Robotik und KI für autistische Personen

Unter dem Titel „KI trifft Autismus“ veranstaltete autismus schweiz am 30. Mai 2026 eine Fachtagung, die sich der Rolle künstlicher Intelligenz in der Gesellschaft und im Kontext von Autismus widmete. Fachliche Impulse lieferten Maximilian Popp (No Isolation), Matthias Schüssler (Tages-Anzeiger), Dr. Maya Schneebeli (KJPP), Prof. Dr. André Frank Zimpel (Universität Hamburg) und Prof. Dr. Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW). Eine Referentin fiel aus. In seinem Vortrag „Soziale Roboter und Physical AI bei Autismus“ stellte Oliver Bendel mehrere Beispiele und Prototypen vor und ordnete diese aus technischer und ethischer Perspektive ein. Dabei erläuterte er auch, was unter Inclusive Robotics und Inclusive AI zu verstehen ist. Moderator war der bekannte SRF-Redakteur Bernard Senn. Die Teilnahme war sowohl vor Ort als Live-Anlass im großen Hörsaal Nord des Universitätsspitals Zürich als auch zeitversetzt über eine On-Demand-Version möglich. Die Aufzeichnung steht etwa zehn Tage nach dem Anlass bis Ende Juli 2026 über das Veranstaltungsportal zur Verfügung. Weitere Informationen sind über portal.autismus.ch/veranstaltungen/202 abrufbar.

Abb.: Bernard Senn kündigt Oliver Bendel an

Anfang Juli 2026 trifft sich die Community der Sozialen Robotik in London

Vom 1. bis 4. Juli 2026 trifft sich die Community der Sozialen Robotik zur 18th International Conference on Social Robotics (ICSR + ART 2026) in London. Getagt wird im Senate House der University of London, einem der bekanntesten akademischen Gebäude Großbritanniens. Forscher, Entwickler, Künstler und Vertreter der Industrie diskutieren dort aktuelle Entwicklungen und zukünftige Perspektiven sozialer Roboter sowie animaloider, humanoider und mythomorpher Gestaltung. Besonders ist in diesem Jahr die Verbindung von Robotik und Kunst. Neben dem wissenschaftlichen Programm bietet die Konferenz mit Formaten wie der Grand Challenge, dem Robot Fringe, den Debates (die mit dem Debate Room einen exklusiven Ort haben) und einem Industry Day zahlreiche Möglichkeiten für Austausch und Erkenntnisgewinn. Die General Chairs Hooman Samani und Saina Akhond, beide von der University of the Arts London, und ihre Mitstreiter von Hochschulen auf der ganzen Welt setzen damit gezielt auf Interdisziplinarität, Innovation und Diskurs. Weitere Informationen sind über icsr2026.uk verfügbar.

Abb.: Das Senate House in London (Foto: John Lord, Wikimedia, CC-BY-SA-2.0)

„Off the Record“ zu Servicerobotern und sozialen Robotern

Nach generativer KI ist Robotik das Thema der Stunde, und natürlich kann man beides verbinden. Am 21. Mai 2026 lud Walder Wyss im Rahmen von „Off the Record“ ab 18 Uhr zu einem Robotikevent ins Kraftwerk Zürich ein. Es waren Freunde und Kunden der Anwaltskanzlei eingeladen. Es ging um klassische Serviceroboter ebenso wie um Allzweckroboter – und um soziale Roboter. Auf dem Panel waren Prof. Dr. Oliver Bendel, Technikphilosoph und Wirtschaftsinformatiker, der sich seit einem Vierteljahrhundert intensiv mit Chatbots, Sprachassistenten und sozialen Robotern beschäftigt, und Sylvia Stocker, CEO von Arabesque. Es moderierten Ramona Wyss und Florian Gunz. Seit 27. Mai 2026 stehen die Fotos zur Veranstaltung zur Verfügung. Zu sehen sind auf ihnen nicht nur die genannten Personen, sondern auch die Roboter, die im Raum waren, wie Unitree G1, Mars und Pepper. Im Imageflyer schreibt die Anwaltskanzlei über sich: „We are a dynamic law firm with flat structures and a very friendly atmosphere. More than 300 legal experts make Walder Wyss one of the most successful Swiss commercial law firms. Our clients include national and international companies, publicly held corporations and family businesses as well as public law institutions and individuals.“ (Imageflyer Walder Wyss)

