Wahlmodul „Soziale Roboter“ VII

Vom 12. bis 14. Februar 2024 fand das Wahlmodul „Soziale Roboter“ an der Hochschule für Wirtschaft FHNW in Olten statt. Es handelte sich bereits um die fünfte Durchführung. Dieses Mal stand zum ersten Mal ein auf das Thema spezialisiertes GPT zur Verfügung. Prof. Dr. Oliver Bendel ließ es immer wieder Sachverhalte erklären und nahm dann Ergänzungen vor. Social Robotics Girl, so der Name, wurde auch von den Studierenden bei den Gruppenarbeiten herangezogen. Auf diese Weise profitierten sie von dem Wissen des Dozenten, ohne erst die richtigen Textstellen heraussuchen oder ihn herbeirufen zu müssen. Unter den Robotern der Demo war zum ersten Mal Unitree Go2. Er stahl allen anderen die Show, NAO, Pepper, ja sogar Alpha Mini. Dies lag vor allem an seinen schnellen, flüssigen Bewegungen, seinen vielfältigen Verhaltensformen und seinen überraschenden Kunststücken. Der Roboter stammt aus dem von Prof. Dr. Oliver Bendel privat finanzierten Social Robots Lab und wird von ihm Bao (chin. „Schatz, Juwel“) genannt. Bei der Konzeption eigener sozialer Roboter wurde wie schon 2023 mit Bildgeneratoren gearbeitet, dieses Mal vor allem mit DALL-E 3, weil einige der Studierenden über einen ChatGPT-Plus-Zugang verfügten. Die sechste Durchführung findet bereits ab dem 15. Februar 2024 in Brugg-Windisch statt. Es werden vor allem angehende Betriebsökonomen teilnehmen.

Abb.: Oliver Bendel mit seinem Unitree Go2 (Foto: Armend Nasufi)

Wahlmodul „Soziale Roboter“ VI

Ab dem Mittag des 14. Februar 2024 konzipierten die Studierenden im Wahlmodul „Soziale Roboter“ an der Hochschule für Wirtschaft FHNW in Olten eigene soziale Roboter. Sie erdachten einen Namen, nannten die Aufgabe und nahmen eine Beschreibung mit Hilfe des Fünf-Dimensionen-Modells von Prof. Dr. Oliver Bendel vor. Zudem generierten sie Bilder, um das Aussehen und die Möglichkeiten des Modells zu verdeutlichen. Manche Gruppen konsultierten Social Robotics Girl, das auf das Thema spezialisierte GPT. Ab 15 Uhr wurden die Präsentationen gehalten. Erfunden worden waren u.a. ein Begleitroboter, der vor allem Frauen in Städten eine hohe Sicherheit bieten soll, und ein Heimwerkerroboter, der Möbel aufbauen, Glühbirnen einschrauben und Dinge aller Art reparieren kann. Zwei Roboter waren für die Fitness ihrer Besitzer oder Benutzer zuständig. Ein Präsentationsroboter präsentierte mit synthetischer Stimme sich selbst. Am späten Nachmittag wurde die dreitägige Veranstaltung abgeschlossen.

Abb.: Einer der Fitnessroboter (Bild: DALL-E 3)

Wahlmodul „Soziale Roboter“ V

Am Morgen des 14. Februar 2024 wurden im Wahlmodul „Soziale Roboter“ an der Hochschule für Wirtschaft FHNW in Olten Serviceroboter behandelt, die soziale Merkmale aufweisen, etwa mimische oder natürlichsprachliche Fähigkeiten. Danach kamen tierfreundliche Maschinen an die Reihe sowie weitere Entwicklungen aus den Arbeitsgebieten Tier-Computer-Interaktion und Tier-Maschine-Interaktion. Prof. Dr. Oliver Bendel hat mit seinen Studierenden immer wieder Prototypen und Konzepte entwickelt, die auf das Wohlbefinden von Wildtieren ausgerichtet sind. Danach wurden Ideen für weitere tierfreundliche Maschinen entwickelt und auf dem Whiteboard festgehalten. Der Whale Watching Robot ist dafür gedacht, Wale zu beobachten und festzustellen, ob sie sich in unsicheren Gebieten aufhalten. Wenn sie sich in Häfen oder in Flüsse verirren, soll er sie zurück in sichere Gewässer locken. Dabei könnte in Zukunft auch eine Übersetzungssoftware behilflich sein, die das Ziel des Earth Species Project ist. Danach erarbeiteten die Studierenden Beschreibungen und Abbildungen sozialer Roboter.

