Eine Übersicht über robotische Vierbeiner

MERPHI ist nach eigenen Angaben ein technologisches Designzentrum mit Sitz in Göteborg, das Kunden auf der ganzen Welt hat. Man glaubt, so steht es auf der Website, an eine Zukunft, in der Roboter und Menschen in Harmonie koexistieren. Das Unternehmen stellt Übersichten zu Vierbeinern (Quadrupeds) und Zweibeinern (Humanoiden und Androiden) zur Verfügung. Mit Hilfe von Aufrufen und Umfragen finden laufend Ergänzungen statt. Auf der Abbildung sieht man einige bekannte Vierbeiner wie Spot, Unitree Go2 und Unitree B2. Eine Besonderheit ist Robot Pony. Die meisten Modelle stammen von chinesischen Firmen. Sie haben erkannt, wie wichtig es ist, solche Allzweckroboter auf vier Beinen zu entwickeln. Mit diesen kann man Gebäude inspizieren und Gegenstände transportieren. Man kann auch Waffen auf ihnen installieren und damit gegen Terroristen oder Kriminelle (oder gegen Unschuldige) vorgehen. Ein Vorteil von Vierbeinern ist, dass sie selbst auf unwegsamem Gelände sicher unterwegs sind. Es lohnt sich, das aktuelle PDF direkt auf der Website von MERPHI herunterzuladen. Der Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Mehrdad H. M. Farimani.

Abb.: Die Übersicht über robotische Vierbeiner (Bild: MERPHI)

Peppers Leidenschaft für Bibliotheken

Seit Jahren setzt man Pepper in Bibliotheken ein. Anfang 2019 titelte die Frankfurter Rundschau: „Ein Roboter führt durch die Stadtbücherei“. Nur wenige Wochen später schrieb die MAZ: „Der Stifterverband zeichnet das Projekt mit dem humanoiden Roboter Wilma an der TH Wildau aus. Die Roboterdame arbeitet in der Hochschulbibliothek.“ Wilma war niemand anderes als Pepper. Ende 2019 titelte der Düsseldorfer Anzeiger: „Roboter Pepper hilft in der Zentralbibliothek Düsseldorf aus“. Die Berliner Morgenpost konnte 2021 gleich über zwei Roboter berichten, nämlich NAO und Pepper, die aus dem selben Haus stammen. „In der Stadtbibliothek Spandau helfen jetzt Roboter aus“, hieß es in dem Artikel. Im selben Jahr assistierte laut der Plattform Silicon Pepper in der Stadtbücherei Biberach. Ein Fernsehsender berichtete 2022: „Die Stadtbücherei am Haidplatz baut ihren Robotik-Schwerpunkt weiter aus und stellt ihr neues Teammitglied, Roboter ‚Charlie‘, vor.“ Und auch bei Charlie handelte es sich um niemand anderen als Pepper, wie auch bei Hilbi in der Stadtbibliothek Hildesheim, über den die Hildesheimer Presse im selben Jahr berichtete. Seit Dezember 2019 ist Auxilio aka Pepper für die FHNW am Campus Brugg-Windisch im Einsatz. Und dort ist er bis heute.

Abb.: Pepper am Campus Brugg-Windisch im Jahre 2024

„Soziale Roboter“ erreicht 250.000 Downloads

Das Buch „Soziale Roboter: Technikwissenschaftliche, wirtschaftswissenschaftliche, philosophische, psychologische und soziologische Grundlagen“ (Hrsg. Oliver Bendel) hat am 31. Dezember 2023 250.000 Downloads erreicht, nach nur etwas über zwei Jahren. Es besteht aus fünf Teilen: „Grundlagen, -begriffe und -fragen“, „Soziale Robotik und andere Disziplinen“, „Gestaltung, Interaktion und Kommunikation“, „Anwendungsbereiche sozialer Roboter“ und „Die Zukunft sozialer Roboter“. Es sind, das Vorwort mitgezählt, 30 Beiträge, mit ca. 35 Abbildungen, bei ca. 570 Seiten. Der Untertitel lautet: „Technikwissenschaftliche, wirtschaftswissenschaftliche, philosophische, psychologische und soziologische Grundlagen“. Mit dabei sind führende Experten der Sozialen Robotik, der Robotik, der Künstlichen Intelligenz, der Soziologie, der Psychologie und der Philosophie. Sie lehren und forschen an Hochschulen in der Schweiz, in Deutschland, in Österreich, in Dänemark und in Schweden. Auch ein Hersteller ist vertreten, der über den Einsatz seines Produkts berichtet. Das Fachbuch ist Ende 2021 bei Springer Gabler erschienen und kann über link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-31114-8 heruntergeladen oder bestellt werden. Zudem ist es in jeder Buchhandlung verfügbar.

