A new article titled „Queering Sex Robots Beyond Diversifying Design? Insights from Queer Lacanian Psychoanalysis and New Materialism“ (van der Horst & Puzio, 2026) has been published in Philosophy & Technology. The authors argue that queering sex robots should go beyond diversifying their physical design and instead involve a broader reconsideration of sexuality, identity, and human-technology relations. The paper starts from a critique widely discussed in the literature: current sex robot models largely reproduce heteronormative and stereotypical representations of femininity. Similar observations and related arguments can be found in earlier contributions in the volume „Maschinenliebe“ (Bendel 2020). In that book, Tanja Kubes addresses the topic in her chapter „Queere Sexroboter“, while Oliver Bendel discusses transformations of gender and embodiment in „Trans-Formers“. Both contributions also refer to examples such as the Harmony robot from Realbotix/RealDollX. The main novelty of the new article lies in its theoretical framework, which combines Queer Lacanian psychoanalysis and New Materialism. Given the thematic overlap and the small number of publications on queer perspectives on sex robots, it is somewhat surprising that the earlier contributions in „Maschinenliebe“ are not referenced. This book is predominantly written in German, but in times of large language models this should hardly pose a barrier. Moreover, the chapters by Kubes and Bendel have already been cited in several English-language academic publications.
Insassen in Schweizer Justizvollzugsanstalten haben nur begrenzten Zugang zu digitalen Technologien und wenig Kontakt zur Außenwelt. Zugleich verbringen sie jeden Tag einige Stunden in ihren Zellen. Das Projekt „Chatbots for Inmates“ (Kurztitel) will hier ansetzen: Ein LLM-basierter Chatbot soll als virtueller Buddy dienen, der Gespräche ermöglicht, Einsamkeit vermindert sowie soziale und digitale Kompetenzen stärkt. Das Projekt wurde von Tamara Siegmann, Gründerin des Start-ups SIEG – Smart Innovation Engineering Group by Siegmann und Studentin an der Hochschule für Wirtschaft FHNW, initiiert. Sie ist Projektleiterin, Prof. Dr. Oliver Bendel Projektverantwortlicher, Stephan Vonschallen Projektmitarbeiter. Anwendungspartner ist die JVA Lenzburg mit ihrem Direktor Marcel Ruf. Der Chatbot soll offline auf Tablets der Gefangenen laufen. In einer Pilotphase wird die Lösung zunächst auf 2 oder 3, später auf 30 Tablets getestet. Es wird untersucht, ob ein digitaler Gesprächspartner das Wohlbefinden der Insassen verbessert und sie beim Aufbau von Kompetenzen für die Zeit nach der Haft unterstützt. Das Projekt hat am 1. März 2026 begonnen und wird durch einen Innovationsscheck von Innosuisse und das Institut für Wirtschaftsinformatik der Hochschule für Wirtschaft FHNW unterstützt. Bereits 2024 haben Tamara Siegmann und Oliver Bendel ein Projekt zu Schweizer Gefängnissen durchgeführt und untersucht, ob man dort kollaborative und soziale Roboter einsetzen kann und soll. Das Paper kann hier heruntergeladen bzw. erstanden werden.
Abb.: Tamara Siegmann mit dem LLM-basierten Roboterkopf Furhat
Everlast ist eine Medienagentur aus Ulm. Leonard Martin Schmedding, Co-Founder, war im März 2026 wie bereits vor einem Jahr und vor zwei Jahren im Gespräch mit Prof. Dr. Oliver Bendel. Das Video wurde auf YouTube veröffentlicht. Es geht um Themen wie „Humanoide Roboter, Bewusstsein & Zukunft“ (Teaser YouTube). Humanoide Roboter sind – so hat es Oliver Bendel im Wirtschaftslexikon von Springer Gabler beschrieben – Roboter mit menschenähnlichem Aussehen. Das Spektrum reicht dabei von einer abstrakten Gestalt mit menschlichen Merkmalen über ein cartoonhaftes menschenähnliches Äußeres bis hin zu realistischem oder hyperrealistischem Design nach unserem Vorbild. Bei hoher Ähnlichkeit spricht man von (Vorläufern von) Androiden. Manche dieser Roboter zählen – wie auch kleine Gadgets in der Art von Rabbit R1 oder Wearable Social Robots wie AIBI und Eiliko – zu Physical AI. Zu dieser stellt Oliver Bendel im gleichen Lexikon fest: „Es geht nicht nur darum, teilautonome oder autonome Maschinen mit Hilfe von KI aufzuwerten und zu erweitern, wie im Falle von Gesichtserkennung, Gestikerkennung und Emotionserkennung oder von Chatbots für soziale Roboter, sondern darum, für die KI gleichsam einen Körper zu suchen, in dem sie sich entfalten und beweisen kann.“ Insgesamt steht der Technikphilosoph und Wirtschaftsinformatiker den Entwicklungen in KI und Robotik positiv gegenüber. Das Video kann seit 13. März 2026 über www.youtube.com/watch?v=aKNjNaipakI abgerufen werden.