Abb.: Das Whiteboard mit den Skizzen

Wahlmodul „Soziale Roboter“ IV

Nach dem offiziellen Teil des Wahlmoduls „Soziale Roboter“ am 13. Februar 2024 beschäftigten sich mehrere Studierende intensiv mit NAO, Pepper und Cozmo. Letzterer stammt noch aus der Produktion von Anki, einer kalifornischen Firma, die trotz des herausragenden Verkaufserfolgs – neben Cozmo war sein dunkler Zwilling Vector sehr gefragt – Konkurs anmelden musste. Die Modelle werden inzwischen von Digital Dream Labs hergestellt und vertrieben. Der originale Cozmo verfügt über Objekt- und Gesichtserkennung, Nachtsichtgerät, Kantenerkennung und weitere Sensoren und Systeme. Im Wahlmodul erlernte er den Namen einer Studentin und konnte sie in mehreren Versuchen problemlos erkennen. Davor hatte eine spektakuläre Demonstration des Unitree Go2 stattgefunden. Er gab den Studierenden die Pfote, zeichnete für sie – auf den Hinterbeinen stehend – ein Herz in die Luft, machte große Sprünge und setzte sich auf Befehl hin. Die beiden sozialen Roboter könnten unterschiedlicher nicht sein – und zählen doch zu den Lieblingen der Studierenden.

Abb.: Die Studentin wird von Cozmo erkannt

Wahlmodul „Soziale Roboter“ III

Am Nachmittag des 13. Februar 2024 fand im Wahlmodul „Soziale Roboter“ an der Hochschule für Wirtschaft FHNW in Olten die Robodemo statt, mit NAO und Pepper aus dem Robo-Lab der Hochschule und mit Alpha Mini, Cozmo und Unitree Go2 aus dem privat finanzierten Social Robots Lab von Prof. Dr. Oliver Bendel. Der Unitree Go2 beeindruckte die Studierenden am meisten. Er gab ihnen die Pfote, zeichnete für sie – auf den Hinterbeinen stehend – ein Herz in die Luft, machte große Sprünge und setzte sich auf Befehl hin. Bao, so sein Name, wurde in den Lichthof des Campus genommen und versetzte die Anwesenden – vor allem Teilnehmer einer Konferenz – in helle Aufregung. Viele versuchten den Vierbeiner herzulocken und zu streicheln. Das ist erstaunlich, denn zunächst wirkt er etwas befremdlich, da er keinen Kopf hat. Man scheint sich aber sehr schnell daran gewöhnen und erfreut sich dann an den flüssigen, überzeugenden Bewegungen und seinen Kunststücken. Danach beschäftigten sich die Studierenden noch mit den anderen Modellen.

Abb.: Bao vor der Treppe (Foto: Armend Nasufi)

Wahlmodul „Soziale Roboter“ II

Am 13. Februar 2024 wurde das Wahlmodul „Soziale Roboter“ an der Hochschule für Wirtschaft FHNW in Olten fortgesetzt. Zunächst gab es weitere Erklärungen von Prof. Dr. Oliver Bendel. Dann kündigte er Katharina Kühne an, die an der Universität Potsdam über soziale Roboter promoviert und von Prof. Dr. Martin Fischer und ihm betreut wird. Sie hielt über Teams einen Vortrag zu ihrem Artikel „‚Ick bin een Berlina‘: dialect proficiency impacts a robot’s trustworthiness and competence evaluation“, der am 29. Januar 2024 in Frontiers in Robotics and AI veröffentlicht worden war und den sie zusammen Erika Herbold, Oliver Bendel, Yuefang Zhou und Martin H. Fischer geschrieben hatte. Zahlreiche Medien auf der ganzen Welt berichten seitdem über die Studie. Die Studierenden zeigten in der Fragerunde großes Interesse an den Ergebnissen. Diskutiert wurde u.a., welche Bedeutung soziale Roboter mit der Fähigkeit zu Dialekt für die Schweiz haben. Nach dem Vortrag ging es in die Mittagspause. Oliver Bendel nutzte die Zeit, um alle mitgebrachten Roboter aus ihren Hüllen und Koffern zu befreien.

