Vortrag zu Robotik und New Work

In ihrer Strategie 2035 hat die FHNW drei Zukunftsfelder definiert, nämlich New Work, Future Health und Zero Emission. Prof. Dr. Oliver Bendel hielt am 6. Mai 2024 in Olten vor dem Fachhochschulrat einen Vortrag zum Thema „Robotik und New Work“. „Der Fachhochschulrat trägt die strategische Führungsverantwortung und übt die Aufsicht über die FHNW aus. Er regelt die Organisation der FHNW und überwacht die Qualität der Leistungen der FHNW.“ (Website FHNW) Prof. Dr. Oliver Bendel erklärte zunächst das Konzept von New Work und ging dann auf neue Entwicklungen in Robotik und Künstlicher Intelligenz ein. Am Ende formulierte er Fragen, die sich mit Blick auf New Work stellen. Kern des Vortrags war die Vorstellung von Vierbeinern wie Spot und Unitree Go2 sowie Zweibeinern wie Unitree H1, Figure 01 und Atlas in seiner elektrischen Version. Vorgestellt wurden die Merkmale und Einsatzbereiche. Die genannten Zweibeiner können als Vorstufen zu universalen Robotern oder Allzweckrobotern gelten. Sie werden von den Firmen als „general-purpose robots“ oder „all-purpose robots“ vermarktet, ohne schon für alle Zwecke geeignet zu sein. Der Vortrag stieß auf reges Interesse und mündete in eine angeregte Diskussion.

Abb.: Der Vortrag fand am Campus Olten statt (Foto: Pati Grabowicz)

„AI Encounter“ zu Allzweckrobotern

„AI Encounter“, eine Reihe an der Zürcher Kunsthochschule, bietet laut Website experimentell-spielerische Begegnungen „mit künstlichen Intelligenzen“. Am 22. Februar 2024 war Marcial Koch im hauseigenen Kino im Gespräch mit Prof. Dr. Oliver Bendel. Das Thema waren Allzweckroboter, auch universelle Roboter genannt. Der Technikphilosoph und Wirtschaftsinformatiker aus Zürich spannte einen weiten Bogen von den goldenen Dienerinnen des Hephaistos bis hin zu Unitree H1, Figure 01 und Optimus. In der anschließenden Fragerunde ging er auf die Gestaltung von Robotern ein, auf Möglichkeiten und Grenzen der Maschinenethik – und auf die Herausforderung, wie man die Koexistenz von Robotern und Menschen nicht als Dystopie, sondern als Eutopie denken kann. Beim abschließenden Apero unterhielt man sich über passive und aktive Exoskelette, über Unitree Go2 und Alpha Mini aus dem privaten Social Robots Lab von Oliver Bendel – und über Elektro und Sparko, die 1939 bzw. 1940 auf der Weltausstellung in New York zu sehen gewesen waren.

Abb.: Vor dem Kino der ZHdK

„Robotics“ an der Hochschule von Kalaidos

Im Herbst 2022 hat Prof. Dr. Oliver Bendel zusätzlich zu seiner Professur an der FHNW an der Kalaidos Fachhochschule Schweiz in Zürich im Modul „Computational Engineering and Robotics“ den Modulteil „Robotics“ übernommen. Den Teilnehmern vermittelt er darin Grundlagen zu Industrie- und Servicerobotik sowie zur Sozialen Robotik. Zudem werden ontologische, ästhetische und ethische Fragen diskutiert. Im Herbst 2023 findet die zweite Durchführung statt, am 9. September, 16. September und 23. September. Die Robotik gewinnt an Schweizer Hochschulen immer mehr an Relevanz. Die FHNW betreibt eigene Labore mit einem Fokus auf Servicerobotik und Sozialer Robotik. Oliver Bendel ergänzt deren Modelle (Pepper und NAO) in seinem Wahlmodul „Soziale Roboter“ an der Hochschule für Wirtschaft FHNW u.a. mit Alpha Mini, Cozmo, Vector, Hugvie und HUGGIE aus seinem privaten Social Robots Lab – zu dem in Kürze auch der Unitree Go2 stoßen wird. Zuletzt wurde in einem Forschungsprojekt ein Alpha Mini in eine Lernanwendung integriert. Er zeigt Kindern ein Lernspiel auf einem MS Surface und gibt ihnen gestisches und verbales Feedback. Soziale Roboter sind auch das Thema im zweiten Block des Modulteils „Robotics“ des 9. September an der Kalaidos Fachhochschule. Davor, im ersten Block, werden Grundlagen zur Robotik gelegt und Industrie- und Serviceroboter behandelt.