Über den Umgang amerikanischer Konzerne mit der deutschen Sprache schreibt Oliver Bendel seit Jahrzehnten. Im Frühjahr 2008 stellte er in seinem Artikel „Im Rachen des Thesaurus“, erschienen in Telepolis, „Beobachtungen zum Synonymwörterbuch von Microsoft“ an, also zu einer Funktion von MS Word. Als Synonym zu „dunkel“ wurde damals „negerfarbig“ vorgeschlagen. Der Autor kam insgesamt zum Ergebnis: „Manche Wörter … veraltet, manche grenzwertig, manche falsch, manche Verbindungen nicht nachvollziehbar.“ Später traten Überlegungen zur Rechtschreibprüfung von MS Word hinzu. Diese schien mit der Zeit immer schlechter zu werden, womöglich weil man sich von einem seriösen Wörterbuch verabschiedete und sich auf künstliche Intelligenz verließ. Zu allen Zeiten fiel auf, dass wesentliche Prinzipien der deutschen Sprache nicht verstanden werden. So schlug die Rechtschreibprüfung bei Tests vor, statt „Sexpuppen“ entweder „Sex puppen“ oder „Sex Puppen“ zu verwenden, statt „Fantasyfiguren“ „Fantasy Figuren“. Der Ableger LinkedIn tut sich genauso schwer mit der deutschen Sprache. So liest man etwa: „Andere Mitglieder reagieren auf einen Beitrag eines:einer Kolleg:in“. Abgesehen davon, dass es sich hier um eine Fantasiesprache handelt, wird sie auch noch so benutzt, dass die Männer verschwinden. Aus dem „Kollegen“ wird der oder das „Kolleg“, was immer das bedeuten mag. Auch Adobe scheitert an der deutschen Sprache. Ruft man ein PDF auf, das in englischer Sprache verfasst ist, kommt die Meldung: „Dieses Dokument scheint in einer anderen Sprache zu sein. Möchtest du es in Adobe Express ins Deutsch übersetzen?“ … Besser nicht, möchte man antworten.
Seit Ende 2023 ist der Unitree Go2 ein Teil des privat finanzierten Social Robots Lab von Prof. Dr. Oliver Bendel. Der robotische Vierbeiner ist meistens auf dem FHNW-Campus Brugg-Windisch, manchmal in Zürich. Er dient vor allem als Demonstrationsobjekt in den drei Wahlmodulen zur Sozialen Robotik, die der Technikphilosoph und Wirtschaftsinformatiker jährlich in Olten und Brugg-Windisch durchführt (Studiengänge Wirtschaftsinformatik, Business AI und Betriebsökonomie). Zudem wird er in Projekte eingebunden, wie es etwa bei „The Robodog Project“ der Fall war, wo 12 Hunde mit ihm konfrontiert wurden. Oliver Bendel kann nach zweieinhalb Jahren sagen, dass der Unitree Go2 immer wieder von den Firmware-Upgrades profitiert hat. Er verbindet sich inzwischen meist problemlos mit dem Netz. Manche Funktionen, für die es früher den zusätzlichen Controller gebraucht hat, lassen sich nun mit dem Smartphone ausführen. Mehrere schwere Stürze hat der Roboter überstanden – die Kunststoffschale ist sehr robust. Neben den vielen positiven Aspekten sind ein paar negative zu nennen. Auch nach einer Kalibrierung ist die Beweglichkeit nicht mehr wie am Anfang, und beim Gehen und bei einzelnen Kunststücken bestehen Unsicherheiten. Eine Hintertüre wie beim Unitree Go1 besteht wohl nicht, aber wie der humanoide G1 hat der Go2 durchaus Sicherheitslücken. Beim Betrieb in der Öffentlichkeit ist daher Vorsicht geboten, zumal die Gesetzeslage komplex ist. Insgesamt handelt es sich um ein beeindruckendes Gerät, das sich sowohl für den Innen- als auch den Außeneinsatz eignet.