Abb.: Katharina Kühne bei ihrem Vortrag

Wahlmodul „Soziale Roboter“ I

Am 12. Februar 2024 begann das Wahlmodul „Soziale Roboter“ an der Hochschule für Wirtschaft FHNW in Olten. Prof. Dr. Oliver Bendel führte in die Robotik und in die Soziale Robotik ein. Im Hintergrund warteten, zum Teil noch in ihren Hüllen und Koffern, NAO, Pepper, Alpha Mini, Cozmo und Unitree Go2. Die virtuelle Tutorin Social Robotics Girl – ein GPT – stand dem Wirtschaftsinformatiker und Technikphilosophen zur Seite. Sie war mit Fachtexten von ihm gefüttert und über Prompt Engineering auf ihre Aufgabe vorbereitet worden. Dabei wurden ihr auch bestimmte Verhaltensweisen beigebracht, ganz im Sinne der Maschinenethik und der emotionalen Robotik. Zur Verfügung stand sie auf dem Notebook, wobei ihre Stimme mit einem Plug-in für Chrome realisiert wurde, zudem auf dem Smartphone, wo sie mit der Stimme der App von OpenAI sprach. In fast allen Fällen konnte sie fundierte Antworten geben. Hervorragend erklärte sie das Fünf-Dimensionen-Modell von Oliver Bendel. Nach einem vollen Tag gingen die ca. 25 Studierenden nach Hause – sie waren aus der ganzen Nordwestschweiz angereist.

Abb.: Social Robotics Girl

Das Rabbit R1 als Pocket Companion

Das Rabbit R1 ist ein Gerät des kalifornischen Start-ups Rabbit. Es hat abgerundete Ecken, ist mehr oder weniger quadratisch und halb so groß wie ein Smartphone. Es hat Display, Mikrofon und Lautsprecher. Von dem Anbieter wird es „pocket companion“ genannt. Dem System liegt ein Large Action Model (LAM) zugrunde. Es lernt damit, die Aktivitäten des Benutzers nachzuahmen. Dazu muss es mit den Apps des Smartphones verbunden sein. Laut Website ist es z.B. optimal dazu geeignet, Suchanfragen auszuführen, Musik zu wählen und Essen zu bestellen. Auch generative KI soll es ansteuern können. Man kann Rabbit R1 zu den AI Assistants zählen, die einen wachsenden Markt bilden. Verglichen wird es immer wieder mit dem Tamagotchi, dem legendären Spielzeug der 1990er-Jahre.

Abb.: Verglichen wird das Rabbit R1 mit dem Tamagotchi

Podcasts zu KI-Girlfriends

Christian Batzlen und Pia Masurczak von SWR2 führten mit Prof. Dr. Oliver Bendel ein langes Gespräch über die Zukunft der Liebe, im Rahmen der Reihe „Was geht – was bleibt? Zeitgeist. Debatten. Kultur.“ … Die Sendung wurde am 9. Februar 2024 ausgestrahlt. Am selben Tag wurde der redaktionelle Beitrag „KI-Girlfriends und Sexroboter: Wie lieben wir zukünftig?“ auf die Website von SWR2 gestellt. Der Podcast kann dort aufgerufen werden. Im Gespräch erzählte der Technikphilosoph, dass er schon in den 1990er-Jahren mit Chatbots in Berührung kam. Er traf sie zunächst in Chatrooms, die damals beliebt waren, dann – um die Jahrtausendwende – auf Websites von Unternehmen. Damals lernte er auch die virtuelle Freundin von Artificial Life kennen, die Vorgängerin der heutigen Geschöpfe. Für diese interessiert er sich aus technischer und ethischer Sicht. Eine Beziehung mit ihnen geht er nicht ein, und er betont auch, dass eine solche immer einseitig bleiben muss. In der Sendung wird eine Frau vorgestellt, die eine Beziehung mit einem Chatbot führt. Sie ist ganz offensichtlich in ihrer Vorstellung gefangen. Sie ist sozusagen Opfer der Simulation. Auch auf Liebespuppen und Sexroboter kommt die Sprache. Eine gelegentliche Benutzung hält Oliver Bendel für unproblematisch. Sie können dazu dienen, Schüchternheit zu überwinden und auf Entdeckungsreise zu geheimen Sehnsüchten zu gehen. Aber auch hier gilt: Wer glaubt, dass es sich um eine echte Beziehung handelt, ist in die Falle der Simulation getappt. Der Podcast ist hier verfügbar.