Abb.: Alpha Mini im Büro von Oliver Bendel

Podcast „Die ultimative Maschine“

„Inspirierend anders“, der Podcast von Luca Beutel, geht in die Forschung. Für die ersten beiden Folgen hat der Mann mit dem Schnäuzer mit Prof. Dr. Oliver Bendel gesprochen. Der Technikphilosoph lebt in Zürich und arbeitet an mehreren Hochschulen der FHNW. Die erste Folge, ausgestrahlt seit dem 2. Mai 2023, heißt „#165 IAF – Die ultimative Maschine: Wie Robotik die Grenzen der Menschheit erweitert“. Oliver Bendel stellt darin die Grundlagen der Robotik dar und bringt diese in einen Zusammenhang mit der Künstlichen Intelligenz (KI). Ursprünglich wurden deren Gegenstände zusammengedacht. Dann haben sie sich aber getrennt entwickelt. Nun wachsen Roboter und KI-Systeme immer mehr zusammen. Eine Woche später erscheint die zweite Folge mit dem Titel „#167 IAF – Menschliche Bedürfnisse, robotische Lösungen: Die Zukunft der menschenähnlichen Roboter“. Darin geht es u.a. um ethische und ästhetische Fragen, die sich zu sozialen Robotern wie Pflegerobotern und Sexrobotern stellen. Die erste Folge kann u.a. über Spotify aufgerufen werden.

Abb.: Oliver Bendel am Campus Brugg-Windisch (Foto: Dominic Büttner)

Erste Überlegungen zu Robotainment

„Robotainment ist Unterhaltung (Entertainment) mit Hilfe von Robotern, meist sozialen Robotern. Diese singen, tanzen, machen Kampfkunst und stehen für intime und sexuelle Handlungen zur Verfügung. NAO, Pepper und Alpha Mini beherrschen Kung Fu oder Tai Chi. Cozmo singt und ahmt Tiere nach. Harmony ist ein durch Film und Fernsehen bekannt gewordener Sexroboter und wird auch von der Wissenschaft erforscht. Nicht zuletzt sind soziale Roboter auf dem Markt, die Tiere anregen oder aufregen und für deren ausreichende Bewegung sorgen.“ Mit diesen Worten beginnt ein neuer Beitrag im Gabler Wirtschaftslexikon von Prof. Dr. Oliver Bendel aus Zürich. In einem zweiten Abschnitt wird auf die Ideen- und Entwicklungsgeschichte der künstlichen Kreatur von der Antike bis zur Renaissance eingegangen und das Phänomen des Robotainments daraus hergeleitet. Dabei spielt nicht nur der westliche Kulturkreis eine Rolle: „In chinesischen Geschichten aus dem 6. Jahrhundert taucht ein Mann aus Holz auf, der sich dreht, singt und tanzt, und eine Frau aus Holz, deren Schönheit ohnegleichen ist.“ Im dritten Abschnitt wird die Perspektive der Ethik eingenommen, unter besonderer Berücksichtigung der Roboterethik. Der Beitrag ist am 24. März 2023 erschienen und kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/robotainment-125138 aufgerufen werden.

Abb.: Alpha Mini macht Liegestützen

BMBF-Fachgespräch zur Robotik

Der Zukunftsrat des deutschen Bundeskanzlers Olaf Scholz hat im Dezember 2022 Impulse für den Innovationsstandort Deutschland diskutiert. Man war sich laut Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) einig, dass die Robotik hohe Potenziale bietet und die Beherrschung der damit zusammenhängenden Technologien auch eine Frage der Wettbewerbsfähigkeit sowie der technologischen Souveränität ist. Man will nun zwei zentrale Handlungsempfehlungen des Zukunftsrats zur Robotik, nämlich „Spitzenforschung und Transfer stärken“ und „Talente gewinnen“, umsetzen. Um dies zu erreichen, lud das BMBF ausgewiesene Experten zu einem Fachgespräch ein, das am 27. März 2023 in Bonn stattfindet. Es gilt, Themen für Schwerpunkte in der Forschung und Ansätze zur Gewinnung von Spitzenkräften zu entwickeln. Auch Prof. Dr. Oliver Bendel, Philosoph und Wirtschaftsinformatiker aus Zürich, wurde angefragt. Da er zur gleichen Zeit in San Francisco bei den AAAI Spring Symposia zwei Vorträge hält (einen zu Barrobotern, zusammen mit Lea Peier, einen anderen zu Umarmungsrobotern), wurde er vom BMBF gebeten, seinen Input schriftlich zu formulieren. Auf sechs Seiten ging er auf Potenziale von Basistechnologien, die Integration von Robotern in komplexe Strukturen, aktuelle Forschungsfragen in der Robotik sowie Vertrauenswürdigkeit im Kontext robotischer Systeme ein. Sein Fokus lag dabei auf Servicerobotern und sozialen Robotern. Das Dokument liegt dem BMBF seit 15. März 2023 vor und wird beim Fachgespräch vor Ort ausgehändigt.