Blind and severely visually impaired people depend in everyday life on systematically placing objects or remembering their location. Because visual control is lacking, everyday items such as keys, medication, documents, or technical aids are often misplaced or must be searched for with considerable effort. This leads to loss of time, stress, and unnecessary dependence on other people. Existing solutions such as Microsoft’s „Find My Things“ often rely on visual object recognition or complex assistance systems. These are technically demanding, prone to errors, energy-intensive, and not always acceptable from a privacy perspective. What is needed is a simple, robust, and practical solution for everyday use that does not require continuous camera usage and can be operated intuitively. A speech-based object reminder assistant called WhereIsIt is being developed on the initiative of Prof. Dr. Oliver Bendel. The user can use voice input to record which object has been placed where (e.g., „I put my medication on the kitchen table“). The information is stored locally and provided with a timestamp. When asked later („Where is my medication?“), the system outputs the last known location via speech. Optionally, inexpensive Bluetooth tags can be used that emit an additional acoustic signal to make the object physically easier to locate. The focus is on ease of use, low technical complexity, and high reliability. Possible technical components include: voice capture and speech recognition; extraction of object and location information; local data storage with time reference; voice-based feedback; optional integration of BLE tags. When AI components are used, it is a project within Inclusive AI. The kick-off meeting will take place on March 17, 2026 at the FHNW School of Business. Damian Huckele has been recruited to implement the project.
„aiLights – Robotics“ ist eine neue Vortrags- und Diskussionsreihe im Netz, die KI und Robotik behandelt. Am 20. April 2026 gibt es die Ausgabe „aiLights – Robotics @ FHNW: Soziale Roboter: Begriffe, Beispiele und Herausforderungen“. Prof. Dr. Oliver Bendel stellt in seinem Vortrag zunächst aktuelle Entwicklungen sozialer Roboter vor, wobei er auf Pflege, Therapie und Haushalt fokussiert. Exkurse gibt es zu Wearable Social Robots und General-Purpose Robots. Er diskutiert dann soziale und ethische Herausforderungen, auch mit der Zuhörerschaft. Oliver Bendel ist studierter Philosoph und promovierter Wirtschaftsinformatiker. Er lehrt und forscht an der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Schwerpunkte sind KI-Systeme und soziale Roboter aus der Perspektive von Informations- und Maschinenethik sowie Technikphilosophie. Hinter aiLights steckt Sabine Wildemann, Ambassador des Davos Tech Summit und Co-Initiator der Swiss {ai} Weeks. Ihr Motto lautet „Connecting people with AI – creating spaces for learning, sharing, and shaping across sectors“. Die Anmeldung für den Onlinevortrag erfolgt über luma.com/l8akl82h.
Abb.: Oliver Bendel mit einem seiner Roboter in künstlerischer Darstellung (Foto: Jork Weismann)
The upcoming „SAGA: Sexuality and Generative AI“ symposium, taking place on April 30, 2026 at the Université du Québec à Montréal, explores how generative AI is reshaping intimacy, desire, relationships, and sexual expression. The presentation by Prof. Dr. Oliver Bendel begins with the Tamagotchi, the iconic digital pet that demonstrated how simple interactive systems can evoke emotional attachment. It then turns to social robots, wearable social robots, and AI-enhanced sex toys, love dolls, and sex robots. Today, large language models (LLMs) and multimodal language models (MLLMs) enable dialogue, perception, and evaluation in these systems. Such capabilities may also benefit people with disabilities, including blind users, by facilitating communication and interaction. At the same time, the physical dimension remains crucial. Embodied systems create presence and proximity: they can be touched, held, and stroked, and experienced through movement, vibration, or sound. The talk argues that future intimate technologies will emerge from the convergence of generative intelligence and physical embodiment, combining conversational AI with the sensory experience of a physically present companion. Full details and submissions are available at event.fourwaves.com/sexualiteia/pages.
