Artificial Ethics und die Maschinenliebe

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In ihrem Beitrag „Artificial Ethics und die Maschinenliebe“ im Blog der Universität Witten/Herdecke geht Leonie Weber auf das Phänomen der Maschinenliebe ein, die Zuwendung zu Liebespuppen und Sexrobotern. Sie schreibt in ihrer Einleitung: „Zunächst fand ich das Thema der selbstfahrenden Autos interessant, entdeckte aber kurze Zeit später das viel spannendere Feld der Maschinenliebe. Nicht erst seit verschiedensten Hollywoodfilmen wie Westworld, Her oder Blade Runner ist Zärtlichkeit oder Liebe zwischen Menschen und Maschinen beziehungsweise Robotern ein kontrovers diskutiertes Thema. Deshalb wollte ich das Feld der Maschinenliebe und speziell die Realdolls in einer ausführlichen qualitativen Arbeit untersuchen und dabei herausfinden, was da den Unterschied ausmacht und wie die Nachfrage nach Maschinenliebe aktuell aussieht.“ (Blog UWH, Januar 2021) Sie führte Interviews mit einer Sexarbeiterin und einer Bordellbetreiberin, beide bekannte Persönlichkeiten im deutschsprachigen Raum. Weiter heißt es: „Für diese Interviews arbeitete ich mit dem Maschinenethiker schlechthin, Professor Oliver Bendel, zusammen. Dieser ließ mir bei der Gestaltung freie Hand, stand mir allerdings jederzeit für Fragen zur Verfügung. Die dabei entstandenen Texte sind Teil seines neuesten Werks ‚Maschinenliebe: Liebespuppen und Sexroboter aus technischer, psychologischer und philosophischer Perspektive‘ …“ (Blog UWH, Januar 2021) Der Beitrag kann über blog.uni-wh.de/blog/2021/artificial-ethics-und-die-maschinenliebe abgerufen werden.

Abb.: Eine Puppe

Swico House View 2021

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„Die Swico House View untersucht bereits zum vierten Mal, wie sich die Marktzahlen ausgewählter ICT-Technologien global entwickeln und legt in der aktuellen Ausgabe einen noch stärkeren Fokus auf den Schweizer Markt.“ (Medienmitteilung Swico) So beginnt eine Medienmitteilung von Swico vom 1. Februar 2021. Swico ist nach eigenen Angaben der Schweizer Wirtschaftsverband der ICT- und Online-Branche und vertritt die Interessen etablierter Unternehmen und Start-ups in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Ein Schwerpunkt sind in dieser Ausgabe Informations- und Technikethik (manche sprechen auch von digitaler Ethik). Einer der Gastautoren zu diesem Thema ist Prof. Dr. Oliver Bendel. Er untersucht das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) aus ethischer Sicht. Lanciert werde die House View – so die Medienmitteilung weiter – mit einem Dialog, den Swico-Geschäftsführerin Judith Bellaiche mit Doris Leuthard zu digitaler Ethik geführt habe. Den Link zum Film finde man auf www.swico.ch/houseview … Dort ist auch das Dokument selbst abrufbar, im EPUB-Format und als interaktives PDF.

Abb.: Swico-Geschäftsführerin Judith Bellaiche (Foto: Swico/Thomas Entzeroth)