Abb.: Florian Gunz, Sylvia Stocker und Oliver Bendel (Foto: Walder Wyss)

Ehemalige Mitarbeiter kritisieren Robotaxis von Tesla

Wie Golem am 28. Mai 2026 meldete, soll Tesla laut einem Reuters-Bericht die Fähigkeiten seiner Robotaxis und des Systems „Full Self Driving“ deutlich übertreiben. Ehemalige Mitarbeiter und ein früherer Ingenieur erklärten demnach, dass die Fahrzeuge nur mit großem Zusatzaufwand in bestimmten Gebieten wie Austin eingesetzt werden könnten und keineswegs überall zuverlässig funktionierten. Besonders problematisch seien weiterhin gefährliche Situationen im Straßenverkehr: Mitarbeiter hätten Videos gesehen, in denen die Fahrzeuge etwa Katzen, Hunde oder Rehe anfuhren. Zudem habe es Beinaheunfälle mit spielenden Kindern gegeben. Auch grundlegende Fahrmanöver wie das Anhalten für Einsatzfahrzeuge oder das Einhalten von Sicherheitsabständen hätten oft nicht funktioniert. Mehrere frühere Mitarbeiter erklärten laut Reuters, sie würden selbst nicht in einem Robotaxi von Tesla mitfahren, weil sie dem System nicht vertrauten.

Abb.: Charger von Tesla

Der Reiz der Realität

Das Kundenmagazin Centaur von Rossmann gibt es seit März 2002. Das Heft hat über 100 Seiten und liegt in den Filialen des Unternehmens aus. Es erreicht bei einer Druckauflage von über 900.000 Exemplaren und mit seiner Onlinepräsenz ca. 2,5 Millionen Interessierte. In der Ausgabe vom Juni 2026 gibt es ein eineinhalbseitiges Interview mit Prof. Dr. Oliver Bendel. Der Technikphilosoph und Maschinenethiker äußert sich im Beitrag „Der Reiz der Realität“ zu Gegenbewegungen im Zeitalter der Digitalisierung und zur Frage, wann Roboter – Pflegeroboter ebenso wie Allzweckroboter – selbstverständlicher Teil unseres Alltags sein werden. Anna Kentrath, die Leiterin der Unternehmenskommunikation von Rossmann, schreibt in ihrem Editorial: „Wir spüren einer wachsenden Sehnsucht nach: der Lust am Analogen, an echten Begegnungen und haptischen Erlebnissen. Das ist keine Flucht vor der digitalen Welt, die uns ja auch Freiheiten schenkt. Es ist eine bewusste Ergänzung, ein ‚Korrektiv‘, wie es unser Experte Prof. Oliver Bendel nennt.“ Das Kundenmagazin für den Monat Juni kann seit dem 27. Mai 2026 über www.rossmann.de/de/kataloge/centaur/index.html aufgerufen und heruntergeladen werden.

Abb.: Das Cover der Juni-Ausgabe (Bild: Rossmann)

Vom Schäfchenplakat zum Gewaltspiel

Das Schäfchenplakat der Schweizerischen Volkspartei (SVP) von 2007 wurde für die Ausschaffungsinitiative erstellt. Es zeigte drei weiße Schafe, die ein schwarzes Schaf von einer roten Fläche mit weißem Kreuz kicken. Wegen seiner Nähe zur Bildsprache der NS-Propaganda sowie seiner fremdenfeindlichen und rassistischen Ausrichtung wurde es international stark kritisiert. Fast 20 Jahre später erlebt man rund um die 10-Millionen-Initiative ein Déjà-vu. Das Egerkinger Komitee lancierte ein von Gewalt und Rassismus geprägtes Computerspiel. Eine Spielfigur an der Grenze muss dafür sorgen, dass bestimmte Ausländer nicht in die Schweiz einreisen. Man „schlägt mit dem Stoppschild auf die Personen ein, diese zerploppen“ (Blick, 21. Mai 2026). Neu ist, dass Schweizer Hochschullehrer und wissenschaftsnahe Experten die Initiative ganz offen unterstützen. Wie blicken sie auf ihre Kollegen an den Hochschulen? Soll man auch diese hinauskicken oder schlagen, bis sie zerploppen? Immerhin haben sich swissuniversities und der ETH-Rat klar gegen die Initiative positioniert. Nun wäre noch zu wünschen, dass sich die Hochschulleitungen direkt an ihre ausländischen Arbeitskräfte wenden und ihnen ihre Solidarität zusichern.