Fig.: More and more sex toys are part of Physical AI
The 18th International Conference on Social Robotics (ICSR + Art 2026) will take place in London, UK, from 1–4 July 2026. ICSR is the leading international forum that brings together researchers, academics, and industry professionals from across disciplines to advance the field of social robotics. For its 18th edition, the conference will present the special theme ICSR + Art, highlighting how robots can move beyond their conventional roles to become tools, partners, and co-creators within artistic and creative practices. At the same time, the conference remains open to the full breadth of social robotics research, including human–robot interaction, medical and assistive robotics, artificial intelligence and machine learning, ethics, design, education, and cultural applications. Accepted papers will be published in Springer’s Lecture Notes in Artificial Intelligence (LNAI) series and indexed in major academic databases. Due to current extenuating circumstances worldwide and following requests from several authors, the submission deadlines have been extended by a few additional days to allow additional time for final submissions. No further extensions of the submission deadlines are planned, and all submissions must follow the updated schedule. All deadlines are based on Anywhere on Earth (AoE) time. Authors who have already submitted a paper may use the extension to update their submission; if any difficulty occurs when modifying the existing entry in the system, the previous submission may be withdrawn and replaced with a new version. Updated dates are available at icsr2026.uk/dates/ and submission instructions can be found at icsr2026.uk/submission/.
Fig.: An inverted image of the Senate House (Photo: stevecadman/CC BY-SA 2.0)
Bei der STEAM Challenge 2026 unter dem Motto „Innovation under Pressure“ traten am 3. März 2026 im Spirgarten Zürich sechs Projekte gegeneinander an. Dabei waren u.a. Autobike von Daniel Lagnaux und Mark Bezmalinovic von der ETH Zürich und Repair Scanner von Aron Bienge, einem Zimmermeister. Moderiert wurde der Abend von Sara Taubman-Hildebrand, während die Comedians Gülsha Adilji, Reena Krishnaraja und Zukkihund mit humorvollen Einlagen für zusätzliche Unterhaltung sorgten und die Projekte auf ihre Weise interpretierten. Eine Menge von über 200 Personen füllte den Saal und zeigte sich zwei Stunden lang in bester Stimmung. Eines der vorgestellten Projekte war der Animal Whisperer, initiiert von Prof. Dr. Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Sein damaliger Student Nick Zbinden hat in seinem Auftrag den Cow Whisperer, den Horse Whisperer und den Dog Whisperer implementiert. Dabei wurden einem Multimodal Large Language Model (MLLM) mithilfe von Retrieval-Augmented Generation (RAG) die gewünschten Fähigkeiten verliehen. Es werden zuerst die Körpersprache der Kühe, Pferde oder Hunde sowie die jeweilige Gesamtsituation analysiert und evaluiert. Dann werden Empfehlungen für das Verhalten der Menschen gegeben, die den Tieren begegnen. Bei der Animal-Computer Interaction 2024 in Glasgow wurde Oliver Bendel und Nick Zbinden bereits ein Award für ihr Paper „The Animal Whisperer Project: A GenAI App for Decoding Animal Body Language and Behavior“ verliehen. In ihrer Interpretation entdeckte Gülsha Adilji auch Potenzial für das Dating – denn auch die Körpersprache von Männern könnte interpretiert werden. Das Jurymitglied Nathalie Klauser lobte das Animal Whisperer Project für die Einbeziehung von Tieren. Sieger wurde am Ende BlueGreens von Sebastian Haymann. Den Publikumspreis gewannen die Zürcher Schülerinnen Nina Zvezdina und Poppy Alexander.
Zum zweiten Mal – wie bereits im Sommer 2021 – hält Prof. Dr. Oliver Bendel einen Vortrag für die VHS im Norden des Landkreises München e.V. Aus der Beschreibung: „Die technische Entwicklung bei autonomen oder teilautonomen Maschinen geht rasant voran. Mit ihr stellen sich ganz neue Fragen: Soll ein autonom fahrendes Auto moralische Entscheidungen treffen können, bspw. ob es im Falle einer unvermeidlichen Kollision eher die alte Frau oder das spielende Kind überfährt? Darf ein Pflegeroboter Sterbehilfe leisten? Sollten autonome Kampfroboter sich an Regeln halten? Müssen Sexroboter davor warnen, sich in sie zu verlieben? Sollten Roboter überhaupt menschenähnlich nachgebildet sein? Sich anfühlen wie ein Mensch? Eine Stimme haben wie ein Mensch? Können sie wirkliche Menschen ersetzen, Freund oder Freundin sein oder das zumindest simulieren? Wie verändern diese Maschinen unser soziales Leben, unser Leben im Alter beispielsweise oder unser Liebesleben? Welche Mensch-Maschine-Interaktionen können in Altersheimen sinnvoll sein und insbesondere demente Menschen unterstützen? Welche Anwendungen gibt es für kranke oder behinderte Menschen? Wo stehen wir aktuell bei der Entwicklung sozialer Roboter? Was kommt in den nächsten Jahren auf uns zu? Und warum beschäftigen sich gerade Philosophen mit dem Bau autonomer oder teilautonomer Maschinen?“ Der Vortrag findet online am 9. März 2026 statt. Weitere Informationen sind über die Website der VHS erhältlich.