Abb.: Oliver Bendel bei einem Dreh mit 3sat (Foto: Sara Zarubica)

Ein 3sat-Abend zu KI und Robotik

Am 2. März 2023 startete der 3sat-Abend Wissen hoch 2 zu KI und Robotik um 18.30 Uhr mit NANO. Oliver Bendel wurde mit folgenden Worten vorgestellt: „Im beschaulichen schweizerischen Brugg-Windisch forscht einer der wichtigsten Robotikexperten und Maschinenethiker, Prof. Oliver Bendel, Autor diverser Standardwerke, Sachverständiger für den deutschen Bundestag, Roboterfan.“ Ebenfalls im Interview mit der Sendung war Jonas Andrulis von Aleph Alpha, einem deutschen KI-Unternehmen. Nach der Tagesschau – ab 20.15 Uhr – wurde die Dokumentation „Mein Avatar und ich“ gezeigt. Ingolf Baur war u.a. zu Oliver Bendel nach Brugg-Windisch, zu Daniele Pucci nach Genua und zu Matt McMullen nach Kalifornien bzw. Nevada gereist. Ein ehemaliger Google-Ingenieur, der in LaMDA fälschlicherweise Bewusstsein vermutete, war online zugeschaltet. Den Abschluss bildete ab 21.00 Uhr eine Talkrunde bei Gerd Scobel mit Oliver Bendel, Doris Weßels (Fachhochschule Kiel) und Kristian Kersting (TU Darmstadt). Die Sprache kam auch auf den kleinen Haiku-Band „Dass es nur Kunst war, verdeckte die Kunst“ von Oliver Bendel. Produziert wurde er mit Hilfe von ChatGPT. Abgedruckt sind die Inputs (Prompts) und Outputs (hier die Haikus). Der Informations- und Maschinenethiker äußerte die Meinung, dass KI imstande ist, Schönheit zu produzieren. Nach dreieinhalb Stunden war der Abend, der viele herausragende Bilder und Geschichten lieferte, vorbei.

Abb.: Oliver Bendel bringt NAO zum Dreh (Foto: Sara Zarubica)

Die Vermessung der Welt

„Die Geomatik ist eine Disziplin, die sich mit der technologiegestützten Vermessung von Oberflächen, Objekten und Räumen sowie der Modellierung und Analyse von entsprechenden Daten und der Simulation von Strukturen und Prozessen beschäftigt. Dabei nutzt sie wissenschaftliche Begriffe und Methoden aus Geodäsie, Geoinformatik, Geografie und Kartografie (also von verschiedenen Geowissenschaften) und Astronomie, zudem Mittel aus Informatik – einschließlich Computergrafik und Künstlicher Intelligenz (KI) – und Robotik. Die Ergebnisse werden etwa für die Bewertung, Planung und Gestaltung von Landschaften (Erhebungen und Niederungen, Waldgebiete, Flussläufe), Siedlungen (Gebäude, Plätze) und Infrastrukturen (Verkehrs-, Abwasser- und Kommunikationsnetze) benötigt.“ Mit diesen Worten beginnt ein neuer Beitrag im Gabler Wirtschaftslexikon von Oliver Bendel. Am Ende heißt es: „Robotik und KI dürften die Geomatik weiter befördern. Über Serviceroboter auf dem Boden, im Wasser und in der Luft (Drohnen) werden Geodaten selbst in schlecht zugänglichen Gebieten erfasst und verknüpft. Zugleich erlauben sie Entnahmen von Proben, die weitere Aufschlüsse zulassen, und überhaupt Untersuchungen vor Ort, ohne dass sich Menschen Gefahren und Beanspruchungen aussetzen müssten. Machine Learning unterstützt die Analyse und Modellierung sowie die Simulation. Virtual Reality und Augmented Reality sind ebenfalls relevant, sowohl für die Ingenieure und Planer als auch für den Bürger, der sich zu einem Projekt ein Bild verschaffen und Informationen dazu erhalten will. Die Vermessung der Welt dient deren Verständnis, Anpassung, Umbau und Ausbeutung. Ethik, Recht und Ökologie sind wichtige Module im Studium mit Blick auf Datenschutz sowie Natur- und Umweltschutz.“ Der ganze Beitrag – erschienen ist er am 15. November 2022 – kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/geomatik-124551 aufgerufen werden.