Abb.: Einstein von Hanson Robotics bei der ICSR 2023 in Qatar

Über Roboter, Avatare und Hologramme

„Inspirierend anders“, der Podcast von Luca Beutel, ging vor einiger Zeit in die Forschung. Für die letzten beiden Folgen hat der Mann mit dem Schnäuzer wieder einmal mit Prof. Dr. Oliver Bendel gesprochen. Der Technikphilosoph lebt in Zürich und arbeitet an mehreren Hochschulen der FHNW. Die eine Folge, ausgestrahlt seit dem 25. Dezember 2023, heißt „#212 IAF – Bist du bereit für die intelligente Vagina? So verändern Sexroboter dein Liebesleben“. Oliver Bendel stellt darin die Chancen und Risiken von Liebespuppen und Sexrobotern vor. Die Folge kann über Spotify gestreamt werden. Am 28. Dezember 2023 erschien die andere Folge mit dem Titel „#213 IAF – Was ein Robotikexperte darüber denkt, wie Avatare und Hologramme unsere Zukunft beherrschen werden“. Darin geht es u.a. um technische, ethische und ästhetische Fragen, die sich zu Avataren und Hologrammen stellen. Auch diese Folge kann u.a. über Spotify aufgerufen werden.

Abb.: Ein Hologramm in der Vorstellung von DALL-E 3

Recycloprime

Im Wahlmodul „Soziale Roboter“ von Prof. Dr. Oliver Bendel wurden von den Studenten und Studentinnen in Gruppenarbeiten sechs soziale Roboter bzw. Serviceroboter mit sozialen Merkmalen konzipiert, wobei sie zur Beschreibung das Fünf-Dimensionen-Modell von Oliver Bendel und zur Illustrierung verschiedene Bildgeneratoren wie DALL-E 3 und Gencraft benutzten. Die Gruppe, die aus Angelo Ramos, Julian Schifferle Julian, Milena Zemp, Ricardo Weiss und Nick Zbinden bestand, kreierte den Recycloprime. Der Roboter reinigt die Umwelt und recycelt das Plastik. Er besitzt große Augen, die mit Gesichtserkennung und Wärmebildkamera ausgestattet sind, kann Tierlaute imitieren und ist schonend im Umgang mit der Natur. Er besitzt Antennen, um Daten an die Zentrale zu übermitteln. Das Wahlmodul fand vom 6. bis zum 8. November 2023 am Campus Olten der Hochschule für Wirtschaft FHNW statt. Die ca. 30 Studenten und Studentinnen stammten mehrheitlich aus dem Studiengang Wirtschaftsinformatik.

Abb.: Recycloprime in Aktion

Interviews zu Gastronomierobotern

In den Oktoberausgaben des Jahres 2023 von GVMANAGER und first class sind Interviews mit Prof. Dr. Oliver Bendel zu Servicerobotern und speziell zu Gastronomierobotern erschienen. Bereits im Juni war er dafür im Dialog mit Denise Kelm gewesen. Ausschnitte daraus wurden dann in den genannten Schweizer Gastronomiezeitschriften veröffentlicht. Von einem Koch erwarte man Kreativität und eine individuelle Handschrift, führte die Redakteurin aus. Bisher jedoch arbeiteten Kochroboter nur nach standarisiertem Rezept. Ist der Koch als „Künstler“, so Denise Kelm, also nur eine überbewertete Ikone? „Bleibt der kulturelle Mehrwert zugunsten der Effizienz auf der Strecke – oder ist schnelles, nahrhaftes und günstiges Essen das höher zu bewertende Gut?“ Der Technikphilosoph und Wirtschaftsinformatiker, der u.a. über Gastronomieroboter forscht, antwortete: „Der Koch als Künstler wird hoffentlich nie verschwinden. Es ist etwas Wunderbares, wenn er oder sie ein Gericht als Werk kredenzt – oder wenn man als Gast in einem Familienbetrieb auf Sizilien einfach sagen kann, was man gerne isst, und dann ein Gedicht von einem Gericht vorgesetzt bekommt. So ist es mir passiert, und obwohl ich Vegetarier bin und aus 40 Jahren einige Anekdoten zu Gemüseplatten und Nudeln mit Tomatensoße erzählen kann, war das Essen alles andere als fantasielos. Aber was ist etwa mit Kantinen und Mensen? Dort ist es wichtig, standardisierte Rezepte umzusetzen, zum einen, um die Qualität aufrechtzuerhalten, zum anderen, um den Bedürfnissen von Vegetariern, Veganern, Allergikern, Diabetikern, Moslems, Juden etc. Rechnung zu tragen. Dazu kommt noch die Anforderung, dass es schnell gehen und günstig sein muss. In solchen Betrieben kann ich mir Roboterköche in Form von Cobots oder automatisierte Küchen gut vorstellen.“ Die Interviews sind unter dem Titel „In Zukunft mit Robotern?“ erschienen.