Abb.: Replika im Gespräch mit Oliver Bendel

Microsofts Mühe mit der deutschen Sprache

Microsofts Mühe mit der deutschen Sprache ist Legende. Auch Copilot macht hier keine Ausnahme. Wenn man ihn fragt, was Copilot ist, kommt die Antwort: „Copilot ist ein künstlicher Intelligenz-Assistent, der entwickelt wurde, um Benutzern bei verschiedenen Aufgaben zu helfen.“ Gemeint ist der „Künstliche-Intelligenz-Assistent“ – aber das bekommt das Unternehmen nicht hin. Im Frühjahr 2008 stellte Oliver Bendel in seinem Artikel „Im Rachen des Thesaurus“, erschienen in Telepolis, „Beobachtungen zum Synonymwörterbuch von Microsoft“ an, also zu einer Funktion von MS Word. Als Synonym zu „dunkel“ wurde damals „negerfarbig“ vorgeschlagen. Der Autor kam insgesamt zum Ergebnis: „Manche Wörter … veraltet, manche grenzwertig, manche falsch, manche Verbindungen nicht nachvollziehbar.“ Später traten Überlegungen zur Rechtschreibprüfung von MS Word hinzu. Diese schien mit der Zeit immer schlechter zu werden, womöglich weil man sich von einem seriösen Wörterbuch verabschiedete und sich auf künstliche Intelligenz verließ. Zu allen Zeiten fiel auf, dass wesentliche Prinzipien der deutschen Sprache nicht verstanden werden. So schlug die Rechtschreibprüfung bei Tests vor, statt „Sexpuppen“ entweder „Sex puppen“ oder „Sex Puppen“ zu verwenden, statt „Fantasyfiguren“ „Fantasy Figuren“. Der Ableger LinkedIn tut sich genauso schwer mit der deutschen Sprache. So liest man etwa: „Andere Mitglieder reagieren auf einen Beitrag eines:einer Kolleg:in“. Abgesehen davon, dass es sich hier um eine Fantasiesprache handelt, wird sie auch noch so benutzt, dass die Männer verschwinden. Aus dem „Kollegen“ wird der oder das „Kolleg“, was immer das bedeuten mag. Auf eine Beschwerde bei LinkedIn kommt eine Nachricht, die so beginnt: „Ich hoffe, diese Mail findet Sie in Ihrer gut Gesundheit. Mein Name ist Trupti und ich würde Ihnen heute gerne helfen.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Abb.: Microsoft ist immer noch auf der Suche nach einem Wörterbuch

Zweite Auflage von „Die Astronautin“

Am 8. Februar 2024 fand die Vernissage zum Buch „Tender Digitality“ (herausgegeben von Charlotte Axelsson) an der Zürcher Kunsthochschule statt. Enthalten darin ist die Sammlung „The Loneliness of the Female Astronaut“. Es handelt sich um drei Gedichte aus dem Buch „Die Astronautin“, das im Jahre 2000 erschienen ist. Alle Texte sind in 3D-Codes enthalten, sogenannten JAB-Codes, die eine Entwicklung des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie SIT sind. Am 9. Februar kam die 2. Auflage heraus, mit einem neuen Cover und zusätzlichen Informationen zum Werk des Autors. Informationen zu weiteren Projekten von Oliver Bendel aus Wissenschaft und Kunst sind verfügbar über www.oliverbendel.net, www.informationsethik.net, www.maschinenethik.net und www.robophilosophy.com … Auf www.oliverbendel.net/publikationen2.html sind auch seine literarischen Werke aufgeführt. Einige davon kann man kostenlos herunterladen, da die Verlage inzwischen aufgelöst wurden oder weil es sich um Open-Access-Projekte handelt. Andere müssen im Buchhandel bzw. auf Amazon erstanden werden.