Comic zu sozialen Robotern

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„Soziale Roboter“ ist ein Wissenschaftscomic von Prof. Dr. Oliver Korn, Leiter des Affective & Cognitive Institute (ACI) an der Hochschule Offenburg, und Jonas Grund, Illustrator und Zeichner aus Steinenbronn. Die beiden vermitteln damit nach eigener Aussage einen aktuellen Stand und einen Ausblick der Wissenschaften im Bereich sozialer Roboter und künstlicher Intelligenz und bieten eine Grundlage für eine breite gesellschaftliche Debatte an. Die Website des ACI fasst die Geschichte, die im Comic erzählt wird, so zusammen: „Der Prototyp eines sozialen Roboters ist kurz vor der ersten großen Feldstudie für den Einsatz in der Altenpflege aus dem Forschungslabor verschwunden. Auf der Suche nach dem gestohlenen Roboter tun sich viele Fragen auf …“ (Website ACI) Die Fragen lauten: „Was sind soziale Roboter und wie können sie eingesetzt werden?“, „Wie können soziale Roboter in der Altenpflege eingesetzt werden?“, „Gefährden soziale Roboter Arbeitsplätze?“ und „Was sind mögliche Lösungsansätze?“. Und am Ende heißt es: „Kommissarin Kira ermittelt und findet viele Antworten …“ (Website ACI) Prof. Dr. Oliver Korn ist auch einer der etwa 20 Autorinnen und Autoren des Buchs „Soziale Roboter“ … Dieses wird von Prof. Dr. Oliver Bendel herausgegeben und erscheint Ende 2021 bei Springer.

Abb.: Die comichafte Darstellung eines sozialen Roboters

Careum trifft: Pflegeroboter Joey und Prof. Dr. Oliver Bendel

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„Treffen Sie zusammen mit Careum Weiterbildung inspirierende Persönlichkeiten in einer inspirierenden Umgebung. Wir laden Sie herzlich ein zu unserer Frühlingsveranstaltung ‚Careum trifft: Pflegeroboter Joey und Prof. Dr. Oliver Bendel‘.“ (Website Careum) Mit diesen Worten beginnt eine Ankündigung von Careum zu einem Vortrag am 31. März 2021, der in Aarau gehalten und über Zoom übertragen wird. Weiter heißt es: „Pflege- und Therapieroboter können als Serviceroboter und in vielen Fällen auch als soziale Roboter begriffen werden. Im Vortrag werden die Ziele, Aufgaben und Merkmale geklärt und, davon ausgehend, Überlegungen aus Sicht der Ethik angestellt. Am Ende soll deutlich werden, welche Rolle und Position die Schweiz und Deutschland einnehmen, welche Robotertypen und Prototypen bzw. Produkte es im Gesundheitsbereich gibt, welche Zwecke sie erfüllen, welche Funktionen sie übernehmen und welche Implikationen und Konsequenzen dies für den Einzelnen und die Gesellschaft hat, in der Gegenwart und in der Zukunft.“ (Website Careum) Alle Informationen über www.careum-weiterbildung.ch/angebot/events/detail.php?id=10429.

Abb.: Durch diese Flure werden immer mehr Roboter rollen

Tierfreundliche Windkraftanlagen

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„Mähdrescher, die für Rehkitze bremsen. Rasenmäher, die Igel verschonen. Selbstgesteuerte Autos, die keine Tiere überfahren. Das klingt zuerst wie Science-Fiction. Doch bereits heute sind erstaunliche Dinge möglich! Mehr darüber berichtete der Ethiker und Technologie-Experte Prof. Dr. Oliver Bendel (FHNW) in seinem Vortrag.“ (Website AnimalRights) AnimalRights Switzerland, eine Tierrechtsorganisation mit Sitz in Zürich, hatte dazu eingeladen. Der Vortrag „Tierfreundliche Maschinen“ fand am 16. September 2020 per Videokonferenz statt. Oliver Bendel ging auf eigene Projekte wie ROBOCAR (Konzeption), LADYBIRD (Prototyp) und HAPPY HEDGEHOG (Prototyp) ein. Zudem stellte er andere Projekte wie Fliegender Wildretter (DLR), DTBird für Windkraftanlagen (Liquen Consultoría Ambiental) und Wildlife Vehicle Collision Avoidance System (RIT) vor. Das Video zum Vortrag kann seit Mitte Januar 2021 über animal-rights-switzerland.ch/tierfreundliche-maschinen/ abgerufen werden.