Abb.: So stellt sich DALL-E 3 einen Roboterkoch vor

Überlegungen zur Barrierefreiheit

„Unter Barrierefreiheit versteht man, dass Menschen ohne fremde Hilfe in der Lage sind, sich in ihrer Umwelt zurechtzufinden und zu bewegen und Systeme und Dienste aller Art zu nutzen. Zu diesem Zweck werden Hindernisse abgebaut oder erst gar nicht errichtet, und es werden Hilfsfunktionen und -geräte verwendet. Zugute kommt dies behinderten, aber auch betagten, unerfahrenen oder sich in bestimmten (evtl. zeitlich beschränkten) Situationen befindenden Personen. Letztlich geht es um Inklusion mit Hilfe eines universellen Designs und um Abwehr von Diskriminierung.“ Mit diesen Worten beginnt ein Beitrag von Prof. Dr. Oliver Bendel, der am 26. Oktober 2023 im Gabler Wirtschaftslexikon erschienen ist. Mehrere Abschnitte widmen sich unterschiedlichen Aspekten der Barrierefreiheit. In „Barrierefreiheit und Roboter“ heißt es: „Die Durchsetzung der Barrierefreiheit auf Straßen, auf Plätzen und in Gebäuden hilft Servicerobotern und sozialen Robotern – die oftmals keine Beine, sondern Rollen haben – bei der Vorwärts- und Rückwärtsbewegung. Zu denken ist dabei an flache Rampen und gesicherte, einfach zu befahrende Übergänge. Aufzüge erlauben den Wechsel von Stockwerk zu Stockwerk.“ Der Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/barrierefreiheit-125515 aufgerufen werden.

Abb.: Überlegungen zur Barrierefreiheit (Bild: DALL-E 3)

Plato und Temi im „Careum Auditorium“

Am 31. August 2023 fand im „Careum Auditorium“ in Zürich die Innocare 2023 statt. Bei dem Event zu Pflegerobotern sprachen Prof. Dr. Oliver Bendel, Sylvia Stocker, Alexander Pröll, Prof. Dr. David Matusiewicz, Beat Sommerhalder und Sari Wettstein. Partner der Veranstaltung waren United Robotics Group (URG), Arabesque, Achermann und HPE Aruba Networks. Die Vorträge wurden von zwei Avataren angekündigt. Ein Pepper-Roboter von Arabesque assistierte auf der Bühne und begann mit dem einen oder anderen Referenten ein Gespräch. So fragte er Oliver Bendel, ob er Gefühle für ihn habe. Der Informations- und Maschinenethiker betonte, dass Pepper selbst keine Gefühle habe (sondern nur zeige), der Roboter aber natürlich sein Herz höher schlagen lasse. In den Pausen konnten die ca. 100 Besucher mit zwei weiteren Pepper-Modellen von URG, zwei Plato-Modellen von URG und einem Temi von Arabesque interagieren und kommunizieren. Plato wurde zunächst als Alternative zu Transport- und Servierrobotern wie BellaBot lanciert, ist inzwischen aber auch in Pflegeheimen und Krankenhäusern zu finden. Er bringt verlässlich Abfall und Getränke von A nach B. Für heikle Transporte kann man auch geschlossene Systeme wie Relay von Savioke heranziehen. Plato gehört zu den Servicerobotern, die soziale Merkmale und Fähigkeiten erhalten haben – ein Trend, den Oliver Bendel immer wieder beschreibt. Weitere Informationen über inno-care.ch.

