Introducing Mythomorphic Design in Social Robotics

For the first time, students in the elective module „Social Robots“, held from March 30 to April 1, 2026 at the FHNW School of Business, were introduced by Prof. Dr. Oliver Bendel to the idea that robot design is not limited to object-like, humanoid, and animal-like (zoomorphic) forms, but also includes mythomorphic design. Mythomorphic design refers to the creation of robots, especially social robots, inspired by figures from myth, fantasy, and science fiction rather than by real humans or animals. Such designs typically combine recognizable anthropomorphic features with deliberate deviations that signal otherness, for example through unusual morphology, narrative embedding, or symbolic attributes. Examples include the Mirokaï models such as Miroka and Miroki, as well as classics like Furby. Several publications by Oliver Bendel on this topic are forthcoming and will be published in 2026 and 2027.

Fig.: Oliver Bendel with Miroka (Photo: Tamara Siegmann)

Ein Roboter zum Streicheln und Kuscheln

Bei den Wahlmodulen zu sozialen Robotern von Prof. Dr. Oliver Bendel an der Hochschule für Wirtschaft FHNW ist neben dem Unitree Go2, einem harten Roboter, das Cupboo AI Robotic Pet besonders beliebt, ein weicher Roboter. Er hört auf den Namen Boo Boo (auch BooBoo geschrieben). Genmoor schreibt auf seiner Website: „Boo Boo is not just a toy. It is also the king of the planet Lonely …“ (Website Genmoor). Nach Angaben des Herstellers werden die Bewegungen von Boo Boo durch ein komplexes Steuerungssystem ermöglicht. „Therefore please be kind to Boo Boo, it is not an ordinary robotic pet. It could give you different responds according to your interaction.“ (Website Genmoor) Die Genmoor Group ist nach eigenem Bekunden eine „exclusive group for daring futurists who love tech-psychology“ (Website Genmoor). Das Unternehmen wurde 2020 in Hangzhou (China) gegründet. Weitere Roboter, Figuren und Gadgets im privat finanzierten Social Robots Lab von Oliver Bendel sind Alpha Mini, Cozmo, Vector, AIBI, Eiliko, Furby, Tamagotchi, Hugvie und HUGGIE.

Abb.: Studentin Sushana Yogeswararasah mit Booboo

Von HotWily bis Aquasnail

Ab dem Mittag des 1. April 2026 konzipierten die Studenten und Studentinnen im Wahlmodul „Soziale Roboter“ an der Hochschule für Wirtschaft FHNW in Olten eigene soziale Roboter und technische Assistenzsysteme. Sie erdachten einen Namen, nannten die Aufgabe und nahmen eine Beschreibung mit Hilfe des Fünf-Dimensionen-Modells von Prof. Dr. Oliver Bendel vor. Zudem generierten sie Bilder, um das Aussehen und die Möglichkeiten des Modells zu verdeutlichen. Ab 15 Uhr wurden die Präsentationen gehalten. Erfunden worden waren EVA (ein Emotional Value Assistant), Cerbi (ein fliegender Assistent für Outdooraktivitäten), HotWily (ein smarter Vibrator mit Charakter), Aquasnail (ein vielseitiger Assistent für die Pflege von Aquarien), Saul (ein sozialer Lernbegleiter für Primarschulen) und No-Bot (ein mahnender Assistent für Einkäufe). Am späten Nachmittag wurde die dreitägige Veranstaltung abgeschlossen. Das Wahlmodul wird seit 2021 von Oliver Bendel durchgeführt, inzwischen dreimal im Jahr. Zum ersten Mal wurde es für Studierende des Studiengangs Business AI angeboten.

Abb.: Eine Darstellung von Cerbi (Bild: Team Cerbi)