Abb.: Soziale Roboter kann man mit anderen Figuren vergleichen (Foto: Jork Weismann)
Das Buch „Soziale Roboter: Technikwissenschaftliche, wirtschaftswissenschaftliche, philosophische, psychologische und soziologische Grundlagen“ (Hrsg. Oliver Bendel) hat am 1. März 2026 400.000 Accesses auf Springer Nature Link erreicht. Es besteht aus fünf Teilen: „Grundlagen, -begriffe und -fragen“, „Soziale Robotik und andere Disziplinen“, „Gestaltung, Interaktion und Kommunikation“, „Anwendungsbereiche sozialer Roboter“ und „Die Zukunft sozialer Roboter“. Es sind, das Vorwort mitgezählt, 30 Beiträge, mit ca. 35 Abbildungen, bei ca. 570 Seiten. Der Untertitel lautet: „Technikwissenschaftliche, wirtschaftswissenschaftliche, philosophische, psychologische und soziologische Grundlagen“. Mit dabei sind führende Experten der Sozialen Robotik, der Robotik, der Künstlichen Intelligenz, der Soziologie, der Psychologie und der Philosophie. Sie lehren und forschen an Hochschulen in der Schweiz, in Deutschland, in Österreich, in Dänemark und in Schweden. Auch ein Hersteller ist vertreten, der über den Einsatz seines Produkts berichtet. Das Fachbuch ist Ende 2021 bei Springer Gabler erschienen und kann über link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-31114-8 heruntergeladen oder bestellt werden. Zudem ist es in jeder Buchhandlung verfügbar.
Die Ausstellung mit Gemälden des afroamerikanischen Künstlers Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich ist sehenswert – lesenswert ist sie nicht. Die deutschen Texte sind manipulativ auf mehreren Ebenen. So steht in einem Begleittext neben den Bildern: „Jahrhundertelang widerstanden Schwarze Amerikaner:innen Bedingungen von Unterdrückung und schufen trotz Versklavung und Ungleichheit eine reiche Kultur. In der Serie hier gezeigter Porträts zollt Marshall Sklavenrebell:innen, Poet:innen, Künstler:innen, Abolitionist:innen und Aktivist:innen Tribut.“ Es handelt sich um dysfunktionale, aktivistische, ideologische, diskriminierende, moralisierende Sprache, die den Besucher nicht ernst nimmt, ihn erziehen, umerziehen, ihm eine Meinung und eine Sichtweise aufzwingen will, sich zwischen ihn und die Werke schiebt und die Werke ihrer Autonomie beraubt. Dabei folgt die Sprache der Verantwortlichen einem klaren Plan. An anderer Stelle heißt es nämlich: „Einige Sklavenbesitzer förderten nicht die Ehe …“. Wo überall Doppelpunkte im Wortinneren erscheinen, um die Wortstruktur zu zerstören und die -bedeutung aufzulösen, kann eine solche Form nicht mehr generisch sein – sie muss männlich sein. Die Bösen, das ist hier die Auskunft, sind die Männer, und nur diese haben in diesem Zusammenhang gefehlt. Allerdings gibt es zahlreiche weibliche Sklavenhalter in der Geschichte. Martha Washington ist ein Beispiel für den amerikanischen Süden. Im Römischen Reich konnten wohlhabende Frauen ganz selbstverständlich Sklaven besitzen, ebenso in verschiedenen afrikanischen Gesellschaften. Auf diese Weise wird Sprache ebenso manipuliert wie der Besucher – und die Geschichte. Das Kunsthaus ist nicht nur durch seine NS-Kunst auf Abwege geraten.