Abb.: Plato serviert Häppchen im Foyer

Neue Version von Optimus

„Der Optimus ist wieder da: Tesla hat eine überarbeitete Version des humanoiden Roboters vorgestellt. Sie soll über mehr Fähigkeiten verfügen. Ein von Tesla zum Anleger-Meeting veröffentlichtes Video zeigt fünf der Roboter in Aktion. Die Roboter laufen deutlich sicherer als zuvor und sind auch zu feinfühligen Interaktionen fähig.“ (Golem, 17. Mai 2023) Dies berichtete Golem am 17. Mai 2023. Der Redakteur bezieht sich auf eine frühere Demonstration, wo Optimus sehr unsicher unterwegs war. Die Fortschritte werden mit der Verbesserung der Aktoren und mit der Unterstützung durch Menschen erklärt: „Diese lernen laut dem Video die Roboter mit Hilfe von Datenhandschuhen, Sensoren und Kameras an.“ (Golem, 17. Mai 2023) Das Design dürfte nach wie vor viele Benutzer abschrecken. Insbesondere der Kopf ohne Gesicht ist gewöhnungsbedürftig. Vielleicht werden Augen und Mund samt Mimik aber später digital umgesetzt. Das Video kann hier aufgerufen werden.

Abb.: Optimus entwickelt sich weiter

Podcast „Menschliche Bedürfnisse, robotische Lösungen“

„Inspirierend anders“, der Podcast von Luca Beutel, ging vor kurzem in die Forschung. Für die ersten beiden Folgen hat der Mann mit dem Schnäuzer mit Prof. Dr. Oliver Bendel gesprochen. Der Technikphilosoph lebt in Zürich und arbeitet an mehreren Hochschulen der FHNW. Die erste Folge, ausgestrahlt seit dem 2. Mai 2023, heißt „#165 IAF – Die ultimative Maschine: Wie Robotik die Grenzen der Menschheit erweitert“. Oliver Bendel stellt darin die Grundlagen der Robotik dar und bringt diese in einen Zusammenhang mit der Künstlichen Intelligenz (KI). Ursprünglich wurden deren Gegenstände zusammengedacht. Dann haben sie sich aber getrennt entwickelt. Nun wachsen Roboter und KI-Systeme immer mehr zusammen. Am 9. Mai 2023 erschien die zweite Folge mit dem Titel „#167 IAF – Menschliche Bedürfnisse, robotische Lösungen: Die Zukunft der menschenähnlichen Roboter“. Darin geht es u.a. um ethische und ästhetische Fragen, die sich zu sozialen Robotern wie Pflegerobotern und Sexrobotern stellen. Auch die zweite Folge kann u.a. über Spotify aufgerufen werden.

Abb.: Oliver Bendel am Campus Brugg-Windisch (Foto: Dominic Büttner)

Wenn die KI den Partner ersetzt

„Manche Menschen gehen bereits romantische Beziehungen mit Chatbots ein. Künstliche Intelligenz simuliert Zuneigung und Trost. Kann man Gefühle einfach so programmieren?“ (Tagesspiegel, 3. Mai 2023) Dies fragt Max Tholl in einem Essay mit dem Titel „Wenn die KI den Partner ersetzt: Können Maschinen uns lieben?“ vom 3. Mai 2023. Zu Wort kommt mehrmals Prof. Dr. Oliver Bendel, der seit einem Vierteljahrhundert über Chatbots, Sprachassistenten und soziale Roboter schreibt und forscht. Er nähert sich dem Gegenstand mit einem Rückblick: „Innige Beziehungen zwischen Menschen und künstlichen Kreaturen haben eine lange Tradition in der Ideengeschichte, sagt der Philosoph und Wirtschaftsinformatiker Oliver Bendel. Sie finden sich schon in den mythologischen Erzählungen von Homer oder Ovid, später dann als Motiv in Science-Fiction-Geschichten.“ (Tagesspiegel, 3. Mai 2023) Der ganze Beitrag ist im Tagesspiegel hinter der Bezahlschranke zu finden und wird auch noch in der gedruckten Ausgabe erscheinen.