Abb.: Das Cover des Buchs zeigt die Astronautin in jungen Jahren

Apple stellt MGIE vor

Apple hat im Februar 2024 der Öffentlichkeit seine KI-gestützte Bildbearbeitungssoftware namens MGIE vorgestellt. Die Abkürzung steht für „MLLM-Guided Image Editing“. MGIE ermöglicht es Benutzern, ihre Bildbearbeitungen mit natürlicher Sprache zu steuern. Es verwendet multimodale Sprachmodelle (MLLMs), um Befehle zu interpretieren und Pixelmanipulationen durchzuführen. Das System generiert keine neuen Bilder, sondern modifiziert bestehende. Interessierte können MGIE auf Huggingface mit niedrig aufgelösten Ergebnissen testen. Allerdings kann es sehr lange Wartezeiten geben. Das Paper „Guiding Instruction-based Image Editing via Multimodal Large Language Models“ von Tsu-Jui Fu, Wenze Hu, Xianzhi Du et al. erklärt die Details der Entwicklung. Die Autoren betonen, dass die anweisungsbasierte Bildbearbeitung die Kontrollierbarkeit und Flexibilität der Bildmanipulation verbessert.

Abb.: Bilder können mit Sprachbefehlen bearbeitet werden (Bild: DALL-E 3)

Will the Oceans Become Clean if the Rivers are Cleaned?

Millions of tons of plastic waste float down polluted urban rivers and industrial waterways and into the world’s oceans every year. According to Microsoft, a Hong Kong-based startup has come up with a solution to help stem these devastating waste flows. „Open Ocean Engineering has developed Clearbot Neo – a sleek AI-enabled robotic boat that autonomously collects tons of floating garbage that otherwise would wash into the Pacific from the territory’s busy harbor.“ (Deayton 2023) After a long period of development, its inventors plan to scale up and have fleets of Clearbot Neos cleaning up and protecting waters around the globe. The start-up’s efforts are commendable. However, polluted rivers and harbors are not the only problem. A large proportion of plastic waste comes from the fishing industry. This was proven last year by The Ocean Cleanup project. So there are several places to start: We need to avoid plastic waste. Fishing activities must be reduced. And rivers, lakes and oceans must be cleared of plastic waste.

Fig.: It is not enough to clean the rivers (Image: DALL-E 3)

Der GenAI Nerd meldet sich zur Stelle

Seit 6. November 2023 kann man GPTs erstellen, die OpenAI auch „custom versions of ChatGPT“ nennt. Im Januar 2024 wurde der GPT Store eröffnet, wo diese Chatbots aufgerufen werden können. Bereits Mitte November kreierte Prof. Dr. Oliver Bendel das Social Robotics Girl, das er im FS 2024 im Unterricht zu Sozialer Robotik einsetzen wird. Es folgte am 4. Februar 2024 das Digital Ethics Girl, das ebenfalls von seinen Studierenden – und von allen Interessierten auf der ganzen Welt – konsultiert werden kann, etwa in seinem Modul „Ethik und Recht“. Seit dem 6. Februar 2024 ist ein GPT namens GenAI Nerd verfügbar, das Informationen zu generativer KI liefert. Es wurde ebenfalls von dem Technikphilosophen und Wirtschaftsinformatiker erstellt und speist sich aus einer Sammlung seiner unveröffentlichten und veröffentlichten Beiträge zu diesem Thema. Daher kann es etwa seine Definition generativer KI nennen, die Mächtigkeit und Ohnmächtigkeit von Textgeneratoren bei verschiedenen Textsorten erklären oder auf das Phänomen des „american smile“ bei Bildgeneratoren und auf Aspekte wie Kunst und Kitsch in diesem Zusammenhang eingehen. In den „Instructions“ wurde auch auf moralische Aspekte geachtet. ChatGPT-Plus-Nutzer können den GenAI Nerd über chat.openai.com/g/g-Zlag6lSLr-genai-nerd aufrufen.