Abb.: Bei Vermessungsflügen werden auch Helikopter eingesetzt

Über Staubsauger und One-Night-Stands

„Eine Künstliche Intelligenz, die nicht nur Arbeiten für uns erledigt, sondern mit der man sich unterhalten kann, mit der man in tiefe Gespräche eintauchen könnte, die nicht nur unsere Handlungen, sondern möglicherweise auch unsere sozialen Kontakte ersetzt, durch Isolation geplagte Menschen vom Gefühl der Einsamkeit befreit, die unseren Nöten und Sorgen zuhört, Ratschläge gibt, verständnisvoll tröstet, die sexuelle Wünsche erfüllt, lässt sich für viele nicht nur auf pragmatischer Ebene denken, sondern wirft ethische Fragen auf, nicht zuletzt die alte Frage nach der Bedeutung – und Ersetzbarkeit – des Individuums, der Humanität.“ (ByteCookie, 26. Oktober 2022) So ist es zu lesen in einem Artikel mit dem Titel „Über Staubsauger und One-Night-Stands“, der am 26. Oktober 2022 auf ByteCookie erschienen ist, einer Plattform für Freelancer. Zu Wort kommen u.a. Olga Levina, Professorin an der TH Brandenburg, Hans-Georg Dederer, Professor an der Universität Passau, und Oliver Bendel, Professor an der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Die Plattform kann über www.bytecookie.net aufgerufen werden (es ist ein Login erforderlich).

Abb.: Staubsaugen auf dem roten Teppich in Cannes

KI und Robotik als Schwerpunktthemen beim WI-Update 2022

Das WI-Update 2022 widmet sich am Freitag, 23. September 2022 der Disziplin der Künstlichen Intelligenz. Als Forschungsfeldleiter „GeoHealth Analytics“ an der FFHS in Zürich wird Dr. Joachim Steinwendner, so die Website der Veranstaltung, in den Themenbereich einleiten und über die Grundlagen der KI sprechen. Pascal Wyss zeige live anhand von praktischen Beispielen, wie KI-Systeme lernen und sich weiterentwickeln. Als Head of Artificial Intelligence & Automation bei der ti&m werde er auf die Frage, wohin sich die KI entwickelt, eine Antwort geben können. Prof. Dr. Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW stellt insbesondere ethische Überlegungen in Bezug auf soziale Roboter und Serviceroboter sowie integrierte künstliche Intelligenz an. So werden Chancen und Risiken der Gesichtserkennung sowie weiterer Technologien beleuchtet. Pascal Lamia wird, so die Website, über Cybersecurity referieren. Als Leiter Operative Cybersicherheit im NCSC sei er vertraut mit den aktuellen Bedrohungen und könne veranschaulichen, wie die Angreifer vorgehen. Die Fachtagung der Wirtschaftsinformatik findet in Zürich statt. Weitere Informationen über www.wi-update.ch.

Abb.: Oliver Bendel bei Dreharbeiten von 3sat (Foto: Sara Zarubica)