Abb.: In der Schweiz gab es wiederholt fremdenfeindliche und rassistische Kampagnen

Marvelboy bereitet Eis in Zürich zu

Am 21. Mai 2026 lud Walder Wyss im Rahmen von „Off the Record“ ab 18 Uhr zu einem Robotikevent ins Kraftwerk Zürich ein. Es waren Freunde und Kunden der Zürcher Anwaltskanzlei eingeladen. Es ging um Serviceroboter ebenso wie um Allzweckroboter. Auf dem Panel waren Prof. Dr. Oliver Bendel, Technikphilosoph und Wirtschaftsinformatiker, und Sylvia Stocker, CEO von Arabesque. Es moderierten Ramona Wyss und Florian Gunz. Zusammen durcheilte man zweieinhalbtausend Jahre der Ideen- und Entwicklungsgeschichte der künstlichen Kreatur, von Talos und Pandora über die Androiden der Barockzeit bis hin zu Figure 03, Optimus und NEO. Vor und nach der Diskussion waren im Raum verschiedene Roboter unterwegs, etwa Unitree G1, Mars und Pepper. Draußen auf der Straße wartete ein Eisroboter, Marvelboy, auf seine Kunden. Umgesetzt ist er als Kiosksystem, ähnlich wie der Robobarista von Smyze. Marvelboy bereitete für Oliver Bendel ein Eis zu und tanzte zu „APT.“ von Bruno Mars und Rosé. Erst gegen 22 Uhr ging die Veranstaltung allmählich zu Ende.

Abb.: Marvelboy serviert das Eis

Machine Ethics and the EU AI Act

In Article 50, „Transparency Obligations for Providers and Deployers of Certain AI Systems“, of the EU Artificial Intelligence Act, it is stated: „Providers shall ensure that AI systems intended to interact directly with natural persons are designed and developed in such a way that the natural persons concerned are informed that they are interacting with an AI system, unless this is obvious from the point of view of a natural person who is reasonably well-informed, observant and circumspect, taking into account the circumstances and the context of use.“ On this subject, the European Parliament had already been advised ten years earlier by Oliver Bendel. In his lecture „Moral and Immoral Machines – Moralische und unmoralische Maschinen“ in Brussels on September 8, 2016, he presented GOODBOT, a chatbot initiated by him in 2013 in the context of machine ethics, which featured several escalation levels while repeatedly making clear that it was merely a machine. At the Digital Europe Working Group Conference Robotics on November 8, 2017, Bendel also spoke online about related questions in machine ethics. In connection with a care robot, he raised the question: „Should the robot make clear that it’s just a machine?“ The transparency obligations set out in Article 50 will enter into force on August 2, 2026.

Fig.: The main building of the European Parliament in Brussels

WhereIsIt Reaches Mid-Term Milestone

WhereIsIt, an object reminder assistant for blind and severely visually impaired people initiated by Prof. Dr. Oliver Bendel and implemented by Damian Huckele, reached its mid-term presentation on May 19, 2026. The inclusive AI project focuses on a lightweight speech-based system that allows users to store and retrieve object locations without continuous camera use. The work completed so far includes the literature review, problem analysis, requirements definition and the first system design concept. An important milestone was an expert interview with Steve Weidel, blind developer, founder of INKLUTEC and specialist in accessibility and assistive AI technologies. The interview confirmed the practical relevance of the project and highlighted key requirements such as simple voice interaction, portability, reminder functions and optional Bluetooth tags with acoustic tracking. The planned prototype architecture is Python-based and combines speech recognition, language processing, local object-location storage and text-to-speech output. The next project phases include prototype development, testing and the evaluation of Bluetooth integration.