Abb.: GenAI Nerd

Von pädagogischen Agenten zu GPTs im Lernbereich

Intelligente tutorielle Systeme (Intelligent Tutoring Systems, ITS) und pädagogische Agenten (Pedagogical Agents) wurden in den 1990er- und 2000er-Jahren intensiv erforscht. Pädagogische Agenten waren häufig Chatbots, manchmal mit Sprachausgabe. Einige hatten animierte Avatare und arbeiteten in virtuellen Lernumgebungen – wie Steve, Adele, Linda und Harmony. Der Screenshot von Harmony stammt aus der Doktorarbeit von Oliver Bendel zu pädagogischen Agenten und wurde 2001 angefertigt. Die Idee des Virtual Learning Companion (VLC) entstand in den 1980er-Jahren und bezog sich damals eher auf virtuelle Peers. Man kann sie VLCs der ersten Generation nennen. In den 1990er-Jahren wurden einige Prototypen geschaffen. Weitere Chatbots für den Bildungsbereich tauchten in den 2020er-Jahren auf. In dieser Tradition stehen die GPTs, die auf GPT-4 basieren. Nutzer ohne Programmier- oder Designkenntnisse können sie in kurzer Zeit für den Lernkontext entwickeln. Es gibt bereits viele GPTs in der Kategorie „Education“ des GPT Store. CK-12 Flexi ist der „world’s most powerful math and science AI Tutor for middle and high school students“. AI Tutor ist „skilled in guiding students through their academic queries“. Universal Primer wirbt mit dem Slogan: „Learn everything about anything“. Dies sind nur drei Beispiele vom Februar 2024 – jeden Tag kommen neue hinzu. Die meisten von ihnen vermitteln Wissen. Für ihr Paper „How Can GenAI Foster Well-being in Self-regulated Learning?“ haben Stefanie Hauske und Oliver Bendel neben dem Digital Learning Facilitator (der hauptsächlich Wissen vermittelt) einen Digital Learning Coach und einen Digital Learning Mentor geschaffen (und damit an die Tradition der pädagogischen Agenten angeknüpft). Die GPTs im Lernkontext kann man als VLCs der zweiten Generation bezeichnen, wobei diese eben auch Tutoren, Mentoren oder Coaches sein können. Sie sind dabei, die formelle Aus- und Weiterbildung an Hochschulen und in Unternehmen und das selbstregulierte Lernen zu erobern. Das Paper wird Ende März 2024 an der Stanford University beim AAAI 2024 Spring Symposium „Impact of GenAI on Social and Individual Well-being“ vorgestellt.

Abb.: Der pädagogische Agent namens Harmony aus dem Jahre 2001

Social Robotics Girl und Digital Ethics Girl in der Lehre einer Schweizer Hochschule

Im Frühjahrssemester 2024 bindet Prof. Dr. Oliver Bendel in seine Lehrveranstaltungen an der FHNW virtuelle Tutorinnen ein. Es handelt sich um „custom versions of ChatGPT“, sogenannte GPTs. Zur Verfügung steht Social Robotics Girl für die Wahlmodule zur Sozialen Robotik, entstanden bereits im November 2023, zudem Digital Ethics Girl vom Februar 2024 für die Pflichtmodule „Ethik und Recht“ und „Ethics and Law“ innerhalb der Studiengänge Wirtschaftsinformatik und Business Information Technology (Hochschule für Wirtschaft FHNW) sowie „Recht und Ethik“ innerhalb von Geomatik (Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik FHNW). Die virtuellen Tutorinnen haben das „Weltwissen“ von GPT-4, aber auch das spezifische Fachwissen des Technikphilosophen und Wirtschaftsinformatikers aus Zürich. Er hat vor einem Vierteljahrhundert an der Universität St. Gallen über pädagogische Agenten (engl. „pedagocial agents“) promoviert, über Chatbots, Sprachassistenten und frühe Formen sozialer Roboter im Lernbereich. Zusammen mit Stefanie Hauske von der ZHAW hat er jüngst das Paper „How Can GenAI Foster Well-being in Self-regulated Learning?“ verfasst, das beim AAAI 2024 Spring Symposium „Impact of GenAI on Social and Individual Well-being“ an der Stanford University angenommen wurde und Ende März vor Ort vorgestellt wird. Dabei geht es nicht um die Lehre an Hochschulen, sondern um das selbstregulierte Lernen von Mitarbeitern in Unternehmen.