Kalaidos vermittelt Grundlagen zur Robotik

Oliver Bendel hat seit 2009 eine Professur an der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW (Standorte in Basel, Muttenz, Olten und Brugg-Windisch) inne. Studiert hat er ab 1987 an der Universität Konstanz Philosophie und Germanistik (M.A.) sowie Informationswissenschaft (Dipl.-Inf.-Wiss.), promoviert ab 1999 an der Universität St. Gallen zu pädagogischen Agenten (speziellen Conversational Agents und sozialen Robotern) im Fachbereich der Wirtschaftsinformatik (Dr. oec.). Er lehrt und forscht an der Hochschule für Wirtschaft FHNW in Olten und Brugg-Windisch (Informations- und Maschinenethik sowie Soziale Robotik) und an der Hochschule für Technik FHNW in Brugg-Windisch (Informations- und Maschinenethik sowie Wissensmanagement). Ab Herbstsemester 2022 kommen zwei weitere Deputate hinzu. Prof. Dr. Oliver Bendel übernimmt im Modul „Ethik und Recht“ an der Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik FHNW in Muttenz den Modulteil „Ethik“ und lehrt darin zur Technikethik und Informationsethik. Zudem übernimmt er an der Kalaidos Fachhochschule Schweiz in Zürich im Modul „Computational Engineering and Robotics“ den Modulteil „Robotics“ und vermittelt darin Grundlagen zur Industrierobotik, Servicerobotik sowie Sozialen Robotik. Im Herbstsemester 2022 findet auch die zweite Durchführung des Wahlmoduls „Soziale Roboter“ am FHNW-Standort Olten statt. Die erste Durchführung im Herbstsemester 2021 hatte das österreichische Fernsehen begleitet.

Abb.: Oliver Bendel an der FHNW in Brugg-Windisch (Foto: Sara Zarubica)

Käufliche Freunde

Der von Oliver Bendel herausgegebene Springer-Band „Soziale Roboter“ mit insgesamt 30 Beiträgen (das Vorwort eingerechnet) ist Ende 2021 erschienen. Von Jeanne Kreis stammt die Marktübersicht „Käufliche Freunde: Eine Marktübersicht zu sozialen Robotern“. Aus dem Abstract: „Dieser Beitrag gibt eine Marktübersicht über soziale Roboter. Anhand einiger Beispiele wird aufgezeigt, welche Roboter derzeit erhältlich sind oder es demnächst sein dürften. Der Beitrag gibt aber auch Aufschluss über Modelle, welche früher verfügbar waren und wieder verschwunden sind oder trotz Ankündigung nie auf den Markt kamen. Dazu werden die vier Bereiche Kinderzimmer, Schlafzimmer, öffentlicher Raum und Therapie und Pflege voneinander abgegrenzt und gesondert behandelt. Abschließend wird festgehalten, in welche Richtung die Entwicklung von sozialen Robotern in den kommenden Jahren gehen dürfte und welche Fragen es zwischenzeitlich zu klären gilt.“ Das Buch kann über link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-31114-8 bezogen werden.

Abb.: Käufliche Freunde

Das epistemische Verhältnis der Sozialrobotik zur Gesellschaft

Der von Oliver Bendel herausgegebene Springer-Band „Soziale Roboter“ mit insgesamt 30 Beiträgen (das Vorwort eingerechnet) ist Ende 2021 erschienen. Von Andreas Bischof stammt die Abhandlung „Das epistemische Verhältnis der Sozialrobotik zur Gesellschaft: Epistemische Bedingungen, Praktiken und Implikationen der Entwicklung sozialer Roboter“. Aus dem Abstract: „Soziale Roboter kommen schon sozial und kulturell geprägt in die Welt. Das Kapitel nähert sich diesem Befund über die Analyse der epistemischen Praktiken der Sozialrobotik. Dabei werden Wissenspraktiken aus den Disziplinen, die an der Konzeption und Konstruktion von sozialen Robotern beteiligt sind, analysiert. In einem ersten Schritt umfasst das die Darstellung von epistemischen Bedingungen, unter denen die Konstruktion sozialer Roboter überhaupt geschieht. Hier wird insbesondere auf die Herausforderung, soziale Interaktionen für Roboter bearbeitbar zu machen, eingegangen. In einem zweiten Schritt werden typische epistemische Praktiken der Sozialrobotik rekonstruiert. Damit sind Tätigkeiten der Forschenden gemeint, die soziale Roboter besser für soziale Welten verfügbar machen – oder umgekehrt. Sie beschreiben Wechselspiele zwischen der Forschungs- und Entwicklungspraxis und den Alltagswelten, in denen die Roboter eingesetzt werden sollen. Abschließend werden zwei epistemische Implikationen für die Anwendungsfelder sozialer Roboter abgeleitet.“ Das Buch kann über link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-31114-8 bezogen werden.