Fig.: WhereIsIt can help both blind and sighted people (Image: GPT Image 2)

A Talk on Physical AI and the Future of Intimacy

On April 30, 2026, Prof. Dr. Oliver Bendel gave a talk on „Physical AI and the Future of Intimacy“ at the SAGA Conference in Montreal. From the abstract: „The presentation begins with the Tamagotchi, the iconic digital pet that demonstrated how simple interactive systems can evoke emotional attachment. It then turns to social robots, wearable social robots, and AI-enhanced sex toys, love dolls, and sex robots. Today, large language models (LLMs) and multimodal language models (MLLMs) enable dialogue, perception, and evaluation in these systems. Such capabilities may also benefit people with disabilities, including blind users, by facilitating communication and interaction. At the same time, the physical dimension remains crucial. Embodied systems create presence and proximity: they can be touched, held, and stroked, and experienced through movement, vibration, or sound. The talk argues that future intimate technologies will emerge from the convergence of generative intelligence and physical embodiment, combining conversational AI with the sensory experience of a physically present companion.“ On May 19, 2026, the photos from the event, taken by Maison Toki, an independent art agency in Montreal, were made available.

Fig.: Oliver Bendel during his talk (Photo: Maison Toki)

News of the Universe

Im Jahre 1977 erschien das Album „News of the World“ von Queen. Das Cover dürfte viele Jugendliche und Erwachsene dieser Zeit beeindruckt oder verstört haben, was auch in der Popkultur aufgegriffen wurde, etwa in der animierten Sitcom „Family Guy“, wo Stewie panische Angst davor hat. Es zeigt einen riesenhaften humanoiden Roboter, der zwei tote Menschen in seiner Rechten hält, während Blut von seiner Linken tropft. Der Science-Fiction-Künstler Frank Kelly Freas hatte ein ähnliches Motiv bereits in einer früheren Arbeit verwendet. Brian May betonte mehrfach, dass „News of the World“ eine bewusste stilistische Neuorientierung der Band war, direkter, roher und moderner. Das Cover passte offensichtlich genau dazu. Der Gitarrist war Science-Fiction ebenso zugetan wie der Realität des Weltraums. 2007 schloss er am Imperial College London nach langer Unterbrechung seine Doktorarbeit über interplanetaren Staub ab. Vor einigen Monaten wurde er für das Buch „RE:VIEW: Wozu die Menschheit retten?“ interviewt. Dieses bietet im ersten Teil umfangreiches Bildmaterial der ESA von der KI-gestützten Planetenschutzmission Hera, ergänzt um Werke der KI-Kunst. Im zweiten Teil wird das KI-System der Hera selbst zum Interviewer und „führt dreißig tiefgreifende Gespräche mit Personen aus Kunst, Wissenschaft, Philosophie und Gesellschaft“ (Verlagsinformation). Neben Brian May, der sich damit sowohl der Science-Fiction als auch der „Space-Reality“ widmen durfte, sind das z.B. die erste Weltraumtouristin Anousheh Ansari, der „Interstellar“-Visionär Paul Franklin, die PETA-Gründerin Ingrid Newkirk, der Ex-Gitarrist von Guns N‘ Roses Ron Bumblefoot Thal, der Science-Fiction-Autor Andreas Eschbach, der Künstler Jonathan Meese und der Technikphilosoph und Maschinenethiker Oliver Bendel. Das Buch wird vom Verlag We Mind Publishing und von der Agentur Jung von Matt umgesetzt, ist bereits bei Amazon verzeichnet und kommt im September 2026 heraus.

Abb.: Das Album erschien im Jahre 1977 (Bild: GPT Image 2)