Abb.: Eine Windturbine in den Bergen

International Workshop on Trustworthy Conversational Agents

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In the fall of 2021, a five-day workshop on trustworthy conversational agents will be held at Schloss Dagstuhl. Prof. Dr. Oliver Bendel is among the invited participants. According to the website, Schloss Dagstuhl – Leibniz Center for Informatics pursues its mission of furthering world class research in computer science by facilitating communication and interaction between researchers. Oliver Bendel and his teams have developed several chatbots like GOODBOT, LIEBOT and BESTBOT in the context of machine ethics since 2013, which were presented at conferences at Stanford University and Jagiellonian University and received international attention. Since the beginning of 2020, he has been preparing to develop several voice assistants that can show empathy and emotion. „Schloss Dagstuhl was founded in 1990 and quickly became established as one of the world’s premier meeting centers for informatics research. Since the very first days of Schloss Dagstuhl, the seminar and workshop meeting program has always been the focus of its programmatic work. In recent years, Schloss Dagstuhl has expanded its operation and also has significant efforts underway in bibliographic services … and in open access publishing.“ (Website Schloss Dagstuhl)

Fig.: Is this voicebot trustworthy?

Der Impfpass zu Zeiten der Pandemie

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„In einem Impfpass oder Impfausweis (mancherorts Impfbuch bzw. Impfbüchlein genannt) werden Daten zu den Schutzimpfungen festgehalten, die eine Person im Verlauf ihres Lebens bekommen hat (Name, Alter, Adresse, betroffene Infektionskrankheit, verabreichter Impfstoff, Datum der Impfung, z.T. Allergien und überstandene Krankheiten). Es gibt ihn in gedruckter Form – die oft bereits in der Kindheit vorliegt – oder in digitaler, in Zukunft auch als Teil einer elektronischen Patientenakte.“ Mit diesen Worten beginnt ein Beitrag von Oliver Bendel, der im Januar 2021 im Gabler Wirtschaftslexikon erschienen ist. Am Ende wird auch die Perspektive der Ethik eingenommen: „Während der COVID-19-Pandemie wurde diskutiert, auch aus Politik-, Wirtschafts-, Rechts- und Medizinethik heraus, ob die Inhaber eines Impfpasses (mit dem Nachweis entsprechender Schutzimpfungen) in den Genuss von Vorteilen kommen sollen, etwa beim Reisen oder beim Besuch von Veranstaltungen. Dies erschiene allenfalls legitim, wenn alle Betroffenen die Möglichkeit zu einer Impfung gehabt hätten. Kaum legitim wäre es, ihnen den Zugang zu lebenswichtigen Maßnahmen – wie einem Arztbesuch – zu verwehren. Aus Sicht der Informationsethik interessiert, ob bei einem digitalen Impfpass die informationelle Autonomie gewahrt bleibt.“ Der Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/impfpass-123157 aufgerufen werden.

Abb.: Einer der Impfstoffe

Künstliche Intelligenz und die Moral

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SRF 1 Trend hat in seinem Beitrag „Künstliche Intelligenz und die Moral“ vom 8. Januar 2021 diverse Fragen von Roboterpsychologie, Roboterethik und Maschinenethik behandelt. „Die Fähigkeiten von künstlichen Intelligenzen werden besser und besser. Und das wirft Fragen auf. Sollen die Maschinen auch ethische und moralische Entscheide fällen dürfen? Und wenn ja, welche und nach welchen Regeln? Verschiedene Länder arbeiten an ethischen Standards. Doch das ist gar nicht so einfach. Ethische und moralische Vorstellungen können weit auseinander gehen. Künstliche Intelligenz und die Moral: ‚Trend‘ erläutert die Problematik und begleitet den Roboter Lio, der in einem Altersheim ein Pflege-Praktikum absolviert und dabei viel zu lernen hat.“ Zu Wort kommen u.a. Alina Gasser von F&P Robotics und Prof. Dr. Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Zusammen mit Joel Siebenmann (ebenfalls F&P Robotics) hatten sie vor einiger Zeit das Paper „Co-Robots as Care Robots“ verfasst, das beim AAAI 2020 Spring Symposium „Applied AI in Healthcare: Safety, Community, and the Environment“ angenommen wurde. Der Radiobeitrag kann über www.srf.ch abgerufen werden.

