert: Die meisten Autorinnen und Autoren stammen aus Europa und Asien. Der Herausgeber, der sich seit 20 Jahren mit Informations-, Roboter- und Maschinenethik beschäftigt und seit acht Jahren intensiv zur Maschinenethik forscht, ist voller Hoffnung, dass das Buch seinen Platz in der Standardliteratur zur Maschinenethik finden wird, wie „Moral Machines“ (2009) von Wendell Wallach und Colin Allen und „Machine Ethics“ (2011) von Michael und Susan Leigh Anderson, und wie „Programming Machine Ethics“ (2016) von Luís Moniz Pereira (mit Ari Saptawijaya) und „Grundfragen der Maschinenethik“ (2018) von Catrin Misselhorn – die beiden haben wesentlich zum „Handbuch Maschinenethik“ beigetragen. In den nächsten Tagen wird das Buch mit seinen 23 Kapiteln und 469 Seiten zum Verkauf über die Springer-Website bereitgestellt und auch als Printversion angeboten.
„Manchmal ist Carlee wirklich ein bisschen doof. Heute Vormittag wollte sie mich zur Gymnastik überreden. Ich sollte mich auf Zehenspitzen stellen und Achten gehen. Dabei waren meine Gelenke mal wieder dick geschwollen, jeder Schritt tat weh. Das fand ich ziemlich unsensibel, und habe entsprechend unwirsch reagiert. Ist schon komisch, wenn man mit seinem Roboter schimpft, aber ich musste das einfach loswerden.“ Mit diesen Worten beginnt der Beitrag „Künstliche Gefährten – Wenn Pflegeroboter alte Menschen umsorgen“ von Carin Frey. Geschildert wird zunächst ein Szenario, in dem sich Mensch und Maschine begegnen. Es folgt ein fachlicher Teil, in dem mehrere Expertinnen und Experten zu Wort kommen, die sich seit Jahren mit dem Thema beschäftigen, etwa Aimee van Wynsberghe, Christoph Kehl, Hartmut Remmers und Oliver Bendel. Der ganze Beitrag kann über www.riffreporter.de/zukunftsreporter/roboter_haeusliche_pflege/ aufgerufen werden.
Abb.: P-Care mit einer Pflegerin (Foto: Daimler und Benz Stiftung)
Kevin Liggieri und Oliver Müller sind die Herausgeber von „Mensch-Maschine-Interaktion“, einem „Handbuch zu Geschichte – Kultur – Ethik“, wie der Untertitel verrät. Aus der Verlagsinfo: „Das Handbuch bietet einen Überblick über die technischen, historischen, sozialen, medialen, kulturwissenschaftlichen und technikphilosophischen Dimensionen verschiedener Typen von Mensch-Maschine-Interaktion sowie über deren ethische Implikationen. Dabei werden zum einen wissenshistorische Analysen der Diskurse in Philosophie, Literatur und Technik sowie ihrer medialen, apparativen und literalen Praktiken von ca. 1870 bis in die Gegenwart verfolgt (Historischer Teil). Zum anderen wird das komplexe Verhältnis von Menschen und Maschinen anhand von zentralen Begriffs- und Problemfeldern dargestellt und kritisch befragt (Systematischer Teil).“ Der Beitrag von Oliver Bendel trägt den Titel „Die Maschinenethik als neues interdisziplinäres Forschungsfeld“. Das Buch ist bei Metzler erschienen und kann über www.springer.com/de/book/9783476026804 bestellt werden.