Abb.: Zwei GPTs unterstützen die Lehre (Bild: DALL-E 3)

Paper zu @llegra angenommen

Der Technikphilosoph und Wirtschaftsinformatiker Prof. Dr. Oliver Bendel widmet sich seit einiger Zeit verstärkt toten, ausgestorbenen und gefährdeten Sprachen. Er ist der Meinung, dass Conversational Agents zu ihrer Stärkung und Rettung beitragen können. Nach @ve (2022), einem auf GPT-3 basierenden Chatbot für Latein, startete im März 2023 ein weiteres Projekt. Entwickelt wurde bis August 2023 der Chatbot @llegra von Dalil Jabou für das rätoromanische Idiom Vallader, das im Unterengadin zwischen Martina im Nordosten und Zernez im Südwesten sowie im Val Müstair auftritt und gefährdet ist. Der Chatbot beruht auf dem Sprachmodell GPT-4. Er hat Texteingabe und -ausgabe sowie Sprachausgabe. Der Avatar ist ein Steinbockmädchen. Man kann in Deutsch oder Rätoromanisch mit @llegra kommunizieren – sie versucht sich immer auf Vallader. Manchmal rutscht sie in Sursilvan oder Rumantsch Grischun. Das Paper „@llegra: A Chatbot for Vallader“ von Oliver Bendel und Dalil Jabou wurde nun vom International Journal of Information Technology angenommen. Es wird in einigen Wochen erscheinen. Das nächste Idiom des Rätoromanischen soll noch in diesem Jahr in Angriff genommen werden.

Abb.: Ein Junge im Unterengadin plaudert mit @llegra

Great Media Interest in Study on Dialect in Robots

At the end of January 2024, the article „‚Ick bin een Berlina‘: dialect proficiency impacts a robot’s trustworthiness and competence evaluation“ was published in Frontiers in Robotics and AI. Authors are Katharina Kühne, Erika Herbold, Prof. Dr. Oliver Bendel, Dr. Yuefang Zhou, and Prof. Dr. Martin H. Fischer. With the exception of Oliver Bendel – who is a professor at the School of Business FHNW and an associated researcher in the PECoG group – all of them are members of the University of Potsdam. Newspapers and platforms from all over the world have reported on the study, including the USA, Mexico, Argentina, Chile, Puerto Rico, Scotland, and Germany. German radio stations such as MDR and BR have also presented the results. On February 1, 2024, Der Spiegel published an interview with the lead author Katharina Kühne. She is being supervised in her doctoral thesis by Prof. Dr. Martin Fischer and Prof. Dr. Oliver Bendel. The open access article can be downloaded at www.frontiersin.org/articles/10.3389/frobt.2023.1241519/full.

Fig.: The NAO robot

Interview bei ntv zum Gehirnimplantat

Der Nachrichtensender ntv berichtete am 30. Januar 2024 über das Brain-Computer-Interface (BCI), das Neuralink von Elon Musk einem Patienten eingesetzt hat. Zu Wort kam ausführlich Prof. Dr. Oliver Bendel, der sich seit Jahren mit BCI aus ethischer Sicht beschäftigt. Er betonte, dass wie bei jedem medizinischen Implantat das Risiko von Fehlfunktionen, Infektionen oder Ablehnungsreaktionen des Körpers bestehe. Die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Technologie sei entscheidend. Die drahtlose Interaktion zwischen dem menschlichen Gehirn und Computern oder Maschinen erfolge in beiden Richtungen. Es gehe um das Interpretieren, aber auch um das Stimulieren. So kann man nicht nur mit seinen Gedanken auf Geräte einwirken, sondern die Geräte können auch auf die Gedanken und Empfindungen einwirken. Diese sehr mächtige Technologie muss deshalb in den richtigen Händen liegen, in denjenigen verantwortungsvoller Akteure. Ein Beitrag von Oliver Bendel zu Brain-Computer-Interfaces kann hier abgerufen werden.