Abb.: Wenn ein Android den Partner ersetzt

Podcast „Die ultimative Maschine“

„Inspirierend anders“, der Podcast von Luca Beutel, geht in die Forschung. Für die ersten beiden Folgen hat der Mann mit dem Schnäuzer mit Prof. Dr. Oliver Bendel gesprochen. Der Technikphilosoph lebt in Zürich und arbeitet an mehreren Hochschulen der FHNW. Die erste Folge, ausgestrahlt seit dem 2. Mai 2023, heißt „#165 IAF – Die ultimative Maschine: Wie Robotik die Grenzen der Menschheit erweitert“. Oliver Bendel stellt darin die Grundlagen der Robotik dar und bringt diese in einen Zusammenhang mit der Künstlichen Intelligenz (KI). Ursprünglich wurden deren Gegenstände zusammengedacht. Dann haben sie sich aber getrennt entwickelt. Nun wachsen Roboter und KI-Systeme immer mehr zusammen. Eine Woche später erscheint die zweite Folge mit dem Titel „#167 IAF – Menschliche Bedürfnisse, robotische Lösungen: Die Zukunft der menschenähnlichen Roboter“. Darin geht es u.a. um ethische und ästhetische Fragen, die sich zu sozialen Robotern wie Pflegerobotern und Sexrobotern stellen. Die erste Folge kann u.a. über Spotify aufgerufen werden.

Abb.: Oliver Bendel am Campus Brugg-Windisch (Foto: Dominic Büttner)

Die Maschinenethik in der Maschinenindustrie

Der Maschinenethik sind in der Technischen Rundschau 3/2023 ganze vier Seiten gewidmet. Den Kern bilden ein Beitrag von Prof. Dr. Oliver Bendel und ein Interview mit ihm. Der Informations- und Maschinenethiker hatte sich in den 1990er-Jahren mit der Frage nach der Verantwortung von Maschinen beschäftigt und war zum Schluss gekommen, dass diese weder Verantwortung tragen noch zur Verantwortung gezogen werden können. Zudem interessierte er sich dafür, ob Maschinen Pflichten haben können, was er verneint – stattdessen spricht er in einem schwachen Sinne von Verpflichtungen oder von Aufgaben. Ab 2012 widmete er sich dann der Begründung einer funktionalen Moral von Maschinen. Maschinen können nach seiner Meinung keinen guten oder bösen Willen haben, kein Bewusstsein, keine Intuition und keine Empathie. Man kann ihnen aber moralische Regeln beibringen, an die sie sich strikt halten oder die sie selbst abändern und anpassen. Ab 2013 wurden von ihm zahlreiche Prototypen der Maschinenethik entwickelt. Die Disziplin hat auch im Zusammenhang mit generativer KI an Bedeutung gewonnen. Das E-Paper des Hefts kann über epaper.technische-rundschau.ch/?/shelf/ aufgerufen werden. Der Beitrag steht als PDF zur Verfügung.

Abb.: Eine Skulptur im Freien

Mein Avatar und ich

Die Medien interessieren sich seit Jahren stark für die Sicht der Technikphilosophie und der Informations-, Roboter- und Maschinenethik auf soziale Roboter und ähnliche Systeme. Im Juni und Juli 2022 waren zwei Fernsehsender an der Hochschule für Wirtschaft FHNW, um die Arbeit von Prof. Dr. Oliver Bendel kennenzulernen und Bilder und O-Töne einzufangen. BILD LIVE hat einen Beitrag („Hey, Puppe!“) zum Cybrothel in Berlin gemacht, 3sat eine Doku zur Mensch-Maschine-Interaktion und zur Sozialen Robotik. Diese wird am 2. März 2023 unter dem Titel „Mein Avatar und ich“ ausgestrahlt. Im Ankündigungstext heißt es: „Waren Maschinen früher nur Helfer, werden sie heute zu Weggefährten. Der Mensch spricht mit seinem Auto oder mit Alexa. Akzeptieren wir die Technik mehr, je ähnlicher sie uns wird?“ (Website 3sat) Seit Januar 2022 zeigt ARTE die Doku „Werden wir Roboter lieben?“ von Tanja Küchle. Darin wird ebenfalls auf soziale Roboter eingegangen. Die Ausschnitte aus dem Interview mit Oliver Bendel führen durch den Film. Online ist dieser über www.arte.tv/de/videos/101938-004-A/42-die-antwort-auf-fast-alles/ aufrufbar. Auf die neue Doku von Ingolf Baur und seinem Team darf man ebenfalls gespannt sein. Informationen zum Programm auf 3sat sind über www.3sat.de/programm verfügbar.