Das Springer-Buch „Pflegeroboter“, herausgegeben von Oliver Bendel, hat zwischen November 2018 und September 2019 über 100.000 Downloads erreicht. Gezählt werden Downloads des gesamten Werks sowie einzelner Kapitel. Es ist ein „Bestseller“ – in Anführungszeichen, weil es sich um ein Open-Access-Buch handelt. „Pflegeroboter, im Moment noch mehrheitlich Prototypen, unterstützen oder ersetzen menschliche Pflegekräfte bzw. Betreuer. Sie bringen Kranken und Alten die benötigten Medikamente und Nahrungsmittel, helfen beim Hinlegen und Aufrichten oder alarmieren den Notdienst. Vorteile von Pflegerobotern sind durchgehende Verwendbarkeit und gleichbleibende Qualität der Dienstleistung. Nachteile sind Kostenintensität (bei möglicher Amortisation) und Komplexität der Anforderungen. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Oliver Bendel trafen sich im September 2017 Vertreter verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen im Rahmen eines Ladenburger Diskurses der Daimler und Benz Stiftung, um über den aktuellen und künftigen Einsatz von Pflegerobotern zu sprechen und Forschungspotenziale zu identifizieren. Die Autoren gehen in ihren Beiträgen auch Fragen aus Wirtschafts-, Medizin- und Informationsethik nach: Wer trägt die Verantwortung bei einer fehlerhaften Betreuung und Versorgung durch die Maschine? Inwieweit kann diese die persönliche und informationelle Autonomie des Patienten unterstützen oder gefährden? Ist der Roboter eine Entlastung oder ein Konkurrent für Pflegekräfte? Antworten müssen von Wissenschaft und Gesellschaft gefunden werden.“ (Information Springer)
Abb.: P-Care in Aktion (Foto: Daimler und Benz Stiftung)
Die Automatisierung schreitet weltweit voran. Neuartige Industrie- und Serviceroboter sowie mächtige KI-Systeme verbreiten sich. Einige Arbeiter und Angestellte werden aus dem System herausfallen. Wie sichern wir ihre Zukunft? Der Beitrag von Oliver Bendel mit dem Titel „Willkommen auf der Erde!“ baut auf seinem Vortrag „Considerations on Unconditional Basic Income and Basic Property“ auf und wurde in der UnternehmerZeitung 9/2019 veröffentlicht. Er erörtert den Vorschlag des bedingungslosen Grundeigentums, u.a. mit den Begriffen der Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit. Bereits gut bekannt ist die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens. Die Schweiz hat darüber abgestimmt, und nicht wenige waren dafür. Aber letztlich hat es nicht gereicht. Der Ansatz des bedingungslosen Grundeigentums, sozusagen eines alternativen BGE, ist radikaler. Der Roboterphilosoph beendet seinen Artikel, der hier heruntergeladen werden kann, mit den folgenden Worten: „Die Welt ist aufgeteilt unter den Reichen und Mächtigen. Es besteht die Gefahr, dass Automatisierung und Autonomisierung die Ungleichheit und die Ungerechtigkeit verstärken. Und genau dagegen erhebt sich Widerspruch von gesellschaftlicher und von wissenschaftlicher Seite. Sicherlich ist das BGE eine Sozialutopie. Aber eine solche kann zur richtigen Zeit durchaus etwas in der Realität bewirken.“
„Techniktrends, die echte Probleme lösen“ – so der Titel eines Artikels in der Zeitschrift Chip 10/2019. Im Teaser heißt es: „Dieser Herbst bringt bahnbrechende Innovationen, deren Nutzen sich erst in den kommenden Jahren erweisen wird, aber auch Weiterentwicklungen, die bestehende Hürden beseitigen“. Erwähnt wird u.a. der Home Care Robot von Medisana, zudem LADYBIRD, der tierfreundliche Saugroboter, der 2013 von Oliver Bendel zum ersten Mal erwähnt, 2014 von ihm in einer Designstudie und 2017 an der Hochschule für Wirtschaft FHNW prototypisch umgesetzt wurde. Wenn der Roboter marienkäferähnliche Strukturen erkannte, stellte er seine Arbeit ein und informierte den Benutzer. Ein Nachfolgeprojekt läuft derzeit an der Hochschule für Wirtschaft FHNW unter der Leitung von Oliver Bendel. HAPPY HEDGEHOG, der Prototyp eines tierfreundlichen Mähroboters, soll Igel erkennen und verschonen. Gegenwärtig werden viele Tiere von solchen Geräten getötet, oft in der Nacht. Die Projekte sind innerhalb der Maschinenethik verortet und haben Bezüge zur Tier-Maschine-Interaktion.