Abb.: Lio in Aktion (Foto: F&P Robotics)

A Study on Natural and Artificial Voices

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„The Human Takes It All: Humanlike Synthesized Voices Are Perceived as Less Eerie and More Likable“ is the title of a study by Katharina Kühne, Prof. Dr. Martin H. Fischer and Dr. Yuefang Zhou (University of Potsdam) that has just been published. The project was started in 2018. From the results section of the article: „The human voice and human speaker characteristics received reliably higher scores on all dimensions except for eeriness. Synthesized voice ratings were positively related to participants‘ agreeableness and neuroticism. Females rated synthesized voices more positively on most dimensions. Surprisingly, interest in social robots and attitudes toward robots played almost no role in voice evaluation. Contrary to the expectations of an uncanny valley, when the ratings of human-likeness for both the voice and the speaker characteristics were higher, they seemed less eerie to the participants. Moreover, when the speaker’s voice was more humanlike, it was more liked by the participants. This latter point was only applicable to one of the synthesized voices. Finally, pleasantness and trustworthiness of the synthesized voice predicted the likability of the speaker’s voice. Qualitative content analysis identified intonation, sound, emotion, and imageability/embodiment as diagnostic features.“ (Frontier in Neurorobotics, 16 December 2020) Three of the voice samples were produced by Prof. Dr. Oliver Bendel (School of Business FHNW) and donated to the project. He has been researching synthetic voices and their modeling with SSML for years. The article can be accessed at www.frontiersin.org/articles/10.3389/fnbot.2020.593732/full.

Fig.: A natural voice

 

Neue und alte Fragen zu Pflegerobotern

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Ein Interview mit Prof. Dr. Oliver Bendel zu Pflegerobotern wurde am 4. Januar 2021 auf der Plattform Digitales Gesundheitswesen veröffentlicht. Die erste Frage von Heiner Sieger lautete: „Was werden soziale Roboter in der digitalen Pflegewelt der Zukunft können und was nicht?“ Die Antwort des Informations- und Maschinenethikers aus Zürich war: „In manchen Bereichen traut man sozialen Robotern zu wenig zu, in anderen zu viel. Das Ausziehen und Anziehen von Pflegebedürftigen sowie das verletzungsfreie Reichen von Nahrung wird vielleicht auch 2025 nicht beherrscht. Auch das Umbetten und Aufrichten wird wohl nur zusammen mit einer Pflegekraft geleistet werden können. Andere Tätigkeiten, wie Dinge holen, aufheben und reichen, Flaschen öffnen und Patienten einsammeln, sind für Modelle wie Lio schon heute Standard.“ Das ganze Interview kann über digitales-gesundheitswesen.de/oliver-bendel/ aufgerufen werden.

Abb.: Beim Berliner Kolloquium zu Robotern in der Pflege (Foto: Daimler und Benz Stiftung)

Ban on Biometric Mass Surveillance Practices

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The „Reclaim Your Face“ alliance, which calls for a ban on biometric facial recognition in public space, has been registered as an official European Citizens‘ Initiative. One of the goals is to establish transparency: „Facial recognition is being used across Europe in secretive and discriminatory ways. What tools are being used? Is there evidence that it’s really needed? What is it motivated by?“ (Website RYF) Another one is to draw red lines: „Some uses of biometrics are just too harmful: unfair treatment based on how we look, no right to express ourselves freely, being treated as a potential criminal suspect.“ (Website RYF) Finally, the initiative demands respect for human: „Biometric mass surveillance is designed to manipulate our behaviour and control what we do. The general public are being used as experimental test subjects. We demand respect for our free will and free choices.“ (Website RYF) In recent years, the use of facial recognition techniques have been the subject of critical reflection, such as in the paper „The Uncanny Return of Physiognomy“ presented at the 2018 AAAI Spring Symposia or in the chapter „Some Ethical and Legal Issues of FRT“ published in the book „Face Recognition Technology“ in 2020. More information at reclaimyourface.eu.