Über KI-Schrott

„Bei AI Slop oder AI-Slop … handelt es sich um minderwertige, massenhaft verbreitete Inhalte (Text, Bild, Video, Audio) mit generativer KI als Ursprung. Er kann Teil von Marketing oder Propaganda sein, zum Meme werden und ins Triviale, Kuriose und Groteske reichen. Man spricht auch von Slop, KI-Müll … oder KI-Schrott.“ Mit diesen Worten beginnt ein Beitrag von Oliver Bendel, der am 15. Mai 2026 im Gabler Wirtschaftslexikon erschienen ist. Auf den Abschnitt über „Hintergrund und Anwendungen“ kommt einer mit „Kritik und Ausblick“: „AI Slop ist eine jüngere Entwicklung nach Spam und Junk. Mit all diesen Phänomenen wird zur Vermüllung des Internets, des Computers bzw. des Accounts und speziell von Onlinemedien (selten von Offlinemedien) beigetragen. Beeinträchtigt wird sowohl die Glaubwürdigkeit von Angeboten als auch die Produktivität von Einzelnen und Unternehmen, was das Thema von Medienethik, Informationsethik und Wirtschaftsethik ist.“ Geschlossen wird mit der Perspektive der KI-Ethik, die man der Informationsethik zuordnet oder als eigenständige Bereichsethik versteht. Der vollständige Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/ai-slop-177861 aufgerufen werden.

Abb.: Eine Ausstellung in der Wüste bei Palm Springs mit Schrott

50.000 Accesses bei „Maschinenliebe“

Das Buch „Maschinenliebe“, herausgegeben von Oliver Bendel, erschien 2020. Es enthält Beiträge von international bekannten Experten und Expertinnen sowie Interviews mit einer Bordellbetreiberin und einer Sexarbeiterin. Aus dem Klappentext: „Sexroboter sind ein Thema, das die Medien mit Vorliebe behandeln und die Gesellschaft spaltet. Es gibt einige Modelle wie Emma und Harmony. Viel verbreiteter sind allerdings einfache Liebespuppen mit überzeugender Haut und auswechselbaren Körperöffnungen. Sie finden sich in zahlreichen Bordellen und können problemlos bei Amazon und Co. bestellt werden. Zwischen Liebespuppen und Sexrobotern sind die Grenzen fließend. Sobald Liebespuppen sprechen können oder Sensoren und Aktoren haben, werden sie zu Sexrobotern. Weiterentwickelte Varianten weisen mimische Fähigkeiten auf und können den Kopf bewegen. Das Buch erklärt Grundbegriffe, geht auf technische Details ein und diskutiert psychologische, soziologische und philosophische Erkenntnisse und Herausforderungen. Es beleuchtet die Praxis der Sexarbeit und liefert Stellungnahmen von Herstellern und Benutzern.“ (Klappentext „Maschinenliebe“) Das Werk hat nach gut fünf Jahren 50.000 Accesses erreicht – keine 568.000 wie „Pflegeroboter“, 408.000 wie „Soziale Roboter“ oder 251.000 wie „Handbuch Maschinenethik“ – aber ein Achtungserfolg ist es allemal. Eine Besonderheit ist es auch, weil in „Speaking with Harmony“ (Kino Coursey) geschildert wird, wie bereits 2019 bei diesem Sexroboter ein LLM eingesetzt wurde. Oliver Bendel hatte den KI-Experten in jenem Jahr an der Universität Potsdam getroffen und ihn zu einem Beitrag eingeladen, nachdem ihn seine künstliche Begleiterin mit ihren natürlichsprachlichen Fähigkeiten beeindruckt hatte. Weitere Informationen über www.springer.com/de/book/9783658298630.

Abb.: Henry, der Bruder von Harmony (Foto: Realbotix)

Mythomorphe Gestaltung als Option und Perspektive

Der Artikel „Es muss nicht immer ein humanoider Roboter sein: Mythomorphe Gestaltung als Option und Perspektive“ von Oliver Bendel ist am 13. Mai 2026 in Wiley Industry News erschienen. Der Technikphilosoph führt den Begriff des Mythomorphen ein, um die Kategorien des Humanoiden und Animaloiden (Zoomorphen) zu erweitern. Dadurch lassen sich Roboter wie Mirokaï, Furby und Cozmo besser einordnen als bisher. Aus dem Abstract: „Soziale Roboter sind oft humanoid oder zoomorph gestaltet. Zudem gibt es dinghafte Gestaltung, bei der versucht wird, eine Nachahmung von Lebewesen zu vermeiden. Allerdings können humanoide oder zoomorphe Merkmale vorkommen, etwa menschlich wirkende Augen oder ein tierlicher Schwanz. Weniger üblich, aber durchaus vorhanden ist eine weitere Richtung, die mythomorph genannt werden kann. Hier sind nicht oder nicht direkt Menschen oder Tiere das Vorbild, sondern Außerirdische, Fantasyfiguren oder mythologische Figuren. In diesem Beitrag wird zuerst darauf eingegangen, was unter mythomorpher Gestaltung verstanden werden kann. Dann werden Beispiele für soziale Roboter mit dieser Ausrichtung gesammelt, beschrieben und eingeordnet. Sodann findet eine ontologische, ästhetische und ethische Diskussion statt. Dabei werden jeweils Chancen und Risiken genannt. Es zeigt sich, dass mythomorphes Design als eigenständige Perspektive innerhalb des breiteren Gestaltungsraums der Sozialen Robotik verstanden werden kann.“ Der Artikel kann hier aufgerufen werden.