Abb.: Oliver Bendel beim Dreh mit 3sat (Foto: Sara Zarubica)

Von der händischen bis zur robotischen Reinigung

„Reinigungsroboter sind (teil-)autonome Serviceroboter für die Reinigung von Flächen, Gegenständen und Wasservorkommen. Sie sind i.d.R. dinghaft gestaltet und ähneln flachen Zylindern oder Quadern. Man bringt sie zu einem Einsatzort und überlässt sie dort für eine gewisse Zeit sich selbst oder beaufsichtigt sie aus der Nähe oder der Ferne. Sie helfen zum einen bei der Nassreinigung von Böden (Wischroboter) und Fenstern (Fensterputzroboter). Sie setzen dabei Walzen und Bürsten sowie Wasser und Chemikalien ein. Ein Sonderfall sind Poolroboter, die sich durch das Wasser bewegen, und Desinfektionsroboter. Zum anderen unterstützen Reinigungsroboter die Trockenreinigung von Flächen, vor allem als Saugroboter, wie sie im Haushalt vorzufinden sind (Haushaltsroboter), oder als Kehrroboter für Straßen, Wege und Plätze sowie Betriebsgelände.“ So beginnt ein neuer Beitrag im Wirtschaftslexikon von Springer Gabler, der am 5. Dezember 2022 erschienen ist. In weiteren Abschnitten wird geklärt, was der Zusammenhang zwischen Servicerobotern und sozialen Robotern ist, welche Modelle von Reinigungsrobotern es gibt und welche Herausforderungen sich beim Einsatz ergeben. Der Beitrag von Oliver Bendel kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/reinigungsroboter-124732 aufgerufen werden.

Abb.: Die händische Reinigung

Warum sind die meisten Androiden weiblich?

Die BILD stellte im Oktober 2022 einige Fragen an Oliver Bendel in Bezug auf Lena, einen Androiden, und Androiden überhaupt. Eine Frage lautete, warum es vor allem Lenas und Sophias gebe, also weiblich anmutende Androiden. Die erste Erklärung des Informations- und Maschinenethikers: Weiblichen Robotern wird mehr vertraut als männlichen. Das beobachtet man vor allem bei Kindern. Diese Erklärung stammt ursprünglich von Hiroshi Ishiguro, dem berühmten japanischen Robotiker. Er hat sie den Teilnehmern der Robophilosophy 2018 in Wien anvertraut, wo er wie Oliver Bendel eine Keynote hatte. Die zweite Erklärung: Die männlichen Künstler und Robotiker erschaffen gerne aus sexuellen Gründen weibliche Wesen. Allerdings gibt es in der Sozialen Robotik sehr viele Frauen. Vielleicht erschaffen sie sich lieber selbst. Freilich sind die bekannten Firmen und Werkstätten wie Hiroshi Ishiguro Laboratories, Hanson Robotics und Realbotix doch männlich dominiert. Die dritte, vielleicht interessanteste Erklärung: Man kann leichter Kopien von (imaginierten oder existierenden) zurechtgemachten Frauen anfertigen als von durchschnittlichen Männern. Eine stark geschminkte Frau mit gezupften Augenbrauen und gebleichten Zähnen wirkt von Haus aus ein wenig künstlich – perfekte Voraussetzungen für die Herstellung von Androiden. Beim normalen Mann muss man Hautporen, Falten, Haare im Gesicht und in den Ohren etc. nachbilden. Das ist aufwändig und wird selten umgesetzt. Vielleicht ändert sich das alles, je geschminkter und gestylter die Männer sind. Aus Sebastian Kurz hätte man auf einfache Weise einen Androiden machen können. Der Artikel „Lena, Sophia und Harmony … Warum sind Roboter eigentlich weiblich?“ von Peter Amenda ist am 20. Oktober 2022 in der deutschen Boulevardzeitung erschienen.

Abb.: Oliver Bendel mit Harmony an der Universität Potsdam

Maschinen können keine Verantwortung tragen

Im Schweizer Monat (Ausgabe Juli/August 2022) erklärt Oliver Bendel, warum Maschinen keine Verantwortung im moralischen Sinne tragen können. Er geht vom Begriff der Verantwortung aus und auf Roboter und KI-Systeme ein und schreibt dann: „Wenn Verantwortung im definierten Sinne verstanden wird, können Maschinen keine Verantwortung tragen – nicht einmal autonome Maschinen, die sozusagen die technische Krone der menschlichen Schöpfung sind. Autonome Systeme können insbesondere nicht die Folgen ihres Tuns auf sich nehmen. Dies hängt damit zusammen, dass sie eben kein Bewusstsein, keine Einsichtsfähigkeit und keinen freien Willen haben. Übrigens können sie genauso wenig – anders als Tiere – moralische Rechte haben, wobei hier vor allem mit Empfindungs- und Leidensfähigkeit argumentiert wird.“ Die anderen Beiträge im Heft stammen von Konstantin Beck, Judith Bellaiche, Yannick Blättler, Christine Brand, Beat Brechbühl, Gerold Bührer, Baschi Dürr, Alexander Fink, Heinrich Fischer, Ronnie Grob, Allan Guggenbühl, Monika Hausammann, Ayaan Hirsi Ali, Melanie Häner, Alexandra Janssen, Joel Kotkin, Lukas Leuzinger, Christoph Luchsinger, Thomas Minder, Douglas Murray, Daniel Niklaus, Ahoi Polloi, Nicole Ruggle, Urs W. Schoettli, Anja Nora Schulthess, Thomas Sevcik, Michael Shellenberger, Vojin Saša Vukadinović und Tamara Wernli. Weitere Informationen sind über schweizermonat.ch/issue/ausgabe-1098-juli-august-2022/ erhältlich.