Fig.: A surveillance camera

Posthumane Cyborgliebe

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Ende Oktober 2020 ist das Buch „Maschinenliebe“ (Hrsg. Oliver Bendel) erschienen. Es enthält 16 Beiträge international renommierter Expertinnen und Experten. Der Beitrag „Posthumane Cyborgliebe“, der von Dr. Melike Şahinol stammt, wird im Abstract so zusammengefasst: „In diesem Beitrag werden Mensch-Maschine-Verhältnisse der spezifischen Art, nämlich die der Cyborgliebe, aus einer soziologischen Perspektive diskutiert. Das Hauptaugenmerk liegt dabei darauf, die Anpassung des menschlichen Körpers an maschinelle Angebote im sexuellen Bereich aufzuzeigen. Dabei wird die technisch ver- und übermittelte Liebespraktik mit teledildonischen Maschinen fokussiert. Entsprechend sind die Fragen danach relevant, ob es sich bei der jeweiligen Anpassung um ein symbiotisches Verhältnis zwischen Mensch und Maschine handelt und ob bzw. wann man von Cyborgliebe sprechen kann. Denn auch wenn dies noch futuristisch anmutet, werden bei der Fülle und Weiterentwicklung von liebes- bzw. sexualitätsdinglichen Angeboten posthumanistische Tendenzen deutlich, die der romantischen Liebe, auf die das Konzept der Kernfamilie als zentraler Institution der Gesellschaft aufgebaut ist, den Boden unter den Füßen wegzuziehen scheinen. Liebe, so lautet die Hauptthese, stellt im posthumanen Zeitalter keine bloß soziale, sondern eine sozio-bio-technische Beziehung dar – vor allem dann, wenn es sich um die Liebe zu und mit Maschinen handelt.“ Das Buch kann über Springer bezogen werden. Wer einen Zugang zu SpringerLink hat, kann es kostenlos herunterladen.

Abb.: Posthumane Cyborgliebe

Die KI und ihre Geschwister

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Die Künstliche Intelligenz (KI) hat nach Dekaden des Auf- und Abschwungs im 21. Jahrhundert eine enorme Bedeutung in Forschung und Praxis erlangt. Maschinenethik und Maschinelles Bewusstsein (Künstliches Bewusstsein) konnten zur gleichen Zeit ihre Begriffe und Methoden in die Öffentlichkeit tragen, wo sie mehr oder weniger gut verstanden wurden. Eine Grafik versucht seit 2018 die Begriffe und Zusammenhänge von Künstlicher Intelligenz, Maschinenethik und Maschinellem Bewusstsein zu klären. Sie wird ständig weiterentwickelt und dadurch präziser, aber auch komplexer. Seit Anfang 2021 liegt eine neue Version vor. In ihr wird noch deutlicher gemacht, dass die drei Disziplinen bestimmte Fähigkeiten (meist von Menschen) nicht nur abbilden, sondern auch erweitern können.

Abb.: Die KI und ihre Geschwister

The Morality Menu Project

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From 18 to 21 August 2020, the Robophilosophy conference took place. Due to the pandemic, participants could not meet in Aarhus as originally planned, but only in virtual space. Nevertheless, the conference was a complete success. At the end of the year, the conference proceedings were published by IOS Press, including the paper „The Morality Menu Project“ by Oliver Bendel. From the abstract: „The discipline of machine ethics examines, designs and produces moral machines. The artificial morality is usually pre-programmed by a manufacturer or developer. However, another approach is the more flexible morality menu (MOME). With this, owners or users replicate their own moral preferences onto a machine. A team at the FHNW implemented a MOME for MOBO (a chatbot) in 2019/2020. In this article, the author introduces the idea of the MOME, presents the MOBO-MOME project and discusses advantages and disadvantages of such an approach. It turns out that a morality menu could be a valuable extension for certain moral machines.“ The book can be ordered on the publisher’s website. An author’s copy is available here.

Fig.: The book cover (photo: IOS Press)

Was ist digitale Ethik?