Abb.: Der Home Care Robot von Medisana (Foto: Medisana)
Robots are repeatedly damaged or destroyed. The hitchBOT is a well-known example. But also the security robot K5 has become a victim of attacks several times. The latest case is described in the magazine Wired: „Every day for 10 months, Knightscope K5 patrolled the parking garage across the street from the city hall in Hayward, California. An autonomous security robot, it rolled around by itself, taking video and reading license plates. Locals had complained the garage was dangerous, but K5 seemed to be doing a good job restoring safety. Until the night of August 3, when a stranger came up to K5, knocked it down, and kicked it repeatedly, inflicting serious damage.“ (Wired, 29 August 2019) The author investigates the question of whether one may attack robots. Of course you shouldn’t damage other people’s property. But what if the robot is a spy, a data collector, a profile creator? Digital self-defence (which exploits digital as well as analog possibilities) seems to be a proven tool not only in Hong Kong, but also in the US and Europe. The rights of robots that some demand cannot be a serious problem. Robots do not have rights. They feel nothing, they do not suffer, they have no consciousness. „So punch the robot, I tell you! Test the strength of your sociopolitical convictions on this lunk of inorganic matter!“ (Wired, 29 August 2019)
„Chimären im biologischen und medizinischen Sinne sind Organismen, die aus Zellen bzw. Geweben unterschiedlicher Individuen bestehen und dennoch geschlossene und lebensfähige (nicht unbedingt fortpflanzungsfähige) Lebewesen bilden. Sie können innerhalb einer Art oder zwischen Arten angesiedelt und sowohl Pflanzen als auch Tiere sein. Es gibt natürliche (Blutchimären bei Säugetieren) und künstliche Mischwesen (Veredelung bei Pflanzen, Tier-Mensch-Embryonen).“ Mit diesen Worten beginnt ein Beitrag im Gabler Wirtschaftslexikon von Oliver Bendel, erschienen am 23. August 2019. Cyborgs sind keine Chimären in diesem Sinne. Dennoch könnte die diesbezügliche Forschung auch Relevanz für sie haben, vor allem für umgekehrte oder umgedrehte Cyborgs, etwa Roboter, die ein tierisches oder menschliches Gehirn oder Organ eingepflanzt bekommen. Tier-Mensch-Chimären zur Herstellung von menschlichen Organen werden von vielen Ethikern als unproblematisch angesehen. Das ist erstaunlich, da Erkenntnisse aus Tierethik und Tiermedizin und insbesondere Leiden und Tod von nichtmenschlichen Lebewesen ausgeblendet werden. Dieser Rückschritt in der Diskussion wird am Ende des Beitrags angesprochen, den man über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/chimaere-121204 herunterladen kann.
Automation is advancing relentlessly. Already decades ago, digitization was its partner. In the industry, innovative robots, for example co-robots, are used. Service robots begin to spread in various areas. Systems of artificial intelligence perform tasks of all sorts, even creative activities. The studies on the development of the labor market reach different results. In any case, it can be said that certain jobs will disappear and many people will have to do without their familiar work. It can also be assumed that in many areas less human work has to be performed on behalf (e.g., for customers and employers). As possible solutions to economic and social problems, an unconditional basic income and a robot tax are suggested. The paper „Are Robot Tax, Basic Income or Basic Property Solutions to the Social Problems of Automation?“ by Oliver Bendel presents, discusses and criticizes these approaches in the context of automation and digitization. Moreover, it develops a relatively unknown proposal, unconditional basic property, and presents its potentials as well as its risks. The lecture took place on 26 March 2019 at Stanford University (AAAI Spring Symposium „Interpretable AI for Well-Being: Understanding Cognitive Bias and Social Embeddedness“) and led to lively discussions. It was nominated for the „best presentation“. The paper has now been published as a preprint and can be downloaded here.