Bao auf dem Campus Olten

Am Nachmittag des 31. März 2026 fand im Wahlmodul „Soziale Roboter“ an der Hochschule für Wirtschaft FHNW in Olten die Robodemo statt, mit Hugvie, Furby, Alpha Mini, Cozmo, AIBI, Eiliko, Booboo (Boo Boo) und Unitree Go2 (genannt Bao) aus dem privat finanzierten Social Robots Lab von Prof. Dr. Oliver Bendel. Bereits am 20. März hatten die Studierenden erste Erfahrungen mit ihnen sammeln können. Der Unitree Go2 beeindruckte sie am zweiten Tag am meisten. Er gab ihnen die Pfote, zeichnete für sie – auf den Hinterbeinen stehend – ein Herz in die Luft, machte große Sprünge und setzte sich auf Befehl hin. Bao, so sein Name, wurde dann in den Eingangsbereich des Campus genommen und versetzte die Anwesenden in helle Aufregung und große Begeisterung. Danach beschäftigten sich die Studierenden noch mit den anderen Modellen, wobei insbesondere Booboo sehr begehrt war. Das Wahlmodul wird seit 2021 durchgeführt, inzwischen dreimal im Jahr. Zum ersten Mal wird es für Studierende des Studiengangs Business AI angeboten.

Abb.: Die Studentin Belkis Kassar mit Bao (Foto: Zozan Khalef)

Soziale Roboter im Bildungsbereich

Vor der Mittagspause des 31. März 2026 hielt Luca Marie Leisten im Wahlmodul „Soziale Roboter“ an der Hochschule für Wirtschaft FHNW in Olten den Gastvortrag. Sie ist Doktorandin im Bereich Lernwissenschaften und Mensch-Roboter-Interaktion an der ETH Zürich und der EPFL. Mit ihrem Hintergrund in Psychologie und Sozialwissenschaften konzentriert sich ihre Forschung auf soziale Roboter im Bildungsbereich. Konkret interessiert sich Luca für die Hindernisse und Chancen beim Einsatz sozialer Roboter sowie für die Wahrnehmung verschiedener Roboter. In diesem Zusammenhang untersucht Luca die langfristigen Auswirkungen erschwinglicher DIY-Robotik-Bausätze unter Verwendung von quantitativen und qualitativen Methoden, um die KI-Fähigkeiten von Kindern zu stärken. Die Studierenden und der Dozent, Prof. Dr. Oliver Bendel, hatten danach viele Fragen zu ihrer Arbeit und ihrer Karriere. Sie erhielt zweimal tosenden Applaus. Das Wahlmodul wird seit 2021 durchgeführt, inzwischen dreimal im Jahr. Zum ersten Mal wird es für Studierende des Studiengangs Business AI angeboten.

Abb.: Luca Leisten bei einem anderen Vortrag

Booboo beim Wahlmodul zu sozialen Robotern

Am 30. März 2026 begann das Wahlmodul „Soziale Roboter“ an der Hochschule für Wirtschaft FHNW in Olten. Zum ersten Mal wurde es für die Studierenden des Studiengangs Business AI angeboten. Prof. Dr. Oliver Bendel führte in die Robotik und in die Soziale Robotik ein. In einem Auto in der Tiefgarage warteten, noch in ihren Hüllen und Koffern, Tamagotchi, Hugvie, Furby, Alpha Mini, Cozmo, AIBI, Eiliko, Booboo (aka Boo Boo) und Unitree Go2 (aka Bao). Auf den ersten Theorieblock folgte ein erster Praxisblock. Die ersten Roboter wurden aus dem Kofferraum befreit und in den Seminarraum gebracht. Besonders gut kam Booboo an. Das schwarze Pelztier wurde herumgereicht und durchgestreichelt. Genmoor schreibt auf seiner Website: „Boo Boo is not just a toy. It is also the king of the planet Lonely …“ (Website Genmoor). Nach einem vollen Tag gingen die ca. 30 Studierenden nach Hause – sie waren aus der ganzen Nordwestschweiz angereist.

Abb.: Nach dem Streicheln war Booboo zerzaust

Revisiting the CLEANINGFISH Vision

A student at the University of Surrey proposed a fish-like robot called Gillbert in the context of a university robotics contest, suggesting a system that could move through water and capture microplastics using a gill-inspired filter. The concept was subsequently developed into a 3D-printed research prototype by a university team. The robot mimics fish locomotion via a flexible tail and is designed to collect particles of up to around 2 mm, primarily for monitoring and experimental purposes rather than large-scale cleanup. The project was published as open source. The idea follows earlier conceptual work such as the CLEANINGFISH design study by Prof. Dr. Oliver Bendel (2014), which envisioned small robotic fish operating individually or in swarms to remove plastic and debris from aquatic environments and transport it to collection points, including objects located on the ground. This concept was further examined in 2015 within a project at the University of Applied Sciences and Arts Northwestern Switzerland (FHNW), where increasing plastic pollution in seemingly clean waters and its ecological and human impact were analyzed. Oliver Bendel and his student concluded that robotic fish could interfere with aquatic life and were not sufficiently efficient for practical large-scale deployment, while also raising questions in machine and technology ethics. Gillbert can be understood as a contemporary experimental continuation of these earlier ideas under improved technological and collaborative conditions.