Im Museum für Gestaltung ist noch bis zum 31. Mai 2026 die Ausstellung „More than Human – Design mit der Natur“ zu sehen. Auf der Website heißt es: „Wir Menschen teilen uns den Planeten mit unzähligen anderen Lebewesen. Angesichts der fortschreitenden Erderwärmung und des globalen Artenrückgangs muss Gestaltung über menschliche Bedürfnisse hinausgehen: Auf dem Spiel stehen Fortbestand und Sicherung ganzer Lebensräume. Wie das gelingen kann und welches Potenzial Design dabei entfalten kann, zeigen innovative Projekte an der Schnittstelle von Architektur, Kunst und Technologie. Die ausgewählten Arbeiten verbinden aktuelle Forschung mit traditionellen Praktiken und lehren uns, wieder mit der und für die Natur zu gestalten.“ Ein besonderes Vergnügen ist „Seduce me“ mit Isabella Rossellini. Sie verkörpert in jeder Folge eine andere Tierart und erläutert auf humorvolle Weise die jeweilige Fortpflanzungsart. Der Ausstellung hätte es sicher gutgetan, wenn man ein Forschungsfeld wie Animal-Computer Interaction einbezogen hätte, zumal im Dezember die führende Konferenz in diesem Bereich in die Schweiz kommt. Zudem hätte man wieder einmal besser auf moralisierende, pädagogische Erklärungen in einer Sondersprache, die die Mehrheit der Bevölkerung ablehnt, verzichtet. Man sollte den Kunstwerken und Wissenschaftsprojekten nicht ihre Autonomie nehmen und nicht den Besucher unterschätzen, der sich selbst eine Meinung bilden und eine Haltung einnehmen kann. Weitere Informationen zur Ausstellung sind über museum-gestaltung.ch/de/ausstellung/more-human-design-mit-der-natur verfügbar.
Eiliko ist ein kleiner Wearable Social Robot, der als persönlicher KI-Begleiter konzipiert wurde. Er wird an der Gürtelschlaufe, einer Handtasche oder einem Rucksack befestigt und reagiert auf Berührungen und Bewegungen. Sein 1,28 Zoll großes TFT-Display ist für die Darstellung der Augen und von Animationen zuständig. Eiliko kann einfache Gespräche führen. Durch austauschbare Gehäuse verändern sich die Animationen und sein Verhalten, sodass unterschiedliche Charaktervarianten entstehen. Er verfügt über Berührungs- und Beschleunigungssensoren. Seine Infrarotsysteme dienen der Nahbereichserkennung und Interaktion. Treffen mehrere Geräte aufeinander, interagieren sie miteinander durch gemeinsame Animationen. Jeder Eiliko wird nur einmal dauerhaft mit einem Benutzer gekoppelt und ist somit als persönliches Geschenk und „Haustier“ gedacht. Mit seinem geringen Gewicht (70 g), dem USB-C-Anschluss und der kurzen Ladezeit ist der Roboter für den mobilen Einsatz im Alltag ausgelegt. Eiliko steht somit für einen Ansatz in der Sozialen Robotik, der auf kompakte, tragbare Begleiter abzielt – eben auf Wearable Social Robots. Er muss sich im privat finanzierten Social Robots Lab von Prof. Dr. Oliver Bendel mit Aibi arrangieren, einem anderen Vertreter dieser Richtung.
Arianna Ferrari, PhD, and Dr. iur. Dr. h.c. Antoine F. Goetschel will deliver the conference keynote addresses at the Animal-Computer Interaction International Conference 2026 (ACI 2026) at the FHNW Campus Brugg-Windisch, Switzerland. Arianna Ferrari, PhD, is based at the AIT Austrian Institute of Technology, Austria’s largest research and technology organization. She is an ethicist and philosopher of science and technology with extensive experience in technology assessment, the critical evaluation of visions of technological futures (vision assessment), foresight, and human-animal studies. Dr. iur. Dr. h.c. Antoine F. Goetschel is a lawyer and former official animal lawyer for the Canton of Zurich in Switzerland. For more than three decades, he has worked at the intersection of law, ethics, and public policy, representing the interests of animals within legal systems and contributing to the development of animal protection standards at both national and international levels. The ACI International Conference is the leading conference in the field of animal-computer interaction. This year, the conference, hosted by Prof. Dr. Oliver Bendel, will include a dedicated call for contributions on animal-machine interaction. Further information is available at www.aciconf.org.