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„Der Begriff der digitalen Ethik (‚digital ethics‘) ist ebenso erfolgreich wie uneindeutig. Die einen verweisen damit auf einen Teilbereich der Informationsethik, die anderen – mit dem Ziel einer Neubenennung – auf die Gesamtheit dieser Bereichsethik, womöglich unter Einbeziehung der Medienethik. Wieder andere fassen darunter ein zu konstruierendes normatives System, das für die Informationsgesellschaft oder auch speziell für die Wirtschaft (nicht nur für KI-, IT- und Internetfirmen) zu gelten habe, was mit Aussagen wie ‚Wir brauchen eine digitale Ethik‘ verbunden wird. Nicht zuletzt kann die Moral der Informationsgesellschaft gemeint sein, wobei dann – wie es häufig im Englischen der Fall ist – die Begriffe von Ethik und Moral nicht scharf getrennt werden.“ Mit diesen Worten beginnt ein Beitrag von Oliver Bendel, der im Dezember 2020 im Gabler Wirtschaftslexikon erschienen ist. Es wird die Beziehung zu verschiedenen Bereichsethiken und zur Maschinenethik hergestellt, der Hintergrund (samt der Entwicklung) des Begriffs dargestellt und am Ende nochmals dessen Potenzial bzw. Problematik erläutert. Der Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/digitale-ethik-121185 aufgerufen werden.

Abb.: Was ist digitale Ethik?

CHINAHIRN zu „Social Credit Rating“

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Im Newsletter CHINAHIRN vom 30. Dezember 2020 findet sich eine Rezension des Buchs „Social Credit Rating“ (Hrsg. Oliver Everling), das Ende 2020 herausgekommen ist. Eingegangen wird vor allem auf das Sozialkreditsystem, wie es in China geplant ist und vorbereitet wird. Wolfgang Hirn, der den Newsletter betreibt, schreibt: „Es kommen Praktiker und Wissenschaftler, Chinesen und Deutsche zu Wort. Sie vertreten keine Einheitsmeinung. Im Gegenteil: Es ist eine kontroverse Diskussion in Buchform, teilweise sehr abstrakt und wissenschaftlich … Für den China-Interessierten sind die Artikel aus chinesischer Sicht von Wu Jingmei … und Dai Xin interessant. Lesenswert aus deutscher Sicht die Beiträge von Katika Kühnreich, Oliver Bendel, Theresa Krause/Doris Fischer, Thomas Solbach und Tim A. Fongern.“ (Newsletter CHINAHIRN, 30. Dezember 2020) Hinzuzufügen ist, dass sich auch die Einlassung von Theo Sommer lohnt, des ehemaligen ZEIT-Chefredakteurs und -Herausgebers.

Abb.: Das Bird’s Nest in Peking

Interview zu Liebespuppen und Sexrobotern

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Für das Buch „Maschinenliebe“ (Hrsg. Oliver Bendel) hat Ayanda Rogge vom Institut für Kommunikationswissenschaft der TU Dresden zwei Beiträge verfasst, einen mit einer Marktübersicht („I was Made for Love“) und einen mit einer psychologischen Studie mit Blick auf diverse Anwendungsgebiete („Wann ist die Nutzung von Sexrobotern angemessen?“, zusammen mit Katrin Etzrodt vom selben Institut). In einem Interview mit Joachim Laukenmann von der Sonntagszeitung vom 13. Dezember 2020 gab sie Auskunft zu ihrer Forschung zu Liebespuppen und Sexrobotern und Einschätzungen zu Problemgebieten, die sich in diesem Zusammenhang eröffnen. In einem Infokasten wird auch der genannte Band erwähnt, der Ende Oktober 2020 herausgekommen ist und über Springer bezogen werden kann. Der Artikel aus der Sonntagszeitung kann kostenlos als PDF heruntergeladen werden.