Fig.: A modern take on the CLEANINGFISH design study

Die Sprache der Tiere

Ticro Goto ist Historiker und Ethnologe. Er studierte an der Kunsthochschule Kassel, der Freien Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin. Zu seinen Veröffentlichungen zählen „Cyberfakte“ (2016), „Der Ewige Palast“ (2024) und „Kreativer Suizid: Rauchen, Hunger und die Lüge vom inneren Kind“. Er schreibt und forscht auch zu Schweinen und hat ihnen in seinem Buch „Seuchen“ ein ganzes Kapitel gewidmet. Mit Prof. Dr. Oliver Bendel war er im Gespräch über Tierethik, Maschinenethik und Tier-Maschine-Interaktion. Der Podcast erschien am 28. März 2026 auf kokos-und-zitrone.de. Zuletzt kamen dort Pero Mićić, Falco Aust und Gunter Dueck zu Wort. Auf seiner Website schreibt Ticro Goto: „Oliver Bendel und ich sprechen darüber, warum wir Maschinen bauen mussten, um zu beweisen, dass Tiere keine Maschinen sind. Über Mähroboter mit Gewissen und Schweine, die klüger sind als Hunde. Über KI, die Walgesang entschlüsselt und Fledertieren beim Streiten zuhört.“ Der Podcast mit dem Titel „Die Sprache der Tiere“ kann über kokos-und-zitrone.de/p/die-sprache-der-tiere angehört werden.

Abb.: Ein Kolibri in Santa Barbara

Die Rückkehr des Lake Manly

Lake Manly ist ein See, der sich im Pleistozän im Gebiet des heutigen Death Valley in Kalifornien befand. Im März 2026 war er zurückgekehrt, wie bereits in den beiden Jahren zuvor. Im Badwater Basin, wo normalerweise eine Salzschicht den Boden bedeckt, bildete sich ein flacher See. Im Frühjahr 2024 war das Naturschauspiel besonders eindrucksvoll gewesen. Die Besucher spazierten auf den verbleibenden Graten der Salzkruste hinaus, und es sah aus, als würden sie über das Wasser gehen. Die starken Regenfälle ließen in allen drei Jahren nicht nur den See entstehen, sondern auch das Blütenmeer der Wüstenblumen. Normalerweise ist es karg und heiß. Den heißesten Ort der Erde beschrieb schon Karl May in seinem Roman „Im Tal des Todes“. Winnetou und Old Firehand helfen einer deutschen Auswandererfamilie gegen Verbrecher. Tagelang reiten sie durch die unwirtliche, lebensfeindliche Landschaft. Vor 150.000 Jahren erreichte Lake Manly eine Länge von 150 Kilometern und eine Tiefe von 180 Metern. Aber vermutlich konnten ihn nur einige Tiere bewundern. Der frühe Mensch war noch in Afrika.