Abb.: Ein Junge mit seinem Spielzeugroboter

Grundlagenwerk „Soziale Roboter“ erschienen

Das Buch „Soziale Roboter“ (Hrsg. Oliver Bendel) ist am 4. November 2021 bei Springer Gabler erschienen. Es besteht aus fünf Teilen: „Grundlagen, -begriffe und -fragen“, „Soziale Robotik und andere Disziplinen“, „Gestaltung, Interaktion und Kommunikation“, „Anwendungsbereiche sozialer Roboter“ und „Die Zukunft sozialer Roboter“. Es sind, das Vorwort mitgezählt, 30 Beiträge, mit ca. 35 Abbildungen, bei ca. 570 Seiten. Der Untertitel lautet: „Technikwissenschaftliche, wirtschaftswissenschaftliche, philosophische, psychologische und soziologische Grundlagen“. Mit dabei sind führende Expertinnen und Experten der Sozialen Robotik, der Robotik, der Künstlichen Intelligenz, der Soziologie, der Psychologie und der Philosophie. Sie lehren und forschen an Hochschulen in der Schweiz, in Deutschland, in Österreich, in Dänemark und in Schweden. Auch ein Hersteller ist vertreten, der über den Einsatz seines Produkts berichtet. Die einzelnen Kapitel können im PDF- oder HMTL-Format über SpringerLink heruntergeladen werden. In Kürze stehen Gesamt-PDF und Printversion zur Verfügung.

Abb.: Das Cover des Buchs

Wenn Roboter statt Menschen desinfizieren

„Roboter desinfizieren Räume in der Pandemie, kontrollieren Menschen im Park – und trösten Einsame.“ So lautet der Untertitel des Beitrags „Immune Helfer“ von Marie Rövekamp im Tagesspiegel vom 4. April 2021. „Sie husten nicht, müssen keine Masken tragen. Sie können sich nicht infizieren oder andere anstecken. Was für Vorteile das gegenüber einem Virus sind!“ (Tagesspiegel, 4. April 2021) Zu Wort kommt Oliver Bendel, dessen Beitrag „Serviceroboter bei Epidemien und Pandemien“ im Oktober 2020 in der HMD – Praxis der Wirtschaftsinformatik erschienen ist. Bereits im Frühjahr letzten Jahres war er der Frage nachgegangen, wie Sicherheitsroboter, Reinigungs- und Desinfektionsroboter, Transportroboter und Pflegeroboter auf der ganzen Welt in diesen Zeiten eingesetzt und umgerüstet werden. Er sammelte Beispiele und stellte Überlegungen aus technischer und wirtschaftlicher Sicht an. Ein Jahr später kann man sagen: Die COVID-19-Pandemie hat der Servicerobotik einen Schub verliehen.

Abb.: Im Einsatz gegen die Pandemie

Roboterparks mit realen Robotern

Im Bundesministerium für Gesundheit (BMG) fand am 8. Dezember 2020 ein nichtöffentliches Fachgespräch zur Pflegerobotik statt. Die Parlamentarische Staatssekretärin überbrachte Grüße von Jens Spahn und führte in die Thematik ein. Dann wurden vier Vorträge aus Sicht der Robotik, der Pflegepraxis, der Ethik und der Rechtswissenschaft gehalten. Über zehn weitere Expertinnen und Experten ergänzten die Inhalte und stellten Fragen. In seinem Vortrag „Ethische Dimensionen von Robotik in der Pflege“ handelte Prof. Dr. Oliver Bendel sechs Themenbereiche ab, einen davon mit folgenden Worten: „Die Roboter können Pflegekräfte unterstützen, indem sie Lebensmittel, Medikamente und Verbandszeug transportieren, Patienten beaufsichtigen und einsammeln, etwa für bestimmte Termine. Damit entlasten sie bei der täglichen Arbeit. Roboter können Pflegebedürftige unterstützen, etwa indem sie Dinge holen, Flaschen öffnen und Becher reichen. Damit fördern sie die persönliche Autonomie. Sie können zudem mit ihnen Übungen machen und sich mit ihnen unterhalten. Damit stärken sie die körperliche und geistige Beweglichkeit.“ Und später, mit Blick auf Aus- und Weiterbildung: „Pflegekräfte sollten frühzeitig Prototypen und Produkte kennenlernen und mit diesen im Tandem arbeiten. Es sind Weiterbildungen anzubieten, die auf Digitalisierung und Robotisierung grundsätzlich eingehen und die ein realistisches Bild von den heutigen Möglichkeiten und zukünftigen Entwicklungen zeichnen.“ Ein weiterer Komplex betraf das Verständnis aller Beteiligten. Oliver Bendel plädierte für Roboterparks, in denen man realen Robotern begegnet. „Man kann auch spezifische Parks mit Robotern in der Pflege einrichten. Dort könnten zudem gedankengesteuerte Rollstühle, Exoskelette, Hightechprothesen etc. ihren Platz haben.“