Abb.: Furby mit seiner Freundin

Extension of the Submission Deadline for ACI 2026

The Animal-Computer Interaction International Conference 2026 (ACI 2026) invites contributions for its thirteenth edition. The conference seeks theoretical, methodological, empirical, and ethical work that advances dialogue around animal-centered research and the design of computing-enabled systems. ACI brings together perspectives from computer science, informatics, engineering, interaction design, animal behavior and welfare science, veterinary science, ecology, sociology, philosophy, and related disciplines, with the aim of further developing Animal-Computer Interaction as a field. In an increasingly networked world shaped by pervasive technologies, animals – both human and nonhuman – are entangled in complex webs of interaction. These interactions may be direct or indirect, physical or cognitive, distributed or dyadic, synchronous or asynchronous. Contributions are encouraged that critically examine how technology shapes human-animal relationships, how large-scale technological deployments affect animals, and how future systems can be designed responsibly and ethically. The conference also welcomes submissions in Animal-Machine Interaction (AMI), which explores interaction and communication between animals and machines, including autonomous systems such as drones and robots. AMI focuses on designing machines that benefit animals and safeguard their interests, supporting survival and well-being. The submission deadline for Research Papers and Emerging Work Papers has been extended by one week and is now May 22, 2026. The deadline for Workshop Proposals remains unchanged at June 1, 2026. All submissions will be peer-reviewed. Further information is available at www.aciconf.org, and submission details can be found at www.aciconf.org/call-for-contributions.

Fig.: Extension of the submission deadline for ACI 2026

Mythomorphic Design as an Option and a Perspective

The article „It Does Not Always Have to Be a Humanoid Robot: Mythomorphic Design as an Option and a Perspective“ by Oliver Bendel was published in Wiley Industry News on May 13, 2026. The philosopher of technology proposes the term „mythomorph“ to expand upon the categories of „humanoid“ and „animalid“ („zoomorph“). This allows robots such as Mirokaï, Furby, and Cozmo to be better categorized than before. From the abstract: „Social robots are often designed in a humanoid or zoomorphic manner. In addition, there are object-like designs that attempt to avoid imitation of living beings. Nevertheless, humanoid or zoomorphic features may still appear, such as human-like eyes or an animal-like tail. Less common, but clearly present, is a design perspective that can be described as mythomorphic. In this case, humans or animals do not serve, or do not directly serve, as models; instead, extraterrestrials, fantasy figures, or mythological beings are used as inspiration. This contribution first addresses what can be understood by mythomorphic design. It then collects, describes, and classifies examples of social robots that follow this approach. Subsequently, an ontological, aesthetic, and ethical discussion is conducted, with opportunities and risks identified in each case. It becomes apparent that mythomorphic design can be understood as a distinct perspective within the broader design space of social robotics.“ The article can be accessed here.

Fig.: Miroka at ICSR 2025 in Naples

 