Abb.: Drei Menschen im Lake Manly im Jahre 2024

Zu Begriffsverwirrungen rund um KI und Robotik

Gaben sich bis vor kurzem noch alle als Experten für Künstliche Intelligenz (KI) aus, sind nun alle Experten für Robotik. Insgesamt ergeben sich Bedeutungsverschiebungen und Begriffsverwirrungen. So ist oft von KI die Rede, wenn eigentlich generative KI gemeint ist. Damit verbunden sind grundsätzliche Einschätzungen, die aber lediglich auf bestimmte KI-Systeme zutreffen. Weiterhin trifft man ständig auf „KI-Chatbots“. Allerdings basieren alle Chatbots auf Formen künstlicher Intelligenz. Früher gab es vor allem regelbasierte Systeme, heute setzt man auf ML- bzw. LLM-basierte (wobei „ML“ für „Machine Learning“ steht, „LLM“ für „Large Language Model“). Dennoch ist die alte Welt der symbolischen KI keineswegs untergegangen. Auch von „KI-Deepfakes“ und „AI Deepfakes“ hört man – dabei steht „Deep“ für „Deep Learning“, womit KI (genauer gesagt eine Form von Machine Learning) bereits angesprochen ist. Ebenfalls beliebt ist der Begriff des humanoiden Roboters. Es handelt sich dabei eigentlich um menschenähnlich gestaltete sensomotorische Maschinen. Zu ihnen gehören soziale Roboter wie NAO, Pepper und Alpha Mini ebenso wie Modelle, die als Allzweckroboter vermarktet werden, etwa Digit, Apollo und Figure 03. Allzweckroboter sind in aller Regel humanoide Roboter, aber nicht alle humanoiden Roboter sind Allzweckroboter – und dennoch wird allenthalben so getan. Auch der Begriff der Humanoiden verbreitet sich. Dieser ist allerdings bereits belegt, er ist breiter angelegt, denn er bezeichnet sowohl menschenähnliche Artefakte als auch menschenähnliche Lebewesen (etwa fiktive Aliens wie die Vulkanier). Man darf immer neue Begriffe einführen, man darf alte umdeuten. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn jahrzehntelange Bemühungen der Bestimmung und Klärung vorhanden sind und in den Fachgemeinschaften ein Konsens besteht. Man sorgt durch den unreflektierten Gebrauch nicht nur für Begriffsverwirrungen in der Gegenwart, sondern auch mit Blick in die Vergangenheit – ältere Texte werden mehr und mehr unverständlich, selbst wenn sie die Grundlagen von Robotik und Künstlicher Intelligenz darstellen.

Abb.: Der Wearable Social Robot Eiliko bei Sonnenuntergang

Registration Open for Robophilosophy 2026

The Robophilosophy Conference 2026 (RP2026), titled „Connected Futures – Nature, Robots, and Society“, will take place August 11-14, 2026, in Dublin, Ireland, bringing together researchers from across disciplines to examine how robotics and artificial intelligence are reshaping human societies and the natural world. As robotic systems become increasingly embedded in everyday life, the conference aims to foster dialogue between fields ranging from social robotics, computer science, and human-robot interaction to the humanities, social sciences, law, economics, and environmental research. Central questions include how robotic technologies can uphold human dignity and social justice, how legal systems must adapt to autonomous decision-making, and whether robots can contribute to sustainability rather than accelerate ecological decline. The event marks the seventh installment in the Robophilosophy conference series and features plenary speakers such as Lynne Baillie, Ryan Calo, Hideki Kajima, Arno Klein, Bertram Malle, and Shannon Vallor. Importantly, the submission deadline for research papers, posters, and artistic contributions has been extended to March 15, 2026, offering additional time for scholars and practitioners to contribute to this interdisciplinary conversation. Registration is now open, and further details are available at www.rp2026.org.

Fig.: The conference will take place in Dublin

Social Robot Companions in the Learning Domain

The elective module „Soziale Roboter“ by Prof. Dr. Oliver Bendel will be held again from March 30 to April 1, 2026, at FHNW in Olten. It is primarily aimed at prospective business AI students, but students of information systems can also take part. Luca Marie Leisten has been invited as a guest speaker.  She is a third-year doctoral student in learning sciences and human-robot interaction at ETHZ and EPFL. With a background in psychology and social sciences, Luca’s research focuses on social robot companions in the learning domain. Specifically, she is interested in investigating the barriers and opportunities of social robot deployment as well as the perception of different robots. In this context, Luca is testing the long-term effects of affordable DIY robotic toolkits using a mix of quantitative and qualitative methods. Unitree Go2, Alpha Mini, Cozmo, Vector, AIBI, Eilik, Furby, Booboo, and Hugvie from Oliver Bendel’s private Social Robots Lab will also be on site. Social Robotics Girl, a so-called GPT specializing in this topic, will be available as a tutor throughout the event. Key works include „Soziale Roboter“ (2021) and „300 Keywords Soziale Robotik“ (2021). At the end of the elective module, students design social robots – also with the help of generative AI – that they find useful, meaningful, or simply attractive. The elective module has been offered since 2021 and is very popular at the university.