Fig.: The FHNW Campus Brugg-Windisch (Foto: WEISSWERT C. Morin & M. Indermaur)
Am 22. Februar 1943 wurden Hans und Sophie Scholl von den Nationalsozialisten ermordet. Oliver Bendel besuchte dasselbe Schulgebäude in Ulm wie Sophie Scholl. In seinem Fall war es das Hans-und-Sophie-Scholl-Gymnasium gewesen, in ihrem die Mädchenoberrealschule. Er traf sich um 1986 mehrmals mit Inge Scholl, um mit ihr im Stadtarchiv Ulm bekannte und unbekannte Bilder ihrer jüngeren Geschwister zu sichten. Er beschrieb dies in einem Artikel, der 2015 erschienen ist: „Inge Scholl ist vor langer Zeit gestorben. Ihr Leben hat alles umspannt, von den schrecklichen Jahren im Dritten Reich bis zu unseren für sie nicht so wichtigen und für mich so wichtigen Treffen, vom tragischen Tod ihres Mannes Otl Aicher bis hin zu ihren Jahren mit sich selbst. Ich erinnere mich nicht mehr an den Raum, in dem wir arbeiteten, von einer gewissen Dämmerung abgesehen. Aber die Fotos sind immer noch vor meinem inneren Auge, hell und leuchtend, was an der Leselampe liegen mag. Die hübsche Sophie. Der hübsche Hans. Im Licht der Lampe. Sophie und Hans, von den Nazis ausgelöscht.“ Der Beitrag von Oliver Bendel kann über seniorweb.ch/2015/11/10/grabsteine-im-cyberspace/ aufgerufen werden.
Prof. Dr. Oliver Bendel war mit dem NDR im Gespräch über OpenClaw und Moltbook. OpenClaw ist im Kern eine Hülle für einen KI-Agenten. In Kombination mit einem großen Sprachmodell, einem LLM, entsteht daraus ein System, das Texte erzeugt, Entscheidungen trifft und auf Eingaben reagiert. Moltbook ist eine Plattform, auf der viele solcher Agenten gleichzeitig laufen und miteinander interagieren. Man spricht auch von einem sozialen Netzwerk für Agenten. Das wirkt spektakulär. Tatsächlich arbeiten die Agenten meist ereignis- oder zeitgesteuert: In regelmäßigen Abständen prüfen sie, ob es neue Inhalte gibt, auf die sie reagieren sollen. Und das soziale Netzwerk gibt ihnen über die Feeds etwas zu tun. Das LLM erzeugt daraufhin plausible Texte. Der Eindruck eines lebendigen Austauschs entsteht – aber es bleibt eine Simulation von Kommunikation, keine eigenständige soziale Realität. KI-Agenten haben kein Bewusstsein – im Gegensatz zu Tieren und Menschen – und werden nie eines haben. Die Fernsehsendung wird bei NDR Kultur – Das Journal am 23. Februar 2026 ausgestrahlt. Sie ist auch online über www.ndr.de verfügbar.
Abb.: Das Studio in Flensburg (Foto: Soenke Rahn, Wikimedia, CC BY-SA 3.0)
The Robophilosophy Conference 2026 (RP2026), titled „Connected Futures – Nature, Robots, and Society“, will take place August 11-14, 2026, in Dublin, Ireland, bringing together researchers from across disciplines to examine how robotics and artificial intelligence are reshaping human societies and the natural world. As robotic systems become increasingly embedded in everyday life, the conference aims to foster dialogue between fields ranging from social robotics, computer science, and human-robot interaction to the humanities, social sciences, law, economics, and environmental research. Central questions include how robotic technologies can uphold human dignity and social justice, how legal systems must adapt to autonomous decision-making, and whether robots can contribute to sustainability rather than accelerate ecological decline. The event marks the seventh installment in the Robophilosophy conference series and features plenary speakers such as Lynne Baillie, Ryan Calo, Hideki Kajima, Arno Klein, Bertram Malle, and Shannon Vallor. Importantly, the submission deadline for research papers, posters, and artistic contributions has been extended to March 15, 2026, offering additional time for scholars and practitioners to contribute to this interdisciplinary conversation. Registration will open soon, and further details are available here and at www.rp2026.org.