Abb.: Die Sonntagszeitung mit dem Interview

Proceedings of Robophilosophy 2020

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The book „Culturally Sustainable Social Robotics“ (eds. Marco Nørskov, Johanna Seibt, and Oliver Santiago Quick) was published in December 2020 by IOS Press. From the publisher’s information: „Robophilosophy conferences have been the world’s largest venues for humanities research in and on social robotics. The book at hand presents the proceedings of Robophilosophy Conference 2020: Culturally Sustainable Social Robotics, the fourth event in the international, biennial Robophilosophy Conference Series, which brought together close to 400 participants from 29 countries. The speakers of the conference, whose contributions are collected in this volume, were invited to offer concrete proposals for how the Humanities can help to shape a future where social robotics is guided by the goals of enhancing socio-cultural values rather than by utility alone. The book is divided into 3 parts; Abstracts of Plenaries, which contains 6 plenary sessions; Session Papers, with 44 papers under 8 thematic categories; and Workshops, containing 25 items on 5 selected topics.“ (Website IOS Press) Contributors include Robert Sparrow, Alan Winfield, Aimee van Wynsberghe, John Danaher, Johanna Seibt, Marco Nørskov, Peter Remmers, John P. Sullins, and Oliver Bendel.

Fig.: A photo from the 2018 conference (with Hiroshi Ishiguro)

Vom Dildo über den Vibrator zum Sexroboter

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„Wo liegt der Unterschied zwischen einem Sexroboter und einem Dildo?“ Dies hat sich Rafael Schuppisser gefragt. Die Antwort hat er im Fachbuch „Maschinenliebe“ gefunden. Besonders interessiert hat den Schweizer Journalisten, wie sich Liebespuppen und Sexroboter verwandeln, um sich an die Vorlieben ihrer Nutzerinnen und Nutzer anzupassen. Es gibt hier erst zarte Anfänge, etwa bei Harmony, die mit einem Penis ausgestattet werden kann, aber der Phantasie der Entwicklerinnen und Entwickler sind kaum Grenzen gesetzt. Ebenfalls interessiert hat den Schweizer Journalisten, dass sich vor allem Wissenschaftlerinnen dem Thema widmen. Sie gehen in ihrer Mehrheit vorurteilsfrei und tatsachenbasiert mit dem Thema um. Der Beitrag ist mit unterschiedlichen Titeln u.a. in der Aargauer Zeitung, der Neuen Luzerner Zeitung und der Schweiz am Wochenende erschienen, zusammen mit einer Buchinformation (Grunddaten und Cover).

Abb.: Harmony mit ihrem Erfinder (Foto: Realbotix)

„Handbuch Digitale Wirtschaft“ erschienen

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Ende 2020 ist das „Handbuch Digitale Wirtschaft“ (Hrsg.: Tobias Kollmann) in gedruckter Form erschienen. Laut Website von Springer liefert es die theoretischen Grundlagen und praxisbezogenen Implikationen für die digitale Transformation unserer Wirtschaft, unserer Produktion und Kundenbeziehungen. „Renommierte Autorinnen und Autoren aus Wissenschaft und Praxis behandeln die Themen des Einkaufs-, Verkaufs-, Handels-, Kontakt- und Kooperationsmanagements auf Basis elektronischer Netzwerke. Dabei werden die Grundbausteine Systeme, Prozesse, Management, Marketing und Implementierung sowie weitere Spezialthemen und -anwendungsfelder für das Digital Management erklärt.“ (Information von Springer) Der Beitrag „Von Cor@ bis Mitsuku: Chatbots in der Kundenkommunikation und im Unterhaltungsbereich“ von Oliver Bendel war bereits im April 2019 in elektronischer Form erschienen. In einem Kapitel werden „Chatbots als Artefakte der Maschinenethik“ behandelt, konkret der GOODBOT und der BESTBOT. Der Beitrag ist – wie z.B. auch „Arbeiten 4.0: Virtuelle Arbeitsplätze“ von Rahild Neuburger, „E-Health“ von Thomas Lux oder „Connected Car“ von Torsten J. Gerpott – verfügbar bei Springer und auf SpringerLink.

Abb.: Digitalisierung in Manhattan