Fig.: Luca Marie Leisten

Assistive Glasses as a Case Study

The master’s thesis „Inclusive AI for Wearables: Assistive Glasses as a Case Study“, written by Myriam Rellstab at the FHNW School of Business, examines the concept and design potential of AI-supported assistive glasses as an inclusive form of wearable technology. The project is supervised by Prof. Dr. Oliver Bendel, whose research focuses on Inclusive AI and Inclusive Robotics, with additional input from Steve Weidel, a blind accessibility consultant. The research begins with a proposal phase in April 2026, followed by the main thesis work starting in summer or autumn 2026 and concluding in December 2026. The study investigates how AI-supported glasses could assist people with visual and hearing impairments by enhancing perception and accessibility, while also offering value for users without impairments. In this way, the work positions assistive glasses not as a purely medical device, but as an inclusive technology with broader relevance. Possible functions include real-time object recognition, speech-to-text transcription, environmental awareness, and contextual information overlays. A particular focus is placed on multimodal large language models, which enable the integration of visual, auditory, and textual data, as well as on vibration-based feedback systems that support non-visual and non-auditory interaction. Using assistive glasses as a case study, the thesis analyzes technological possibilities, user needs, and design considerations for inclusive AI wearables. It may include a conceptual system design, an exploration of use cases, and an evaluation of accessibility, usability, and ethical aspects. The aim is to develop a conceptual framework or prototype approach that demonstrates how inclusive AI wearables can be designed to benefit diverse user groups.

Fig.: Two women wearing futuristic glasses

Das Jahr der QR-Codes

Der bunte QR-Code mit der Figur im Mittelpunkt entstand 2009 im Rahmen einer Zusammenarbeit zwischen Louis Vuitton und Takashi Murakami. Die Partnerschaft begann Anfang der 2000er-Jahre, als der damalige Creative Director des Unternehmens, Marc Jacobs, den japanischen Pop-Art-Künstler einlud, das klassische Monogramm neu zu interpretieren. Die Entwicklung des QR-Codes erfolgte durch die Agentur SET in Tokio, die auf innovatives Design, mobile Technologien und interaktive Markensysteme spezialisiert ist. Louis Vuitton nutzte ihn auf Verpackungen, in Druckmedien und in Verkaufsläden, um eine Verbindung zwischen physischen Produkten und digitalen Inhalten herzustellen. Der QR-Code wurde dabei bewusst als sichtbares Designelement in die Markenästhetik integriert. Für Marc by Marc Jacobs, die damalige Zweitlinie des Designers, entwickelte SET zudem einen handgezeichneten QR-Code, der ähnlich bekannt wurde. Im selben Jahr begannen die Arbeiten an „handyhaiku“ von Oliver Bendel, dem weltweit ersten Band, in dem Gedichte direkt in QR-Codes gespeichert waren. Er wurde 2010 im Hamburger Haiku Verlag veröffentlicht und liegt heute kostenlos zum Download vor.

Abb.: Der gerahmte QR-Code

Das Erotik-Hotel von Praline

In den 1990er-Jahren waren Chatrooms beliebt. Dort traf man auf Menschen, manchmal auch auf Maschinen. Im Rahmen eines Rechercheauftrags im Jahre 1998 im Fachbereich Informationswissenschaft an der Universität Konstanz schrieb Oliver Bendel: „Viele Chatrooms haben kein spezifisches Thema. Man redet über Gott und die Welt, oft oberflächlich, manchmal etwas privater. Es gibt aber auch Chats mit bestimmten Themen. Bei themengebundenen gibt es viele im Bereich Sex und Erotik; hier kann man flirten, Bekanntschaften machen etc. (was allerdings auch eine Hauptbeschäftigung in themenlosen Chats darstellen dürfte).“ Aufgeführt wurde u.a. das Erotik-Hotel der Zeitschrift Praline. Auf der Homepage von 1997 stand: „In unserem Chat geht es lustig zu. Mach‘ mit, triff Dich mit vielen Hotel-Gästen im Spiegelsaal oder in der Sauna – oder verabrede Dich zum privaten Treff im Himmelbett …“. Auch eine Chatiquette gab es: „Bei praline-Interaktiv kann und soll jeder seinen Spaß haben. Wir haben Lust auf Erotik und reden über alles, was uns bewegt. Aber damit es für alle lustig bleibt, sind persönliche Beleidigungen und perverse Pornographie streng verboten. Wir setzen darauf, daß sich jeder freiwillig an die Regeln hält oder zumindest von seinen Chat-Partnern zurückpfeifen läßt. Falls sich jemand partout nicht bremsen lassen will: Wir können einzelne Besucher auf Dauer sperren, da hilft dann auch kein neues Einloggen unter einem anderen Namen mehr. Also bleibt im Rahmen. Und vor allem: Habt viel Spaß im Erotik-Hotel!“ Im Jahre 2008 wurde das Erotik-Hotel geschlossen.