Abb.: Oliver Bendel mit Alpha Mini (Foto: Sara Zarubica)

Der Roboter hinter dem Tresen

In der Gastronomie findet man auf der ganzen Welt verschiedene Modelle von Servicerobotern und sozialen Robotern. Hinter dem Tresen sind Cobots, die Kaffee zubereiten (Kaffeeroboter oder robotische Baristas) und Cocktails mixen. Im Raum sind Transport- und Bedienroboter wie BellaBot unterwegs. BellaBot hat ein Display, auf dem ein Katzengesicht zu sehen ist. Adrian Lobe hatte Prof. Dr. Oliver Bendel im letzten Jahr zu diesem Thema interviewt. Der Artikel ist am 9. Dezember 2021 unter dem Titel „Die miauende Robo-Kellnerin“ in der TAZ erschienen und kann hier aufgerufen werden. Eine Abschlussarbeit an der Hochschule für Wirtschaft FHNW von Lea Peier soll nun den Einsatz von Robotern hinter dem Tresen näher beleuchten. Wie sind die Roboter zu klassifizieren – als Serviceroboter mit sozialen Merkmalen? Wie sind sie gestaltet, wie sind sie aufgebaut, was beherrschen sie und was nicht – und wie verändern sie das Verhältnis zwischen einer (meist immer noch anwesenden) Bedienung und einem Gast? Welche technischen, ökonomischen, sozialen und ethischen Herausforderungen ergeben sich? Dank der Firma F&P Robotics kann die Studentin Einblicke in den Einsatz des Roboters Barney gewinnen. Die Betreuung hat Oliver Bendel übernommen. Die Resultate liegen im August 2022 vor.

Abb.: Bei einer Robo-Show in Tokio

Sind Pflege- und Therapieroboter eine Lösung für den Pflegenotstand?

Andrea Buzzis Podcast „E-Health Pioneer“ ist „der Business-Podcast für den digitalen Gesundheitsmarkt – ausgezeichnet mit dem Silber Award der VISION.A Awards 2021 in der Kategorie Bester Podcast Healthcare“ (Website The Medical Network). Ihre Interviewgäste sind – so die Website – Gründer, Innovatoren und Akteure im E-Health-Bereich. „Der Podcast regt den Dialog zwischen Unternehmen, Patienten und Ärzten an und verschafft digitalen Gesundheitsprodukten Gehör. Jeden zweiten Donnerstag erscheint eine neue Folge mit und für Gründer, Ärzte, Versicherungsunternehmen und alle Menschen, die jetzt und in Zukunft von digitaler Gesundheit profitieren werden.“ (Website The Medical Network) Seit dem 10. Februar 2022 ist der Podcast „Robben gegen den Pflegenotstand?“ mit Prof. Dr. Oliver Bendel zu hören. Der Informations- und Maschinenethiker geht auf Pflege- und Therapieroboter ein und vertritt die Meinung, dass diese Pflegekräfte und -bedürftige unterstützen können, aber keine Lösung für den Pflegenotstand sind. Helfen würden dagegen eine bessere Bezahlung und mehr Respekt. Der Podcast kann über themedicalnetwork.de/homepage-main/podcast/ aufgerufen werden.

Abb.: Es gibt immer mehr Pflegebedürftige

Komm schon, gib dir doch etwas mehr Mühe!