Der Roboter als Prügelknabe der Nation

Die Neue Berliner Redaktionsgesellschaft war im Gespräch mit Prof. Dr. Oliver Bendel über die Robotersteuer. Diese ist eine Ausprägung der Maschinensteuer, die man wiederum als Wertschöpfungsabgabe begreifen kann. Die Idee ist, die Existenz oder den Betrieb bzw. die Arbeit von Robotern (womöglich auch von KI-Systemen) in der Produktion, in der Logistik und in anderen Bereichen zu besteuern und die Gelder entweder dem System der Sozialversicherung oder beispielsweise dem Bildungswesen zuzuführen.  Gegen die Robotersteuer spricht, dass nicht klar ist, was man genau besteuern soll. Welche Roboter und KI-Systeme sind betroffen? Um welche Arbeit geht es konkret? Die Innovationskraft von Unternehmen könnte gebremst werden, und es werden damit womöglich Entwicklung und Einsatz von Robotern, die Menschen ergänzen und entlasten, gehemmt und Wege zur Befreiung von der Bürde des beruflichen Alltags blockiert. Für die Robotersteuer spricht, dass der Roboter als Risiko für die Vollbeschäftigung im Vollzeitmodell erkannt und eine sozialpolitische Antwort auf die zunehmende Automatisierung gefunden wird. Es liegt ein Vorschlag auf dem Tisch, über den man diskutieren kann. Vielleicht ist der Roboter aber einfach der Prügelknabe der Nation. Die Artikel „Zahlt am Ende der Roboter?“ und „Die Rechnung sollen die Roboter zahlen“ mit Aussagen von Oliver Bendel erschienen am 8. Mai 2026 u.a. in der Südwest Presse, in der Lausitzer Rundschau und im Oranienburger Generalanzeiger.

Abb.: Der Roboter als Prügelknabe der Nation

Das „Robodog“-Projekt im Buch „Tier-Maschine-Interaktion“

Im neuen Buch „Tier-Maschine-Interaktion“ von Oliver Bendel (Springer Gabler, 2026) werden zahlreiche Projekte vorgestellt, die Begegnungen zwischen Tieren und Robotern bzw. Drohnen zum Gegenstand haben. Dazu gehört die „Robodog“-Studie, die 2025 an der Hochschule für Wirtschaft FHNW durchgeführt wurde. Selina Rohr untersuchte, wie Haushunde auf den vierbeinigen Roboter Unitree Go2 – von Projektinitiator Oliver Bendel Bao genannt – reagieren und wie ihre Besitzer solche Roboter in gemeinsam genutzten öffentlichen Räumen wahrnehmen. Es zeigte sich, dass die meisten Hunde vorsichtig, aber nicht aggressiv waren. Das Interesse nahm zu, sobald sich der Roboter bewegte, während visuelle Modifikationen kaum Wirkung zeigten. Solche Projekte sind wichtig, weil Begegnungen zwischen Tieren und Robotern ständig zunehmen, in der Landwirtschaft, aber auch in Ballungsgebieten und Haushalten. Gerade erleben robotische Vierbeiner wie Spot und Unitree Go2 sowie robotische Zweibeiner wie Digit, Apollo, Figure 03 und NEO einen Boom, wobei letztere als Allzweckroboter vermarktet werden. Sie alle müssen nicht nur menschenfreundlich, sondern auch tierfreundlich gestaltet werden. Das Buch „Tier-Maschine-Interaktion“ kann über link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-50921-7 heruntergeladen bzw. erstanden werden.

Abb.: Eine Begegnung im „Robodog“-Projekt (Foto: Selina Rohr)

Animal-Machine Interaction at Robophilosophy 2026

Oliver Bendel’s paper „Towards a Discipline of Animal-Machine Interaction“ has been accepted for presentation at Robophilosophy 2026. The renowned conference on the philosophical aspects of social robotics has been held since 2014 and will take place in Dublin this year. Autonomous and semi-autonomous machines such as robots and drones are increasingly moving into natural and urban environments, leading to a growing number of interactions between animals and machines and raising corresponding new ethical and conceptual challenges. This article proposes animal-machine interaction (AMI) as a distinct discipline concerned with the design and governance of machines that encounter animals. After clarifying core concepts and delineating AMI from related fields, the article highlights the role of machine ethics in developing animal-friendly systems. Selected application examples illustrate how machines can support animal survival and well-being, while the ethical discussion addresses both opportunities and risks of technological intervention in animal habitats. It is becoming clear that AMI is an increasingly important field of research, but one that must be constantly reoriented and questioned. Oliver Bendel has participated in the biennial conference series since 2018. That year, he delivered a keynote speech in Vienna alongside Hiroshi Ishiguro, Guy Standing, and Joanna Bryson. His book „Tier-Maschine-Interaktion“ („Animal-Machine Interaction“) was recently published by Springer Gabler.