Abb.: Das Erotik-Hotel von Praline

 

A New Paper on Queering Sex Robots

A new article titled „Queering Sex Robots Beyond Diversifying Design? Insights from Queer Lacanian Psychoanalysis and New Materialism“ (van der Horst & Puzio, 2026) has been published in Philosophy & Technology. The authors argue that queering sex robots should go beyond diversifying their physical design and instead involve a broader reconsideration of sexuality, identity, and human-technology relations. The paper starts from a critique widely discussed in the literature: current sex robot models largely reproduce heteronormative and stereotypical representations of femininity. Similar observations and related arguments can be found in earlier contributions in the volume „Maschinenliebe“ (Bendel 2020). In that book, Tanja Kubes addresses the topic in her chapter „Queere Sexroboter“, while Oliver Bendel discusses transformations of gender and embodiment in „Trans-Formers“. Both contributions also refer to examples such as the Harmony robot from Realbotix/RealDollX. The main novelty of the new article lies in its theoretical framework, which combines Queer Lacanian psychoanalysis and New Materialism. Given the thematic overlap and the small number of publications on queer perspectives on sex robots, it is somewhat surprising that the earlier contributions in „Maschinenliebe“ are not referenced. This book is predominantly written in German, but in times of large language models this should hardly pose a barrier. Moreover, the chapters by Kubes and Bendel have already been cited in several English-language academic publications.

Abb.: Kokeshi aus dem Cybrothel (Foto: Cybrothel)

Chatbots for Inmates

Insassen in Schweizer Justizvollzugsanstalten haben nur begrenzten Zugang zu digitalen Technologien und wenig Kontakt zur Außenwelt. Zugleich verbringen sie jeden Tag einige Stunden in ihren Zellen. Das Projekt „Chatbots for Inmates“ (Kurztitel) will hier ansetzen: Ein LLM-basierter Chatbot soll als virtueller Buddy dienen, der Gespräche ermöglicht, Einsamkeit vermindert sowie soziale und digitale Kompetenzen stärkt. Das Projekt wurde von Tamara Siegmann, Gründerin des Start-ups SIEG – Smart Innovation Engineering Group by Siegmann und Studentin an der Hochschule für Wirtschaft FHNW, initiiert. Sie ist Projektleiterin, Prof. Dr. Oliver Bendel Projektverantwortlicher, Stephan Vonschallen Projektmitarbeiter. Anwendungspartner ist die JVA Lenzburg mit ihrem Direktor Marcel Ruf. Der Chatbot soll offline auf Tablets der Gefangenen laufen. In einer Pilotphase wird die Lösung zunächst auf 2 oder 3, später auf 30 Tablets getestet. Es wird untersucht, ob ein digitaler Gesprächspartner das Wohlbefinden der Insassen verbessert und sie beim Aufbau von Kompetenzen für die Zeit nach der Haft unterstützt. Das Projekt hat am 1. März 2026 begonnen und wird durch einen Innovationsscheck von Innosuisse und das Institut für Wirtschaftsinformatik der Hochschule für Wirtschaft FHNW unterstützt. Bereits 2024 haben Tamara Siegmann und Oliver Bendel ein Projekt zu Schweizer Gefängnissen durchgeführt und untersucht, ob man dort kollaborative und soziale Roboter einsetzen kann und soll. Das Paper kann hier heruntergeladen bzw. erstanden werden.

Abb.: Tamara Siegmann mit dem LLM-basierten Roboterkopf Furhat

Ein Interview über Physical AI und Co.