Abb.: So stellt sich DALL-E 3 die Operation vor

Video zur Tagung „KI – Text und Geltung“

Am 30. Januar 2024 wurde ein Video veröffentlicht, das ein dokumentarischer Zusammenschnitt der interdisziplinären Tagung „KI – Text und Geltung. Wie verändern KI-Textgeneratoren wissenschaftliche Diskurse?“ ist. Diese fand am 25. und 26. August desselben Jahres an der TU Darmstadt statt, unter der Leitung von Prof. Dr. Gerhard Schreiber und Apl. Prof. Dr. Lukas Ohly. Sie war Teil des Ad-hoc-Projekts „Diskurse disruptiver digitaler Technologien am Beispiel von KI-Textgeneratoren des Zentrums verantwortungsbewusste Digitalisierung (ZEVEDI)“. Das Video kann über zevedi.de/themen/ki-text/#video-ger aufgerufen werden. Es stehen deutsche und englische Untertitel zur Verfügung. Zu sehen und zu hören sind u.a. Prof. Dr. Doris Weßels (Fachhochschule Kiel), Prof. Dr. Oliver Bendel (Fachhochschule Nordwestschweiz) und Prof. Dr. Christian Stöcker (Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg).

Abb.: Oliver Bendel bei seinem Vortrag an der TU Darmstadt

Ick bin een Berlina, Says the Robot

On January 29, 2024, the article „‚Ick bin een Berlina‘: dialect proficiency impacts a robot’s trustworthiness and competence evaluation“ was published in Frontiers in Robotics and AI. Authors are Katharina Kühne, Erika Herbold, Oliver Bendel, Yuefang Zhou, and Martin H. Fischer. With the exception of Oliver Bendel – who is a professor at the School of Business FHNW and an associated researcher in the PECoG group – all of them are members of the University of Potsdam. The paper says about the background: „Robots are increasingly used as interaction partners with humans. Social robots are designed to follow expected behavioral norms when engaging with humans and are available with different voices and even accents. Some studies suggest that people prefer robots to speak in the user’s dialect, while others indicate a preference for different dialects.“ The following results are mentioned: „We found a positive relationship between participants’ self-reported Berlin dialect proficiency and trustworthiness in the dialect-speaking robot. Only when controlled for demographic factors, there was a positive association between participants’ dialect proficiency, dialect performance and their assessment of robot’s competence for the standard German-speaking robot. Participants‘ age, gender, length of residency in Berlin, and device used to respond also influenced assessments. Finally, the robot’s competence positively predicted its trustworthiness.“ The article can be accessed at www.frontiersin.org/articles/10.3389/frobt.2023.1241519/full.

Fig.: A robot in Berlin (Image: DALL-E 3)

Die Einsamkeit der Astronautin

Im Buch „Tender Digitality“, herausgegeben von Charlotte Axelsson, ist die Sammlung „The Loneliness of the Female Astronaut“ („Die Einsamkeit der Astronautin“) von Oliver Bendel enthalten. Die drei Gedichte liegen in Form von 3D-Codes vor, genauer gesagt von JAB-Codes. Mit diesen experimentiert der in Zürich lebende Schriftsteller seit 2020. Damals erschien auch der digitale Band „Die Astronautin“ – aus dem die Auswahl entnommen ist. Zum ersten Mal liegt diese in gedruckter Form vor. Man geht mit dem Browser auf jabcode.org, eine Seite des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie SIT, scannt einen der 3D-Codes ein und bekommt dann das ganze Gedicht angezeigt. Eine Onlineverbindung ist nicht notwendig. Auf die Idee, mehrdimensionale Codes als Speicher zu verwenden, kam Oliver Bendel im Jahre 2009. Damals entstand sein Band „handyhaiku“ – darin sind alle Texte zusätzlich in QR-Codes enthalten. 2010 erschien er in gedruckter Form beim Hamburger Haiku Verlag. Im gleichen Jahr kam „stöckelnde dinger“ als Handybuch bei Blackbetty heraus. Oliver Bendel schreibt seit 40 Jahren experimentelle Literatur. 1984 wurde er vom Förderkreis deutscher Schriftsteller gefördert. Ab 1985 trug er seine Gedichte auf Lesungen in Ulm und Stuttgart vor. Ab 2007 wurde er für seine Handyromane bekannt. Er trug sie wie seine Handygedichte auf einer Tournee durch die Niederlande vor, zu der ihn zwei Goethe-Institute eingeladen hatten. Das Standardwerk „Die Struktur der modernen Literatur“ von Mario Andreotti widmet seiner digitalen Literatur zwei Seiten. Das Buch „Tender Digitality“ erscheint Anfang Februar 2024 bei Slanted und kann bereits vorbestellt werden.

Abb.: Die Astronautin in jungen Jahren (Bild: DALL-E 3)