Abb.: Ein Vergnügungspark in Vietnam

HMD-Heft mit Schwerpunkt Robotik

Das neue Heft der HMD – Praxis der Wirtschaftsinformatik mit dem Schwerpunkt Robotik ist Ende November 2020 erschienen. Herausgeber sind Sara D’Onofrio und Stefan Meinhardt. Von ihnen stammt auch der Beitrag „Robotik in der Wirtschaftsinformatik“. Weitere Beiträge sind u.a. „Bewertung der Einsatzpotenziale und Risiken von Robotic Process Automation“ (Jennifer Brettschneider), „Mobile Robotik im Laufe der Zeit – Wohin geht die Fahrt?“ (Sarah Uttendorf), „Kollaborative Robotikanwendungen an Montagearbeitsplätzen“ (Tobias Rusch, Hannah Ender, Florian Kerber), „Roboter zur Unterstützung im Alter“ (Esther Ruf, Stephanie Lehmann, Cora Pauli, Sabina Misoch), „KI-basierte Mensch-Roboter-Interaktion durch die Weiterentwicklung multifunktionaler Serviceroboter zur Unterstützung in der klinischen Pflege“ (Svea Schuh, Tobias Greff, Florian Winter, Dirk Werth, Anne Gebert) und „Der Einsatz von Servicerobotern bei Epidemien und Pandemien“ (Oliver Bendel). Der zuletzt genannte Beitrag kann hier heruntergeladen werden.

Abb.: Pepper im Futurium

Wiederauferstehung 4.0

Manche, die ihren Angehörigen oder ihren Partner verloren haben, lassen ihn mit Hilfe von Technik, Künstlicher Intelligenz und Robotik wiederauferstehen. Die Funke-Mediengruppe hat Oliver Bendel zu diesem Thema befragt. Manche, so seine Auskunft, werden die Toten wiederauferstehen lassen, indem sie deren Sprache oder Stimme verwenden. Es reichen heute nur wenige Minuten der Originalstimme, um Sprachassistenten beliebige Sätze sprechen zu lassen, die ihr täuschend ähnlich sind. Andere werden Avatare erzeugen oder erzeugen lassen, ähnlich wie die Neons. Wieder andere, so der Informations- und Maschinenethiker, werden ihre Toten in Form von humanoiden Robotern bei sich haben. Einrichtungen wie Hanson Robotics und Realbotix in den USA und die Hiroshi Ishiguro Laboratories in Japan können schon heute sehr lebensechte Abbildungen herstellen. Die Aussagen von Oliver Bendel flossen in Beiträge ein, die in zehn Zeitungen und Kanälen erschienen, etwa online im Hamburger Abendblatt.

Abb.: Wiederauferstehung 4.0

KI in der medizinischen Robotik

Die Emmy Noether Research Group „The Phenomenon of Interaction in Human-Machine Interaction“ und das Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin (LMU München) veranstalten eine Vortragsreihe zu – so die Auskunft auf der Website – einigen der drängendsten Fragen, die sich im Zusammenhang mit der Umsetzung und Nutzung der KI in der Medizin stellen. Jeder Termin besteht aus drei kurzen Vorträgen renommierter Experten auf dem jeweiligen Gebiet, gefolgt von einer Diskussion am Round Table. Alle Vorträge werden bis auf weiteres online (Zoom) gehalten (Website der Forschungsgruppe). Am 19. November 2020 (18.00-19.30 Uhr) wird das Thema „KI in der medizinischen Robotik“ behandelt. Referieren werden Prof. Dr. Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW (mit einem Vortrag zu Pflegerobotern aus ethischer Sicht), Prof. Dr. Manfred Hild von der Beuth Hochschule für Technik Berlin und Dr. Janina Loh von der Universität Wien. Weitere Informationen über interactionphilosophy.wordpress.com.