Everlast ist eine Medienagentur aus Ulm. Leonard Martin Schmedding, Co-Founder, war im März 2026 wie bereits vor einem Jahr und vor zwei Jahren im Gespräch mit Prof. Dr. Oliver Bendel. Das Video wurde auf YouTube veröffentlicht. Es geht um Themen wie „Humanoide Roboter, Bewusstsein & Zukunft“ (Teaser YouTube). Humanoide Roboter sind – so hat es Oliver Bendel im Wirtschaftslexikon von Springer Gabler beschrieben – Roboter mit menschenähnlichem Aussehen. Das Spektrum reicht dabei von einer abstrakten Gestalt mit menschlichen Merkmalen über ein cartoonhaftes menschenähnliches Äußeres bis hin zu realistischem oder hyperrealistischem Design nach unserem Vorbild. Bei hoher Ähnlichkeit spricht man von (Vorläufern von) Androiden. Manche dieser Roboter zählen – wie auch kleine Gadgets in der Art von Rabbit R1 oder Wearable Social Robots wie AIBI und Eiliko – zu Physical AI. Zu dieser stellt Oliver Bendel im gleichen Lexikon fest: „Es geht nicht nur darum, teilautonome oder autonome Maschinen mit Hilfe von KI aufzuwerten und zu erweitern, wie im Falle von Gesichtserkennung, Gestikerkennung und Emotionserkennung oder von Chatbots für soziale Roboter, sondern darum, für die KI gleichsam einen Körper zu suchen, in dem sie sich entfalten und beweisen kann.“ Insgesamt steht der Technikphilosoph und Wirtschaftsinformatiker den Entwicklungen in KI und Robotik positiv gegenüber. Das Video kann seit 13. März 2026 über www.youtube.com/watch?v=aKNjNaipakI abgerufen werden.

Abb.: Oliver Bendel mit Miroka

Über den Umgang amerikanischer Konzerne mit der deutschen Sprache

Über den Umgang amerikanischer Konzerne mit der deutschen Sprache schreibt Oliver Bendel seit Jahrzehnten. Im Frühjahr 2008 stellte er in seinem Artikel „Im Rachen des Thesaurus“, erschienen in Telepolis, „Beobachtungen zum Synonymwörterbuch von Microsoft“ an, also zu einer Funktion von MS Word. Als Synonym zu „dunkel“ wurde damals „negerfarbig“ vorgeschlagen. Der Autor kam insgesamt zum Ergebnis: „Manche Wörter … veraltet, manche grenzwertig, manche falsch, manche Verbindungen nicht nachvollziehbar.“ Später traten Überlegungen zur Rechtschreibprüfung von MS Word hinzu. Diese schien mit der Zeit immer schlechter zu werden, womöglich weil man sich von einem seriösen Wörterbuch verabschiedete und sich auf künstliche Intelligenz verließ. Zu allen Zeiten fiel auf, dass wesentliche Prinzipien der deutschen Sprache nicht verstanden werden. So schlug die Rechtschreibprüfung bei Tests vor, statt „Sexpuppen“ entweder „Sex puppen“ oder „Sex Puppen“ zu verwenden, statt „Fantasyfiguren“ „Fantasy Figuren“. Der Ableger LinkedIn tut sich genauso schwer mit der deutschen Sprache. So liest man etwa: „Andere Mitglieder reagieren auf einen Beitrag eines:einer Kolleg:in“. Abgesehen davon, dass es sich hier um eine Fantasiesprache handelt, wird sie auch noch so benutzt, dass die Männer verschwinden. Aus dem „Kollegen“ wird der oder das „Kolleg“, was immer das bedeuten mag. Auch Adobe scheitert an der deutschen Sprache. Ruft man ein PDF auf, das in englischer Sprache verfasst ist, kommt die Meldung: „Dieses Dokument scheint in einer anderen Sprache zu sein. Möchtest du es in Adobe Express ins Deutsch übersetzen?“ … Besser nicht, möchte man antworten.