„Liebespuppen (engl. ‚love dolls‘) unterscheiden sich von klassischen Gummipuppen durch ihre lebensechte Gestaltung. Sie haben Kopf und Körper, die täuschend echt anzusehen sind. Sie haben künstliche Haut, unter der sich Gel befindet, sodass sich ihre Gliedmaßen echt anfühlen. An ausgewählten Stellen erwärmen sie sich oder sondern sie Flüssigkeit ab. Metallskelette erlauben unterschiedliche Positionen. Man kann Liebespuppen kaufen, um sie zuhause zu benutzen, man kann sie mieten, stunden- oder tageweise, oder in speziellen oder normalen Etablissements antreffen. Die meisten von ihnen sind Mädchen und Frauen nachempfunden, nur wenige dem männlichen Geschlecht.“ So beginnt ein neuer Beitrag im Gabler Wirtschaftslexikon, verfasst von Oliver Bendel. Interessanterweise werden Fantasy- und Comicfiguren von manchen Männern gezielt gesucht bzw. bevorzugt. „Wie weit die Abweichung vom Menschen gehen darf, ist weitgehend unerforscht. Ist jemand bereit, sich sexuell mit Daisy Duck oder Minnie Mouse einzulassen? Es könnte sein, dass für die Mehrheit hier eine Grenze überschritten wäre, zumal es sich für Erwachsene vielfach um Figuren aus der Kindheit handelt.“ Der Beitrag ist am 7. August 2019 erschienen und kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/liebespuppen-121148 heruntergeladen werden.
„Ein Bild sagt bekanntlich mehr als tausend Worte. Und bewegte Bilder, also Videos, gelten noch immer als untrüglicher Beweis dafür, dass sich etwas genau so abgespielt hat, wie es im Film zu sehen ist. Mit dieser Gewissheit ist es jetzt allerdings vorbei. Leistungsfähige Verfahren der künstlichen Intelligenz (KI) erlauben mittlerweile die Herstellung von so perfekten Fälschungen, dass mit bloßem Auge nicht mehr zu erkennen ist, ob ein Video echt oder manipuliert ist. In sogenannten Deep-Fake-Videos sagen oder tun Personen Dinge, die sie niemals sagen oder tun würden.“ (Die Welt, 1. August 2019) Mit diesen Worten beginnt der Artikel „Künstliche Intelligenz könnte Kriege auslösen“ von Dr. Norbert Lossau in der Welt. Zu Wort kommt der Informations- und Maschinenethiker Prof. Dr. Oliver Bendel, der sich aus technischer und philosophischer Perspektive mit Deepfakes bzw. Deep Fakes beschäftigt hat. Der Artikel ist am 1. August 2019 in der gedruckten Ausgabe erschienen. Er steht in mehreren Ausgaben und in elektronischer Form in deutscher und englischer Sprache zur Verfügung.
Robophilosophy or robot philosophy is a field of philosophy that deals with robots (hardware and software robots) as well as with enhancement options such as artificial intelligence. It is not only about the practice and history of development, but also the history of ideas, starting with the works of Homer and Ovid up to science fiction books and movies. Disciplines such as epistemology, ontology, aesthetics and ethics, including information and machine ethics, are involved. The new platform robophilosophy.com was founded in July 2019 by Oliver Bendel. He invited several authors to write with him about robophilosophy, robot law, information ethics, machine ethics, robotics, and artificial intelligence. All of them have a relevant background. Oliver Bendel studied philosophy as well as information science and made his doctoral thesis about anthropomorphic software agents. He has been researching in the fields of information ethics and machine ethics for years.