Fig.: The poster of the conference (Image: Robophilosophy)
Sophia Sichtermann interviewte am 18. Februar 2026 den Technikphilosophen Prof. Dr. Oliver Bendel für einen Artikel über Produktivitätssteigerung durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz. Anlass war ein Artikel im Fortune Magazine, demzufolge rund 90 Prozent der befragten Unternehmen bislang keinen messbaren Einfluss von KI auf Produktivität oder Beschäftigung feststellen konnten. Eine von mehreren Fragen betraf die These, dass die erhoffte Produktivitätssteigerung zwar später, aber dennoch eintreten wird. Er antwortete zunächst direkt darauf und führte dann weiter aus: „In der Medikamentenentwicklung oder bei der Materialforschung kann generative KI die Entwicklungszyklen drastisch verkürzen. Allerdings zeigt sich hier auch die Dual-Use-Problematik: Dieselben Technologien können missbräuchlich eingesetzt werden, etwa zur Entwicklung gefährlicher Substanzen. Produktivität ist ökonomisch betrachtet wertneutral; sie kann sowohl gesellschaftlichen Fortschritt als auch destruktive Aktivitäten beschleunigen. Mit anderen Worten: Generative KI kann ebenso behinderten und beeinträchtigten Personen helfen wie der organisierten Kriminalität. Vor diesem Hintergrund gewinnt die sozialpolitische Dimension an Bedeutung. Wenn Automatisierung zu flächendeckender Automation führt und diese bestimmte Tätigkeiten dauerhaft verdrängt, könnte die Diskussion um ein bedingungsloses Grundeinkommen neue Aktualität erhalten. Ein solches Instrument würde nicht Produktivität schaffen, könnte jedoch soziale Stabilität und individuellen Konsum sichern, während sich Arbeitsmärkte neu ordnen. Etwas zynischer ausgedrückt: Die Unternehmen können uns gar nicht sterben lassen, sonst werden ihre Produkte und Dienstleistungen nicht mehr nachgefragt.“ Am 21. Februar 2026 erschien der Artikel „‚Lage ist dringlich‘: Weniger Produktivität durch KI als erwartet – Deutschland verliert den Anschluss“ mit mehreren Statements von Oliver Bendel in der Frankfurter Rundschau, dem Münchner Merkur und zehn weiteren deutschen Zeitungen.
Die STEAM Challenge 2026 unter dem Motto „Innovation under Pressure“ bringt am 3. März 2026 innovative Ansätze und unterhaltsame Auftritte in den Spirgarten Zürich. Sechs Teams und Einzelpersonen präsentieren ihre Projekte live vor Publikum und Jury und treten gegeneinander an. Moderiert wird der Abend von Sara Taubman-Hildebrand, während die Comedians Gülsha Adilji, Reena Krishnaraja und Zukkihund mit humorvollen Einlagen für zusätzliche Unterhaltung sorgen. Eines der vorgestellten Projekte ist der Animal Whisperer, initiiert von Prof. Dr. Oliver Bendel. Sein damaliger Student Nick Zbinden hat in seinem Auftrag den Cow Whisperer, den Horse Whisperer und den Dog Whisperer implementiert. Dabei wurden einem Multimodal Large Language Model (MLLM) mithilfe von Retrieval-Augmented Generation (RAG) die gewünschten Fähigkeiten verliehen. Es werden zuerst die Körpersprache der Kühe, Pferde oder Hunde sowie die jeweilige Gesamtsituation analysiert und evaluiert. Dann werden Empfehlungen für das Verhalten der Menschen gegeben, die den Tieren begegnen. Bei der Animal-Computer Interaction 2024 in Glasgow wurde Oliver Bendel und Nick Zbinden bereits ein Award für ihr Paper „The Animal Whisperer Project: A GenAI App for Decoding Animal Body Language and Behavior“ verliehen. Weitere Informationen sind verfügbar über innovation.zuerich/#steam-challenge-innovation-under-pressure-2.
Unter dem Titel „KI trifft Autismus“ veranstaltet autismus schweiz am 30. Mai 2026 eine Fachtagung, die sich der Rolle künstlicher Intelligenz in der Gesellschaft und im Kontext von Autismus widmet. Im Fokus stehen aktuelle Entwicklungen aus KI und Robotik sowie deren Einfluss auf Alltag, Forschung und Lebensrealitäten, verbunden mit einer Einordnung der Chancen und Herausforderungen dieser Technologien. Fachliche Impulse liefern Matthias Schüssler, Dr. Maya Schneebeli, Prof. Dr. André Frank Zimpel, Dr. Christa Schmid Meier und Prof. Dr. Oliver Bendel. Das detaillierte Programm wurde in der offiziellen Ausschreibung veröffentlicht. Die Teilnahme ist sowohl vor Ort als Live-Anlass im großen Hörsaal Nord des Universitätsspitals Zürich als auch zeitversetzt über eine On-Demand-Version möglich. Während der Live-Veranstaltung werden die Referate aus dem Hauptraum zusätzlich in einen Nebenraum übertragen, der speziell für Personen im Autismus-Spektrum vorgesehen ist. Die Aufzeichnung steht etwa zehn Tage nach dem Anlass bis Ende Juli 2026 über das Veranstaltungsportal zur Verfügung. Weitere Informationen sind über portal.autismus.ch/veranstaltungen/202 abrufbar.
Abb.: Roboter wie QTrobot sollen autistischen Kindern helfen (Foto: Sarah Bestgen)