Abb.: Adobe scheitert an der deutschen Sprache

Zweieinhalb Jahre Unitree Go2

Seit Ende 2023 ist der Unitree Go2 ein Teil des privat finanzierten Social Robots Lab von Prof. Dr. Oliver Bendel. Der robotische Vierbeiner ist meistens auf dem FHNW-Campus Brugg-Windisch, manchmal in Zürich. Er dient vor allem als Demonstrationsobjekt in den drei Wahlmodulen zur Sozialen Robotik, die der Technikphilosoph und Wirtschaftsinformatiker jährlich in Olten und Brugg-Windisch durchführt (Studiengänge Wirtschaftsinformatik, Business AI und Betriebsökonomie). Zudem wird er in Projekte eingebunden, wie es etwa bei „The Robodog Project“ der Fall war, wo 12 Hunde mit ihm konfrontiert wurden. Oliver Bendel kann nach zweieinhalb Jahren sagen, dass der Unitree Go2 immer wieder von den Firmware-Upgrades profitiert hat. Er verbindet sich inzwischen meist problemlos mit dem Netz. Manche Funktionen, für die es früher den zusätzlichen Controller gebraucht hat, lassen sich nun mit dem Smartphone ausführen. Mehrere schwere Stürze hat der Roboter überstanden – die Kunststoffschale ist sehr robust. Neben den vielen positiven Aspekten sind ein paar negative zu nennen. Auch nach einer Kalibrierung ist die Beweglichkeit nicht mehr wie am Anfang, und beim Gehen und bei einzelnen Kunststücken bestehen Unsicherheiten. Eine Hintertüre wie beim Unitree Go1 besteht wohl nicht, aber wie der humanoide G1 hat der Go2 durchaus Sicherheitslücken. Beim Betrieb in der Öffentlichkeit ist daher Vorsicht geboten, zumal die Gesetzeslage komplex ist. Insgesamt handelt es sich um ein beeindruckendes Gerät, das sich sowohl für den Innen- als auch den Außeneinsatz eignet.

Abb.: Der Unitree Go2 im Garten

WhereIsIt? Here It Is!

Blind and severely visually impaired people depend in everyday life on systematically placing objects or remembering their location. Because visual control is lacking, everyday items such as keys, medication, documents, or technical aids are often misplaced or must be searched for with considerable effort. This leads to loss of time, stress, and unnecessary dependence on other people. Existing solutions such as Microsoft’s „Find My Things“ often rely on visual object recognition or complex assistance systems. These are technically demanding, prone to errors, energy-intensive, and not always acceptable from a privacy perspective. What is needed is a simple, robust, and practical solution for everyday use that does not require continuous camera usage and can be operated intuitively. A speech-based object reminder assistant called WhereIsIt is being developed on the initiative of Prof. Dr. Oliver Bendel. The user can use voice input to record which object has been placed where (e.g., „I put my medication on the kitchen table“). The information is stored locally and provided with a timestamp. When asked later („Where is my medication?“), the system outputs the last known location via speech. Optionally, inexpensive Bluetooth tags can be used that emit an additional acoustic signal to make the object physically easier to locate. The focus is on ease of use, low technical complexity, and high reliability. Possible technical components include: voice capture and speech recognition; extraction of object and location information; local data storage with time reference; voice-based feedback; optional integration of BLE tags. When AI components are used, it is a project within Inclusive AI. The kick-off meeting will take place on March 17, 2026 at the FHNW School of Business. Damian Huckele has been recruited to implement the project.

Fig.: A blind person

Vortrag zu sozialen Robotern bei „aiLights – Robotics“

„aiLights – Robotics“ ist eine neue Vortrags- und Diskussionsreihe im Netz, die KI und Robotik behandelt. Am 20. April 2026 gibt es die Ausgabe „aiLights – Robotics @ FHNW: Soziale Roboter: Begriffe, Beispiele und Herausforderungen“. Prof. Dr. Oliver Bendel stellt in seinem Vortrag zunächst aktuelle Entwicklungen sozialer Roboter vor, wobei er auf Pflege, Therapie und Haushalt fokussiert. Exkurse gibt es zu Wearable Social Robots und General-Purpose Robots. Er diskutiert dann soziale und ethische Herausforderungen, auch mit der Zuhörerschaft. Oliver Bendel ist studierter Philosoph und promovierter Wirtschaftsinformatiker. Er lehrt und forscht an der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Schwerpunkte sind KI-Systeme und soziale Roboter aus der Perspektive von Informations- und Maschinenethik sowie Technikphilosophie. Hinter aiLights steckt Sabine Wildemann, Ambassador des Davos Tech Summit und Co-Initiator der Swiss {ai} Weeks. Ihr Motto lautet „Connecting people with AI – creating spaces for learning, sharing, and shaping across sectors“. Die Anmeldung für den Onlinevortrag erfolgt über luma.com/l8akl82h.

Abb.: Oliver Bendel mit einem seiner Roboter in künstlerischer Darstellung (Foto: Jork Weismann)