Fig.: A cat on a car

ICSR + Art 2026 Seeks Volunteers

The 18th International Conference on Social Robotics (ICSR + Art 2026) will take place in London, UK, from 1-4 July 2026. ICSR is the leading international forum that brings together researchers, academics, and industry professionals from across disciplines to advance the field of social robotics. Hosted at the University of London, this year’s conference is seeking enthusiastic volunteers to help deliver a dynamic international event at the intersection of robotics, society, and the arts. Volunteering offers a valuable opportunity to gain hands-on experience in organizing a major academic conference, connect with global experts, artists, and innovators, attend selected sessions showcasing cutting-edge developments in social robotics, and build essential organizational, communication, and teamwork skills. Ideal for undergraduate and postgraduate students as well as motivated individuals interested in social robotics or related fields, volunteer responsibilities include supporting registration, assisting with session coordination, guiding attendees, helping with technical presentations and demonstrations, and contributing to general event logistics. In return, volunteers will receive free conference access, a certificate of participation, and exceptional networking opportunities with leading professionals in the field. Applications are open now, with priority given to reliable candidates available throughout the full conference period and comfortable working in an international environment. The deadline to apply is 31 May 2026, with successful applicants notified in early June, and early applications are strongly encouraged. The application form and additional information can be found at: icsr2026.uk/volunteer/.

Fig.: ICSR + Art 2026 seeks volunteers

Nominierte Projekte des Prix de la Canne blanche

Der Schweizerische Zentralverein für das Blindenwesen (SZBLIND) hat im April 2026 die Projekte bekanntgegeben, die sich für den Prix de la Canne blanche 2026 beworben haben. Bereits zum zehnten Mal werden Initiativen für Menschen mit Blindheit, Sehbeeinträchtigung oder Taubblindheit ausgezeichnet. Die eingereichten Projekte zeigen auf eindrucksvolle Weise, wie technologische und gesellschaftliche Innovation die Inklusion und Autonomie von Betroffenen fördern können. Mit dabei ist auch VISUAL von Prof. Dr. Oliver Bendel und Doris Jovic, ein KI-gestütztes System, das blinden und sehbehinderten Menschen virtuelle Safaris über Live-Webcams mit detaillierten Audiobeschreibungen von Wildtieren ermöglicht. Verorten kann man es im Bereich der Inclusive AI. Nach der Auswahl durch eine Fachjury wird die Öffentlichkeit über das Siegerprojekt abstimmen. Die Preisverleihung findet am 15. September 2026 in Zürich statt. Eine Übersicht aller nominierten Projekte ist unter www.szblind.ch/canne-blanche/projekte-prix-de-la-canne-blanche-2026 verfügbar.

Abb.: Ein blinder Mann in Mexiko in Begleitung (Foto: Emilio Labrador, Wikimedia, CC BY 2.0)

Reading Between the Laughs

The paper „Reading Between the Laughs: A Human-Referenced Audio Evaluation of MLLMs for Social Robotics“ by Sahan Hatemo, Katharina Kühne, and Oliver Bendel has been accepted at ICSR + Art 2026. In this work, the researchers investigated whether today’s leading AI models can distinguish authentic from non-authentic laughter based solely on audio signals. The results revealed striking differences in model behavior: OpenAI systems showed a strong tendency to interpret most laughter as genuine, while Gemini models were generally more skeptical. Despite these contrasting biases, several models performed significantly better than chance, with Gemini 2.5 Pro achieving the strongest overall results. Their analysis also demonstrated that less capable models often relied on superficial cues such as pitch, disproportionately labeling higher-pitched laughter as less authentic, whereas the top-performing model appeared to focus on more sophisticated voice quality features, suggesting a deeper understanding of laughter authenticity. These findings highlight the growing potential of multimodal large language models in social robotics, where accurately interpreting subtle social signals like laughter could play an important role in trust, communication, and relationship building between humans and robots. The 18th International Conference on Social Robotics will take place in London, UK, from 1-4 July 2026. ICSR is the leading international forum that brings together researchers, academics, and industry professionals from across disciplines to advance the field of social robotics.

Abb.: Reading between the laughs