Zahlreiche führende Experten und hochtalentierte Nachwuchswissenschaftler haben am Buch „Soziale Roboter“ mitgewirkt. Von Maike Paetzel-Prüsmann stammt die Abhandlung „Komm schon, gib dir doch etwas mehr Mühe!: Wie wir die Persönlichkeit von Robotern wahrnehmen und verändern können“. Aus dem Abstract: „Die Persönlichkeit beschreibt grundlegende Charaktereigenschaften, die in verschiedenen Situationen zu ähnlichem Verhalten führen und sich über die Zeit nur in geringem Maße ändern. Um einen ersten Eindruck der Persönlichkeit einer fremden Person zu bekommen und daraus Erwartungen an ihr situatives Verhalten abzuleiten, reichen einem Menschen bereits wenige Millisekunden. Ähnlich wie andere Menschen behandeln wir auch Roboter als soziale Akteure und schreiben ihnen menschenähnliche Persönlichkeitsmerkmale zu. Dieser Beitrag beschreibt, wie das äußere Erscheinungsbild eines Roboters die Persönlichkeitswahrnehmung beeinflusst und wie die wahrgenommene Persönlichkeit durch zielgerichtetes Interaktionsdesign explizit manipuliert werden kann. Er zeigt auch, wie Roboter mit verschiedenen Persönlichkeiten wiederum das menschliche Verhalten beeinflussen können, und diskutiert Implikationen für das ethisch korrekte Verhalten von Robotern, die sich daraus ergeben.“ Das von Oliver Bendel herausgegebene Werk ist Anfang November 2021 erschienen und kann über link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-31114-8 bezogen werden.

Abb.: Pepper im Ruhemodus

Onlineversion der ARTE-Sendung ab 20. Januar 2022

Die Onlineversion der ARTE-Sendung „Werden wir Roboter lieben?“ ist bereits ab 20. Januar 2022 verfügbar. Am 19. Februar 2022 folgt dann die klassische Version im deutsch-französischen Kulturkanal. „Schätzungen zu Folge gibt es weltweit inzwischen mehr als 1,7 Millionen Roboter mit sozialen Eigenschaften. Sie pflegen, bilden, helfen und unterhalten uns. Längst gibt es auch hoch technisierte Sexroboter. Doch können diese Maschinen tatsächlich Gefühle entwickeln – oder gar Liebe empfinden?“ (Website ARTE) Dies fragt sich ARTE in der Reihe „42 – Die Antwort auf fast alles“. Zu Wort kommen Prof. Dr. Peter Robinson, Computerwissenschaftler an der University of Cambridge, Dr. Hooman Samani, Robotiker an der University of Plymouth, Prof. Dr. Martin Fischer, Kognitionspsychologe an der Universität Potsdam, Prof. Dr. Catrin Misselhorn, Philosophin an der Universität Göttingen, und Prof. Dr. Oliver Bendel, Informations- und Maschinenethiker an der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Er forscht seit über 20 Jahren zu Conversational Agents und sozialen Robotern und hat Ende 2021 das Springer-Buch „Soziale Roboter“ herausgegeben. Weitere Informationen zur Sendung über www.arte.tv/de/videos/101938-004-A/42-die-antwort-auf-fast-alles/.

Abb.: Matt McMullen mit Harmony (Foto: Realbotix)

Werden wir Roboter lieben?

„Schätzungen zu Folge gibt es weltweit inzwischen mehr als 1,7 Millionen Roboter mit sozialen Eigenschaften. Sie pflegen, bilden, helfen und unterhalten uns. Längst gibt es auch hoch technisierte Sexroboter. Doch können diese Maschinen tatsächlich Gefühle entwickeln – oder gar Liebe empfinden?“ (Website ARTE) Dies fragt sich ARTE in der Reihe „42 – Die Antwort auf fast alles“. Die Sendung „Werden wir Roboter lieben?“ wird am 19. Februar 2022 ausgestrahlt. Die Onlineversion ist bereits ab 20. Januar verfügbar. Zu Wort kommen Prof. Dr. Peter Robinson, Computerwissenschaftler an der University of Cambridge, Dr. Hooman Samani, Robotiker an der University of Plymouth, Prof. Dr. Martin Fischer, Kognitionspsychologe an der Universität Potsdam, Prof. Dr. Catrin Misselhorn, Philosophin an der Universität Göttingen, und Prof. Dr. Oliver Bendel, Informations- und Maschinenethiker an der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Er forscht seit über 20 Jahren zu Conversational Agents und sozialen Robotern und hat Ende 2021 das Springer-Buch „Soziale Roboter“ herausgegeben. Weitere Informationen zur Sendung über www.arte.tv/de/videos/101938-004-A/42-die-antwort-auf-fast-alles/.

Abb.: Oliver Bendel in der Nähe des Drehorts (Foto: Dominic Büttner)