Abb.: Oliver Bendel bei einem Vortrag in Berlin (Foto: Daimler und Benz Stiftung)

Serviceroboter bei Epidemien und Pandemien

Am 14. Oktober 2020 ist der Beitrag „Der Einsatz von Servicerobotern bei Epidemien und Pandemien“ von Oliver Bendel in der HMD – Praxis der Wirtschaftsinformatik erschienen. Aus dem Abstract: „Seit jeher werden Roboter eingesetzt, um gefährliche oder für uns nicht bewältigbare Aufgaben zu erledigen. Sie entschärfen Bomben, transportieren Gefahrenstoffe und arbeiten sich in für uns nicht erreichbare Gebiete vor. Die COVID-19-Pandemie hat gezeigt, dass auch Serviceroboter, die eigentlich nicht für Sonderfälle vorgesehen sind, hilfreiche Dienste bei der Versorgung von Isolierten und bei der Eindämmung von Krankheiten leisten können. Der vorliegende Beitrag stellt vier Typen von Servicerobotern vor. Dann gibt er Beispiele für die Roboternutzung während der Coronakrise im Jahre 2020. Schließlich wird der Frage nachgegangen, in welchem Umfang und in welcher Weise die Robotertypen zusammenarbeiten können und ob man manche von ihnen zu Generalisten weiterentwickeln kann. Zudem werden Geschäftsmodelle und Betriebsmöglichkeiten thematisiert. Der Beitrag zeigt, dass Kohorten von Robotern in Zukunft lebenswichtig sein könnten.“ Er ist Teil von Band 57, Heft 6 (Dezember 2020) mit dem Schwerpunkt Robotik und als Open-Access-Publikation kostenlos hier verfügbar.

Abb.: Serviceroboter werden überall auf der Welt eingesetzt

Robotik in den Alpen

Am 8. und 9. Oktober 2020 finden in Engelberg, einer Alpenstadt in der Zentralschweiz, die Engelberger Dialoge statt. In den Fokus nehmen diese, so die Ankündigung im Programmheft, „die komplexe Robotik“. „Robotik wird in nahezu allen Branchen eingesetzt. Treiber für die Entwicklung sind unter anderem die wissenschaftliche und technische Entwicklung, der Wettbewerbsdruck zur Steigerung der Produktivität von Arbeit und Kapital, der Personalmangel für gewisse Tätigkeiten sowie steigende Erwartungen an die Qualität von Produkten und Sicherheit. Experten verschiedener Fachdisziplinen werden … faszinierende Möglichkeiten wie Blitzlichter aufleuchten lassen. Ethische Aspekte in der Interaktion Robotik und Mensch werden ebenfalls angesprochen. Und die Rundtischdiskussion mit Vertretern verschiedener Branchen verspricht zweifellos lebhafte Voten zu Pro und Con der Robotik.“ (Programmheft Engelberger Dialoge) Beim Forum am 9. Oktober tragen u.a. Prof. Dr. Roland Siegwart, Institut für Robotik der ETH Zürich, Dr. Mathias Buerki, Wyss Translational Center der ETH Zürich, Prof. Dr. Marco Hutter, Depart. Mech. & Process Engineering der ETH Zürich und Prof. Dr. Oliver Bendel, Institut für Wirtschaftsinformatik der Hochschule für Wirtschaft FHNW vor. Der Flyer für das Forum ist hier verfügbar.

Abb.: Bei Engelberg

Was können und sollen Serviceroboter?

Mathias Lindenau und Marcel Meier Kressig sind die Herausgeber des Buchs „Schöne neue Welt? Zwischen technischen Möglichkeiten und ethischen Herausforderungen“. Dieses ist im Juli 2020 erschienen. Von Oliver Bendel, dem Informations- und Maschinenethiker aus Zürich, stammt der Beitrag „Serviceroboter aus Sicht der Ethik“. Dieser geht zurück auf seinen Vortrag bei den Vadian Lectures in St. Gallen, gehalten am 9. Mai 2019. Aus der Zusammenfassung am Ende des Beitrags stammen die folgenden Sätze: „Der vorliegende Beitrag hat Serviceroboter, die in den allgemeinen und öffentlichen Bereich vordringen, die über Wege rollen, über Plätze gehen und Räume besetzen, definiert und systematisiert, er hat ihre Einsatzmöglichkeiten skizziert und ausgewählte Problembereiche erkundet. Es wurden Lösungsvorschläge u.a. aus der Perspektive der Informationsethik und der Maschinenethik unterbreitet.“ Das Buch ist hier erhältlich.

Abb.: Das Cover des neuen Buchs